Briefe an Freda

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Beitrag  Chester am Sa Aug 18, 2018 12:30 pm

An einem verregneten Tag durchstöbert sie das Gerümpel, das auf dem Heuboden lagert. Neben ein paar verwertbaren Kleinigkeiten, sind eine Staffelei und Malzeug ihr wertvollster Fund. Sie beendet ein angefangenes Bild auf einer alten Leinwand und hängt dieses in ihrem Haus auf. Es soll sie daran erinnern, dass jeder mal klein anfängt und weder große Künstler noch versierte Barmixer vom Himmel fallen.


(Leider ist das Bild etwas dunkel. Die Beleuchtung in Dinas Scheune ist schlecht und ich glaube, das Wetter war es auch in diesem Moment. Aber man kann sicherlich trotzdem die einzigartige Kunst hinter diesem Gemälde erahnen...)


Zuletzt von Chester am So Okt 21, 2018 10:22 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Chester
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Beitrag  Chester am Sa Aug 18, 2018 12:35 pm

Den Strand meidet Dina dieser Tage, wenn es möglich ist. Bei einem ihrer ersten Spaziergänge musste sie feststellen, dass es dort nur so von herrenlosen Hunden wimmelt. Als Kind wollte sie zwar unbedingt Tierärztin werden, aber ein unglückliches Ereignis vor wenigen Jahren, bei dem sie von einem Dobermann durch die halbe Stadt gejagt wurde, hat ihr diesen Traum zerstört. Seitdem fürchtet sie sich sogar vor jedem Rehpinscher. Zu ihrem Unglück (oder Glück, das kommt auf den Zeitpunkt der Betrachtung an) lässt sich ein kurzer Strandabschnitt allerdings nicht umgehen, wenn man den Friedhof besuchen möchte. Und dies tut Dina regelmäßig, auch wenn sie niemanden kennt, der auf dem Friedhof von Chesterfield begraben liegt. Sie versucht dabei, dies möglichst vor Einbruch der Dunkelheit zu erledigen, aber Dina ist nicht immer konsequent oder gar strukturiert in ihrer Planung. Und so passiert, was auf lange Sicht unvermeidbar war: Während sich Dina auf dem Friedhof aufhält, bricht die Nacht über Chesterfield herein. (Man könnte auch ganz einfach sagen „Die Sonne ging unter“, aber ich versuche hier, Dinas Gefühlslage wiederzugeben.) Nach einer kurzen Schockstarre, plant sie einen rasanten Rückzug. Dabei ist es nicht der nächtliche Friedhof der Dina in Angst und Schrecken versetzt, sondern der unvermeidliche Heimweg über einen menschenleeren, aber hundeverseuchten Strand.


(Wer nun glaubt, den Ausgang dieses Teils der Geschichte aufgrund vorangegangener Fotos bereits zu kennen, sollte sich und Dina nicht zu früh in Sicherheit wiegen. Er sei daran erinnert, dass Fotos nicht immer die Wahrheit verkünden und auch Bilder der Erinnerung von Angst, Wunsch oder fehlerhafter Selbsteinschätzung getrübt werden können. Etwas, wovon auch Dina von Zeit zu Zeit geringfügig betroffen ist.)
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Beitrag  Chester am Sa Aug 18, 2018 12:40 pm

Dina hat erst wenige Schritte durch den Sand zurückgelegt, da taucht vor ihr ein riesiger Hund auf. Zum Sprung bereit versperrt er ihr den Weg.



Das Weglaufen nicht die klügste Variante darstellt, hat sie ja schon als Jugendliche feststellen müssen. Also wählt sie die einzige andere Option, die ihr in den Sinn kommt: „Verschwinde du Teufel oder ich fresse dich!“, schreit sie hysterisch und versucht wild gestikulierend den Streuner abzuwehren. Dieser zeigt sich jedoch wenig beeindruckt. Bellend springt er seinerseits vor Dina herum und kommt ihr dabei gefährlich nahe. „Verpiss dich, Monster, oder ich mach dich kalt! Man nennt mich auch Godzilla! Du solltest fliehen, so lange du noch kannst!“ Dinas Selbstbeherrschung, sofern man das überhaupt noch so bezeichnen kann, ist schnell kurz vor den Nullpunkt gesunken. Nur mit Mühe kann sie ihre Beine daran hindern, es doch mit Weglaufen zu probieren.

