Traumwald

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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Mo Okt 12, 2009 8:04 pm

Um so tiefer trifft es sie, als sie eines morgends ihren Teller abwaschen will und der Wasserhahn kaputt geht. Hoch spritzt das Wasser in die Luft.



Immer mehr Wasser spritzt, es hört gar nicht mehr auf. Carmen ist klitschnass, das Wasser läuft ihre Beine hinunter, in ihre Schuhe hinein, bildet eine Pfütze auf dem Boden, die wird immer größer ....


Irgendwer schiebt sie energisch zur Seite und dreht unten in der Spüle die Wasserzufuhr ab, aber Carmen steht immer noch tropfend und sprachlos. "Nimm ein heißes Bad und zieh dich um Kleines" sagt Christopher zu ihr und wie in Trance befolgt sie seinen Rat.

Danach ruft sie Frau Knautschgesicht an und erzählt ihr, was geschehen ist. "vom Wasser kommt keiner los" antwortet die nur und beendet das Gespräch abrupt.
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Fr Okt 16, 2009 7:20 pm

Kommentar:

Oh je, es liegen zwei Kinder auf dem Boden, nicht nur Lucky Blue, der in der letzten Woche noch geboren wurde, sondern auch noch eine Lorie, die auch noch genau so alt ist wie ihr Bruder. Also her mit dem Geburtstagskuchen und Lucky zum Kleinkind gemacht. Und wo krieg ich jetzt den Platz für ein weiteres Kinderbett her? Na gut, es gibt ja immer noch den Balkon. Geld für einen Ausbau wäre wahrlich genug vorhanden, aber leider nicht genug Raum auf diesem Minigrundstück.
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Fr Okt 16, 2009 7:25 pm

Agnes legt den Telefonhörer auf und stellt sich vor, wie es wäre, einem Kleinkind das Laufen beizubringen.



Hmm, gar icht so schwierig, sich in Gedanken ein Leben auszumalen. Das wird sie gleich in ihren neuen Liebesroman einbauen, den alle für die Fortsetzung ihrer Biographie halten. Es gibt wirklich einen Haufen Verrückte auf der Welt, wer sonst würde wohl an Gespenster glauben und daran, dass die ganz normal, am hellichten Tag auch noch, zwischen den Lebenden herum schweben?

Und so sähe es also aus, wenn sie und Erik Darling einen normalen Sohn hätten. (O-Ton des Verlegers: Bitte nicht nur Geister liebe Frau Knautschgesicht, etwas mehr Normalität wenns geht! Ein Geisterkind ist in Ordnung, Integration von Minderheiten und so, aber ein normales Kind, am besten ein Sohn, wegen der Ausgeglichenheit, wäre bestimmt verkaufsfördernd..) Sie nennt den Kleinen Lucky Blue, denn endlich sind sie eine glückliche, wenn auch zum Teil blaue Familie.



Schrecklich, so ein kleines Haus. Wohnzimmer, Eßzimmer und Arbeitszimmer in einem Raum! Wie sollte darin eine ganze Familie überhaupt einigermaßen zufrieden leben können? Wie gut, das ihre Familie nur in ihrer Phantasie existiert. Auch allein ist es schon eng genug. Und um etwaigen Kommentaren des Verlegers vorzubeugen (Simas lieben viele Kinder, Frau Knautschgesicht) schreibt sie sich schwanger.

Kurz darauf wird dann Lorie geboren, natürlich ebenfalls ein normales Kind mit einem etwas normaleren Namen. Was haben die Leserinnen bloß gegen so schöne Namen wie Gertrud oder Karl? Egal, ihr fallen einfach keine "Glücksnamen" mehr ein, also muss Lorie jetzt reichen. Sie wird einfach schreiben, dass das der Name einer geliebten, früh verstorbenen Verwandten ist.

Ein Baby und zwei Krabbelkinder, das muss Stress pur sein. Das geht doch höchstens einigermaßen gut, wenn beide Elternteile zu Hause sind. Also gibt Erik Darling seinen Beruf auf und widmet sich ganz der Kinderbetreuung, damit seine geliebte Frau Agnes in Ruhe malen und schreiben kann. Die Leserinnen werden diesen Teil des Buches garantiert lieben.



Der Verleger ist hin und weg, und zeigt sich sehr generös. Sechs Zahlungen à 3.158,-- Simleons erhält Agnes für ihr zweites Buch "Eine Liebe, geträumt aus Gischt und Wasser". Vergnügt stellt sie sich an die Staffel, ignoriert vorsichtshalber das Telefon, und malt in aller Ruhe. Die Kinder schlafen gerade mal alle zur gleichen Zeit und Erik Darling ist in die Bibliothek gegangen, um sich darauf vorzubereiten, dass er in der nächsten Fortsetzung Apfelbäume züchten soll. Vielleicht auch Limonenbäume? Dass bleibt abzuwarten, obwohl Apfelbäume: Das hört sich viel gemütlicher und heimeliger an, also wird Erik im nächsten Roman die gemeinsamen Kinder mit selbst gezüchteten Äpfeln ernähren.

Später besucht sie ihr altes Haus. Sie ist fast versucht, dort wieder einzuziehen. Sie schaut aus dem verstaubten Fenster und sieht auf der anderen Straßenseite .... ja was sieht sie denn da?



Schnell kehrt sie in ihr Vorstadthäuschen zurück und setzt sich an den PC. Vielleicht sollte sie Erik endlich Apfelbäume hegen und pflegen lassen? Und dabei schnellstens vergessen, dass sie merkwürdige Gestalten sieht?


Zuletzt von Ottilie am Di Okt 20, 2009 4:00 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am So Okt 18, 2009 11:34 am

Kommentar:
Quarz und Rose Birkenhain haben die Wochen allein gut überstanden. Rose hatte sich einen Job als Köchin gesucht, den musste sie wieder kündigen, weil der Garten und die Steinsammlung ihre ganze Zeit in Anspruch nehmen.
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am So Okt 18, 2009 11:38 am

Mittlerweile bleibt Quarz gar nichts anderes mehr übrig, als auch die Steine zu sammeln, die nahe an den Behausungen der Ortsbewohner liegen. Hoffentlich wird er nicht entdeckt.

Er hätte nie gedacht, dass es so teuer ist, ein kleines Haus zu bauen. Es braucht nicht nur Wände, sondern auch viele Löcher darin, sonst fühlt sich Rose darin nicht wohl, und er schon gar nicht. Das Löcher, oder vielmehr die Fenster, die in diese Löcher hinein sollen so teuer sind! Glücklicherweise wachsen und gedeihen die Pflanzen in ihrem Garten auf das Prächtigste. Längst kommen Rose und er mit dem Gießen der Pflanzen kaum noch nach. Die Berge, die das kleine Tal in dem sie leben begrenzen, halten fast den ganzen Regen fern. So können Rose und er zwar immer noch sehr gemütlich in ihrem Baumbett schlafen, aber die zarten Pflanzen wollen ohne Wasser nicht gedeihen.




Rose hat in der Dunkelheit der Nacht ein Kaufhaus im Ort unten besucht. Im Dunkeln fallen ihre besondere Haut- und Haarfarbe kaum auf und so konnte sie ganz unauffällig Obst und Gemüse verkaufen und dafür drei Wassersprenger und eine Tauchpumpe erstehen.

Jetzt können sie den Garten unauffällig in der Nacht mit dem Wasser aus dem nahe gelegenen See bewässern.

Quarz grübelt hin und her und kommt zu der Erkenntnis, dass sie auf die gleiche Art und Weise vielleicht ein bequemes Bad und eine kleine Küche einbauen könnten.
Mehrere nächtliche Verkäufe und Einkäufe später schaut Rose ihn stolz an. Es gibt jetzt einen kleinen Raum mit einer Toilette und einer Badewanne, sogar mit fließendem kalten und warmen Wasser. In dem anderen, etwas größeren Raum hat Quarz eine Küchenzeile eingebaut und ein Tisch mit drei Stühlen hat auch noch dort Platz gefunden. Drei Stühle .... warum hat Rose nur drei Stühle gekauft? Sie sind doch nur zu zweit. Den Gedanken, ein Kind zu bekommen, haben sie bisher weit von sich gewiesen. Zu groß sind ihre Befürchtungen, wie ein Kind mit dieser Einsamkeit klar kommen würde.



Während der Graue einen Edelstein schleift, grübelt er vor sich hin: Die einzige Gefahr für ihre Beziehung sieht er inzwischen darin, dass sie keinen Kontakt zu anderen Sims haben. Keine Freundin für Rose, mit der sie über Simadinge reden kann, und kein Freund für ihn, mit dem er zusammen schweigen kann.

