Walton - was für ein Pfundsleben

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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am Di Nov 10, 2009 8:04 pm

Während der nächsten Monate hat Mason echt was zu tun, denn ich bin voll mit der Kinderzimmereinrichtung beschäftigt, na ja, mehr mit den Ideen, die Umsetzung muss dann doch der gute Mason übernehmen, ich bin eben kein geborener Handwerker. Aber er meistert das mit Bravour, da muss ich ihn echt loben, schließlich wird er auch tüchtig von mir herum gescheucht...
"Stell das Regal bitte dort hin, ja?"
Mason: "Natürlich, Schatz."
Zehn Minuten später...
"Och nö, da kommt es überhaupt nicht zur Geltung, doch lieber am Fenster..."
Mason: "Aber sicher, Schatz."
weitere zehn Minuten später...
"Mason? Ich habe lange überlegt und ich finde der beste Platz ist neben der Tür."
Mason: "**keuch**"
Aber es hat sich am Ende gelohnt, es sieht traumhaft aus!
Und weil das Derigieren und Dekorieren so anstrengend war und mein Rücken schmerzt ohne Ende, gönne ich mir eine kleine Massage.

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Zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin werden Mason und ich von lautem Gekreische geweckt. Nichts ahnend folge ich dem Geräusch und lande am Fenster. Ihr glaubt nicht, was ich dann sehe! Auf der anderen Straßenseite steht Allison und schreit wie am Spieß...sieht fast so aus als...OH NEIN...sie bekommt ihr Kind...

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"Mason, Allison bekommt ihr Kind." rufe ich aufgeregt und stürme nach draussen.
"Gaaaanz ruhig, atme tief durch."
Aber das hilft nicht wirklich, also nichts wie rein in Masons Auto und ab ins Krankenhaus.
Gerade mal eine halbe Stunde später erfahren wir von einer Schwester, dass der kleine Dylan geboren wurde, na herzlichen Glückwunsch!
Den beiden geht es gut, mehr muss ich nicht wissen, deshalb fahren wir so schnell wie möglich wieder nach Hause. Dylan...hoffentlich wirst du nicht, wie deine Mutter, kleiner Knirps.
Diese ganze Aufregung ist zu viel für mich, mein Rücken tut schon wieder weh und ich bin müde, guter Zeitpunkt für ein kleines Mittagsschläfchen...

Oh verdammt! Heilige Mutter Maria...was ist das?
Aaaaua!

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"Mason...Maaaason...ich glaube es geht los..."
Auch Becci und Sean werden von meinem Geschrei nach unten gelockt und eilen hinunter, aber weder Mason, noch einer der anderen beiden sind mir eine große Hilfe, außer man kann hektisches Gefuchtel als Hilfe bezeichnen.

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"Oh mein Gott, Gigi, es kommt!" ruft Mason hektisch.
Als ob ich das nicht mitbekommen hätte!
"Ich weiß, Mason, ich weiß!"
Endlich ergreift Becci die Initiative und sorgt als Krankenschwester mit Leib und Seele für Ordnung.
"Mason, hol deinen Schlüssel und..."
"Welchen Schlüssel?" fragt Mason verwirrt und da verliere ich die Geduld.
"Den Autoschlüssel oder soll ich mit dem Fahrrad fahren?"
"Autoschlüssel...okay..."
Nach ettlichen Minuten kommen wir mit einem gewaltigen Rumms vor dem Krankenhaus stehen, die Fahrt war schlimmer als eine Fahrt in der Achterbahn.
Mama mia, das...tut...weh...wird Zeit, dass es raus kommt!
Ich werde auf einer Liege in den dritten Stock gefahren und dort wartet schon Abby auf mich
"So, nun ist es also so weit, na dann wollen wir mal."
Das Schild mit der Überschrift "KREISSAAL" verschwindet hinter mir und ich werde in die Mitte des Raumes geschoben und dann geht es los...

Drei anstrengende Stunden später höre ich lautes Babygeschrei...aber das kann ja nicht sein...da weinen zwei Babys.
"Herzlichen Glückwunsch, Miss Walton, sie haben einen kerngesunden Jungen und ein hübsches kleines Mädchen." teilt mir Abby mit, "die Kleine ist wohl ein wenig schüchtern, hat sich neun Monate lang hinter ihrem Bruder versteckt."
Zwillinge? Wow
Mason kullern die Tränen über die Wangen und ich kann meine Muttergefühle auch nicht mehr zurückhalten und betrachte meine beiden Süßen voller Stolz.
Willkommen Alexis und Caden, schön dass ihr da seit!

Eine Woche später können wir gemeinsam nach Hause fahren, in unser neues Heim und unser neues Leben.

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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am Sa Nov 14, 2009 11:56 am

Die beiden kleinen Windelpuper sind die Stars in unserem Hause und wickeln jeden, der sie nur für Sekunden betrachtet um den kleinen Finger. Kein Wunder, mit ihren großen Kulleraugen können sie einen so großen Zauber heraufbeschwören, der jeden Bären umhauen würde, obwohl ich es nicht riskieren würde ihnen einen Bären vorzusetzen, dass wäre mir doch zu gefährlich. Mason ist hin und weg und würde am liebsten mit mir gemeinsam den Mutterschaftsurlaub durchleben. Wir hätten auch getauscht, aber da er mehr verdient als ich im Schlemmer, haben wir uns dagegen entschieden.
Becci ist nun die meiste Zeit unten bei mir und lebt dort ihr neuestes Hobby aus: das Erlernen von Babygebrabbel und Alexis und Caden sind hervorragende Coaches, das muss ich ja sagen.

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Die nächsten Monate sind die schönsten in meinem Leben, ich sehe meine beiden Süßen wachsen, jeden Zentimeter registriere ich wie eine stolze Löwenmutter, aber abends bin ich kaputt und bin zu nichts mehr zu gebrauchen. Ein Glück habe ich Unterstützung von allen Seiten, sonst wäre ich schon in Rente gegangen, das könnt ihr mir ruhig glauben.

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Ihr könnt euch das so vorstellen: Alexis hat Hunger und fängt an zu schreien, also nichts wie hin und sie mit gewöhnungsbedürftiger Pulvermilch beruhigen, die mehr nach Mehl schmeckt als nach Milch (ihr schmeckt es dagegen hervorragend!). Kaum ist sie aber eingeschlafen, fordert Caden sein Recht auf Mehl-Milch ein und so geht das den ganzen lieben Tag – Stress pur! Manchmal bin ich mit den Nerven am Ende, aber Mason nimmt mich dann einfach in den Arm und sagt mir, wie sehr er mich liebt und ihr glaubt nicht, wie viel Kraft mir das bringt!

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Eines Vormittags steht überraschender Besuch vor der Tür: Meine Eltern
Ich muss euch da was erklären! Meine Eltern sind sehr spezielle Menschen und besonders meine Mutter passt so gar nicht zu mir – werdet ihr wahrscheinlich gleich denken. Wieso? Na ja, meine Mutter ist Perfektionistin und sehr auf ihr Äußeres bedacht, man könnte sagen, sie ist ein kleiner Snob.