„Godzilla? Schau an. Ich dachte dein Name ist „Barkeeperin von Chesterfield“. Gibt es in diesem Ort eigentlich keine andere Menschenseele außer Jo? Dina hat das Gefühl, sich ständig zum Affen zu machen (ich tue alles dafür), wenn er in der Nähe ist. Es könnte auch einmal jemand anderes auftauchen. Aber letztendlich ist Dina froh über Joes Anwesenheit. Irgendwie wirkt sie sich beruhigend auf Dina aus, auch wenn das nicht sofort für jedermanns Auge ersichtlich ist. „Hilfe mir, Joe!“, schreit sie mit schriller Stimme. „Das Vieh will mich fressen!“ „Das ist Ty“, versucht Joe die Situation zu beruhigen, „der will nur spielen.“ Dina fuchtelt wild mit den Armen und schreit aus Leibeskräften. Irgendwie muss das Monster doch zu vertreiben sein. „Halt doch einfach mal still“, hört Dina Joes Stimme aus nicht allzu weiter Entfernung hinter sich, „dann beruhigt er sich auch.“ Doch zwischen hören und verstehen können Meilen liegen. Während Ty unaufhörlich bellt, trampelt Dina weiter auf der Stelle, kneift die Augen zu und schreit: „Rette mich! Mach ihn tot, mach ihn tot!“
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Beitrag  Chester am Sa Aug 18, 2018 12:44 pm

„SITZ!“, ruft Joe energisch. Augenblicklich nimmt Ty auf seinen Hinterpfoten Platz und guckt Dina mit schräggelegtem Kopf treuherzig an. Sie hört ebenfalls auf zu hüpfen und geht vorsichtig ein paar Schritte rückwärts in die Richtung, in der sie Joe vermutet. Den Hund lässt sie dabei keinen Augenblick aus den Augen. „Vor Ty brauchst du dich nicht zu fürchten. Der ist absolut harmlos.“  „Ist das dein Hund?“ Dinas Herzfrequenz nähert sich langsam (sehr langsam) wieder dem Normalbereich. „Nein“, antwortet Joe, „er gehörte einem Freund von mir, der… der gestorben ist. Ich habe Ty bei mir aufgenommen, aber er ist immer wieder weggelaufen. Braucht wohl seine Freiheit. Ab und zu gucke ich, ob es ihm gutgeht."

"Hier, gibt ihm das.“ Dina spürt, wie Joe ihr etwas in die Hand drückt. Es ist ein kleiner Hundekuchen, den sie schnell in Tys Richtung wirft. Der Hund springt auf und schnappt den knochenförmigen Kuchen in der Luft, um ihn anschließend mit lautem Knacken zu verspeisen. „ ,Geben‘ hab ich gesagt, nicht ,werfen‘“, beschwert sich Joe und drückt Dina einen weitern Knochen in die Hand. Ty schaut Dina erwartungsvoll an. „Na los, trau dich!“ Dina zögert noch, dann öffnet sie die Hand und streckt Ty die Leckerei entgegen. Ganz langsam, als wüsste er, dass er behutsam mit Dina sein muss, kommt der Hund näher und nimmt das Fressen vorsichtig aus ihrer Hand. Dina nimmt allen Mut zusammen und streichelt das Tier schließlich zaghaft.



„Hier, aber überfüttre ihn nicht!“, kommentiert Joe und  hält Dina einen kleinen Plastikbeutel mit weiteren Knochen und anderen Leckerlies hin. Eine halbe Stunde später ist der Beutel leer und Dina und Ty sind beste Freunde. Ihre Liebe zu Tieren hat sie trotz ihrer schlimmen Erfahrung wohl nie verloren.



