Pleasantville - Schein oder Sein; Klappe die Zweite

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Vorstellung der Studenten am College Akademie Le Tour

Beitrag  Miyon am Mo Okt 26, 2009 10:33 am

1. Familie O´Feefe, Delilah

Delilah hatte keinerlei Verlangen, sich im Wohnheim anzusiedeln und zum Glück konnte sie günstig in einem kleinen Häuschen unterkommen. Sie sieht ihrem ersten Jahr voller Wissensdurst entgegen.



Delilah (Wissen) ist im 1. Semester und hat sich für Literatur eingeschrieben. Ihr künftiges Berufsziel sieht sie im Erreichen des Postens einer Weltraumpiratin.

2. Familie Scharf, Erwin und Roxie und Familie Kraft, Jonas

Edwin ist mehr aus praktischen Gründen bei seiner Schwester Roxie und ihrem Mitbewohner/Freund was auch immer eingezogen. Außerdem kann er so den lästigen Kontaktversuchen in einem Wohnheim entgehen.



Edwin (Wissen) ist im ersten Semester und, da er anstrebt es bis zum Weltklasse Ballettänzer zu schaffen, studiert Schauspiel. Um dem Klischee gleich nachzukommen, ja, er maaaaag Männer ... und ehrlich gesagt ist er Roxies Freund nicht ganz abgeneigt.

Roxie hat zähneknirschend ihren kleinen Bruder bei sich aufgenommen, sie wollte es sich mit der Familie nicht verscherzen. Aber sie weiß, dass er auf ihren Freund steht ... eigentlich sieht sie das ganz locker ... trotzdem muss man kleinen Geschwistern nun mal zeigen, wo ihr Platz ist.



Roxie (Romantik) hat ihr erstes Jahr mit einem Schnitt von 2, 0 abgeschlossen. Ihr Studium der Psychologie kann sie ganz praktisch bei ihrer Leidenschaft für Männer umsetzen und sie sammelt sich fleißig ihrem Lebensziel von 20 Abenteuern entgegen.

Jonas kennt Roxie schon von der Schule aus, sie haben ihre ersten romantischen Erfahrungen miteinander geteilt und so hat es sich ganz natürlich ergeben, dass er mit ihr zusammengezogen ist. Beide stellen wenig Ansprüche aneinander.



Jonas (Romantik) hat sein erstes Jahr mit einem Schnitt von 2,2 abgeschlossen, was vor allem an seiner Beliebtheit bei den Professorinnen liegen dürfte. Das Fach Philosophie birgt viele Damen, die seinem Charme empfänglich sind und er strebt dem selben Ziel entgegen wie Roxie.

3. Familie Flexor, Max und Trend, Michi

Max ist mit seinem Freund Michi zusammengezogen; nicht wirklich direkt zusammengezogen, eher nebeneinandergezogen aber sie können einfach an der Tür nebenan klopfen und sind beim anderen daheim. So wie in Kindertagen.



Max (Ruf) studiert im ersten Semester Philosophie und sieht seine Zukunft in der Gastronomie. Er debattiert gerne über die Philosophische Tiefe der Zubereitung von Tintenfischen ...

Michi ist Max´ Schulfreund und die beiden ergänzen sich wunderbar, abgesehen von dem einen Punkt, dass Max Hummeln im Hintern hat und Michi einfach - stinkfaul ist, aber wirklich stinkfaul.



Michi (Familie) hat sich im ersten Semester für Schauspiel eingeschrieben, er geht davon aus dass das erstens nicht anstrengend ist und er zweitens dort leicht der künftigen Mutter seiner sechs Kinder, deren Hochzeiten er übrigens schon plant, zu begegnen.

4. Familie Groß, Marla

Marla ist ins Wohnheim Lam Plaza gezogen, was sie aufgrund ihrer großen Schüchternheit sehr viel Überwindung gekostet hat.



Marla (Wissen) träumt davon, ganz konträr zu ihrem Charakter, Zauberkünstlerin zu werden und hat sich dementsprechend für Schauspiel eingeschrieben. Ja, stille Wasser sind tief ...

5. Familie Frost, Ellen

Ellen hat ihr Ziel fest vor Augen, und keinerlei Absicht, sich davon abbringen zu lassen. Partymachen konnte sie nie etwas abgewinnen und Freundlichkeit wird ihrer Meinung nach weit überschätzt.



Ellen (Ruhm) hat sich im 1. Semester für Mathematik eingeschrieben. Da sie ihren Erfolg in der Unterwelt sieht, kann es sicher nicht schaden, abstrakt und logisch sowie mit Zahlen jonglieren zu können.

6. Familie Schnee, Emily

Emily ist eigentlich ziemlich schüchtern, aber sie liebt es, Streiche zu spielen und die Realität hinter sich zu lassen. Dabei ist sie durchaus nicht dumm ...



Emily (Wissen) hat sich für Physik eingeschrieben, Gesetze der Mechanik, Dreidimensionalität und ähnliches sind für Spieleentwickler sicherlich nur hilfreich. Und ganz so nebenbei, ihr romantisches Interesse lebt sie in beide Richtungen aus.

7. Familie Witz, Jack

Jack sieht das Collegeleben als seine Chance, Party und Musik zu machen und coole Songs zu schreiben. Und natürlich die Damenwelt unsicher zu machen.



Jack (Romantik) hat sich für Literatur eingeschrieben, ein Rock-Gott muss schließlich mit Worten jonglieren können. Ein Frauenheld natürlich auch ...

8. Familie Gasser, Paulchen

Paulchen interessiert sich sehr für Politik und hat sich deshalb bei Le Tour eingeschrieben, da in diesem Fach hier schon einige herausragende Politiker hervorgegangen sind.



Paulchen (Familie) träumt aber eigentlich schon von seiner Goldhochzeit und hofft daher auch, hier der großen Liebe seines Lebens zu begegnen. Vielleicht findet er sie ja in den Vorlesungen zur Politikwissenschaft?

9. Familie Zaster, Tom

Ah, Tom liegt eigentlich auf einer Wellenlänge mit Ellen. Sie beide agieren gerne hinter den Kulissen.



Tom (Ruhm) sieht sich aber nicht als Nachfolger von Al Capone sondern als Leiter des SCIA. Wobei ... na ja, ungesagtes spricht für sich. Er hat sich im 1. Semester BWL eingeschrieben, da auch der SCIA nun mal ein Unternehmen ist. Was seine romantischen Interessen betrifft liegt er eher auf einer Wellenlänge mit Emily ...


Zuletzt von Miyon am Sa Feb 02, 2013 4:58 pm bearbeitet; insgesamt 18-mal bearbeitet
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Pleasantville - Familie Alteisen - Woche 1

Beitrag  Miyon am Mo Okt 26, 2009 11:29 am

Herbert und Karla Alteisen haben ihre neue Wohnung bisher nur von außen in Augenschein nehmen können. Doch der erste Eindruck hat ihnen sehr zugesagt, vor allem die wenigen Nachbarn und die ruhige Lage. Gut, die ruhige Lage hat mehr Karla zugesagt ...



Die untere linke Wohnung ist es geworden, das neue Reich der beiden. Gut, der Balkon ist ziemlich klein aber sie sind sowieso beide keine großen Sonnenanbeter oder Gastgeber. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass es sich mit den Nachbarn angenehm leben lässt.

Und Karla hat sich durchgesetzt und einen langgehegten Traum erfüllt. Zwei Katzen zählen nun zum Haushalt, zwei stolze Ragdolls. Mina und Michel. Karla´s Ein und Alles.



Mina hat gleich einmal das Bett beansprucht und widmet sich gemächlich der Körperpflege. Um gleich mal die Fronten zu klären ...

