Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

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Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

Beitrag  Mond-Fee am So Aug 18, 2013 7:55 pm

Hallo zusammen!
Es ist eine ganze Weile dass ich mich gemeldet hab - was in erster Linie durch privaten und besonders durch beruflichen Stress bedingt war. In den letzten Wochen hatte ich mit der letzten Phase meiner Ausbildung noch einmal fleißig zu kämpfen und besonders das Kolloquium und die ganzen Vorprüfungen haben mir die Frühjahrsmonate zur Hölle gemacht. Jetzt aber trennen mich nur noch 10 letzte Arbeitstage von der Beendigung meiner Ausbildung und dann wartet ersteinmal ein ganzer freier Monat auf mich bevor es mit meinen angestrebten Studium beginnt!
Bereits in den letzten Tagen bin ich nun wieder vermehrt zum Sims spielen gekommen und habe mich vor geraumer Zeit dazu entschieden eine komplett leere Nachbarschaft/Welt mit meinen Sims zu besiedeln um endlich einmal eine Stadt ganz nach meinen Wünschen gestalten zu können.

Das Ganze würde ich gerne in Form eines Tagebuchs hier festhalten - nach den groben Richtlinien der Familiendynamik Challenge.
Mit dabei werden übrigens auch einige alte "Bekannte" sein die der ein oder andere von euch sicherlich noch aus diversen anderen Projekten von mir kennt. Zur Zeit bin ich noch dabei die Hintergrundgeschichten der einzelnen Familien weiter auszuarbeiten - was euch jetzt ersteinmal erwarten wird sind erste Bilder zu den einzelnen Sims, gespickt mit kurzen Texten damit man die Protagonisten schoneinmal besser kennen lernen kann.


Vorgeschichte
Plätscherndes Wasser in einem kleinen Bach der gemächlich durch die Waldlandschaft zieht, das tosende Rauschen eines Wasserfalls, der markante Schrei eines Adlers, das rascheln der Tannen - Cut.
Möchten auch sie Teil eines noch nie zuvor dagewesenen Projekts werden? Wollen sie sich fühlen wie die Gründungsväter unseres Landes vor vielen hunderten von Jahren? Wollen sie die Natur erleben? Abenteuer spuren? Teil eines Großen werden?
Dann bewerben sie sich jetzt!

Für die Neubesiedlung einer kleinen Insel im simlischen Ozean sucht der Fernsehsender 'News Times - Sims Times' interessierte Teilnehmer für eine noch nie zuvor dagewesene Dokumentationsserie. Interessierte Teilnehmer wenden sich bitte - entweder schriftlich via E-Mail oder Briefpost bei der unten eingeblendeten Adresse!
Wir freuen uns über ihre Bewerbungen!


Zuletzt von Mond-Fee am So Nov 17, 2013 7:52 pm bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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Re: Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

Beitrag  Mond-Fee am So Aug 18, 2013 8:16 pm

Die erste Bewerbung - Familie Wolff

""Das ist doch nicht dein ernst, oder?" höre ich ihn sagen und ein ungutes Gefühl kommt in mir auf. Hätte ich ihn vorher vielleicht doch fragen sollen?
Unschuldig schaue ich ihn an.
"Ich weiß gar nicht was du für ein Problem hast." versuche ich so überzeugend wie möglich zu sagen. Aber natürlich scheitere ich. Natürlich hört sich meine Stimme brüchig an, viel zu hastig, als dass es auch nur im Ansatz natürlich wirken könne. Und das bemerkt auch Lomay. Seine eisblauen Augen verengen sich für einen kurzen Moment zu schmalen Schlitzen, bevor er theatralisch seufzt und den Kopf leicht schief legt.
"Böhnchen, wieso? Wieso musst du dich jedes Mal auf so einen Unsinn einlassen?"
"Was heißt denn hier jedes Mal?" keife ich ihn an und bereue diese heftige Reaktion umgehend.
"Entschuldige", murmel ich rasch und mein Blick huscht gen Boden.
Er schüttelt den Kopf.
"Ist schon gut. Ich möchte viel lieber eine Antwort auf meine Frage haben."
"Ich ... ähm..." Leere breitet sich in meinem Kopf aus. Eine Antwort auf seine Frage. Oh weh~ keine Ahnung! Ich weiß wirklich nicht was ich darauf antworten soll. Denn, wenn ich ehrlich bin, ich habe ganz spontan gehandelt. Ohne groß nach zudenken. Und auch das ist etwas, was ich spätestens jetzt bereue!
"Ich hab den Werbespot gesehen und.... ach, ich weiß auch nicht!" frustriert lasse ich mich auf das Sofa plumpsen. Keine Ahnung was ich meinem Freund sagen soll. Keine Ahnung was er hören will. Es läuft doch sowieso alles auf das selbe hinaus. Egal ob ich ihm nun eine Lügengeschichte auftische oder die Wahrheit sage - die sich mir selber noch nicht ganz erschließt. Was mich umso mehr frustriert und umso wütender macht. Denn ich will Lomay nicht belügen.
"Ich.... hab einfach nicht darüber nachgedacht. Die Werbung klang so spannend. So aufregend. So..."
"Anders?"
Ich nicke.
"Ja...." nuschel ich dann leise.
Ich genieße mein aktuelles Leben. Eigentlich ist alles perfekt. Mein Freund und ich verstehen uns blenden. Wir kommen super miteinander aus, auch wenn es immer mal wieder kleine Diskussionen zwischen uns gibt, so wie jetzt, aber ich bin so unendlich dankbar jemanden wie ihn an meiner Seite haben zu dürfen. Sowohl er als auch ich verdienen genug Geld, genießen einen hohen Einfluss in der Gesellschaft und eigentlich ist wirklich alles in unserem Leben perfekt. Wäre da nicht dieses unstillbare Gefühl der Leere, dass sich mit jedem Tag mehr in mir auszubreiten scheint. Und ich kann bei Gott nicht bestimmen woher dieses Gefühl kommt - und es macht mich wahnsinnig!
"Hast du dich deswegen auf die Aktion eingelassen?"
Ich zucke unschlüssig mit den Schultern.
"Kann schon sein."
"Oh man~" nun setzt auch Lomay sich neben mich aufs Sofa. Ich blinzel ihn kurz an.
"Sorry." murmel ich und mein Blick fixiert wieder den Fußboden.
"Schon gut. Vielleicht ist das ja gar nicht so eine schlechte Idee. Ich mein... nicht das ich es gut heißen würde. Aber... ein wenig Abwechslung täte uns und unserer Beziehung vielleicht wirklich mal ganz gut. Und Abwechslung dürfte in so einem Projekt ja nun wirklich genügend vorkommen."
Ich schaue erneut auf, dieses Mal zeichnet sich ein breites Grinsen in meinem Gesicht ab.
"Du... du bist also nicht sauer?" frage ich ihn erstaunt und er schüttelt leicht mit dem Kopf.
Ich merke wie mein Herz einen kleinen Hüpfer macht und wie ein unbeschreibliches Glücksgefühl sich schlagartig in meinem Körper ausbreitet. Endlich scheint wieder etwas Licht am dunklen Horizont zu scheinen!

"Sehr geehrter Herr Wolff,
wir haben uns sehr über ihre Bewerbung für die Teilnahme an unserem neuen Projekt gefreut und möchten ihn mitteilen, dass sie und ihr Lebensgefährte als Teilnehmer ausgewählt wurden. Wir freuen uns zwei so bekannte Gesichter wie die ihren in unserer neuen Dokumentationsreihe begrüßen zu dürfen!"

Die Antwort von NSTS TV kommt bereits nach wenigen Tagen via Post zu uns ins Haus geflattert. Es ist ein langes Schreiben mit unzähligen Unterlagen die es einzureichen gilt und tausenden von Formularen die ich auszufüllen habe. Ich. Denn es war meine Idee. Und Lomay denkt nicht einmal im Traum daran mir beim Ausfüllen der ganzen Papiere zu helfen. Ist das etwa meine gerechte Strafe? Mir soll es recht sein.
Genervt quäle ich mich durch die Bögen.
Wenige Tage später werden wir zu einem Fotoshooting von NTST TV eingeladen. Sie benötigen noch Fotos - für irgendwelche Klatschzeitschriften in denen das Projekt zur Zeit groß in die Bevölkerung herausposaunt wird. Marketing ist bekanntlich alles. Und NTST TV setzt alles daran ihre neue Dokumentationssendung schon jetzt so publik wie möglich zu machen.

Die Ergebnisse des Shootings lassen sich sehen und Lomay und ich gehen mit der nötigen Professionalität an die Sache heran - immerhin arbeiten wir Beide bereits seit Jahren in der Film - und Fernsehbranche. Lomay natürlich wesentlich erfolgreicher als ich, bin ich doch in erster Linie durch ihn und seinen Namen zu einer gewissen Berühmtheit gekommen.






Zuletzt von Mond-Fee am Fr Aug 23, 2013 6:34 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

Beitrag  Mond-Fee am Fr Aug 23, 2013 6:17 pm

"Im Warteraum des Fotostudois haben wir zudem die Möglichkeit erste Blicke auf die anderen Teilnehmer zu werfen die sich für die neue Doku- Soap beworben und allem Anschein nach ähnlich wie wir genommen wurden.
Ich frage mich insgeheim nach welchen Kriterien die Teilnehmer von der Produktionsfirma ausgewählt wurden. Eigentlich sind solche Sender wie NTST immer auf Klatsch und möglichst viele Skandälchen aus- denn die bringen Geld und das ist es was ihnen letztlich am wichtigsten ist. Ist es das worauf sie auch dieses Mal insgeheim bauen? Das während des Projekts unter den einzelnen Teilnehmern die Fetzten fliegen? Sind wir also nur nach dem Potenzial unserer Skandale ausgewählt worden? Ein mulmiges Gefühl schleicht sich in meine Magengegend und ich greife fest in das dunkle Lederpolster des Sofas auf dem wir gerade verweilen und warten während der Fotograf einige andere Teilnehmer ablichtet.
Lomay und sich sind Personen der Öffentlichkeit. Seitdem mein Freund damals beim Film angefangen hat, haben sich bereits über eindutzend Einträge in irgendwelchen Klatsch- und Tratschzeitschriften über uns finden lassen. Einige positiv, andere negativ. Die Medien lieben es aus jeder Mücke einen riesigen Elefanten zu machen und einige Journalisten sind echte Künstler wenn es darum geht irgendwelche Stories zu erfinden die es so noch nie gegeben hat.

Da das flaue Gefühl auch nach einigen Minuten noch immer nicht verschwunden ist entschließe ich mich kurzer Hand einen kurzen Trip in Richtung Toiletten zu unternehmen. Ein wenig Bewegung wird mich sicherlich wieder auf bessere Gedanken bringen.
Lomay schaut mir kurz besorgt nach, aber ich winke ab und gebe ihm zu verstehen, dass alles in Ordnung ist bevor ich durch die schmale Tür in Richtung Flur entschwinde und das Stimmengewirr der wartenden Sims hinter mir lasse.