Später, angelockt von einem weiteren Steingeschenk der Berge, sieht er den Alten. Vielleicht sollte er sich diesem Simo zeigen, den er so oft durch die Wälder streifen sieht? Er wirkt so anders als die anderen Talbewohner. Selbst er hat manchmal Schwierigkeiten, ihn rechtzeitig wahrzunehmen, um sich zu verbergen.
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Mo Okt 19, 2009 12:24 pm

WOCHE 3

Max hat schon wieder seinen Job aufgegeben, wie soll er je die Spitze der Wissenschaftskarriere erreichen? Das kann er bei seinem Alter jetzt vergessen. Erin ist in der Freizeit auch nicht befördert worden, nur Marie hat es anscheinend endlich geschafft, Hausaufgaben und Job unter einen Hut zu bringen.
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Mo Okt 19, 2009 12:25 pm

Marie glaubt zu lernen, wie man einen Welpen aufzieht, dabei kann sie es sehr gut, wenn sie nur nicht darüber nachdenkt. Max lacht, diese Zweibeiner. Er legt Bettina in ihr Bettchen, schaut Erin zum Abschied in die Augen und läuft mit der leise keuchenden Marie in den Wald. In seinem Rucksack liegen zwei Decken, die Marie nach seinen Anweisungen ausgesucht hat. Temperaturregulierend (was es nicht alles gibt) und in fröhlichen Grüntönen gehalten. Roses Lachen hat ihm viel über ihr Wesen verraten.



Es ist an der Zeit, sich diesen scheuen Bergrandbewohnern zu nähern. Er kann seit Neuestem Einsamkeit und Sorge in der Spur des Grauen riechen und in Roses Lachen schwingt einen Unterton von Traurigkeit. Auch diese Wesen brauchen die Sicherheit, Teil eines Rudels zu sein.

Sie pirschen sich langsam, Schritt für Schritt an die Behausung. Marie ist endlich ganz im Jetzt. Sie riecht, lauscht und schaut. Zwar nur auf die Bäume, Sträucher und Pflanzen, aber immerhin. Der Graue, der hoffentlich noch einen anderen Namen als Schatz hat, so ruft ihn Rose immer, starrt sie fassungslos an. Er hat scheinbar überhaupt nicht damit gerechnet, dass Zweibeiner sich seiner Behausung von hinten durch die Berge nähern könnten.

Max zeigt ihm seine offenen Handflächen, schaut ihn ruhig und entspannt an und wartet ab. Ganz anders Marie. Mit einem glücklichen Lachen läuft sie Rose, die gerade Äpfel plückt, fast um und ruft: "Wie wunderschön, wie prächtig." Marie kniet nieder und spricht hingebungsvoll mit einer Tomatenpflanze.

Max grinst den Grauen schulterzuckend an: "Ich bin Max, und dieser pflanzenliebende Welpe da ist Marie."



Rose und Marie unterhalten sich begeistert über die Pflanzen, tauschen Tips aus und strahlen einander an. Der Graue runzelt leicht die Stirn, zeigt zögernd seine offenen Handflächen und dann huscht ein scheues Lächeln über sein Gesicht. Er nimmt zwei Angeln in die Hand, hebt leicht fragend die Augenbrauen und nickt Richtung See.

Immer noch ohne ein Wort gesprochen zu haben, kehren sie später mit ihrer Beute zu den Frauen zurück und grillen die Fische über dem Feuer.

Erst nach dem Essen erfährt Max den Namen des Grauen: Quarz. Gut, immerhin hat er einen anderen Namen als Schatz. Aber warum muss er bei diesem Namen so grinsen? Irgend etwas ist daran komisch. Er wird später Marie befragen, die hat bei der Nennung des Namens merkwürdig gehustet und vorgetäuscht sie hätte sich verschluckt.




Am Abend zieht er sanft Erin in seine Arme. Ein Welpe allein ist nicht gut. Er und Erin sind zwar recht alt, aber Max vertraut Marie völlig. Sie wird sich immer um die Kleinen kümmern. Und so entsteht in dieser Nacht ein neues Leben.

Seine Erin bekommt ein Baby und alle freuen sich sehr darüber. Da sie nicht mehr zur Arbeit kann, joggt sie mal eben locker mit ihm hoch in die Berge und besucht Rosenquarz.



Hoffentlich, rutscht ihm diese Zusammenlegung der Namen, die Marie ihm verraten hat, nicht auch raus, wenn er die beiden gleich sieht. Seine Erin ist wirklich eine starke, mutige Gefährtin, und richtig klug. Sie rät Rose, doch ihr Gemüse im großen Stil zu vermarkten. Erstens würden sich alle Köche über gute, frische Zutaten freuen und außerdem scheint es unter den Anglern neuerdings Mode geworden zu sein, Obst und Gemüse statt Regenwürmer als Köder zu verwenden. Die Lobby der Regenwürmer ist sehr froh darüber, aber ob Fische wirklich so schnell und einfach zu Vegetariern werden können? Max findet Erins Art von Humor einfach klasse und kichert leise vor sich hin.



Diesmal ist Max bei der Geburt zugegen und darf den Namen für das Baby aussuchen. Er hat sich endlich an den Ausdruck Baby gewöhnt, weil die meisten Sims sehr merkwürdig gucken, wenn er von Welpen spricht. Trotzdem, sein letzter Welpe hat lange, kräftige Beine und kluge, klare Augen. Er gibt ihm den Namen Wolfgang.



Wenig später feiert Erin Geburtstag und Quarz und Rose trauen sich ganz mutig in den Ort, um an der kleinen Feier teilzunehmen. Keiner verliert überhaupt ein Wort über ihr Aussehen und ihre Andersartigkeit. Aber solche "Freunde" hat in seinem Rudel auch niemand.

Erin scheint nicht so begeistert von der Parade der männlichen Teenager, die im Hause aus und ein gehen. Sie findet es sehr eigenartig, dass Marie mit so vielen Jungs befreundet ist, ohne scheinbar ein romantisches Interesse an einem zu haben. (Das ist Erins Kleid, nicht ihr Nachthemd! Das hat zwar exakt den gleichen Schnitt, aber einen anderen Farbton. *lach*)



Max trabt ruhig durch die Straßen. Er hat sich angewöhnt, am Abend noch einmal zum Meer zu laufen. Für einen Wüstenrandbewohner, der er ja einmal war, ist das Meer einfach unbeschreiblich.
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Mo Okt 19, 2009 12:44 pm

Kommentar:
Marie hat an diesem Sonntag Geburtstag, aber der Alterswechsel findet ja erst am Abend statt. Sie wird also noch ein wenig als Teenager durch die Nachbarschaft laufen. Und ich hoffe wirklich, sie entwickelt in ihrer Freizeit ein romatisches Interesse an einem ihrer vielen Freunde, denn ich kann mich nicht so recht entscheiden. Wenn sie zu lange wartet, geht sie nachher noch leer aus ....


Kommentar:
Carmen ist wirklich erstaunlich. Es gibt in dem ganzen Haushalt Ursine nicht einen PC und trotzdem ist es ihr gelungen, ihre Schreibfähigkeit auf Level 5 auszubauen. Ihrer Schwester Aurora hingegen hat ihre erste Diebesbeute im Inventar.(Ich hab da keine Aktien drin, ich nicht. Ich verführe doch keine Kinder zum Diebstahl!)


Zuletzt von Ottilie am Di Okt 20, 2009 8:11 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Di Okt 20, 2009 8:10 am

Welch ein Glück, dass nach dem Wasserdesaster der Großonkel von ihrer Freundin Marie in der Tür steht. Er hätte die Unruhe im Hause bemerkt und wollte fragen, ob er etwas helfen könne. Christopher ist ganz erleichtert, und bittet den Besucher, Carmen ein wenig zu beruhigen.

Max bittet Carmen, ihm den Garten zu zeigen. Sie folgt ihm nur zögernd. Es ist Westwind und das Meer rauscht dann so unheimlich. Max erzählt ihr viele erstaunliche Dinge über das Wasser. Carmen ist total überrascht, sie selbst, genau wie jedes andere Lebewesen, besteht zum größten Teil aus Wasser! Ohne Wasser gibt es kein Leben, das Wasser ist sozusagen das Leben.



Leise erzählt sie von ihren Gesprächen mit Frau Knautschgesicht. Sie glaubt, dass deren Angst vor dem Wasser noch viel größer und schlimmer ist. Ob Max auch mal mit ihr reden könne? Der alte Mann schaut sie sehr ernst an. Dann hält er ihr seine offene Hand hin und sagt: “Hol tief Luft Kleines, atme lang aus und dann leg deine ganze Angst in meine Hand. Ich werde mich darum kümmern.”

In den nächsten Tagen bemerkt Carmen, dass sie viel glücklicher und fröhlicher ist. Selbst die vielen Aquarien, die Papa Christopf im Wohnzimmer aufgebaut hat, können sie nicht mehr erschrecken. Staunend beobachtet sie die Fische, die sich im Wasser wirklich wohl fühlen und hilft gerne bei der Fütterung.



In der Schule gehört sie inzwischen zu den Klassenbesten und das Leben wäre ganz einfach wunderbar, wenn nicht ....



