Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 8:06 am

Das Wetter schlug in den nächsten Tagen augenblicklich um und der Herbst zeigte sich von seiner besten Seite. Es regnete ununterbrochen und Abends, wenn ich von meinen Vorlesungen kam, musste ich mir eine Jacke überziehen, um nicht zu frieren.
Das einzige Positive daran war, dass ich die Zeit mit lernen verbringen konnte. Bald waren die Abschlussprüfungen und mein erstes Semester würde vorbei sein. Ich wollte wenigstens eine Zwei raus hauen, auch wenn es schwierig werden würde.
„Ich muss was essen.“ Ich warf Ye einen erschöpften Blick über die Bücher zu, über denen wir gerade gebrütete hatten. Seufzend rieb ich mir den Magen. „Kommst du mit?“
Ye schüttelte den Kopf. Ihre Frisur, die sonst so perfekt saß, war durcheinander und von Stiften gespickt. „Ich muss dass noch zu Ende machen.“; murmelte sie. „Aber bring mir einen Donut mit wenn du zum Campus-Café gehst.“
Ich grinste breit. „Klar. Und ein Energiedrink. Bin in zwanzig Minuten wieder da.“ Ich schnappte mir meine Tasche und spazierte hinaus in das kalte und nasse Herbstwetter.
Weil der Weg nicht weit war und ich mir extra einen Regenschirm eingepackt hatte, ging ich zu Fuß. So konnte ich meinen Kopf noch etwas frei bekommen bevor ich mich auf die nächsten Studien stürzte.
„Ganz alleine im Regen?“ Ein zweiter Schirm war von der Seite an mich heran getreten, und als ich mich umsah erblickte Shea. Er lächelte freundlich.
„Lernpause.“, erwiderte ich und deutet auf das Café, dass vor uns auftauchte.

Shea nickte. „Zwei Dumme, ein Gedanke. Auch wenn ich daran zweifel, dass du dumm bist.“ Er zwinkerte mir zu. „Die Professoren scheinen zufrieden mit dir.“
„Woher weißt du dass?“ fragte ich belustigt. Sheas lockere Art ließ mich wie so oft aufatmen.
Er zuckte die Achseln. „Ich verstehe mich mit einigen ziemlich gut. Sind ganz coole Typen, nicht so wie man sich sie immer vorstellt. Steinalt und grau und so. Letztens war ich mit einen von ihnen Bowlen, war richtig cool.“
Ich lachte. „Wirklich? Kann ich mir gar nicht vorstellen.“ Ich sah ihn an. „Ich war noch nie Bowlen, weißt du dass? Da wo ich herkomme gibt es so was nicht. Eigentlich gibt es dort gar nichts.“ Ich seufzte.
Jetzt war es Shea der lachte. „Melavia, oder?“ Überrascht nickte ich und er fuhr fort. „Mein Großvater hat damals dort gelebt, aber meine Eltern sind schon sehr früh da weg gegangen. Und ich bin in Sim-Australien geboren. Aber ich habe gehört, dass es Melavia verschwunden ist. Ausgestorben.“

Wir traten ins Café und bestellten mir eine Quarktasche. Während wir warteten, erzählte ich ihm von meinem Leben auf Melavia. „Wir bauen es wieder auf.“, erklärte ich lächelnd. „Meine Mutter und mein Stiefvater hatten die Idee und ich musste mit. Es gibt dort wirklich nichts, aber ich hoffe dass wir Melavia wieder zu einer schönen Insel machen können.“
Shea nickte. „Ich denke, dass hätte mein Großvater auch sehr gefreut. Er kam leider nicht mehr dazu die Insel nochmal zu besuchen.“ Mit der Hand deutete er auf einen Tisch etwas weiter hinten. „Hast du noch fünf Minuten Zeit? Wir könnten uns setzen und...uns besser kennenlernen, oder so etwas.“ Verlegen kratzte er sich am Kopf. „Tut mir Leid, Sophie, ich bin nicht besonders gut in solchen Dingen. Ich date eigentlich nicht.“
Ich lächelte leicht. „Ich auch nicht mehr seit der High School. Auf Melavia gibt es keine jungen Männer. Also doch, aber nicht in meiner Altersklasse.“ Wir lachten beide.
Shea sah mich mit seinen vertrauten Augen liebevoll an. „Darüber bin ich ehrlich gesagt froh. Sonst wärst du mit Sicherheit schon verlobt und hättest eine Familie.“
„Nein.“ Ich schüttelte beruhigend den Kopf. Wir setzten uns an den kleinen Tisch. „Ich will keine Familie. Also noch nicht.Erst einmal studieren und dann einen Job finden. Als Wissenschaftlerin, dann bin ich glücklich.“
Shea grinste. „Aber eine Familie ist doch nicht ausgeschlossen, oder?“
Sein Grinsen brachte mich aus dem Konzept und ich musste meinen Blick abwenden, um nicht erneut zu erröten. „Eigentlich nicht, nein. Aber ich bin noch so jung.“
„Dass stimmt.“ Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück und nickte leicht. Gedankenverloren sah er aus dem Fenster. „Kommt Zeit, kommt Rat.“
Ich lächelte. Als mein Blick durch den Raum fuhr, blieb er schließlich an der Wanduhr hängen. Erschrocken fuhr ich zusammen. „Ich muss los, Shea. Tut mir Leid.“, entschuldigte ich mich bei Shea und sprang auf.
Er stand ebenfalls auf, aber weitaus geschmeidiger als ich es getan hatte. „Kein Problem, ich sollte auch langsam zurück zu meinen Büchern.“ Er grinste, bevor sich das Grinsen in ein zartes, fast verlegenes Lächeln verwandelte. „Sehen wir uns wieder?“
„Mit Sicherheit.“ Zuversichtlich nickte ich. „Du kannst mich ja mal anrufen.“; rief ich, während aus dem Café stolperte.

