Briefe an Freda

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Briefe an Freda

Beitrag  Chester am Di Jul 31, 2018 12:40 pm

Liebe Freda,
nun bin ich in Chesterfield angekommen. Ich weiß, ich sollte schreiben „gut angekommen“, aber so war es nicht. Dass es bei meiner Ankunft in Strömen regnete, war noch das kleinste Übel, das größte hingegen meines neues Heim.

Wohnen sie nostalgisch in einer umgebauten und renovierten Scheune.
Gestalten Sie den romantischen Garten ganz nach Ihren persönlichen Vorlieben.
Nutzen Sie die Badewanne im modernisierten Badezimmer zur vollständigen Entspannung nach langen Spaziergängen am Meer.
Wärmen Sie sich an kalten, verschneiten Winterabenden vor einem lauschigen Kaminfeuer.
Ziehen sie Ruhe und Kraft aus einem idyllischen Landleben.

Der Makler war ein echtes Verkaufsgenie, ein Mann der schönen Worte, wie ich feststellen musste. Auch die „Fotos“ im Exposé waren eindeutig „gefotoshopt“.
Der Umbau der alten Scheune beschränkt sich offensichtlich auf den Einbau von 4 Fenstern und einer Tür, die Renovierung auf einen Außenanstrich in Norwegisch Rot.



Auch den Garten kann man nur als romantisch bezeichnen, wenn man karge, verdorrte Friedhofsvegetation mag. (Dir würde er sicherlich gefallen.)


Zuletzt von Chester am Sa Aug 04, 2018 11:31 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beitrag  Chester am Di Jul 31, 2018 12:44 pm

Die Wanne im fensterlosen(!) Badezimmer musste ich erst einmal schrubben. Zur Entspannung ist sie sicherlich nicht geeignet. Der Rest macht auch nicht gerade einen modernen Eindruck.



Aber, hey, wenn man bedenkt, dass Scheunen in der Regel gar keine Badezimmer haben, ist dieses, so gesehen, tatsächlich eine Modernisierung.
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Beitrag  Chester am Di Jul 31, 2018 12:47 pm

Überflüssig zu erwähnen, dass es natürlich keinen Kamin gibt.



Ich überlegte kurz, das ganze Gebäude abzufackeln, um selbst ein Gefühl von Lauschigkeit und innerer Genugtuung zu erzeugen, aber bei meinem schmalen Geldbeutel kann ich mir keine Anfälle von Trotz und Aufsässigkeit leisten. Seit Omas Tod ist ja auch niemand mehr da, den es interessieren würde. Der Makler wusste schon, weshalb er mir die Schlüssel per Post zukommen ließ.

Meine wenigen mitgebrachten Habseligkeiten stellte ich erst einmal in den „Stall“, der sich nun mein neues Zuhause schimpfte, und begab mich dann in die nächstbeste Kneipe,



wo mir der Barkeeper ein paar Chips anbot, während ich ihm mein Leid klagte. Er war sehr interessiert an meinen Ausführungen über den Betrug des Maklers. Ich glaube, ich habe einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Liebe Grüße! Dina
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Beitrag  Chester am Di Jul 31, 2018 1:13 pm

Chesters Mitschnitt:
Dina erscheint in der Bar mit Schlechtwettermiene. Der Makler kann froh sein, nicht anwesend zu sein. „Chips! Ich brauch Chips!“, ruft sie schon an der Tür und lässt sich dann auf einen Hocker an der Bar fallen. Der Barkeeper, sein Name ist Joe, reagiert nicht. Selbst hier, im dünnbesiedelten und kargsten aller Landstriche zwischen Meer und Nirgendwo, ist er einen besseren Umgangston gewohnt. Stoisch reibt er ein paar Gläser trocken und ignoriert seinen einzigen Gast. „Chips, bittöööö!“, quengelt Dina erneut und setzt dabei ihren Dackelblick auf, der Omi immer das Herz rührte. Omi – Dinas Augen werden feucht, ein Tränchen rollt über ihre Wange, heute war echt ein schwerer Tag. Davon lässt sich selbst Joe erweichen. Er greift unter die Theke und zaubert eine Schale mit Chips vom Vortag hervor.