Papa Christoph war nach dem Anruf der Polizei total geschockt. Mama war verhaftet worden! Sie soll etwas geklaut haben! Hektisch ist Papa hin und her gerannt, hat einen Anwalt eingeschaltet und komischerweise seine Arbeit gekündigt. Er hat seinen Chef sogar angeschrien, als der wohl Einwände hatte. “Ich werde nicht riskieren, dass meine Töchter ins Heim kommen wenn ich auch erwischt werden sollte. Claire kann für sich selbst entscheiden, aber ich steige aus.” Er hat sich sogar in den Finger geschnitten, so aufgeregt war er.



Mama ist dann doch ganz schnell wieder zu Hause gewesen. “Der Anwalt ist ein richtiges Schlitzohr, er hat dem Blauen die Worte im Munde umgedreht, so dass ganz schnell klar war, dass er mir meine Rechte nicht richtig vorgelesen hat. Also bin ich ruckzuck wieder freigekommen, und der musste sich sogar entschuldigen, der arme Tropf.” Und dann hat sie sich einfach entspant hingesetzt, und ein Buch über Fische gelesen.



Das Papa sich eine andere Arbeit gesucht hat, war Mama egal. “Jeder wie er mag” hat sie nur gesagt. Carmen weiß inzwischen genau, was sie mag. Sie will Nachrichtensprecherin werden und nebenbei Sachbücher schreiben. Ihr erstes Sachbuch ist fast fertig. Ob sie wohl soviel Geld dafür bekommt, dass sie sich einen PC leisten kann? Gespannt schaut sie jeden Tag in den Briefkasten, ob sich der Verleger schon gemeldet hat.


Zuletzt von Ottilie am Do Okt 22, 2009 6:07 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Di Okt 20, 2009 8:30 am

Kommentar:
So ein Ärger! Das Buch war kurz vor 9:00 Uhr am Sonntag fertig, und jetzt muss ich
ewig warten, um herauszufinden, ob es was geworden ist! Und der Wunsch, mindestens 30,- Simleons Tantieme zu bekommen, ist natürlich auch weg. Aber immerhin konnte ich entsprechend der Regeln den Lebenswunsch einloggen: Nachrichtensprecherin. Hoffentlich ist in der nächsten Woche genug Geld für einen PC da, in der Bücherrei steht jedenfalls kein heiler PC mehr, Carmen hat alle kaputt geschrieben.

Ich weiss jetzt auch, was ein Jojo-Effekt ist. Wenn die Woche anfängt, ist Claire rundlich. Wenn sie aufhört nicht, und das nur, weil ich ihre Wünsche nach Sport ohne Ende erfülle. Sie scheint in der "Freizeit" diese Wünsche komplett zu ignorieren. *grins*


Zuletzt von Ottilie am Mi Okt 21, 2009 8:58 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Mi Okt 21, 2009 8:51 pm

Agnes ist fassungslos! Dieser Verleger hat wirklich Humor! Es wäre unrealistisch, wenn beide Elternteile nicht arbeiten würden. Als wenn Schreiben und Malen keine Arbeit wäre! Und wer soll dann drei Kleinkinder gleichzeitig betreuen? Immerhin ist das Kleeblatt gut erzogen und sie schlafen alle zur gleichen Zeit, aber wie soll eine Schriftstellerin die Betreuung, Versorgung und den Haushalt allein bewältigen?



Gut, gut. Erik bekommt eben einen Job im Krankenhaus zugeschrieben. Er war ja immer recht nett und umgänglich, den wird das Gejammere dort nicht so stören, im Gegenteil. Und natürlich ist Darling Erik ein so fürsorglicher Ehesimo, dass er gleich ein Hausmädchen und einen Babysitterdienst engagiert, damit Agnes in Ruhe ihren dritten Roman schreiben kann.

Außerdem kauft er, ganz stolzer Papa, von seinem ersten, mageren Gehalt einen ganzen Stapel pädagogisch wertvoller Kinderbücher. Den ganzen Abend liest er den Kleinen daraus vor.



Nun, in einem Roman kann nicht alles nur positiv sein, oder? Das wäre den Leserinnen viel zu langweilig. Aber wo bekommt sie jetzt bloß so schnell ein Problem her? Moment, Agnes erinnert sich an ihre eigene Zeit im Krankenhaus, wie gut, dass sie Erik dort arbeiten lässt. Also mal sehen ..... da ist diese komische Frau, rennt sie doch einfach in dieser verdreckten Kleidung durch das ganze Haus, und sammelt alle Kinderbücher ein. Ganz eindeutig eine Patientin, die aus der geschlossenen Abteilung des Krankenhauses ausgebrochen, und ihrem Lieblingsarzt bis nach Hause gefolgt ist. Wirklich, daraus lässt sich eine Menge machen.



Agnes Finger fliegen nur so über die Tasten und sie ruft nur einmal kurz über die Schulter: "Darling, sieh zu, dass diese Person hier nie wieder auftaucht, die kann bei sich zu Hause Kinderbücher lesen, aber nicht bei uns!!" so ensteht unter ihren kundigen Fingern ihr neuestes Werk " Dreifaches Glück", dass zwar nicht ganz so erfolgreich wird wie Band 2, aber immerhin 2.886,- Simleons monatlich einbringt. Der Verleger ist natürlich wieder nur für wenige Sekunden zufrieden, schon drängt er sie, gleich das nächste Buch in Angriff zu nehmen.



"Wenn ich nur auf ihren Wunsch hin schon in so einer kleinen Behausung leben muss, dann erwarte ich jetzt, dass sie sich für mich einsetzten. Ich will eine Baugenehmigung für ein drittes Stockwerk, und es ist mir egal, dass das laut Bebauungsplan nicht möglich ist. Tun sie etwas! Außerdem möchte ich mein Grundstück mit so hohen Bäumen bepflanzen können, wie es mir passt, egal welche Rechte der Nachbarn dadurch beeinträchtig werden!" Sie hat einfach keine Lust mehr, in diesem Gewusel einen Platz für ihre Staffel zu suchen, von dem Lärmpegel mal ganz abgesehen. Sie braucht dringend ein Stockwerk nur für sich.



Nun, es hat geklappt. Agnes stellt sich entspannt an ihre Staffel auf der Dachterrasse. Sie weiß genau, dass der gepflanzte Bambus nach und nach das ganze Grundstück erobern wird, dann hat sie endlich wieder die Abgeschiedenheit, die sie sich so sehnlichst wünscht. Und wenn Erik wegen seiner Apfelbäume Bedenken hat, muss er eben den Kampf gegen den Bambus aufnehmen. Agnes grinst, sie weiß genau, wer gewinnen wird.

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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Fr Okt 23, 2009 7:34 pm

Rose freut sich. Seit dem ersten Besuch von Max und Marie hat sich ihr Leben sehr verändert. Regelmäßig bekommen sie hier oben in ihrem wunderschönen Tal Besuch und sie kann sich mit Marie über viele Dinge unterhalten, aber ihr bevorzugtes Thema sind nach wie vor die Pflanzen.



Marie hat sie sogar mit in das Haus einer ihrer kleinen Schulfreundinnen mitgenommen. Die Mutter Claire starrte die ganze Zeit in diesen komischen Kasten, in dem kleine Männchen alberne Sachen machten und dummes Zeug von sich gaben, aber der Vater Christopher begrüsste die Gäste sehr freundlich und lud auch Rose in das Haus ein.



Carmen erzählt wirklich sehr verwirrende Dinge. Haben etwa alle kleinen Mädchen so eine Phantasie? Aber dann hat sie Rose zu einer Partie Schach überredet und da wurde sehr schnell deutlich, dass die Kleine einen messerscharfen Verstand hat. Rose hatte bei diesem Spiel überhaupt keine Chance.

Am hellichten Tag läuft Rose hinab an den Strand. Das hat sie sich bisher nie getraut. Erleichtert holt sie tief Luft. Sie hat Quarz absichtlich nichts von diesem Ausflug erzählt, er würde sich viel zu viele Sorgen machen. Keiner hat sie für seltsam oder merkwürdig gehalten, aber einige Simos haben anerkennende Blicke riskiert und die Lippen zu einem Pfiff gespitzt. Auch die Simas, die sie unterwegs getroffen hat, haben freundlich nickend zurückgegrüsst.



Sie saugt noch einmal den ungewohnten Geruch des Meeres tief in sich hinein, dann kehrt sie zurück zu ihrem Tal.



Sie erzählt Quarz von ihren Erfahrungen und zieht ihn dann auf ihr Bett unter dem Blätterdach. Unsicher und hoffnungsvoll zu gleich schaut er sie an, aber dann erstrahlt sein ganzes Gesicht in Liebe.



Wenig später kann Rose ihrem Quarz erzählen, dass sie ein Kind bekommen werden. In der nächsten Zeit darf sie fast gar nichts mehr tun, alle Arbeit im Garten übernimmt Quarz, und Rose darf nur noch entscheiden, wo das Kinderbett aufgestellt werden soll und wo die Fenster im Kinderzimmer am Optimalsten eingebaut werden.
Fast ist sie froh, als endlich die Wehen einsetzen. Quarz hat ihr nicht einmal mehr zugemutet das Essen zu kochen, sie durfte nur noch mit den Schmetterlingen spielen und lesen.