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Nichtsdestotrotz hat sie ein gutes Herz, auch wenn man es ihr auf den ersten Blick nicht ansieht. Sie war eine gute Mutter, ehrlich! Mein Vater ist eigentlich das genaue Gegenteil von ihr, er ist eine etwas jüngere und tollpatschigere Version von Papa Dean, ein Mensch mit viel Gefühl und Herz. Tja, und nun stehen sie in meinem neuen Haus und begrüßen mich überschwänglich.
„Wo sind denn die beiden Zuckerpuppen?“ fragt meine Mutter voller Vorfreude.
Im Kinderzimmer angekommen höre ich nur noch ein piepsiges „Oh neiiiiin, wie süß.“
Mein Vater hat dagegen etwas Sorge das kleine Würmchen vor ihm zu zerdrücken, aber ich bin da ganz zuversichtlich, dass er es prima machen wird und lege ihm den zufrieden glucksenden Caden in den Arm.
Kleine feuchte Perlen bilden sich in seinen Augenwinkeln und ich muss feststellen, dass ihn die Erkenntnis Opa zu sein gehörig berührt.

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„Ihr benutzt doch hoffentlich die Windeln von „PrimaBaby“ oder? Das sind immerhin die Besten.“
„Ach Mama!“ entgegne ich nur und kann mir nur schwerlich das Grinsen verkneifen.
Typisch meine Mutter, das Beste ist gerade mal gut genug für sie. Nur blöd, dass wir uns die teuersten Markensachen nicht leisten können, außerdem tun es auch billigere Windeln, aber mit ihr darüber zu diskutieren würde sie trotzdem nicht von ihrer Ansicht abbringen, glaubt mir.
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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am Sa Nov 14, 2009 12:26 pm

Am Nachmittag nimmt mich Mason an die Hand und verlässt mit mir das Haus.
"Komm, wir machen uns jetzt einen schönen Nachmittag am Strand, Alexis und Caden haben schließlich mehr als genug Babysitter."
Das klingt gut, dennoch habe ich ein komisches Gefühl die beiden alleine zu lassen, so langsam entwickle ich mich zu einer Glucke, muss ich feststellen, aber dagegen kann ich leider nichts machen.
Am Strand ist es wundervoll, die Luft ist angenehm frisch, aber nicht zu kalt und das Meer singt leise seine Melodie. Einfach herrlich.
"Meinst du ich bin zu beschützend, Mason?"'
Mason schaut mich verwundert an.
"Wie kommst du denn darauf?" fragt er mich anschließend, "du bist wie jede normale Mutter, du liebst deine Kinder und du hast Angst um sie, das ist doch ganz normal."
"Echt?"
Mason lacht laut auf und drückt mich fest an sich.
"Ja, echt!"
Eine ganze Weile laufen wir so im Sand und schauen uns die Vögel an, die über uns ihre Runden kreisen. In dem Moment muss ich daran denken, wie mir mal als Kind eine dumme Möwe auf den Kopf gekleckert hat und ich empfinde plötzlich eine unwillkürliche Abneigung gegen diese Viecher, die dort über uns herumfliegen. Ja, ja, lacht nur, ich fand es damals sehr deprimierend, schließlich wird man nicht jeden Tag als Toilette mißbraucht!
Als ich Mason davon erzähle, bekommt er sich kaum mehr ein vor Lachen und obwohl ich mir geschworen habe ihm nicht zu folgen, muss ich grinsen. Er hat es mal wieder geschafft mich zum Lachen zu bringen und dafür liebe ich ihn - ganz egal, wie schnulzig ich mich damit anhöre!
"Ich bin so glücklich, dass wir jetzt eine richtige Familie sind." sagt Mason, nachdem er sich wieder beruhigt hat, "Aber eine Sache fehlt da noch!"
Oh weia, haben wir was vergessen? frage ich mich verwundert
Ich kann gar nicht so schnell denken, da kniet Mason schon vor mir und fummelt in seiner Tasche herum. Gerade beginne ich zu realisieren, was er mit mir vorhat, da hat er schon ein kleines schwarzes Kästchen hervor geholt und entblößt einen glitzernden, wunderschönen Ring...
"Gracie, ich möchte, dass wir eine richtig richtige Familie werden und weil ich dich liebe möchte ich dich fragen: ...Willst du meine Frau werden?"

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Ich kann kaum atmen und so fällt mir auch das Sprechen schwer. Schnell schlucke ich die Glückstränen hinunter und antworte mit einem geflüsterten "Ja."
Jetzt weine ich doch.
Behutsam steckt mir Mason den Ring an meinen Finger und verkündet ebenso leise, aber in feierlichem Ton: "Jetzt sind wir verlobt."

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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am So Nov 15, 2009 11:33 am

Die Hochzeit findet drei Monate später in unserem Garten statt und viele Verwandte von uns stehen auf der Matte, um an unserem Glück teilzuhaben. Das Wetter spielt glücklicherweise mit und so wird die Hochzeitsfeier ein unvergesslicher Moment in meinem Leben. Selbst meine sonst so beherrschte Mutter hat Tränen in den Augen, als Mason und ich uns ebenfalls unter Tränen das Ja-Wort geben. Im Hintergrund spielt die ganze Zeremonie über der Song „Kiss me“ von the corrs, der die ganze verzauberte Atmosphäre noch unterstreicht und mir eine Gänsehaut verpasst.

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Meine Eltern besuchen uns seit der Hochzeit nun häufiger und ihr könnt es euch nicht vorstellen, aber meine Mutter mag Mason wirklich gerne, eigentlich brauche ich mich gar nicht so darüber wundern, denn bereits früher, als wir noch Kinder waren, fand meine Mutter schon, dass er „ein wirklich guter Junge“ war. Trotzdem bin ich ein Stück weit erleichtert, denn meine Mutter ist sehr anspruchsvoll, nicht nur, was materielle Dinge betrifft.

Im Verlaufe des nächsten Jahres passiert derweil das, was in jedem Haushalt passiert, in dem es Kinder gibt: Die Kinder wachsen, werden größer und auch selbstständiger. Mittlerweile müssen wir schon alles, was nicht niet- und nagelfest ist wegstellen, das Verbotene ist eben immer auch am verlockensten. Wir üben mit ihnen das Sprechen und das Laufen, wobei ihnen das Letztere einfacher von der Hand geht, schließlich kommen sie so besser an die verbotenen Sachen.

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An ihrem ersten Geburtstag wird nicht groß gefeiert, lediglich meine Eltern, sowie Becci und Sean sind dabei, aber das ist den beiden Kleinsten herzlich egal, die Kerzen des Geburtstagskuchens sind viel zu interessant, da ist alles andere bloß Nebensache. Am Abend sind Alexis und Caden total müde, ein Glück für uns, denn so haben Mason und ich mal wieder etwas mehr Zeit für uns, wenn ihr wisst, was ich meine.

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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am Mo Nov 16, 2009 9:59 am

Einige Monate später haben Mason und ich so viel Geld zusammengespart, dass wir sein altes Auto, das nur bedingt besser war als meine Rostlaube, für läppische 700 Dollar verkaufen und uns ein richtig schönes, neues Familienauto anschaffen können. Beim Autohändler angekommen wird uns aber gleich klar, dass die Auswahl nicht ganz so leicht werden wird, denn es stehen dutzende von Autos in der Ausstellungshalle. Ich hätte eigentlich schon das erste Familienauto genommen, das vor unserer Nase steht, aber Mason besteht darauf sich alle potenziellen Modelle anzuschauen und sich diese explizit erklären zu lassen...gähhhn...
Ganze zwei Stunden später (ohne Witz!) stehen wir vor dem letzten Auto, das für uns in Frage käme und ich freue mich, denn dann kann es ja losgehen mit der Auswahl...dachte ich...aber da legt Mason noch einen drauf.
"Könnten wir mit einigen eine kleine Testfahrt machen?"
"Nein, können wir nicht! Such dir jetzt BITTE ein Auto aus, das dir zusagt und damit können wir gerne eine kleine Testfahrt machen, aber nicht mit EINIGEN der Autos!" entgegne ich, noch bevor der werte Verkäufer seine Antwort aussprechen kann.
Testfahrt? Mit einigen? Das würde ja nochmal so lange dauern...nee, das mache ich nicht mit, schließlich warten Zuhause unsere Kinder UND die arme Becci UND der arme Sean, die schließlich auch nicht den halben Tag Zeit haben. (Das haben sie eigentlich schon, sie lieben es auf die beiden aufzupassen, wenn ich ehrlich bin, aber in der Situation, in der ich mich gerade befinde, will ich mir das nicht eingestehen!)
Nach meiner kleinen Ansage suchen wir uns ein blaues Familienmodell aus und fahren eine Runde damit. Es ist komfortabel genug für Kinder, spritsparend und hübsch, das wird es sein. Wir bekommen sofort die Schlüssel und nehmen unser neues Auto gleich mit nach Hause.