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 8:09 am

„Da bist du!“ Ye grinste mich lauernd an. „Ich hab dich gesucht, meine Liebe.“
Meine engste Freundin hier am College hatte sich durch den Lernstress vor ein paar Tagen in ihre Werwolfgestalt verwandelt, und seit dem nicht mehr zurück. Wir anderen hatten uns inzwischen daran gewöhnt, dass sie manchmal recht animalische Züge an sich hatte.
„Wieso hast du mich gesucht?“, fragte ich, ohne den Blick von meinem Anatomiebuch abzuwenden. Noch immer steckte ich voll und ganz in meiner Vorbereitung.
„Dein Date.“ Sie zwinkerte mir belustigt zu,, bevor sie mir ihr Handy hinhielt. „Man sah dich und Shea gestern ziemlich vertraut im Campus-Café rumhängen.“
Ich rollte mit den Augen. Auf dem College hatten wir einen beliebten Radiosender und Internetblog, der die neusten Tratsch Sachen verkündete. Alle waren ganz wild darum, außer mir. Ich fand es eher nervig.
„Du brauchst gar nicht mit den Augen rollen!“ befand meine Zimmergenossin beleidigt. „Du hast mir nichts davon erzählt, Sophie. Und ich dachte wir sind Freunde.“

Kichernd hob ich den Blick von meinem Buch und sah sie an. „Es tut mir Leid, Ye. Aber eigentlich war das ganze kein Date! Als ich mir etwas zu essen holen wollte, habe ich ihn zufällig getroffen und wir haben uns eine Weile unterhalten. Mehr war das nicht.“
Ye rollte mit ihren hübschen Augen. „Mehr war das nicht.“, äffte sie mich nach und zog dabei eine Grimasse, über die ich kichern musste. „Mein Gott, Sophie. Du bist doch wohl nicht die heilige Jungfrau Maria. Du bist ein weiblicher Mensch mit Bedürfnissen.“
„1. Bin ich an aller erster Stelle eine Studentin und hier um etwas zu lernen. Und 2.“ Ich wandte den Blick ab, damit sie die Röte in meinem Gesicht nicht sehen konnte. „Vielleicht bin ich ja...die Jungfrau, nur halt nicht heilig.“
Ich hörte wie Ye einen Moment die Luft anhielt. „Was?“, fragte sie leise. „Wirklich?“
Ich nickte Achsel zuckend. „Ich hatte schon einen Freund, ja. Aber wir sind halt...immer unter der roten Linie geblieben.“; murmelte ich verlegen. „Das war es mir nicht wert.“

Ye knackte ihre Hände, während in ihrem Gesicht ein nachdenklicher Ausdruck entstand.
„Jetzt schau nicht so.“, bat ich sie sanft. „So schlimm ist es ja auch nicht. Kann ja nicht jeder schon zwei Mal verheiratet gewesen sein und zwei süße Mädchen haben.“
Ye lachte. Sie schien mir die Aussage nicht böse zu nehmen. „So mein ich dass doch auch gar nicht. Lass dir gerne etwas Zeit, Sophie. Du bist noch so jung.“ Sie machte eine sehr theatralische Geste. „Im Gegensatz zu mir! Ich bin schon steinalt.“
„Bist du nicht.“, erwiderte ich lachend. Ich schenkte ihr einen liebevollen Blick. „Du bist eher wie die große Schwester die ich nicht hatte. Mit Kindern und allem drum und dran.“
„Danke.“, erwiderte meine neugewonnene beste Freundin. Sie strich mir über das blonde Haar. „Mach dir keine Gedanken, Süße. Der Richtige kommt und dann wirst du es merken. Ich gehe jetzt noch ein bisschen nach oben und kümmere mich um meine Abschlussprüfung. Bis nachher.“
„Bis nachher.“, erwiderte ich und seufzte leicht. „Dann mal weiter!“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 8:12 am

„Ava Mojica?“, meldete sich die Stimme meiner Mutter am anderen Ende des Telefons.
Ein Lächeln glitt auf meine Lippen. „Hey, Mummy. Ich bin's, Sophie.“
„Och Sophie. Ich freu mich dass du anrufst.“ Sie klang ehrlich erfreut. „Ist alles okay? Du wirkst irgendwie bedrückt, mein Schatz.“
Ich schluckte, während ich meinen Blick auf das Fenster richtete, durch das der Vollmond ins Zimmer schien. Er war mir noch immer suspekt. „Es ist Vollmond.“, gab ich schließlich zu. „Du weißt wie sehr ich diese Nacht hasse und ich wünschte gerade ich wäre zu Hause. Ist denn bei euch alles gut, Mum?“
„Uns geht es bestens, mach dir keine Sorgen.“; bat sie mich liebevoll. „Und du solltest keine Angst haben. Der Vollmond tut uns rein gar nichts.“ Obwohl sie sich alle Mühe der Welt zu geben schien, hörte ich so etwas wie Unruhe in ihrer Stimme.
„Wie läuft die Schwangerschaft?“, fragte ich deswegen.
Meine Mutter seufzte. „Sie ist anstrengend, ohne Frage. Aber ich schaff das schon. Die anderen kümmern sich wirklich gut und mich und Belana hat es tatsächlich geschafft die meisten Geräte zu reparieren und jetzt können wir sogar schon Ultraschalle und so etwas machen. Ich bin hier also Bestens versorgt.“

„Dass klingt wirklich gut. Jetzt mach ich mir schon viel weniger Sorgen. Wie geht es Rosy und den anderen?“
„Es geht uns allen gut Sophie. Rosy spricht jetzt wie eine Weltmeisterin und läuft überall hin. Sie weiß jetzt leider auch wie man die Haustür aufmacht.“ Meine Mutter seufzte. „Es ist nicht mehr so leicht auf sie aufzupassen, wie es früher war.“ Sie machte eine kleine Pause, bevor sie das Thema wechselte. „Jetzt erzähl doch mal, wie geht es dir?“
„Mir geht es gut, Mum. Morgen habe ich Abschlussprüfung und in ein paar Tagen bin ich dann auch schon wieder da.“, erzählte ich fröhlich.
„Dass klingt mehr als gut, mein Schatz. Wir vermissen dich ziemlich hier.“
Ich lächelte. „Ich vermisse euch auch, aber ich werde hier auch einiges vermissen.“
„Oh, oh, oh. Hör ich da etwa eine Schwärmerei heraus?“ fragte sie lachend.
„Nein.“; beeilte mich zu sagen, hörte aber selber wie zittrig meine Stimme klang. „Ich hab hier nur ziemlich viele Freundinnen gefunden. Hör zu, Mum, ich muss auflegen, ja? Wir sehen uns dann übermorgen Abend. Ich hab dich lieb.“
„Ich dich auch, Sophie. Bis dann.“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 8:16 am

„So unser letztes Frühstück.“ Tamora stellte mir einen Teller vor die Nase und ließ sich laut seufzend neben mir nieder. „Ich kann es noch gar nicht glauben.“, schniefte sie bedrückt. „Wie soll dass denn werden? Ohne euch!“
„Ach Tamora.“ Ich tätschelte freundschaftlich ihre Schulter. „Wir sehen uns nächstes Semester wieder meine Liebe. Und bis dahin verbringst du die Zeit mit deiner Familie.“
„Pf.“, machte sie. „Meine Familie führt einen blöden Bauernhof. Ich kann mir Schöneres vorstellen, als die ganze Zeit im Dreck zu wühlen und die Tiere zu versorgen.“
Ich musste über ihren Widerwillen grinsend. „Komm, wenigstens gibt es ein paar Einkaufsläden in deinem Dorf. Ich wohne auf einer Insel, ohne nichts.“
„Dafür ist es eine sehr schöne Insel.“ Ye war herein gekommen. Sie lächelte uns beide an. „Ihr solltet beide kein Trübsal blasen. Zu Hause ist es doch noch immer am Schönsten.“