Sie schmecken pappig und salzig, aber Dina ist das egal. Wie eine Verhungernde stopft sie die labbrigen Kartoffelscheiben in ihren Mund. Sie braucht jetzt diese einzigartige und süchtigmachende Mischung aus Kohlenhydraten und Fett. Der Barkeeper zieht eine Braue hoch und widmet sich weiter seinen Gläsern.
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Beitrag  Chester am Di Jul 31, 2018 1:18 pm

„Dieser Makler ist echt das Letzte!“ Zwischen Kauen und Schlucken sind Dinas Worte kaum zu verstehen. Vielleicht antwortet Joe deshalb eher etwas einsilbig: „Hmhm…“ „Hat mir eine Bruchbude als idyllisches Landhaus angedreht.“ Dina macht eine kurze Pause, um dem Barkeeper die Chance auf eine angemessene Reaktion zu geben. Er dreht ihr den Rücken zu, beginnt die Flaschen im Regal hinter der Theke zu sortieren und murmelt: „Blöd.“ „Es gibt nicht mal ein Fenster im Bad!“ „Tut mir echt leid für dich.“ „Kannst du dir vorstellen, was für eine Luft da drin ist, wenn man nicht mal lüften kann?“ Joe schaut Dina kurz an und zieht erneut eine Augenbraue hoch: „Kann ich. Will ich aber nicht.“ „Ich hasse diesen Makler!“ „Jo, ich auch…“ „Kennst du ihn?“ Joe stützt die Hände auf die Theke und starrt Dina direkt in die Augen: „Nö, aber er vermiest mir gerade meinen Abend.“

„Weißt du, du machst deinen Job echt mies“, versucht Dina zu kontern und starrt zurück. Angriff ist die beste Verteidigung. „Woher willst du das wissen?“, erwidert Joe. „Du hast doch noch gar nichts bestellt. Die Chips sind gratis.“ „Dein Job ist es, mir zuzuhören…!“ „Hab ich gemacht. Leider.“ Langsam aber sicher muss Dina Tränen der Wut unterdrücken. „……und mir Trost zu spenden, hilfreiche Vorschläge zu machen, nicht, in die Kerbe zu schlagen!“ Joe macht ein ironisch zerknirschtes Gesicht: „Oh, tut mir leid. Aber wenn du es besser kannst, schaue ich gerne zu und lerne.“

Er zieht Dina am Oberarm vom Stuhl, bevor er sich selbst setzt und mit der Hand einladend auf den Platz hinter der Bar deutet.

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Beitrag  Chester am Di Jul 31, 2018 1:22 pm

„Ein Mosquito!“



Die ersten Dorfbewohner treffen ein.
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Beitrag  Chester am Di Jul 31, 2018 1:25 pm

„So schwer kann das ja wohl nicht sein“, hofft Dina und nun beginnt der Abend für Joe doch noch spaßig zu werden.





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Beitrag  Chester am Di Jul 31, 2018 1:30 pm

Und während sich die Bar mit Gästen füllt, füllt sich auch Dinas fast leerer Magen mit vermeintlich kostenlosen, alkoholischen Getränken, was zwar nicht ohne Folgen bleibt, aber sowohl zu Joes Belustigung, als auch zur guten Laune der anderen Gäste beiträgt.






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Beitrag  Chester am Di Jul 31, 2018 1:31 pm

„Aaine Runne fü ALLE!!!“, strahlt Dina.



„Oh, Mann,…“ Joe lässt resignierend das Kinn auf die Brust fallen und schüttelt den Kopf. Ein bisschen Mitleid hat er doch. Aber nur ein bisschen.
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Beitrag  Chester am Di Jul 31, 2018 1:33 pm

„Ich … - … bin d… Bakippa von …..? Wo sin wirr hier noch ma?“, lallt Dina glücklich.



„Chesterfield!“, tönt die Antwort irgendwo aus dem Pulk der Gäste, die sich eng um die Bar drängen, damit ihnen keine Sekunde des Spektakels entgeht. „Ein Hoch auf Chesterfield! Komm, lass noch ne Runde springen, Barkeeperin von Chesterfield!“

„Hoch auff ….?....mich…. AAINE RUNNE…“

Seufzend steht Joe auf: „So Leute, ihr hattet genug! Die Bar schließt jetzt! Geht nach Hause!“
„O, sssade, hat grade ssooooo vill Sspass gemach. Di Leute mögn mich, glaub.“
„Ja, ja… alle mögen dich. Sicher.“
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Beitrag  Chester am Di Jul 31, 2018 1:49 pm