Im Flur ist es leer. Hier ist keine Simseele anzutreffen und so laufe ich etwas ziellos durch ein Labyrinth aus Gängen und Kreuzungen auf der Suche nach den Toiletten. Es kostet mich eine Ewigkeit und ich bezweifel insgeheim den Weg zurück zu finden. Gerade als ich um eine Ecke biegen will, halte ich Inne, denn ich fange ein paar Gesprächsfetzen auf die unweigerlich Fragen in meinem Kopf auslösen.
"Boss, sind sie sicher dass wir diesen Mann an der Sendung beteiligen sollten?"
"Ich habe ihnen schon einmal gesagt; das Angebot von Mr. Stasja können wir nicht ablehnen. 500.000§! Und das nur damit er auf diese vermalledeite Insel kann! Das ist bares Geld! Das ist ein kleines Vermögen!"
"Aber.... Sir!" höre ich den Anderen nun wieder stammeln.
Dem Stimmen nach zu urteilen sind es zwei Männer die sich da aufgebracht unterhalten. Ich presse mich an die Wand und versuche weitere Teile des Gesprächs zu erhaschen. Die Neugierde hat mich gepackt -  doch natürlich muss ausgerechnet in diesem Moment eine der umliegenden Türen mit einem weiten Schwung aufgerissen werden. Eine junge Frau tritt aus dem Zimmer nach draußen in den Flur. Das Gespräch der Männer bricht abrupt ab und zu allem überfluss meint die gute Dame mich auch noch anquatschen zu müssen.
"Entschuldigen sie, kann ich ihnen irgendwie helfen?" erkundigt sie sich bei mir und klimpert mit ihren viel zu stark geschminkten Wimpern. Ein breites Lächeln zeigt sich auf ihrem Gesicht und mir wird schnell klar, dass ihr Verhalten mehr ist als nur gespielte Höflichkeit. In ihren Augen liegt dieser Glanz und mein Herz verkrampft sich für einen kurzen Moment. Normalerweise kenne ich dieses Verhalten von Frauen eher bei Lomay, die Frauen fliegen auf ihn wie die Motten auf das Licht und manchmal ist es echt peinlich was für ein Verhalten manche von ihnen an den Tag legen nur um etwas Aufmerksamkeit von ihm zu gewinnen.
Ob die Gute hier vor mir wohl weiß mit wem sie es zu tun hat? Sie würde wohl aus allen Wolken fallen würde sie wissen dass ich schwul wäre und keinerlei Interesse an Frauen hege. Zumindest nicht aus sexueller Sicht. Ich lehne ihr Angebot freundlich ab und mache mich dann wieder auf den Weg. Jetzt noch etwas von dem Gespräch der beiden Männer zu erhaschen ist sowieso unmöglich. Die beiden Herren haben sich auch längst aus dem Staub gemacht. Sehnsüchtig schaut mir die Frau nach während ich den Gang lang laufe und endlich die Toilettenräume erreiche.

Mein mulmiges Gefühl hat sich durch die aufgeschnappten Gesprächsfetzten eher verschlimmert als verbessert. Wer ist dieser ominöse Mr. Stasja der einfach mal 500.000§ hinblättert um an dieser Sendung teilnehmen zu können? Eindeutig ging es dabei um diese Sendung! Denn NTST TV produziert meines Wissens nach zur Zeit nur eine Sendung die auf einer Insel spielen wird- und dass ist eben genau diese hier!
"Mr. Stasja..." murmel ich leise. Irgendwie kommt mir der Name so bekannt vor. Ob ich mir das wohl nur einbilde? Oder ob es sich bei ihm vielleicht auch um eine Person des öffentlichen Lebens handelt? Kenne ich den Namen daher? Mir will uns verrecken nicht einfallen wo ich diesen Namen zuvor schoneinmal gehört habe. Und bevor mein Hirn sich noch weiter an dieser Sache festbohrt entschließe ich kurzerhand mir ein wenig kaltes Wasser ins Gesicht zu spritzen und mich dann wieder auf den Rückweg zu machen. Lomay macht sich sicherlich schon Sorgen um mich.

Gerade als ich mich den Waschbecken zuwenden will erblicke ich einen jungen Mann der vor einem der riesigen Spiegel halt gemacht hat und sein Gesicht akribisch kontrolliert. Er ist mir bislang noch gar nicht aufgefallen.
Der Fremde bemerkt mich und schenkt mir ein flüchtiges Lächeln das ich etwas unbeholfen erwieder. Ob er wohl auch zu den Teilnehmern der neuen Doku- Soap gehört? Er ist mir bislang im Wartezimmer noch gar nicht aufgefallen. Aber vielleicht handelt es sich auch um einen Mitarbeiter des Fernsehsenders? Durch die Reflektion im Spiegel erhalten ich einen guten Ausblick auf sein Gesicht und bei diesem Anblick erfasst mich ein kurzes Schaudern. Das wirklich hübsche und wohlgeformte Gesicht des Mannes wird durch einige hässliche ausschauende tiefrote Narben entstellt.
Ohne ein weiteres Wort zu sagen wendet sich der Mann dem gehen zu. Kurz bevor er die Tür hinter sich ins Schloss fallen lässt treffen sich unsere Blicke ein letztes Mal. Der Glanz in seinen blass blaugrünen Augen lässt mich ein weiteres Mal erschaudern. Und ich bleibe verwirrt allein zurück. Dieser.... dieser Blick. Ich kann ihn gar nicht in Worte fassen. So einen Blick habe ich noch nie gesehen. Und ich weiß nicht ob ich darüber froh bin oder nicht.

"Alles in Ordnung bei dir?" erkundigt sich Lomay mit sorgenvoller Miene als ich nach über einer halben Stunde endlich wieder zurück kehre. Die Begegnung mit dem fremden Mann in den Toilettenräumen hat mich ziemlich mitgenommen. Ich schüttel kurz den Kopf.
"Alles Bestens bei mir." lüge ich und lasse mich wieder neben ihn fallen. Irgendwie scheint er mir diese Antwort nicht abzukaufen. Er legt seinen Kopf leicht schief und schaut mich ernst ant.
"Und jetzt bitte nocheinmal die Wahrheit." höre ich ihn mit strenger Stimme sagen. Aber ich habe keine Lust darauf noch länger über die Gesprächsfetzten der beiden Männer und über diesen sonderbaren Blick des Rothaarigen nach zu denken. Ich bin zu erschöpft und bei dem Gedanken Lomay nun alles nocheinmal breit und ausgedehnt erzählen zu müssen macht mein Kopf dicht.
"Das ist die Wahrheit". zische ich daher nur und wende mich ab. Irgendwie war es eine schei* Idee sich für dieses Filmprojekt zu melden.
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Re: Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

Beitrag  Mond-Fee am So Aug 25, 2013 8:32 pm

'Es konnten leider keine Suchergebnisse gefunden werden.
Versuchen sie alternativ folgende Suchbegriffe
[...]'

Genervt schließe ich den Internetbrowser. Das kann doch nicht wahr sein! Irgendwelche Informationen müssen sich doch über diese verflixte Insel finden lassen. Aber scheinbar ist das Internet da anderer Meinung. Denn egal was ich an Suchworten in dem kleinen Fenster eingebe, meine Suchmaschine will mir keine vernünftigen Seiten vorschlagen. Stattdessen spammt sie mich mit irgendwelchen Werbeangeboten voll oder versucht mich an dubiosen Internetforen zu vermitteln für deren bloßen Inhalt ich mich fremdschämen mag.

Nach zwei vergebenen Stunden des Suchens gebe ich daher frustriertauf und fahre den Laptop runter.

Das Gespräch das ich vor einigen Tagen eher unfreiwillig belauscht habe, hatte mich hellrörig werden lassen, die Neugierde in mir geweckt - aber auch die Skepsis.
Irgendetwas an der ganze Sache schien faul, oder bildete ich mir das vielleicht doch nur ein? Interpretierte ich einfach zu viel in das Ganze? Was wenn dieser Mr. Stasja einfach nur sehr interessiert an dem Projekt war und seine Teilnahme durch eine kleine.... Bestechung.... sichern wollte? Was wenn er gar nichts schlimmes im Schilde führte und ich mir die letzten Tage umsonst den Kopf zerbrochen hatte?
Aber was ist mit den Informationen die ich im Internet über diesen mysteriösen Mr. Stasja gesammelt habe? War all das Negative etwa reine Fiktion und üble Nachrede? Und die Position die er laut Aussage einiger User tatsächlich bekleidet... auch nur erfunden?

Genervt von mir selbst stehe ich auf und wandere in Richtung Küche. Ein wenig Ablenkung wird mir gut tun. Vielleicht bekam ich meinen Freund ja davon überzeugt mir etwas leckeres zu Essen zu kochen, wo ich selbst doch ein so miserabler Koch war, dass Lomay mich nur ungern allein an den Herd ließ.

Mich durchfährt ein unangenehmes Zucken als an ich an Lomay denke. Er meinte gestern Abend zu mir ich hätte mich verändert. Und seiner enttäuschten Stimme nach zu urteilen alles Andere als im positiven Sinne.
Ich seufze schwer und steuere die Treppe an. Mein Körper fühlt sich schwer an während ich die einzelnen Stufen stockend Richtung Erdgeschoss nehme. Vielleicht schenke ich der ganzen Sache tatsächlich zu viel Bedeutung?
Bereits morgen früh soll es losgehen. Erneut verkrampft sich mein Magen. Bereits morgen früh. Nur noch wenige Stunden trennen mich von meinem neuen Leben. Und irgendwie fühlt sich mein altes Leben gerade alles andere als geordnet an. Ob der Neuanfang vielleicht doch ganz gut ist? Oder ob er vielleicht alles nurnoch verschlimmern wird? Mit einem Mal packt mich soetwas wie Unsicherheit. Will ich das wirklich? Gibt es nicht doch noch eine Notbremse die ich ziehen kann?
Ich spähe durch die offenstehende Küchentür und erblicke Lomay. Er sitzt am Küchentisch und blättert in einer Zeitschrift. Obwohl er mir so nahe ist fühlt er sich doch so fern an. Schweren Herzens gehe ich auf ihn zu und zwinge mir ein Lächeln ins Gesicht. Es ist falsch und gequält. Ob er meine Unsicherheit merken wird? Ob er sieht wie unglücklich und elend ich mich gerade fühle? Oder ob er bereits aufgegeben hat und weiteren Diskusionen mit mnir aus dem Weg gehen will?
Die letzten Tage war ich alles andere als nett zu ihm. Und spätestens jetzt ist der Moment in dem ich es fürchterlich bereue so patzig zu ihm gewesen zu sein.
"Was.... was ließt du da?" versuche ich mich möglichst beiläufig bei ihm zu erkundigen und nehme auf dem Stuhl neben ihm Platz.
"Interessiert dich das wirklich, oder heuchelst du jetzt nur Interesse um dein schlechtes Gewissen auszumärzen?"
Autsch - das hat gesessen! Definitiv.
"Schlechtes Gewissen?" höre ich mich mit einem Mal fragen. Meine Frage klingt bissig und am liebsten würde ich mir sofort auf die Zunge beißen. Was laber ich da schon wieder für einen Stuß ohne auch nur ansatzweise darüber nachzudenken?! Himmel Herr, Böhnchen, was ist bloß los mit dir?!
"Dacht ich es mir doch." kommt es von meinem Freund nur mit monotoner Stimme und er widmet sich wieder seiner Zeitschrift.
Schweigend verharre ich neben ihm und bringe kein weiteres Wort mehr hervor.
Mein Inneres brodelt. Meine Gefühle scheinen Achterbahn zu fahren. Verzweiflung, Wut, Frustration, Trauer - all diese kleinen, miesen Emotionen scheinen meinen Körper mit einem Mal erobert zu haben -  und ich kann nichts dagegen tun, sitze einfach nur da und starre meinen Freund verzweifelt an.
Am liebsten würde ich in Tränen ausbrechen. Einfach darauf los heulen. Aber ich beiße mir auf die Unterlippe um es nicht so weit kommen zu lassen. Ich bin kein kleines Baby mehr! Ich bin ein erwachsener Mann und bin mit meinen Problemen bislang noch immer fertig geworden. Aber tatsächlich schien Lomays und meine Beziehung noch nie so dermaßen am Ende wie es zur Zeit der Fall ist.

