Sims 2 & 3 Familiendynamik-Challenge
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Felinger Legacy

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Felinger Legacy - Seite 12 Empty Re: Felinger Legacy

Beitrag  Akki So Apr 02, 2023 1:58 pm

Kapitel 21

„Und nur weil Joey nicht mehr auf der Couch schläft und Julies Zimmer jetzt mein Arbeitszimmer ist, heißt das nicht, dass du gezwungen bist, dein Katzenstreu im ganzen Badezimmer zu verteilen.“ Mein Versuch tadelnd auf Shelby zu gucken, scheiterte wie immer. „Wir wohnen jetzt allein hier und wir sollten das beide genießen! Keiner trinkt mehr meinen Kaffee aus und keiner nimmt dein … hm, wenn ichs Recht bedenke hast du wirklich den Kürzeren gezogen.“ Ich nahm die Katze auf den Arm und kraulte sie. „Zwei Sims weniger, die dich kraulen. Keiner mehr da, wenn ich arbeiten bin. Kein Wunder, dass du armes Tier ein Zeichen setzen willst.“
Bleh, so langsam entwickelte ich mich wunderlich! Joey und Julie waren vor ein paar Wochen ausgezogen. Obwohl sie sich erst ein Jahr lang kannten und nach den Anlaufschwierigkeiten monatelang gebraucht hatten, bis sie sich eingestanden, dass sie mehr als Freundschaft für einander empfanden, hatten sie Nägel mit Köpfen gemacht und sich eine gemeinsame Bleibe gesucht. Ich war unsicher, wie ich zu der Beziehung der beiden stehen sollte. Einerseits nahm ich wahr, dass sie sich wirklich zugetan waren, aber andererseits hatte ich Julies Trennung noch im Kopf und Joey war einfach unerfahren. Was war, wenn es nicht funktionierte? Wenn sie feststellten, dass der andere eben doch nicht die große Liebe war? Wenn die rosa Brille abgesetzt wurde? Doch ich behielt meine Gedanken für mich.
Die Arbeit an meiner Dissertation schritt gut voran. Ich hatte bereits einige kleiner Artikel veröffentlicht und arbeitete noch enger mit Professor Rheinfrank zusammen. Bei seiner letzten Abhandlung hatte er mich sogar im Vorwort als Beteiligte erwähnt und ich fühlte mich mittlerweile sehr wertgeschätzt von ihm. Auf einen Artikel bekam ich sogar eine Feedback-E-Mail von Jovan. Er nahm überhaupt keinen Bezug auf unsere Vergangenheit, sondern blieb auf einer rein akademischer Ebene, was ich sehr begrüßte.

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Als Rheinfrank und ich zu einer Tagung nach Selvadorada reisten und uns Jovan dort in Empfang nahm, konnten wir freundlich professionell miteinander umgehen. Ich hätte fast gewettet, dass man gar nicht merkte, dass wir einmal ein Paar gewesen waren. Allerdings hatte ich dabei vergessen, dass die akademische Welt zu Klatsch und Tratsch neigte und so dauerte es nicht lange, bis Rheinfrank nachhakte, ob da nicht mal was zwischen Jovan und mir gewesen sei. Zum Glück war Jovan gerade nicht in Hörweite und ich konnte die ganze Geschichte schnell herunterspielen und Rheinfrank inständig bitten, Stillschweigen darüber zu wahren. Mir war, als sei er mit meiner Antwort ganz zufrieden. Ich nutzte unseren Aufenthalt in Selvadorada, um weitere Schmuggelorte aufzusuchen. Auch wenn Sunny der Wächter des omniscanischen Tempels, den ich zuerst aufgesucht hatte, erschien er mitten im Dschungel und begleitete mich. Das erlaubte mir, meine Gedanken zu den Essenzen von Darrel und Kira zu artikulieren und bewerten zu lassen. Die Gedanken an die Beobachter hatte ich seit unserem letzten Gespräch in den hintersten Winkel meines Hirns verbannt und eingeschlossen. Ich wollte und konnte mich jetzt nicht damit beschäftigen!