Um gleich darauf davon vertrieben zu werden. Manche Dinge möchte eine Katze aber auch nicht wirklich hautnah miterleben.
Herbert schwingt Karla lachend im Kreis und lässt sich mit ihr aufs Bett fallen.
Breit lächelnd blickt er auf sie hinab.
"Karlalein, mein Herz ... du weißt schon, dass eine Wohnung nur Glück und Heim verspricht wenn sie entsprechend eingeweiht wird?"
Karla blickt etwas atemlos zu ihrem Herbert auf, eine leichte Röte steigt ihr in die Wangen.
Sie lächelt leicht.
"Ach, Herbie ..."
Ganz unmerklich zuckt Herbert zusammen, fängt sich dann aber schnell wieder.
"Ach, Herbie ... ich liebe dich."
Herbert senkt seinen Mund auf ihren herab.



Karla gibt sich dem Kuss ganz hin, dem Moment und ihrem Herbert.
Hoffend, dass wirklich Glück und Heim folgen mögen.

Etwas später hebt Karla den umherstreunenden Michel hoch und gibt ihm ein Küsschen.
"Na, du süßer, süßer kleiner Wonneproppen. Gefällt dir dein neues Heim? Mir gefällt es sehr, mein kleiner Michel."



Wieder gibt sie ihm ein Küsschen.
"Und deinem Papalein gefällt es auch, Michelchen. Nicht wahr, Herbielein?"
Karla knuddelt Michel eng an sich, streichelt ihm über das Fell.
Sie wirft einen Blick zum Sofa.
Herbert ist völlig in sein Naturkundebuch versunken. Schon damals hat es sie gewundert, dass ein Mann wie er sich so für die Natur begeistern kann ...



Aber was denke ich denn da ...
"Herbert?"
Zerstreut blickt Herbert auf.
"Was ist denn, Karla?"
"Gefällt dir die Wohnung?
"Aber natürlich. Du hast wie immer einen guten Geschmack bewiesen, mein Herz."
Er klappt das Buch zu.
"Allerdings will diese geschmackvolle Wohnung finanziert werden. Da muss ich mich wohl an die Stellenanzeigen setzen."

Also durchforstet Herbert die Stellenangebote im Computer und sucht nach einem Job, der ihm zusagt und dennoch die Haushaltskasse füllt. Große Lust zum Arbeiten hat er nicht wirklich, aber die Verantwortung für Karla, die Wohnung und die Katzen lastet nun einmal auf ihm, auch wenn er diese scheut wie der Teufel das Weihwasser. Aber in den letzten fünfzig Jahren hat er nun mal gelernt, damit zu leben.



"Na, das sieht doch mal ganz gut aus ..."
Herbert studiert die Stellenanzeige genauer.
Und nimmt dann die Stelle als Caddie an.
"Muss ich zwar früh raus, aber was soll´s. Dafür habe ich den Rest vom Tag zur Verfügung."

"Es ist zwar nur ein kleiner Job, aber er wird die ersten Kosten decken. Und vielleicht schaffe ich es ja diesmal auch, aufzusteigen."
Karla beisst von ihrem Brot ab und nickt.
Dann sieht sie Herbert an.
"Außerdem ... na ja ... wo wir doch Mina und Michel haben ... vielleicht können wir ja auch etwas für die beiden finden?"



Herbert runzelt die Stirn.
"Ich soll unser Geld von Tieren verdienen lassen?"
Karla schluckt nervös.
"Herbielein ..."
Diesmal zuckt Herbert deutlich sichtbar zusammen.
Karla hebt beschwichtigend die Hand.
"Herbert ... weißt du, ich habe in der Zeitung schon eine Anzeige gesehen, in der sie Tierkomparsen suchen, und das wird wirklich nicht schlecht bezahlt. Und viele lassen ihre Tiere inzwischen arbeiten ... und ..."
Herbert schweigt vor sich hin
Und Karla beisst betrübt wieder in ihr Brot.

Mina und Michel lassen sich von der etwas gedrückten Stimmung nicht stören.
Mina wetzt ihre Krallen und der eher faule Michel gönnt sich ein kleines Nickerchen.
Die Frage ihrer möglichen oder nicht möglichen Arbeitstätigkeit lässt die beiden eindeutig kalt.



Vom Esstisch aus beobachtet Herbert die beiden Katzen wärend Karla den Tisch abräumt und still den Abwasch erledigt.
Ihre Niedergeschlagenheit ist ihm unangenehm.
Eigentlich hat sie ja nicht unrecht ... Und wenn die zwei arbeiten muss ich mich nicht so krummbiegen. Aber der M A N N im Haus ist doch der Versorger und nicht irgendwelche Viecher. Was denke ich denn da, ich mag Katzen doch ... MANN! Ich hasse das alles ...
Dann fängt Herbert Karlas feuchten Blick auf.
Und stöhnt leise.
Er hasst das alles ...
Seufzend steht Herbert auf und geht zu Karla hinüber.
Er hebt sanft ihren Kopf an und legt ihr seine Hand auf die Wange.
"Karla ..."
Er schluckt.



"Herbert ... es tut mir Leid. Ich wollte dir wirklich nicht unterstellen, dass du -"
"Karla. Es tut MIR leid, in Ordnung. Du hast ja Recht. Völlig Recht. Ich bin eben noch vom alten Schlag und brauch manchmal einen kleinen Anstoß. Das weißt du doch ... Nochmal, es tut mir Leid, ich will nicht, dass du traurig bist. Meld die Katzen für den Job an, ja? Das war eine gute Idee."
Karla legt ihre Hand auf seine und lächelt ihn an.
"Ich liebe dich, Herbert. Wirklich. Ich will doch nur, dass wir glücklich sind."
Herbert nimmt sie in die Arme und seufzt leise.
"Ich weiß, Karla. Ich weiß."

Der Rest vom Tag klingt ruhig aus und von den Nachbarn lässt sich bis jetzt auch niemand blicken.
Was sowohl Herbert wie Karla ganz genehm ist, können sie sich doch erst einmal mit ihrer Wohnung vertraut machen.
Und abends früh zu Bett gehen und die Nähe des anderen suchen.



Karla lauscht auf Herberts Atem, er scheint tief zu schlafen.
Seine Brust hebt und senkt sich regelmäßig an ihrem Rücken und sein Arm liegt fest um ihre Taille.
Und trotzdem scheint etwas zu fehlen. Sie merkt schon lange dass etwas fehlt. Auch deshalb wollte sie umziehen. Sie hofft, dass die Nähe der Familie die Dinge wieder zusammenfügt.
Ich liebe ihn doch ... Ich will nur, dass wir glücklich sind. Bitte, lass uns glücklich sein.


Zuletzt von Miyon am Sa Feb 02, 2013 5:24 pm bearbeitet; insgesamt 14-mal bearbeitet
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Pleasantville - Familie Alteisen - Woche 1

Beitrag  Miyon am Mo Okt 26, 2009 11:33 am

"Na, du Staranwärter ..."
Herbert sinkt in die Knie und krault Michel hinter den Ohren. Michel schnurrt leise und genießt die Aufmerksamkeit.
"Ja, ganz gelassen wie sich das für einen Profi gehört. Wir beiden Männer werden schon für unsere Frauen sorgen, nicht wahr?"



Mina ignoriert Herbert und Michel geflissentlich und beobachtet Karla lieber beim Frühstück machen. Vielleicht fällt ja noch ein Happen für sie ab, wer weiß?
Karla summt beim Belegen der Brote leise vor sich hin.
Herbert wirft ihr einen Blick zu und zieht eine Braue hoch.
"Ist das nicht der Bosanova ... ?"
Karla lächelt.
"Ja, schuld war nur der Bosanova, weißt du nicht mehr?"

"Staranfänger trifft es nun wirklich ..." murmelt Karla leise vor sich hin, als die Fahrgemeinschaft für Mina und Michel am späten Vormittag eintrifft.
Sie schüttelt den Kopf.
"Nur gut, dass Herbert schon bei der Arbeit ist. Der Arme würde gewaltig fluchen wenn er diesen Wagen sehen würde. Wo seine Fahrgemeinschaft doch direkt vom Schrottplatz zu kommen schien."