Die Minuten verstreichen und draußen setzt bereits die Dämmerung ein.
Nach einer Ewigkeit schiebt mein Freund die Zeitschrift bei Seite und mustert mich ausgiebig.
"Bist du sicher, dass du dich dem neuen Abenteuer stellen willst?" fragt er mich und in seinem Blick liegt eine Mischung aus Besorgnis und Wärme. Ich beiße mir erneut auf die Zunge und ermahne mich jetzt bloß keinen Stuß als Antwort zur geben sondern mir meine Worte vorher gründlich zu überlegen. Also schweige ich noch eine ganze Weile bevor ich zögerlich mit dem Kopf nicke.
"Ja.... bin ich.... glaub ich."
"Glaubst du... oder weißt du?" bohrt er nach. Hätte er es nicht einfach bei meiner vorherigen Aussage belassen können? Ein weiteres Mal bricht diese Welle aus Zweifeln über mir herein und scheint mich mit sich fort zu reißen.
"Lomay.... ich.... wenn ich auf deine Unterstützung bauen darf dann.... bin ich mir zu 100% sicher." nuschel ich und spüre wie sich ein leichter Rotschimmer auf meine Wangen legt.
Er lacht kurz auf, was mich doch sehr verwundert, und dann zeigt sich ein Lächeln auf seinen Lippen.
"Manchmal fehlen mir bei dir echt die Worte." kommt es als Antwort von ihm und ich muss unweigerlich Grinsen. Das sehe ich nun eindeutig als Kompliment an.
Die ganzen Zweifel die mich vorhin noch belastet haben sind mit einem Mal wie weggeblasen. Stattdessen sitzen wir nun zu zweit gemütlich am Küchentisch und quatschen miteinander. Lomay zaubert uns gegen Abend etwas leckeres zu Essen und dann machen wir uns drann unsere Koffer zu packen. Es ist ein seltsames Gefühl als das hinter uns, und sich auf etwas ganz Neues einzulassen. Mein Freund und ich sind bereits recht häufig umgezogen - meist durch Lomays Arbeit bedingt, denn als Filmschauspieler ist man viel in der Welt unterwegs, aber es ist das erste Mal das wir uns auf etwas dergleichen einlassen.
Mein Herz rast noch immer wie wild als mein Freund mir einen flüchtigen Gute - Nacht Kuss gibt und dann das Licht löscht. Dunkelheit umhüllt mich. Und irgendwann finde auch ich den erlösenden Schlaf.
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Re: Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

Beitrag  Mond-Fee am Mo Aug 26, 2013 8:33 pm

"Ihr seid aber ziemlich spät dran!"
Es ist Alexanders samtige Stimme die an mein Ohr dringt kaum haben wir das Taxi verlassen. Mein Freund drückt dem Fahrer das nötige Kleingeld in die Hand, dann flitzt das gelbe Auto davon.
Ich schulter meine schwere und viel zu vollgepackte Umhängetasche, Lomay fischt nach dem Koffer und trägt ihn rüber zum Steg.
Alexander beobachtet uns derweil vom Liegestuhl aus. Ein breites Grinsen umspielt seine wohl geformten Lippen, erst als wir unser Gepäck abgestellt haben bequemt er sich aus seinem Liegestuhl und läuft die wenigen Meter zu uns hinüber. Er begrüßt uns herzlich, so als würden wir uns bereits seit Ewigkeiten kennen. Tatsächlich haben Lomay und Alexander sich erst vor wenigen Tagen bei dem gemeinsamen Shooting kennen gelernt. Aber die beiden Männer verstanden sich auf Anhieb und nun hat Alexander sich angeboten uns mit nach Veronawell zu nehmen. Denn die Anreise zur Insel muss von jedem Teilnehmer selbstständig gemeistert werden.
Eigentlich hatten Lomay und ich vor uns ein Hausboot oder etwas dergleichen zu mieten, aber wie der Zufall es will verfügt Alexander über ein eben solches. Und da sowieso noch eine Kabine frei ist hat er uns kurzerhand dieses Angebot gemacht. Ich kann mein Glück noch immer nicht fassen- denn Alexander macht auch auf mich einen sehr sympathischen und kompetenten Eindruck.

"Da seid ihr Beiden ja endlich!" meldet sich nun der dunkelhaarige Mann zu Wort der bislang schweigend an der Bar gestanden hat. Don Alexey, seines Zeichens Polizist und ebenfalls Teilnehmer an der neuen Doku- Soap. Und in irgendeiner Art und Weise mit Alexander befreundet. Auch wenn mir sich die genaue Beziehung der beiden Männer bislang noch nicht erschließen wollte.
Don löst sich vom Barhocker und kommt nun ebenfalls auf uns zu. Lomay reicht er zur Begrüßung die Hand, mir schlägt er kumpelhaft und dabei ziemlich derbe auf den Rücken.
Autsch! murmel ich kaum hörbar und reibe mir die Stelle. Dieser Kerl hat verdammt viel Kraft.

"Böhnchen hat getrödelt." erklärt Lomay und lächelt entschuldigend.
"Hab ich gar nicht!" werfe ich ein und füge dann etwas leiser hinzu: "ich hab was wichtiges vergessen einzupacken. Deswegen mussten wir auf halbem Wege noch einmal umkehren."
Lomay schüttelt leicht genervt von mir den Kopf aber ich bin froh, dass mein Freund diese Aktion mitgemacht hat!
Alexander muss über meine Aussage leicht schmunzeln und ein leichtes, amüsiertes Funkeln stiehlt sich in seine grünen Augen.
Mir wird wiedereinmal bewusst wie hübsch Alexander ausschaut. Seine Erscheinung stellt den totalen Kontrast zu Don dar. Blasse Haut, das aschbraune Haar das im Sonnenlicht wie Seide glänzt und diese wohlgeformten Lippen. Und Don wirkt mit seiner muskulösen Statur und der dunkelbraun gebrannten Haut und dem dazu passenden pechschwarzen Haar wie der Hauptcharakter eines Hollywood Actionstreifen.

Alexander lädt uns auf einen Cappucino in einem nahegelegenen Café ein und wir nehem auf der kleinen Terasse Platz. Währned eine Kellnerin unsere Bestellung aufnimmt bequatschen wir zum ersten Mal die anstehende Reise.
"Es wird uns ca. 5 bis 7 Tage kosten. Jenachdem wie gut wir durchkommen und wie das Wetter mitspielt." erklärt Don. Er ist der Fachmann in Fragen Hausboot. Alexander ist zwar Besitzer, gibt aber zu keine Ahnung von der ganzen Materie zu haben.
"Dafür habe ich Don." scherzt er und zwinkert dem Schwarzhaarigen zu.
"Wir haben bereits eine Vielzhal an nötigen Lebensmitteln gekauft. Und zur Not können wir während unserer Reise an Land gehen und frische Lebensmittel kaufen." führt Don seine kurze Erklärung fort.
"Sind wir... die einzigen Passagiere an Bord?" erkundige ich mich neugierig und Alexander schüttelt kurz den Kopf.
"Mein Sohn, Tao, begleitet uns ebenfalls."
Ich reiße für einen kurzen Moment erstaunt meine Augen auf.
"Dein.... Sohn? Aber du bist doch noch so jung!" frage ich nach und man merkt mir meine Verblüffung deutlich an. Lomay ist es der ein kurzes Schnauben von sich gibt. Bin ich etwas der Einzige der nichts von diesem ominösen Sohn wusste?!
"Alexanders Sohn ist adoptiert." erklärt Don trocken und ich nicke, mechanisch. Als sei es das Normalste auf der Welt.

Genau in diesem Moment stößt Tao unserer Gruppe bei. Ich hätte ihn für jünger eingeschätzt. Vielleicht auf das Alter eines Grundschülers. Tatsächlich ist Tao bereits 16Jahre alt. Auch wenn man es ihm auf den ersten Blick vielleicht nicht unbedingt anmerken mag.
In kurzer Badehose steht er vor uns. Sein Gesicht ziert eine Tauchermaske. Sie ist ebenso hellblau wie die Badehose des Jungen und mit großen, weißen Punkten verziert. Er grinst uns keck an und nimmt wenig später die Maske ab.
"Du kannst dir nicht vorstellen was ich im Wasser gefunden hab Daddy!" stolz präsentiert Tao seinem Vater eine Handvoll bunter Steine die nun, wo sie noch nass sind, im Sonnenlicht bunt funkeln und glänzen. Alexander begutachtet die Schätze seines Sohnes anerkennend. Dann nutzt er die Gelegenheit und stellt uns Tao kurz vor.

Dieser verschwindet nach der Vorstellung für einen Moment und kommt wenig später in Alltagskleidung wieder. Ich stelle fest; Tao besitzt einen sehr ungewöhnlichen Modegeschmack. Aber mir persönlich gefällts ausgesprochen gut!

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Re: Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

Beitrag  Mond-Fee am Di Aug 27, 2013 7:45 pm


"Böhnchen, das Frühstück ist fertig! Beeil dich mal ein wenig!"
Hastig fahre ich den Computer runter, werfe einen flüchtigen Blick in Richtung Bett und ziehe mir rasch einen Pullover über bevor ich die Leiter nach unten in Richtung Wohnküche nehme.
Hier sitzen sie bereits, Alexander und Don, Tao und Lomay. Sie haben an dem L-förmigen Tresen Platz genommen und schauen mich erwartungsvoll an.
"Da bist du ja endlich!" meldet sich Tao zu Wort und winkt mir kurz zu.
"Sorry..." murmel ich leise und nehme nun ebenfalls Platz.
"Schon gut! Aber hättest du noch länger getrödelt wären die Pfannkuchen sicherlich wieder kalt geworden."
gibt er zu bedenken und beginnt mit dem Frühstück und die Anderen tuen es ihm gleich. Nur ich betrachte meinen Pfannkuchen einen kurzen Moment schweigend, bevor auch ich letztlich mit dem Essen beginne.
"Es war echt ein Fehler dir einen Computer zur Verfügung zu stellen, was?" zieht mit Lomay mit einem breiten Grinsen auf und ein leichter Rotschimmer legt sich auf meine Wangen.
"Gar nicht wahr!" protestiere ich und nun müssen auch Alexander und Don breit grinsen. Gott ist das peinlich!

Es ist der dritte Tag auf See und allmählich beginne auch ich mich an die neuen Lebensumstände zu gewöhnen. Ein Leben auf dem Meer ist besonders zu Beginn unserer Reise ein befremdliches Gefühl für mich gewesen. Das Zusammenleben auf engen Raum verlangt einiges von einem ab. Aber irgendwie gelingt es mir, mich auch mit diesem Lebensumstand zu arrangieren. Dennoch vermisse ich die Möglichkeit einfach mal so nach Draußen in die freie Natur treten zu können und etwas Zeit für mich allein zu haben. Die Freiheit scheint auf dem Meer zwar im ersten Moment grenzenlos, ist tatsächlich aber das ganze Gegenteil. Eng und begrenzt.
Zumindest ist das Wetter gut und die Sonne scheint die meiste Zeit über. In den letzten Tagen ist es Tao und mir sogar möglich gewesen im Meer schwimmen zu gehen. Tao ist dabei eindeutig der bessere Schwimmer von uns Beiden, aber auch ich hatte meinen Spaß.
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Re: Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

Beitrag  Mond-Fee am Do Aug 29, 2013 6:28 pm

Am nächsten Tag ist die Stimmung jedoch ziemlich gedrückt. Das Wetter hat sich verschlechtert, die Temperaturen liegen nur noch bei ungefähr 15°Celsius - an Schwimmen ist heute nicht zu denken.
Und auch der Himmel zeigt sich heute nicht von seiner besten Seite. Statt purem Sonnenschein bedecken graue, schwere Wolken den Horizont. Und das bescheidene Wetter wirkt sich auch wesentlich auf die Stimmung meiner Mitreisenden aus. Lomay, den ich seit langer Zeit nicht mehr so entspannt und losgelöst gesehen habe, ist heute alles andere als das. Verbissen versucht er sich neue Zaubersprüche beizubringen, scheitert jedoch kläglich.