„Du machst mich nich! … - … du has nich mit mia … getunken. KOMM … ich geb dir ein…n aus…“
„Lass gut sein, Barkeeperin von Chesterfield. Du hast genug für uns beide getrunken.“
„…solln das heißn?“ Dina schwankt hinter der Theke hervor und murmelt „…bin nich besoffn… KUCK!!! …fit wien Tunschu…“



Nach dem ersten halben Situp fällt Dinas Oberkörper auf den Boden zurück. „Hasdochrecht…bringsu mich nach hause? Bittööö…!“ Aber betrunken funktioniert der Dackelblick nicht wirklich und so verbringt Dina die Nacht irgendwo auf dem Heimweg.



Als sie am nächsten Morgen die Taschen ihrer stinkenden Klamotten (ihnen haftet ein leichter Duft nach Erbrochenem an) leert, um sie zu waschen, hält sie plötzlich einen Bierdeckel in der Hand. Die eine Seite ist beschriftet mit einer Strichliste verschiedener alkoholischer Getränke. Darunter auch ein Posten „Lokalrunde“. Von den beiden Strichen dahinter ist einer wieder durchgekritzelt worden, so als hätte es sich der Schreiber doch noch einmal anders überlegt.
Auf der anderen Seite steht:
Du kannst den Deckel in den nächsten Tagen bezahlen. Joe
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Beitrag  Chester am Sa Aug 04, 2018 3:10 pm

Dina dreht den Bierdeckel immer wieder hin und her. Die vielen Striche auf der einen Seite bereiten ihr ein mulmiges Gefühl. Wie viel, um Himmelswillen, hat sie denn getrunken? So richtig kann sie sich an den Abend nicht mehr erinnern. Es war voll, es war laut, die Leute haben ihr zugeprostet und sie hatte sich irgendwie heimisch gefühlt. Am Ende drehte der Barkeeper sie vor der Kneipe in eine Richtung und sagte etwas entnervt: „Immer geradeaus.“ Nun, sie hatte versucht die Richtung zu halten, aber irgendwie war sie doch vom Weg abgekommen. Die Euphorie, die sie noch in der Kneipe gespürt hatte, verwandelte sich aufgrund der schwankenden Umgebung und der frischen Luft schnell in Übelkeit. Sie hatte es gerade noch bis zu einer Mülltonne geschafft, danach wurde alles schwarz.



Sie dreht den Deckel erneut. Joe muss wohl der Name des Barkeepers sein. Und er will tatsächlich, dass sie den Deckel bezahlt? Schließlich hat sie doch den ganzen Abend seine Arbeit gemacht. Da kann er ihr doch wenigstens ein paar Drinks spedieren… Wieder dreht sie den Bierdeckel auf die andere Seite und überschlägt die Preise. Der Posten „Lokalrunde“ ist allerdings unkalkulierbar. Wie viele Leute wohl da waren? Dina hofft inständig, dass nicht nur die Preise für Wohnraum, sondern auch die für Getränke auf dem Land weit unter denen der Stadt liegen. Sie kann sich solche Sauftouren einfach nicht leisten. Omi hat ihr zwar alles vermacht, was sie besaß, aber das war eben nicht viel. Und den Löwenanteil hat „der Stall“ gefressen.
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Beitrag  Chester am Sa Aug 04, 2018 3:13 pm

Im Waschbecken drückt Dina die stinkenden Klamotten durch klares Wasser und wringt sie aus. Ein kurzes Schnuppern bestätigt jedoch ihre Vermutung, dass das nicht viel gebracht hat. Während sie die nassen Sachen auf der Wiese hinter dem Haus zum Trocknen ausbreitet, überfällt sie die Melancholie. Sie fühlt sich einsam hier. Es gibt nicht einmal einen Nachbarn, den sie von ihrem Haus aus sehen könnte und der ihr freundlich zuwinkt.