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Das Auto neben dem Blauen gehört übrigens Sean, nur so zur Info
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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am Mo Nov 16, 2009 10:21 am

Es gibt momentan ein kleines Streitthema zwischen Mason und mir - die Haare unserer Kinder! Es ist so: in den letzten Monaten sind die Haare der beiden beträchtlich gewachsen, auch bei Caden. Nun möchte Mason, dass Caden seine langen Haare behält, ich dagegen habe die Befürchtung, dass er bald nichts mehr sehen wird, wenn seine Haarpracht weiter zuwachsen wird und dann aussieht, wie eine Gardine.
"Das sieht doch total cool aus." kontert Mason.
Cool? Das ist doch keine Argument, manchmal muss man sich eben für das Praktischere entscheiden und das wäre bei Caden nun mal ein kürzerer Haarschnitt!
"Bald wird er aber nichts mehr sehen oder willst du ihm dann Spangen ins Haar klemmen?"
"Wenn sie zu lang werden, kürzen wir sie eben wieder ein bisschen, wo ist denn da bitte das Problem?"
Ein banales Thema, aber genug Stoff, um sich deswegen zu zoffen, ihr merkt es schon oder?
Gut, dass in dem Moment Sean und Becci vorbeischauen, dann machen wir eben eine demokratische Abstimmung.
"Mason möchte, dass Caden seine langen Haare behält, ich dagegen fände einen kürzeren Schnitt für angebrachter, was meint ihr?"
Ich bin guten Mutes, danach kann sich Mason gar nicht mehr sträuben!
"Lang." meint Sean
"Lang." meint auch Becci
Na toll, echt eine prima Idee mit der demokratischen Abstimmung, du Hirni
"Jetzt sei nicht beleidigt, Schatz!" flüstert mir Mason zu und drückt mir einen langen Kuss auf. Das ist so gemein, er weiß ganz genau, wie sehr mich das aus der Bahn wirft!
Der Wischmopp bleibt also auf Cadens Kopf und ich kann, dank Masons Schmatzer, noch nicht mal mehr beleidigt sein.

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Zuletzt von mixit am Di Nov 17, 2009 9:39 am bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am Mo Nov 16, 2009 12:26 pm

Am frühen Morgen erleben Mason und ich ein kleines Wunder, denn als wir Alexis und Caden in ihre Hochstühle verfrachten und ihnen ihr morgendliches Fläschchen reichen, höre ich ein gebrabbeltes "Mama" aus Caden´s Richtung. Ich bin völlig sprachlos vor Glück.
"Hast du das gehört?" frage ich Mason, immer noch entzückt von dem geradigen Erlebnis.
"Natürlich habe ich das gehört, er hat gerade Papa gesagt."
Das ist so was von wunderbar...moment mal...Papa?...Er hat Papa gesagt?
"Ich glaube, da hast du dich verhört, Schatz, er hat nicht Papa gesagt, er hat Mama gesagt!"
"Nein, ich bin mir ganz sicher, dass er Papa gesagt hat." entgegnet Mason ruhig. Da hören wir es erneut und diesmal ganz eindeutig:
"Mama, Milch!" Caden schaut mich erwartungsvoll an. Das gibt es ja nicht, mein kleines Häschen spricht seine ersten richtigen Worte, ich bin so überwältigt, Leute, so überwältigt. Aber das ist noch nicht alles, es geht noch mehr!
"Milch, Milch, Mama." höre ich plötzlich von der andere Seite und fange an zu schluchzen.
"Oh Alexis, du kannst ja auch sprechen, mein kleines Mäuschen."
Mason und ich sind hin und weg, so hin und weg, dass Mason total durcheinander ist und geradewegs auf die offene Schranktür zuläuft, während er seinen Blick nicht von den beiden Kleinen wenden kann.
"Oh Schatz, vorsicht, guck nach vorne..."
RUMMS
Ich hab´s noch versucht!
Mason sieht nicht sehr schmerzfrei aus und die Beule an seiner Stirn leuchtet rot und dick, wie ein Horn, aber den beiden Kindern scheint es gefallen zu haben, denn die glucksen nur so vor sich hin und klatschen mit ihren kleinen Patschehändchen Beifall.
Die Schadenfreude haben sie nicht von mir, aber ein Lachen kann ich mir trotzdem nicht verkneifen und einen Kommentar auch nicht.
"Mason, das letzte Einhorn." pruste ich laut los und werde lautstark von den beiden Zwergen unterstützt.
"Sehr witzig, ihr drei, wirklich sehr witzig."
Schnell hole ich ein Kühlpad aus dem Gefrierschrank und lege es Mason auf die rechte Hälfte seiner Stirn. Jetzt tut er mir doch ein bisschen leid.
"Und er hat doch Mama gesagt!" grinse ich triumphierend, nachdem die beiden Kinder ihre Fläschchen ausgetrunken haben und ich den zufrieden aufstoßenden Caden auf dem Arm halte.

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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am Mo Nov 16, 2009 1:26 pm

Am Nachmittag entschließen Becci und ich uns einen kleinen Spaziergang zum Park zu machen und der entpuppt sich als richtiges Abenteuer für Alexis und Caden, denn die sind mit vollem Körpereinsatz damit beschäftigt die Tauben, die eigentlich bloß auf der Suche nach Brotkrümeln und ähnlichem Fraß sind, gehörig aufzuscheuchen.Wild flatternd erheben sie sich in die Luft, wenn die beiden halbstarken Jäger unsicher auf sie zu laufen und "husch, Piepsi!" oder "weg!" rufen. Wirklich köstlich, wozu noch ins Kino gehen, wenn man sowas hat?
Im Park angekommen setzen wir uns eine Weile auf die Wiese und schauen Alexis und Caden beim Ameisen-Beobachten zu.
"Mama, krabbel krabbel." ruft Alexis mir mit staunenden großen Rehaugen zu und zeigt mit ihrem kleinen Finger auf die Erde.
Einfach putzig, ich könnte ihnen stundenlang zuschauen.
"Ich glaube, so eine kleine Familie wäre auch was für mich." meint Becci nachdenklich und lächelt.
"Aha, und was willst du mir damit sagen?"
"Sean und ich haben beschlossen es darauf ankommen zu lassen, Gigi." platzt es einige Sekunden später aus ihr heraus.
"Ihr wollt auch ein Kind?"
"Mhmh."
Und ich dachte immer, Becci sei viel zu emanzipiert, um die Mutterrolle zu übernehmen und jetzt das. Ist ja irre! Aber ich wusste schon immer, dass sie eine gute Mutter abgeben würde, spätestens, seit die Zwillinge da sind und sie sich als überaus wertvolle Babysitterin entpuppt hat.
"Find ich gut, Becci, wirklich!"
"Ich auch." lächelt sie mich an und strahlt über das ganze Gesicht, "wir üben fleißig daran."
Okay, mehr muss ich jetzt nicht wissen!
Eine Stunde später machen wir uns für den Rückweg bereit, aber da sehe ich jemanden auf uns zukommen, dem ich seit mehr als einem Jahr nicht mehr über den weg gelaufen bin.
"Hallo!" begrüßt sie mich unsicher.
"Hallo Allison."
Allison sieht gut aus, wie immer. Mein Blick wandert zu dem kleinen Knirps auf ihrem Arm. Fast weiß-blondes Haar und strahlend hellblaue Augen, die mich mit einem wachen und neugierigen Blick mustern. Dann lächelt er mich an und entblößt seine kleinen weißen Zähnchen. Dylan, das muss Dylan sein und er sieht aus wie seine Mutter, ganz und gar wie Allison!
"Gracie, ich möchte mich ganz herzlich bei dir und deinem Freund bedanken, also dass ihr mich damals ins Krankenhaus gebracht habt." Sie meint es wirklich ernst und mir kommt ein Gedanke, der mir so wahr erscheint, wie kein anderer
Kinder verändern die Welt, durch sie haben wir die Chance bessere Menschen zu werden
vielleicht trifft dieser Gedanke auch auf Allison zu, die ihren kleinen Sohn fest an sich drückt. Vielleicht habe ich mich damals geirrt, als ich sagte "der arme Junge", denn ich glaube, sie liebt ihn über alles und ist eine gute Mutter für ihn.