Und auch Alexanders Miene zeigt sich heute den ganzen Tag über nur finster. Das beginnt bereits am frühen morgen während des Frühstücks. Auf die Frage nach seinem Wohlbefinden nuschelt er nur eine kaum verständliche Antwort, im Anschluss nimmt er den Computer in Beschlag. Und das obwohl eigentlich ich heute den Vormittag endlich mal wieder ganz entspannt mit zocken verbringen wollte! Da wird also auch mal wieder nichts drauß. Frechheit!

Während Alexander am Computer arbeitet beobachte ich ihn eine Weile dabei, denn wirklich eine Alternative bietet sich mir kaum. Don ist draußen und steuert unser Hausschiff weiter durch die Weiten des Ozeans, Tao ist in seinem Zimmer und lernt für die Schule und mein Freund verwandelt unsere Wohnküche zur Zeit mit seinen Zaubersprüchen in ein kleines Schlachtfeld. Ich wäre wohl lebensmüde würde ich mich den riskanten Zaubersprüchen freiwillig aussetzten. Also bleibt mir nur der Rückzug in unser Schlafzimmer- und dort hängt Alexander eben vor dem Rechner.

Nur ab und an lasse ich meinen Blick in seine Richtung schweifen, die meiste Zeit über starre ich einfach gelangweilt aus dem Fenster oder blättere in einem der Bücher die mein Freund auf unsere Reise mitgenommen hat.
Wenn ich Alexander jedoch beobachte ist sein Gesicht stets zu einer finsteren Miene verzogen. Angestrengt starrt er auf den Bildschirm, seine Laune scheint mit jeder Sekunde zunehmend zu sinken. Irgendwann gegen Mittag halte ich die Anwesenheit des Mannes an meiner Seite nicht mehr aus und ich ergreife freiwillig die Flucht in Richtung Wohnküche.

Lomay ist gerade dabei einen unbekannten Pflanzensamen in einen Edelstein zu verwandeln, scheitert bei diesem Versuch jedoch gleich mehrmals kläglich. Er flucht leise vor sich hin und schenkt mir keine weitere Aufmerksamkeit. Also verweile ich einfach auf dem schmalen Sofa und beobachte meinen Freund aus dem Augenwinkel während meine Gedanken sich den Ereignissen der letzten Tage zuwenden und in ihre ganz eigene Welt zu driften scheinen.

Erst am Abend lockert der Himmel auf und die grauen Wolken werden gegen ein reines, blaues Bühnenbild gewechselt. Die Sonne versinkt langsam im Meer und taucht die gewaltige Wassermasse in ein rotes Farbenspiel. Wir sitzen draußen beisammen und quatschen. Die Stimmung ist gelöst, die schlechte Laune scheint verflogen. Lomay berichtet von seinen missglückten Zaubersprüchen, Don vom kalten Wind der ihm heute den ganzen Vormittag ins Gesicht gepustet hat. Tao ist noch unten in seinem Zimmer und löst Mathematikhausaufgaben.
Alexander fehlt.

Irgendwann entschließe ich die Küche aufzusuchen um mir etwas zu trinken zu holen. Gerade als ich die Leiter in Richtung Erdgeschoss nehmen will, vernehme ich Alexanders Stimme und gerate ins Stocken. Seid wann führt er denn Selbstgespräche?! Kann einem eine viertägige Schiffsreise bereits so den Verstand verdrehen? Es dauert eine kurze Weile bis ich realisiere, dass Alexander nicht etwa mit sich selbst spricht, sondern das noch jemand Anderes anwesend ist. Ein Mann dessen Stimme mehr wie ein Flüstern klingt und trotz alledem so männlich ist, dass sich mir sogar die Nackenhäärchen aufstellen. Vorsichtig nehme ich noch einige Stufen nach unten bis ich endlich festen Boden unter meinen Füßen verspühre. Langsam schleiche ich mich vor bis ich Alexander und den Fremden draußen in der Haustür stehen seh. Alexanders Gesprächspartner ist ein hochgewachsener Mann dessen Gesicht von einer hässlichen Narbe entstellt ist. Sogleich durchfährt mich eine Erinnerung an diesen fremden Mann den ich während unsere Fotoshootings für die neue Doku- Soap ungewollt auf der Herrentoilette begegnet bin. Ein böser Vorbote sagt mir, dass die beiden Männer in irgendeiner Form in Verbindung miteinander stehen. Und ich spüre wie sich rasend schnell ein flaues Gefühl in meiner Magengegend ausbreitet.

"Dieser Bursche weiß was." höre ich den Fremden leise zischen und ich beobachte wie Alexander ihm daraufhin einen verwunderten Blick zukommen lässt.
"Wie kommst du darauf?"
"Milashs Mittelsmänner. Sie spionieren ihm schon eine ganze Weile hinterher."
"Aber hier hat er noch kein einziges Anzeichen gemacht auch nur im entferntesten an der ganzen Sache interessiert zu sein!"
"Das muss nichts heißen. Vielleicht ist er cleverer als wir anfangs gedacht haben."
"Aber..."
"Kein 'aber'!" unterbricht der Fremde mit dem asiatischen Aussehen Alexander gebieterisch.
"Ihr müsst den Burschen aus dem Geschäft ziehen. Mit ihm könnte es sonst mehr als gefährlich werden. Denkt an unseren Auftrag! An das Projekt auf das Milash seit Monaten hinarbeitet! So einen Patzer können wir uns nicht erlauben!"

Mir stockt für einen kurzen Moment der Atem. Milash. Milash! Dieser Name! Er kommt mir.... so bekannt vor.
Ganz langsam setzt sich mein Gehirn in Bewegung. Wie ein Zahnrad das im Laufe der Zeit verstaubt ist und nun seit langem das erste Mal wieder in Betrieb genommen wird. Puzzleteil für Puzzleteil fügt sich vor meinem inneren Auge zusammen. Und dann fällt es mir mit einem Mal wie Schuppen von den Augen!
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Re: Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

Beitrag  Mond-Fee am Sa Aug 31, 2013 7:43 pm

Lautes Schreien von draußen lässt mich herum wirbeln - und nicht nur mich, auch Alexander und der fremde Mann werden durch die Schreie aus ihrem Gespräch gerissen. Bevor ich weiter darüber nachdenken kann, haben sich meine Beine bereits in Bewegung gesetzt. Mir ist egal ob Alexander mich bemerkt hat, mir ist egal ob die beiden Männer mich als Lauscher entarnt haben. Noch immer hallen ihre Worte in meinem Inneren wieder, und doch sind es die verzweifelten Schreie von Lomay und Don die nun meine volle Aufmerksamkeit einnehmen und mir das Blut in den Adern gefrieren lassen.
Eilig stürme ich nach draußen. Es hat wieder zu regenen begonnen- von einer Sekunde auf die Andere. Der Regen prasselt auf die beiden Männer nieder, dazu ein heftiger Sturm. Die Wellen peitschen meterhoch und lassen das Schiff unruhig hin- und her schwanken. Es kostet mich große Mühe nicht das Gleichgewicht zu verlieren, so stark ist mit einem Mal der Seegang.
"Lomay, was ist los?" brülle ich gegen den Wind und bezweifel, dass mein Freund meine Frage überhaupt mitbekommen hat. Sein Gesicht ist zu einer schockierten Grimasse verzerrt, Panik ist deutlich in seine Augen geschrieben.
Anstelle einer Antwort erhalte ich nur bloßes Entsetzten. Ich folge dem Blick meines Freundes und spüre wie mein Herz einen kurzen Aussetzer macht.
Das ist.... Tao! Und er treibt in Mitten der meterhohen Wellen!
Aber wie ist das möglich?!

Mir entweicht ein leises Fluchen bevor ich die letzten Schritte auf Lomay und Don zunehme.
Auch mein Gesicht ist nun das pure Entsetzten.
"Tao! Tao!!" brülle ich immer wieder verzweifelt dem Wind entgegen. "Wir müssen ihm helfen! Sofort!"

Tao klammert sich verzweifelt an seinem Surfboard fest. Erschöpft haben sich seine vom Wasser ganz aufgeweichten Finger um die Klettverschlussschnallen gelegt und versuchen vergeblich an diesen Halt zu finden. Die Wellen wirbeln ihn herum wie eine Puppe und die Anstrengung ist ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. Immer wieder peitscht das Salzwasser ihm ins Gesicht, drückt ihn für einen kurzen Moment unter Wasser und wirbelt ihn dann mit der nächsten Woge wieder nach oben. Tao schreit längst nicht mehr um Hilfe. Viel zu erschöpft scheint er. Sein Blick zeigt pure Resignation. Irgendwann löst sich sein Griff von dem Surfboard und der Leib des Jungen geht in den tosenden Wellen und ihrem Medley aus Wind und Regen unter. Ich schreie. Verzweiflung, Panik, Wut, Trauer - ich weiß nicht welches Gefühl meine Schreie dominiert die im tosenden Sturm unterzugehen scheinen.
Ich fühle mich elend, nutzlos und schuldig. Tränen rinnen über meine Wangen und verzweifelt strecke ich meine Hand in Richtung des tosenden Wassers aus. Taos Körper ist von den gewaltigen Massen des Meeres längst verschlungen worden.

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Re: Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

Beitrag  Mond-Fee am Sa Aug 31, 2013 8:35 pm

"Bitte Lomay, tu was!"
"Was soll ich denn machen?"
"Ich weiß nicht... du bist doch der Zauberer unter uns!"
"Hexer!" fährt er mich an und rauft sich die Haare. Doch scheinbar fällt auch ihm nichts wirklich Brauchbares ein. Er seufzt schwer und ich tue es ihm unweigerlich gleich.

Es grenzt noch immer an ein Wunder, dass wir Tao aus dem Wasser gefischt bekommen haben. Ich kann es noch gar nicht richtig fassen und ich bin mir nichteinmal mehr sicher wie es Don und den Anderen gelungen ist, aber die Tatsache ist, dass Tao hier vor mir auf dem Sofa liegt. Sein Atem ist schwach, seine Gesichtszüge scheinbar vor Schmerz verzerrt. Seit Stunden liegt er dort und hat noch kein einziges Mal die Augen geöffnet. Mittlerweile ist es mitten in der Nacht.
Ratlos sitzen mein Freund ich ich beisammen. Wir halten Wache. Vorhin haben Alexander und Don an Taos Seite verweilt, nun sind Lomay und ich an der Reihe.
Ich fühle mich schwach und leer, die Müdigkeit macht auch mir langsam zu schaffen.
"Mach doch etwas die Augen zu und ruh dich aus." schlägt Lomay mir vor doch ich schüttel nur mit dem Kopf. Mir missfällt der Gedanke Lomay allein an Taos Seite wachen zu lassen. Abgesehen davon bezweifel ich zur Zeit überhaupt ein Auge zuzubekommen. Viel zu besorgt bin ich um Tao.
Auch wenn Alexander meinte, dass der Junge das sicherlich wegstecken würde und seine Lage stabil sei, sonderlich überzeugt klang der junge Mann davon selbst nicht. Eher das Gegenteil schien der Fall zu sein.