Sie hat keine Ahnung, ob man in diesem Fischernest überhaupt etwas einkaufen kann. Neben Waschpulver braucht Dina auch dringend Lebensmittel und die notwendigsten Möbel. Die Sachen ihrer Oma hat sie zu einem Schleuderpreis verkauft. Jetzt fehlt ihr jeder Cent und natürlich auch Omi. Die hätte sie vor dieser Kurzschlussreaktion, alles hinter sich zu lassen, gewarnt.
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Beitrag  Chester am Sa Aug 04, 2018 3:20 pm

Nun bleibt Dina kaum eine andere Wahl, als sich erneut in die Bar zu begeben. Wenn sie nur wüsste, was am Abend alles vorgefallen war… Mit einem selbstischeren und fröhlichen „Hallo!“ betritt sie die Kneipe. „Oh, hallo, Barkeeperin von Chesterfield!“, tönt es ihr von hinter der Theke entgegen. Joe guckt sie erwartungsvoll an. „Ich hab das hier in meiner Jackentasche gefunden“, beginnt Dina und zieht den Bierdeckel hervor. „Freut mich, dass du deine Schulden so schnell bezahlen willst. Sind nicht alle so zuverlässig hier.“ Joe zückt einen Stift und nimmt Dina den Deckel aus der Hand. Während er halblaut die einzelnen Posten addiert, macht er sich hieroglyphische Notizen. „Äm, sag mal,…“, beginnt Dina, „… wegen des Geldes, …, ich hab doch eigentlich den ganzen Abend für dich gearbeitet. Findest du es da ok, mir die paar Dinks in Rechnung zu stellen?“ „Ja“, ist Joes trockene Antwort. Er legt Dina den Bierdeckel auf den Tresen und beginnt einen Drink zu mixen.



Währenddessen betrachtet Dina das Stück Pappe aus den Augenwinkeln. Ein Betrag von 168 $ ist dick eingekreist. Die Getränkepreise scheinen hier auf dem Land wohl doch nicht günstiger zu sein als in der Stadt.
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Beitrag  Chester am Sa Aug 04, 2018 3:22 pm

„Aber du weißt schon…“, startet sie einen 2. Versuch. Doch Joe unterbricht sie: „Ich hatte sogar überlegt, ob ich noch eine Art Lehrgeld draufschlagen soll. Schließlich hast du an meiner Bar geübt.“ „Aber?“, fragt Dina vorsichtig nach. „Warum hast du nicht?“ Joe gießt den Cocktail in ein Glas.



„Du hast nichts gelernt.“
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Beitrag  Chester am Sa Aug 04, 2018 3:25 pm

Dina merkt, wie ihre vorgetäuschte Selbstsicherheit beginnt, sich aufzulösen. Weshalb ist dieser Mann so schroff zu ihr? Was hat sie ihm denn getan? Sie bräuchte einen Freund an diesem fremden Ort und er macht sie nur runter. Jetzt bloß nicht heulen, denkt Dina und versucht ihrer Stimme noch einmal einen festen Ton zu verleihen: „Ich kann das nicht bezahlen. Ich habe kein Geld, zumindest nicht viel.“ „Da haben wir ja mal was gemeinsam. Halleluja!“, erwidert Joe ziemlich sauer. „Glaubst du bei mir wächst das Geld auf den Bäumen und ich kann diesen Deckel“, er tippt mehrfach wütend mit dem Zeigefinger auf die beschriftete Pappe, „einfach so zerreißen?!“ „Ich hab keinen Job“, jammert Dina und die ersten Tränen fließen, „keine Freunde, nicht mal ein Bett, nur einen fetten Deckel“ (Sturzbäche aus Augen und Nase) „Boah, Weiber!“ Joe schiebt ihr das gefüllte Glas rüber. „Hier, der geht aufs Haus.“

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Beitrag  Chester am Sa Aug 04, 2018 3:27 pm

Mit dem Ärmel wischt Dina ein Gemisch aus Tränen und Schnodder aus dem Gesicht. Dann ext sie das Glas. Mit Bedauern stellt sie fest, dass kein Alkohol enthalten ist. Joe stützt die Hände auf die Theke und beugt sich vor: „Höre zu und lerne: 1. Der Barkeeper trinkt nie selbst, er mixt nur. 2. Der Barkeeper lässt keine Runden springen, sondern animiert die Gäste dazu. 3. Lies das, dann kannst du deine Schulden bei mir abarbeiten.“ Mit den letzten Worten holt er ein Buch unter der Theke hervor und knallt es Dina auf den Tisch: „Mixen für Anfänger“. Dann schnappt er sich einen Lappen und beginnt die Tische in der Kneipe abzuwischen. „Warum mache ich Idiot das…?“, schimpft er halblaut vor sich hin. „… mir doch egal, wie sie ihre Schulden bezahlt, bin doch kein Kindermädchen,…“ Geräuschvoll und wenig elegant lässt sich Dina vom Barhocker gleiten und verlässt wütend die Bar. Hinter ihr knallt die Tür laut ins Schloss.