Mina nimmt diesen selbstverständlichen Luxus mit aller gebotenen Würde an und nimmt den Wagen mit eleganten Sprung in Besitz. Michel schleicht noch eine Weile um die Reifen herum bevor er seiner Herzensdame schließlich folgt. Und erfreut sich an der außerordentlichen Bequemlichkeit der Sitze ...

Den restlichen Vormittag widmet sich Karla den anfallenden Hausarbeiten und dem letzten Entpacken der Kartons. Überraschend schnell ist sie mit ihrer Arbeit fertig und mit der Tatsache konfrontiert, dass ihre Liebsten noch einige Stunden bei der Arbeit und sie allein im Haus ist. Von Seiten der Nachbarn hat sie noch nicht viel mitbekommen und es entspricht nicht wirklich ihrem Naturell, selber den Kontakt zu suchen.
Seufzend setzt sie sich aufs Sofa.
"Ich könnte ja Marie-Claire anrufen, aber die ist um diese Zeit wohl auch noch bei der Arbeit und die Zwillinge in der Schule. Du meine Güte ... in der alten Wohnung hatte ich wirklich viel mehr zu tun und auch Kontakt zu den Nachbarn. Hoffentlich lässt sich bald jemand von Ihnen sehen, ich würde doch gerne wissen, wer das Haus mit uns teilt. Aber was fange ich mit den nächsten Stunden bloß an?"
Ihr Blick fällt auf die Fernsehzeitschrift.



"Oh, dieser Humphrey Bogart ist wirklich ein ... ach ich finde kein ausreichend treffendes Wort für ihn."
Karla kichert ganz leise.
"Wenn ich daran denke, wie sehr ich früher für ihn geschwärmt habe. Wie schön, dass sie Casablanca immer noch zeigen. Ich hatte wirklich fast vergessen, wie gerne ich Filme sehe. Herbert ist so gar nicht dafür zu begeistern. Der starrt lieber stundenlang in den Himmel, um irgendwelche Vögel zu entdecken."
Entspannt lehnt sie sich ins Sofa zurück und verliert sich in Humphrey´s Augen.

Nach dem Ende des Films, streckt sich Karla durch und stellt dabei fest, dass sie ordentlich geschwitzt hat. Es ist heißer als sie dachte, was ihr auch ein Blick aus dem Fenster bestätigt. Die Sonne brennt vom Himmel herab. Sie nimmt eine kleine Dusche und zieht sich um. Vor dem Spiegel dreht sie sich und winkt sich dann vergnügt zu.
"Das Kleid wird Herbert bestimmt gefallen. Er sieht doch so gerne Haut."
Sie kichert leise und begibt sich dann in die Küche um das Mittagessen zuzubereiten.



Summend knetet sie die Masse für die Hamburger und streut kräftig frische Kräuter hinein.
Mitten in ihrer Arbeit fährt die Fahrgemeinschaft vor, und die beiden Katzen springen eilig aus dem Auto und huschen durch die Katzentür in die Küche.
Die Eiligkeit von Michel und Mina erklärt sich sehr schnell als sie durch das Wohnzimmer rasen, durch die Balkontür stürmen und in ihrem Katzenhäuschen auf dem Balkon verschwinden. Die folgenden Geräusche lassen keine Zweifel an ihrem Zeitvertreib.



Karla zieht die Augenbrauen hoch und knetet weiter ihre Hamburger.
"Na, dann hoffe ich doch auf einige süße Kätzchen von euch zwei, wenn ihr schon einen solchen Lärm mitten am Nachmittag veranstaltet. Süße kleine Kätzchen."


Zuletzt von Miyon am Sa Feb 02, 2013 5:31 pm bearbeitet; insgesamt 9-mal bearbeitet
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Pleasantville - Familie Alteisen - Woche 1

Beitrag  Miyon am Mo Okt 26, 2009 11:35 am

Karla nutzt das schöne Wetter, um sich an einen der Tische auf der Terrasse neben ihrer Wohnung zu setzen und in Ruhe ihren Hamburger zu genießen. Abgesehen von den tollenden Katzen sind keine Geräusche zu hören, die anderen Bewohner sind wohl alle unterwegs. Karla beisst in ihren Hamburger, irgendwie findet sie die Stille plötzlich bedrückend.



Karla isst ihren Hamburger zu Ende und erhebt sich dann um Teller und Besteck aufzuräumen. Auf dem Weg zurück, um den Tisch zu säubern, hört sie energische Schritte hinter sich und dreht sich um. Eine junge Frau kommt die Straße entlang.

Die junge Frau fängt Karlas Blick auf und kommt ihr lächelnd mit ausgestreckter Hand entgegen.
Karla schüttelt ihr die Hand.
"Guten Tag. Ich bin Judith Larson. Ich bin vor kurzem mit meinem Bruder in die Downtown gezogen und wollte das schöne Wetter ausnutzen, um Pleasantville etwas zu erkunden. Eine hübsche und friedliche Stadt haben Sie hier, muss ich sagen."



Karla schüttelt den Kopf.
"Ich bin keine Bürgerin dieser Stadt."
Sie räuspert sich.
"Beziehungsweise, ich bin es erst seit kurzem. Mein Name ist Karla Alteisen und ich bin ebenfalls vor kurzem mit meinem Mann Herbert hierhergezogen. Wir wollten näher bei unserer Tochter und unseren Enkelinnen sein."
Sie zögert kurz.
"Möchten Sie vielleicht etwas trinken, Frau Larson? Wenn Sie wirklich von der Downtown bis hierher gelaufen sind, müssen Sie doch am Verdursten sein. Das ist eine ganz schöne Strecke."
Judith nickt lachend.
"Allerdings. Ich fürchte, ich habe mich etwas überschätzt. Und ich würde gerne etwas trinken, vielen Dank."
Dann lächelt sie verschmitzt.
"Und ... ich will nicht unverschämt erscheinen, aber ich habe gesehen, dass Sie hier im Haus einen Whirlpool zur Verfügung haben. Wir könnten ihn vielleicht zusammen benutzen, uns erfrischen und dabei bessere Bekanntschaft schließen?"
Karla ist etwas überrumpelt.
Lautes Miauen und Lachen enthebt Karla erst einmal einer Antwort. Sie und Judith Larson wenden sich um und entdecken Karlas Nachbarn Julien Spaß-Bremsé, der Michel zu erstaunlichen Luftsprüngen animiert. Bis jetzt ist Karla Julien noch nicht begegnet, aber dieses Bild macht ihn ihr schon mal sympathisch.



"Ah oui, p´tit chat, t´es un vrai artiste, n´est-ce-pas? Allez, encore plus haut! Komm, noch höher, mein Kleiner. Fang meinen Finger, na komm!"
Michel verpasst Julien´s Hand immer wieder knapp, bleibt aber unermüdlich dran.
Schließlich erhebt sich Julien lachend und entdeckt die beiden Frauen.

"Also, Frau Alteisen, auf das Getränk komme ich gerne zurück. Und was sagen Sie dazu, Ihren Haus-Whirlpool zu nutzen. Vielleicht leistet uns ja auch der eine oder andere Ihrer Nachbarn dabei Gesellschaft."
Judith Larson blickt Karla erwartungsvoll an.
Karla zögert ziemlich.
Also einfach so mit einer unbekannten Person in den Whirlpool steigen ... ganz allein ...



Währen Karla zögert, wendet sich Judith zu Julien um und verwickelt ihn in ein Gespräch.
Er lenkt allerdings das Whirlpoolangebot dankend ab.
"Non, merci. Das ist eine gute Idee, aber ich werde gleich von meiner Fahrgemeinschaft abgeholt. Warum fragen Sie nicht Gerd Gieke über Ihnen, Frau Alteisen? Soweit ich weiß, ist er noch arbeitssuchend und sucht ebenfalls Anschluß."
Jetzt ist Karla in Zugzwang.
Die Ankunft von Herberts Fahrgemeinschaft erlöst sie aus ihrer Notlage.
Der nimmt das Angebot begeistert an, lädt Gerd Gieke ein, plaudert fröhlich mit Judith Larson und nimmt Karlas Hand um sich mit ihr in der Wohnung umzuziehen und sie dann zum Whirlpool zu führen.



