Niceland II

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Niceland II

Beitrag  Maike am Mi Jun 23, 2010 4:35 pm

Niceland zieht um. Der Beginn der 7. Woche eignet sich recht gut für einen Neuanfang, deswegen kommt nun erst einmal Altbekanntes, und dann geht es weiter. :D
Um "Neulesern" den Einstieg zu erleichtern, gebe ich an und zu Background-Informationen und erkläre am Anfang kurz, um wen es jetzt geht.
Wer es dennoch ganz genau wissen will, kann die ersten sechs Wochen hier selber nachlesen:
http://www.diesims2.de/albums.view_album.asp?id=62492

Viel Spaß!


Zuletzt von Maike am Mi Jun 23, 2010 5:18 pm bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am Mi Jun 23, 2010 4:52 pm

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Familie Heimel, Thomas und Elli

Beitrag  Maike am Mi Jun 23, 2010 5:04 pm

Der Tod des ältesten Sohnes Benjamin schlug eine tiefe Wunde in die Familie.

Background: Der ältere Sohn Benni war gerade von einem der Aliens der Siedlung (Trillo Dusing) ermordet worden. Bevor der böse Trillo sein Werk an Bennis Frau Gwenda und Tochter Audrey vollenden konnte, war der zweite Alien Nicelands (Luiduh Redford) dazwischen gegangen und hatte Trillos verdorbenem Leben eine Ende gesetzt.

Hören wir zuerst Bennis kleine Schwester Sakura.



Sakura

Gwenda hat es mir erzählt. Sie leidet schrecklich und konnte die Worte kaum über die Lippen bringen. Trillo hat Benni umgebracht. Von meinem großen Bruder ist nur noch ein kleiner schwarzer Klumpen übrig.
Von Trillo dafür auch. Dank Luiduh.



Luiduh hat die Polizei inzwischen informieren können. (Bei den ersten paar Anrufen haben sie natürlich Schiss bekommen und aufgelegt, aber irgendwann haben sie dann auch mitgekriegt, dass die Gefahr endlich vorbei ist.)

Background: Eine Polizistin (Angela Garden) war nach einem anonymen Hinweis, der sie vermutlich auf ein heiße Spur gebracht hatte, spurlos verschwunden. Darauf reagierte die Polizei, indem sie keine Hinweise mehr annahmen, und sich auch sonst keine besonders große Mühe mehr gaben.

Er hat ihnen dann ein Massengrab am Rande der Downtown gezeigt. Trillo hat den Sims, die er zu schwarzen Klumen zusammengeschmolzen hat, perverserweise je einen gründlich beschrifteten Grabstein hingestellt. Unter den Toten war wenig überraschend Angela Garden zu finden. Auch Berry August war dabei. Pauls Mutter Ramona wurde also doch nicht verlassen, wie sie immer dachte.
Ansonsten überraschte nur die Masse.



Jetzt sitzt Luiduh in Untersuchungshaft. Die Polizei ist ja so ... ich meine, was für ein Saftladen!! Erst fangen sie den Mörder nicht, dann sperren sie den Guten ein!
Da waren selbst wir Alienjäger besser dabei und wir waren ja schon nicht so besonders ... wobei Luiduh Gwenda erzählt hat, dass er sehr von unseren Aufzeichnungen profitiert hat. Er hatte ja als Kind Zugang zu Emilias Zimmer.
"Und ansonsten ..." zuckte er mit den Schultern, "es gibt halt einige Dinge, die ihr normalen Sims nicht könnt. Also ärgert euch nicht, dass Trillo euch immer wieder entwischt ist. Ihr hattet keine Chance."
Sehr beruhigend.

Background: Benni hatte gemeinsam mit seiner Kusine Emilia (der großen Schwester des guten Aliens), seinem Freund Viktor, seiner kleinen Schwester Sakura und deren Freundin Gwenda (die er letztlich heiratete) und deren Zwillingsbruder Gabriel eine Bande gegründet: die Alienjäger. Was als übersteigerte Kinderfeindschaft gegenüber Trillo begann, nahm nach und nach semiprofessionelle Züge an. Das reichte aber trotzdem nicht aus, den Bösewicht zu erwischen.
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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am Mi Jun 23, 2010 5:32 pm

Aber das erfuhr ich alles erst später. Am Anfang hatte ich nur begriffen, dass mein Bruder tot war. Ich floh von Gwenda aus direkt in meinen sicheren Hafen: Fred.
Fred ist schon länger mein heimlicher Freund. Heimlich, weil er dummerweise auch mein Schuldirektor ist. Aber nicht mehr lange ... Wir wollen nach der Schule noch eine angemessene Weile warten, um Gerüchten vorzubeugen, die Fred seinen Job kosten könnten, aber danach sind wir endlich frei.
Wie auch immer, ich stürzte Fred in die Arme.




Und küsste ihn. Plötzlich wollte ich nichts als Ablenkung. Irgendetwas, das diese furchtbare Leere in mir ausfüllte. Sex schien mir so gut wie alles andere.
Leider gehen Freds und meine Ansichten über Sex weit auseinander. Ich bin jederzeit dafür zu haben, auch wenn ich natürlich noch nicht so genau weiß, was ich da eigentlich will, denn das ist eben die Sache: Fred ist nicht dafür zu haben. Eisern bleibt er auf seinem Standpunkt, dass ich noch zu jung bin, und dass wir noch warten sollten. Na toll.
Und so lief mein Versuch auch diesmal ins Leere, obwohl ich Fred immerhin schon sanft ins Schlafzimmer bugsiert hatte, bevor er den Rückwärtsgang einlegte.



"Nein, Sakura, nicht so!" sprach er durch die Zähne, rang um Beherrschung und brachte geschickt zwei Zentimeter Abstand zwischen unsere Körper.
"Ich bin alt genug!" spulte ich die vertraute Platte ab. Diese Auseinandersetzung hatten wir ja nun wirklich schon oft genug gehabt.
"Das mag sein und ich versprech dir auch, dass es bald sein wird. Aber nicht so."
Mein Mund war schon offen, um einen weiteren Protestslogan abzufeuern, als ich verstand, was er da sagte. Bald? Das war neu.
"Bald? Wie bald?" fragte ich misstrauisch. Bevor er antworten konnte, setzte ich hinzu: "Und was heißt hier: Nicht so?"
"Sakura ..." zögerte er, "Gwenda hat mich angerufen."
Ich begriff gut, was er meinte. Er wusste, was in meinem Herzen ablief und wie verzweifelt ich war.
Natürlich heulte ich zu dem Zeitpunkt dann erst einmal los.



Als ich damit fürs erste fertig war, sagte Fred: "Komm, ich mach uns was zu essen." und zog mich in Richtung Küche.
"Essen!" schnitt ich ihm eine Grimasse und ließ mich noch ein bisschen unwilliger wie ein kleines Kind aus dem Schlafzimmer ziehen.
Fred grinste: "Soviel zu dem Thema, wie erwachsen du schon bist!"
Kurz darauf stand ich in der Küche rum wie Falschgeld. Das ist mein natürlicher Platz in der Küche, der Ort, an dem ich am wenigsten Schaden anrichte. Zum Glück ist Fred ein Kavalier, der gerne für mich sorgt, so dass er immer noch nicht in vollem Umfang über meine nicht vorhandenen Kochkünste informiert ist. Der Lehrer in ihm hätte sonst bestimmt Mühe zu widerstehen, und bei meinen vorhersehbaren Lernversuchen würde ich uns beide bloß vergiften.



Das Essen war natürlich gut. Fred ist ein ausgezeichneter Koch. Wie anscheinend jeder um mich herum. Außer vielleicht meinem Vater. Aber von irgendjemandem muss ich es ja haben ...
"Wie bald heißt bald?" fragte ich während des Essens nach und bemühte mich, dabei nicht allzu gierig zu klingen.
"Ich weiß nicht ... wenn du mit der Schule fertig bist?"
Mein Gesicht war wohl Antwort genug darauf, also gestand er mir zu: "Okay, bevor du mit der Schule fertig bist."
"Also wann?"
"Lass dich überraschen!" grinste er und brachte mich damit in eine Zwickmühle. Wenn ich jetzt rumquengelte, wäre das für ihn nur ein Zeichen dafür, dass ich noch lange nicht reif genug war. Also lehnte ich mich zurück und sagte bedächtig, so als hätte ich eine Wahl: "Gut, ich lasse mich überraschen."
Nach einer Weile bemerkte Fred: "Du wirst bald nach Hause müssen. Deine Eltern wissen nicht, wo du bist und das wird sie nervös machen, so wie die Dinge liegen."
Ich schluckte. Ja. So wie die Dinge lagen. "Ich würde gerne noch bleiben ..." seufzte ich, "aber du hast Recht."

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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am Mi Jun 23, 2010 5:41 pm

Background: Sakuras Vater Thomas ist Rockstar, sie selbst kommt nach ihrer Mutter Elli, die eine berühmte Malerin ist.

