Auf Aphrodites Spuren

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Auf Aphrodites Spuren

Beitrag  Miyon am Mo Aug 30, 2010 6:00 pm

Hallo, ihr Lieben!

Keine Angst, ich vergesse meine anderen Tagebücher nicht, aber in letzter Zeit ging´s bei der Arbeit rund und diese Woche genieße ich einfach meinen Urlaub im Elsaß; vielleicht nehme ich mir dann auch die Muße zum Schreiben Wink.

Auf jeden Fall wollte ich hier Platz für ein Tagebuch schaffen, dass mir schon im Kopf rum geht, seit ich von der Challenge "Von der Wiege bis zur Bahre" gelesen habe - da begleitet man das Leben eines Sims von seiner Geburt bis zum Tod (ergibt sich logischerweise aus dem Challengetitel, jaaaaa ...). Wenn´s so klappt wie ich will, wird das hoffentlich richtig spannend und später auch zu einer Familiendynamik-Challenge.

Ich bin selber mal gespannt ... Überraschung für euch und mich Razz tongue
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Einleitung

Beitrag  Miyon am Di Sep 07, 2010 8:05 pm

Langsam entfalten sich die leeren Seiten auf dem alten Schreibtisch, ein altes, sehr altes Erbstück der schon Zeuge vieler Geständnisse war. Der wesentlich jüngere und unschuldigere Füller ruht still daneben und wartet darauf, zum Einsatz zu kommen. Seit über zwei Stunden sitze ich nun schon im bequemen Lehnstuhl vor dem Fenster, halte mich an meiner Teetasse fest und starre in die Nacht hinaus. Es ist niemals leicht und niemals einfach und niemals schmerzlos sich den Wahrheiten seines Lebens zu stellen.

Aber ich bin es mir selber und vor allem ihnen allen schuldig, mehr als schuldig. Es ist Zeit. Wovon mir nicht mehr viel verbleibt. Ich setze meine Tasse an die Lippen, nehme den letzten tiefen Schluck und gehe dann zum Schreibtisch.

Mit einem leichten Seufzer greife ich zum Füller, streiche die Seiten glatt und setze den ersten Buchstaben an ...

Liebe und Hass, Leidenschaft, Eifersucht, Mord und Intrigen, herzsprengendes Glück und abgrundtiefes Leid haben mein Leben seit meiner Geburt ...
nein, schon vor meiner Geburt bestimmt.

Jetzt, da sich dieses dem Ende zuneigt, blicke ich darauf zurück und auf das Erbe, das ich
meinen Kindern und Kindeskindern hinterlasse.

Ich bin Tochter und Stieftochter, Schwester und Halbschwester, Nichte, mehrfache Geliebte, hingebungsvolle Mutter und stolze Großmutter, ergebene Ehefrau und selbstständige Witwe, Mörderin und Retterin zugleich gewesen ...
Viele Lieben hatte ich, aber nur eine Wahre.

Mein Name ist Aphrodite Okahama, verwitwete Ibn Akyün, geschiedene Tryggvason, verwitwete d´Amoro, verwitwete O´Callahan, geschiedene X, geborene Morens d´Irristru und das ist

die Geschichte meines Lebens.
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Einleitung - Fotos

Beitrag  Miyon am So Sep 12, 2010 3:04 pm

Ich greife wieder nach meiner Tasse Tee, nehme einen großen Schluck und verziehe etwas die Mundwinkel.
Bitter. Sehr bitter.
Seufzend stelle ich die Tasse zur Seite und ziehe die Schublade zu meiner Linken auf, in der ich meine alten Bilder aufbewahre. Die Bilder, die ich noch niemandem gezeigt habe und die zum ersten Mal seit langem ihr dunkles Zuhause wieder verlassen dürfen.
Den Stapel lege ich neben mich, ohne einen Blick darauf zu werfen. Zu oft habe ich das schon getan und die Gesichter sind tief in meiner Erinnerung eingebrannt, jedes kleine Detail.
Der Füller gleitet wieder über die Seiten.

Um den Namen und Worten Farbe und Form zu geben, füge ich hier die Bilder derjenigen ein, die meinem Leben seine Richtung gegeben haben. Oder besser und ehrlicher gesagt, die Weichen gelegt haben, die zu meinen Entscheidungen beitrugen.

Ich greife nach dem obersten Bild, werfe einen Blick darauf und klebe es dann auf die nächste Seite.
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Einleitung - Mein Vater

Beitrag  Miyon am So Sep 12, 2010 3:05 pm

Das Bild ist klein, so wie die anderen. Nicht von bester Qualität, so wie die anderen. Und durch das häufige In-die-Hand-nehmen sehr abgenutzt.