Entspannt plaudernd sitzen Karla, Judith, Herbert und der junge Gerd Gieke im Whirlpool, genießen die Sonne von oben und das kühle Nass unterhalb des Halses. Karla lehnt sich zurück. Judith und Gerd sind wirklich nette Menschen und es ist eigentlich ganz angenehm, so zusammenzusitzen und die Gesellschaft anderer als ihrer Familienmitglieder zu genießen.
Und so verplaudern Karla und Herbert auf angenehme Weise den Nachmittag mit Judith Larson und Gerd Gieke. Als langsam die Dämmerung hereinbricht, lädt Karla aus der Stimmung heraus Judith und Gerd zu einem kleinen Abendimbiss ein. Die beiden sind ihr wirklich sehr sympathisch. Außerdem ruft sie ein Taxi für Judith, damit diese nicht den ganzen Weg zurück in die Downtown im Dunkeln nach Hause muss.
Herbert bekommt den Anruf mit und lächelt Judith freundlich an.
"Eine glückliche Fügung, Frau Larson. Ich muss heute Abend noch in die Downtown und kann mit Ihnen das Taxi nutzen. Immerhin geht die Fahrt eine gute halbe Stunde, da ist ein wenig Gesellschaft doch angenehm."
"Sehr nett von Ihnen, Herr Alteisen. Das wird auch meinen Bruder beruhigen, wenn ich nicht ganz alleine unterwegs bin."
Karla runzelt leicht die Stirn und blickt Herbert an.
"Du musst noch in die Downtown ... ?"
Herbert zuckt leicht mit den Achseln.
"Landgraab hat mir heute auf dem Golfplatz einen Auftrag gegeben. Der wird mir ein nettes Taschengeld einbringen."
Karla nagt kurz auf der Unterlippe, wirft einen Blick auf die Gäste und nickt dann.



Entschlossen zieht Herbert die Taxitür auf.
Er schwindelt Karla nicht gerne an, aber er hat auch kein bisschen Lust sich mit ihr auseinanderzusetzen. Manchmal ist sie einfach so ... so ... so furchtbar ... naiv ...


Zuletzt von Miyon am Sa Feb 02, 2013 5:38 pm bearbeitet; insgesamt 9-mal bearbeitet
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Pleasantville - Familie Alteisen - Woche 1

Beitrag  Miyon am Mo Okt 26, 2009 11:37 am

Die halbe Stunde vergeht in Judiths Gesellschaft schnell. Sie ist sehr unterhaltsam und aufgeweckt und Herbert genießt ihre Gesellschaft. Das Taxi setzt sie dann vor dem Haus ab, das sie mit ihrem Bruder Joachim bewohnt und Herbert lässt sich ins Zentrum der Downtown fahren. Es gibt dort eine Disco, von der er bei der Arbeit viel gehört hat: Das PBZA.



Das Taxifährt davon und Herbert begutachtet das PBZA.
Auf den ersten Blick scheint es etwas nüchtern, aber das eine gute Stimmung herrscht ist nicht zu überhören.
"Na dann, Herbert. Ab ins Getümmel und die alten Knochen aufgemischt."
An der Eingangstür schießen plötzlich Flammen neben Herbert hoch und er macht erschrocken einen Satz zur Seite. Dann erkennt er, leicht beschämt, dass es sich dabei um gezielt aufgestellte hochschießende Flammenwerfer handelt, die in regelmäßigen Abständen Feuer spenden. Während Herbert noch stirnrunzelnd das beeindruckende Schauspiel auf sich wirken lässt, tritt ein Angestellter mit einem Tablett auf ihn zu.
"Willkommen im PBZA. Um unsere Feuerspucker im vollen Umfang zu erleben, empfehle ich Ihnen ein Marshmallow."
Herbert blickt erst etwas verdutzt, greift dann aber zu einem Marshmallow und hält es über die Flammen.



"Woohoo ... da stehe ich mitten in der Stadt und röste Marshmallows über Raketentriebwerkern während hinter mir der Hiphop dröhnt."
Die nächste Flamme schießt in die Höhe und er fühlt die Hitze an seinen Wangen.
"Das sind die besten Marshmallows die ich je hatte. Langsam beginnt mir diese Stadt zu gefallen."
Den Blick in seinem Rücken ignoriert Herbert und gibt sich der kindlichen Freude hin.

Dann stürzt sich Herbert ins Getümmel auf der Tanzfläche -nachdem seine Augen das bunte, wildflackernde Licht durchdrungen haben.
Es scheint eine Einheit mit dem dröhnenden Rhythmus der Musik zu bilden und versetzt den ganzen Körper in Schwingungen.
"Yeah - Yeah - Yeah ..."



"Yeah - Yeah - Yeah ... Love me - Yeah - Yeah - Yeah"
Herbert wirft die Arme über den Kopf.
"Yeah -Yeah - Yeah ... erstklassig, wirklich. Erinnert mich fast an die Rolling Stones. Yeah - Yeah - Yeah ..."
Dann greift sich der DJ das Mikrofon.
"He, Leute, Zeit für meine Pause. Falls einer von euch Bock hat sich am Mischpult zu blamieren ... eure Chance."
Herbert grinst breit und macht sich schon auf den Weg, heftig winkend.
"Alter vor Schönheit, Jungens ... Alter vor Schönheit."



Und Herbert stellt sich gar nicht mal so schlecht an ... ACDC mit den Beatles zu unterlegen klingt erst seltsam, lässt sich aber offensichtlich doch ganz gut grooven.
"Den noch tiefer ... mehr Bass, ich brauch mehr Bass ... Gott, warum gabs das meiner Zeit noch nicht ... und jetzt das hohe CCCCCCCCCCCC ..."

"Benissimo ... wirklich, ich hätte nie erwartet, dass Sie noch so mithalten können. Ich glaube, ich bin ... beeindruckt."
Herbert runzelt die Stirn und dreht sich zur Stimme in seinem Rücken.
Lag da nicht leichte Ironie im Unterton?
"Na, wenn Sie meinen ... Danke. Aber sagen Sie, habe ich Sie vorhin nicht draußen schon gesehen?"



Don Lotario reicht Herbert mit einem leichten Lächeln die Hand.
"Wie gesagt, ich hätte nicht erwartet, dass Sie mithalten können. Die wenigsten hier haben so viel Freude an diesen Flammen. Aber ich sollte mich vorstellen. Don. Don Lotario. Ich bin Assistenzarzt in der Klinik hier, und, falls Ihnen der Name etwas sagt, der Verlobte von Kassandra Grusel."
Herbert erwidert den festen Händedruck.
"Wer kennt den Namen nicht, Herr Lotario? Meinen Glückwunsch. Herbert, Herbert Alteisen. Ich bin vor kurzem mit meiner Frau hierher gezogen. Meine Tochter wohnt hier mit ihrer Familie und Karla hat es zu ihren Enkeln gezogen."
"Dann herzlich willkommen in Pleasantville, Herr Alteisen. Ich habe das Gefühl, Sie werden sich hier sehr wohl fühlen. Wir laufen uns bestimmt wieder über den Weg."


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Pleasantville - Familie Alteisen - Woche 1

Beitrag  Miyon am Mo Okt 26, 2009 11:39 am

Betont lässig setzt sich Herbert an die Bar, bestellt sich erstmal einen Cosmopolitan - bei der Arbeit hat der Landgraab davon geredet - und lässt den Blick über die Menschenmenge gleiten. Alle geben sich ausgelassen der Musik hin und immer mehr neue Gesichter mischen sich unter die Nachtschwärmer.