Meinen Vater fand ich an jenem Tag verloren in Bennis Zimmer. Dort verbringt er nun die meiste Zeit. Seine Tournee ist abgesagt. Seine Gitarre steht unbenutzt in der Ecke und verstaubt. Ich kann ihn verstehen. Seit Bennis Tod habe ich nicht mehr gemalt. Es geht einfach nicht.



Meine Mutter kann noch malen, allerdings hat sie einen neuen Bilderzyklus begonnen: die Serie Noir.



Wenn mein Vater sich künstlerisch betätigt, dann versteckt er sich hinter gigantischen Vasen.
Beide vergraben sich in den Dingen, reden kaum noch miteinander oder mit mir oder mit überhaupt irgendwem. Ich hoffe so, dass ihre Ehe nicht daran zerbricht!



Wenn ich nicht bei Fred oder in der Schule bin, mache ich es genauso: ich strampele mich ab, um ja nicht nachdenken zu müssen.



Wenn ich doch mal nicht anders kann, endet es eigentlich immer gleich.




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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am Mi Jun 23, 2010 5:44 pm

Mein 18. Geburtstag war ein Samstag.
Ich schlich mich in aller Frühe aus dem Haus und stand schließlich bei Fred im Schlafzimmer. Typisch: Den Schlüssel für sein Haus darf ich haben, aber ins Bett will er nicht mit mir. Und das wollte ich nun endgültig ändern. Deshalb war ich so früh dran. Er sollte gar keine Chance haben.



"Überraschung!" strahlte ich in sein verschlafenes Gesicht und warf mich neben ihn aufs Bett.
Fred blinzelte, gähnte, nahm mich in den Arm und brachte ein einigermaßen überzeugendes "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag" zustande.
Dann bemerkte er, worauf ich hinaus wollte. "Ich sagte: Lass dich überraschen, nicht: Überrasch mich!"
Das klang viel zu bestimmt. Trotzdem gab ich nicht auf und grinste frech: "Ich bin jetzt volljährig, du hast mir gar nichts mehr zu sagen!"

Er war wirklich viel zu schnell wach, strampelte sich aus meinem Griff und seinen Decken und pflanzte mich dann ihm gegenüber auf sein Sofa. (Männer sind stärker als Frauen. Dumm gelaufen.)
"Sei vernünftig, Sakura."



Ich verschränkte verletzt die Arme und schmollte ein bisschen. Wenn er schon so anfing ... "Allmählich glaube ich, du willst mich gar nicht." Meine zitternde Unterlippe hoffte, dass er jetzt nichts sagen würde, worin das Wort "albern" vorkäme, denn dann würde ich benehmen wie der Teenager, der ich nicht mehr sein wollte, und heulen.
Er beugte sich vor, nahm meine Hände in seine und sagte etwas heiser: "Glaub mir, doch, ich will. Mehr als alles andere! Nur heute ..." Seine Stimme wurde wieder sachlicher: "Ich habe heute gar keine Zeit. Zumindest nicht so viel, wie ich mir nehmen möchte. Ich muss nachher doch diesen Gastvortrag am College halten, das hatte ich dir doch erzählt. Komm, lass uns frühstücken, das passt grad noch so rein."
Etwas versöhnt schnitt ich ihm eine letzte Grimasse: "Früüüühstücken ... immer redest du dich mit Essen raus!"

Wenn ich nicht bei Fred bin, ist die Trauer um Benjamin immer noch ziemlich im Vordergrund. All meine anderen Freunde erinnern mich an ihn, meine Eltern sind sowieso nur noch ihre eigenen Schlafwandler und die Stille ist manchmal unerträglich. Manchmal hat mich die Traurigkeit wie ein Würgegriff, aus dem ich nicht heraus kann. So wie neulich, als ich auf unserem Klettergerüst saß, wo wir uns immer getroffen haben mit unseren Alienjägern. Benni als unser Anführer ...



Irgendwann sah ich mich um und stellte fest, dass es fast dunkel war* und ich eigentlich schon längst bei Fred hätte sein sollen. Er hatte Verständnis, auch wenn das bedeutete, dass er zehn Minuten nach meinem Eintreffen schon wieder zu so einem blöden College-Vortrag musste. Die beschlagnahmen echt viel von seiner Zeit.

[*Ich habe Sakura aus Versehen wirklich so lange da sitzen lassen. Uppsa ...]


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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am Mi Jun 23, 2010 5:52 pm

Ausnahmsweise mal kein College-Vortrag diesen Samstag. Trotzdem war ich brav und kam erst wie verabredet zum Frühstück. Denn Hoffnungen machte ich mir grade keine. Irgendeine Ausrede hatte Fred doch immer.



Umso mulmiger wurde mir zumute, als ich nach dem Frühstück bemerkte, wie nervös Fred mit seiner Teetasse spielte.
Heute? Jetzt? SOFORT?
Au weia.
Mit einem einzigen Blick verständigen wir uns darüber, dass wir das Tisch abräumen auf später verschieben würden.
Unsicher stand ich auf und atmete auf dem Weg ins Schlafzimmer noch einmal tief durch.



Idiotischerweise war ich hauptsächlich deswegen verlegen, weil ich meine blöde Klein-Mädchen-Unterwäsche anhatte. Ich hatte mir extra so ein schwarzes halbdurchsichtiges Nichts gekauft, genau für diesen Moment. Und an meinem 18. Geburtstag hatte ich es auch an. Blöde College-Vorträge!



Fred hat das nichts ausgemacht. Wenigstens etwas.
Und jetzt weiß ich auch endlich, wieso Benni und Gwenda nie aus dem Schlafzimmer rauszukriegen waren!



Es tut nicht mehr ganz so weh, an meinen Bruder zu denken. Ich habe es sogar schon ein einziges Mal geschafft, Mangoeis zu essen. Bennis Lieblingsessen. Als Kind hat er es immer von Mama bekommen, wenn Trillo ihn in der Schule zu sehr geärgert hatte.*

[*Zum Nachlesen: S. 31 im Original-TB]



Gwenda hat mich heute angerufen. Sie hat mich gefragt, ob ich nicht bei ihr einziehen will, wenn ich aufs College gehe, was ja nicht mehr lange dauert.
"Ich habe einen Haufen wirklich egoistische Gründe, dich zu fragen!" warnte sie mich, "Zum einen habe ich in der Prüfungszeit dann einen Babysitter -"
Ich unterbrach sie: "Du weißt, dass ich gern für dich babysitte. Ich bin doch Audreys Patentante, da ist das schließlich Ehrensache."
"- dann bin ich nicht so gern allein im Haus, falls du das verstehst. Außerdem hab ich dich wirklich gern, Sakura, und mag mit dir zusammen wohnen."
"Natürlich mache ich das!" strahlte ich durchs Telefon. Endlich werden Fred und ich auch die Nächte zusammen verbringen können, denn Gwenda weiß ja eh schon alles, seit sie uns damals im Museum gesehen hat.

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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am Mi Jun 23, 2010 6:01 pm

Thomas

Mein Sohn ist tot.
Ein Kind sollte nicht vor seinen Eltern gehen.
Das Leben ist sinnlos.



Im ersten Moment, dachte ich, mein Bruder Robert wollte mich verspotten, wie er da am frühen Nachmittag bei uns im Haus stand, mit seinem Sohn, während meiner ...



Aber er wollte Luiduh die Chance geben, mir einige Dinge selbst zu erzählen, nun wo er aus der Untersuchungshaft entlassen war.
Luiduh zu begegnen, war schwer für mich. Er hatte überlebt. Im Gegensatz zu Benjamin. Und in mir war auch der ungerechte Vorwurf, dass Benjamin noch leben würde, wäre Luiduh nur ein paar Minuten eher dagewesen. Ungerecht deswegen, weil meine Enkelin und meine Schwiegertochter sonst ebenfalls tot gewesen wären. Und der Übeltäter noch frei herumliefe.
Trotz all der widersprüchlichen Gefühle in mir lud ich Luiduh ein, mich in das Zimmer meines Sohnes zu begleiten und hörte mir dort an, was er zu sagen hatte.



Luiduh entwaffnete mich damit, dass er sich entschuldigte - für all das, was gar nicht seine Schuld war. Dafür, dass er zu spät gekommen sei und dafür, dass Trillo so viele Sims umbringen konnte, bevor er gestoppt wurde.
Etwas lahm erwiderte ich: "Luiduh, du hast dafür so viele gerettet. Gwenda, Audrey ..."
"Trotzdem. Es tut mir so leid, dass ich Benni nicht beschützen konnte. Immerhin hatten er und seine Gruppe einen großen Anteil daran, dass ich Trillo stoppen konnte."
Er sprach den Namen des Mörders eigenartig aus. Vielleicht auf Alienisch.
Ich dankte ihm noch stolpernd für das Leben von Bennis Familie und horchte dann auf, als Luiduh seufzte: "Ja, Audrey. Sie wird es noch hart haben, auch wenn die erste Runde erst einmal überstanden ist."
"Was sagst du?"
"Trillo wollte in erster Linie Audrey auslöschen. Das war sein Auftrag, so wie es mein Auftrag war, ihn aufzuhalten. So ein bisschen wie in Siminator."
"Siminator?"
"Ja, der Film. Aber egal. Sie ist jetzt vorerst in Sicherheit."
"Und Auftrag? Auftrag von wem?"
Luiduh überlegte kurz. "Ich bin nicht sicher, ob ich es erklären kann. Von unseren grünen Vorfahren, allerdings von zwei verschiedenen Gruppen. Die haben uns durch Zeit und Raum zwei Menschen eingepflanzt. Und je älter ich wurde, desto dängender war der Wunsch, Sims zu beschützen, auch wenn ich zuerst nicht wusste, wieso und vor wem. Das hat sich dann immer mehr offenbart. Ich weiß auch noch nichts Genaues über die Zukunft, es fühlt sich bloß so an, als wäre ich zunächst einmal fertig. Bis auf eines noch, aber das ist ... sorge dich nicht, Onkel Thomas. Audrey ist für die nächsten Simwochen in Sicherheit. Und danach sehen wir weiter."