„Kinderkacke“, murmelt Joe und schleudert den Lappen mit aller Wucht auf den Tisch. Er stemmt die Hände in die Seiten und atmet tief ein. Dann hört er, wie sich die Tür erneut öffnet und jemand stampfend die Bar betritt. Aus den Augenwinkeln beobachtet er Dina, die schnurstracks zur Theke geht und sich das Buch schnappt, um anschließend ebenso schnell den Raum wieder zu verlassen. Dieses Mal lässt sie die Tür offen. „Wohl Angst, auch noch eine neue Tür bezahlen zu müssen“, murmelt Joe und laut ruft er: „Sonntag ist Flohmarkt in der City!“
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Beitrag  Chester am So Aug 05, 2018 1:30 pm

Liebe Freda,

bei einem erneuten Besuch in der Bar, konnte sich der Barkeeper (er heißt Joe) noch gut an mich erinnern. Er scheint mich zu mögen, denn er hat mich inständig gebeten, ihm in der Bar zu helfen. Scheinbar konnte ich ihn mit meinen Fähigkeiten überzeugen. Oder er findet mich einfach nur attraktiv. Vermutlich begegnen ihm hier in der Einöde auch nicht viele patente Frauen, die den Duft der großen weiten Welt geschnuppert und den Dschungel der Großstadt überlebt haben. In Chesterfield schwirren ja sonst nur Landbienchen herum.



Apropos Bienen: Ich habe eine alten Bienenstock neben dem „Stall“ entdeckt.



Er scheint verweist zu sein. Jetzt überlege ich, ob ich ihn verkaufen soll. So ein antikes Exemplar ist sicher einige hundert Simoleons wert. Andererseits hätte ich auch Lust, es mal mit der Imkerei zu versuchen. Bestimmt lässt sich „Honig aus der Region“ gut verkaufen. Allerdings habe ich keine Ahnung, wo ich ein Bienenvolk herbekommen soll.
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Beitrag  Chester am So Aug 05, 2018 1:33 pm

Joe hat mich außerdem auf einen gemütlichen Ausflug zum Flohmarkt in die Stadt eingeladen. Ich war sofort Feuer und Flamme. Dort habe ich ein günstiges Bett erstanden. Joe hat sogar den Verkäufer für mich in Grund und Boden gehandelt und konnte so den Preis um über die Hälfte drücken.



Ich glaube in Joe habe ich einen echten Freund gefunden. Jetzt fühle ich mich schon nicht mehr ganz so verlassen, auch wenn er Omi natürlich nicht ersetzen kann.

Liebe Grüße! Dina
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Beitrag  Chester am Mo Aug 06, 2018 6:40 pm

Chesters Mitschnitt:

Sonntag Morgen, 6:34
Dina sitzt am Steuer ihres neuen Jaguars und jagt über den Highway. Immer wieder drückt sie auf die Hupe. Tuttut! Warum verstehen diese Schnarchnasen vor ihr nicht, dass sie es eilig hat. Sie ist absolut angesagt in ihrem Job. Im Konferenzraum warten sicher schon an die 20 hochrangige Manager darauf, sich von ihr die Leviten lesen zu lassen. Sie ist eben eine Koryphäe auf ihrem Gebiet der… Was macht sie doch gleich? … Ach egal! Sie warten dort jedenfalls schlotternd in ihren teuren Anzügen. Tuuuuuut! Wieder drückt Dina ungeduldig die Hupe. „Aus dem Weg!“, schreit sie, obwohl sie natürlich niemand hören kann. Sie fährt zwar ein offenes Cabrio, aber alle anderen Rostlauben auf dem Highway haben die Fenster bis zum Anschlag hochgekurbelt, denn es ist Winter und bitterlich kalt. Dina fährt das Verdeck hoch und schaltet die Heizung zunächst auf „hot“, dann auf „very hot“ und schließlich auf „incredible hot“, aber es tut sich nichts. Es bleibt eiskalt. Vielleicht hätte sie etwas Wärmeres anziehen sollen. Sie blickt an sich hinunter und bewundert ihr Outfit. Ein wirklich edles Kostüm (aber eben sehr kurz), dass ihre langen schlanken Beine betont. Kurz fragt sie sich, ob sie in den extrem spitz zulaufenden Schuhen mit Pfennigabsätzen überhaupt laufen kann… Wann hat sie das gelernt?... Tuuuuut! Endlich hat der Schleicher vor ihr kapiert, dass sie wichtig ist und es eilig hat. Er fährt rechts rüber und Dina tritt das Gaspedal durch. Tuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuut! Nanu, hat sich da was verklemmt? Dina schaut in den Rückspiegel, ob dort jemand kommt, der noch schneller ist als sie selbst, aber sie sieht nur ihr eigenes, ausgesprochen hübsches Spiegelbild, perfekt geschminkt und die Haare zu einer komplizierten Hochsteckfrisur drapiert. Hat sie das selbst gemacht? Sie kann sich nicht mehr erinnern. Wenn es nur nicht so bitterlich kalt wäre. Energisch zieht sie die Decke hoch bis zum Hals. Tut! Tut! Tut! Tut! Tut! Tut! Tut! Tut! Tut! Tut! Tut! Tut! Tut! Das Hupen hört einfach nicht auf. Verzweifelt schlägt Dina die Augen auf. Sie liegt auf dem harten Holzboden ihres „Stalls“, unter sich eine Isomatte, die es nicht schafft, die durchdringende Kälte des Bodens fernzuhalten. Ebenso wenig will dies der alten Sofadecke gelingen, unter der nur der dunkle Schopf und die Nasenspitze hervorlugen.

Tut! Tut! Tut! Tut! Tut! Verdammt, was ist das? Dina krabbelt aus der Decke und sieht aus dem Fenster. Ein uralter Pick-up steht auf dem Weg vor dem Grundstück. Ist das Joe? Dina läuft zum Auto. Auch wenn es keine direkten Nachbarn gibt, so ist dieses Hupkonzert doch sicher meilenweit zu hören. Wie lange steht er schon da draußen? Endlich hat sie die Autotür erreicht und reißt sie auf. Eine Hitzewelle schlägt ihr entgegen. Schnell springt Dina auf den Beifahrersitz und knallt die Tür mit einem Schwung zu. Wohlige Wärme beginnt durch ihre Haut zu dringen. Befriedigt stellt Dina fest, dass ihr Atem hier gar keine Wölkchen bildet.

„Der Flohmarkt fängt bald an“, hört sie Joes Stimme von links. „Ok“, bibbert sie zurück. „Wir müssen los.“ „Ok.“ Dinas Hirn konnte sich noch nicht vollständig aus der Kältestarre befreien. Bewegungslos starrt sie durch die Frontscheibe und überlegt, wie sie diese eisige Nacht ohne Bett und Heizung überstehen konnte. Aus dem Augenwinkel nimmt sie nebulös war, dass Joe sie anstarrt, als würde er etwas von ihr erwarten. „Wwwas?“, ist alles, was sie hervorbringt. „Wir müssen los“, wiederholt sich Joe etwas ungeduldig. „Fffahr.“ „Du musst dir was anziehen“, kommt es von links. Dina senkt minimal den Kopf und entdeckt an sich ein kurzes Schlafshirt und ein paar dicke, geringelte Socken. „Ok.“ Sie öffnet die Tür und klettert hinaus, nur um gleich darauf in einer fließenden Bewegung wieder auf dem Beifahrersitz zu landen und die Tür zu schließen. Starrer Blick aus der Frontscheibe. „Kkalt.“ „Deshalb sollst du dir was anderes anziehen.“ „Ok.“ „Jetzt.“ „Ok.“ „JETZT!“, schallt es in ihr linkes Ohr wie ein Startschuss. Ohne weiter nachzudenken, springt Dina aus dem Auto und sprintet zum Stall. Mit dieser Geschwindigkeit hätte sie sicher auch ein paar Punkte beim 100m-Lauf ergattert. Warum hatten die Bundesjugendspiele nur immer im Sommer stattgefunden...?