Ich gähne herzhaft und Lomays Lippen umspielt das erste Mal seit langem soetwas wie ein mattes Lächeln.
"Böhnchen, ich mein es ernst. Leg dich etwas hin und ruh dich aus. Tao nützt es nichts wenn du dich jetzt auch noch quälst."
"Aber---" versuche ich zu protestieren, merke aber schnell, dass es keinen Sinn hat. Lomays Blick ist ernst.
"Kein 'aber'. Und jetzt ab ins Bett mit dir."
Ohne weiteren Protest erhebe ich mich und schlurfe in Richtung Schlafzimmer. Nicht ohne meinem Freund vorher noch einen gute Nacht Kuss gegeben zu haben versteht sich.

Als ich im Bett liege fällt mir das Gespräch zwischen Alexander und diesem Fremden wieder ein.
Ich muss unbedingt daran denken Lomay morgen davon zu erzählen.
Heute bin ich dafür eindeutig zu müde.

Als ich die Augen wieder öffne hat die Dämmerung bereits eingesetzt. Leise nehme ich die Leiter nach unten und schleiche ins Wohnzimmer. Ich rechne insgeheim damit das auch Lomay sich mittlerweile etwas schlaf gegönnt hat, doch ich liege falsch. Stattdessen sitzt er da und blättert in einigen Büchern über Hexerei. Sie sind prall gefüllt mit Zaubersprüchen, Flüchen und anderen magischen Formeln. Besorgt schaue ich meinen Freund an. Sein sonst so perfekt gestyltes Haar steht in alle Richtungen ab, sein Gesicht ist blass, die Augen mit dunklen Augenringen unterlaufen. Er sieht schlecht aus.
"Soll ich... dich ablösen?" frage ich vorsichtig nach doch dieses Mal ist er es der den Kopf schüttelt.
"Ich glaub ich habs."
"Was hast du?" harke ich nach und werfe ihm einen verwirrten Blick zu. Seinen Gedankengängen kann ich gerade noch nicht wirklich folgen.
"Ich hab einen passenden Zauberspruch gefunden!" erklärt er und deutet auf eine ewig lange Formel in seinem Zauberbuch.
"Das ist ja prima!" pure Begeisterung strömt aus meinem Mund und Glücksgefühle durchfahren meinen Körper. "Worauf wartest du? Wende sie an! Bitte! Bitteee!!!"
"Böhnchen, beruhig dich mal wieder." Lomay lächelt schwach. "Ich... bin mir nicht sicher ob ich diesen Spruch tatsächlich anwenden... soll."
"Was? Wieso? Tao ist schwer krank und du bist dir nicht sicher? Worauf wartest du noch, jede Sekunde zählt!"
"Böhnchen! Es handelt sich um einen... verbotenen Zauberspruch. Diesen anzuwenden kann drastische Folgen haben."
Er kratzt sich am Nacken und ich starre Lomay an wie ein Auto.
Ein.... was?!
Lomay scheint meinen verwirrten Gesichtsausdruck zu erkennen und schiebt eine Erklärung hinterher.
"Ein verbotener Zauberspruch. Es gibt Zaubersprüche die selbst Hexer nicht ausüben dürfen. Weil niemand weiß welche Folgen sie haben können. Nutzt man trotz dieses Verbotes einen solchen Zauber warten harte Konsequenzen auf einen. Deswegen.... ich bin mir nicht ganz sicher."
Ich nicke. Mir fehlen die Worte. Dann huscht mein Blick zu Tao hinüber. Sein Zustand scheint sich über Nacht nurnoch verschlechtert zu haben. Lomay und ich starren uns eine Weile schweigend an. Dann nickt er. Wir verstehen uns eben doch ohne Worte.

Die Zauberformel ist ewig lang und es scheint Lomay einiges an mühe zu kosten sie richtig aufzusagen. Sein Zauberstab sprüht blaue Funken, Symbole erscheinen in der Luft, schweben durch den Raum, hüllen ihn in ein magisch, gleißendes Licht.
Wind kommt auf und mit einem Mal geschieht etwas, was ich sonst noch bei keinem Zauber zuvor erlebt habe. Wie aus dem Nichts erklingt eine Stimme und erfüllt den Raum. Ich kann nicht einmal klar bestimmen ob männlich oder weiblich, sie ist einfach dar. Klingt nah und entfernt zur gleichen Zeit und lässt mir einen eisigen Schauer den Rücken hinab laufen.
"Wer wagt es einen verbotenen Zauber zu wirken und sich über alle Regeln und Gebote hinweg zu setzten? Sim! Wie kannst du es wagen?!" fährt die Stimme meinen Freund an und ich bemerke wie der gestrenge Blick meines Freundes zu brechen beginnt. Zweifel und Angst schleichen sich langsam aber sicher in sein Gesicht. Und auch ich verspühre mit einem mal Panik - würde am liebsten die ganze AKtion abbrechen. Doch jetzt gibt es kein zurück mehr!
"Ich... ich muss das Leben eines Freundes retten." erklärt mein Freund mit brüchiger Stimme und das fremde Wesen lacht höhnisch.
"Sims~ wollen sich immer als Retter in der Not aufspielen. Wie erbärmlich! Aber na gut; du willst die Seele eines Freundes retten?"
"... ja..."
"Pah! Bist du dir der Konsequenzen etwa nicht bewusst?!"
"... doch... Aber ich flehe dich an! Lass mich diesen Zauber wirken!"
"Was... bietest du mir im Gegenzug?" erkundigt sich die Stimme bei Lomay und dieser gerät für einen Moment ins stocken.
"Was.... ich dir biete?.... was... forderst du? Geld?"
"Geld?! Pahh! Das ich nicht lache. Mit solch irdischen Besitztümern kann ein Wesen wie ich nichts anfangen. Ich will.... das Wichtigste in deinem Leben!"
"Das... Wichtigste in meinem Leben?"
Die fremde Stimme bejaht.
"Entweder das oder dein kleiner Freund hier wird sterben. Das wäre doch jammerschade, oder?"
Lomay schluckt schwer. Unsere Blicke treffen sich. Ich nicke ihm aufmunternd zu und es dauert einen Moment bis auch Lomay diesen mehr als befremdlichen Deal mit der mysteriösen Stimme bejaht.
Gerade als der Zauber von Lomay vollführt wird und Taos Körper in dieses gleißend helle Licht getaucht und mit neuem Leben erfüllt wird, kommt in mir eine Frage auf, die wir vielleicht hätten vorher bedenken müssen. Was wohl passieren würde, wäre ich Lomays wichtigster Besitz?
In diesem Moment durchfährt ein gleißender Schmerz meinen Körper, raubt mir nicht nur die Sicht sondern auch meinen Atem und lässt mich schwer zu Boden gehen. Ich schreie auf - gänzliche Schwärze umhüllt mich.
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Re: Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

Beitrag  Mond-Fee am Do Sep 05, 2013 12:18 pm

Ich fasse mir an den Kopf. Er fühlt sich unsagbar schwer an und schmerzt. So als hätte mir jemand eine über gezogen.
Ich ächze leicht auf, als ich versuche die Augen zu öffnen. Gleißendes Licht erfüllt den Raum. Es schmerzt und ich sehe zu, dass ich meine Augen schleunigst wieder schließe.
Wo bin ich?
Ich merke wie der Boden unter mir leicht schwankt. Wie ein leises Rauschen an meine Ohren dringt. Es dauert einen Moment bis ich wieder erinnere. Ich befinde mich auf einem Schiff! Um genauer so sein auf einem Hausbot. Alexanders Hausboot.
Noch immer mit geschlossenen Augen liege ich da, vernehme das Wellenrauschen, und das Geschrei der Möwen.
Möwen? Waren wir nicht vorhin noch auf dem offenen Meer?
Beim zweiten Versuch meine Augen zu öffnen stelle ich mich geschickter an. Vorsichtig öffne ich erst das Eine, dann das Andere einen Spalt breit und warte bis sie sich an das helle Licht gewöhnt haben, bevor ich sie ganz auf mache und mich das erste Mal wieder richtig umschauen kann.
Nichts hat sich verändert. Das Schlafzimmer sieht genau so aus wie vorher. Von draußen scheint die Sonne in das kleine Zimmer.
Was hatte ich denn auch erwartet?

Bei dem Versuch mich zu erinnern was überhaupt geschehen ist scheitere ich jedoch. Ich weiß nur, das etwas geschehen ist. Sonst würde mein Kopf wohl kaum so weh tun.
Langsam richte ich mich auf und reibe mir mit der Hand über den Hinterkopf. Eine dicke Beule ziert diese Stelle und schmerzt leicht als ich mit meiner Hand darüber fahre.
Autsch!
"War vielleicht nicht die beste Idee", denke ich mir und verweile einen Moment in meiner sitzenden Position.
Erneut versuche ich mich daran zu erinnern was geschehen ist, doch in meinem Kopf wartet nur schwarze, warbernde Leere auf mich.

Von unten dringen Stimmen an mein Ohr.
Taos amüsiertes Kichern, Don flucht.
Ich werde neugierig und stehe auf, nehme die wenigen Stufen der Leiter nach unten und bin mit einem Mal in Mitten des Geschehens.
Was auch immer passiert sein mag, auch hier hat sich nichts geändert.
Tao steht hinter dem schwarzhaarigen Mann und hält sich vor Lachen den Bauch. Don wirft dem Burschen einen giftigen Blick zu.
"Das war nicht lustig!" mault er und Tao muss dadurch noch mehr grinsen.
Es ist schön Tao so gesund und munter zu sehen, denke ich mit einem Mal und bin über meinen eigenen Gedankengang verwundert.
"Wieso?" frage ich mich im selben Moment. Ist denn etwas mit ihm gewesen?
Verunsichert huscht mein Blick über Tao. Er wirkt quietsch vergnügt und alles Andere als krank oder dergleichen.
Doch bevor er mir gelingt meinem Gedankengang weiter nach zu hängen, richtet sich die Aufmerksamkeit der Anderen schlagartig auf mich.
Alexander, Tao und Don schauen mich mit einer Mischung aus Erleichterung und Verwunderung an.
"Böhnchen!" quiekt Tao sofort und lässt von Don ab. Stattdessen fällt er mir mit einem Sprung um den Hals und ich verliere für einen kurzen Moment das Gleichgewicht.
"Tao! Vorsicht!" protestiere ich und wir plumpsen Beide nach hinten auf den Boden.
"Du bist wieder wach! Gott sei Dank! Ich hab schon gedacht es sei was ernstes!"
"Schön dass du wieder unter uns weilst!" meldet sich nun auch Don zu Wort und die Worte der Anderen verwirren mich.
War ich.... etwa tot?
Doch auch dieses Mal komme ich nicht dazu meinen Gedanken zu Ende zu denken, denn erneut werde ich in die Realität zurück gerufen.
Ein blonder Mann hat soeben den Raum betreten. Seine Augen sind so eisig blassblau wie der Schnee an einem kalten Wintertag und seine bloße Präsenz jagt mir Schauer über den Rücken. Eine Stimme tief in meinem Inneren sagt mir, dass ich diesen Mann eigentlich kennen müsste. Doch ich kann mich auf Teufel komm raus nicht an ihn, noch an seinen Namen, erinnern!
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Re: Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

Beitrag  Mond-Fee am Fr Sep 20, 2013 8:38 pm

Lomay...
Noch Stunden später geistert der Name des Blondschopfs durch meinen Kopf.
Irgendetwas tief in mir sagt, dass mir dieser Name vertraut vorkommen sollte.
Nicht nur vertraut- das er ein Grundstein meiner selbst sein sollte. Aber ich verstehe nicht was mein Inneres mir damit sagen möchte und anstatt weiter darüber grübeln zu können, sitze ich mit den Anderen am Tisch und Esse zu Abend.
Don und Tao haben sich wieder in den Haaren, Alexander und Lomay ignorieren das Streitgespräch der Beiden gekonnt.
Irgendwann mault Don lauthals über Taos freches Benehmen und beschwert sich bei Alexander, der winkt jedoch nur gelangweilt ab.
"Anstatt dich über solche Banalitäten zu beklagen sollten wir uns wichtigeren Themen widmen."
Ich spüre wie sein Blick auf mir zu ruhen beginnt und ein ungutes Gefühl ergreift meine Magengegend. Unweigerlich huscht mein Blick zu Lomay, welcher mich wiederum nur aufmunternd anlächelt.
Seit ich heute Mittag aufgewacht bin drehen sich sämtliche Gespräche an Bord dieses Schiffes nur noch um diesen doofen Zwischenfall und die damit einhergehende Tatsache, dass ich einen Teil meiner Erinnerungen verloren hab.
Nicht einen Teil... den Teil der Erinnerungen die mit diesem blondhaarigen Mann zu tun haben, der gerade neben mir sitzt und dessen perfektes Lächeln mir dem Atem raubt. Und ich weiß nicht einmal wieso. Beziehungsweise mein vermalledeites Gedächtnis will mir nicht verraten warum ich beim Anblick des Hexers weiche Knie krieg und warum mein Herz Sprünge macht wenn er mich auch nur eines Blickes würdigt.