Nachdem Luiduh mir noch einmal sein Beileid ausgesprochen und angedeutet hatte, dass er mindestens für die nächste Woche untertauchen würde, (schon, um der Presse zu entgehen) bat ich ihn und seinen Vater, mich kurz zu entschuldigen und ging nach draußen, an die Gitarre. Der Staub darauf war eine Schande, die Saiten so verstimmt, dass die ersten Versuche in den Ohren schmerzten. Aber ich ließ mich nicht beirren und spielte.



Später am Nachmittag war Robert immer noch da. Er schlug mir vor, mit Elli wegzufahren.
"Ihr müsst hier einfach mal raus, Thomas. Takemizu soll toll sein. Sehr spannend, vor allem auch für Elli als Künstlerin. Und eben ganz anders als hier. Das ist genau, was ihr braucht."

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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am Mi Jun 23, 2010 6:09 pm

Er hatte vollkommen Recht.
Wir sind jetzt hier und es ist alles anders. Elli findet Ruhe darin, mehrere Stunden täglich in einem Kiesbett herumzufegen und ich finde Ruhe darin, ihr dabei zuzuschauen.
Manchmal blicken wir uns zwischendurch an und merken an dem neuen alten Funkeln, wie erschöpft wir die ganze Zeit waren. Wie weit wir uns nach Bennis Tod voneinander entfernt hatten.



"Ich bin froh, dass ich dich wiederhabe," sagte ich gestern abend leise zu meiner Elli.
"Ja," antwortete sie zärtlich. "Ich wünschte, Sakura wäre auch bei uns. Wir haben sie ziemlich allein gelassen."
"Ich glaube, sie ist besser damit fertig geworden als wir. Aber du hast Recht, sie ist ziemlich oft weg und ich habe keine Ahnung, was sie so den lieben langen Tag treibt."
"Ja, wenn wir zurückkommen, dann wird das wieder anders."
"Gute Vorsätze, Elli, aber wenn wir zurückkommen, dann dauert es nur noch einen Tag und unsere Kleine zieht zu Gwenda und geht aufs College."
"Aufs COLLEGE!" erschrak meine Frau, "Ach du meine Güte, ich habe die letze Simwoche wirklich auf dem Mond verbracht."
"Glaubst du ..." zögerte ich, "dass sie einen Freund hat?"
"Hm. Wäre nicht das Einzige, das ich nicht mitgekriegt hätte."



Zuhause wartete Sakura mit bereits gepackten Taschen. Sie war froh zu sehen, dass es uns besser ging.
"Jetzt kann ich wirklich beruhigt ausziehen!" seufzte sie erleichtert.



Sie war merklich größer und älter geworden, seit ich sie das letzte Mal näher angeschaut hatte.
"Sakura, ich bin so stolz auf dich!" wurde ich von der Rührung übermannt, "Und ich freue mich, dass du dein Zimmer so lässt, wie es ist. Du kannst immer hierher zurückkommen. Unsere Tür ist immer offen! Immer!"
Sie lachte nur: "Ach Papa, ich werde doch ständig hier sein. Glaub mir, du wirst mich kaum vermissen! Viktor fährt meine Sachen gleich zu Gwenda. Die Dusings haben ein echt schickes Auto, das solltest du mal sehen."

Als Viktor da war, warf Elli mir immer wieder alarmierte Blicke zu, die ich nicht verstand, woraufhin zu ihren Bilcken auch noch ein energischer Hinweis mit dem Kinn kam, das auf unsere Tochter zeigte.
"Glaubst du, die beiden haben was miteinander?" zischte sie mir in einem unauffälligen Moment zu.



Überrascht blickte ich ebenfalls auf Viktor uns Sakura, die vergnügt und scheinbar unschuldig schwatzten, während sie die paar Gepäckstücke ins Auto trugen.
"Aber er ist verheiratet!" tuschelte ich zurück.
"Ja, vielleicht sagt sie uns deswegen nichts davon!"
"Aber er ist kleiner als sie!" sagte ich verstört.
"Ja, und? Seit wann ist das ein Hindernis?!" hielt Elli an ihrer Theorie fest.
"Ach, ich weiß nicht ..."

Bevor die Kinder fuhren, fragte ich Viktor noch ein bisschen aus.



Er hatte bereits eine Stelle als Assistenzarzt und deshalb konnten er und seine Frau Emilia (Himmel, sind die schon erwachsen!) sich einen eigenen kleinen Wagen leisten. Die Farbe sieht aus, als hätte Emilia sich durchgesetzt. Welcher Mann fährt schon ein türkisgrünes Auto?
"Wir brauchen es ja bald, um das Kleine damit herumzufah..." Leicht errötend brach er ab und fragte hastig: "Und Sie waren im Urlaub, habe ich gehört?"
"Ja, in Takemizu. Es war großartig! Ich würde am liebsten gleich wieder irgendwohin fahren" ging ich beruhigt auf sein Ablenkungsmanöver ein. Ein baldiger Familienvater, der so verliebt in seine Frau war, dass er einen türkisgrünen Wagen akzeptierte, würde sicher nichts nebenher laufen lassen. Hatte er als Assistenzarzt auch gar keine Zeit dazu.
"Unser Hochzeitsreise ging nach Twikii Island. Das kann ich nur empfehlen. Weiße Strände, gruselige Ruinen ..."
Er geriet ins Schwärmen und ich bekam tatsächlich Lust auf Twikii Island.
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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am Mi Jun 23, 2010 6:16 pm

Unser zweiter Urlaub war noch wunderbarer als der erste.
Wir streiften die Traurigkeit ab und reduzierten sie auf den kleinen bitteren Kern, der vermutlich bis an unser Lebensende bei uns bleiben wird.
Ich schrieb sogar neue Lieder, was ich seit Jahren nicht gemacht hatte.



Als ich meinem besten Freund Toni davon erzählen wollte, war das nicht so einfach.
Zunächst einmal kam ich gar nicht ins Haus. Toni sah fern und hatte den Ton so laut, dass er die Klingel nicht hörte. Ich musste vor dem Fenster auf und ab hüpfen und dagegen trommeln, damit er mir aufmachte.



"Warum hast du den Ton so laut?" fragte ich dreimal, bis ich begriff, dass Toni mich nicht hörte. Das lag nicht mehr am Fernseher, sondern an seinen Ohren.
Betroffen wusste ich einige Momente lang nichts zu sagen. Vermutlich kann nur ein Musiker verstehen, was das für einen Musiker bedeutet.



Ich hatte eigentlich von meinem neuen Album erzählen wollen. Diesen Plan gab ich nun schnell auf.
"Hast du schon was von Judith gehört?" rief ich übertrieben laut.
"Nicht seit der Postkarte." nuschelte er zurück.
"Möchtest du heute abend zu Essen kommen?" schrie ich.
"Nein, da ... hab ich schon was vor."
Ich konnte mir nicht vorstellen, was, drang aber nicht weiter in ihn.



Ich sah mich selbst in ihm, mit all seiner Trauer um seine Frau Angela und seine Tochter, die anscheinend nichts mehr von ihm wissen wollte. Mich selbst vor dem Urlaub.

Background: Tonis (zweite) Frau Angela war die von Trillo ermordete Polizistin Angela Garden. Seine Tochter Judith wurde von ihrer großen Liebe Luiduh verlassen und brannte kurz darauf mit dem Putzmann durch. Seitdem wurde sie nicht mehr in Niceland gesehen.

Seit diesem einen Besuch gehe ich regelmäßig bei ihm vorbei und besuche seine leere Hülle. Ich wünschte, ich könnte mehr für ihn tun.



Wenn ich dann heimkomme, bin ich immer besonders dankbar, dass ich Elli habe, dass wir einander haben und dass wir leben und nicht nur überleben.