„Ja, wenn zwei bezaubernde Mädchen auf mich warten würden, würde ich mich wahrscheinlich auch freuen.“ Tamora seufzte tief. „Aber da wartet nichts als ein kleines Ferkel und ein zahnloser Bauer, der unbedingt mein Ehemann werden will.“
Ye und ich warfen uns einen Blick zu, bevor wir los prusteten. So sehr, dass ich mich fast an meiner eigenen Waffel verschluckte.
„Ich finde es wird Zeit.“; murmelte Ye schließlich, nachdem wir uns endlich beruhigt hatten. Ihr Blick ruhte auf einem Bild, was sie in der Hand hielt. „Ich vermisse meine beiden Goldschätze unglaublich. Sie müssen zu oft auf ihre Mama verzichten.“
„Aber doch nur, damit sie ein gutes Leben führen können.“, versuchte ich meine Freundin aufzumuntern. „Sie werden es dir danken, wenn sie alles haben, was sie sich wünschten.“
Ye sah mich an. „Und du, Sophie? Hast du alles was du dir wünscht?“ Sie grinste mich an.
Errötend wandte ich den Blick an. Ich wusste genau auf was meine Freundin aus wollte.
Tamora stieg in das Spielchen ein. „Genau Sophie. Was ist mit dir? Wo ist dein Glück?“
Ich rollte mit den Augen: „Mein Glück ist es, dass ich keinen zahnlosen Bauern heiraten muss.“ ich streckte ihr die Zunge raus. „Mehr gibt es nicht zu sagen ihr Tratschtanten.“
„Weißt du was das traurigste daran ist?“, fragte Ye, ohne mich aus den Augen zu lassen. „Dass es sogar stimmt. Unsere liebe Sophie hat ihren Liebsten seit dem geheimen Date im Campus-Café ja leider nicht mehr wieder gesehen.“
„Er hat sicherlich viel zu tun.“; murmelte ich. Natürlich hatte es mich auch getroffen, dass Shea nicht mehr angerufen hatte, auch wenn ich es nicht zugeben wollte. Dieser Mann hatte es mir angetan und ich wusste nicht genau wie ich damit umgehen sollte.
Ye rollte mit den Augen, bevor sie sich auf den Stuhl setzte. Oder eher kniete. „Wir habe alle viel zu tun.“, erklärte sie mir, während sie fast animalisch die Waffeln verdrückte. „Das hindert uns aber nicht daran ab und zu ein sinnvolles Telefonat zu führen.“

„Eben.“, mischte sich nun auch Tamora ein. Sie runzelte die Stirn. „Also nachdem was ich gehört habe, hat er sich von anderen Mädchen momentan sehr zurück gezogen. Daten tut er zumindest momentan niemanden. Außer dir.“
„Er datet mich nicht.“; widersprach ich seufzend. „Wir hatten einen Gespräch im Café mehr war das nicht. Und es wundert mich nicht, dass er nicht anruft.“ Ich verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich bin nichts Besonderes.“
„Nur weil du kein Pflanzensim oder ein Werwolf bist?“, fragte Tamora wütend. „Dass ist doch Quatsch! Außerdem kann ich mir etwas sinnlicheres vorstellen, als eine Frau zu haben die so isst.“ Sie deutete grinsend auf Ye.
„Hey!“, rief diese ermahnend. „Ich in noch immer eure Hausmutter, also habt ein bisschen Respekt vor mir, habt ihr gehört.“
Ich lachte leise. „Darum geht es nicht, Tamora.“, erwiderte ich schließlich. „Shea hat eine ziemlich...spezielle Art an sich und dass ist es, was ich so anziehend finde. Und ich habe nichts von dem. Weißt du? Wir sind von Grund auf verschieden.“
„Lerne ihn doch erst einmal kennen.“, bat Ye mich inständig.
Ich rollte mit den Augen. „Und wie soll ich das machen? Er hat nicht angerufen.“
„Dann fahr hin.“; seufzte Tamora. „Heute sind keine Vorlesungen und der letzte Tag vor der Abreise. Also los. Los, los, los!“
Ich lachte und erhob mich schließlich. „Na gut, Mädels. Dann wünscht mir mal Glück.“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 8:21 am

Ich blieb noch einen kurzen Moment im Wagen sitzen, als ich schließlich an dem Haus von Shea angekommen war. Es regnete und ich hatte meinen Schirm zu Hause vergessen und bevor ich nun im Regen draußen herum stand, weil ich mich nicht traute zu klopfen blieb ich im Auto sitzen und starrte das Haus nur unverwandt an.
Schließlich seufzte ich tief. „Wer nicht gewagt, der nicht gewinnt.“; flüsterte ich mir selber zu und stieg aus. Ich betrachtete das Haus, dass Shea mit seinen Mitbewohnern bewohnte. Es war recht groß, und wirkte irgendwie verwunschen, als bewohnte eine Fee oder etwas Ähnliches diese Räumlichkeiten. Ich beeilte mich zur Tür zu kommen und klopfte fast etwas zaghaft dagegen.
Vielleicht zu zaghaft, denn es dauerte eine Weile bis jemand die Tür öffnete und ein blonder Mann mit Brille vor meinen Augen auftauchte. „Ja?“
„I-ich wollte zu Shea.“, stotterte ich unsicher. „Ist er zu Hause?“
Der Mann mit der Brille warf mir einen abschätzigen Blick zu, dann nickte. „Klar, wir packen gerade. Komm rein.“ Er ließ die Tür offen und trat weiter in den Raum. „Shea!“, rief er die Treppe hinauf. „Hier ist Besuch für dich.“ Dann warf er mir einen letzten Blick zu und verschwand in einem der Nebenräume.
Keine Minute später hörte ich wie jemand die Treppe herunter kam. Es war Shea.
Als er mich entdeckte lächelte er. „Sophie. Was machst du denn hier?“