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Wenn meine Überlegungen korrekt waren – und Sunnys Feedback schien sie zu bestätigen – konnte ich durch eine Art Signalbake die aufgeteilten Essenzen meiner Vorfahren einsammeln und zusammenfügen. Dann würden sie theoretisch wieder in den Kreislauf der Sims-Essenzen eingehen und wiedergeboren werden. Ich fand, nach den ganzen Hindernissen und Qualen, die sie vor ihrem letzten Leben erlitten hatten, wäre es nur fair ihnen noch einmal eine Chance zu geben. Und hatten sie nicht genau deswegen diese Hinweise hinterlassen?
Meine Exkursion in den Dschungel dauerte länger als ich antizipiert hatte. Professor Rheinfrank war deswegen schon in heller Aufregung und kurz davor, eine Rettungsexpedition auszusenden.Ich hatte es Jovan zu verdanken, dass es nicht dazu kam. Jovan wusste, dass ich mich im Dschungel mindestens so gut wie ein Einheimischer zurecht fand, und hatte Rheinfrank beruhigen können. Trotzdem schien auch Jovan erleichtert zu sein, als ich wieder da war. Er schickte mich sofort zu meinem Professor, der sich im Pool unserer AirB&Bs ablenkte. Ich setzte mich an den Rand des Pools und versuchte die letzten Überreste von Sunnys Strahlen zu ignorieren. Ein Blick auf die Wasseroberfläche verriet mir, dass Sunny nicht wirklich da war und nur ich die kleine Wächter-Sonne noch wahrnahm.
„Miss Felinger!“ Rheinfrank hatte mich erblickt und pflügte jetzt mit geübten Kraulbewegungen durch das Wasser. Ich ließ mich ins Wasser gleiten.

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„Ist alles in Ordnung? Sie waren so lange verschwunden, ich habe begonnen mir Sorgen zu machen.“ Was, wenn man Jovan trauen konnte, die Untertreibung des Jahrhundert war.
Da ich mittlerweile immer regelmäßiger nachdachte, bevor ich sprach, suchte ich mir meine Worte sorgfältig aus. „Entschuldigen Sie bitte, Professor. Ich habe ein bisschen die Zeit aus den Augen verloren. Mir ist nichts passiert.“ Dabei versuchte ich wie die Unschuld vom Lande zu gucken.
Rheinfrank musterte mich einen Moment und schien mindestens genauso so sorgsam wie ich zu überlegen, was er erwidern sollte. Dann langte er durchs Wasser und drückte kurz meine Schulter. Mit einem nicht zu deutenden Lächeln drehte er sich um und setzte seine Bahnen fort, während ich irritiert Wasser trat.

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Beitrag  Akki Mo Apr 03, 2023 6:43 pm

Kapitel 22

Nachdem wir aus Selvadorada zurückgekehrt waren, hatte ich den Eindruck, das Rheinfrank mich beobachtete. Zum Glück nicht auf eine unheimliche oder aufdringliche Art, aber durchaus interessiert. Zunächst fand ich das merkwürdig, aber irgendwann begann ich es eher als schmeichelhaft zu empfinden. Das mochte am häufigeren Lob oder der Bitte um Verbesserungen an seinen Texten und Vorträgen liegen oder an den kleinen Aufmerksamkeiten, die er mir in unregelmäßigen Abständen auf meinem Schreibtisch hinterließ oder an den „Arbeitsessen“, die häufiger in hochklassige Restaurants führten und deren Rechnung er übernahm.

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Kai und Lark hatten inzwischen Todd in ihren Haushalt aufnehmen dürfen. Todd war ein zurückhaltender Fünfjähriger, der aber insbesondere zu Kai bald eine intensive Zuneigung gefasst hatte. Meine Eltern freuten sich sehr über ihren Enkel und schienen meine nebenbei erwähnte Anmerkung, dass ich auch nach der Dissertation wohl eher in Britchester bleiben würde, gut auf. Dad erklärte, sie würden sich zwar freuen, beide Kinder und ihre Familien (oder Katzen…) bei sich auf Sulani zu haben, aber er äußerte Verständnis. Jeder Sim müsse seinen eigenen Weg gehen dürfen, und seit der Tomatenstory waren wir Felinger dahingehend ja auch endlich frei. Bleh, ich zog es vor, ihm nichts von Sunnys düsteren Andeutungen zu sagen. Das würde schon keine Auswirkungen auf mich und meine Familie haben. Sunny meinte ja auch, dass sie mehr an Kira und Darrel interessiert wären, sollte es mir tatsächlich gelingen die Essenzen zusammenzufügen.

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Was mich zu dem Problem der Signalbake führte. Ich hatte wenig Ahnung von Magie und dem ganzen übersinnlichen Kram, aber Sunny meinte, jegliche Art von mystischen Gegenständen könnte als Bake dienen. Ich sollte einfach die Augen aufhalten. Bleh, vielleicht fand ich ja noch eine versteinerte Tomate?
Tatsächlich fand ich ein Relikt, dessen Inschrift sich mysteriös über simlische Essenzen ausließ,  als ich das nächste Mal in Selvadorada war. Leider war es beschädigt, so dass ich es Zuhause an einer sicheren Stelle versteckte, um mir später darüber Gedanken zu machen, nachdem ich es aus dem Land geschmuggelt hatte. Zum Glück waren die Ordnungskräfte am selvadoradanischen Flughafen eher an geschmuggelten Drogen als an Relikten interessiert und so konnte ich unbeirrt das Ding mit nach Hause nehmen. Auf Dauer wäre so etwas aber nicht gut für meinen Blutdruck. Ich wäre vor Anspannung fast gestorben. Wie hatte Darrel nur so lange kriminell leben können? Meine Gesundheit wäre ruckzuck vor die Hunde gegangen.