"Gar nicht schlecht, das Gesöff ... meine Hübsche, mach mir doch noch einen, ja?! Gott, ich habe schon lange nicht mehr so viele Menschen auf einem Haufen gesehen und so ein schönes Kribbeln gehabt ... Moment - den kenn ich doch!"
Herbert hebt seine Hand und winkt heftig.
"Herr Gieke ... Gerd ... hallo, hier drüben!!"
Doch die Musik übertönt seine Stimme bei weitem und außerdem kommt schon Cosmo Nummer 2.
"Was soll´s ... Gott, ist das ein toller Abend!"
Die zwei Cosmopolitan machen Herbert noch abenteuerlustiger als sonst und er lässt sich in eine Ecke locken, aus der viel Gekreische und Gelächter ertönt und aus der einige den direkten Weg zur Toilette suchen.
"Wasn´das für ein ... seltsames ...?"



Herbert hat das System schnell durchschaut und lässt sich als nächster gründlich durchwirbeln.
Unter heftigen Anfeuerungsrufen der Umstehenden.
"Gar nicht schlecht, Alter ..."
"Weiter so, Opi ..."
"Opi ... issch seig euch Opi ..." murmelt Herbert - kurz bevor sein Magen die Kontrolle übernimmt.
Von der Toilette torkelt Herbert nach draußen, um erst mal an der frischen Luft wieder einen klaren Kopf zu gewinnen.
Tief atmet er ein und lehnt sich an die Mauer.
"Meine Güte ... meine Güte ... offensichtlich bin ich doch alt geworden. Deprimierend ..."
Er reibt sich die Augen und blinzelt mehrmals.
"Zum Augenarzt sollte ich wohl auch mal ... schimmert alles grün. Und NATÜRLICH muss es jetzt beginnen zu regnen!"
Ein tiefes Lachen lässt ihn den Kopf heben.
Herbert zieht die Brauen hoch, reibt sich erneut die Augen und verzieht dann leicht die Mundwinkel.
"Kompliment zu Ihrem Kostüm, gute Frau. Für einen Moment habe ich wirklich an eine Erscheinung aus einer anderen Welt geglaubt. Wie bekommen Sie dieses unheimliche Leuchten nur hin?"



Die Frau lacht erneut und nähert sich Herbert.
Sie hebt ihre Hand an seine Wange und ihre Nase stoppt kurz vor seiner.
"Was für ein reizendes Kompliment, Herbert. Ein wirklich reizendes Kompliment."
Herbert runzelt die Stirn.
Blinzelt wieder.
"Ist das Körperfarbe? So wie in diesem James-Bond-Film, den Karla neulich gesehen hat? Meine Güte ... Sie sorgen wirklich für Gänsehaut, Frau ... - Moment mal, woher kennen Sie eigentlich meinen Namen?"
Wieder dieses tiefe Lachen.
"Frau Peterson. Nenn mich Jessica, Herbert. Gänsehaut ... du machst wundervolle Komplimente. Wollen wir tanzen und trinken und uns besser kennenlernen, Herbert?"
Herbert lässt sich von Jessica tatsächlich wieder mitreißen. Sie übt eine seltsame Faszination aus und Versuchungen jeglicher Art konnte er ohnehin noch nie widerstehen. Also tanzen und trinken sie und lernen sich besser kennen.
Nach ihrer letzten Runde auf der Tanzfläche beugt sich Herbert zu Jessica.
"Du lässt den ganzen Abend schon die Schultern kreisen ... würde eine kleine Massage Abhilfe schaffen?"
Jessica lacht und dreht im den Rücken zu.
"Gerne doch ... dieser Besen, weißt du ..."



Langsam lässt Herbert seine Hände über Jessicas Schultern gleiten und beginnt sanft zu kneten.
"Besen? Bist du im Haushaltswesen tätig?"
Jessica lacht wieder dieses Lachen und senkt genießerisch den Nacken.
"Wie politisch korrekt du doch formulieren kannst, Herbert ... Nein, ich bin nicht im Haushaltswesen tätig. Fester ... bitte."
Herbert gehorcht und lässt seinen Blick über Nacken und Dekolleté gleiten.
"Dieses Mieder steht dir wunderbar, Jessica ..." flüstert er leise. "Du kannst wirklich mit den jungen Mädchen hier mithalten."
Die letzten Töne des letzten Liedes klingen durch den Raum und das PBZA beginnt sich zu leeren.
Herbert tritt von Jessica zurück und sie wendet sich wieder zu ihm.
Langsam lässt sie den Kopf kreisen und räkelt die Arme über den Kopf.
"Du bist ein Naturtalent, Herbert. Ich fühle mich wieder wunderbar. So viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr."



Herbert ergreift ihre Hand und haucht einen Kuss darauf.
Sein Blick hält ihren fest.
"Ich habe dir zu danken, Jessica. Den Abend mit einer so faszinierenden Frau wie dir zu verbringen ist nicht jedem Mann vergönnt und ein wirkliches Geschenk. Es kann nur von einem zweiten Abend mit dir übertroffen werden."
Jessica wirft den Kopf zurück und lacht tief und laut.
"Herbert ... du hast wirklich ein magisches Händchen mit den Worten. Sehen wir mal, was die Zukunft bringt."


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Pleasantville - Familie Alteisen - Woche 1

Beitrag  Miyon am Mo Okt 26, 2009 11:40 am

Ein paar Tage später begibt sich Herbert in den Waldpark von Pleasantville, um die frühen Sommertage zu genießen.
Außerdem hat er gehört, dass sich im Teich dort gute Fische fangen lassen und diesem Vergnügen hat er schon lange nicht mehr frönen können. Und selbstverständlich hofft er darauf, die Bekanntschaft netter und hübscher Damen zu machen.



Der erste Eindruck des Parkes ist tatsächlich sehr einladend und friedlich und um die Schachtische am Eingang des Parkes stehen tatsächlich, wie erhofft, Leute versammelt.
Herbert begibt sich forschen Schrittes zu der kleinen Gruppe und grüßt fröhlich in die Runde.
"Guten Tag, Herrschaften. Mein Name ist Herbert Alteisen und ich bin mit meiner Frau Karla vor kurzem nach Pleasantville gezogen. Dieser wunderschöne Tag hat mich heute in den Park gelockt und es freut mich, Ihre Bekanntschaft zu machen."
Die anderen nicken ihm lächelnd zu und der dunkelhäutige Mann reicht Herbert nach kurzem Zögern die Hand.
"Herzlich willkommen in Pleasantville, Herr Alteisen. Mein Name ist Werner Tüller, und ich wohne im Teilort Blauseidigheide. Dem hiesigen Geschäftsviertel. Mir gehört -"
Er bricht ab und räuspert sich.
"Mir hat der ansässige Spielzeugladen gehört. Ich bin gerade dabei, ihn wieder aufzubauen."



Herbert erwidert den Händedruck und lässt den Blick durch die Runde gleiten.
Werner Tüller räuspert sich wieder.
"Ja, also - die Dame am Schachtisch ist Alina Antonini. Sie und ihr Mann Sandro sind vor kurzem in die Downtown gezogen, dem Stadtzentrum -"
"Da, wo das Leben tobt. Nach dem wunderbaren Campusleben konnten Sandro und ich einfach nicht im ländlichen Vorort versauern. Außerdem ist man in der Downtown am Puls der Stadt, dort treffen sich alle und man hat Zugang zu den neuesten Informationen und dass ist für mich als angehende -"
Werner Tüller räuspert sich wieder laut.
"Ja, Frau Antonini, vielleicht dürfte ich mit der Vorstellung der Anwesenden fortfahren?"
Er fährt mit seinem Finger in den Kragen. Das ganze ist ihm offensichtlich unangenehm.
Die andere Frau in der Gruppe zwinkert Herbert amüsiert zu und ihre roten Haare flattern in der leichten Brise.
"Die Dame neben mir ist Nina, Nina Caliente. Sie und ihre Schwester Dina wohnen auch in Pleasantville. Ihre Familie ist eine der ältesten hier ..."
Nina wirft Herbert eine Kusshand zu und er grinst überrascht zurück.
Werner fährt in seiner Vorstellung fort.
"Ja, also, der Herr neben Ihnen, das ist John Fröhlich. Er ist ebenfalls mit Frau und Tochter vor kurzem hierhergezogen."
John nickt zustimmend.
"Yes, vor einigen Wochen erst. Well, der Bruder meiner Frau und seine Familie leben hier und wir wollten den Kontakt für unsere kleine Tochter Lucy, you know?"
"Ja, und der Herr da hinten, das ist Michel Gladbach. Er wohnt auch in der Downtown und hat Frau Caliente hierher begleitet."
Herbert nickt wieder.
"Na dann, vielen Dank für die Vorstellung, Herr Tüller. Ich freue mich auf die nähere Bekanntschaft mit Ihnen allen aber zuerst - muss ich gestehen - zieht es mich zu diesem herrlichen See. Von den Fischen hier habe ich schon viel Schwärmen gehört."
Pfeifend schlendert Herbert zum See und packt seine Angel aus.
Er lässt den Blick anerkennend über das klare Wasser und die vielen schimmerend Fischrücken gleiten.
"Na, das sieht doch wirklich vielversprechend aus. Vielleicht kann ich Karla einen leckeren Fisch zum Grillen heute Abend mitbringen. Wo sie doch die Familie eingeladen hat ..."