„Ich besuche dich.“; erwiderte ich wenig klug. „Also eigentlich wollte ich mich verabschieden. Heute Abend geht schon mein Zug und...und ich dachte ich verabschiede ich mich.“ Ich verstummte errötend. Warum musste ich immer so einen Quatsch reden?
Doch Shea schien es gar nicht bemerkt zu haben. Und wenn doch, war er so höflich es zu verstecken. „Das freut mich. Ich hätte dich auch noch angerufen, wirklich, aber es gibt so viel zu tun hier, momentan. Die Verträge für da nächste Semester und so...“
„Ich verstehe.“; erwiderte ich und versuchte nicht zu gekränkt auszusehen. Auch wenn ich es war. Ein Anruf hätte ihn nicht viel Zeit gekostet, da hatte Tamora recht gehabt.
Er biss sich auf die Unterlippe. „Du bist enttäuscht.“, vermutete er besorgt. „Es tut mir wirklich Leid, Sophie. Ich hätte mir die Zeit nehmen sollen dich anzurufen.“ Ich hörte wie er schluckte. „Um so eine tolle Frau, wie dich sollte man sich kümmern.“
Meine Wangen wurden heiß und ich wandte den Blick eilig ab. Trotzdem konnte ich nicht verhindern, dass lächeln musste. „Danke.“, hauchte ich.
„Dass ist nur die Wahrheit.“; befand Shea. Und als ich ihn aus den Augenwinkeln musterte, konnte ich so etwas wie Verlegenheit in seinem Gesicht sehen.
Ich räusperte mich. „Ein wirklich schönes Haus.“
„Ja dass ist es.“; er folgte meinen Blick gewissenhaft. „Es ist klein und gemütlich und wir haben alles was wir brauchen. Ich wohne hier gerne. Lieber als zu Hause.“
„Warum?“, fragte ich überrascht.
Shea sah mir fest in die Augen. „Hier ist alles was ich brauche um glücklich zu sein.“ Er machte eine Pause, dann fuhr er mit entspannter Stimme fort. „Ich wohne in einer kleinen Wohnung, im Kern der Stadt. Seit meine Eltern verstorben sind, bin ich alleine.“

„Dass tut mir Leid.“ Ich sah ihn mitleidig an. „Ich wusste nicht, dass deine Eltern verstorben sind.“
Er schüttelte mit einem verblassten Lächeln den Kopf. „Ich erzähle es nicht vielen.“
Eine Weile schwiegen wir, aber es war kein peinliches Schweigen, sondern etwas sanftes, wohltuendes.
Ich lächelte schließlich. „Ich finde es schön, dass wir uns kennengelernt haben, Shea. Wirklich.“, sagte ich freundlich. „Vielleicht...vielleicht können wir ja telefonieren.“
„Werden wir!“, versprach er lächelnd. „Ich schreibe dir auch E-Mails und wir können Videokonferenzen machen.“ Er seufzte leise. „ Ich verspreche dir, dass ich mich diesmal melden werde. Hoch und heiliges Indiana Ehrenwort.“
Ich musste über diesen kindlichen Spruch schmunzeln. „Okay, ich glaube dir.“
„Sehr gut.“, er rieb sich zufrieden die Hände. „Wie wäre es wenn wir noch eine Quarktasche essen? Ich hab zufällig welche im Kühlschrank stehen.“
Ich nickte einverstanden. „Klingt wirklich gut!“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 8:27 am

Haushalt Mojica / Andrews-Mojica / May

Myra P.O.V

„Ich bin wieder her gekommen, hab mein altes Leben aufgegeben und was bekomme ich dafür?“ Wütend zupfte ich noch eine Blüte von der Pflanze ab und schmiss sie in den Korb, den ich vorsorglich neben mich gestellt hatte. „Nichts!“

Ich fühlte mich schlecht: Schlechter als je zuvor und ich bereute es jede Minute meine Meinung geändert zu haben. Warum war ich zurückgekehrt? In Sunset Valley hatte ich alles. Ich hatte Karrieremöglichkeiten, eine Familie, die sich um mich kümmerte und ein schickes Haus, dass ich mir von meinem eigenen Geld gemietet hatte.
Stattdessen war ich ans Ende der Welt gezogen, wohnte in einer kleinen Hütte und schlief in einem Schlafsack unten im Keller. Und einen Beruf hatte ich auch nicht.
„Wie dumm du doch warst.“, flüsterte ich mir selber zu. „Wie konntest du erwarten, dass du herkommst und alles so läuft wie du willst?“
Ich war aus einem einzigen Grund wiedergekommen. Und dieser Grund interessierte sich kein bisschen für meine Aufmerksamkeit, dabei gab ich mir Mühe, unglaubliche Mühe.
Ich kochte, ich putzte und ich hatte versucht mich anzupassen, aber ich konnte nicht mehr. Eigentlich wollte ich nur nach Hause.
Ich hörte Hufschlagen auf dem Asphalt der Straße, und horchte auf. Mephisto kam heim.
Vorsichtig richtete ich mich auf und sah, wie das weiße Pferd, geritten von meinem Traummann, auf unseren Rasen schritt. Sie hielten vor dem Stall ab und Mephisto stieg leichtfertig ab.
„Guter Kerl.“, lobte er den weißen Hengst, der den ungewöhnlichen Namen Rupert trug.
Mit einem zartem Lächeln beobachtete ich, wie Mephisto das Tier ab sattelte und den Sattel im Stall verstaute.
Mephisto war ein ruppiger Mann, aber wenn er mit seinem Pferd zusammen war, fiel die Maske von seinem Gesicht und man sah sie weichen Gesichtszüge, die sein markantes Gesicht annahm. Dann sah er noch um so hübscher aus.
Vorsichtig öffnete ich das alte Gatter des Kräutergartens und trat auf die beiden zu.
„Hallo, Mephisto.“, begrüßte ich ihn vorsichtig.

Mephisto sah mich überrascht an, und sein Gesicht verhärtete sich wieder. „Was machst du hier?“, fragte er mich unwirsch, während er begann das Pferd zu striegeln.
„Ich hab mich um die Kräuter gekümmert.“; erklärte ich. „Wir müssen sie ernten, damit wir unten im Keller die Tontöpfe bepflanzen können. Es wird kühler.“
Mephisto nickte. „Die Sommer auf Melavia sind schön, der Herbst noch schöner, aber der Winter ist kalt und hart.“ Sein kalter Blick traf mich mitten ins Herz. Er sah mich an, als würde er mich fragen wollen, was ich hier noch wollte. Warum ich nicht nach Hause lief.
„Aber wir werden ihn doch überleben, oder?“ Ich wusste, dass ich mich dramatisch anhörte, aber ich konnte nichts dagegen tun.
Mephisto lachte verächtlich. „Wir haben bisher jeden Winter überlegt. Es war hart, aber wir haben es geschafft.“ Er sah zum Haus. „Wenn man Hand in Hand arbeitet ist alles zu schaffen.“
Ich nickte. „Ich weiß. Und ich will euch helfen.“ Aufrichtig sah ich die Liebe meines Lebens an. „Ich helfe wo ich kann, versprochen.“
Mephisto schwieg einen Moment, dann nahm er Rupert an den Zügeln und brachte ihn in den Stall. „Du kannst uns morgen helfen die alte Schule wieder herzurichten. Becky und Rosemary brauchen eine schulische Ausbildung.“
„Gerne!“, erwiderte ich beschwingt. „Und wenn ich wollt übernehme ich auch den Lehrerberuf. Zumindest so lange, bis es jemanden besseren gibt.
Darauf gab Mephisto mir keine Antwort. Er zuckte bloß mit den Schultern und drückte sich an mir vorbei.
„Wo gehst du hin?“, fragte ich vorsichtig.
„Samen sammeln.“, erwiderte er, ohne sich umzudrehen. „Alleine.“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 8:33 am