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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am So Nov 22, 2009 12:09 pm

Hoffen wir mal, dass ich damit richtig liege und Dylan als glückliches Kind aufwächst, denn das haben alle Kinder verdient. Auch Becci ist verwundert darüber, dass Allison vernünftig mit mir sprechen kann und ohne Beleidigungen, erst recht nach der kleinen Sektattacke am Galaabend, deshalb weiß sie nichts dazu zu sagen und hält sich diskret zurück.
"Das war selbstverständlich, Allison, alles andere wäre vielleicht unterlassene Hilfeleistung gewesen oder so was." entgegne ich Allison vielleicht etwas zu unfreundlich, aber ihre kleinen Sticheleien liegen mir trotz allem noch im Ohr. Allerdings hätte ich ihr mit Sicherheit auch geholfen, wenn es keine unterlassene Hilfeleistung gewesen wäre, aber das muss sie ja nicht wissen!
"Oh,...natürlich" stammelt Allison verunsichert, "trotzdem, ich danke dir, Gracie."
Dann dreht sie sich um und geht, Dylan lächelt mich über ihrer Schulter an und winkt Caden und Alexis zu. Ein süßer Junge!
Am nächsten Tag hat Becci einen Friseurtermin und weil sie so an ihren Haaren hängt, bittet sie mich als Unterstützung mitzukommen. Ich weiß zwar nicht, was das ganze Theater soll, schließlich wollte sie doch ihre Haare schneiden lassen, aber ich erkläre mich bereit ihr das Händchen zu halten.
Beim Friseur angekommen wird sie gleich von Gerard, dem französischen Friseur, auf einen freien Stuhl gesetzt. Beccis Hand ist klitschnass, ich muss es ja wissen, schließlich habe ich die Ehre ihr die nasse Hand zu halten.
"Bon, mademoiselle, welsche Vorstellung ´aben sie von ihrer neuen Frisür?"
Oh je, ich verstehe nur die Hälfte von dem, was der gute Gerard erzählt, aber Becci ist eine Stammkundin und wird wohl seine Sprache sprechen.
"Ich weiß es nicht, Gerard, ich überlasse es Ihnen, machen Sie nur."
"Bien, wie du wünschst, Liebes, isch ´ab disch schon vor Augen, es wird magnifique, warte ab."
Jetzt schließen sich ihre Finger noch enger um meine Hand und ich habe das Gefühl, meine Hand fällt jeden Moment ab, die Blutbahnen werden regelrecht abgeklemmt. Während ich also auf den Erhalt meiner Hand hoffe, schnibbelt Gerard was das Zeug hält und die bronzefarbenen Haare fallen ununterbrochen zu Boden. Eine Viertelstunde später hört das Reißen der Haarschere auf und Gerard sieht zufrieden aus.
"Fertisch!"
"Oh..." haucht Becci überwältigt, "Oh...Gerard, das ist wundervoll, es sieht so...anders aus."
"Isch ´abe getan, was isch konnte."
Ich muss sagen da hat Becci Recht, es sieht anders aus, noch kürzer als sie vorher eh schon waren, aber es sieht ganz gut aus. Endlich bekommt meine Hand wieder Blut in ihre ausgequetschten Glieder und Becci ist zufrieden - alles wunderbar. Auch Zuhause wird die umgestylte Becci freudig aufgenommen, besonders von Sean.

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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am So Nov 22, 2009 12:31 pm

Eine Woche nach dem Friseurtermin herrscht gute Stimmung im Haus. Ich stehe oben in Beccis Wohnzimmer und warte auf eine Gelegenheit sie nach etwas Butter zu fragen (die Zwillinge mögen so gerne selbstgebackene Kekse), aber es scheint ein recht ungünstiger Zeitpunkt zu sein, denn Becci flüstert Sean gerade etwas ins Ohr und lächelt, dann höre ich nur einen lauten Freudenschrei, bei dem ich fast aus den Latschen kippe (Junge, Junge, hat Sean ein kräftiges Stimmorgan!), und Becci springt ihm förmlich in die Arme. Was ist da denn los? Jetzt bin ich aber neugierig.

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Ich schaue mir dieses hübsche, romantische Spektal noch ein Weile an und übe mich in Geduld. Einige Minuten später halte ich es nicht mehr aus.
Ich will diesen herzzereißenden Moment ja nicht sprengen, aber jetzt muss ich es auch wissen!
"Äh...tschuldigung? Was wird denn hier gefeiert?"
"Becci ist schwanger!" ruft Sean mir freudig zu und drückt seine Liebste fest an sich. Schwanger? Mensch, das ist ja toll, ich bin sprachlos.
"Wow." ist das Einzige, das ich in diesem Moment heraus bekomme. Jetzt haben wir bald sechs kleine Kinderfüße, die in unserem Haus herumtapsen, find ich super, echt!...Tante Gracie...hört sich nicht schlecht an...obwohl, Tante lassen wir mal weg, das hört sich so streng an.
Nun fällt Becci mir um den Hals und heult vor Glück. Jetzt hör auf zu weinen flehe ich in Gedanken sonst heule ich gleich auch noch
Ich muss mich echt zusammenreißen, eine Heulsuse reicht doch, aber als Becci einfach nicht damit aufhört, reißt auch bei mir ein kleines Tränchen aus und begibt sich auf die Reise. Warum muss ich auch so sentimental sein?
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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am Di Nov 24, 2009 8:45 pm

Während Sean das Vater-Sein schon mal an den Zwillingen übt und ihnen geduldig die halbe Welt erklärt, geht es Becci in den nächsten Wochen nicht besser als mir damals. Alle drei Stunden wird ihr übel und die Toilette somit zu ihrer engsten Vertrauten.
"Ich habe ja gesehen, wie es dir damals ging, aber dass es so schlimm ist, hätte ich nicht gedacht." jammert sie und atmet langsam ein und aus, "mir wird schon wieder übel, Gigi." Ich kann es vollkommen nachempfinden, schließlich musste auch ich fast täglich eine Runde Schüsselkunde machen, aber alle drei Stunden - so schlimm war es bei mir nicht. Arme Becci! Fünf Minuten später springt sie, zum vierten Mal an diesem Tage, auf und begibt sich zu einer nächsten Kotzattacke.