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Bei meinem letzten Aufenthalt in Selvadorada kam ich auch wieder mit Jovan in Kontakt, der unsere Gespräche zwar rein professionell hielt und immer dafür sorgte, dass wir nicht allein waren, aber es beruhigte mich, dass ich ihm nicht endgültig das Herz gebrochen hatte. Wieder zurück besuchte ich eine hochschwangere Lani, die mit Stuart Zwillinge erwartete und versuchte mich mit Todd anzufreunden.
Meine Dissertation startete endlich in die letzte Phase und würde nicht mehr lange dauern, bis ich Dr. Linnet Felinger war.

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„Also ich finde die Kokos-Variante besser.“ Ich stocherte mit der Gabel im Schokokuchen herum. „Der ist voll dröge.“
„Aber der Kokoskuchen ist so … tropisch“, gab Julie zu bedenken.
„Die Hälfte der Gäste ist sulanisch.“ Joey rollte mit den Augen und ich war kurz davor zu fragen, ob er die Hochzeit lieber abblasen wollte. Es waren noch einige Monate bis die beiden vor den Altar treten würden – meine Doktorarbeit würde bis dahin schon verteidigt sein und ich würde eine besser bezahlte Stelle an der Uni erhalten haben.


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Dass Julie und Joey den nächsten Schritt wagten und sich tatsächlich heiraten wollten, hatte mich nicht länger überrascht, nachdem ich beobachten konnte, wie sehr sie sich zugetan waren. Alle meine Kindheitsfreunde waren mittlerweile so gut wie verheiratet und hatten Familien gegründet. Lani und Stuart waren mittlerweile stolze Eltern von zwei Jungs, Makoa und Keanu. Lark und Kai befanden sich in einem zweiten Adoptionsverfahren. Larks Stress wegen des Hotels schien sich seit einiger Zeit gelegt zu haben, da seit dem Tod des alten Butterfields keine weiteren Expansionspläne auf Sulani umgesetzt worden waren. Man munkelte, dass es Streit darüber in der Erbengemeinschaft gab.
Während ich die Reste des Schokokuchens todesverachtend vernichtete, ging mir durch den Kopf, dass Joey und Julie bestimmt auch bald Babys produzieren würden. Für einen kurzen Moment fragte ich mich, wo ich jetzt wohl stünde, hätte ich Jovans Antrag damals angenommen. Säße ich dann jetzt hier mit einem dickem Bauch? Schnell schüttelte ich den Kopf. Simmer bewahre, das wäre nie im Leben gut gegangen mit Jovan und mir. Meine Katze war mir genug! Die gelegentlichen Flirts mit Rheinfrank reichten auch, meinen Bedarf an romantischen Interaktionen zu decken.

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Mir war vollkommen klar, dass der Professor und ich uns in einer Grauzone bewegten, weswegen wir wirklich nicht viel mehr taten, als zu flirten. Selbst auf Tagungen außerhalb von Britchester ließen wir nicht mehr geschehen, als eindeutig zweideutige Sätze auszutauschen. Wäre ja noch schöner, wenn ich meine Doktorarbeit in die Tonne treten konnte, nur weil ich mich mit meinem Doktorvater einließ!
Um ehrlich zu sein, war es mir aber auch ganz recht so. Ich schätzte meinen Single-Lebensstil gerade sehr – keine Verantwortung, keine Kompromisse und keinen Streit darüber, welcher Kuchen auf der Hochzeit serviert werden sollte …
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Beitrag  Akki Mo Apr 03, 2023 9:48 pm