Im Krankenhaus bringt sie die gemeinsame Tochter Weide zur Welt. Quarz, der verrückte Quarz bringt ihr und seiner Tochter ein Ständchen vor dem Krankenhaus! Rose kann sich ein Lachen kaum verkneifen, denn die Töne sich gar zu schräge, aber sie findet es trotzdem ganz süss.



Am Abend, als Weide schläft, läuft Rose hinab zu Marie und bittet sie etwas verlegen um ein paar Tips. Kann es normal sein, dass ein Baby nur Milch möchte und keinen Rosenbrei? Ihre Mutter hat sie von klein auf mit Rosenbrei gefüttert, in Rosenwasser gebadet und mit Rosenöl eingecremt, aber Weide besteht auf Milch, und wenn sie gebadet wird schreit sie, anstatt sich zu entspannen!

Ihre Freundin Marie, die für einen Teenager ein imenses Wissen über Babys und ihre unterschiedlichen Bedürfnisse hat, beruhigt sie. Da Schmetterlingstänzer und Steinlauscher noch nie ein gemeinsames Kind hatten, muss Rose sich von ihrer Tochter leiten lassen. Babys wissen sehr gut, was sie wollen und was nicht.



Erleichtert läuft Rose nach diesem Gespräch wieder nach Hause. Wie gut es tut, eine Freundin zu haben.
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Mo Okt 26, 2009 6:24 pm

WOCHE 4

Kommentar: Marie nervt wirklich. Jetzt hatte sie ja jede Menge Zeit, sich für irgendeinen ihrer vielen Freunde näher zu interessieren, aber was wünscht sie sich gleich nach dem Alterwechsel? Einen ersten Kuss von Max. *grummel*
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Mo Okt 26, 2009 6:25 pm

Marie starrt den ihr fast völlig fremden Teenager iritiert an, wiso reagiert der so begeistert auf ihren Alterswechsel? Sie selbst ist hin und her gerissen. Fast erschrocken bemerkt sie ihre eigenen Gefühle, wenn schon einen ersten Kuss, dann wünscht sie ihn sich von Max! Alle anderen Simos die sie kennengelernt hat, mangelt es an seiner Weisheit und Gradlinigkeit. Aber das geht doch nicht!



Und sie kann noch nicht einmal richtig aus dieser vertrackten Situation fliehen, weil sie Erin und Max versprochen hat, immer für Bettina und Wolfgang da zu sein. Erin hat sie beim Wort genommen und ihren Rentenantrag zurückgezogen.

Erin ist, spontan, spät am Abend zur Militärbasis gefahren. Da Max mit Wolfgang einen Freund besucht hat und Marie noch nicht von der Arbeit nach Hause gekommen war, hat sie ihre Tochter Bettina einfach mitgenommen. Sie wurde sofort wieder eingestellt, allerdings wies die Personalchefin ziemlich resigniert darauf hin, dass sie die Einrichtung eines Kindergartens in der Militärbasis immer noch nicht durchsetzen konnte und Bettina in Zukunft zu Hause betreut werden müsse. Zu Hause, das bedeutet Marie .....



Marie seufzt nur. Ihren Traum , einmal Ärztin zu werden, muss sie vorerst verschieben. Alles was sie neben der Kinderbetreuung noch schafft, ist ein kleiner Halbtagsjob, und so etwas wird im Krankenhaus leider nicht angeboten.



Wolfgang ist jetzt auch ein Kleinkind, und jetzt wird es für Marie richtig stressig. Sie hat oft nicht einmal genug Zeit, sich ordentlich anzukleiden. Wolfgang ist müde, Bettina hat das Töpfchen zum Überlaufen gebracht, und der faule Hausbursche versucht seit einer halben Stunde ein einziges Buch in das Bücherregal zu stopfen. Leider mit mässigem Erfolg, rechts schiebt er ein Buch rein, links fällt eins raus, das kann der stundenlang so treiben, hauptsache er muss nicht die Töpfe leeren. Marie findet nicht einmal die Zeit, mit ihm zu schimpfen.



Wenn sie aber dem kleinen Wolfgang in die Augen schaut, und ihn bei seinen ersten, wackelingen Schritten unterstützt, dann ist es ihr ganz egal, dass sie bis mittags im Nachthemd rum läuft.



Kaum kommen Erin und Max von der Arbeit, wartet schon Maries Fahrgemeinschaft vor der Tür und sie hetzt mit einem kurzen Gruss an den beiden vorbei. Zur Ablenkung und zum Nachdenken zieht sie sich nach der Arbeit oft auf den Friedhof zurück. Andere mögen das morbide finden, aber Marie findet hier immer ein ungestörtes Plätzchen für ein Nickerchen. Und Abenteuer gibt es auch zur genüge, wer hätte gedacht, dass in den Katakomben Bären leben! Marie ist zwar verdreckt und verschrammt, aber sie fühlt sich so richtig lebendig.



Und es lenkt sie von der Suche nach einem Lebensgefährten ab. Braucht sie überhaupt einen Partner? Wenn sie Bettina und Wolfgang fast allein betreut, dann könnte sie doch durchaus auch ohne festen Partner irgendwann ein Baby haben. Aber was ist mit dem dringenden Wunsch Ärztin zu werden? Kinder und Beruf lassen sich trotz Unterstützung von außen immer noch nur schwer unter einen Hut bringen. Allerdings, wäre es nicht am sinnvollsten, wenn sie möglichst bald ein Kind bekommt? Erin wird noch eine ganze Weile leben und sich wie bisher auch am Abend um die Kinder kümmern, während Max schon deutlich zerbrechlicher wirkt. Er nimmt seine Kinder regelmäßig mit auf seine Streifzüge in die Umgebung, aber die Ausflüge werden immer kürzer und er ist danach sehr erschöpft.
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Mi Okt 28, 2009 8:21 pm

Kommentar: Sonntag um kurz nach 9:00 Uhr, und die ganze Familie ist in der Gegend verstreut *staun* Carmen sitzt im Park und träumt von einem Kuss von Sam Sekemoto, ihrem besten Freund seit dem ersten Schultag. Aurora und Claire spielen Ball und Christoph sitzt vor dem Bücherladen und schaut in ein Buch. Soll wohl ein Wink mit dem Zaunpfahl sein, denn der erste neue Wunsch der bei ihm erscheint hat mit Lesen zu tun.



Carmen hat sich zwar sehr eigenwillig gekleidet aber egal, auf zu Sam. Leider kann ich euch jetzt schon verraten, dass trotz des bester-Freund-Status es mit dem ersten Kuss bis zum Ende der Woche nicht geklappt hat *grummel* Aber immerhin wird ihr Sachbuch "Das Meer und das Leben" mit 43,- Simleons wöchentlich honoriert. Carmen ist richtig stolz und telefoniert nach wie vor gerne mit Agnes Knautschgesicht, die ihr ab und zu sogar einige Tips gibt.


Kurz nach der Entlassung aus dem Gefängnis steht Milton Tong, sein ehemaliger Chef im Vorgarten und flüstert mit Claire. Christopf ist genervt. Was soll das? Am hellichten Tag? Geht`s noch auffälliger?



Claire kommt nach einer Weile ins Haus, und erzählt ganz stolz, dass sie befördert worden ist, weil sie dichtgehalten und keine Interna der Organisation verraten hat. Noch bevor Christoph seinen Unmut äußern kann, wirft sie ihm diesen köstlichen Blick zu und ehe er sich versieht, nutzen sie den Sonntag Nachmittag auf sehr entspannende Art und Weise.



Aurora erzählt ihm später, dass sie nur zwei Häuser weiter ein kleines Mädchen getroffen hat, dass morgen ihren ersten Schultag hat. Happy heißt sie und flimmert blau und ist durchsichtig! Aber das beste kommt erst noch, wenn man in einem bestimmten Winkel durch sie hindurch schaut, dann wirkt sie plötzlich wie ein Vergrößerungsglas! Aurora stellt jetzt hochkomplizierte Berechnungen an, auf welchen Platz sie Happy in der Schule lotzen muss, damit sie durch sie hindurch auf die Bücher des Lehrers schauen kann.



Christoph lässt die Kleine grinsend rechnen. Es ist schließlich egal, wie sie rechnen lernt, ob durch stures Pauken oder durch spannende Berechnungen.

Seine Stieftochter hat immer noch Spaß an viel Bewegung und joggt regelmäßig. Aber diese Frisur, wie die so perfekt erhalten bleibt, ob sie die mit einem dieser modernen Klebstoffe bearbeitet hat, die sich (hoffentlich) wieder auswaschen lassen?



Christoph selbst ist zufrieden. Claire unterstützt ihn tatkräftig bei seinem Traum vom perfekten Aquarium. Zehn perfekte Fische tummeln sich mittlerweile in den Gläsern.