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Familie Schwartz, Valerie

Beitrag  Maike am Do Jun 24, 2010 6:20 am

Background: Das hier ist der ... verworrendste Haushalt. Es begann mit der guten Hexe Dana Schrott und der bösen Hexe Carola Schrott. Dana heiratete Leander Dusing und zog aus, aber Carola blieb und bekam drei Kinder von drei Männern. Sie heiratete den letzten der drei seines bösartigen Nachnamens wegen (Leon Schwartz) und verlor dann ihr Leben an die moderrne Welt: die Spülmaschine. Nur das jüngste ihrer Kinder, Sybille, blieb bei ihrem Vater, der nach einem kurzen Intermezzo mit der Nachbarin (Lauren Garden) erneut heiratete: Valerie Schwartz. Er hatte noch genug Zeit, sowohl Lauren als auch Valerie ein Kind zu schenken, dann verschied er tragisch an einer Lungenentzündung.* Valerie lebte also nun zunächst mit ihrer Stieftochter Sybille und ihrer Tochter Mia allein, als ein alter Freund von Thomas in ihr Leben trat. Und nicht nur in ihrs. Daniel Fisher entzückte mit seinen blonden Haaren** nicht nur Valerie sondern auch Sybille. Als dies aufflog, musste er sich leider verabschieden. Sybille und Valerie bekamen zwei Söhne, Jakob und Konstantin, und nun sind wir da.

*Merkt man, dass ich Geisterfarben sammle?
**Blond ist eine Rarität in Niceland.


Valerie zieht neben ihren eigenen Kindern Mia und Konstantin auch noch ihre Stieftochter Sybille auf - und deren Sohn Jakob, der pikanterweise denselben Vater wie Konstantin hat. Dieser hat sich allerdings inzwischen aus dem Staub gemacht und die beiden betrogenen Frauen verschworener denn je zurückgelassen. Neben dem Lecken ihrer Wunden steht nun die Babypflege für Sybille und Valerie im Mittelpunkt.



Mia

Ich bin Mia, die Unsichtbare. Oder zumindest fühle ich mich so. Das ist schon in Ordnung, es ist nicht schlimm. Ich betrachte mich als den guten Geist des Hauses, der die Sachen tut, die die anderen in der Hektik vergessen, und der sich selbst genügt.



Sybille geht jetzt aufs College. Sie hat sich erst gar nicht getraut, Mama zu fragen, ob sie darf, weil sie ja Klein-Jakob hat.
Aber Valerie hat von sich aus damit angefangen und sie förmlich aus dem Haus gedrängt: "Jakob ist doch jetzt aus dem Gröbsten raus und ich krieg das schon hin. Ich kann ein Kindermädchen einstellen."
Ich fand es überflüssig, zu bemerken, dass ich ja auch noch da bin.



Ich kümmere mich wahnsinnig gern um die Jungs. Sie sind beide ziemlich lieb und werden sicher mal richtige Mädchenschwärme.*
Jedenfalls können sie uns drei Frauen bereits ganz schön gut um die winzigen Finger wickeln.

[*Jup. Der Würfel hat gesprochen.]



Meine Aufmerksamkeit verteilt sich dabei natürlich etwas ungleich zugunsten von meinem ... was ist er eigentlich? Mein Halbneffe, glaube ich. Ja, Sybille kommt zwar täglich vorbei, aber ansonsten kümmere hauptsächlich ich mich um den kleinen Jakob Schwartz.*

[*Ich habe es erst gemerkt, als er schon ein Kind war - und musste soooo lachen. Es ist ein echter Zufall, wirklich!]



Konstantin hat ja seine Mutter ständig bei Fuß (sie macht jetzt doch länger Babypause), also braucht er mich nicht so dringend.

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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am Do Jun 24, 2010 6:31 am

Heute morgen hatte ich einen Traum. Ich stand in einem leeren Raum. Das heißt, war es überhaupt ein Raum? Er hatte keine Wände. Es war einfach leer. Und darin ich. Und ich war auch leer. Sonst nichts. Alles war einfach nur leer.
Mit diesem Gefühl stand ich auf und machte mir einen Kaffee.



Bis jetzt fand ich das Unsichtbar sein in Ordnung. Oder ich machte es mir zumindest vor. Manchmal tat es schon weh, zum Beispiel als die Redford-Zwillinge mich zu unauffällig fanden, um für ihren großen Bruder interessant zu sein. Luiduh ist mein bester Freund, aber er hat sich schon länger von mir zurückgezogen. Wegen seiner "Aufgabe", von der wir ja nun auch alle wissen, was das war. War ja auch wichtig. Aber was ist mit mir? Die Leere ist vielleicht einfach die Einsamkeit. Ich habe mich belogen. Denn ich genüge mir selbst nicht.



Aber - um mir auch weiterhin nichts vorzumachen - was sollte auch jemand an mir finden? Ich bin nichts Besonderes.
Beim Joggen habe ich ausführlich darüber nachgedacht.
Alles, was ich kann, sogar das, was ich nur können könnte, kann irgendjemand besser.
Malen zum Beispiel: Sakura.
Musik: Hey, wir haben gleich zwei berühmte Rockmusiker in der Straße.
Sport: Judith Garden wurde schon als Kleinkind von ihrem Kindermädchen trainiert.
Ballett: Wieder Judith, wobei ihre Freundin Cora Schrott noch besser ist.
Schreiben: Robert Redford schreibt gerade sein drittes Buch.
Wissenschaft: meine Mutter ist unschlagbar ... außer vielleicht von Leander Dusing, der soll auch 'ne große Nummer sein.
Modedesign: Inge Garden kann offensichtlich so gut nähen, dass sie sich selber einkleidet.
Tiere: Glen ist super mit Katzen.
Parties: Lothars sollen legendär sein, hört man. Ich bin da ja nicht eingeladen.
Kochen: Marta, das Naturtalent.
Und so könnte ich die Liste endlos fortsetzen. Selbst wenn man Dicksein als Talent betrachtet, bin ich nicht die Beste: Sybille ist einfach noch dicker.
Die Liste meiner Nicht-Besonderheit war so lang, dass ich fast den Schulbus verpasst hätte.
Aber sich umziehen geht ja zum Glück schnell.



Als ich aus der Schule kam, wurde ich bereits sehnsüchtig erwartet, und zwar von nicht weniger als drei Personen: Mama, Sybille und Jakob.



Mama begrüßte mich mit "Ach, endlich bist du da, Mia-Spatz. Wir kriegen Jakob einfach nicht ins Bett. Und wenn er nicht bald Mittagsschlaf macht, dann ist er wieder den ganzen Nachmittag knietschig."
Sybille fügte hinzu: "Er sagt die ganze Zeit nur 'Mia, Mia'!"
Und Jakob sagte: "Mia, Mia!" und reckte mir seine Ärmchen entgegen.



Als der Kleine selig schlief (das ging ganz schnell, er war wirklich schon sehr müde), ging ich wieder ins Esszimmer, um zumindest mal meine Hausaufgaben ordentlich wegzupacken. Besonders ordentlich bin ich nämlich auch nicht. Allerdings auch nicht besonders unordentlich. Im Gunde halt einfach nicht besonders.
Da sprach mich meine große Schwester an, man höre und staune: um sich zu bedanken.
"Es ist einfach gut, zu wissen, dass mein Kleiner nicht alleine ist."
Etwas unsicher fragte ich: "Und macht es dir nichts aus, dass Jakob ... dich nicht so gut kennt?"
"Ach was, das war doch klar, dass das so wird, wenn ich aufs College gehe. Und zum Glück hat Jakob Valerie und dich. Du kannst echt gut mit Kindern."



"Meinst du wirklich?"
Ich konnte es zuerst gar nicht glauben.
"Ja, wirklich! Du hast da eine Gabe, Mia! Du wirst sicher mal eine wundervolle Mutter. Oder Lehrerin oder so was. Auf jeden Fall was mit Kindern."
"Und du bist echt nicht eifersüchtig?"
"Hör jetzt sofort auf damit!" Und dann nahm meine große Schwester mich energisch in den Arm.



Sybille sorgt natürlich auf ihre Art für ihren Sohn. Und für seinen Halbbruder gleich mit.
Jetzt hat sie irgendwoher noch einen Raum in unserem Haus gezaubert. Keine Ahnung, wie sie das gemacht hat.
Sie sagte, der Raum sei schon immer dagewesen und sie hätte nur eine Tür eingebaut.
Dort haben Jakob und Konstantin nun ihr eigenes Reich. In dem sie sich natürlich gleich gestritten haben, wer oben schlafen darf. (Obwohl sie sich sonst ganz gut verstehen.)
Valerie hat dann entschieden, dass Jakob das obere Bett bekommt, um die endlose Kabbelei abzukürzen. Ich glaube, sie hat das gemacht, damit keiner denkt, dass sie ihren eigenen Sohn bevorzugt, obwohl das ansonsten schon ein bisschen so ist. Sie verbringt einfach mehr Zeit mit Konstantin. Ist ja auch verständlich. Also verbringe ich mehr Zeit mit Jakob.



Sybilles Bemerkung mit dem Lehrer werden hat mich sehr ins Nachdenken gebracht. Vielleicht kann ich ja wirklich etwas Besonders gut. Vielleicht bin ich wirklich begabt!?

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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am Do Jun 24, 2010 6:44 am

Ich teste meine neu entdeckten Fähigkeiten an Jakob: Ich helfe ihm bei den Hausaufgaben.
Okay, das habe ich schon oft getan, aber diesmal achte ich darauf, ob ich es besonders gut mache.
Vielleicht. Er scheint es zumindest zu verstehen und bringt gute Noten nach Hause.