Kapitel 23

Die Diskussion über die zu servierende Kuchensorte auf der Hochzeit erledigte – bzw. verschob sich – relativ rasch. Die beiden waren frühzeitig in die Produktion gegangen...
Julie und Joey waren total aus dem Häuschen und bald drehten sich sämtliche Gespräche um die Schwangerschaft und die Babyausstattung. Ich zwang mich, die meisten meiner Gedanken für mich zu behalten – und irgendwie brachte ich es auch nicht übers Herz meine zynischen und kritischen Worte vor den beiden auszusprechen. Manchmal dachte ich bei mir, dass es dafür viel zu früh war und sah in dem Ungeborenen schon einen Ehezerstörer, noch bevor die Ehe überhaupt geschlossen war. So lange waren die beiden noch kein Paar und so ein Würmchen bedeutete doch super viel Stress oder? Aber was verstand ich schon davon? Und deswegen hielt ich meinen Mund, half beim Aufbau des Babymobiliars, ertrug lange Gespräche über den Namen des Kindes und organisierte eine Babyparty.
Während wir auf das Baby warteten (und tatsächlich war auch ich mehr und mehr gespannt, je mehr man auf den Ultraschallbildern erkennen konnte und der Geburtstermin näher rückte), reichte ich die Doktorarbeit ein und verteidigte sie erfolgreich. Mit Beginn des neuen Semesters rückte ich in eine höhere Position. Die kleine Audrey (übrigens der erste Namensvorschlag, den beide Eltern gut gefunden hatten, nur um danach noch zwei Monate weiter zu überlegen, um dann doch Audrey zu wählen), kam im Herbst zu Welt. Meine neue Stelle brachte mehr Verantwortung für die Studenten mit und so saß ich oft bis spät abends und beurteilte Aufsätze oder bereitete neue Einheiten vor. Unnötig zu sagen, dass meine Kaffeekonsum noch weiter in die Höhe schnellte.

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In meinen Pausen suchte ich mittlerweile seltener die volle Cafeteria auf (auch wenn der Kaffee dort eine besondere Note von Nostalgie mit sich brachte), sondern ging in ein Café in Fußreichweite meines Büros. Höhere Preise, weniger Studenten. Das Café bot außerdem mehr als nur Filterkaffee und ich probierte mich in der ersten Zeit durch alle Kaffeekreationen, die es gab. Irgendwann etablierte ich einen Kriterienkatalog, wann welcher Kaffee angesagt war: mindestens sechs Stunden Schlaf, meine Lieblingsgruppe von Studenten oder ein Tag, an dem ich meine nächste Reise nach Selvadorada plante: ein herrlicher, schwarzer pour-over-Kaffee aus perfekt gerösteten und frisch gemahlenen Bohnen. Weniger als sechs Stunden Schlaf, die beschränkten Erstsemester oder Verwaltungsarbeit: ein dreifacher Espresso. Heiße Tage: Cold brew; ein Caffe Latte, wenn ich schon zittrig von zu viel Kaffee geworden war und so weiter und so fort…
Und genau so ein Tag war es, als mich von hinten jemand in der Schlange antippte. Ich hatte morgens eine halbe Kanne getrunken, auf dem Weg zum Büro hatte ich noch einen Coffee-to-go aus der Cafeteria mitgenommen, der im Laufe des Tages kein Einzelkind geblieben war. Und so fuhr ich ziemlich fahrig herum, nachdem der Sim hinter mir mich angetippt hatte.
Ich öffnete meinen Mund, doch Erik kam mir zuvor. „Linnet.“

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„Erik.“ Ich grinste schief. „Wenigstens hast du dich rasiert.“
„Ich freu mich auch dich zu sehen.“ Er nickte auf die Schlange vor uns, wir konnten ein Stück aufrücken.
„Du musst selbst zugeben, dass dich der Bart nicht wirklich attraktiver macht.“
Erik rieb sich über den Kiefer und grinste still.
„Wir treffen uns immer zu den merkwürdigsten Anlässen“.
„Oh, so ganz zufällig ist es dieses Mal nicht. Deine studentische Hilfskraft hat mir gesteckt, dass du vermutlich hier bist. Wusstest du, dass sie Angst bekommt, wenn sie dich länger als eine Stunde ohne Kaffeetasse sieht?“
„Nein. Aber es erklärt ihre Bereitschaft sofort in die Cafeteria zu rennen und mir welchen zu holen. Und mit rennen, meine ich rennen. Man merkt, dass sie im Dauerlaufteam ihrer Schule war.“
Wir waren an der Reihe und ich gab meine Bestellung auf. Erik hatte bei der Bestellung aufmerksam zugehört und bestellte sich das Gleiche. Er sah fasziniert bei der Zubereitung zu und stichelte, er habe wohl noch nie einen pour-over-Kaffee bestellt. Erik nahm es gutmütig hin und zahlte für uns beide.