Elian P.O.V
„Du könntest dir ein bisschen mehr Mühe geben.“ Ich sah Belana bittend an, während den Kuchen im Kühlschrank verstaute. „Sie meint es gut.“
„Tut sie nicht.“, erwiderte Belana eigenwillig. Sie warf mir einen kurzen Blick zu, der mir zeigen sollte, wie abgeneigt sie meinem Vorschlag war. „Myra ist nur aus Eigennutz hier, Elian. Sie glaubt nicht an uns und an unsere Prophezeiung und am liebsten wäre sie sowieso ganz woanders. Ich sehe es in ihrem Gesicht, wenn sie mit mir spricht.“
„Was soll sie hier denn für Eigennutz haben?“, fragte ich überrascht nach.
Belana warf einen Blick auf ihre Tochter, die gemütlich auf dem Boden spielte, mit dem Teddybär, den ich ihr aus Sunset Valley mitgebracht hatte. Dann sah Belana mich wieder an. „Mephisto.“
Ich rollte mit den Augen. Natürlich war mir die Interesse meiner Cousine an dem schweigsamen Riesen nicht entgangen, aber im Gegensatz zu Belana glaubte ich nicht, dass es sich hierbei bloß um eine Schwärmerei handelte. „Und wenn sie ihn aufrichtig liebt?“, fragte ich deswegen eilig. „Ich meine, was ist daran denn so falsch?“
„Er liebt sie nicht.“ Belana nahm die Teller vom Tisch und stapelte sie. „Er liebt noch immer Tala und dagegen wird Myra nie etwas machen können. Tala war und ist seine große Liebe, Elian. Und Myra passt nicht darein.“

„Weil sie ein normaler Mensch ist?“, fragte ich verbissen. Enttäuschung keimte in mir auf, als ich daran dachte, dass dies Belanas Meinung sein könnte. Dann wäre meine Liebe für sie auch verloren.
Doch zu meiner Erleichterung schüttelte Belana den Kopf. „Sie ist ein Mensch der die Fähigkeit zu glauben verloren hat.“, berichtigte sie mich und watschelte zum Waschbecken. „Und so lange sie nicht an uns glaubt, an ihn glaubt, so lange wird es keine Zukunft zwischen den beiden geben. Dass weiß ich.“
Ich seufzte tief. „Trotzdem könntest du ihr eine Chance geben. Vielleicht lernt sie durch dich zu glauben. So wie ich es getan habe.“
Belana schenkte mir eins ihrer wundervollen Lächeln. „Du hattest den Glauben schon immer in dir, Elian. Ich musste nicht viel tun.“
„Und Myra hat ihn auch irgendwo tief in sich drin.“, versicherte ich ihr eilig. Hoffnung keimte in mir auf. „Und wenn du netter zu ihr bist, dann könnte Mephisto sich ein Beispiel an dir nehmen und vielleicht haben die beiden doch noch eine Chance.“
Belana schüttelte rigoros den Kopf. „Tut mir Leid, Elian. Ich glaube das wäre verlorene Mühe.“ Sie ging zu ihrer Tochter herüber und strich ihr sanft über den Kopf. „Liebes, es ist Bettzeit. Machst du dich bitte fertig?“
Rebecca hob den Kopf und zog eine Schnute. Mit Hilfe ihrer Flügel kam sie schneller als gedacht auf die Füße und eilte zum Schaukelpferd. „Noch fünf Minuten, Mummy. Onkel Elian soll mich an schubsen, bitte, bitte, bitte.“

Belana seufzte und warf mir einen fragenden Blick zu, den ich nickend erwiderte. „Okay.“, gab sie schließlich nach. „Fünf Minuten, aber dann geht es ganz schnell ins Bett.“
„Versprochen.“, erwiderte Becky und sah mich mit ihren hübschen Augen, die die Farbe eines Tümpels hatten, glücklich an. „Ganz doll, Onkel Elian.“
Ich lachte, tat ihr aber den Gefallen.
Becky war ein wundervolles Kind, dass hatte ich gleich gemerkt. Auch jetzt wo sie sechs geworden war, hatte sich ihr weiches Wesen nicht verändert. Sie war ihrer Mutter sehr ähnlich, aber man konnte in ihren Gesichtszügen auch ihren Vater entdecken. Belana hatte mir ein Bild gezeigt.
Während ich der Kleinen Anschwung gab, beobachtete ich ihre Mutter aus den Augenwinkeln.
Belana hatte sich verändert, seit dem ich hier her gekommen war. Sie wirkte fröhlicher und aufgeschlossener. Obwohl ich in ihren Augen noch immer ein Hauch Trauer sehen konnte, wurde es von Tag zu Tag weniger. Nach jedem Gebäude konnte ich sehen, wie sie zuversichtlicher wurde. Diese Frau lebte für Melavia und durch sie, tat ich es auch.
Ich hatte es eine Weile nicht sehen wollen, aber ich hatte mich unwiderruflich in diese Frau verliebt.

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 8:41 am

Belana P.O.V
Ich stellte die letzten Teller zurück in den Schrank und den Kuchen in den Kühlschrank, falls Mephisto nachher noch etwas essen wollte. Mein nachdenklicher Blick glitt aus dem Fenster in die Dunkelheit, die unser Grundstück eingenommen hatte.
Ich dachte über Ava nach und Rosemary. Und ich dachte darüber nach, was wir schaffen konnten, wenn wir Rose die Prophezeiung erfüllte. Alles würde besser werden...
„So, jetzt reicht es aber.“, hörte ich Elian keuchen, gemischt von seinem freundlichen Lachen. „Ich kann nicht mehr, und das Pony kann auch nicht mehr.“
Meine Tochter kicherte belustigt und streckte ihre Arme aus, damit Elian sie vom Pferd heben konnte. „Aber morgen reiten wir weiter?“, verlangte sie und sah mit ihren schönen Augen zu dem Blonden hinauf. „Oder Onkel Elian?“
Er nickte ergeben. „Morgen reiten wir dann durch die Berge, ja? Aber jetzt geh dich umziehen. Es ist spät und wir müssen morgen früh aufstehen.“
Lächelnd nahm ich war, wie liebevoll seine Stimme sich anhörte, wenn er mit meiner Tochter sprach. Die Vertrautheit, die zwischen ihnen beiden herrschte, ließ mein zerbrochenes Herz sich langsam regenerieren.
Elian setzte sich an den Tisch und ich folgte ihm. Er sah erschöpft aus, als er kurz die Augen schloss und tief durchatmete.