Bei einem seiner Angelausflüge hat er die Bekanntschaft mit Rose Birkenhain vertieft, jetzt sind sie gute Freunde und sie kommt ab und zu vorbei, um seine Fische zu bewundern und mit Carmen zu plaudern.


Aurora ist in dieser Woche noch in eine sehr peinliche Situation geraten. Eine Schulfreundin von ihr sind fast die Augen aus dem Kopf gerollt, sie hat dieses Bild schon bei Mortimer Grusel bewundert, und da ist es seit Neuestem verschwunden. Er hat es Aurora überlassen, sich aus dieser Zwickmühle herauszulavieren und sich schnell vor den Fernseher verdrückt. Anscheinend ist es ihr auch sehr gut gelungen, denn die kleine Freundin ist auch am nächsten Tag wieder zum Spielen gekommen.



Während er in der Küche ein neues Rezept ausprobiert hört er, wie Carmen zu ihrer Schwester sagt, dass sie sie für immer aus ihrem Zimmer verbannt und Aurora zukünftig auf der Bank im Vorgarten nächtigen könne, wenn sie es nur einmal wagt, sich an ihrem Eigentum oder dem ihrer Freunde zu vergreifen.



Christoph hofft, dass Carmens Vorhaltungen mehr bewirken, als Claires Vorbild, aber er zweifelt doch sehr daran.



Wenn er wüsste, was Claire so alles klaut, wäre ihm bestimmt etwas mulmiger.
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Mi Okt 28, 2009 8:38 pm

Der Grabstein ist definitiv verschwunden. Claire trägt ihn also in ihrem Rucksack mit sich rum. Bin wirklich gespannt, ob er sich in der nächsten Woche auch noch dort befindet und vielleicht von dort aus ein Geist erscheint und wieder verschwindet?!
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Sa Okt 31, 2009 1:22 pm

Erik ist sehr erleichtert, dass Happy jetzt ein Schulkind ist. Vielleicht kann Agnes sich jetzt etwas mehr entspannen, wenn nur noch zwei muntere Krabbelkinder das Haus unsicher machen. Das Verhalten seiner Sima macht ihm wirklich langsam Sorgen. Sie kann die liebevollste, aufmerksamste Mutter sein, die sich ein Kind nur wünschen kann, aber im nächsten Augenblick ist es so, als wären die Kleinen für sei gar nicht da.

Er selbst hat sich an ihr merkwürdiges Verhalten ihm gegenüber fast gewöhnt, einerseits einfühlsam und leidenschaftlich andererseits schaut sie durch ihn hindurch, als gäbe es ihn gar nicht. Nun, er ist zwar transparent, aber nicht unsichtbar und ihr Verhalten schmerzt ihn. Wenn es ihre Bücher nicht gäbe, würde er in dunklen Stunden manchmal bezweifeln, dass sie ihn wirklich liebt. Aber in ihren Büchern zeugt jede Zeile von ihrer großen Liebe zu ihm und den Kindern. Bestimmt fällt es ihr nur schwer, dass immer zu zeigen oder gar auszusprechen. Er muss einfach mit weiterhin mit gutem Beispiel voran gehen, und sie liebevoll umsorgen.



Dennoch, ihr Verhalten verunsichert ihn so sehr, dass er ihr heimlich mit den Kindern folgt, als sie eines Nachts das Haus verlässt. Verwirrt beobachtet er, wie sie vor dem Friedhof steht, und sich nicht traut durch das Tor zu treten.



Erst ist sie wütend, dann nur noch zutiefst traurig. Und wieder scheint sie ihn und die Kinder weder zu sehen noch zu hören.



Am nächsten Tag ist alles vergessen. Agnes malt ein Porträt von Happy, weil die Kleine sich das so sehnlichst wünscht. Sie freut sich sogar, als Happy ihr erstes Bild fertig hat und dafür von Agnes Agenten einen Preis von über 1.000,- Simleons geboten bekommt. Das Bild erhält einen Ehrenplatz in Agnes großen Schreibzimmer.



Ob seine geliebte Sima Schlafwandelt? Ist das vielleicht eine Erklärung für ihre zeitweise eingeschränkte Wahrnehmung? Aber kann man auch am hellichten Tage schlafwandeln oder ist sie etwa schizophren? Ihre Bilder sind so sehr verschieden, das er kaum glauben kann, dass sie alle von ihr stammen. Zutiefst romantische Bilder, die das Herz berühren oder harte, geometrische Formen, die ihn erschrecken. Erik nimmt sich fest vor, sich auf dem Gebiet der Psychiatrie fortzubilden, um seiner Agnes helfen zu können. Er würde wirklich alles für sie tun, sogar Äpfel züchten, obwohl er auf diese Früchte allergisch reagiert. Er lächelt leise vor sich hin. Er ist sicher, dass sich alles zum Guten wenden wird. War Agnes Liebe denn nicht sogar so groß, dass sie ihn aus dem Grab zurück ins Reich der Lebenden gezogen hat?



Gegen diesen Hasen muss er dringend etwas unternehmen. Agnes hat dieses übel blickende Wesen in das Zimmer von Lucky Blue gehängt. Wenn der arme Kerl morgends aufwacht, fällt sein allererster Blick auf dieses Hasenvieh, und er brüllt aus Leibeskräften. Erik kann seinen Sohn sehr gut verstehen, nur wie wird er dieses Bild los, ohne seine Agnes zu kränken?



Immerhin ist Happy glücklich, sie ist so intelligent seine Kleine, dass sie sich mühelos auch mit Erwachsenen über jedes Thema unterhalten kann. Marie Merkwürdig wollte zwar mit ihm über die Möglichkeiten einer Halbtagsanstellung im Krankenhaus sprechen, aber da kann er ihr sowieso nicht helfen. Die Arbeit im Krankenhaus fordert einen Sim mit Leib und Seele, da ist für halbe Sachen kein Platz.
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Do Nov 05, 2009 5:43 pm

Weide ist inzwischen zu einem munteren aber eigenbrötlerischen Krabbelkind herangewachsen. Sie fühlt sich am wohlsten, wenn sie ganz allein für sich in der freien Natur spielen kann. Trotzdem bleibt immer ein Elternteil auf dem Grundstück, meistens ist es Rose, denn Quarz kann nun mal besser Steine sammeln als sie. Nach wie vor bestreiten sie ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf des selbst gezogenen Gemüses und der von Quarz bearbeiteten Steine. Nur die Angelruten stehen unbenutzt an der Wand, keiner von beiden hat dafür mehr Zeit.



Aber die Freude, ein Kind zu haben und es behutsam durch seine ersten Lebensjahre zu leiten, bedeutet beiden unendlich viel.



Rose gibt ihrem Quarz ein zartes Küsschen. Er hat ohne zu murren nach einem langen Arbeitstag auch noch die Badewanne repariert, die sich scheinbar fest vorgenommen hatte, den ganzen Gemüsegarten zu bewässern. Jetzt ist neben dem Haus eine große Matschfläche und Rose und Quarz beobachten amüsiert, wie Weide vorsichtig darum herum schleicht, um ja nicht in diesen befremdlichen Morast zu treten. Wann Weide wohl entdeckt, das Matschen Spaß macht? Rose hebt ihr Weidenkätzchen hoch in die Luft. Für heute hat sie genug geputzt und die Kleine ist noch sauber genug, um so ins Bettchen gelegt zu werden, schließlich hat sie sie vorhin ausnahmsweise in der Spüle gebadet.



Rose ist etwas verunsichert, was sie von dem plötzlichen Interesse dieser kleinen Kerle an ihrem Garten halten soll. Abends, als sie ins Bett geht, stehen zwei in der Nähe ihres kleinen Sitzplatzes, am nächsten Morgen sind es schon fünf. Und alle stehen sie da, wie kleine, unheimliche Soldaten.



Quarz zuckt nur mit den Schultern. Er kann sich nicht vorstellen, dass Wichte mit einer derartigen Kopfbedeckung irgendwie gefählich sein könnten. Vielleicht möchte sie jemand veralbern? Er klimpert lieber noch ein Schlaflied für seine kleine Weide.

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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Sa Nov 07, 2009 12:49 pm

WOCHE 5

Max spürt zwar seine Lebenskraft schwinden, aber er erkennt einen Schwachkopf immer noch auf den ersten Blick. Was ist nur mit Marie los, dass sie ausgerechnet an einem Party- und Arbeitssüchtigen Feigling ein romantisches Interresse zeigt? Marie ist tapfer, natur- und kinderlieb, sie hat mit diesem Simo gar nichts gemein, außer, dass sie beide ledig sind. Was würden aus so einer Verbindung bloß für Welpen entstehen? Das wären vermutlich zutiefst unglückliche Wesen.



Wie gut, dass er so viel durch die Straßen läuft, er hat sofort einen ihm unbekannten, neuen Nachbarn entdeckt. Er läuft eine Weile hinter ihm her und beobachtet ihn. Guter, kräftiger Körperbau; schaut nicht nur auf seine Füsse, sondern auch auf seine Umgebung. Er strahlt eine gewisse Vorsicht und Wachheit aus; könnte, wenn er älter ist, ein guter Leitrüde sein.