"Gibt es denn keinen Zauber oder so?" erkundigt sich Tao bei Lomay. Der wägt einen Moment ab bevor er eine Antwort gibt.
"Schon möglich. Das Problem ist, dass es unendlich viele Zaubersprüche gibt. Ich kenne nicht jeden Einzelnen und bis ich einen geeigneten gefunden habe können Monate vergehen. Wenn nicht sogar noch mehr." Er kratzt sich verlegen am Hinterkopf während Tao ihn anstarrt als hätte er ihm gerade sonst etwas erzählt.
"Was?! So Ewigkeiten? Das ist ja voll doof."
Tao bringt das auf den Punkt, was wohl ein jeder von uns denkt. Natürlich ist die ganze Sache voll doof. Es könnte so schön einfach sein. Ein Zauberspruch und Hallo Erinnerungen! Schön euch endlich wieder zu haben.
Aber Lomays Worte rauben auch mir die Hoffnung.

Monate? Ich will nicht Monate warten. Ich will meine Erinnerungen. Jetzt. Sofort!

Niedergeschlagen begeben wir uns gut eine Stunde später bereits zu Bett. Lomay hat angeboten auf dem Sofa zu schlafen.
"Ich weiß ja nicht ob du dich so wohl fühlst wenn wir in einem Bett schlafen... und so." hat er gemeint und sich dabei verlegen umgeschaut. Tatsächlich fand ich den Gedankengang im ersten Moment sehr befremdlich. Aber das Bett in unserem Zimmer ist groß und irgendwie hat mich ein schlechtes Gewissen gepackt bei dem Gedanken, dass der Mann nun wegen mir unten auf dem Sofa schlafen muss.
Abgesehen davon macht Lomay auf mich einen sympathischen Eindruck.
Er ist verdammt attraktiv.

"Wenn du magst zeig ich dir ein paar Fotos." schlägt er spontan vor und steht dabei vor dem kleinen Bücherregal an der Wand. Ich liege bereits im Bett und döse vor mich hin.
"Fotos?" frage ich automatisch und drehe den Kopf in seine Richtung.
"Ja. Fotos. Von früher. Vielleicht helfen sie deinen Erinnerungen etwas.... auf die Sprünge?"
Die Idee klingt gut - und der Gedankengang logisch. Also willige ich ein.
Wenig später sitzt Lomay neben mir auf dem Bett und wir begutachten ein dickes Fotoalbum.
Die ersten Seiten zeigen den blonden Mann als kleines Kind.
Keck lächelt er auf den Fotos in die Kamera. Spitze Eckzähne zieren auf den Bildern sein Gesicht, ein unheimlicher glanz liegt in seinen Augen.
Lomay bemerkt meine Skepsis und klärt mich unweigerlich auf.
"Vampir."
Ich nicke. Und verstehe.
Irgendwoher muss der Mann ja das magische Potenzial haben. Auch wenn er mittlerweile kein Vampir mehr zu sein scheint.

Die nächsten Fotos werden interessanter.
Es sind Fotos aus seiner Kindheit. Viele von ihnen zeigen ihn mit einer kleinen, weißen Puppe.
Diese Puppe.... sie kommt mir so vertraut vor.

"Ich wusste gar nicht, das Jungs in dem Alter noch mit Puppen spielen." stichel ich ein wenig doch Lomay überhört diese Worte gekonnt und blättert weiter. Mit den folgenden Fotos erzielt er genau den Effekt auf den er allem Anschein nach aus war. Zumindest grinst er zufrieden während mir für einen Sekundenruchteil beinahe schwarz vor Augen wird.
Die Fotos zeigen Lomay in Begleitung eines anderen Jungen. Dunkelbraune Haut, bernsteinfarbene Augen, das Haar lila rot und in alle Richtungen wild abstehend.
"Aber.... wie...?!"

"Böhnchen.... hast du dich heute nicht gefragt woher du deinen... eher untypischen Namen hast?"
"Was meinst du?"
"Kein normaler Sim auf dieser Welt heißt Böhnchen!"
Ich starre ihn schweigend an. Und muss ihm unweigerlich recht geben. Ich trage wirklich einen bescheu... bescheidenen Vornamen.
"Das ist.... meine Schuld." erklärt Lomay nach einem Moment des Schweigens.
"Deine.... Schuld? Aber.... wie ist das möglich? Was meinst du?!"



Zuletzt von Mond-Fee am So Nov 17, 2013 7:14 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

Beitrag  Mond-Fee am Di Sep 24, 2013 10:34 pm

"Au! Auaaa! Lass das!" Tao versucht verzweifelt sich aus dem Griff seines Vaters zu befreien, doch jegliches strampeln, zurren und zerren ist vergebens. Alexanders Griff ist fest- und zumindest in den Augen des Burschens erbarmungslos.
"Lass das! Auuuuaaa!"
Don grinst breit und scheint das Schauspiel zu genießen. Tao bedenkt den Dunkelhaarigen mit einem giftigen Blick während er noch immer vergebens versucht den Berührungen des Mannes zu entkommen.
"Argh..."
"Heulst du etwa?" unterbricht Don die gequälten Laute des Teenagers und kann sich ein noch beiteres Grinsen nicht verkneifen.
"Das hat man davon Kleiner wenn man versucht den Nachbarn den Honig zu klauen."
"Aber das ist nicht fair! Kim hat mich darum gebeten ihre doofen Bienen zu füttern. Ich wollte gar keinen Honig klauen." Taos Worte klingen mehr wie ein gequältes Jammern als wie eine Erklärung. Diese verflixten Bienenstiche brennen, zwicken und jucken aber auch unerträglich.
Endlich lässt Alexander von ihm ab und verstaut die Salbe gegen Insektenstiche wieder in dem kleinen Schränkchen im Badezimmer. Tao scheint mehr als erleichtert von den Berührungen seines Vaters befreit zu sein und ergeift schlagartig die Flucht.
Auch ich muss nun, wo das Schauspiel vorbei und Tao ausser Sichtweite ist, dümmlich grinsen. Der Arme hat aber auch ein Pech!

Seit einigen Tagen haben wir endlich unser Ziel, Veronawell, erreicht.
Die Ankunft hatte ich mir spektakulärer vorgestellt- doch an statt einer riesigen Willkommensfeier erwartete uns lediglich einer der Typen vom Fernsehteam am Ufer der Insel.
Im groben hatte uns der Mann das Vorgehen der nächsten Tage erklärt. Es waren noch immer nicht alle Personen angekommen die am Projekt beteiligt sein sollten, daher war der offizielle Drehbeginn weiter nach hinten geschoben worden. Wir könnten aber bereits in die für uns vorgesehen Häuser ziehen. Da wir alle, auch Alexander, Tao und Don, noch so vielen Tagen auf See gehörig die Schnauze voll hatten von einem engen, kleinen Hausboot, hatten wir den Vorschlag des Mannes natürlich dankend entgegen genommen.
Und nun bewohnten wir den dritten Tag unser neues Haus in Veronawell.

Mit erstaunen hatten wir feststellen müssen, dass die Stadt bereits über eine Vielzahl von kleinen Häusern und Läden verfügte. Weiter oben, in den Bergen, gab es sogar bereits eine kleine Teestube die direkt an einem See grenzte. Ich hatte den Ort am zweiten Tag mit Tao entdeckt, während wir gemeinsam die Gegend erkundet hatten.
Zu unserer beider Enttäuschung hatte der Laden jedoch noch nicht geöffnet. Wahrscheinlich hat sich noch niemand gefunden der die Leitung dafür übernehmen mag.

Doch es waren bei weitem noch nicht alle Häuser fertig gebaut- darunter auch das für Alexander, Don und Tao nicht. Die drei hatten mit entsetzten feststellen müssen das ihr zukünftiges zu Hause noch eine einzig, große Baustelle war.
Sicherlich hätten die Drei problemlos die nächsten Tage in ihrem Hausboot wohnen können- sie hatten sich dennoch für Lomays Angebot entschieden und zelteten zur Zeit bei uns im Garten. Das Wetter war ideal, die Sonne schien und die Temperaturen lagen bei angenehmen 25°C- beste Bedingungen also zum zelten.

Auch wenn das alles Friede, Freude, Eierkuchen klingen mag- eine Sache hat sich seit unserer Ankunft nicht gebessert- meine Erinnerungen an Lomay sind mir noch immer verborgen geblieben. So sehr ich mich auch anstrenge: es will einfach keine einzige, doofe Erinnerung an diesen Mann in meinem Kopf auftauchen. Dabei hat Lomay mir in den letzten Tagen soviel von sich... von uns und unserer gemeinsamen Vergangenheit erzählt. Ich weiß nicht ob all das, was er mir erzählt hat, tatsächlich der Wahrheit entspricht. Aber ich kann mir nicht vorstellen dass er irgendwelche Lügen dazu gedichtet hat. Ein Gefühl tief in meinem Inneren sagt mir, dass ich Lomay vertrauen kann. Und irgendwie beeruhigt mich das.
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Re: Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

Beitrag  Mond-Fee am Do Sep 26, 2013 4:27 pm

Nun, wo wir wieder festen Boden unter unseren Füßen haben, kann jeder von uns wieder seine ganz eigenen Wege gehen und sich noch intensiver seinen Interessen und Bedürfnissen widmen ohne dabei verstärkt auf die Anderen rücksicht nehmen zu müssen.

Kurz nach unserer Ankunft in unserer neuen Wahlheimat sind wir von einem der Männer des Drehteams gefragt worden womit wir die Gemeinde in Zukunft bereichern wollten. Jeder Einzelne würde eine wichtige Rolle in der Entstehung dieser neuen Stadt tragen und es sei von ungemeiner Wichtigkeit sich seiner eigenen Rolle bewusst zu werden.
Jeder von uns hatte auch schon eine klare Vorstellung- jeder von uns; ausser ich.
Alexander als Arzt wird sich in Zukunft um die medizinische Versorgung kümmern, Don, seines Zeichens Polizist, schaut nach Recht und Ordnung in der Stadt. Und selbst Lomay, der ja nun beruflich eigentlich als Schauspieler sein Geld verdient hat, hat bereits seine Rolle gefunden. Als Hexer und Alchemiekundiger wird der den Bewohnern der Stadt mit Zauberkunst und Tränken ratsam zur Seite stehen.
Ich selbst fühle mich wie ein großer Loser, denn ich habe noch keinen blassen Schimmer was ich für die Bevölkerung machen möchte.