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Am nächten Tag dann doch eine kleine (positive) Abwechslung für die übelkeitsgeplagte Becci, denn Sean findet den Zeitpunkt günstig, um ganz romantisch in der heimischen Küche um ihre Hand anzuhalten und wir, also Mason, die Kleinen und ich, stehen im Hintergrund und lauschen gespannt auf die kommenden Worte. Sean scheint total nervös und wischt sich hektisch die Schweißperlen von der Stirn.
"Also Becci...äh...wir werden ja bald Eltern...ähm...räusper...und da dachte ich, es ist an der Zeit Köpfe mit Nägeln zu machen...ähh nee, quatsch, Nägel mit Köpfen zu machen, das wollte ich sagen..."
Eieiei, der geborene Redner war er ja noch nie, aber das übertrifft ja alles.
"Tieeeef durchatmen..." flüstert Mason ihm zu und lächelt ihn aufmunternd an.
"...ja, also ich möchte dich deshalb hier und heute fragen, Becci, ob du...nun ja...meine Frau werden willst...willst du?"

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Puh, das hätten wir geschafft. Becci bekommt kaum einen Ton raus, aber man kann noch gerade so die Worte "Ja, ich will." vernehmen und schon liegt sie überglücklich in Sean´s Armen und sie beteuern sich ihre Liebe. Ach...wie schön...da werden Erinnerungen wach und ich küsse Mason mit einem verträumten Blick in den Augen auf den Mund.
"Mommy daddy knutsch." grinst Alexis verschämt und hält sich die kleinen Hände vor die Augen, während Caden vor sich hingluckst und freudig in die Hände klatscht und ruft: "Cady un Lexi auch knutsch."
Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und nehmen beide jeweils einen unserer Zwerge auf den Arm und drücken ihnen einen dicken Kuss auf.
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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am Di Nov 24, 2009 9:11 pm

Die folgenden Monate verlaufen ähnlich wie bei meiner Schwangerschaft - die Übelkeit lässt nach und der Bauch wird immer runder, nur mit dem klitzekleinen Unterschied, dass man bei Becci sofort die kleinste Wölbung mit Deutlichkeit erkennt. So wächst langsam ein kleines bedächtiges Bäuchlein...

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und wird größer...

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und dicker...

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bis sie aussieht, wie eine Schlange, die einen Medizinball verschluckt hat, wenn man es denn so ausdrücken darf. Ja, ich denke, dieser Vergleich ist in Ordnung, schließlich entspricht es der absoluten Wahrheit. In die Breite wächst Becci nicht, wer sie also von hinten betrachtet würde wahrscheinlich niemals auch nur vermuten, dass es sich um eine Hochschwangere handelt, erst wenn man dann den kugelrunden Medizinball-Bauch sieht ist alles klar. Echt beneidenswert.

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An einem Freitagabend ist es dann soweit...Becci steht mitten in unserem Wohnzimmer und brüllt aus Leibeskräften, doch diesmal gehöre ich zu der Fraktion, die händefuchtelnd und "Oh mein Gott"-schreiend daneben steht und keinen klaren Gedanken fassen kann. Ich weiß noch, wie gereizt ich damals war, aber verglichen mit Becci war ich ein lammfrommes Mäuschen gewesen!

"IHR KÖNNT JETZT AUCH NOCH EINE WEILE RUMHOPSEN, WIE EIN ZUGEDRÖHNTES KANINCHEN, ABER DANN HABT IHR GLEICH KEINE KÖPFE MEHR, DAS SCHWÖRE ICH EUCH!"

Ich glaube, es ist in diesem Moment nicht gut Kirschen essen mit ihr, also reden wir alle angestrengt durcheinander, um die nächsten Schritte einzuleiten, verstehen uns dabei aber nicht wirklich, bis die schnaufende Becci uns ein
"WIRD´S BALD ODER SOLL ICH´S AUF EUREM SCHICKEN SOFA BEKOMMEN?!"
an die Köpfe knallt und Mason sich schlagartig an meine damalige Situation erinnert.
"Okay, ab ins Auto mit ihr..."
Ich wünsche den beiden Männern und Becci viel Glück, vor allem aber hoffe ich, dass die beiden Jungs die Fahrt heile überstehen und mit Kopf wieder hier ankommen. Alexis und Caden schlafen friedlich, ein Wunder, nach diesem Krach.
Nur eine Stunde später bekomme ich den sehnlichst erwarteten Anruf aus dem Krankenhaus und Mason teilt mir die Geburt von der kleinen Sarah mit.

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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am Mi Nov 25, 2009 8:29 pm

Die kleine Sarah ist der neue Star im Haus, besonders die Zwillinge können ihre staunenden Blicke nicht von der winzigen Erscheinung des dunkelhäutigen Mädchens nehmen. Eigentlich stündlich verlangen die beiden den neuen Mitbewohner zu sehen
"Mommy, bibi sehen!" heißt es dann und wenn ich und Mason dann doch mal keine Zeit oder Becci und Sean etwas anderes vor haben, gibt es Geschrei, aber was für welches. Die beiden testen momentan ein wenig die Grenzen aus, was mir und Mason zugegebenermaßen die Nerven raubt. Wenn es um solche Sachen geht, sind die beiden ein großartiges Team, aber manchmal gibt es auch zwischen Zwillingen etwas Knartsch. So hatte ich den beiden letztens jeweils einen Lolli gegeben und als Caden seinen bereits aufgelutscht hatte, nahm er Alexis einfach mal den Lolli weg, weil er noch mehr wollte. Da gab es vielleicht Ärger, denn Alexis fing lauthals an zu brüllen und das in einer so hohen Oktave, dass uns fast die Scheiben zersprungen wären, zumindest hatte ich schon fest damit gerechnet.
"Cady blöd, blöd, blöd!" schrie sie ihn an und stampfte wütend mit ihrem Füßchen auf den Holzboden und entriss ihrem verdutzten Bruder den gestohlenen Lolli, anschließend schmollte Caden und ließ sich eine ganze Weile von niemandem mehr ansprechen. Ich muss zugeben, dass ich sehr geschmunzelt habe, aufgrund dieser Szene einer wahren Geschwisterliebe, auch wenn dies bei dem ohnehin schon schmollenden Caden nicht gerade gut ankam.
Sobald aber Sarah wieder auf der Bildfläche erscheint ist aller Ärger vergessen und die beiden widmen sich mit voller Inbrunst ihrer "Sozusagen-Cousine".
Für Sean und Becci beginnt mit dem kleinen Würmchen ein neuer Abschnitt ihres gemeinsamen Lebens und beide sind stolz wie Oskar endlich den ehrenwerten Titel "Eltern" zu tragen. Doch wie ich es schon geahnt habe, ist Becci schon bald total übermüdet, denn Sarah ist ein richtiges Schreikind. Zum Glück nimmt ihr Sean einiges an Arbeit ab und sie kann sich für ein Stündchen auf´s Sofa legen, während ihr Mann (jaaa, sie sind immerhin schon standesamtlich getraut worden!) sich derweil um die gemeinsame Tochter kümmert.

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So ziehen die Monate im rasenden Tempo an uns vorbei und Sarah wird zu einem hübschen, kleinen Sonnenschein und lernt mittlerweile eifrig das Laufen.

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Die nächste Generation wächst heran und beschert uns die schönsten, aber auch die schwierigsten Zeiten in unserem Leben, doch durch Zusammenhalt und viel Geduld begleiten wir unsere Kinder durch die nächsten Jahre und helfen ihnen ihre ersten eigenen schwierigen Entscheidungen zu treffen.