Im Stall angekommen kann sich Dina nicht überwinden, auch nur ein einziges Kleidungsstück auszuziehen. Schnell streift sie Hose, Pullover, Jacke und Mütze über ihr Schlafzeug und schlüpft in Ermangelung von Winterschuhen in ihre Gummistiefel. Dann läuft sie im Eilschritt zurück zum Auto. Tür auf, Dina rein, Tür zu. Geschafft. Joe hält ihr einen Thermobecher hin. „Kaffee?“, fragt Dina monoton. „Ja“, kommt es genauso eintönig zurück. „Ok.“ Sie greift dankbar nach dem Becher. Joe startet den Motor und setzt das altertümliche Vehikel in Richtung Stad in Bewegung.

Während der 50-minütigen wortlosen Autofahrt dringt durch das stetige Keuchen des Motors „Born to bei wild“ in Endlosschleife aus dem Kassettendeck.
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Beitrag  Chester am Mo Aug 06, 2018 7:14 pm

„Jetzt kauf den Schrott endlich! Ich muss los. In einer Stunde macht die Bar auf. Frühschoppen.“ Joe nimmt Dina die Geldbörse aus der Hand und drückt dem Verkäufer 20$ in die Hand: „Stimmt so“, sagt er, gibt Dina das Portemonnaie zurück und beginnt das Bett in Richtung Auto zu zerren. „Pack schon an, das ist Gusseisen!“ „Du verschenkst einfach mein Geld“, zetert Dina, während sie Joe hilft, Bettgestellt und Matratze auf die Ladefläche zu hieven. „Das ist ein Flohmarkt und keine Kneipe! Da gibt man kein Trinkgeld!“ „Schreib es unter Fahrkostenpauschale ab!“, ruft Joe von der anderen Seite des Autos und schwingt sich eilig auf den Fahrersitz. Dina hat die Beifahrertür noch nicht ganz geschlossen, da setzt sich das Fahrzeug auch schon mit quietschenden Reifen in Bewegung.

Auf der Heimfahrt wickelt Dina das Fischbrötchen aus, das Joe an einem Stand auf dem Markt gekauft und ihr zugeworfen hat. Skeptisch inspiziert sie es von allen Seiten. „Was?“, fragt Joe, ohne den Blick von der Straße zu wenden. Er hat es sichtlich eilig. „Fisch“, antwortet Dina mit einem leicht angeekelten Tonfall. Wie die Zunge eines Frosches beim Fliegenfangen schnellt Joes Arm herüber und schnappt sich das Brötchen. Und während er sich genüsslich schmatzend über den Fisch hermacht, bleibt Dina nur, ein paar Mentos, die sie im vermüllten Handschuhfach gefunden hat, einzuwerfen, um ihren knurrenden Magen zu beruhigen.

Diesen Tag hat sie sich gänzlich anders vorgestellt, nachdem Joe sie am Morgen mit seiner Aktion überraschte. Irgendwie gemütlich, vielleicht sogar romantisch. In aller Ruhe über den Flohmarkt schlendern, scherzen, lachen, etwas Leckeres essen… Zumindest aber alles genau angucken, Preise vergleichen, handeln, sich vorstellen, wie die Dinge in ihrem Stall aussehen würden, probeliegen…. Halt alles, was man so macht, bevor man sich ein Möbelstück kauft, das für die Ewigkeit halten muss. Oder zumindest so lange, bis sich ihre finanzielle Situation stabilisiert hat.

Stattdessen war außer einer Straßenmusikerin, die sich wohl auch in der Zeit vertan hatte, noch keine Menschenseele auf dem Flohmarkt zu sehen gewesen, als sie ankamen. Verständlich, denn das war gegen halb acht gewesen. An einem Sonntag.





Sie hatten eine halbe Stunde der Musikerin gelauscht …



…und dann das erste Bett gekauft, das auf dem Markt erschienen war.  

Jetzt ist es 8:12 Uhr und sie schon wieder auf dem Heimweg. Plötzlich drückt Joe auf die Hupe. Ein anhaltendes Tuuuuuuuuut ist zu hören. „Aus dem Weg!“, schreit er unvermittelt, obwohl die Straße vor ihnen völlig frei ist. Dann klopft er sich mit der rechten Hand auf den Schenkel und muss so herzhaft lachen, dass er sich an dem letzten Bissen seines Fischbrötchens verschluckt. Dina versucht beleidigt diesen Freudenausbruch zu ignorieren. Vorrübergehend muss sie das Steuer übernehmen, damit Joe sich seinem Hustenanfall widmen kann. Als er endlich wieder atmen kann (an der Windschutzscheibe klebt nun ein winziges Stück Fischbrötchen), ruft Dina voll Begeisterung: „Incredible hot!“, und bricht ebenfalls in haltloses Gelächter aus. Joe hat null Ahnung, worum es geht, aber bis zum Ende der Autofahrt stecken sich beide immer wieder mit ihren plötzlich ausbrechenden Lachanfällen an.
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Beitrag  Chester am Sa Aug 18, 2018 8:09 am