Als Belohnung dafür bekommt Jakob eine Hunde-Dame: Lorelei, ein furchtbar zickiger Pudel. Und damit Konstantin auch einen Hund hat, bekommt er eben auch einen: Poldi, ein furchtbar frecher keine-Ahnung-was.



Die Arbeit bleibt natürlich an Mama hängen, aber sie hat es ja nicht anders gewollt.
Lorelei fängt an zu jaulen, sobald sie einen Fleck auf ihrem weißen Fellkleid entdeckt, und hört dann nicht damit auf, bis jemand sie gebadet hat. Ich hab noch nie einen so pingeligen Hund gesehen. Ich dachte immer, das sind Katzen, und die putzen sich dann wenigstens selber.



Poldi dagegen hat sich bei Mama fanz furchtbar beliebt gemacht, weil er - dreist wie er nun mal ist - gegen Papas Grabstein gepinkelt hat.



Background: Kurz vor Leons Tod hatte Valerie noch von seiner Affäre mit der Nachbarin erfahren.

A propos Grabstein: Unser Nachbar ist gestorben.
Es hat erst gar keiner gemerkt, weil er ja ganz alleine in diesem großen Haus gewohnt hat.
Unser Nachbar von der anderen Seite, Thomas Heimel, wollte ihn besuchen, und dachte, er hört bloß wieder die Klingel nicht, weil er den Fernseher immer so laut laufen ließ. Alte Leute sind schon komisch.
Jedenfalls ist Herr Heimel dann wie üblich vor Herr Gardens Fenster rumgehüpft. Das ist kein ungewöhnlicher Anblick, das kommt öfter vor. Oder kam.



Nur dass der Toni Garden diesmal halt tot war.
Viele in unserer Straße regen sich jetzt total darüber auf, wie das denn sein kann, dass jemand stirbt, und keiner merkt es. Aber das ist doch klar. Wo der doch alleine wohnt. Ich glaube ja, die machen jetzt nur so einen Wirbel, weil der ein berühmter Musiker war. Sonst würde das doch keinen interessieren. Ich bin da ehrlich. Es lässt mich ziemlich kalt. Ich meine, ich kannte den ja kaum.

Statt dessen freu ich mich lieber über den Nachwuchs, den es bei uns im Haus gegeben hat: Welpen! Und ich darf einen haben!! Ich habe mir die kleine Perle ausgesucht. Der Rest muss leider abgegeben werden, aber das ist ja klar. Wir können sie ja nicht alle behalten.

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Familie Garden, Lauren

Beitrag  Maike am Do Jun 24, 2010 6:53 am

Die Ex-Frau des soeben verstorbenen Toni Garden, geborene Hampton. Diese Geburt ist zwar inzwischen schon lange her (die Haare sind gefärbt, unsere Lauren ist eitel), doch noch immer ungeheuer wichtig. Immerhin handelt es sich um den verblichenen Geldadel der nahe gelegenen Stadt.
Der Stammhalter Lothar ist schon aus dem Haus, und die Nachzüglerin Inge will nicht so recht ihren Platz einnehmen. Lauren hat ein hartes Stück Arbeit vor sich.

Background: Lauren ist besagte Nachbarin, mit der Leon Schwartz eine Affäre hatte. Und Inge ist das Ergebnis.



Lauren

Haha, Toni ist tot, der alte Geizkragen! Geschieht ihm recht, so alt, einsam und unbemerkt zu sterben! Dabei hat er sich immer gewünscht, möglichst viele Leute um sich zu haben, große Familie und so. Das kommt davon, wenn man seine Frau vor die Tür setzt. Und seine neue Tochter ist mit dem Putzmann durchgebrannt, hihihihihi! Das wird mir mit meiner nicht passieren!



Ich spüre zwar, dass mein Einfluss auf sie schwindet, aber sie hält sich nach wie vor eng an Lothar. Ich habe ihm ein Haus gemietet, wo er mit Inges Freund Paul zusammenwohnt. Da hat er die zwei ein bisschen unter Aufsicht. Nicht, dass sie mir von diesem Bubi noch schwanger wird und sich total wegwirft!
Lothar selber sorgt noch nicht für Nachwuchs. Er bekommt natürlich Übung, aber seine Geliebten sind zum Glück alle bedeutend älter als er. Woher ich das weiß? Mein Sohn ist nicht ganz so schlau, wie er glaubt. Unter anderem hat er vergessen, das Fernglas vor unserem Haus auf etwas anderes einzustellen als Ramona Augusts Schlafzimmerfenster ...



Nicht, dass ich etwas gegen Altersunterschied bei Paaren hätte. Ganz im Gegenteil. Schließlich picke ich mir auch die jungen Kirschen aus dem Kuchen der Männerwelt.



Und nun, wo ich nicht mehr in Sorge sein muss, dass unsere Linie verunreinigt wird, habe ich tatsächlich meinen Spaß mit wem ich will. Nun ja, als ich noch jung und naiv war, hatte ich das auch, aber nach dem Fiasko mit Toni habe ich sehr auf mich und meinen Ruf geachtet. Außerdem hatte ich da ja die Kinder und die Männer waren sowieso eher abgeschreckt. Jetzt sind sie groß und alles ist so, wie ich es mir erträumt habe.

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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am Do Jun 24, 2010 6:56 am

Wenn ich mir nur um Inge nicht solche Sorgen machen müsste ...
Sie hängt viel zu sehr an diesem August-Jungen. Sie besteht sogar darauf, sein Lieblingsgericht sei nun auch ihres: gegrillter Käse. Wenn es wenigstens Hummer wäre ...



Wenigstens bin ich mir sicher, dass es nicht ganz auf Gegenseitigkeit beruht und dass sich die Beziehung deshalb früher oder später im Sande verlaufen wird.
Welcher junge Mann würde sonst so keusch widerstehen, wenn seine Freundin sich ihm so schamlos an den Hals wirft?!



Solche Probleme habe ich mit meinen jungen Männern nicht.



Mein aktueller Favorit ist Earl Briggs. Hach, noch einmal jung sein, und meine Gene mit seinen mischen ...
So muss ich da wohl warten, bis Inge endlich von ihrem August-Freund abserviert wird. Kann ja nicht mehr so lange dauern.
Aber im Moment bin ich sowieso noch nicht bereit zu teilen.

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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am Do Jun 24, 2010 7:05 am

Wolken am Horizont:
Inge versteht sich für meinen Geschmack etwas ZU gut mit unserem Butler, wie heißt er doch gleich ... Pierre, genau.



Nicht dass mir noch dasgleiche passiert wie Toni, dem seine Tochter mit dem Putzmann durchgebrannt ist.
Inge putzt jetzt sogar schon für unseren!
Ich weise sie darauf hin, dass wir Personal haben, da wird sie ein bisschen rot und behauptet trotzig, sie würde nur schon mal für ihre College-Zeit üben, wenn sie keinen Butler mehr hätte.
Was soll man dazu sagen?!



Und nun musste ich mir noch Vorwürfe von meiner Tochter an hören, bloß weil ich das Beste für die Simheit will.
"Mamaaaaa?! Hast du etwa einen Gesetzesentwurf eingereicht, der Luiduh verbieten soll, mit uns anderen aufs College zu gehen?"
"Sicher, Inge. Es ist viel zu gefährlich, diesen Aliens den Zugang zum Wissen der Simheit zu ermöglichen."
"Aber Luiduh ist unschuldig, die Polizei hat das doch so lange unters-"
"Papperlapapp! Die wissen gar nichts!" unterbrach ich Inge etwas harscher als beabsichtigt. "Oder wissen die etwa, wo Luiduh im Augenblick steckt? Er ist doch verschwunden, oder etwa nicht?"
Das war mein Totschlagargument. Weder im Stadtsenat noch vor meinem Töchterlein muss ich ausbreiten, dass es mir eigentlich nur darum geht, Lisa-Marie als Bürgermeisterin der Befangenheit zu bezichtigen, weil sie die Stiefmutter des besagten Grünlings ist.



Aber zurück zu Inge.
Aufmüpfigkeit, mangelndes Standesbewusstsein, eine sich anbahnende Liaison mit dem Butler - harte Maßnahmen müssen her!
1. Lothar hat sicher bessere Chancen, zu ihr durchzudringen. Also:
"Inge, du wirst aufs College gehen. Du wirst zu Lothar und deinem Freund, wie-heißt-er-noch-Paul ziehen! Keine Widerrede!"



2. Der Butler musste abgelenkt werden.
Ich konnte ihn nicht in demselben Ton in mein Bett befehlen wie Inge aufs College, und es dauerte auch ein wenig länger, aber wer sagt schon nein zu einer geborenen Hampton?! Natürlich musste Pierre erst davon überzeugt werden, dass er nicht nur Nr. 16 in einer langen Reihe von Techtelmechtel-Partnern war, aber die Lügen gingen mir leicht von den Lippen. Wozu bin ich schließich Politikerin?