Ich lächelte. „Anstrengender Tag?“
Elian nickte. Er rieb sich die, zur Sorge verzogene Stirn. „Mephisto hatte Recht. Es ist an jeder Ecke Arbeit, aber wir kommen nicht hinter her. Außerdem...“ Besorgt sah er mich an. „Ich mache mir Sorgen um Mum, und um Rosy.“
„Musst du nicht.“, versuchte ich ihn zu beruhigen. „Deiner Mutter geht es gut. Ich untersuche sie jeden Tag und das Baby in ihrem Bauch wächst und gedeiht prächtig, wirklich. Und Rosemary geht es auch gut. Sie ist glücklich.“
„Ich danke dir, dass du dich um meine Mutter kümmerst, aber dass meine ich nicht, Belana. Ich meine die psychischen Umstände. Diese Last die auf Rose, und somit auch auf meiner Mutter liegt. Ich glaube, dass macht sie innerlich kaputt.“
„Ich weiß, dass das schwierig ist, Elian.“ Innerlich krümmte ich mich, als ich daran dachte, dass sie noch nicht einmal alles von der Prophezeiung wussten. Rosemarys Leben würde vollkommen auf den Kopf gestellt werden, sobald sich ihre Kräfte entwickeln würden. „Aber es gibt auch Vorteile. Sie wird so viel Werte kennenlernen. Und sie wird Reichtum ernten, davon träumen andere.“
„Was denn für Reichtum?“, fragte Elian überrascht.
Ich lächelte und deutete mit dem Finger aus dem Fenster, in Richtung des großen Berges, der den vorderen Teil von den Sumpfgebieten trennte. „Das Schloss, oben auf den Berg, dass wird ihr gehören, Elian. Sobald es wieder bewohnbar ist.“
„Rosy wird ein Schloss bekommen?“ Elians Augen waren so groß, wie die Teller, von denen wir gegessen hatten. Er wirkte ungläubig. „Ein ganzes Schloss?“
„Als der Stern der Prophezeiung gehört ihr Melavia. Um genau zu sein, wird deine kleine Schwester die König von Melavia werden.“
Bevor Elian etwas erwidern konnte, oder nach mehr Fragen stellen konnte, wurde die Tür meines Schlafzimmers aufgerissen und meine Tochter stürmte heraus. Sie vergrub ihr Gesicht tief in meiner Arztkleidung, als sie mich erreicht hatte.
„Was ist denn passiert, Becky?“, fragte ich besorgt. Nur aus den Augenwinkeln konnte ich erkennen, dass Elian aufstand und ins Bad verschwand.
Rebecca schluchzte leise. „Da ist ein großes Monster unter meinem Bett, Mummy.“
Ich schob sie sanft von mir weg und setzte sie auf den Stuhl neben mir, auf dem zuvor noch Elian gesessen hatte.

„Hör mir mal zu, mein Schatz.“; sprach ich beruhigend auf sie ein. „Vielleicht war da ein Schatten, unter deinem Bett. Aber Monster wohnen unter deinem Bett gewiss nicht.“
Becky rieb sich die müden Augen. „Aber da war wirklich eins, Mum. Ich wollte meinen Schlafanzug vom Boden nehmen und da hat es mich versucht unters Bett zu ziehen!“
„Vielleicht wollte es dich damit ermahnen nicht deine Sachen immer liegen zu lassen.“ Ich zwinkerte ihr verschwörerisch zu, bevor ich ihr sanft über das Haar strich. „Es ist spät, meine Kleine und Zeit zu schlafen. Morgen ist ein wirklich anstrengender Tag.“
„Wieso denn, Mummy?“, fragte sie nach.
Ich seufzte. „Weil auf Melavia jeder Tag anstrengend ist, aber du solltest immer froh sein, dass du hier leben kannst.“ Seufzend erhob ich mich von meinem Platz und reichte ihr meine Hand. „Komm, Liebling. Ich bringe dich jetzt ins Bett.“
„Ich schlafe nicht in meinem Bett.“, entschied Becky entschieden und verschränkte die Arme vor der Brust. „Da ist ein Monster und wenn ich in dem Bett schlafe, dann frisst es mich ganz sicher, Mummy.“
„Und wenn ich mal nachschaue?“, bot ich lächelnd an, doch meine Tochter schüttelte erneut den Kopf. „Na gut.“, ergab ich mich seufzend. „Dann darfst du heute in meinem Bett schlafen, ja?“
Begeistert sprang meine Tochter auf, ergriff meine Hand und schlenderte mit mir zurück ins Zimmer. „Ich möchte noch, dass du mir von früher erzählst.“, bat sie mich, während sie in ihren Schlafanzug glitt. „Und ich will Fotos dazu sehen, ja?“
Ich nickte, schlug die Decke zurück und klopfte auf die weiche Matratze. „Leg dich hin.“; forderte ich sie auf und deckte sie zu, als sie endlich in den Kissen lag. Ich nahm das Buch mit den Fotos vom Nachttisch und setzte mich neben meine Tochter. Vorsichtig schlug ich es auf, um keine der Fotos zu verknicken. Dass war alles was ich noch hatte.

„Dass ist Daddy.“ Becky deutete mit ihrem kleinen Finger auf das Hochzeitsfoto, dass ganz vorne klebte. Leo und ich sahen uns glücklich an, Arm in Arm. „Und da bist du. Wenn ich mal heirate möchte ich genau das gleiche Kleid anziehen, Mummy.“
Ich lächelte leicht, während ich das Bild eingehend betrachtete. „Dass kannst du gerne, mein Schatz. Ich habe es noch in einer Kiste unter meinem Bett liegen. Und wenn du alt genug bist, dann ziehst du es an, ja?“
Becky nickte, bevor sie die Seite umblätterte. Ein Familienfoto von uns dreien. Becky betrachtete es eine Weile stumm, dann sah sie mich an. „Mummy? Wann kommen die anderen denn wieder? Onkel Meph sagt immer, dass sie niemals wiederkommen, aber das glaube ich nicht. Oder? Sie kommen doch alle zurück.“
„Nicht alle.“, widersprach ich. Sanft strich ich mit dem Finger über das Gesicht meines Mannes. „Dein Vater wird nicht mehr zurückkommen. Aber passt trotzdem auf uns auf.“ Ich lächelte ihr aufmunternd zu. „Vom Himmel aus, wie ein Vogel.“
Becky nickte langsam. „Dass ist okay.“, erwiderte sie zaghaft. „Ich weiß, dass Daddy nur gehen musste, weil er uns so geliebt hat und auf uns aufgepasst. Er hat uns lieb und ich habe ihn auch ganz doll lieb. Und alleine sind wir ja auch nicht. Wir haben Onkel Meph und Onkel Elian und Tante Myra und Ava und Rosy und Sophie und Jesse und Dalia.“
Lachend sah ich meine Tochter an. „Wir werden nie alleine sein, Becky. Am Ende haben wir immer noch die Natur, die uns niemals verlassen wird.“ Ich klappte das Buch vorsichtig zu, als ich sah wie die Augen meiner Tochter langsam zufielen. „Gute Nacht, mein Sonnenschein. Schlaf gut.“ Liebevoll küsste ich sie auf die Stirn und zog die Decke ein wenig höher. „Ich liebe dich unglaublich doll, Rebecca.“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 8:46 am