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„Ich mache mir normalerweise nicht so viel aus Kaffee. Aber als der Barista dich angestrahlt hat und sich freute, dass du heute einen guten Tag hast, dachte ich an dem Kaffee muss ja was dran sein.“
Ich starrte Erik einen Moment lang irritiert an, dann bemerkte ich, dass ich statt des Caffe Lattes meinen Kaffee für gute Tage gewählt hatte. Und der Barista offenbar meine Kategorien kannte …
„Jovan meinte, dass du dich mit Kaffee auskennst, also dachte ich ich kann mich auf dein Urteil verlassen“, fuhr Erik fort, der meinen Blick offenbar missverstanden hatte.
„Ich bin höchst schockiert, dass ein Sim, der so viel umher kommt wie du und noch dazu ein erfolgreiches Start-up hat, keinen Pour-Over kennt!“, überspielte ich meine Irritation und genehmigte mir einen vorsichtigen Schluck. Simmer, der Kaffee war so gut hier. „Aber ich werde darüber hinweg kommen. Nur: Was bringt mich in den Genuss deiner Gesellschaft? Nicht dass ich mich beschwere, du hast meinen Kaffee bezahlt...“
„Tja“ Erik guckte ein bisschen verdrießlich aus der Wäsche – es erinnerte mich an unsere Jugend und kurz fragte ich mich, ob ich meine Faust schon mal bereithalten sollte. Doch er sprach schon weiter: „Vorneweg – es ist nicht meine Idee gewesen und ich habe davon abgeraten und du kannst jederzeit nein sagen.“
Ich nippte weiter an meinem Kaffee und spürte, dass es keine gute Idee gewesen war, noch einen schwarzen Kaffee zu trinken. Meine Hände zitterten und mein Puls gingen schneller. Rasch setzte ich die Tasse ab.
„Geht es dir gut? Du siehst … äh nicht ganz so gut aus.“
Ich winkte ab. „Zu viel Kaffee.“ Mist, gleich kam bestimmt noch der Schweiß auf der Oberlippe dazu. Den trieben mir seine mysteriösen Andeutungen ohnehin schon ins Gesicht.
„Soll ich dir ein Wasser holen?“
„Nee, nee, passt schon. Also was war nicht deine Idee? Wovon hast du abgeraten?“ Mir ging mit einem Mal ein Licht auf. „Oh Simmer, es hat was mit Jovan zu tun!“ Wider besseren Wissens nahm ich einen großen Schluck Kaffee.
„Er will dich zu seiner Hochzeit einladen.“ Kaum hatten die Worte seinen Mund verlassen, verließ der Kaffee auch meinen Mund.

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Beitrag  Akki So Apr 16, 2023 3:27 pm

Kapitel 24

Etwas später hatte Erik sich im Waschraum so gut es trockengelegt und ich mir beim Barista ein Tuch besorgt, um den Tisch abzuwischen. Erik holte auf dem Rückweg vom Waschraum ein Wasser für mich.
„Deine studentische Hilfskraft sollte mehr Angst haben, wenn du zu viel Kaffee trinkst“, meinte er trocken.
„Lag ja wohl eher an deiner Nachricht.“ Ich stützte mein Kinn in beide Hände und musterte Erik (wobei ich den dunklen Fleck auf seinem Pulli gekonnt mied). „Was zum Simmer bringt Jovan auf die Idee, dass ich – ausgerechnet ich – zu seiner Hochzeit kommen solle?“
Erik zuckte mit den Schultern. Dann lehnte er sich zurück, ganz so, als sei ihm klar, dass ich in einen Monolog ausbrechen würde, der keinen Einwurf von seiner Seite erforderte.
„Wir sind – auf kollegiale Art – wieder in Kontakt, relativ regelmäßig sogar, aber da lädt man doch trotzdem nicht jeden ein! Vor allem nicht die Ex! Was soll denn die Braut denken? Und deren Familie? Jovans Familie! Das ist doch, … nee. Oder das ist so eine mega große Hochzeit, auf der Hinz und Kunz eingeladen werden, also auch entfernte Kollegen? Er lädt mich doch ein, weil ich eine Kollegin bin oder?“
Eriks Augenbraue wanderte nach oben. Er grinste. „Jovan schon.“
„Was soll dass denn heißen?“
„Alma – das ist seine Verlobte – will dich auch einladen, weil du seine Ex bist.“
„ERIK! Warum zum Simmer, hast du ihnen das nicht ausgeredet?! Und spielst auch noch den Boten?!“
Mein Gegenüber schien sich köstlich zu amüsieren und ich überlegte, ob ich ihm die Wasserflasche an den Kopf werfen sollte. Doch dann musste ich auch grinsen. Das war ja absurd!
„Vielleicht erzählst du mir erst mal alles, bevor ich noch hysterisch werde.“
Eriks Blick besagte, dass es dazu schon zu spät war und ich hielt die Wasserflasche wieder für eine gute Idee.
„Jovan und Alma kennen sich schon länger, aber gefunkt hat es etwa zu der Zeit als mein Großvater gestorben ist. Und vor ein paar Wochen hat Jovan ihr dann einen Antrag gemacht und sie hat ja gesagt.“ Er nahm meinen schrägen Blick wohl wahr und warf ein. „Im Gegensatz zu gewissen anderen Simas ist Alma eine, die auf große Gesten steht.“
„Ihr Glück“, murmelte ich und bedeutete Erik fortzufahren: „Es wird eine sehr große Hochzeit, ja, und sie wird mindestens zwei Tage gefeiert – für die engste Familie und die Trauzeugen geht es sogar schon eine Woche vorher los.“
Ich unterdrückte das Bedürfnis, Würgegeräusche von mir zu geben.
„Nachdem Jovan und Alma die Gästeliste angefangen haben, kam irgendwie das Gespräch auf dich, weil Jovan auch ein paar andere Kollegen einlädt, die er weniger lange als dich kennt, und Alma war sofort Feuer und Flamme.“ Erik hingegen sah nicht so begeistert aus.
„Du hältst es für keine gute Idee.“