Max strauchelt absichtlich etwas vor dem Haus des Fremden. Der bittet ihn sofort hinein und versorgt ihn mit einem kühlen Getränk und einem bequemen Sitzplatz. Max ist etwas enttäuscht, als er den kleinen Felix sieht, aber Otto Seltsam, so heißt der Fremde, lebt mit Felix allein. Max läd ihn sehr herzlich ein, doch mal mit seinem Sohn vorbeizukommen. Felix könnte Bettina und Wolfgang kennenlernen und mit den beiden spielen. Otto scheint etwas unsicher, sagt aber zu, in den nächsten Tagen mal vorbeizuschauen.

Max seufzt innerlich. Er hat nicht mehr viele Tage Zeit, und bei Marie spielen offensichtlich die Hormone verrückt, und es besteht die Gefahr, dass sie sich diesen komischen Typen anlacht. Er steht auf, erzählt, dass er jetzt nach Hause müsse, weil er seiner Tochter versprochen hat mit ihr zu angeln und verabschiedet sich mit zitternden Knien.

Otto Seltsam will ihm unbedingt ein Taxi rufen, aber das lehnt Max energisch ab. So fühlt sich Otto gezwungen, ihm seine Begleitung anzubieten und Max nimmt innerlich grinsend dieses Angebot seeehr zögernd an.



Marie kann Otto nur anstarren und Otto starrt Marie an. Wie Max schon vermutet hat, stimmt die Chemie zwischen den beiden Sims. Da Otto nicht ganz dumm ist, bemerkt er sogar nach einer Weile, dass Max inzwischen wieder sehr behende die Treppen rauf und runter laufen kann. Der Anfall von Zitterknie scheint vergessen. Max zwinkert Otto verschmitzt zu und der schaut leicht verlegen in Maries Richtung und erzählt dann, dass Felix sein kleiner Bruder ist, und dass sie ansonsten keine Familie mehr hätten.

Max senkt die Lider, um seine Augen zu verbergen. Das hätte Otto auch machen sollen, wenn er es schon für nötig hält zu lügen. Keine Familie? Warum dann die plötzliche Angst? Aber das Felix sein Bruder ist, scheint zu stimmen. Max schüttelt sich. Jeder hat so seine Geheimnisse, und jemand, der sich Otto Seltsam nennt, hat vermutlich gleich ein paar mehr davon. Trotzdem ist er der Richtige für Marie, das ist nicht zu übersehen.



Da Otto sich erst einmal um Felix kümmern will, bevor er sich eine Arbeit sucht, hat er viel Zeit, die er gerne mit Marie verbringt. Schnell hat er sich angewöhnt, morgends mit Felix zu kommen, und dann gemeinsam mit Marie auf Wolfgang und Felix zu achten.

Max hat seinen Job längst aufgegeben und besucht regelmäßig seine Freunde. Rose freut sich immer sehr, ihn zu sehen. Sie unterhält sich gerne mit ihm über Kindererziehung, da seine beiden Racker etwas älter sind als Weide und er entsprechend mehr Erfahrung hat.



Weide ist ein sehr selbständiges kleines Mädchen, das sehr energisch durch das Tal seiner Eltern stapft und alles genau beäugt und untersucht.



Nur vor diesem kleinen Wicht hat sie einen gehörigen Respekt. Sie behauptet, der kleine Kerl beißt! Rose schaut auch sehr unsicher, wenn sie diesen Zwerg ansieht. Ob es so etwas wie eine Zwergenphobie gibt? Max jedenfalls kann nicht verstehen, was die beiden Simas gegen Zipfelmützen haben. Auch nicht seltsamer, als manch andere Kopfbedeckung die er auf den Häuptern von Simas die Freude hatte zu sehen.



Quarz erzählt begeistert von den riesigen Fischen, die er im Teich entdeckt hat. Leider ist es ihm bisher nicht gelungen, einen davon zu erwischen, denn das Schleifen und Bearbeiten seiner Steine erfordert viel Zeit. Dazu noch Weide, die ein großes Talent dafür hat, immer dann, wenn Quarz gerade nicht guckt, ihre Stifte an der Hauswand auszuprobieren.

Vergnügt verabschiedet sich Max von der kleinen, glücklichen Familie und läuft seine Runde weiter zum Haus von Carmen Ursine.



Im Vorgarten trifft er auf Claire. Ok, nicht jede kan im Alter so schön sein wie seine Erin, aber Claire gleicht auf fatale Weise einem Zombie. Max schüttelt sich. Er mag diese Sima nicht sehr gern. Sie würde ihm seinen letzten Knochen aus der Tasche stibizen, wenn er so blöd wäre, ihn in ihre Nähe zu tragen. Dummerweise hat sie ihre jüngere Tochter Aurora mit diesem rudelschädigenden Verhalten angesteckt.

Das Carmen oft völlig genervt ist, kann er gut verstehen. Trotzdem bemüht er sich, auf Aurora einzugehen und stellt bald zu seiner großen Überraschung fest, dass die Kleine sich sehr für Pflanzen interessiert. Das macht sie ihm gleich viel sympatischer und er bedankt sich sehr artig für den Salat, den sie zubereitet hatte.

Aurora ist so überrascht, dass Max befürchtet, dass sie das Wort "Danke" überhaupt nicht kennt. Jetzt ist das Eis zwischen ihnen ganz gebrochen. Wenig später gesellt sich ihre nicht wenig überraschte Schwester Carmen dazu und angeregt plaudern sie ein Stündchen zu dritt.



Dann wird es Zeit zu gehen.

Marie und Otto sind sich in den letzten Tagen sehr nahe gekommen. Immerhin geht Bettina inzwischen zur Schule und Wolfgang und Felix machen immer noch brav ihren Mittagsschlaf, da bleibt also durchaus ein wenig Zeit für Privates.



Max verdrückt sich schnell in Wolfgangs Zimmer und holt den kleinen Schreihals aus dem Bett, bevor er die beiden stören kann. Dann will er das Töpfchen leeren, und fühlt sich dabei mit einem Mal selbst merkwürdig leer. Wo ist sein Inhalt geblieben? Er ist nur noch eine Hülle.



Draußen auf dem Vordach steht der Sensenmann, um ihn zu holen und er hört seine Liebsten markerschütternd, wenn er denn noch Mark hätte, weinen.



Der Sensenmann scheint aber auch nicht sehr glücklich zu sein und flucht seelenerschütternd. Offensichtlich ist der Sensenmann zum Teil stofflich und braucht wenigstens ein wenig Raum, um eine Seele einsammeln zu können.



Max hält es für einen mehr als gelungenen Witz, als der Sensenmann seine Sichel wütend auf den Boden schmeißt und schließlich resigniert seufzend aufgibt.



Dann hat er Erbarmen mit dem Armen, der ja schließlich auch nur seinen Job macht, verdünnt seine Seele platzsparend und nimmt seine persönliche Urne in Besitz. Der Sensenmann verschwindet sehr erleichtert. Hoffentlich hat niemand diesen Patzer bemerkt.



Erin läuft wie Falschgeld druch das Haus. Max Tod hat ihr das Herz gebrochen. Sie hat ihre heißgeliebte Arbeit aufgegeben, um sich ganz auf ihre beiden Kinder zu konzentrieren.

Bettina hat sich von dem Schock immer noch nicht erholt. Max wirkte bis zur letzten Sekunde so stark. Kein anderes Mädchen hatte einen so klugen Vater wie sie, er konntesie wirklich wortlos verstehen. Mama kann zwar prima Ball spielen und andere Leute auf der Trainingsbank schikanieren, aber sie versteht längst nicht so viel.

Marie arbeitet inzwischen endlich im Krankenhaus, aber zur Zeit ist sie im Mutterschutz. Ohne großes Brimborium sind Otto und Felix bei ihnen eingezogen und alle Erwachsenen kümmern sich abwechselnd um die Kinder. Da Erin in Rente gegangen ist, hat Otto das Angebot eines Footballtrainers angenommen, und versucht, als Profisportler sein Geld zu verdienen.

Rose besucht ihre Freundin häufiger. Jetzt gibt sie die guten Ratschläge und lenkt Marie ab.



Marie geht in die Küche, um einen Salat zuzubereiten. Sie weiß, wie sehr Rose Salate liebt. Ganz plötzlich heult Marie los. Max ist tot, ihr Finger blutet, und außerdem hat sie Wehen. Drei gute Gründe mal ordentlich zu kreischen, vor allem, weil es viel zu früh ist! Sie überlässt es Rose, sich um die Kinder zu kümmern, und fährt schnell zum Krankenhaus.