Zuletzt von mixit am Mi Nov 25, 2009 9:22 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am Mi Nov 25, 2009 9:02 pm

Sieben Jahre sind seitdem vergangen. Caden und Alexis gehen in die dritte Klasse, Sarah in die erste und wir Erwachsenen sind nur äußerlich ein wenig gealtert, aber immer noch die Gleichen (Mason trägt seit zwei Jahren einen Dreitagebart, der mir ein echter Dorn im Auge ist, schließlich habe ich damals keinen Igel geheiratet, aber das stört ihn erzlichst wenig)! Die einzigen, die sich stark verändert haben sind eben die Kinder, können ja nicht ewig Baby´s bleiben, nich?
Am liebsten spielt Alexis mit ihrer besten Freundin Sarah.

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Der Altersunterschied von zwei Jahren macht ihr dabei überhaupt nichts aus, im Gegenteil, manchmal kommt es mir so vor, als fühle sich Alexis verantwortlich dafür, dass Sarah nichts passiert, dabei denkt sie insbesondere an ihren Bruder Caden, der die beiden Mädels öfters mal auf den Arm nimmt und sich liebend gerne über Sarahs rosanes Zimmer lustig macht. Ich habe ja so den Verdacht, dass er Sarah auf diese Weise zeigen will, dass er sie interessant findet, aber wie Kinder in dem Alter eben sind: das andere Geschlecht ist immer doof, aber innerlich findet man sich doch nett, nur darf das auf keinen Fall jemand erfahren, denn das wäre schließlich oberpeinlich!
Heute höre ich einen Schrei aus dem oberen Stockwerk und befürchte schon das Schlimmste, dabei ist es wieder mal einer von Caden´s kleinen Streichen.

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"Moooommyyy..." höre ich Alexis rufen und mache mich mental bereits auf neue Geschwisterdispute bereit, "Caden ärgert uns!"
"Stimmt nicht, ich habe Lexi bloß ein bisschen erschreckt, kann doch nichts dafür, wenn sie so schreckhaft ist!"
OOOOh man, als Mutter ist man nicht nur Versorgerin, sondern auch Krankenschwester, Streitschlichter, Seelsorger, Spielpartner, Lehrerin und noch vieles andere zusammen. Wisst ihr, dass Mutter-Sein die Fähigkeiten sämtlicher Berufe einschließt, in denen man sich sozial engagieren muss? Nein? Jetzt wisst ihr´s! Also bereitet euch gut vor, bevor ihr euch den Traum einer Familie erfüllt. Vielleicht sollte es einen Mutter-Intensiv-Kurs geben, obwohl der wahrscheinlich Jahre dauern würde und am Ende kommen dann doch Situationen, auf die man sich nicht vorbereitet hat. Das Leben mit Kindern ist voller Überraschungen.
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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am Sa Nov 28, 2009 11:53 am

Am Donnerstag kommt Caden ganz aufgeregt in die Küche gelaufen und schaut mich dann mit einem regelrechten Dackelblick an, während er mit mir spricht
"Mohom? Darf ich morgen einen Freund mitbringen und darf er dann hier schlafen? Biiiiiitte..."
"Wenn die Eltern von deinem Freund einverstanden sind, habe ich nichts dagegen, Schätzchen."
"Super, seine Mutter hat ihm das schon erlaubt."
Da können sich die beiden Mädels ja auf was gefasst machen lache ich in mich hinein zwei kleine Rabauken
"Ach Mom?"
was kommt denn jetzt noch?
"Bitte nenn mich nicht Schätzchen, ja? Das ist sooo peinlich!"
Ist es also schon so weit? Das geht ja schnell! Nichtsdestotrotz, für mich bleibt er immer mein Schätzchen, genauso wie Alexis.
"Abgemacht....Schätzchen." antworte ich und drehe mich um, während ich noch ein genervtes "Och Moooom!" hinter mir vernehmen kann.
Für mich ist es an der Zeit neue Rezepte zu lernen, denn mein Chef erwartet in den nächsten Tagen neue Ideen für unsere Speisekarte. Ich bin seit vier Jahren Köchin im "Diner´s", ein tolles Restaurant in der Stadt. Der Abschied vom Schlemmer fiel mir damals sehr schwer, besonders Papa Dean vermisse ich bei meiner täglichen Arbeit im Diner´s, auch wenn wir privat noch Kontakt haben. Als Köchin bin ich dennoch voll in meinem Element. Nur meine gelegentliche Tollpatschigkeit, die ich auch in den letzten sieben Jahren nicht abgelegt habe, greift mir ab und zu mit ihren fiesen Krallen in meine Arbeit ein. Mit den Geräten dort musste ich mich erst neu anfreunden, ihr könnt euch ja gar nicht vorstellen, wie kompliziert die Geräte in einer modernen High-tech-Küche eines renomierten Sternerestaurants sind - sehr kompliziert! So habe ich gleich in der ersten Arbeitswoche eine total teure Mikrowellenanlage versaut, weil ich für die Pfannkuchen, die ich machen sollte, etwas warmen Honig brauchte. Ich habe also diese blöde Tube mit Honig in dieses oberkomplizierte Teil gestellt und den Start-Knopf gedrückt. Allerdings gab es so viele andere Knöpfe, dass ich mich nicht getraut habe, da irgendwas anders einzustellen, das hätte ich aber besser tun sollen, denn drei Minuten später höre ich einen Knall...na ja, wohl eher eine kleine Explosion. Die Tube war geplatzt und der ganze verdammte Honig klebte an allen vier Wänden der Mikrowelle! Zum Glück war das kein Kündigungsgrund und ich beschloss von da an immer zu fragen, wenn ich Hilfe brauchte.
So weit zu meinem Arbeitsleben.
Ich setze mich mit meinem Rezeptebuch zu Mason an den Küchentisch. Mason schreibt gerade an seinem vierten Buch und ich glaube, es könnte wieder ein voller Erfolg werden, genau wie die letzten beiden. Mason hatte vor langer Zeit den Job im Bücherladen aufgegeben, nachdem er seinen ersten Bestseller geschrieben hatte und sich von da an als Autor das Geld verdienen wollte und es klappt wunderbar, es ist genau das, was Mason immer wollte und wofür er ein Talent hat, ich bin so stolz auf ihn...mein kleines Bärchen (nur in Gedanken, Mason hasst es, wenn ich ihn Bärchen nenne)

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Zuletzt von mixit am Di Dez 01, 2009 8:39 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am Sa Nov 28, 2009 12:10 pm

Am nächsten Tag um kurz nach drei höre ich den Schulbus vor unserem Haus halten und kurz darauf geht die Haustür auf und eine ganze Schar von Kindern findet sich in unserem Wohnzimmer ein. Genaugenommen vier.
Alexis stellt ihre Schultasche ab, holt ein Heft und ihre Federmappe heraus und verschwindet mit Sarah wieder nach draussen.
"Wir gehen zu Becci und Sean." höre ich sie noch rufen.
Dann blicke ich auf den blonden Jungen vor mir...irgendwie kommt er mir bekannt vor, vor allem das Muttermal unter seinem Auge...woher kenne ich ihn denn?
Doch Caden lüftet das Geheimnis, noch bevor ich die Gelegenheit habe in meinem Erinnerungszentrum zu kramen.
"Mom, das ist Dylan."
Natürlich, Dylan, Dylan Carrera. Und das Muttermal hat er von seiner Mutter.
"Dylan geht in meine Parallelklasse, wir haben uns in der Football-AG kennen gelernt."
"Hallo Dylan." begrüße ich ihn freundlich, aber immer noch perplex.
"Hallo Mrs. Brodey, wir gehen dann jetzt mal Hausaufgaben machen." (Ich vergaß zu erwähnen, dass ich ja seit der Hochzeit mit Mason nun Brodey heiße)
Schon flitzen die beiden kichernd in Cadens Zimmer und schließen die Tür.