10 Gründe, warum man sich nie mit Angestellten einlassen sollte:
- Arnold
- Earl
- Sam
- Michael
- Franz
- Heinrich
- Thomas
- Spencer
- Tom
- und die misstrauischen Blicke, die Pierre selbst abgerissenen Studienkollegen von Lothar zuwirft. Lächerlich. Als ob ich mit jemandem anbändeln würde, der zerrissene Jeans trägt.



Das Ende war kurz und schmerzlos. Pierre hat es wie ein Mann getragen, oder besser gesagt: wie ein Butler. Mit unbewegter Miene und ohne unwürdiges Gezeter. Vielleicht sind Angestellte doch nicht so schlecht ...



Aber nein. Gewisse Grenzen sind wichtig für Sims meines Standes.
Unser Neuer, wie heißt er noch ... ist ja nicht so wichtig, also, jedenfalls, der ist sowieso viel zu alt. Sowohl für mich als auch für Inge, die ja noch ab und zu zu Besuch kommt.
Und er kennt seinen Platz. Ich weiß zwar, dass er meine Liebhaber missbilligt, aber wenigstens wirft er sich mir nicht so aufdringlich an den Hals wie Pierre.

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Familie Redford, Robert und Lisa-Marie

Beitrag  Maike am Do Jun 24, 2010 7:42 am

Der Erfolgsschriftsteller Robert ("Aliens über mir", "Alien in meinem Haus") lebt mit seiner Frau, der Bürgermeisterin Lisa-Marie, und seinen Nesthäkchen Carmen und Henrietta ein inzwischen recht zurückgezogenes Leben. Ein Grund dafür ist der berufliche Erfolg (Robert hat zwei Bücher in Vorbereitung, das neueste wird heißen: "Einsame Spitze"), der andere der Skandal um Roberts Sohn Luiduh, der den Nachbarsjungen umbrachte, der wiederum über 300 Sims aus der Nachbarschaft auf dem Gewissen hatte (verarbeitet in dem druckreifen Manuskript "Alien vs. Alien").

Background: Ausgezogene Kinder sind die bereits verheiratete Emilia und der berühmte Alien Luiduh.



Robert

Oh, das Leben! Das geruhsame Leben - vielleicht auch das Leben an sich - ist so schön und kostbar. Es schlägt Wellen, die einen an ferne Ufer tragen. Eben diese Ufer sind es, an denen ich nun nach all den vergangenen Stürmen in Glückseligkeit schwelge ...
Meine Tochter Henrietta (die frechere von den beiden) hat mir neulich erst gesagt, ich solle mir den Schriftstellerton für meine Bücher sparen. Vielleicht sollte ich das wirklich tun.



Ich wollte eigentlich bloß sagen, dass ich durch die Ereignisse der letzten Zeit zwar einige graue Haare bekommen habe, wir aber gut damit zurecht kommen, uns beruhigt haben und wir viel Zeit im Garten verbringen. Meinen Job in der Firma (Wasserhähne, zur Erinnerung) habe ich aufgegeben, um mich mehr den ungeahnten Freuden des Fabulierens widmen zu können. Oh, Muse der Dichtkunst, dein Name ist Lisa-Marie!
Ich habe es schon wieder getan, nicht wahr?



Nun, wie es aussieht, werde ich gerade dafür bestraft. Tod, deine Schrecken sind ... oh. ein Cocktail? Für mich? Das ist ja ... nett! Aber Moment, warte. Heißt das, ich muss jetzt mitkommen? Jetzt? Was wird aus meiner Familie? Lisa-Marie ... ich kann sie doch nicht allein lassen. Nein, die Hula-Tänzerinnen sind kein geeigneter Ersatz. Ich will lieber bei meiner Frau bleiben. Hey, wo ist der Cocktail hin?! Was soll das heißen, es gibt keine Diskussion?! Wir diskutieren doch gerade, oder nicht? Zwar nicht gerade auf dem Niveau, das ich gewohnt bin, aber ... ich bin doch nicht undankbar. Ja klar, der Cocktail war nett, aber du hast ihn mir ja wieder weggenommen. Und wohin soll ich überhaupt mitkommen. Ich werde nicht ... ach, da gibt es keine Auskunft? Dann viel Spaß bei dem Versuch, mich einfach zu kidnappen. Was soll das heißen, die Aliens hatten keine Schwierigkeiten?! Natürlich hatten die Schwierigkeiten. Das ist doch lächerlich! ... Na von mir aus! Dann geh doch alleine. Ich werde es bestimmt nicht bereuen. ... Langweilig? Nein, finde ich nicht ... und ich brauche auch keinen Vergleich! Ich brauche Lisa-Marie!



Das Dumme ist: Lisa-Marie braucht mich auch. Und ich kann nicht mehr für sie da sein. Ich kann ihr nur noch zusehen. So war das nicht geplant.

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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am Do Jun 24, 2010 12:21 pm

Und meine kleine Carmen erst! Sie war ganz erschüttert, als sie es hörte. Nie werde ich ihren Gesichtsausdruck vergessen. So überrascht und verletzt. Wo sie doch eigentlich meine kleine Starke ist.



Ich gebe ja zu, dass ich Carmen ein wenig bevorzugt habe, weil sie meiner Ätesten Emilia so ähnlich sieht, meinem herzallerliebsten Abendstern. Gerade deshalb hätte ich nicht vermutet, dass es auch ihre Zwillingsschwester Henrietta so hart trifft, mich zu verlieren.



Aber das tut es. Nach außen hin zeigt sie es nicht. Sie versucht stark zu sein, um ihre Mutter und Schwester nicht noch mehr zu belasten. Wenn sie ins Bett geht, flüstert sie mir manchmal zu, dass sie mich vermisst, als würde sie wissen, dass ich sie hören kann.



Doch wenn sie weint, merke ich, dass sie nicht daran glaubt. Die Hilflosigkeit ist das Schlimmste.

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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am Do Jun 24, 2010 8:37 pm

Henrietta zeigt ihre Trauer nicht offen, so dass Carmen und Lisa-Marie nicht viel tun können. Sie haben auch selbst genug zu tragen. Carmen trauert, indem sie sich sehr in ihren neuen Nebenjob stürzt. Genau so habe ich damals auch reagiert, als mein Vater gestorben ist. Henrietta dagegen lässt ihre Emotionen in die Musik einfließen. Sie ähnelt meinem Bruder Thomas so sehr. Luiduh hat ihr für die Dauer seiner Abwesenheit seine Geige geliehen und Henrietta spielt nicht nur mit Gefühl, sondern auch mit viel Talent. Ihre Töne sind so zart und schmelzend, dass man meint, in eine andere Welt versetzt zu sein. Nun trifft das auf mich zwar in gewisser Weise zu, aber ich bin überzeugt, dass es dem Rest meiner Familie ähnlich gehen würde, könnten sie Henrietta spielen hören. Das ist leider sehr unwahrscheinlich, da meine Tochter die Geige erst anfasst, wenn alle anderen aus dem Haus sind.



Noch besser als an der Geige finde ich sie, wenn sie Bass spielt. Sie kann natürlich mit dem Bogen umgehen, aber wenn sie zupft, fehlen mir die Worte. Und ich bin immerhin ein bekannter Schriftsteller. Ihr Schlag ist souverän, punktgenau und doch warm. Ich wünschte, ich könnte meinen Bruder irgendwie auf ihre Begabung aufmerksam machen.

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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am Fr Jun 25, 2010 9:32 am

Am meisten an mein durchsichtiges Herz geht mir aber natürlich meine geliebte Frau Lisa-Marie. Sie ist ja ein wenig jünger als ich, also war uns immer klar, dass ich wahrscheinlich vor ihr gehe. Aber niemals hätte ich vermutet, sie würde einfach alles loslassen, was sie im Leben hielt und sich nur noch treiben lassen.
Meine Schwägerin Elli war da und hat - erfolglos - versucht, Lisa-Marie aufzumuntern.
"Ich weiß, was Verlust heißt, Liebes. Ich habe ein Kind verloren. Aber sich verbuddeln bringt gar nichts, du musst weiterleben!"
"Jaja, Elli. Aber das ist nicht so einfach wie du es hinstellst."
"Ich sag ja nicht, dass es einfach ist. Nur, dass es nötig ist. Und möglich. Ich meine, schau Thomas und mich an. Wir waren am Ende! Und dann waren wir erst wie ihr in Takemizu und dann auf Twikii Island. Das würde dir auch gut tun. Du musst mal raus. Was Neues sehen. Twikii Island würde dir so gefallen!" Enthusiastisch machte sie irgendeine verrückt anmutende Geste, die eher zu einem Teenager gepasst hätte als zu meiner fast greisen Schwägerin. Es sah so lächerlich aus, dass ich gemeinsam mit meiner Liebsten ergeben die Augen schloss und tief durchatmete.
Dann antwortete Lisa-Marie mit gebrochener Stimme: "Nein, Elli. Lass mir meine Trauer. Es dauert ja auch nicht mehr lange, bis ich zu ihm kann."