Zuletzt von Ottilie am Fr Feb 05, 2010 2:18 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Sa Nov 07, 2009 1:33 pm

Otto rennt wie auf Kohlen, er kann unmöglich das Spielfeld verlassen, nur weil das Baby kommt. Endlich! Der Schlußpfiff! Sie haben sogar gewonnen,aber das ist ihm völlig egal. Er schafft es gerade noch rechtzeitig ins Krankenhaus um dort gemeinsam mit Marie die Hiobsbotschaft zu empfangen, dass ihre kleine Tochter Marlene leider vorerst im Krankenhaus bleiben muss und sie davon ausgehen müssen, dass die zu frühe Geburt bei ihr bleibende Schäden verursacht hat. Merlin hingegen ist kerngesund und darf mit nach Hause. Traurig sitzen die Drei ohne Marlene im Taxi.




In der nächsten Zeit versuchen Marie und Otto allen Kindern gerecht zu werden. Jeder besucht einmal am Tag Marlene und bemüht sich, wenigstens etwas Zeit mit Bettina, Wolfgang, Felix und Merlin zu verbringen. An Schlaf ist kaum noch zu denken. Im Krankenhaus dürfen sie Marlene nur mit Schutzkleidung besuchen und müssen sogar Handschuhe tragen. Die Stationsleiterin Schwester Hanne besteht darauf, weil Marlene sonst viel zu gefährdet sei.

Als Bettina Marie nach ein paar Tagen fragt, warum Marlene immer noch im Krankenhaus bleiben muss, ist es um Maries Fassung geschehen. Sie läuft ins Schlafzimmer und vergräbt sich weinend im Bett.
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Sa Nov 07, 2009 1:40 pm

Kommentar: Die fünfte Woche in der Familie Merkwürdig endete vor einiger Zeit für mich mit der Geburt von Merlin. Zu Beginn der sechsten Woche gab es plötzlich zwei Babies, von denen die mir unbekannte Marlene sogar älter war als Merlin. Ich habe sie jetzt zu Zwillingen gemacht und wenn die Familie Merkwürdig wieder dran ist, wird sie ganz normal (mit den mitgelieferten Eigenschaften: tolpatschig und neurotisch) dort anwesend sein.



Ihr seht, es geht ihr gut.
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am So Nov 15, 2009 2:53 pm

Carmen Herz klopft wie wahnsinnig. Sie sitzt neben Sam auf dem Sofa, sein Vater ist nicht zu Hause, und sie schauen auf den Bildschirm. Was dort gerade über die Mattscheibe flimmert? Sie hat gar keine Ahnung. Sie spürt nur, wie Sam langsam immer näher rückt, wie seine Hand die ihre streift, nach einer Weile wie aus Versehen auf ihrer Hand liegen bleibt, seine Finger streicheln sanft ihre Hand und irgendwann ......



der erste Kuss. Wie Carmen nach Hause kommt? Sie weiß es nicht, sie ist gelaufen, ja, aber auf welchen Wegen ob langsam oder schnell ob sie jemanden getroffen hat oder nicht, er war alles wie in einem rosaroten Nebel. Gleichzeitig ist es ihr so perfekt gelungen, den Tod von Max Kennedy zu verdrängen. Sie hat den alten Sim so sehr gemocht, er war immer wie ein echter Großvater für sie da.

Zu Hause stellt sie dann erstaunt fest, dass ihre Kleidung um ihren Körper flattert. Sie muss richtig abgenommen haben. Leicht wie eine Feder schwebt sie an den PC und schreibt ihr nächstes Sachbuch: "Gärtnern leicht gemacht". Am Dienstag folgt "Aquariumkunde für Einsteiger" und am Freitag wirft sie die letzten Kapitel von "Hausputz gründlich und effektiv" in den Briefkasten. Sie kann gar nicht verstehen, dass ihr letztes Sachbuch nur 52,- Simleons Tantieme pro Woche einbringt, Hausputz ist doch ein Thema, dass jeden Sim betrifft.



Dennoch ist sie wahnsinnig stolz. In der städtischen Bücherei stehen ihre vier Sachbücher im Regal. Jeder Sim hat dort Zugang zu ihren kleinen Ratgebern. Sie kann ihr Glück kaum fassen.

Als am Samstagmorgen die Hintertür aufgeht, und Agnes Knautschgesicht ins Haus tritt, liegt Carmen leider noch im Bett.



Freundlicherweise gelingt es ihrem Stiefvater Christoph, Frau Knautschgesicht in ein Gespräch über Kochrezepte zu verwickeln, und als er dann sogar noch eines seiner eigenen Rezepte verrät, ist die hochverehrte Autorin bereit, noch ein wenig mit ihm zu plaudern.



Aurora flitzt schnell nach oben und jagt Carmen aus dem Bett. Gerade rechtzeitig schafft sie es, in ihre Kleidung zu schlüpfen und dann steht sie seit Jahren zum ersten Mal wieder DER Agnes Knautschgesicht von Angesicht zu Angesicht gegenüber.

Als diese ihr dann auch noch zu ihrem letzten Sachbuch gratuliert und mit ihr über Stil und Inhalt diskutiert, geht Carmens Herz weit auf. Ihr wird mit einem Mal ganz klar, dass sie längst ihre Bestimmung gefunden hat. Sie dachte bisher, ihre Sachbücher wären ein nettes, kleines Hobby, aber nun spürt sie genau, dass Schreiben immer ein wichtiger Teil in ihrem Leben sein wird.



Frau Knautschgesicht bestärkt sie darin, auch weiterhin über die Dinge zu schreiben, die sie gerade gelernt hat. Die Fakten sind gut recherchiert und gleichzeitig gelingt es Carmen perfekt, den Spaß, den sie an den vielen Aquarien in ihrem Hause hat, den Lesern zu vermitteln. Auch das nicht ganz so erfolgreiche Buch über den Hausputz hat vermutlich so machem Sim dazu gebracht, ein Staubtuch in die Hand zu nehmen.

Als sie später ins Erdgeschoss kommt, sitzt ihre Familie beim Essen. Carmen liebt alle Drei von ganzem Herzen, aber ab sofort wird sie eine Zukunft planen, an der diese Sims nur am Rande eine Rolle spielen werden. Für ihre Mutter und ihre Schwester gehört Stehlen so selbstverständlich zum Leben, wie für Carmen das Schreiben. Und Christopher stört sich an dieser Einstellung auch nicht wirklich. Carmen braucht und erwartet Ordnung, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit von den Sims, mit denen sie Umgang hat. Diese Einsicht verdankt sie nicht nur dem vorhin geführten Gespräch, sondern auch den wenigen klaren und einfachen Sätzen, die ihr von Max in Erinnerung geblieben sind. "Wenn du dich tief im Inneren leicht, glücklich und frei fühlst, dann bist du auf dem richtigen Weg. Setze einen Fuß vor den anderen und genieße jeden Schritt."

Die Beobachtung, die sie am Samstag im Stadtzentrum macht, bestärkt sie nur in ihrem Entschluss. dieses Gesicht hat sie schon immer mit tiefem Mißtrauen erfüllt. Das ist der schmierige Ex-Chef ihrer Mutter.



Und vermutlich der zukünftige Chef ihrer kleinen Schwester.



Das hier findet Carmen vollends unbegreiflich! Sie ist sogar, am helllichten Tag natürlich, zum Friedhof gegangen, weil sie es einfach nicht glauben wollte. Leider ist es nur zu wahr, ihre Mutter hat einen Grabstein entwendet, und damit den Zorn des Besitzers hervorgerufen. Jetzt geistert dieses Wesen nachts durch die Flure des Hauses und ist nicht einmal ansatzweise so nett und freundlich wie Erik Knautschgesicht. Es wird wirklich dringend Zeit, dass sie dieses Haus verlassen kann.
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Mi Nov 18, 2009 4:33 pm

Erik kommt müde und zufrieden von der Arbeit nach Hause. Hier erwarten ihn seine drei Kinder schon sehnsüchtig und seine Zufriedenheit schwindet wie Rauch im Wind. Happy, die als kleines Kind so freundlich war, entwickelt sich trotz seines positiven Beispiels zu einem richtigen kleinen Snob. Lucky geht sofort hoch wie eine Granate, wenn etwas nicht nach seinem Willen geht und Lorie ist genau so mürrisch wie ihre Mutter aber ohne deren Sinn für Ordnung und Anstand.




Erik umarmt seine Kinder, und da es schon nach 10:00 Uhr ist bringt er sie schnell ins Bett. Schließlich müssen sie am nächsten Tag wieder in die Schule. Von Agnes sieht und hört er die ganze Zeit nichts. Sie hat ihn nicht begrüsst, obwohl sie ihn gehört haben muss und auch den Kindern nicht eine gute Nacht gewünscht. Er findet sie schliesslich da, wo sie eigentlich immer sitzt, am PC.



"Das verflixte achte Jahr", so heisst ihr neuestes Werk, das fast fertig ist. Agnes ignoriert ihn wie so oft. Warum freut er sich überhaupt noch sie zu sehen? Er geht ins Bad und dann ins Schlafzimmer. Dort erwartet ihn eine völlig ausgewechselte Agnes ....

Aber das ist, wie immer, nur von kurzer Dauer.