Tao ist der Einzige mit dem ich bereits darüber gesprochen habe. Aber er versteht das ganze nicht. Er ist noch ein Teenager und somit von dieser Pflicht befreit. Er muss noch viel lernen bevor er in die Welt der Erwachsenen aufgenommen wird. Beruf- oder Berufung liegen noch fern ab von ihm.

"Was hast du denn für Hobbies?" fragt er mich, während er mich ein schweres Kissen ins Gesicht schleudert.
"Hobbies?" überlege ich laut während ich mit dem Kissen das ich gerade in der Hand halte seinen Angriff erwider. Es fällt ihm sichtlich schwer das Gleichgewicht zu halten und nach einem weiteren Schlag von mir gerät er ins Taumeln und landet auf dem Boden. Wir brechen Beide in schallendes Gelächter aus. Die Frust von seinem vorherigen Bienenangriff ist scheinbar vergessen.

"Ich mach gern Musik und ich male gerne."
Tao schaut mich einen Moment lang überlegend an, schüttelt dann den Kopf.
"Nichts womit man der Gemeinde wirklich einen Dienst leisten kann."
Ich nicke- frustriert.
"Ich weiß..."

"Kannst du denn nicht noch irgendetwas anderes gut? Reiten zum Beispiel?"
"Reiten?" Wie kommt er denn jetzt auf soetwas?
Als könnte er meine verwirrten Gedanken lesen hängt er rasch eine Erklärung bei.
"Weist du... viele Leute die nach Veronawell gekommen sind bauen auf Pferde. Wie du sicherlich bemerkt hast ist das Straßennetz hier nicht sonderlich gut ausgebaut. Und viele Autos oder gar Taxen gibt es auch nicht. Pferde stellen dabei eine prima Alternative dar.
Nur sind wohl die wenigsten von uns erfahrene Reiter. Deswegen könntest du zum Beispiel Reitlehrer werden, oder Stallbursche."
er fängt an zu gackern und ich muss- so blöd mir die Idee auch erscheint, ebenfalls laut losprusten.
Leider liegt es Ewigkeiten zurück das ich das letzte Mal auf dem Rücken eines Pferdes gesessen hab.
"Aber ich bin ein ganz schlechter Reiter."
"Das ist schade. Sonst wäre es eine ideale Idee gewesen."
Wir nicken Beide- so als hätten wir einen grandiosen Plan gehabt der jedoch aus dramatischen Gründen nicht umzusetzten ist.
So ein Jammer aber auch!
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Re: Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

Beitrag  Mond-Fee am Mo Sep 30, 2013 6:17 pm

"Ich nehm das garantiert nicht!"
"Du sollst es auch nicht nehmen, du sollst es trinken!"
"Ich trink den Kram nicht! Guck dir das mal an!" angewiedert schiebe ich das Reagenzglas mit der grünlich, brodelnden Flüssigkeit bei Seite und verschränke, um meinen Widerstand zu verdeutlichen, die Arme vor der Brust. Lomay seufzt schwer und bedenkt mich mit einem Blick den ich zuvor so noch nie bei ihm gesehen hab. Zumidest in den letzten Tagen, denn ich weiß nicht, ob er mich vor dem Verlust meiner Erinnerung jemals schon so angesehen hat. Bestimmt- denn die Geste wirkt routiniert und erprobt.
Sofort schleicht sich ein schlechtes Gewissen in mir ein. Dieser Schuft!
Zögerlich greife ich nach dem Reagenzglas und bedenke es mit einem prüfenden Blick. Die Konsistenz der darin enthaltenen Flüssigkeit lässt sich am besten mit schleimig und zeitgleich doch zäh beschreiben. Immer wieder steigen kleine Qualmwolken von ihr auf und sie stinkt fürchterlich. Ein Geruch, den ich gar nicht klar definieren kann.
"Du erwartest doch nicht ernsthaft, dass ich das trinke?"
Eine Antwort bleibt aus.
"Okok. Aber... hilft das wirklich?!"
"Ich hoffe es."
"Wie du hoffst es?" fahre ich ihn an. Er erwartet von mir, dass ich dieses Teufelsgebräu trinke und er hofft nur das es mir hilft? Was ist denn das für eine Antwort?!
"Bei Zaubertränken kann man nie 100% Garantie geben." klärt er mich auf und nickt, eher zu sich selbst als zu mir.
Ich murre ein paar unverständliche Worte bevor ich das Reagenzglas an meinen Mund hernführe und todesmutig den ersten Schluck davon nehme. Es schmeckt scheußlich!
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Re: Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

Beitrag  Mond-Fee am So Okt 06, 2013 10:47 am

Natürlich geschieht nichts- rein gar nichts. Dieser komische Zaubertrank schmeckt scheußlich und das wars.
Lomay starrt mich gespannt an und ich schüttel nur den Kopf.
Danach folgt eine Reihe von Flüchen die ich hier nun gar nicht weiter vorstellen möchte. Die Enttäuschung ist meinem Freund sichtlich ins Gesicht geschrieben.
"Mach dir keinen Kopf." versuche ich ihn aufzumuntern. "Du hast dein Bestes gegeben. Vielleicht sind diese komischen Lichtgestalten uns einfach einen Schritt vorraus."

Mittlerweile habe ich mich mit dem Gedanken abgefunden mich nicht an meine Vergangenheit erinnern zu können. Das mag vielleicht etwas seltsam klingen, aber ich genieße mein Leben wie es aktuell ist wirklich. Ich hab wichtige Leute in meinem Leben gefunden und fühle mich mit meinem aktuellen Freunden sehr wohl. Ich habe zwar noch immer keine wirkliche Idee womit ich unserer neuen Gemeinde einen Dienst erweisen soll, aber Tao und ich sind eifrig Ideen am schmieden.

Und auch wenn ich mich nicht an den Lomay vo früher erinnern kann- wir sind uns auch jetzt schon wieder ziemlich nahe gekommen. Es ist seine ausstrahlung, die mich einfach in seinen Bann zieht- ohne das ich etwas dagegen tun könnte (nicht das ich das überhaupt wollte).

Doch Lomay und ich scheinen nicht die Einzigen zu sein, die sich immer näher kommen- auch Don hat vor einigen Tagen begonnen mit Kim anzubändeln.
Bei Kim handelt es sich um eine Frau aus unserer Nachbarschaft. Ihre Lieblingsfarbe ist pink und sie fährt auf all das niedliche Zeug aus Asien total ab. Ihr Haus ist von Innen voll gestopft mit Deko und Kitsch- von ihrer seltsamen Sammelmacke mal abgesehen ist sie aber wirklich eine äusserst nete und zuvorkommende Frau.
Sie hat uns erzählt, dass sie in erster Linie wegen ihres Bruders an diesem Projekt teilnimmt.
"Um ihn vor diesem Wahnsinnigen zu beschützen." hat sie erklärt, ist auf unsere irritierten Blicke und all das Nachharken von Tao und mir aber nicht weiter eingegangen.

An diesem Abend entschließen wir uns kurzfristig der örtlichen Disco einen Besuch abzustatten. Er fasziniert mich noch imer, dass die Nachbarschaft zwar noch nicht über genügen Häuser verfügt, geschweige denn über soetwas wie eine Schule, man dafür aber bereits die Möglichkeit hat eine Disco zu besuchen.
"Wo ist da die Logik?" murre ich leise während wir al skleines vierer Trüppchen den Weg in Richtung Discothek in Angriff nehmen. Don ist bereits vor Ort- gemeinsam mit Kim. Es war ihre Idee die Disco zu besuchen. Lomay und Alexander haben zu Beginn weniger begeistert auf dieses Vorhaben reagiert- sie scheinen Beide nicht so die Partymenschen zu sein. Ich selbst freue mich jedoch um so mehr auf ein wenig Abwechslung.

Die Disco scheint der Anlaufpunkt in unserer kleinen Gemeinde, mag man unseren geknubbelten Haufen denn so nennen, zu sein.
Alle sind sie hier. Die Jungen, die Alten- so langsam scheinen alle Teilnehmer auf der Insel eingetrudelt zu sein. So langsam wird es ernst.
Jetzt ist es hier aber ersteinmal gerappelt voll! Die Disco verteilt sich auf zwei Ebenen und einen äusserst gepflegten Außenbereich mit Swimmingpool, Bar und einem gefakten Sandstrand für Strand- Feeling.

Ich bin noch immer entsetzt darüber, dass der Fernsehsender Geld hat um soetwas auf die Beine zu stellen, aber nicht rechtzeitig genügend Häuser, geschweige denn soetwas wie eine Schule, ein Krankenhaus oder etwas dergleichen gebaut zu bekommen.
Aber da merkt man wieder einmal worauf der Sender letztlich aus ist. Es geht um die Skandälchen- unterstützt durch den Einfluss von Alkohol und co.

Ich selbst komme aber nicht drumherum mir einen Cocktail zu genehmigen. Die Atmosphäre ist gelassen und ideal um neue Kontakte zu knüpfen. Tao steht im einem Moment noch neben mir und wir quatschen über die verschiedensten Dinge- dann ist er auch schon wieder in den Massen der anwesenden Sims verschwunden. Ich schaue ihm im Gedränge nach und muss Grinsen. Er ist wirklich wie ein Sack Flöhe und kaum zu bändigen.
Während ich ihm nachschaue erinnere ich mich unweigerlich an etwas, dass ich eher ungewollt aufgeschnappt hatte. Es war kurz nach Taos Zwischenfall mit den Bienen. Kaum hatte er die Flucht ergriffen, hatte Don eine Bemerkung gemacht, die mich hatte stutzig werden lassen.
"Wie seine Mutter." ein trauriges Lächeln hatte sich dabei auf seine Lippen geschoben- etwas, dass ich gerade von Don, dem sonst so großmauligen und meist recht gut gelaunten Typ gar nicht kannte.
Aber nochetwas hatte mich in diesem Moment hellhörig gemacht. Hatte Alexander nicht erzählt, das Tao adoptiert sei? Wie also mochte das alles zusammen passen?
Auch jetzt wo ich wieder beginne darüber nachzudenken drängen sich mir Fragen auf. Eigentlich hatte ich Tao in einer ruhigen Minute darauf ansprechen wollen, aber ich Feigling hatte mich natürlich nicht getraut.

Don ist es, der mich in dieser Minute aus meinen Träumereien reißt. Er steht mit einem mal neben mir- ein breites Grinsen auf seinem Gesicht.
"Na? Genießt du die Party?" gröhlt er mir gegen die laute Musik der zur Zeit spielenden Band entgegen.
Ich nicke und erwiedere mit einem schon fast geschrieenen "Ja!"
"Wo ist Kim?" versuche ich mich dann bei ihm zu erkundigen. Ich weiß nicht ob er jedes meiner Worte durch die laute Musik versteht- aber er ist tatsächlich in der Lage auf meine Frage zu antworten.
"Die hat ihren Bruder gesehen und hat sich den gleich geschnappt." er grinst noch immer breit.
"Hey Böhnchen. Noch Bock auf einen Cocktail?"
Ich merke wie Don sich bei mir einharkt und wenig später stehen wir gemeinsam an der Bar und kippen uns einen eklig süßen Cocktail nach dem Anderen in unseren Rachen. Das Zeug schmeckt auf dauer fürchterlich, ist aber das einzig Alkoholische, was der Schuppen zu bieten hat!