Später, als Elli wieder fort war, beobachtete ich Lisa-Marie, wie sie auf das Bild schaute, das ich einst von ihr gemalt hatte.
"Weißt du noch?" begann sie zu flüstern. "Weißt du noch, wie schnell das mit uns ging? Wie sehr wir alle überrascht haben mit unserer Hochzeit. Wir waren die ersten hier in Niceland. Und mein Kleid war so schön ... Und was wir alles miteinander durch gemacht haben. Erst unsere Emilia, dann die lange Kinderlosigkeit. Und Luiduh ... unser armer Kleiner konnte nicht einmal zur Beerdigung kommen. Aber du weißt ja, wie sehr er dich geliebt hat. Aaaach, mein Rücken ..." seufzte sie. "Ich bin so alt und grau geworden. Und nun muss ich noch die Katzen füttern ..."
So begann Lisa-Maries einseitiges Gespräch mit mir, das sie immer aufnimmt, wenn niemand sonst in der Nähe ist.



Es scheint sie zu stabilisieren, mit mir zu reden. Zwar hat sie auch vorher ihre Pflichten als Bürgermeisterin mit bewundernswerter Stärke und Konzentration erfüllt, aber zuhause war sie eher ein Schatten ihrer selbst. Eine gut gepflegte Hülle, gefüllt mit Leere. Nun erscheint von Zeit zu Zeit wieder ein Funke in ihren Augen. Und wenn sie schläft, ist sie von Nacht zu Nacht ruhiger. Wie gern würde ich mich zu ihr legen ... Aber diesen Platz hat nun unsere Katze Venus eingenommen.



Ich mag mir gar nicht vorstellen, dass sie sich vielleicht einen neuen Mann sucht. Hübsch genug ist sie schließlich noch, selbst bei Licht betrachtet ist sie die schönste Simine in ganz Niceland. Sogar wenn man meine Voreingenommenheit abzieht. "Sie hat einen einzigartigen Teint, der durch ihr schneeweißes Haupthaar aufs Vorteilhafteste betont wird, und Wangen wie Rosenblüten" wie ich in meinem leider nicht mehr fertiggestellten Manuskript geschrieben habe. Ich hoffe, sie bringt es eines Tages über sich, es zu lesen. Dann wird sie noch einmal - noch ein letztes Mal - eine Liebeserklärung von mir bekommen.


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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am Fr Jun 25, 2010 2:55 pm

Henrietta

Nachdem die letzte Zeit sehr schwer für uns alle war, geht es jetzt endlich wieder aufwärts. Mama war ja sehr mitgenommen, als Papa einfach so in der Küche zusammengebrochen ist. Mit diesem Herzanfall hatte einfach niemand gerechnet. Aber wir kommen klar. Inzwischen.



Wir versuchen, Mama so gut es geht den Rücken zu stärken. Nehmen ihr die Hausarbeit ab (vor allem das Kochen, denn das hat bei uns immer Papa gemacht), sagen ihr, wieviel sie uns bedeutet und verbringen viel Zeit mit ihr, damit sie nicht so oft daran denken muss, wie sehr sie Papa vermisst.



Emilia kommt auch oft vorbei, wie sie es immer getan hat. Sie ist die tollste große Schwester, die man sich wünschen kann. Und jetzt ist sie auch noch schwanger! Alles wäre perfekt, wenn nicht meine zweite Hälfte (Carmen) Emilia meiden würde als hätte die die Pocken.
Das liegt zum einen daran, dass unser Vater die beiden immer verglichen hat und Carmen sich immer wie eine schlechte Kopie von Emilia vokam. Nie um ihrer selbst willen geliebt. Zum anderen daran, dass Emilia Carmens Träume lebt. Sie hat das studiert, was Carmen studieren möchte. Sie hat den Job, den Carmen später möchte. Und sie hat eine Familie. Sie hat sogar ein mitgrünes Auto, so wie Carmen es neulich in einem Prospekt toll fand. Carmen wird nie etwas erreichen können, das Emilia nicht schon erreicht hat. Konkurrenz pur also.



Das ist natürlich nicht Emilias Schuld. Die kann ja nichts dafür, dass sie ein paar Jahre älter ist. Und ihr ist noch nicht so aufgefallen, dass Carmen ihr aus dem Weg geht. Die schiebt es immer auf die Arbeit. Zu allem Überfluss hat Emilia in ihrer ahnungslosen Güte Carmen nämlich auch noch einen Nebenjob in ihrer großen und tollen Rechtsanwaltskanzlei besorgt. Den konnte Carmen schlecht ablehnen, denn dann hätte sie ja erklären müssen, was in ihr vorgeht. Und das will sie nicht. Sie hat es ja nicht einmal mir erzählt, aber wir beide müssen auch nicht viel reden, um zu wissen, was in der anderen vorgeht.

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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am So Jun 27, 2010 7:49 am

Simmosim, heute war ja vielleicht ein Tag! Wir haben uns verliebt. Aber ich fange am besten von vorne an.
Unsere Mutter ist ja die Bürgermeisterin von unserer Region. Und weil man als Politiker immer gute Kontakte pflegen muss, hat sie den neuen Schuldirektor diesen Sonntag zum Mittagessen eingeladen. Damit das Ganze nicht zu steif wird, hat sie uns verdonnert, auch zu dabei zu sein.
Er heißt Mario Cummings und ist umwerfend. Das hat wohl auch Carmen gleich gedacht, als sie ihn an der Haustür begrüßte. Von der ersten Sekunde an klebten wir an seinen Lippen. Er ist so frisch und untypisch für einen Schulleiter. Doktordoktor Baker ist zwar auch nicht übermäßig steif staubig, aber eben älter und so furchtbar gebildet und so. Mit Herrn Cummings kann man sich richtig unterhalten.



Nach dem Essen kochte Mama gerade in der Küche den Kaffee und Mario stand auf, um mit unserer Katze zu spielen. Venus hat wie wir alle einen Narren an ihm gefressen. Da beugte sich Carmen zu mir rüber und flüsterte aufgeregt: "Ist er nicht totaaaaal süüüüüß?"



Ich wollte schon antworten, dass wir überraschenderweise mal wieder einer Meinung seien, oder irgendsowas, aber da fuhr sie fort: "Ich glaube, ich bin das erste Mal wirklich wirklich wirklich verliebt. Es ist richtig ernst. Ich weiß ja, dass es nicht geht, aber ich glaube, ich habe eine Chance. Er mag mich."
Und da musste ich schon heftig schlucken. Denn erstens hatte Carmen "mich" gesagt. Nicht "uns". Ich fühlte mich von meiner zweiten Hälfte abgespalten. Und zweitens fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass es mir genauso ging. Ich empfand deutlich mehr als bei all unseren harmlosen Schwärmereien vorher. Und auch ich wollte, dass er MICH mochte.



Vielleicht ist der einzige Unterschied zwischen uns, dass ich mir nicht so viel Illusionen über die Chance auf eine Lehrer-Schüler-Beziehung mache. Während ich Carmen leise und abwehrend antwortete: "Aber Carmen, er ist unser DIREKTOR!", lachte sie nur und flirtete das gesamte Kaffeetrinken über ungeschickt herum, so gut so was eben geht, wenn die eigene Mutter neben einem sitzt. Den peinlichen Höhepunkt erreichte sie kurz bevor er gehen wollte. Unsere Mutter ging noch einmal kurz in ihr Büro, um einen Ordner zu holen und Carmen flötete, sie wolle jetzt Sport treiben, also ging sie los, um sich umzuziehen.
Plötzlich allein mit Herrn Cummings verließ mich fast meine angeborene Schlagfertigkeit. Aber er kam anscheinend gar nicht auf den Gedanken, ich könnte einfach nur verlegen sein und fragte einfach so ins Blaue hinein:
"Spielst du auch ein Instrument, Henrietta?"
"Ja, Geige und Bass." stammelte ich etwas überrumpelt.
"Was spielst du da so?"
"Ach, ganz unterschiedlich, äh, also ... ein bisschen klassisches Zeug, aber auch viel anderes ..."
Unglaublich, mir fehlten wirklich die Worte. Das passierte mir doch sonst nie. Wahrscheinlich grinste ich auch noch debil.



"Ich kann ja mal ein paar Noten holen," fiel mir ein, um aus der Situation zu flüchten.
Als wir dann auf dem Sofa saßen und ich ihm ein paar Sachen zeigte (wie sinnlos, die wenigsten Leute können Noten so lesen, dass sie sich die Musik vorstellen können, aber er tat zumindest so, als ob es ihn interessierte), hüpfte Carmen die Treppe herunter - in ihren knappsten Sportsachen. Mit dem rosa Glitzeroberteil. Oh Sim! Wir sind beide sooo peinlich. Verliebt sein ist schrecklich!