Dieses erste Bild zeigt meinen Vater. Napoléon Morens d´Irristru.



Er stammte aus Louisiana, aus dem Bayou. Ein Kreole mit Leib und Seele, mit dem Stolz und der Leidenschaft, die dieser Volksgruppe so zu eigen ist. Und er war stets getrieben von einem unerbittlichen unnachgiebigem Ehrgeiz, hinter dem alle and alles andere zurückstehen musste.


Zuletzt von Miyon am Do Jun 16, 2011 7:18 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Einleitung - Die erste Frau meines Vaters und Familie

Beitrag  Miyon am So Sep 12, 2010 3:19 pm

Ich greife zum zweiten Bild und streiche leicht mit meiner Fingerspitze darüber. Eine gewisse Traurigkeit überkommt mich, wie jedes Mal wenn ich es betrachte. Und Mitleid.

Dieses Bild zeigt in der Mitte zwischen ihren Geschwistern die erste Frau meines Vaters. Wilhelmine Louise von Lilienfein, Baronin zu Stolzenburg.




Arme Frau. Ich möchte nicht vorgreifen, aber meine Eltern haben ihr Leben im Grunde zerstört. Oder sie hat es zugelassen, von ihnen zerstört zu werden.
Wilhelmine steht zwischen ihrem Bruder Friedrich Karl von Lilienfein, Baron zu Stolzenburg. Und ihrer Schwester Auguste Leopoldina von Lilienfein, Baronin zu Stolzenburg. Auguste ist im Übrigen die dritte Frau meines Vaters.





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Einleitung - Die Frau von Friedrich Karl von Lilienfein

Beitrag  Miyon am So Sep 12, 2010 3:26 pm

Das nächste Bild nehme ich leichteren Herzens zur Hand. Ich lächele sogar etwas und denke gerne zurück. Dieses Bild füge ich mit besonderer Sorgfalt ein. Diese Wertschätzung hat sie meinerseits mehr als verdient.

Hier strahlt euch Henriette Justine du Valois entgegen. Sie war die Frau von Friedrich Karl und entstammte einer französischen Adelslinie. Mir wird immer warm ums Herz wenn ich an sie denke.




Eine herzensgute Frau. Ich habe ihr viel Leid zugefügt und dennoch hat sie es mir gegenüber nie an Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit fehlen lassen.


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Einleitung - Die Geliebte von Friedrich Karl

Beitrag  Miyon am So Sep 12, 2010 3:33 pm

Mit einem schiefen Lächeln greife ich zum nächsten Bild. Ich betrachte die Frau und seufze. Dann wird auch sie ins Album gefügt.

Concépcion Alvarez y Guevarra. Der Name dürfte einigen unter euch gerüchteweise schon bekannt sein und einige aus ihrer heilen Welt reißen. In der Tat war sie die Geliebte von Friedrich Karl vor, während und nach seiner Ehe. Um den Gerüchten ein für alle Mal Hand und Fuß zu geben.



Es ist schwer, eine Meinung über sie zu äußeren. Sie war auf jeden Fall ein Mensch, der Faszination ausübte und vor Lebensfreude nur so übersprudelte. Sie scherte sich nie um Konventionen. Im Grunde war sie meiner Mutter sehr ähnlich. Ebenso widersprüchlich. Ebenso liebenswert. Ebenso unmöglich zu leben. Kein Wunder, dass sie eine so enge Freundschaft verband.


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Einleitung - Meine Mutter

Beitrag  Miyon am So Sep 12, 2010 3:40 pm

Beim letzten Foto zögere ich sehr lange. Wieder einmal streiten die Gefühle in mir, formen einen Kloß in meinem Hals. Liebe und Hass, Verachtung und Bewunderung, Zärtlichkeit und Abscheu. Ich habe es immer noch nicht geschafft, mit ihr ins Reine zu kommen. Aber ich nehme das Foto und klebe es mit derselben Sorgfalt ein, die ich Henriette gewidmet habe.

Und letzten Endes seht ihr hier meine Mutter. Joelle LaBelle. Ich habe keine Ahnung, ob sie sich diesen Nachnamen selber gegeben hat. Aber sie war nie unter einem anderen bekannt.



Eine Kreolin wie mein Vater, nur aus wesentlich schlechterem Hause. Mit demselben Stolz und derselben Leidenschaft. Und einer überschäumenden Lebensfreude und dem absoluten Drang, das Leben bis zur Neige und darüber hinaus auszukosten. Sie und Napoléon verband eine Amour Fou im wahrsten Sinne des Wortes. Und trotz allem was zwischen ihnen geschah, glaube ich, dass sie niemals wieder jemanden so sehr geliebt haben wie einander.
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