Back to Origin - eine Apokalypse-Familiendynamik-Challenge

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Feuer

Beitrag  singingmiri am Sa Jul 02, 2016 12:33 pm

Der Winter musste sich nun dem Ende neigen. So genau wussten wir das natürlich nicht. Seit wir keine Kalender mehr hatten, war das Wetter und die Tageslänge unser einziger Indikator, wann der Frühling kam. Noch war es ziemlich kalt und es lag noch viel Schnee, aber wir hatten das Gefühl, dass die Tage wieder länger wurden. Weil uns allen Weihnachten fehlte, beschlossen wir, eine Geschenkeparty zu feiern. Sie fand wieder bei Niels und Mattis statt. Wir machten uns alle hübsch und brachten Speisen und Geschenke zu ihrer Hütte. Um die Sache etwas spannender zu machen, wusste keiner von uns, wer sein Geschenk erhalten würde. Nach der Reihe war jeder dran. Es gab manches Gelächter und einige Verwunderung, aber insgesamt war es ein gelungener Abend.



Wir blieben noch einige Stunden zusammen, aßen, tranken, lachten und spielten Spiele. Dabei kam ich nicht umhin zu beobachten, wie gut Tobit und Tamera sich verstanden. Obwohl sie beide eher zurückhaltende Sims waren, schienen sie miteinander völlig aufzublühen. Ständig steckten sie ihre Köpfe zusammen und schnitten sich gegenseitig Grimassen. Ich fragte mich, wie ich so lange so blind sein konnte, dass ich nicht bemerkt hatte, wie gut die beiden sich verstanden.



Mehr, um mich auf andere Gedanken zu bringen und mir nicht anmerken zu lassen, wie traurig es mich machte, die beiden zu beobachten, beteiligte ich mich mit untypischem Elan an Judiths und Harriets Gespräch über Babypflege und Kindererziehung. Ich ließ mir haarklein berichten, welche Fortschritte Uranus, der nun bereits im Krabbelalter war, machte und wie oft Martha nachts durchschlief.

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Re: Back to Origin - eine Apokalypse-Familiendynamik-Challenge

Beitrag  singingmiri am Sa Jul 02, 2016 12:35 pm

Ich war froh, als ich endlich in meinem Bett in unserer Hütte lag. Es kam natürlich nicht in Frage, dass ich mich in den Schlaf weinte. Carie und Tamera schliefen im selben Raum (Harriet übernachtete wie so oft bei Niels) und ich hatte wirklich keine Lust, dass eine von ihnen von meinem Kummer erfuhr. Ich schlief über meinen Grübeleien ein... nur um kurze Zeit später unsanft aus dem Schlaf gerissen zu werden. Carie schrie, dass es brannte. Mit einem Satz sprangen Tamera und ich aus dem Bett und rannte zum Ofen, der lichterloh in Flammen stand. Ich dankte Tobit (argh, nicht dran denken) innerlich, dass er darauf bestanden hatte, in jeder Hütte Feuerlöscher unterzubringen und rannte zum Funkgerät, um Hilfe zu holen, während Tamera und Carie sich ans Löschen machten.



Wir hatten Glück. Die Hütte brannte nicht ganz nieder. Im Grunde war nur der Bereich unmittelbar um den Ofen beschädigt. Wenn Carie nicht nachts aufgestanden wäre, um sich etwas zu trinken zu holen und wir nicht so schnell reagiert hätten, wären wir wohl erstickt und alle die ganze Hütte abgebrannt. Wir würden die Hütte umbauen müssen, sobald der Schnee schmolz. Bis dahin mussten wir uns notgedrungen in den anderen Hütten einquartieren. Tamera zog vorübergehend bei Judith, Michael und Tobit ein; Carie und ich kamen bei Mattis und Niels unter. Harriet zog bei der Gelegenheit gleich ganz zu Niels. Und so kam es, dass Tamera und Tobit kurze Zeit danach zusammen kamen.

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Tauwetter

Beitrag  singingmiri am So Feb 12, 2017 4:03 pm

Natürlich hatte es mich nicht im Mindesten überrascht, als Tamera und Tobit verkündeten, dass sie jetzt ein Paar seien. Dennoch brach mir das Herz und den Rest des Winters zog ich mich so viel wie möglich zurück, um im Liebeskummer zu ertrinken. Dann allerdings schmolz endlich der Schnee und wir machten uns wieder an die Arbeit. Michael und Tobit machten sich umgehend daran unsere alte Hütte abzureißen. Sie war ohnehin kaum mehr als eine provisorische Bretterkonstruktion gewesen. Unterdessen bepflanzten Harriet, Tamera und Judith ihre Gärten neu. Mattis ging wieder auf Streifzüge und nahm meistens einen oder auch beide Teens mit, damit sie beim Bergen helfen konnten. Er nannte es Praxisunterricht, sie Packesel spielen. Und ich hatte eine neue Aufgabe.