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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am Sa Nov 28, 2009 1:25 pm

Am späten Nachmittag gehen die beiden Jungs in den Garten und vergnügen sich mit der neuen Doppelschaukel, die Sean und Mason vor ein paar Tagen aufgebaut haben. Becci und ich hatten davon nichts gewusst und waren genau so überrascht gewesen wie die Kinder, die sich natürlich über alle Maßen darüber gefreut haben. Dylan scheint ein ganz fröhlicher, wenn auch etwas zurückhaltender Junge zu sein, aber mein Gott, er kennt mich ja gar nicht.
Verstohlen schaue ich aus dem Fenster und beobachte die beiden. Wie es wohl Allison so geht? Ob Dylan wohl weiß, wer sein Vater ist, oder hat er vielleicht sogar Kontakt zu ihm? Fragen über Fragen die sich in meine Gedanken schleichen.
"Worüber denkst du nach?"
Ich schrecke auf, hinter mir steht Mason und mustert mich neugierig. Ich war so in meinen Gedanken vertieft gewesen, dass ich ihn nicht kommen gehört habe, dabei höre ich seine Elefantenschritte sonst bereits auf hundert Metern Entfernung.
"Ach, ich frage mich bloß, was Dylan wohl von seinem Vater so weiß." antworte ich ihm wahrheitsgerecht und schaue wieder hinaus in unseren hübschen, kleinen Garten...den haben wir gut hinbekommen, noch ein paar Blümchen und er wäre perfekt.
"Du solltest dich da nicht einmischen, Gigi, das ist ganz alleine Allisons Angelegenheit."
Ich schaue ihn verdutzt an
"Ich darf mir doch wohl meine Gedanken machen, das hat rein garnichts mit Einmischen zu tun, Mason!"
"Ich sag´s ja nur."
Die beiden Jungs lachen laut und schaukeln noch immer fröhlich vor sich hin.

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Am Abend sitzen wir zu viert beim Abendessen, Alexis isst heute ausnahmsweise oben bei Becci und darf heute auch bei Sarah schlafen. Die beiden Jungs unterhalten sich währenddessen gerade angeregt über das letzte Football-Training und diskutieren über die Fairness des Schiedsrichters. Ich verstehe zwar kein Wort von dem, was die beiden da erzählen, aber ich versuche trotzdem ihnen zu folgen.
"Der Fumble von Eric in den letzten drei Minuten war total cool, dadurch konnten wir noch drei Punkte machen, weil Dylan dann ein Fieldgoal erzielt hat."
erzählt Caden uns und Mason nickt anerkennend, ich komme mir dagegen wie ein Vollidiot vor.
"Äh, was ist ein Fumble und was ist ein Fieldgoal?"
"Moooom, wenn der Ballträger den Ball verliert und der Ball dann wieder frei ist und vom gegnerischen Team erobert werden kann nennt man das Fumble." erklärt mir Caden ungeduldig und verdreht die Augen als wolle er sagen
Das weiß doch jedes Kind
Aber ich bin eben keine Sportskanone.
"Fieldgoal bedeutet, dass jemand den Ball vom Boden aus durch die beiden Torstangen des Tores gekickt hat, durch ein Fieldgoal bekommt das Team drei Punkte." fährt er dann fort.
Aha, hätten wir das also auch geklärt, vielleicht sollte ich mir mal einige Spiele im Fernsehen anschauen, dann könnte ich irgendwann auch mitreden, wer weiß, vielleicht entwickle ich mich zu einem richtigen Football-Experten...Na schön, vielleicht auch nicht.
"Sag mal Dylan, wie geht es denn deiner Mutter?" frage ich kurz darauf beiläufig und stecke mir die nächste Gabel Spaghetti in den Mund.
"Och ganz gut, sie macht Massagen und so in diesem komischen Wellness-Center oder wie das heißt."
"Oh wie schön." ich räusper mich "und dein Vater?"
Mason wirft mir einen vorwurfsvollen Blick zu und ich weiß, egal, was er mir sagen würde, er hat recht, ich hätte das nicht fragen sollen, aber ich kann nicht anders. Ich möchte doch nur wissen, ob es Dylan gut geht.
"Meine mum sagt, wir brauchen keinen Mann zu Hause, es reicht wenn wir uns haben." entgegnet mir Dylan gelassen und ich bin erleichtert. Er scheint also keine Probleme damit zu haben, dass er seinen Vater nicht kennt und er scheint ein liebevolles Zuhause zu haben, mehr wollte ich doch gar nicht wissen.
Um kurz vor neun schicke ich die beiden Jungs ins Bett, wo ich ihnen noch gestatte sich bis Punkt Neun Uhr zu unterhalten.

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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am Sa Dez 12, 2009 7:30 pm

Am nächsten Abend brummt mein Schädel und nach langer Zeit macht sich mal wieder eine Migräne bemerkbar. Auf diese Ankunft könnte ich so was von verzichten, aber wenn sie schon mal da ist, werde ich sie wohl oder übel dulden müssen. Schnell auf´s Sofa und Augen zu...
Nach zwei Stündchen geht es meinem Kopf ein wenig besser, zumindest fühle ich mich etwas erholter und deshalb nehme ich das neue Rezeptbuch und mache mich auf den Weg nach oben - Becci hat die große Herausforderung angenommen sich an Sushi zu probieren und dafür leihe ich ihr doch gerne mein Rezeptbuch aus. Bin mal gespannt, ob man das fertige Produkt dann auch essen kann. Leute, das soll keineswegs Kritik an Beccis Koch-Fähigkeiten sein, lediglich leichte Bedenken wegen des hohen Schwierigkeitsgrades...na gut, vielleicht ist ein klitzekleines bisschen Kritik dabei, aber wirklich nur ein klitzekleines bisschen!
Oben angekommen lege ich ihr das Buch in die Hände und sehe zu, wie sie es in dem hölzernen Bücherregal einsortiert. Wir sind gerade dabei eine kleine Tratschrunde anzufangen, da kommen Alexis und Sarah durch die Haustür gestürmt. Letztere schaut ein wenig ängstlich aus der Wäsche und fängt hysterisch an den Grund für ihr seltsames Auftreten preis zu geben.
"Mummy ich will nicht mehr in meinem Zimmer schlafen."
Becci schaut erst ihre Tochter, dann mich an und ich glaube, ihr Gesichtsausdruck gleicht meinem haargenau.
"Aber Sarah, wieso das denn nicht?"
"Unter meinem Bett wohnt ein Monster."
"Ein was?"
"Ein Monster!" entgegnet Sarah ängstlich
"Wer sagt denn so was, Schatz?"
Nun schaltet sich Alexis ein und antwortet ein wenig angesäuert:
"Caden hat ihr das erzählt und ich habe ihr gesagt, dass es keine Monster gibt, aber sie glaubt mir nicht."
Na toll, der dritte Streich an diesem Tag. Falls ihr es noch nicht bemerkt habt: mein kleiner Caden ist ein sehr intelligenter und auch lieber Junge, hat es aber auch faustdick hinter den Ohren. Letzte Woche hat er vor dem Chemieunterricht das Okular (das Ding am Mikroskop durch das man durchschaut) mit schwarzer Farbe bemalt und nach dem Unterricht hatte sein Lehrer dann mit einem schwarz umrandeten Auge die Klasse verlassen. Am Nachmittag wurden Mason und ich zum Direktor gebeten. Mehr muss ich nicht sagen oder?
Nun, Caden hat uns versprochen solche Sachen in der Schule zu unterlassen oder zumindest darauf zu achten nicht erwischt zu werden (das kam eindeutig von Mason!)
Sarah steht immer noch ängstlich vor uns, als Becci ihr über das schwarze Haar streicht und beruhigend auf sie einredet.
"Mäuschen, es gibt keine Monster. Weder unter dem Bett noch in deinem Schrank, Caden wollte dich nur ein bisschen ärgern."
"Keine Monster?"
"Keine Monster."