„Danke für deine Hilfe“, will sich Dina an Joe wenden, aber dieser befindet sich schon mit einem dicken Grinsen im Gesicht auf dem Heimweg. Ty hingegen begleitet Dina nach Hause. In einigen Metern Abstand trottet er hinter ihr her und bleibt schließlich vor der Scheunentür sitzen.
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Beitrag  Chester am Sa Aug 18, 2018 12:50 pm

Nach diesem aufregenden Abend ist Dina sehr erschöpft und schläft schnell ein. Mitten in der Nacht wird sie jedoch von einem lauten Bellen geweckt. Als sie aus dem zukünftigen Küchenfenster schaut, läuft Ty aufgeregt und laut bellend auf dem Grundstück hin und her. Ihre alte Angst vor Hunden schwappt langsam wieder an die Oberfläche. Dennoch nimmt sie all ihren Mut zusammen und öffnet die Scheunentür. „Ty!“, ruft sie und versucht dabei, ihre Stimme so energisch wie möglich klingen zu lasse. „Sitz!“ Der Hund senkt sofort sein Hinterteil und beginnt gefährlich zu knurren. Aber er schaut dabei nicht in Dinas Richtung, sondern behält die umstehenden Bäume und Sträucher im Blick. In der Dunkelheit kann Dina nichts erkennen.



Ein beklemmendes Gefühl jagt ihren Puls in die Höhe. Sie ruft den Hund mehrfach zu sich, aber es dauert eine Weile, bevor er reagiert und sich vor ihren Füßen niederlässt. Als sich Dina zu ihm hinunterbeugt, um ihn zu streicheln, macht sie im Licht der geöffneten Tür eine ungewöhnliche Entdeckung. Sie muss 2x hinsehen, aber es besteht kein Zweifel. Auf den ausgetretenen Boden vor ihrer Tür hat jemand mit einem Stock das Wort „Bienen“ in die Erde gekritzelt. Verdutzt denkt sie einen Moment darüber nach, wer ihr diese Nachricht hinterlassen haben könnte, dann läuft ihr ein Schauer über den Rücken, als ihr die Erkenntnis kommt, dass das Schreibwerkzeug vielleicht doch etwas anderes als ein Stock gewesen sein könnte.
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Beitrag  Chester am So Okt 21, 2018 10:32 am

Hallo Freda,

ich habe mich entschieden, den Bienenstock zu behalten und zu bevölkern. Nachdem ich etliche Nachbarorte durchforstet hatte, die alle nicht viel größer sind als Chesterfield, konnte ich bei einem Imker eine Bienenkönigin erstehen. Nun summt und brummt es ums Haus. Ich denke, das ist ganz in deinem Sinne. Es war nicht ganz billig, aber ich denke, der Honigverkauf wird die Kohle wieder reinholen.



Damit die lieben Tierchen auch etwas zum Schnabbulieren haben, musste ich den „Garten" etwas umgestalten. Ich habe das meiste Unkraut ausgerissen, die großen Steine ausgebuddelt, abgeschrubbt und neben dem Eingang drapiert. Auf irgendeiner Wiese fand ich hübsche Wildblumen, die ich ausgegraben und die meisten davon unter meinem Küchenfenster (zumindest soll die Küche dort einmal hin) wieder eingepflanzt habe. Die übrigen Pflanzen haben ihren Platz in einem Blumenkasten gefunden, den ich aus ein paar alten Brettern zusammengebaut und unter dem einzigen Fenster des Heubodens angebracht habe.



Ich bin nicht sicher, ob dir der Weg zum Haus gefallen wird, den ich mit ein paar gemopsten Steinen aus dem vorbeifließenden Bach befestigt habe. Auf mich hat der Anblick auf jeden Fall eine beruhigende Wirkung.

Viele Grüße! Dina


Zuletzt von Chester am So Okt 21, 2018 11:29 am bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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Beitrag  Chester am So Okt 21, 2018 10:33 am

Chester Mitschnitt:

In dieser aufregenden Nacht schläft Dina anfangs nur unruhig. Sie ruft schließlich den Hund in die Scheune und bereitet ihm vor ihrem Bett einen Schlafplatz auf einer alten Decke.



Irgendwie vermittelt ihr das ein Gefühl von Sicherheit. Dina staunt selbst darüber, wie schnell sich das Tier in ihr Leben schleicht und ihre Angst vor allen Hunden vertreibt.

Am nächsten Morgen geht sie als erstes nach draußen und untersucht den Boden vor ihrer Tür. Kein Zweifel: Hier hatte jemand „Bienen“ in den Boden geritzt. Energisch wischt sie mit dem Fuß über das Wort, bis die Buchstaben nicht mehr zu erkennen sind. Dann unternimmt sie mit Ty einen langen und befreienden Spaziergang am Strand, um ihre Gedanken zu ordnen.