Herbert wirft seine Angel aus und genießt die nächste Stunde die Sonne auf seiner Haut und das leise Plätschern des Teiches, wenn die Fische nach Mücken schnappen. Es beisst keiner an, aber das stört ihn im Moment nicht weiter.
"Noch besser wäre das ganze, wenn ich meinen Sohn dabei hätte ... Männergespräche beim Angeln ... wie in Karlas heißgeliebten Filmen."
Er zuckt mit den Schultern.
"Was solls ..."
Schließlich packt Herbert seine Angel wieder ein.
"Kein Fang für Karla aber was solls. Beim nächsten Mal. Sie wird die Meute schon mit was anderem füttern ..."
Leise Schritte hinter sich lassen ihn den Kopf wenden.
Genießerisch nimmt er den Anblick der jungen Frau in sich auf und sein Blick bleibt an der Andeutung des schwarzen Höschens unter der Hose hängen bevor er zu den Augen hochgleitet.
Wunderschöne silberfarbene Augen ...



Die junge Frau lächelt ihn schüchtern an.
"Ich wollte Sie nicht stören. Es gab nur so ein schönes und friedliches Bild ab wie Sie da am See geangelt haben. Richtig einladend."
Herbert lächelt freundlich und streckt sich zu voller Größe.
"Aber nicht doch, wie könnte ein so bezaubernder Anblick mich stören? Ich gestehe, Sie lassen diesen herrlichen Sommertag verblassen."
Die Augen der jungen Frau weiten sich überrascht und eine leichte Röte schleicht in ihre Wangen.
Herbert reicht ihr die Hand.
"Ich bin Herbert Alteisen. Bin vor kurzem hierher gezogen und muss die Stadt noch kennenlernen."
Sein Blick gleitet noch einmal herab und fängt ihren Blick dann wieder ein.
"Eine der Sehenswürdigkeiten ist mir jetzt bekannt."
Die Frau erwidert seinen Händedruck etwas fester wie nötig und schüttelt leicht den Kopf.
"Es freut mich, Herr Alteisen. Ich bin Babsi Braun. Ich wohne hier in der Nähe mit meinen beiden Söhnen."
Herbert zieht die Schultern hoch.
"Sie haben Kinder? Haben Sie sie hierher begleitet?"
Er schaut sich um aber es sind keine Kinder zu entdecken.
"Oder sind Sie bei Ihrem werten Mann zurückgeblieben?"
Babsi Braun zieht ihre Hand zurück und ihr Gesicht friert ein.
"Nein."
Ihre Stimme ist merklich kühler.
"Ich bin ... ich bin seit kurzem Witwe, Herr Alteisen. Und das Kindermädchen wartet darauf, dass ich zurückkehre. Entschuldigen SIe mich also bitte. Einen schönen Tag noch."
Sie wendet sich ab und geht davon.
Herbert schüttelt den Kopf.
"Guter Start und in der Kurve zu viel Gas ... Schade drum."
Ein Zungenschnalzen gefolgt von einem leisen Lachen lassen Herbert den Kopf drehen.
Nina Caliente steht hinter ihm.
Sie lächelt charmant und zwinkert ihm wieder zu.
"Das war wohl Pech, Herr Alteisen. Sie sind wirklich erst kürzlich zugezogen, sonst hätten Sie von der großen Tragödie gelesen, die die arme Babsi zur Witwe gemacht hat. Wirklich schade. Ich glaube, Sie hätten Chancen gehabt ... würde der Guten gut tun, so eine kleine Affäre."
Herbert dreht sich um und tritt nah an Nina heran.
"Sie scheinen damit ja sehr offen umzugehen. Dabei sagt man doch Italienern eine solche starke Familienverbundenheit nach. Teilt Ihr Begleiter Ihre Einstellung?"
Nina zuckt charmant mit den Schultern und lächelt breit.
"Ach, Michel ... Michel ist ein netter Zeitvertreib aber viel zu anstrengend. Und Sie haben Recht, Italiener sind der Familie stark verbunden. Was nicht bedeutet dass man sich an die Kette legen lässt, dav´vero? Ich bin ziemlich sicher, dass Sie das nachvollziehen können ... Herbert."
Ihr Blick gleitet kurz über seine linke Hand.



Herbert grinst überrascht und hebt dann seinen Finger an die Lippen.
"Ja, ja das stimmt wirklich ... Nina. Wie ist denn Ihr Interesse um eine nette kleine private Affäre bestellt?"
Nina zieht die Augenbrauen hoch und lacht dann schallend.
"Nein, wie frech! Das hätte ich Ihnen ja gar nicht zugetraut ... "
"Und Sie mögen frech, nicht wahr, Nina?"
Aus der Stimmung und einem Impuls heraus greift Herbert Ninas Arm und küsst sich langsam zu ihrem Nacken empor.
Nina lehnt sich an ihn und wirft genießerisch den Kopf zurück.
"Guuuuut ... gar nicht schlecht für einen alten Herrn ..." schnurrt sie leise.



Herbert endet da wo Nacken und Schultern ineinander übergehen und atmet tief den Duft ihrer Haut ein.
Er flüstert gegen ihre Haut und lässt seinen Atem streifen:
"Nicht alt sondern ... geübt, Füchslein. Sehr geübt. Gott, du riechst gut ..."


Zuletzt von Miyon am Sa Feb 02, 2013 6:31 pm bearbeitet; insgesamt 10-mal bearbeitet
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Pleasantville - Familie Alteisen - Woche 1

Beitrag  Miyon am Mo Okt 26, 2009 11:41 am

Glockenhelles Lachen und ein leises Rauschen durchbrechen die Stimmung.
Herbert sieht sich um und entdeckt eine Bewegung am Himmel.
Er schließt seine Augen, reibt sie energisch und sieht dann wieder hinauf.
Tatsächlich - da reitet eine Frau auf einem Besen.
Und ihre Haut leuchtet golden.
"Was ..."



Nina lacht leise.
"Sieh mal an. Tina ist wieder unterwegs. Kein Wunder dass es die ganze Woche schon so wunderschön ist."
Herbert blickt sie stirnrunzelnd an.
Nina zuckt wieder mit den Schultern.
"Tina Tellermann. Die -"
Sie lacht wieder leise.
"Besser - eine der guten Hexen von Pleasantville."
Herbert schnaubt.
"Hexen. Klar. Das ist doch ein Trick mit dem Besen."
"Glaubst du? Veramente, Pleasantville hat viel zu entdecken, sente me. Ich bin ziemlich sicher, dass du demnächst einer der dunkleren Damen begegnen wirst, spätestens wenn du nächtliche Streifzüge unternimmst."
Herbert schluckt.
"Jessica ..." murmelt er leise. "Sie hat dieselbe Kleidung getragen und ihre Haut ... sie war so ... grün."
Nina nickt.
"Eine der ... bösen, wenn du so willst. Da würde ich vorsichtig taktieren, Herbert. Aber der Kitzel der Gefahr hat was für sich."
Herbert lächelt leicht und zwinkert Nina zu.
"Der Kitzel der Gefahr ... der Reiz des Verbotenen ..."
Er legt seine Arme um sie und zieht sie zu einem Kuss dicht an sich heran.