Myra P.O.V
Ich seufzte leise, als ich die Tür öffnete und das Zimmer wie so oft leer war. Selten wartete Elian auf mich, wenn ich von einem meiner Streifzüge wiederkam und Belana und Mephisto gingen mir sowieso die meiste Zeit aus dem Weg. Ich spürte ihre Abneigung mir gegenüber und sie taten mir weh. Aber ich verdrängte es.
Entschieden warf ich einen verneinenden Blick in Richtung des Kühlschrank uns ging zum Badezimmer, um eine Dusche zu nehmen. Der Schmutz, der an meinen Körper klebte, von den Sumpfgebieten musste abgewaschen werden, bevor ich ins Bett ging.
Als ich die Tür öffnete, stand ich plötzlich Elian gegenüber. Er stand vor dem Waschbecken und sah in den kleinen Spiegel, der darüber hing.
„Oh, Elian.“ Verdutzt sah ich auf die Denkerfalten, die sich auf seiner Stirn gebildet hatten. „Was ist denn los? Du siehst unzufrieden aus.“
„Nein, nein.“ Er schüttelte den Kopf und setzte ein Lächeln auf. „Es ist alles okay. Ich bin wahrscheinlich nur etwas müde. Wo kommst du jetzt her?“
„Ich war in den Sumpfgebieten.“ Ich lächelte, zufrieden mit mir selbst. „Warst du da schon mal? Die Gebiete sind dreckig und anstrengend zu durchkämen, aber auch irgendwie interessant. Jetzt wo es kühler wird, sollte man es sich aber zweimal überlegen.“

Elian lächelte. Aber es wirkte noch immer zerstreut. „Die Sumpfgebiete also. Du hast nicht zufälligerweise Mephisto gesucht, oder?“, fragte er grinsend.
Ich errötete leicht. „Was soll ich tun, Elian? Ich...ich bin wegen ihm zurückgekehrt und ich will mich bemühen, aber es interessiert ihn nicht. Er liebt mich nicht.“
„Wie soll er auch?“, fragte er mich leise. Sein Blick war zweifelnd. „Du sträubst dich gegen alles, was hier ist und willst ihn. Am liebsten würdest du ihn doch mit nach Sunset Valley nehmen, oder nicht? In deine Welt.“
„Vielleicht würde es ihm gefallen.“, gab ich meinem Cousin zu denken. „Dort haben wir alles. Die Stadt lebt und er könnte einem guten Job nachgehen.“
„Und sie würden ihn alle akzeptieren, oder was?“ Er sah mich skeptisch an. „Das hier ist Mephistos Leben. Und er wird dich erst lieben können, wenn du ihn so wie er ist und alles, dass zu ihm gehört akzeptierst.“
„Dass ist nicht so einfach, Elian. Es kann nicht jeder für seine Liebe alles aufgeben.“ Ich warf ihm einen intensiven Blick zu. „Nicht jeder ist wie du.“
Errötend wandte mein Cousin sich von mir ab und schüttelte den Kopf. „Du hast keine Ahnung, Myra. An Melavia hängt viel mehr, als meine Liebe. Diese Insel ist Lebens notwendig für meine gesamte Familie. Natürlich setze ich mich für sie ein.“ Er drückte mir einen Wischmob in die Hand, bevor er in die Dusche kletterte und darin herum schraubte.
„Vielleicht kannst du dich ein wenig mehr beteiligen an allem.“

Ich seufzte, machte mich aber daran den Boden zu schrubben. „Ich beteilige mich.“, verkündete ich währenddessen selbstbewusst. „Ich habe vorgeschlagen die alte Schule wieder aufzubauen und ich fungiere als Lehrerin, was hältst du davon?“
Elian hob den Daumen. „Dass ist doch mal ein Anfang, Myra. Traust du dir dass denn zu? Den ganzen Tag unter Kindern, die dich mit Fragen löchern?“
Ich grinste. „Auch wenn du es vielleicht nicht glauben magst, ich möchte auch irgendwann einmal Kinder. Nicht jetzt, unbedingt, aber irgendwann einmal. Und so lange kümmere ich mich um die Kinder anderer Menschen.“
Elian lächelte mir aufmunternd zu. „Vielleicht ist das keine schlechte Idee.“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 8:53 am

Elian P.O.V
Ich trat hinter Becky in die kleine Hütte und schloss die Tür, um den kalten Herbstwind draußen zu lassen. „Wir sind wieder da!“, verkündete ich fröhlich.
Belana, die gerade ein paar Lebensmittel aus dem Kühlschrank holte, lächelte mir zu. „Schön, ich mache gerade das Abendessen.“ Sie küsste Becky kurz auf den Kopf, die eilig an ihr vorbei flitzen wollte. „Wie war es denn?“
„Gut.“; antwortete ich für das junge Mädchen, dass sich augenblicklich mit ihrer neuen Spieluhr beschäftigte. „Becky hat mir großartig geholfen die Blätter zu sortieren.“
Belana wirkte zufrieden, als sie sich wieder von mir ab wand. „Ich danke dir, dass du sie heute mitgenommen hast, Elian. Ich glaube ich hätte mich mit zu viel Arbeit überlagert, wenn ich auch noch ihre Lehrerin wäre.“ Sie stellte die Sachen auf der Küchentheke ab und begann den Käse in Stücke zu schneiden.