Angeheitert durch den Alkohol beginne ich dumme Fragen zu stellen. Und Don spielt das Spiel mit.
"Sagmal~ weißt du eigentlich was über Taos Mutter?" frage ich und lasse mich- dämlich grinsend- in das viel zu weiche Soa fallen das in der Ecke nahe der Bar steht.
Don nickt und grinst ebenso dämlich und angeheitert wie ich.
"Na logo. Sie war schließlich meine Schwester."
Wir prosten uns mit unserem x- ten Cocktail zu- ich habe längst aufgehört zu zählen und bete nur, das Lomay genügend Kleingeld dabei hat um unsere gemeinsame Rechnung zu begleichen- als ich mit einem Mal Inne halte und Don aus weitaufgerissenen Augen anstarre.
"Deine was?" frage ich nach, so als hätte ich nicht verstanden was er da gerade gesagt hat.
"Meine Schwester." wiederholt der Schwarzhaarige und nimmt nochmal einen kräftigen Schluck von seinem Cocktail.
"Und... weiß Tao das?"
"Nöö!"
"Nöö?!"
"Nöö! Alexander meint das sei besser so. Und damit hat er wahrscheinlich auch recht."
Mit einem Mal fühle ich mich wieder komplett nüchtern. Jegliche Heiterkeit, jeglicher Schwindel wirkt mit einem mal wie weggefegt. Ich starre Don an- ausdruckslos- oder vielleicht doch vollkommen entsetzt.
Ich kann es nicht fassen. Das ist doch- nicht wahr, oder?
Gerade als ich etwas erwidern möchte taucht Kim auf. Sie grinst uns beide keck an.
"Hallo Böhnchen." sie haucht mir einen Kuss auf die Wange zur Begrüßung, dann lässt sie sich galant auf Dons Schoß gleiten.
"Na- biste wieder dar?"
"Hm~" macht Kim nur und was folgt ist eine Knutscherei deren Zeuge ich nicht unbedingt weiter werden mag.



Zuletzt von Mond-Fee am So Nov 17, 2013 7:10 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

Beitrag  Mond-Fee am So Nov 17, 2013 7:50 pm


Meterhohe Wellen peitschten gegen den Rumpf des Schiffes. Wie ein Spielzeugboot wurde es von den gewaltigen Wassermassen hin und hergerissen. Es war nur eine Frage der Zeit bis es vor die steilen Klippen der naheliegenden Insel geschleudert werden würde. Die Passagiere an Board des Schiffes waren mittlerweile in Panik ausgebrochen. Stimmengewirr wurde eins mit den lautem Tosen des Ozeans.

Vom Festland aus blieb uns nichts anderes übrig als das dramatische Schauspiel aus der Ferne zu beobachten. Uns waren schier die Hände gebunden. Selbst magisch begabte Wesen wie Lomay waren nicht in der Lage den Leuten an Board des Schiffes zu helfen.

Es war kurz nach Mitternacht als dem dramatischen Treiben auf hoher See endlich ein Ende bereitet wurde.
Unter lauten Krachen und den verzweifelten Schreien schlug das Schiff letztlich gegen eine der meterhohen Steilklippen und zerbarste in tausende von Einzelteilen.

Erst am nächsten Morgen hatte sich das Unwetter gelegt und uns war es möglich gewesen zu dem Ort der Katastrophe vorzudringen.
Niemand von uns hätte das Ausmaß des Unfalls wo als so verheerend aufgefasst. Tatsächlich kamen bei diesem Schiffsunglück jedoch eine Vielzahl von Sims ums Leben oder gelten noch bis heute als vermisst.
Die Katatsrophe die sich unmittelbar vor Veronawell ereignete bildete wohl den Grundstein dafür, dass NTST kurze Zeit später ihr Filmvorhaben abbrach und die Dokumentationssendung komplett aus dem Sendeplan nahm. Stattdessen boten sie den Bewohnern der Stadt, darunter letztlich Lomay und mir, die Möglichkeit auf ihre Kosten ans Festland zurück zu kehren. Viele Sims kamen diesem Angebot nach. Ohne die finanzielle Unterstützung des gönnerhaften Fernsehsenders zweifelten wohl die meisten an dem Vorhaben aus diesem unberührten Fleckchen Land eine neue, bald aufblühende Stadt zu gründen.
Unter den Leuten befanden sich auch Don, Kim, Alexander und Tao.
Besonders Taos Abreise bereitetete mir Kummer. Ich hatte mich in den letzten Wochen sehr gut mit ihm angefreundet und er war zu einem wichtigen Gesprächspartner von mir geworden. Aber ich akzeptierte seinen und Alexanders Entschluss.
Lomay und ich waren einige der wenigen die sich für das Verbleiben in Veronawell entschieden.

Seit dem schweren Unwetter und der damit verbundenen Schiffskatastrophe sind nunmehr knapp zwei Jahre vergangen. Zwei Jahre in denen sich eine ganze Menge auf unserer kleinen Insel ereignet hat.
Mittlerweile verfügt Veronawell über einige wichtige Gebäude. Darunter auch eine Schule, ein Krankenhaus, ein Rathhaus in dem des weiteren auch Polizei und sogar das Militär untergebracht worden sind, eine eigene Buchhandlung, ein Reitzentrum und einen kleinen Stadtpark in dem gelegentlich verschiedene Feste abgehalten werden. Zur Zeit gastiert dort das Winterfest.
Doch nicht nur am Stadtbild hat sich in den letzten zwei Jahren einiges getan- auch an unserer kleinen Familienstruktur ist ordentlich gefeilt worden.

So haben wir gleich zweimal Familienzuwachs erhalten. Eren, der noch als Baby seine leiblichen Eltern während des Schiffsunglück verloren hat, sollte anfangs nur übergangsweise bei Lomay und mir untergebracht werden - mittlerweile haben wir das Sorgerecht für den kleinen Sonnenschein aber vollkommen übernommen.
Anfangs hat sich die Stadtverwaltung mit der Bitte nur ans uns gewandt, da ich, als neuer Betreiber einer Kindertagesstätte wohl der Erstbeste war, der den Leuten eingefallen ist- mittlerweile ist Eren tatsächlich soetwas wie unser Ein und Alles geworden und wir können uns ein Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen.

Vor wenigen Wochen dann hat Lomay noch einen kleinen Welpen adoptiert. Familie Arlert, Nachbarn von uns, haben Junge bekommen nachdem ihre Hündin unverhofft schwanger geworden war. Um die Familie ein wenig zu entlasten - und nicht zu letzt wohl, weil ich ein absoluter Hundenarr bin, hat mein Freund uns dann eben einen dieser Jungen gekauft.
Er hat den wundervollen Namen Pongo erhalten und ist ein echter Wirbelwind.
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Re: Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

Beitrag  Mond-Fee am Mo Nov 18, 2013 8:45 pm

"Armin! Halt! Stoppp! Nicht nach draußen rennen!!!"
Natürlich ist es viel zu spät. Kaum habe ich den blonden Jungen auch nur eine Sekunde aus den Augen gelassen und mich stattdessen ganz flüchtig um Kristopf gekümmert, hat sich Armin bereits auf den Weg nach Draußen in Richtung Garten begeben. Wacker bahnt sich der kleine Junge seinen Weg durch den zentimeterhohen Schnee.
"Armin! Warte! Du darfst nicht raus! Es ist viel zu kalt. Und schon gar nicht in dieser kurzen Hose!"
Hastig flitze ich hinter dem Jungen her. Mir selbst gelingt es natürlich auch nicht mir eine Winterjacke oder etwas dergleichen überzuziehen. Mit kurzem Poloshirt und einer luftigen Hose trete ich also nach draußen in die verschneite Winterlandschaft und sprinte, so gut wie möglich bei dem rutschigen Schneematsch, hinter dem kleinen Jungen her.

Es kostet mich einiges an Mühe bis ich den Bengel wieder eingefangen hab. Für seine 4Jahre ist der Bursche ganz schön flink.
Armin ist wenig erfreut darüber, dass ich ihn mitten in seiner Spritztour störe und fängt ersteinmal bitterlich an zu Schreien. Es ist aber auch ärgerlich einfach so mitten in seinem Spaziergang von einem Erwachsenen gestoppt zu werden. Unter wildem Fuchteln trage ich den Racker wieder nach Innen. Nur all zu gern würde ich mit den Kleinen draußen im Garten spielen. Doch bei minus 10°C ist mir das Risiko zu hoch, dass die Kleinen sich eine fiese Erkältung einfangen. Das liegt in erster Linie aber auch an der unmöglichen Kleidung die die Eltern ihren Kindern zu dieser Jahreszeit zumuten. Kurze Hose und ein Poloshirt stellen nun nicht gerade die beste Kleidung für den Winter dar. Ich schaue an mir herunter und muss unweigerlich schmunzeln. Ich selbst bin wohl auch kein besseres Vorbild.
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Re: Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

Beitrag  Mond-Fee am Sa Nov 23, 2013 7:11 pm

Ein Vorteil an meinem Job in der Tagespflege ist sicherlich, dass ich nur von montags bis donnerstags arbeiten muss. An allen anderen drei Wochentagen habe ich frei. Es sei denn, es liegt doch mal ein akuter Notfall vor. Das bildet, zu meinem großen Glück, jedoch eine seltene Ausnahme. Bislang ist es mir nur wenige Male passiert, dass ich tatsächlich für irgendein Elternteil notgedrungen auch am Wochenende auf ihre Kinder aufpassen musste.

Es ist ein verschneiter Vormittag als Lomay die Idee äussert heute auf den Spielplatz am Rathaus zu gehen. Die Sonne blitzt immer wieder durch die Schneewolken hindurch, es ist angenehm warm draußen. Wenn man denn mitten im Winter von warmen Temperaturen sprechen mag. Es lässt sich jeden Falls gut aushalten. Kein frischer Wind oder dergleichen.

Gemeinsam mit Lomay, Eren und Pongo mache ich mich wenig später auf den Weg zu besagtem Spielplatz. Als die neuen Gebäude in Veronawell errichtet wurden, legten die Bewohner des Örtchens viel Wert darauf, die Grundstücke für alle Altersgruppen interessant zu gestalten.
Das Rathaus ist also nicht nur ein reiner Verwaltungsklotz, sondern bietet im Aussengelände einiges zu entdecken. Darunter der bereits von mir erwähnte Spielplatz, aber auch eine kleine überdachte Bühne auf der Musiker, vorzugsweise in den warmen Monaten, ihr Talent beweisen können. Und an den Wochenende ist sogar der kleine Verkaufsstand geöffnet an dem man Heißgetränke, Kuchen und dergleichen erwerben kann.


Die Dunkelheit bricht leider viel zu schnell herein, aber so ist es eben in den Wintermonaten.
Ich stehe mit Eren an einem kleinen Spielgerät und schaue dem Burschen dabei zu, wie er vor Spaß jauchzend mit den Händen klatscht, während sich die motorisierte Biene ackernd und ratternd in Bewegung setzt. Lomay spielt mit Pongo auf dem freien Wiesenabschnitt und die Beiden tollen umher als gäbe es kein morgen. Ich muss unweigerlich schmunzeln, und frag mich, ob Lomay wohl auch früher schon so locker in der Öffentlichkeit drauf wahr. Eine Stimme tief in meinem Inneren verneint diese Frage. Ob ich ihr wohl vertrauen kann?
Letztlich darf es mir aber wohl auch egal sein- denn was zählt ist das hier und jetzt.

Gegen 22.00Uhr machen wir uns endlich auf den Weg nach Hause.
"Ich bin völlig k.o" japse ich, als wir endlich unsere Wohnung betreten. Jetzt noch rasch Eren fürs Bett fertig machen und dann erstmal ne Runde gemütlich vor'm Laptop ausspannen!
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Re: Veronawell - die Geschichte einer Stadt im Wandel der Zeit

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