Kaum war der Ozean wieder befahrbar, waren sie aufgetaucht: Segelboote am Horizont. Wir waren unschlüssig, ob wir uns bemerkbar machen sollten. Nach den Erzählungen von Carie und Leroy waren wir misstrauisch was Fremde anging. Andererseits brauchten wir dringend Rohstoffe. Wir konnten schließlich nicht die ganze Insel roden, um Hütten zu bauen, und die Klamotten, die wir im letzten Jahr getragen hatten, waren schon ziemlich verschlissen. Letztlich nahmen sie uns die Entscheidung ab. Vermutlich angelockt durch die Rauchschwaden aus den zwei Kaminen landeten sie einige Tage später an. Mir fiel es zu, die Fremden zu begrüßen und ihnen auf den Zahn zu fühlen. Zu unserer Erleichterung stellte sich heraus, dass es sich bei den Fremden um Wissenschaftler handelte, die die globale Katastrophe untersuchten, die uns im letzten Sommer heimgesucht hatte. Was sie berichteten war gleichermaßen verstörend wie erleichternd. Zum Einen bestätigten sie, was Carie und Leroy schon berichtet hatten: In den meisten Städten war das Chaos ausgebrochen. In einigen Erdteilen sah es noch gut aus, aber auch dort litt man unter dem Zusammenbruch der bisherigen Weltordnung und Weltwirtschaft. Geradezu wundersam erschien es den Wissenschaftlern, dass es ausgerechnet auf dieser Insel, die sie als eines der Epizentren ausgemacht hatten, so friedlich zuging. Wir beherbergten sie einige Tage, in denen sie uns von der Welt da draußen berichteten, in der wir erzählten, wie es uns ergangen war und sie versprachen uns Hilfe zukommen zu lassen, sofern wir zuließen, dass sie die Insel untersuchten. Meine Aufgabe war, die Bedingungen der Kooperation zu verhandeln. Glücklicherweise handelte es sich bei den Wissenschaftlern um sehr umgängliche Menschen, denen es fern lag, die Natur zu zerstören, die sie vorfanden. Sie wollten lediglich proben entnehmen, seismologische Untersuchungen durchführen und sich ein Bild von der Lage machen. Sie stellten auch einen Funkturm auf, damit wir mit ihnen kommunizieren konnten. Sobald sie wieder in ihrer Heimatstadt waren würden sie mit ein paar einflussreichen Sims in Kontakt treten, mit denen wir dann weiter über Handel, Politik und ähnliches sprechen konnten und die uns über die aktuelle Lage auf dem Laufenden halten würden.

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Re: Back to Origin - eine Apokalypse-Familiendynamik-Challenge

Beitrag  singingmiri am So Feb 12, 2017 4:08 pm

Die neue Kooperation stellte sich schneller als profitabel heraus, als wir gedacht hatten. Schon bald nahm die Regierung von Bridgeport mit uns Kontakt auf. Scheinbar hatten die Wissenschaftler schon vom Schiff aus eine Nachricht geschickt. Sie boten uns jedwede Unterstützung an und zeigten sich auch interessiert an Waren von unserer Insel. Natürlich hatten wir bisher hauptsächlich für den Eigenbedarf produziert. Wir besaßen jedoch eine nicht unbescheidene Menge an Edelsteinen und Metallen, die Mattis und Harriet gefunden und geschliffen hatten. Wir beschlossen, diesen Reichtum zunächst zu verschweigen. Die Regierung in Bridgeport mochte uns freundlich gesonnen sein, aber ich bezweifelte, dass sie ihre Hilfe völlig uneigennützig gaben. Ich befürchtete, dass diese Freundlichkeit schnell umschwingen konnte, wenn sie von unserem Reichtum erfuhren. Aus diesem Grund, einigten wir uns darauf zunächst Statuen und Bilder, die wir aus Langeweile in den langen Wintermonaten gefertigt hatten, zu verkaufen und nur wenige Edelsteine herauszurücken. Man zeigte sich auch interessiert an überschüssigen Nahrungsmitteln, denn darin herrschte fast überall Knappheit. Natürlich hatten wir nach dem Winter nicht viel übrig, aber Tamera, Judith und Harriet vergrößerten sogleich ihre Gärten, so dass wir in diesem Jahr mit einem Überschuss rechnen konnten.



Als erste Maßnahme wurden uns Baumaterial, Werkzeug und allerlei Gerät gesendet, damit wir unsere Hütten in richtige Häuser umbauen konnten. Wir verwarfen darum unsere Pläne von einem Wiederaufbau der Hütte und planten gleich größer. Sobald die Lieferung eintraf, fingen wir an, unser erstes Steinhaus zu bauen. Das Ergebnis ließ sich sehen und wir hatten noch dazu sehr viel Platz darin.



Aus diesem Grund änderte sich die Verteilung auf die Häuser erneut. Harriet blieb bei Niels, dafür zog Mattis bei uns ein. Außerdem schloss sich uns auch Tobit an. Das war keine große Überraschung, konnte er so doch mit Tamera weiterhin zusammen wohnen. Vermutlich wollte er auch das Familienleben bei Judith nicht stören. So hatte ich zu meinem Missfallen ständig ein verliebtes Pärchen um mich. Das Haus kam mir bald nicht mehr so groß vor, da es unmöglich schien, ihnen zu entfliehen.



Und wir hatten noch einen weiteren Hausbewohner. Kaum hatten wir unser neues Haus fertiggestellt, war uns eine Katze zugelaufen. Hungrig wie sie aussah, brachten wir es nicht übers Herz sie fort zu scheuchen. Nun räkelte sie sich tagein tagaus auf dem Sofa. Wir hatten keine Ahnung, wie sie den Winter überlebt hatte. Jedoch fragten wir uns, ob es noch mehr Tiere auf der Insel gab, die Hilfe brauchten. Mattis versprach bei seinen Streifzügen, danach Ausschau zu halten.

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Re: Back to Origin - eine Apokalypse-Familiendynamik-Challenge

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