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„Ich finde,“ Er zupfte sich an der Unterlippe. „Ich finde, es bringt dich in eine unangenehme Situation. Und das könnte für Spannungen sorgen.“
Ich zuckte mit den Schultern. „Keine Sorge, ich prügel mich nicht mehr.“
Erik überging meinen Einwurf. „Aber ich weiß auch, dass es Jovan – und sogar Alma – viel bedeuten würde. Sie ist der festen Überzeugung, dass es dir zu verdanken ist, dass sie und Jovan nun heiraten.“
„Ist Jovan glücklich?“
Erik lächelte. „Sehr. Mit Alma hat er jemanden gefunden, der ganz auf seiner Wellenlänge liegt. Sie funktionieren einfach gut zusammen und die beide lieben sich sehr.“
Ich lehnte mich zurück und sah verdutzt zur Decke. Fetzen der Musik, die in angenehmer Lautstärke im Hintergrund lief. Jeden Wochentag wurde eine andere Musikrichtung gespielt, an diesem Tag war es Rock. Von dem Song der britischen Band, der gerade lief, würde ich noch am Abend einen Ohrwurm haben. „Ich mag das Lied.“
Erik hörte kurz der Musik zu. „Ja, ich auch.“
Ich setzte mich zurück und sah Erik über den Tisch hinweg an. „Du bist Trauzeuge für Jovan nehme ich an.“ Er nickte. „Und du möchtest Jovan natürlich jeden Wunsch erfüllen, weil er dein bester Freund, dein Bruder ist.“
Erik wollte etwas einwerfen, aber ich gebot ihm mit der Hand Einhalt. „Wenn Jovan es etwas bedeutet – und du mir versicherst, dass mich weder Alma noch sonst wer umbringen will, und du dafür sorgen kannst, dass ich an einem Tisch ganz weit hinten sitzen kann und es vielleicht auch keinem auffällt, wenn ich mich etwas früher vom Acker mache, dann komm ich.“

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„Bist du dir sicher?“
„Nö. Aber ich weiß ja, wen ich verantwortlich machen kann.“ Ich grinste ihn an und zückte mein Smartphone. „Sag mir einfach das Datum, dann kann ich mir rechtzeitig einen Friseurtermin machen und eine Lebensversicherung abschließen.“
„In der Reihenfolge?“
„Vielleicht schiebe ich auch noch eine Maniküre dazwischen.“ Ich gab das Datum, dass er mir nannte in meinen Kalender ein. „Bist du extra deswegen nach Britchester gekommen?“
„Nicht gerade das, was man am Telefon bespricht.“
„Klingt eher nach der Überbringung einer Todesnachricht.“
„Hätte ja auch tödlich enden können, dir so eine Einladung zu überbringen. Außerdem habe ich deine Nummer nicht.“
„Hier“ Ich reichte ihm mein Smartphone. „Speicher deine Nummer ein, dann lass ich durchklingeln.“
Während er tippte sagte er: „Dich auf dem Campus der Uni, an der du lehrst, zu finden, war einfacher als Jovan zu fragen.“
Ich erinnerte mich daran, dass mein Verflossener vermutlich immer noch dachte, Erik und ich seien enge Schulfreunde gewesen. Als ich mein Gerät zurücknahm, wählte ich sofort Eriks Nummer. Ich war angenehm überrascht, dass sich nur seine Smartwatch mit einem dezenten Vibrieren meldete und kein lauter Klingelton los gibt, wie bei so manchem Yuppie, der sich für wer weiß wie wichtig hielt. Aber so einer war Erik ja eh nicht.
„Bleibst du länger?“
„Ich muss meinen Flug kriegen.“ Er warf einen Blick auf die Uhr. „Eine halbe Stunde hab ich aber noch.“
Ich widerstand den Versuch einen weiteren Kaffee zu ordern und fragte stattdessen nach seiner Arbeit. Wir plauderten die halbe Stunde, die er noch bleiben konnte. Ich erzählte ihm von Audrey. Joey sei mein Jovan, stellte Erik fest und brachte mich so zum Lachen. Nachdem wir uns verabschiedeten und ich zurück zu meinem Büro lief, suchte ich das Lied aus dem Cafè bei Simify und steckte meine Kopfhörer ein. „Growing on me“ lief in einer Dauerschleife, bis ich wieder an meinem Platz saß.
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You're really growing on me - The Darkness
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Beitrag  Akki Di Apr 18, 2023 6:26 pm