Ein kurzer und intensiver Kuss.
Ein netter kleiner Schauer über den Rücken.
Nina schnurrt leise.
"Das mit der Übung war nicht gelogen, tesoro ... ruf mich an."
Sie dreht ihm den Rücken zu und verlässt hüftenschwingend den Park.
Und wieder veranlasst ein Schnauben Herbert dazu sich umzudrehen.
Eine junge dunkelhäutige Frau sieht Nina kopfschüttelnd hinterher.
"Diese Frau ist unglaublich ... keinerlei Schamgefühl. Seien Sie vorsichtig. Sie besitzt ein Talent dafür, Männer um den Finger zu wickeln."
Die Frau hebt mahnend ihren Finger.
"Ehe Sie es sich versehen, stellen Sie fest, dass Ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt wurde. Halten Sie sich lieber fern von ihr."
Herbert zuckt die Schultern und lässt seinen Blick über die Frau gleiten.



Gar nicht mal so schlecht ...
"Danke für die Warnung, aber so ein bisschen auf den Kopf stellen beugt bekanntlich der Eintönigkeit entgegen. Und hilft, sich lebendig zu fühlen. Darf ich denn nach dem Namen meiner charmanten Ratgeberin fragen?"
Der Frau steigt eine verlegene Röte in die Wangen.
"Ich ... entschuldigen Sie bitte, ich wollte nicht aufdringlich sein. Mein Name ist Carlotta Jung."
Herbert setzt ein charmantes Lächeln auf.
"Mein Name ist Herbert. Herbert Alteisen. Eine Freude Ihre Bekanntschaft zu machen, Frau Jung."
Herbert schlendert zu einem der Rosenbüsche und pflückt eine besonders schöne Blüte heraus.
Langsam geht er zu Carlotta Jung zurück und reicht ihr die Rose mit einer kleinen Verbeugung.
"Dieser Tag und dieser Park sind viel zu schön, um negativen Gedanken nachzuhängen, nicht wahr, Frau Jung. Und auch wenn sich diese Rose mit Ihrem Liebreiz nicht messen kann, möchte ich Sie Ihnen voller Bewunderung offerieren."
Leicht verdattert greift Carlotta nach der Rose.



Dann hebt sie sie an ihr Gesicht und atmet tief ein, während sich die Röte in ihren Wangen vertieft.
Wusste ich doch, dass sich diese Dame Süßholz beugt. Wie meine Karla ...
"Sie riecht wunderbar ... Und so ein nettes Kompliment. Vielen Dank, Herr Alteisen. So liebe Worte habe ich schon lange nicht mehr gehört."
Schüchtern lächelt sie ihn an.
Herbert lächelt zurück und tritt näher an sie heran.
"Dann fehlt es in Ihrem Leben momentan an Zweisamkeit? Das tut mir Leid zu hören, Frau Jung. Bei einer so bezaubernden Frau wie Ihnen."
Carlotta lacht verlegen auf.
"Ja, ich fürchte ich habe mich ziemlich zurückgezogen in letzter Zeit. Manchmal fehlt es einem wirklich ... ein bisschen Zuwendung, jemand Vertrautes ..."
Wieder lacht sie verlegen.
Herbert tritt wieder etwas näher.
"So etwas einfaches wie eine Umarmung, nicht wahr? Das kann so gut tun."
Carlotta nickt leicht.
Herbert streckt ihr lächelnd die Arme entgegen und legt sie ihr um die Schultern.
Entsetzt weicht Carlotta zurück und lässt die Rose fallen.



"Halt, halt, halt ... langsam ... so habe ich das überhaupt nicht gemeint. Was soll das?!"
Entrüstet blickt sie ihn an.
Dann lenkt der in der Sonne glitzernde Ehering ihren Blick auf seine Hand.
Wütend schnappt sie nach Luft und ihre Stimme wird laut.
"Oh, das glaube ich nicht ... Sie sind ja VERHEIRATET!! Was sind Sie denn für ein alter ... Nein, wirklich ... Halten Sie sich bloss von mir fern, Sie!"
Und sie stürmt davon.
Herbert reibt sich den Nacken.
"Offensichtlich bin ich doch etwas aus der Übung gekommen ... Notiz an mich selber: Beim nächsten Mal den Ring abnehmen."
Kopfschüttelnd macht er sich auf den Heimweg.


Zuletzt von Miyon am Sa Feb 02, 2013 6:35 pm bearbeitet; insgesamt 9-mal bearbeitet
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Pleasantville - Familie Alteisen - Woche 1

Beitrag  Miyon am Fr März 07, 2014 8:26 pm

"Hör bloß auf, hier einen auf Superdaddy zu machen, Mann! Als ob dir das irgendjemand abkaufen würde; nicht mal Oma und Opa sind doch so dämlich! Lass mich einfach zufrieden, ich hab´ euch beiden Alten gesagt, dass ich KEINEN NERV FÜR DIESES HEILE-FAMILIE-GETUE HABE!!!"
Die ersten Worte die Herbert hört, als er aus dem Taxi steigt.
Seufzend und augenrollend bezahlt er den Taxifahrer, setzt ein mühsames Lächeln auf.
Das kann nur Lilli sein ... Herrgott ... deine schlimmste Plage ist die Pubertät
Der Anblick beim Umdrehen entlockt ihm trotz allem ein echtes Lächeln als der perplexe Kraftprotz Daniel von seiner minderjährigen Tochter gepiesakt wird.



"Blöder, scheinheiliger Idiot, du alter Sack, als ob ich so dämlich wäre nicht zu checken, was du alles abziehst. Angela vielleicht, die treudoofe Kuh aber ich nicht! Du hast doch schon meine halbe Klasse angebaggert und glaub bloß nicht, dass dein Angestiere von unserer Putze - "

KLATSCH

Angelas wutentbrannte Hand landet auf Lillis Wange.



Und KLATSCH landet Lillis Hand auf Angelas Wange.




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Pleasantville - Familie Alteisen - Woche 1

Beitrag  Miyon am So Feb 14, 2016 7:59 pm


" Das reicht jetzt, Lilli!"
Marie-Claire drängt sich an Daniel vorbei zu Lilli und funkelt sie wütend an.



" Dein - Benehmen - in - letzter - Zeit - lässt - mehr - als - zu - wünschen - übrig."
Sie betont jedes Wort mit einem Stoß des Zeigefingers gegen Lillis Brust.
Diese holt empört Luft und versucht auszuweichen.
"Aber Mam-"
"Nein! Ich will es nicht hören! ICH WILL ES NICHT HÖREN! Schämst du dich nicht, dich selbst bei deinen Großeltern so aufzuführen? Herrgott, du bist doch kein kleines Kind mehr! Geh nach Hause!"
Lilli reißt die Augen auf.
"Wa - "
Marie-Claire´s Stimme klingt müde während sie den Kopf schüttelt.
"Geh nach Hause, Lilli. Ich bin es Leid. Wir sind dir zuwider? Dann geh nach Hause und sei mit dir selber glücklich. Ich habe mich so auf einen friedlichen Abend bei meinen Eltern gefreut. Im Kühlschrank ist noch Pizza von gestern. Bedien dich."
Marie-Claire folgt Daniel und Angela in die Wohnung, wohin sich Herbert und Karla schon still und leise verzogen haben.
Nach einem langen verdatterten Blick trollt Lilli mit hängendem Kopf davon.
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Beitrag  Miyon am So Feb 14, 2016 8:22 pm