Plötzlich machen ihr die vielen fremden Hunde nichts mehr aus. Im Gegenteil: Sie sieht, in welchem schlechten Zustand einige der Tiere sind.



Am liebsten würde sie alle mit nach Hause nehmen. Aber dafür fehlt ihr leider das Geld.


Zuletzt von Chester am So Okt 21, 2018 11:43 am bearbeitet; insgesamt 5-mal bearbeitet
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Beitrag  Chester am So Okt 21, 2018 10:36 am

Nach einem mageren Frühstück beginnt sie, den „Garten“ umzugestalten. Es dauert den ganzen Tag, den ausgetretenen Pfad von ihrer Tür zur Straße mit Steinen zu Pflastern, obwohl ihr ein Spaten vom Heuboden die Arbeit durchaus erleichtert (bzw. überhaupt erst ermöglicht). Am Abend hängt ihr der Magen in den Kniekehlen und sie beschließt dem Pup einen Besuch abzustatten. Ty ist erfreut, Joe zu treffen und Dina ist es irgendwie auch.



„Mixen für Anfänger“ hat sie zwar durchgelesen, aber nicht so recht verstanden. Trotzdem will sie ihr Glück probieren. Irgendwie muss sie zu Geld kommen. Das Ersparte ihrer Oma ist quasi aufgebraucht. Leider gelingt es ihr nicht, Joe von ihren Barkeeperfähigkeiten zu überzeugen. Deshalb bietet er ihr an, ihm zu assistieren. Als Gegenleistung darf sie das Trinkgeld behalten. Anfangs versuchen die Gäste noch, der Barkeeperin von Chesterfield ein paar Lokalrunden zu entlocken, doch als Joe die Sprüche der Leute geschickt so dreht, dass sie selbst nun nicht umhinkommen, eine Runde zu schmeißen, verstummen die vorlauten Rufe schnell. Als der letzte Gast das Lokal geräumt hat, drückt Joe ihr Eimer und Schrubber in die Hand. Während er sich darum kümmert, hinter der Bar für Ordnung zu sorgen und alles für den nächsten Tag vorzubereiten, übernimmt Dina den Rest der Kneipe. Die Toiletten fordern ihr Einiges an Überwindung ab, aber schließlich lohnt sich die Arbeit, denn Joe ist bereit, den Bierdeckel zu zerreißen. Dina hat das Gefühl, aus allen Poren zu stinken. Zudem tut ihr jeder Knochen weh. „Na, zum ersten Mal richtig für Geld gearbeitet, Barkeeperin von Chesterfield?“, will Joe wissen. Aber Dina fühlt sich zu ausgelaugt, um mit einer passenden Antwort zu kontern und verlässt stumm die Bar in Richtung Scheune, wo sie sich todmüde in ihr Bett fallen lässt.
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Beitrag  Chester am So Okt 21, 2018 10:59 am

Am nächsten Morgen wird Dina von einem lauten Rumpeln vor dem Haus geweckt. Sie hat wie ein Stein geschlafen. Jetzt muss es schon fast Mittag sein. Es kracht erneut. „Aua! Scheiße!“, schimpft jemand draußen. Dann etwas leiser: „Was mache ich hier überhaupt? So werde ich die Klette ganz bestimmt nicht los.“ Ist das Joe? Dina rappelt sich hoch und läuft zur Tür. Dabei stolpert sie fast über Ty, der nun aufspringt und aufgeregt an der verschlossenen Tür kratzt. Draußen ist Joe tatsächlich damit beschäftigt, einige Möbel von seinem Pik-up zu laden. Es herrscht ein gräuliches Grün vor und schließlich erkennt Dina an einem alten Herd, dass es sich um eine Küche handeln muss.

„Was machst du da?“, fragt Dina noch ganz verschlafen. „Ich bringe dir eine Küche. Pack an!“ Joe zerrt erfolglos an einem riesigen, kakifarbenen Kühlschrank. „Gehörte meinem Freund.“ „Ich kann die nicht bezahlen“, wendet Dina ein und hilft den Kühlschrank in die Scheune zu wuchten. „Du kümmerst dich um seinen Hund, er schenkt dir seine Küche.“ „Ich denke er ist tot.“ Leicht verwirrt trägt sie ein Spülbecken ins Haus. „Jepp“, erwidert Joe, „aber er hätte das so gewollt.“ Während Joe allein einen Unterschrank rein trägt, als wäre es ein Karton mit Federkissen, zerrt Dina eine schwere Kiste von der Ladefläche, in der es metallisch scheppert, als sie ihr fast aus den Händen rutscht und unsanft auf dem Boden landet.