Kapitel 25

„Du wirst Sulani lieben!“, versprach ich Shelby, bevor ich sie in den Katzenkorb schob. „Der Flug ist auch viel weniger lang als nach Selvadorada.“
Die Katze schaute wenig überzeugt aus der Wäsche. Zum Glück war sie wirklich oft genug der Meinung, sie sei ein Labrador, so dass sie meistens alles mit sich machen ließ.
Ich warf einen Blick aus dem Fenster. Mein Taxi fuhr gerade vor.
Eigentlich hätten Joey und Julie sich um Shelby kümmern sollen, während ich auf Jovans Hochzeit war, aber Audrey hatte beide mit irgendeiner Kinderkrankheit angesteckt, so dass die Familie komplett flach lag. Ich hatte angeboten, die Hochzeit abzusagen und die drei zu pflegen – und ich hätte nicht einmal ein schlechtes Gewissen gegenüber Jovan gehabt, aber Joey verbat es sich. Wenn mich schon mal jemand freiwillig zu einer Hochzeit einlud, sollte ich da gefälligst hin. Vielleicht bewirkte es ja noch Zeichen und Wunder! Allerdings dachte Joey auch, dass mich irgendein Kollege eingeladen habe – dass es Jovans Hochzeit war und mich letztendlich Erik dazu eingeladen hatte, verschwieg ich ihm lieber …

Felinger Legacy - Seite 12 01-04-10


Mit dem Katzenkorb neben mir und dem Gepäck im Kofferraum, ließ ich mich zum Flughafen fahren. Ich hatte kurz überlegt, ob ich Shelby Rheinfrank anvertrauen sollte, doch dann erinnerte ich mich an den heftigen Allergieanfall, den er erlitten hatte, als er vor kurzem zu Besuch gewesen war. Was definitiv ein Zeichen dafür war, dass ich mich ihm gegenüber wirklich nur noch rein professionell zu verhalten hatte!
Also blieb entweder eine Tierpension oder ein Besuch bei meinen Eltern. Mom als ehemalige Tierärztin war nicht begeistert davon, dass ich mit Shelby durchs halbe Land flog, aber mir war es tausendmal lieber, Shelby bei ihnen zu lassen, als sie in eine Pension zu geben. Ich hatte eine ganze Woche Urlaub und davon würde ich nur den kleinsten Teil davon auf der Hochzeit auf Tartosa verbringen. Lark und Kai hatten vor ein paar Wochen ihre Tochter Daphne Zuhause begrüßen dürfen und da war ohnehin ein Besuch angesagt. Warum also nicht das Nützliche mit dem … Nützlichen verbinden? Angenehm war ja wirklich gar nichts an dieser Woche! Die winzig kleinen Kinder waren nichts für mich. Mit Audrey konnte man so langsam etwas anfangen, aber Daphne war erst ein paar Wochen alt und in dem Alter taten die nichts anderes als schreien, fressen und kacken. Bleh…

Felinger Legacy - Seite 12 01-02-15


„Wer heiratet eigentlich?“
Moms unschuldige Frage ließ mich fast meinen Kaffee durch die Küche prusten. Das passierte offenbar schneller, je älter ich wurde.
„Jovan“, erwiderte ich schließlich, denn ich wusste mit weniger als einem Namen würden sich meine Eltern nicht zufrieden geben. Meine Beziehung zu Jovan hatte ich ihnen zwar nie verheimlicht, aber da ich ihn ihnen auch nie vorgestellt hatte, gingen sie davon aus, dass es nichts Ernstes gewesen war. Von dem Antrag wussten sie natürlich nichts…
Mom warf mir einen interessierten Blick zu. „Warst du nicht mal mit ihm zusammen?“
Ich zuckte mit den Schultern. „Joa.“
Nun sah Mom Dad an, der hingebungsvoll Shelby kraulte. Der zuckte ebenso mit den Schultern.
„Wir sind immer noch Kollegen und haben ja auch zusammen auf Ausgrabungen gearbeitet“, erklärte ich, so als wolle ich die Einladung rechtfertigen. „Ist noch Kaffee da?“
Meine Eltern sahen sich an. „Ist dir aufgefallen, dass sie immer nach Kaffee fragt, wenn sie ablenken will?“ Dads Augen funkelten. Mom nickte grinsend.
Ich erhob mich und sah nach der Kaffeemaschine. „Mein Kaffeekonsum ist keine Übersprungshandlung.“
„Nichtsdestotrotz bedenklich wie du das Zeug in dich reinkippst.“ Moms Grinsen war verschwunden und hatte den Sorgenfalten auf ihrer Stirn Platz gemacht.
Ich winkte ab. „Ist ja wohl genetisch...“ Ich wies mit dem Kopf auf Dad, der am Morgen auch schon einiges an Kaffee getrunken hatte. „Wann sind wir denn bei Lark? Ich bin schon echt gespannt auf Daphne!“ Lügen klappte mit dem Alter auch immer besser …