"Schmeckt´s euch denn? Ich muss noch ein bisschen mit diesem neuen Herd üben. Ich hoffe, das Fleisch ist durch? Und der Käse ist doch nicht zu sauer eingelegt, ja? Ich habe mich an einem neuen Rezept versucht, aus dieser neuen Zeitschrift ... "
Karla plappert nervös vor sich hin, sie möchte daß ihre Lieben sich wohl fühlen bei ihr. Nun, zumindest die Lieben, die da sind.
"Mutter, das Essen ist ausgezeichnet."
Marie-Claire beißt herzhaft in ihren Burger und schluckt genüßlich ihren Bissen. Aber ihr Blick weicht Karla´s aus und wandert durch den Raum.
Angela wirft ihr einen Blick zu und nickt eifrig.
"Oma, das habe ich so vermisst. Dein leckeres Essen - und dich natürlich. Vor allem dich."
Sie grinst ein bißchen.
"Aber Mama kann es einfach nicht so wie du ... "



Daniel wirft ihr über dem Teller ein halbes Lächeln zu.
Er hat sich bis jetzt aus dem Gespräch herausgehalten, vor allem seit Herbert zu seinem Job aufgebrochen ist.
Landgraab hat ihn auf den Golfplatz bestellt, zu einem außergewöhnlichen Turnier.
Karla strahlt Angela an während Marie-Claire den Mund verzieht.
"Ja, nun. Ich hatte nie die Geduld dafür ... und das Talent."
"Wohl wahr ..." murmelt Daniel leise. " Auch kein Interesse ..."
Marie-Claire wirft ihm einen bösen Blick zu und Angela starrt auf ihren Teller.
Karla´s Blick huscht zwischen ihnen hin und her und sie presst ein kleines Lachen heraus.
"Ich fürchte, ich habe diesen Teil deiner Erziehung etwas schleifen lassen. Du warst eben immer mein kleiner Goldschatz ..."

Lilli wird an diesem Abend mit keinem Wort erwähnt.
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Pleasantville - Familie Alteisen - Woche 1

Beitrag  Miyon am Di Feb 23, 2016 9:34 pm


Karla ist ganz in Gedanken versunken. Die angespannte Stimmung in ihrer Familie - zwischen Marie-Claire und ihrer Familie - drückt ihr aufs Gemüt und sie fragt sich, was nur falsch gelaufen ist, wo es denn da knirscht ...
Sie seufzt.
Knirscht wie Herbert beim Müsli essen ... beim Golfgeschichten-Erzählen.
Fast wirft sie ihm einen bösen Blick zu.



"... und da hat er mir doch tatsächlich diese Beförderung angeboten - mampfmampf - ist das nicht toll? - Karla - mampfmampf - hörst du mir zu? - mampfmampf
"Hmmmm ..."
"Karla?"
"Hmmm ...?"
Herbert setzt leicht irritiert seine Schüssel ab.
"Karla, ich wurde befördert. Zum Tankwart. Und hab ordentlich Trinkgeld vom Landgraab bekommen."
"Aha. Soso."
Karla blickt gedankenverloren in ihre Schüssel.
"Karla ... ?"
Sie nickt abwesend.
"Eine komische Geschichte, Herbielein. Das ist wirklich eine komische Geschichte."
" ... "
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Pleasantville - Familie Alteisen - Woche 1

Beitrag  Miyon am Di Feb 23, 2016 9:52 pm

Die Hausbewohner nutzen das schöne Wetter um einander besser kennen zu lernen - und den Whirlpool einzuweihen, den ihr Vermieter heute installiert hat. Karla beobachtet ihn bei seiner konzentrierten Arbeit. Er war ihr schon bei der Vertragsunterzeichnung sehr sympathisch. Leopold Majekodunmi scheint ihren Blick zu spüren, sieht auf und lächelt ihr freundlich zu. Nach einem letzten Blick auf seine Arbeit und einem zufriedenen Nicken richtet er sich auf, säubert seine Hände und geht lächelnd auf Karla zu.



"Frau Alteisen, jetzt kann der Sommer wirklich kommen. Dieser Whirlpool freut sich auf laue Abende mit netten Nachbarn."
Karla lächelt schüchtern, blickt kurz zu Boden und sieht dann Herr Majekodunmi an.
Er hat schöne blaue Augen. Herberts grüne Augen sehen aus wie sattes Sommergras aber Herr Majekodunmis´ sehen aus wie der unendliche Himmel an einem strahlenden Sommertag ...
"Frau Alteisen? Geht es Ihnen gut?"
Karla reißt erschrocken die Augen auf und schüttelt hastig den Kopf.
"Ja, ja ... danke ... Ich ... ich ... ja, laue Sommerabende ... Das war wirklich sehr aufmerksam von Ihnen, Herr Majekodunmi, diesen Whirlpool pünktlich zum Sommer einzubauen. Herbert will ihn gleich mit mir einweihen ... Ah ..."
Sie errötet bis unter die Haarspitzen.
"Mit ... mit den Nachbarn auch."
Noch röter.
Sie blickt hastig zur Seite.
"Frau Alteisen, es gibt keinen Grund zur Verlegenheit. Wenn Sie mich entschuldigen wollen, es warten noch ein paar Arbeiten im Haus auf mich. Genießen Sie den Tag mit Ihrem Mann."

Vor dem Haus geraten auch zwei Menschen in Verlegenheit, allerdings diesmal zwei junge Männer. Heiko und Franzi Gacht flirten ganz ungeniert vor Julien und Gerd.



"Meine liebe Franzi, woher kenne ich nur diesen Badeanzug? Oder kenne ich ihn überhaupt nicht? Hast du den auf den Simchellen getragen?"
"Ahhhh ... " schnurrt Franzi. "Aber nur ganz kurz ..."

Karla hat sich in den Whirlpool geflüchtet und lässt ihre Gedanken von der angenehmen Wärme dahinschmelzen. Als Herbert dazustößt und seine Arme um sie legt, kuschelt sie sich an ihn und seufzt leise.
Er lehnt seine Stirn an ihre.
"Karla ... " flüstert er leise.



Sie legt ihre Hand an sein Kinn und blickt in seine Augen.
" .. wie sattes Sommergras ... " flüstert sie zurück.


Zuletzt von Miyon am Di Feb 23, 2016 10:56 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Pleasantville - Familie Alteisen - Woche 1

Beitrag  Miyon am Di Feb 23, 2016 10:37 pm


Auf dem Weg ins Haus holt Karla noch schnell die Post, glücklich lächelnd und ein leckeres Abendessen planend.
Und sie muss Herbert unbedingt erzählen, dass Mina trächtig ist, dazu ist sie noch gar nicht gekommen ...
Und dann beginnt sich ihr Leben zu verändern.
Mit einem Brief.



Karla runzelt die Stirn.
Wer schickt ihnen einen Trauerbrief? Sie kennen doch niemanden, der ... Außerdem haben die doch nur einen schwarzen Rand, oder? C. Jung steht beim Absender. Für Frau Alteisen.


"Erklär´es mir, Herbert."
Pfeifend geht Herbert Richtung Esstisch.
" Was gibt´s denn zum Essen, Liebes? Ich habe so richtig ... "
"Erklär´ es mir. Ich will es verstehen. Ich will es wirklich verstehen."
Diesen Ton hat Herbert noch nie gehört und er blickt seine Frau verwirrt an.
"Erklären? Was denn, Karla?"
Sie klopft auf einen Brief, der auf dem Tisch liegt.
"Ein schwarzer Brief ... Was ist das denn für ..."
Er wirft einen Blick auf den Absender.
Erinnert sich an den Namen.
Und reibt sich verlegen den Nacken.
"Karla ..."
"Erklär´ es mir."



"Hör auf damit! Herrgott, ich habe doch nur ein bisschen geflirtet ..."
Karla presst die Lippen zusammen und überrascht ihn mit einem wütenden Blick.
"Ich will es verstehen! Erkläre es mir!"
" Was denn, zum Teufel! Ich hab´ nichts gemacht!"
" Das sieht Frau Jung anders."
" Frau Jung ist eine v... Weißt du was, Karla. Wenn du einem verdammten Brief mehr glaubst als mir, bitte sehr. Du willst uns den Abend versauen, bitte sehr. Ich muss eh noch zum Golfplatz, ein Kunde hat mich angefordert. Warte nicht auf mich."

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Re: Pleasantville - Schein oder Sein; Klappe die Zweite

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