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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am So Jun 27, 2010 7:45 pm

Als er endlich weg war, kam unsere Kusine zu Besuch. Sakura ist zwar schon mit der Schule fertig und auf dem College, aber das Semester hat noch nicht angefangen, also hat sie ziemlich viel Zeit, als Single und so. Ich weiß gar nicht, wieso sie noch keinen Freund hat. Die Sims standen schon immer Schlange bei ihr und nicht wenige munkeln, dass Gabriel Dusing ihretwegen nach World's End gegangen ist. Wir als kleine Kusinen verehren sie natürlich auch und nutzen jede Gelegenheit, sie über das Leben als zwei Wochen älterer Sim auszufragen. Wir müssen schließlich wissen, was auf uns zukommt. So auch diesmal: kaum ist Carmen aus der Dusche, setzt sie sich zu uns und feuert ihre erste Frage auf Sakura ab: "Wann warst du zum ersten Mal verliebt, Sakura?"



Sakura schmunzelte bloß und antwortete gleich mit Gegenfragen: "Wen von euch beiden hat es denn erwischt? Und wer ist der Glückliche?"



"Ich!" sagte Carmen selbstbewusst und das Wort ging mir durch und durch. Sind wir nicht Zwillinge? Müsste sie nicht spüren oder sogar wissen, dass wir gleich sind? Dass wir dasgleiche empfinden? Offensichtlich nicht, denn nun zählte sie mit Leidenschaft sämtliche körperlichen Symptome auf, die uns plagen, sobald wir an Mario Cummings denken. Und jeder Satz begann mit ICH.



Zuletzt von Maike am So Jun 27, 2010 7:56 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Niceland II

Beitrag  Maike am So Jun 27, 2010 7:55 pm

"Und wer ist es nun?" unterbrach Sakura meine Schwester schließlich und erfragte damit die Identität des geheimnisvollen "ER".
Natürlich zierten wir uns ein wenig, aber irgendwann gab Carmen zu: "Unser neuer Lehrer."
Sakura grinste verständnisvoll, was uns ermutigte, also sagte Carmen: "Genauer gesagt, unser neuer Direktor."
Das brachte Sakura kurz aus dem Gleichgewicht. Kann ich gut verstehen. Das macht die Sache schließlich vollkommen aussichtslos. Aber sie hatte sich gleich wieder unter Kontrolle.
"Seit wann haben wir einen neuen Schuldirektor?" fragte sie ruhig, um das Unvermeidliche hinauszuschieben.
Ich übernahm das Erläutern: "Der alte, also, Doktordoktor Dingsbums, äh..."
"Baker", half sie mir aus.
"Genau, also der hat doch jetzt eine Stelle auf dem College angenommen. War wohl ziemlich kurzfristig, so wie ich das verstanden habe."
"College," wiederholte Sakura tonlos, "College." Dann, mit Falten auf ihrer hübschen Stirn, bestätigte sie, was ich mir auch schon gedacht hatte: "Meine liebe süße Carmen. Das mit deinem Direktor schlägst du dir am besten sofort wieder aus dem Kopf. Das wird nichts. Und falls doch, gibt es nur jede Menge Ärger, glaub mir." Mit diesen Worten stand sie auf und erklärte, sie müsse jetzt nach Hause. Gwenda hatte sie gebeten zu babysitten.



Im Gegensatz zu mir war Carmen nicht Sakuras Meinung. Unsere Einheit hatte einen Knacks mehr erhalten. Missmutig sah sie zu, wie ich Sakura zur Tür brachte.



Während wir uns ein paar Reste zum Essen warm machten, brach sie ihr schmollendes Schweigen und fragte mich: "Was ist eigentlich los mit dir? Du bist echt keine große Unterstützung gewesen. Wie kannst du ruhig sein, wenn sie so was zu mir sagt?"
Ich wusste nicht recht, was ich sagen sollte. In mir tobten so viele verschiedene Gefühle, dass ich kaum wusste, wo oben und unten war. "Was hast du gesagt? Ich habs nicht ganz verstanden," murmelte ich daher, um etwas Zeit zu gewinnen.
"Ich hab dich gefragt, was mit dir los ist!" sagte Carmen nun deutlich gereizt. "Bist du etwa eifersüchtig?"
"Eifersüchtig?" Ich war erschreckt und gleichzeitig hoffnungsvoll. Vielleicht war sie ja doch noch in der Lage, mein Herz zu lesen und merkte, dass ich Marion Cummings genauso sehr mochte wie sie. Aber so war es nicht.
Sie sagte: "Ja, eifersüchtig. Weil du merkst, dass ich diesmal wirklich ernsthaft verliebt bin. Und du mich nicht mit jemandem teilen möchtest." Lauernd sah sie mich an.
"Du hast echt keine Ahnung! Das ist doch Blödsinn!" knurrte ich enttäuscht. Und bevor sie mich weiter ausquetschen konnte, sagte ich: "Ich bin einfach nur müde. Und es war mir jetzt ein bisschen zu viel Herr Cummings-Gequatsche. Lass uns einfach nur ab und zu das Thema wechseln, ja?" Ich brachte ein gequältes Grinsen zustande, das mir zumindest Ruhe vor weiteren Nachfragen bescherte. Aber innerlich war ich aufgewühlt. Unser Herz war zerbrochen.

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Familie Dusing, Dana und Leander

Beitrag  Maike am Mo Jun 28, 2010 10:11 am

Dieser einstige Chaos-Haushalt ist inzwischen auf drei Bewohner geschrumpft.
Nahezu paralysiert von den Geschehnissen leben hier Leander, der "Wirt" des mörderischen Aliens Trillo, sowie dessen durch ihre grüne Hautfarbe stigmatisierte Tochter Cora. Besonders Leanders Frau Dana, die gute Hexe, macht sich Vorwürfe über Vorwürfe, das ausgerechnet aus ihrer Familie ein Massenmörder hervorgegangen ist. Sie gibt sich der Illusion hin, sie hätte mit ihrem guten Einfluss all die Schreckenstaten verhindern müssen.

Background: Ehemalige Kinder dieses Haushalts sind zum einen der glücklich verheiratete Arzt Viktor, dann der böse Alien Trillo. Dana nahm noch ihre Nichten Marta und Olivia auf, zwei der Kinder ihrer Schwester Carola (eine böse Hexe), die sowohl magische Begabung als auch Gesinnung ihrer Mutter übernahmen, was Danas Leidensfähigkeit bereits stark prüfte. Noch dazu wurde Marta von Trillo schwanger und gebar die grüne Cora. Dana und Leander selbst hatten noch Zwillinge bekommen, Gabriel und Gwenda. Ersterer verliebte sich unglücklich in Sakura und versuchte sich das Leben zu nehmen, als Trillo ihm unsanft beibrachte, dass sie bereits einen Freund hatte. Ein seltsamer Zauber-Wissenschafts-Cocktail seiner Eltern hielt ihn am Leben, allerdings in einer Art Dornröschenschlaf, aus dem er in 100 Simtagen erwachen würde, um dann stimmlos innerhalb von nur einer Woche seine wahre Liebe zu finden und zu küssen. Als wäre dieser Schicksalsschlag für die Familie nicht schlimm genug, entschloss sich Trillo, seiner Halbnichte Audrey (Gwendas Tochter) den Garaus zu machen. Das schaffte er zwar nicht, er tötete aber ihren Vater Benjamin, Gwendas Ehemann. Nach Trillos Tod wurde offenbar, dass er die Ursache für das Verschwinden und die Ermordung von über 300 Sims der Region war.



Leander

Ich weiß nocht, wie ich es erfuhr. Luiduh rief an und bat Dana und mich, zu Gwendas Häuschen zu fahren, damit wir uns um Audrey kümmerten. Er erzählte uns zunächst nur, Benni sei etwas zugestoßen. Das allein war schon so entsetzlich, dass ich gar nicht mehr weiß, wie wir es raus aufs College-Gelände schafften. Und es war ja nur die Spitze des Eisbergs ...



Als uns das Ausmaß von Trillos Mordlust vor Augen gestellt wurde, ertrank ich fast in Selbstvorwürfen. Ich hatte dieses Monster geboren, gefüttert, gepflegt, aufgezogen und ... geliebt. Dana schloss sich nach einem Besuch am Massengrab tagelang in ihrem Kesselzimmer ein. Cora wurde ihrer grünen Hautfarbe wegen gemeinsam mit Luiduh in Untersuchungshaft genommen.



Man ließ sie bald wieder laufen, auch wegen der Zeugenaussagen von Viktor und seinen Freunden, die sie als harmlos einstuften. Die härtesten Vorwürfe, die ihr gemacht wurden, waren ihre ständigen Schummelversuche beim Schach. Die Polizei hatte auch Besseres zu tun. Nun, wo sie wussten, wonach sie suchen mussten, fanden sie überall Mikrospuren von den schwarzen Klumen, die aus Trillos Opfern geworden waren und rekonstruierten Tathergänge und Todeszeitpunkte. Unser Haus wurde auf den Kopf gestellt. Und tatsächlich hatte mein Alien auch hier seine Untaten begangen. Eine Spur fand man auf der Veranda, eine andere sogar neben unseren geliebten Schachtischen.





Wir überlegten, ob wir umziehen sollten, entschieden uns letzlich aber dagegen. Wir würden der Vergangenheit ohnehin nicht entkommen.


Zuletzt von Maike am Di Jul 13, 2010 7:13 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Niceland II

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