Liebe Freda,

jetzt habe ich tatsächlich einen Freund fürs Leben gefunden. Bei einem absolut entspannenden Abendspaziergang am Meer (in dieser Hinsicht hat der Makler wirklich nicht übertrieben) fand ich einen halbverhungerten Hund.

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Beitrag  Chester am Sa Aug 18, 2018 8:10 am

Obwohl kaum noch Leben in seinem Körper steckte, musste ich viel Zeit und Energie aufwenden, um sein Vertrauen zu gewinnen.

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Beitrag  Chester am Sa Aug 18, 2018 8:12 am

Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen ist es mir schließlich gelungen, ihn zu mir nach Hause zu locken, wo ich ihn mit meinen letzten kargen Lebensmittelreserven wieder etwas aufpäppeln konnte.



Seitdem weicht er mir nicht mehr von der Seite. Ich habe ihn Ty getauft.

Doch der Hund war nicht meine einzige Entdeckung in den letzten Tagen. Auf dem Heuboden habe ich in der hintersten Ecke eine Staffelei gefunden.



Außerdem einige Farbtuben und eine Leinwand, auf der schon jemand angefangen hatte, ein Wildpferd zu malen. Vielleicht hat vor mir schon ein Künstler auf diesem Boden gelebt. Irgendwie spüre ich auch ein inspirierendes Flair an diesem Ort. Deshalb habe ich mir die Freiheit genommen, das Werk zu vollenden. Als Joe es zufällig entdeckte, war er hin und weg. Er meinte, mit der Malerei könnte ich sicher sehr schnell zu sehr viel Geld kommen und ich solle das Bild verkaufen. Kurz dachte ich darüber nach, entschloss mich dann jedoch dagegen. Es wäre mir wie Diebstahl vorgekommen. Schließlich hatte ich es ja genau genommen nicht alleine gemalt.

Übrigens habe ich Joe gefragt, ob er mir nicht vielleicht ein Buch über verschiedene Cocktails leihen kann, damit ich mich auf meinen Job in der Bar besser vorbereiten kann. Schließlich will ich mich in meinem neuen Job nicht blamieren. Er reichte mir daraufhin meine neue Abendlektüre „Mixtipps für Profis“ mit den Worten: „Eigentlich hast du das nicht nötig, Barkeeperin von Chesterfield“. Ja, du hast richtig gelesen: Mit meinen Fähigkeiten habe ich mir hier in Chesterfield quasi in nullkommanix schon einen Titel erarbeitet.
Liebe Grüße! Dina
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Beitrag  Chester am Sa Aug 18, 2018 12:28 pm

Chesters Mitschnitt:

Dinas Tage tröpfeln dahin. Es fällt ihr schwer, sich zu irgendetwas aufzuraffen. Gelegentlich versucht sie ein Kapitel aus „Mixen für Anfänger“ zu lesen, doch sie muss feststellen, dass ihr dieses Metier völlig fremd ist. Begriffe wie „crushed ice“ oder „Shaker“ erklären sich ihr ja noch von selbst. Was aber, bitte, ist mit „salt edge“, „Strainer“ und „Muddler“ gemeint?

Auf ihren Spaziergängen hat sie feststellen müssen, dass die Bezeichnung „Dorf“ für Chesterfield eine deutliche Übertreibung ist. „Häuseransammlung“ wäre da schon treffender. Außer Joes Hafenbar scheint es kein Gebäude zu geben, dass nicht auf einem Privatgrundstück steht. Kein Laden, kein Kino, nicht mal eine Schule oder Kirche. Es gibt einen kleinen Fischerhafen, einen Park und einen winzigen Friedhof. Das war‘s.



Oh, und eine Bushaltestelle. Zum Glück. Die Fahrt mit dem Bus in die Stadt dauert eine gute Stunde und ist ziemlich teuer. Doch ab und an muss Dina das Geld investieren, um einkaufen zu können.
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Chester
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Re: Briefe an Freda

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