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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am Sa Dez 12, 2009 8:13 pm

Vor lauter Migräne habe ich vergessen die Vorbereitungen für unseren Urlaub zu treffen. Mason und ich reisen mit den Kindern morgen nach China, schließlich haben die Kids jetzt Sommerferien und die wollen wir so spannend wie möglich gestalten. Sarah nehmen wir mit, denn Becci und Sean haben sich vorgenommen eine Woche zu zweit zu verbringen, außerdem hatte Alexis so lange gebettelt, bis Becci und ich nachgegeben haben.
Das Packen der Koffer sollte ich jetzt schleunigst nachholen, denn ich kann ja schlecht eine Woche lang die gleichen Klamotten tragen oder?
Also, nichts wie ran an die Schränke!
Der verstaubte Koffer aus dem Keller scheint mir allerdings ein wenig klein für die Reise, doch den zweiten Koffer hat Mason bereits mit seinen Sachen bepackt und so muss ich wohl mit dem spärlichen Platzangebot klar kommen.
Nach einer Stunde habe ich alle wichtigen Sachen eingepackt, jetzt kommt der schwierige Teil - das Zumachen.
Mit Runterdrücken komme ich da allerdings nicht sehr weit, also probiere ich es mit draufsetzen und siehe da - nach fünf Minuten ist der Koffer zu und mein T-Shirt durchgeschwitzt. Der Koffer sieht ein bisschen, wie eine Halbkugel aus, ein Wunder, dass ich den überhaupt zubekommen habe.
Plötzlich steht Mason neben mir und schaut erst den hügeligen Koffer, dann mich mit einem..., ja wie beschreibe ich das?....mit einem etwas ungläubigen Blick an.
"Das ist nicht dein Ernst, Gracie."
"Was denn? ich hab ihn doch zubekommen."
"Du weißt aber schon, dass Übergepäck was kostet oder?"
Übergepäck, Übergepäck, ich hab doch schon die Hälfte wieder in den Schrank getan.
"Ich hab nur das Nötigste eingepackt, Schatz."
"Ich habe auch nur das Nötigste eingepackt und alles hat ohne Probleme reingepasst, obwohl mein Koffer kleiner ist als deiner." entgegnet mir Mason in einem Ton, wie ihn Lehrer gegenüber ihren unbelehrbaren Schülern anschlagen und legt nochmal nach:
"Und dein Koffer kostet uns wahrscheinlich die Hälfte unseres Urlaubsgeldes."
Also jetzt übertreibt er aber, ich muss mich doch im Urlaub wohl fühlen oder nicht? Da packe ich doch lieber eine Sache mehr ein, wie sagt man so schön? Lieber zu viel, als zu wenig.
Am Ende muss ich mich dann doch von meinen Citrus-, Erdbeer- und Orangenshampoos sowie von meinen drei Paar Flipflops und meinem Mantel trennen.
Über den Mantel hatte sich Mason am meisten aufgeregt.
"Gracie, in der Gegend, wo wir sind, ist es gerade bis zu dreißig Grad warm, was willst du da mit einem Mantel?" hatte er entgeistert gefragt.
Na mein Gott, wenn es doch kalt wird, werde ich ihm das bis an unser Lebensende vorhalten, das könnt ihr mir glauben!
Wie auch immer, am nächsten Morgen, um sechs sitzen wir im Flieger und freuen uns tierisch auf unseren ersten Familienurlaub. Aus der Luft sieht China schon mal super aus muss ich nach langer langer Flugreise feststellen und schaue begeistert auf die riesige Pflanzenwelt unter mir.

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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

Beitrag  mixit am Mi Jan 06, 2010 9:59 am

Nach unserer Ankunft muss ich zähneknirschend feststellen, dass es in dieser durchaus wunderschönen Stadt keine Autos gibt, weder Taxis noch sonst irgendwelche Gefährten auf vier Rädern. Das Einzige, was wir von einem netten Herrn namens Po Shong (stand auf seinem Namensschildchen - Caden fand den Namen oberlustig und ich musste ihn mal wieder bremsen, sonst hätten wir es uns wahrscheinlich gleich mit dem ersten Einheimischen verscherzt), ach mensch, jetzt nochmal von vorne: Das Einzige, was wir von einem netten Herrn namens Po Shong bekommen sind fünf klapprige Fahrräder, die ihre beste Zeit ganz offensichtlich schon hinter sich haben. Versteht mich bitte nicht falsch, unter anderen Umständen hätte mir das sogar ganz gut gefallen, aber nachdem Mr. Shong auf die Frage, wo denn unsere Unterkunft sei auf ein Haus ganz weit oben und einige Kilometer weit entfernt deutete, hat mir der Anblick meines verrosteten Fahrrads nicht mehr sonderlich gut gefallen. Aber wie auch immer, die Gegend sieht trotdem toll aus und deshalb packen wir unsere Koffer in die zwei kleinen Fahrradanhänger, die Mr. Shong uns netterweise noch bereitgestellt hat, und machen uns auf den Weg.
Auf dem Weg zu unserer Pension fahren wir an einem riesigen Drachenkopf vorbei, der mir ein wenig gruselig vorkommt, ein riesiges Maul mit riesigen Eckzähnen und riesigen, rot leuchtenden Augen - eine Gänsehaut huscht über meinen Körper und ich möchte so schnell, wie möglich weiterfahren, aber Mason und die Kinder finden diesen Drachenkopf alles andere als beunruhigend.

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"Hey mom, der sieht ja irre aus", ruft Caden mir zu und staunt, "sieh dir mal die Augen an, is ja obercool."
Als "obercool" würde ich diese glühenden Augen nicht bezeichnen, eher als angsteinflößend, ich versuche aber den Kindern nicht den Spaß zu verderben.
"Äh...ja, sieht ganz nett aus." Nett?? Was Besseres fiel mir jetzt aber auch nicht ein oder?
"Wenn wir mal Zeit haben, kommen wir her und sehen uns das Ganze genauer an.", verspricht Mason den Kindern und tritt wieder in die Pedale.
Ich kann mir derweil schon mal überlegen, welche Ausrede ich benutzen soll, um in der Pension zu bleiben, wenn Mason und die Kinder zum Drachenkopf wollen.
Magenschmerzen? Migräne? Irgendwas wird mir schon einfallen.
So langsam könnte es aber mal wieder bergab gehen, ich spüre schon ein leichtes Ziehen in meinen Oberschenkeln und zu allem Überluss hatte Mason darauf bestanden, dass ich meinen eigenen Koffer ziehen sollte, denn der wiegt zugegebenermaßen einiges mehr als seiner, obwohl ich doch Zuhause vorher nochmal ausgemistet habe. In diesem Augenblick wünsche ich mir, ich hätte doch auf Mason gehört und weniger eingepackt.
Nach schmerzhaften und atemlosen 40 Minuten erreichen wir endlich unser Ziel - eine hübsche und vor allem riesige (in China scheint alles riesig zu sein) Pension mit....oh nein...vielen vielen Treppen. Womit habe ich das verdient?

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Re: Walton - was für ein Pfundsleben

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