„Vorsichtig, in dem anderen ist Geschirr!“ Joe schnappt sich die Kiste und befördert sie ins Haus, während Dina versucht, die andere Holzkiste rückwärts in die Scheune zu schleifen. „Schickes Outfit“, tönt es hinter hier. Schnell richtet sich Dina auf und zieht ihr kurzes Schlafshirt möglichst weit über den Po. Sie versucht, sich zu erinnern, was sie gerade drunter trägt und hofft inständig, dass es sich nicht um einen der hellblauen Blümchenschlüpfer, sondern um den schwarzen Hipster handelt. Doch es fühlt sich irgendwie nach mehr an. „Das Pink der Socken passt super zu den blauen Vergissmeinnicht“, beantwortet Joe ungefragt ihre Gedanken. (Oha, da hat aber einer genau hingeguckt.)


Zuletzt von Chester am So Okt 21, 2018 11:32 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beitrag  Chester am So Okt 21, 2018 11:13 am

„Ich schließ das hier schnell an, dann kannst du duschen gehen“, schlägt Joe vor. Dina riecht an ihrer Achsel und stellt fest, dass ihr Körpergeruch durchs Schlafen nicht besser geworden ist. Sie hat es in der Nacht einfach nicht mehr geschafft sich zu waschen, geschweige denn zu baden. Schnell schnappt sie sich ein paar Sachen und verschwindet die Treppe rauf ins Bad. Die warme Dusche tut ihr gut. Der Herbst neigt sich langsam dem Ende und es ist eisigkalt. Da es noch keine Heizung in der Scheune gibt und ebenso der vom Makler gelobte Kamin fehlt, hat sie sich angewöhnt, auch im Haus Jacke und Mütze zu tragen. In voller Montur kommt sie die Treppe heruntergestapft.

„Wo willst du hin?“ Joe wirkt perplex. „Ich dachte, du kannst jetzt mal testen, ob alles funktioniert und uns ein Frühstück machen.“ Er deutet zum Küchenschrank, auf dem ein Karton mit Eiern und ein Toastbrot liegen. „Ich muss erst noch mit dem Hund raus“, flunkert Dina, die in ihrem Leben noch nichts gekocht oder gebraten hat. „Fang schon mal an, ich bin gleich wieder da.“ Mit einem Seufzer macht sich Joe an die Arbeit. Unterdessen grübelt Dina bei ihrem Spaziergang mit Ty darüber nach, dass ihre Oma zwar eine herzensgute Frau war, aber sie irgendwie nicht im Geringsten auf das Leben vorbereitet hat.

Als sie ein paar Minuten später heimkehrt, riecht es bereits verführerisch nach gebratenen Eiern. Auf der Küchentheke steht ein Teller mit Toast und Rührei. Das Essen ist noch warm, aber Joe ist bereits gegangen. Hungrig macht sich Dina im Stehen über die Mahlzeit her. Für Stuhl und Tisch hat es bisher nicht gereicht.


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Beitrag  Chester am So Okt 21, 2018 11:15 am


Am nächsten Tag investiert Dina ein paar Simoleons und macht sich auf den Weg in den nächsten größeren Ort. In der Bücherei kann sie den PC kostenlos benutzen. Sie druckt ein paar einfache Rezepte aus, dann googlet sie nach Imkern in der Umgebung und bestellt sich ein Bienenvolk. Der Imker bringt die Insekten persönlich vorbei. Er will sichergehen, dass die Tiere in einer geeigneten Umgebung leben werden. Die unberührte Natur in der Dina wohnt, gefällt ihm gut. Und als er sieht, wie spartanisch Dina lebt, leiht er ihr einen seiner Schutzanzüge.



Er gibt Dina wichtige Tipps zu den Bienen, behält sich allerdings vor, immer wieder vorbeizukommen und nach den Tieren zu sehen. Auch als endlich der erste Honig „geerntet“ werden kann, ist er zur Stelle und Dina beim Schleudern der Waben behilflich.
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