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Beitrag  Akki Sa Apr 22, 2023 7:16 pm

Kapitel 26

Die Frage, wer heirate und ob ich solo ging oder eine Begleitung hatte, verfolgte mich in den nächsten Tagen auf der Insel. Egal, ob es meine Eltern, Onkel Uko und Tante Alana, Lani (deren Interesse an meinem Liebesleben ungebrochen war), Lark oder sogar der kleine Todd waren: alle brannten darauf zu erfahren, wessen Hochzeit es war, warum ausgerechnet ich eingeladen war und ob ich ein Date hatte.
Als Todd genau diese Frage stellte, warf ich einen gequälten Blick zu meinen Eltern. Die hatten Todd an diesem Nachmittag von der Schule abgeholt, weil Lark und Kai mit Daphne beim Kinderarzt waren. Mit seinem unschuldigen Gesichtchen, verbot es sich natürlich, Todd eine zynische oder unnette Antwort zu geben. Vor allem, weil Mom und Dad mich genauesten beobachteten.
„Ich treffe jemanden dort!“, brach es aus mir heraus und irgendwie stimmte das ja auch. Erik hatte versprochen, mich vom Flughafen abzuholen und durch eine Hintertür einzuschleusen, so dass ich den ganzen Begrüßungskram überspringen konnte. Er hatte das sogar mit Jovan und Alma abgesprochen, die damit einverstanden waren.

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„Tust du?“, fragten meine Eltern wie aus einem Mund und drei paar Augen sahen sehr neugierig zu mir.
Bleh, hätte ich mal den Mund gehalten. „Ja, man geht doch nicht alleine auf so eine Hochzeit!“ Ich sollte wirklich lernen den Mund zu halten, schoss es mir durch den Kopf, doch ignorierte mich selbst und fuhr fort: „So mit allem drum und dran.“ Ich malte – insbesondere für Todd – die Hochzeit aus. Dank der offiziellen Einladung wusste ich über den sehr umfangreichen Zeitplan bestens Bescheid. Ich würde die drei einfach in Grund und Boden reden.
Es schien zu klappen: Todd hörte mir gebannt zu, während Mom so aussah, als würde ich ein absolutes Albtraum-Szenario beschreiben. Nur Dad schien sich köstlich zu amüsieren. Das mochte aber auch daran liegen, dass Mom sich zwischenzeitlich an ihn klammerte und kurz davor war, mir zu verbieten dahin zu gehen. Als ich mit meiner Schilderung fertig war, fragte keiner mehr, wenn ich treffen würde.

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Als ich ein paar Tage später davon Erik erzählte, erwartete ich einen Lachanfall, aber er schmunzelte nur still, bevor er feststellte, dass ich alles andere als romantisch veranlagt sei. Ich rollte mit den Augen.
„Vielleicht ist es aber auch Überkompensation?“, fragte er.
„Bleh, behalt deine Psychoanalyse-Kram für dich“, antwortete ich säuerlich. Ich dachte kurz nach. „Glaub ich auch nicht. Ich fand dieses ganzes Rumgehampel schon als Kind nervig. Als Lani Blumen gezupft hat und „er-liebt-mich-er-liebt-mich-nicht“ gezählt hat, hab ich lieber Handstand geübt. Und als Joey anfing, sich für Mädchen zu interessieren, habe ich mir Stricken beigebracht, so dass meine Finger in Bewegung blieben und ich ihn nicht erwürgen musste.“ Ich sah aus dem Fenster, während die Landschaft von Tartosa an uns vorbeizog. „Muss aber jeder für sich wissen.“ Ich überlegte, ob ich nach seiner Einstellung fragen sollte, doch wir fuhren auf den Parkplatz des Hotels. Erik suchte einen abgelegenen Parkplatz. Als er den Motor ausschaltete, stieg er nicht sofort aus. Er deutete zum Haupteingang, der mit Blumen und Bändern geschmückt war. „Deswegen also auch der Hintereingang?“
„Ich bitte darum! Ich glaube ich falle auf der Stelle tot um, wenn ich da lang muss.“
„Jetzt dramatisierst du aber.“
Ich lächelte. „Ein bisschen vielleicht. Aber vielleicht genieße ich auch nur, dass du meinen Grillen nachgibst und mir eine Extrawurst brätst.“
Akki
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Familiensim

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