Am nächsten Tag schaut eine Arbeitskollegin vorbei. sie hatte aus Versehen seine Unterlagen eingepackt und will sie ihm schnell aushändigen. Lucky guckt schon wieder ganz traurig. Jamie Jolina umarmt Erik plötzlich fest und tröstend. Erik ist so froh, dass er viele gute Freunde hat. Agnes ist zwar seine Liebste, aber seine Freundin oder gar Kammeradin ist sie nicht. Ihn stört das sehr, aber sie anscheinend gar nicht.

Mitten während seiner Nachtschicht erhällt er einen Anruf von Lucky. Mama wäre wieder so komisch gewesen und dann einfach verschwunden. Happy hätte ihm aufgetragen, ihn anzurufen. Sie ist Agnes mit dem Fahrrad gefolgt und würde sich melden, sobald sie wüßte, was Mama vorhat. Happy wäre sehr beunruhigt gewesen.

Erik ist verzweifelt. Er ruft Jamie an und bittet sie, seine Schicht zu übernehmen. Wenig später meldet sich Happy. Sie ist Agnes bis zum Friedhof gefolgt, und hat sie dort schlafend auf einer Bank gefunden.



Als Erik abgehetzt dort auftaucht, hat Happy die Zeit genutzt und sich mit einigen der Schwebegeister unterhalten. Erik umarmt sie fest und schickt sie nach Hause, damit sie wenigstens noch etwas Schlaf bekommt. Wie mutig und umsichtig seine Älteste ist, da ist es völlig egal, dass sie ab und zu die Nase etwas hoch trägt. Sie hat ihr Herz auf dem rechten Fleck.

Er lässt Agnes schlafen. Was soll er auch sonst machen? Er ist einfach ratlos. Auch diese nette Dame hier hat keinen Rat für ihn, aber sie ist immerhin sehr freundlich und teilt ihre Bank mit ihm.



Gegen Morgen findet selbst Erik es ziemlich unheimlich auf dem Friedhof. Hat er sich auch einmal so in Nebel verwandeln können? Daran hat er keine Erinnerung mehr.



Nun ist es Erik, der eine Vorliebe dafür entwickelt, nach der Arbeit noch auf den Friedhof zu fahren. Ist dies nicht letztlich sein rechter Lebensraum? Manchmal trifft er dort auf Agnes. Manchmal sieht und hört sie ihn nicht aber manchmal sitzten sie gemeinsam auf einer Bank und schweigen.

Lucky und Lorie werden immer stiller, selbst im Schulbus benehmen sie sich unmöglich brav und angepasst. Zu Hause malen sie fast nur noch, denn das scheint das Einzige zu sein, was ihre Mutter aus der Versenkung aufrüttelt, ihre Bilder.

Lorie malt ihre Mutter.



Und Happy malt ihren Vater.



Lucky flüchtet ab und zu in das Haus der Merkwürdigen und spielt mit Bettina Schach. Für ein Mädchen ist sie ganz okay.



Erik ist unsicher. Agnes hat eine Auftragsarbeit für seine Kollegin Jamie Jolina angenommen. Die Biographie "Jamie Jolina, die attraktive Ärztin" wird, wie nicht anders zu erwarten, ein voller Erfolg. Was Erik aber sehr stört und verstört, ist die Tatsache, dass Agnes in ihrem Roman "Das verflixte achte Jahr" ihm ein romantisches Interesse an Jamie angedichtet hat. Er hat Jamie, oder vielmehr sie ihn, ein einziges Mal in aller Öffentlichkeit in die Arme genommen, das kann doch nicht so falsch aufgefasst werden? Als er Agnes in einem ihrer ansprechbaren Augenblicke danach gefragt hat, meinte die nur, sie hätte einfach dramatischen Stoff für ihr Buch gebraucht. Ob Agnes jetzt auch noch zusätzlich damit Probleme hat, dass sie viel schneller altert als er? Er weiß sich wirklich keinen Rat mehr.

Er hat sich schon mit allen erreichbaren Spezialisten unterhalten, keiner konnte eine Erklärung für Agnes Verhalten finden, und Agnes selbst weigert sich strikt, andere Ärzte auch nur in ihre Nähe zu lassen. Immerhin war Marie schon öfter Gast bei ihnen, auch wenn sie noch eine Berufsanfängerin ist, wäre es bestimmt nicht falsch, wenn sie ab und zu Happy besucht und dabei vielleicht auch einen Einblick in Agnes Zustände gewinnt.



Erik greift sich seine Angel, und besucht Rose und Quarz. Er braucht dringend ein wenig Abstand.
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Mi Nov 18, 2009 4:54 pm

Kommentar: Sein Bedarf nach Abstand war so groß, dass er mehrere Nächte in Folge auf der Steinbank im Vorgarten von Rose und Quarz genächtigt, und ganz selbstverständlich die Zubereitung der Mahlzeiten übernommen hat. Seine Gastgeber haben sich daran überhaupt nicht gestört. Erst nachdem sie mit ihrem Neugeborenen aus dem Krankenhaus zurückgekehrt sind, hat er sich verabschiedet.
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Re: Traumwald

Beitrag  Ottilie am Mi Nov 25, 2009 6:40 pm



Rose steht hoch über dem Tal. Hinter ihr geht die Sonne unter. Sie spürt noch die letzten Reste der Sonnenwärme auf ihrer Haut. Neben ihr tanzen vergnügt und lebensfroh viele bunte Schmetterlinge ihren Hochzeitstanz.



Hinter ihr die Sonne, vor ihr der Vollmond. sie kann es fühlen, die Zeit für ein weiteres Kind ist gekommen. Sie hat einen Babysitter gerufen, damit Weide nicht allein ist. Quarz ist unten im Ort und verkauft ihr selbstgezogenes Obst und Gemüse. Mit langen, leichten Schritten läuft Rose hinab in den Ort. Wie von einem Magneten angezogen findet sie Quarz im Park im Gespräch mit Christopher Ursine. Beide schwärmen über die riesigen Fische, die sie schon aus dem Wasser gezogen haben.



Rose spürt, dass die Zeit drängt und überredet Quarz kurzentschlossen zu einer Besichtigung des Rathauses. Was dort im Richterzimmer geschieht, wird ewig ein Geheimnis bleiben.

Rose trägt ihre kleine Weide zum Bett. Bald wird sie Quarz bitten müssen, wieder einige seiner geliebten Steine zu verkaufen, damit sie ein weiteres Zimmer anbauen können.



In den nächsten Wochen steigt die Anzahl der zipfelmützigen Gnome ständig an. Rose vertraut diesen kleinen Wichten immer noch nicht so ganz. Sie können offensichtlich ihre Position und auch ihre Körperhaltung verändern, obwohl sie doch nur aus Ton sind.

In den folgenden Monaten bleibt Rose im Hause, versorgt Weide und bestellt am Vormittag gemeinsam mit Quarz den Garten. Jeden zweiten Nachmittag geht Quarz in die Berge, sammelt Steine und abends, wenn Weide im Bett ist, schleift er sie, bis ihre wahre Schönheit ans Licht kommt. Den anderen Tag aber bleibt er ebenfalls zu Hause, mauert neue Wände, verlegt Holzfußböden, deckt das Dach neu und bearbeitet die Steine der Wände dann so, dass sie an das ständig sich ändernde Farbspiel eines Blätterdaches erinnern.

Gerade rechtzeitig zur Geburt von Topas ist alles fertig. Zwei Kinderzimmer und ein Elternschlafzimmer sind zusätzlich zur großen Wohnküche entstanden. Quarz hat es sogar irgendwie geschafft, Weide mit ins Krankenhaus zu nehmen, so dass die ganze Familie gemeinsam nach der Geburt in ihr Birkental zurückkehrt.

Rose ist sprachlos. Diesmal ist es nicht nur ein Ständchen auf der Gitarre, sondern ein Fluß aus Blumen, funkelnden Quarzen und Topasen. Sie holt tief Luft. Die Weiden, die Quarz schon vor einiger Zeit gepflanzt hat, wiegen ihre Äste im Wind, der Duft der Rosen reichert die Nachtluft an und jetzt auch noch dies hier. Das ist ein Paradies. Zum ersten Mal ahnt sie, warum Quarz von Steinen so fasziniert ist, obwohl nach ihrer Meinung selbst der Flügel einer Motte prächtiger anzuschauen ist als jeder noch so schön und glänzend geschliffene Diamant. Wie soll sie ihrem Schatz nur je für dieses einzigartige Geschenk danken?



Ihre beiden Kinder liegen glücklich und zufrieden schlafend in den Betten. Die Fenster stehen weit auf und lassen alle Geräusche und Gerüche der Nacht herein, sie wendet ihr Gesicht zu ihrem Mann und schaut ihm in die Augen. Dort findet sie das gleiche staunende Glück, dass sie in jeder Zelle ihres Leibes und ihrer Seele fühlen kann. So verschieden sie sonst auch sein mögen, in diesem Augenblick sind sie ganz und gar gleich.
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