„Sicherlich ist die Schule bald fertig.“ Ich versuchte zuversichtlich zu klingen, auch wenn ich nicht wirklich daran glaubte.
Myra gab sich alle Mühe der Welt, aber alleine würde sie es nicht schaffen und ich musste mich um den militärische Teil der Insel kümmern. Belana behaarte darauf, dass es wichtiger war, als die Schule. Sie sagte etwas von einem Kampf, der später unabsehbar war. Meine Mutter musste sich schonen, während sie das Baby vor sich her trug und meine Großmutter kümmerte sie um sie und den Haushalt. Dave sprang ab und zu ein, aber Belana hatte ihm den Verwaltungsplan aufs Auge gedrückt, was ihm auch nicht sonderlich viel Zeit ließ. Und Mephisto, ja der brachte Abstand zwischen sich und Myra.
Belana seufzte, während sie die Soße mit den Nudeln auf den Herd stellte. „Das wird schon werden. Morgen müsste ich auch etwas mehr Zeit haben, denn deine Mutter hat morgen ihren Ruhetag. Keine Untersuchung.“ Sie grinste, bevor ihr Blick kurz aus dem Fenster glitt. Ihre Miene wurde besorgt. „War Mephisto gestern hier?“
Ich schüttelte den Kopf. „Ich habe ihn eine Weile nicht gesehen. Glaubst du es geht ihm nicht gut?“ Obwohl der schweigsame Riese nur wenig mit mir sprach, hatte ich ihn mögen gelernt und sorgte mich tatsächlich um ihn.
Belana schüttelte de Kopf. „Nein, dann wäre Rupert nach Hause gekommen.“ Sie füllte ein paar Schüssel mit den Nudeln und der Soße und stellte sie vor mich auf den Tisch. „Das Pferd ist mehr als nur ein Pferd für ihn, Elian. Es ist sein bester Freund.“ Sie schob ihre Tochter leichtfertig zum Tisch und ließ sich dann neben uns nieder.
„Du machst dir also keine wirklichen Sorgen?“, fragte ich.
„Nicht in dem Sinne.“; erwiderte sie lächelnd. „Ihm ist nichts passiert, aber dass ihm sein Herz gebrochen wurde. Seine Wunden heilen nicht, dass ist das einzige was mir Angst macht.“

Becky sah uns mit ihren tümpelfarbenden Augen neugierig an. „Wieso ist Onkel Mephs Herz gebrochen, Mum? Wer war dass denn?“
„Böse Männer.“, erwiderte sie betrübt. „Sie haben Onkel Meph seine Frau und seine Kinder genommen, mein Schatz, deswegen ist sein Herz gebrochen.“
„So wie Dad?“, fragte das Mädchen interessiert.
Belana nickte leicht. „So ähnlich, Liebling. Aber jetzt iss deine Nudeln, bevor sie kalt sind.“ Sie warf mir einen ruhigen Blick. „Das ist einer der Gründe, Elian.“
Ich wusste was sie meinte. Sie bezog sich auf meine Cousine. Ich nickte also knapp. „Ich weiß dass, Belana. Aber er muss die Vergangenheit auch irgendwann einmal ruhen lassen.“
„Dass ist nicht so einfach, Elian.“; widersprach sie mir Kopf schüttelnd. Ihre Augen, die die Farbe von dem Eisenhut hatten, der draußen noch blühten, hingen an Becky wie an einem Rettungsanker. „Diese Menschen, die wir nun verloren haben, haben uns so unglaublich viel gegeben, dass wir sie nicht vergessen können.“
„Dass sollt ihr auch nicht. Ihr sollt sie nur ruhen lassen, Belana. Neu anfangen.“
„Als wenn du das könntest.“ Die Tür war aufgegangen und Mephisto eingetreten. Er schien die letzten Gesprächsfetzen mitbekommen zu habe den er verzog missmutig sei Gesicht. „Du hast keine Ahnung, kleiner Elian. Du hast noch nie den Menschen gefunden, der dich den Rest deines Lebens begleiten soll.“
Ich unterdrückte den Wunsch Belana anzusehen, stattdessen sah ich in meine Schüssel. Mephistos Blick war einschüchternd. „Vielleicht noch nicht.“, murmelte ich feinfühlig. „Aber ich weiß wie es ist Menschen zu verlieren, die man liebt. Es ist nicht einfach.“
Mephisto ging hinüber zur Theke und sah aus dem Fenster. „Nicht einfach.“, wiederholte er die Worte grollend. „Nicht einfach? Es ist unmöglich.“ Ohne es zu bemerken war Mephistos Stimme lauter geworden. „Soll ich meine Kinder und meine Frau zurücklassen? Soll Belana ihren Mann zurücklassen und Becky ihren Vater?“

„Mephisto!“ Belana warf ihm einen strengen Blick zu. Sie hatte den Arm schützend um die kleine Becky gelegt, die ihren Onkel aus großen Augen ansah.
Er biss sich verdrießlich auf die Unterlippe. Man konnte in seinem Gesicht lesen, wie leid es ihm tat, dass seine Nicht ihn so erleben musste. „Tut mir Leid.“, murmelte er leise.
Belana küsste ihre Tochter auf das dunkle Haar. „Wir alle werden die, die wir lieben nie wieder vergessen, aber Elian hat Recht.“
Erstaunt sah ich auf.
„Wir müssen die Zurückgebliebenen Ruhen lassen und uns auf die Zukunft vorbereiten. Wir haben viel durchzustehen, wenn wir wollen, dass alles besser wird.“
Ich lächelte ihr dankbar zu. „Ich stimme dir zu Belana, auch wenn ich immer noch nur die Hälfte von allem verstehe.“
„Das ist einer der Aufgaben, die vor mir steht. Ich muss dich und deine Familie vollkommen aufklären und dafür müssen wir die Prophezeiung aus dem Rathaus holen.“, erklärte sie mir mit einem nachsichtigem Lächeln. „Das ist jetzt das wichtige. Nachher werde ich noch einmal zu deiner Mutter fahren und nach ihr sehen, kommst du mit?“
„Ja, natürlich.“ Ich hatte meine Mutter eine gefühlte Ewigkeit nicht gesehen und freute mich auf einen Besuch bei ihr.

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 9:03 am

Belana P.O.V
Während wir im Flur auf Sophie trafen und Elian sich entschied mit ihr in die Küche zu gehen, begab ich mich zum Zimmer von Avas Mutter. Sophie hatte mir erzählt, dass Ava sich dort zurück gezogen hatte, um das Bett neu zu beziehen.
Als ich jedoch nach kurzem Klopfen die Tür öffnete, entdeckte ich Ava in dem Schaukelstuhl, in dem ich Leos Mutter schon oft gesehen hatte. Damals.

„Hey, Ava.“, begrüßte ich sie freundlich wie immer. Über ihre überraschten Blick musste ich lachen. „Ich weiß, wir hatten keinen Termin.“, beeilte ich mich zusagen, als sie den Mund öffnete. „Aber ich wollte noch einmal nach dir und dem Baby sehen.“
„Es geht uns gut.“, erwiderte sie lächelnd. Sanft legte sie ihre Hand auf ihren Bauch. „Ich denke es wird alles gut gehen, auch wenn Dave ein ziemlicher Pessimist ist.“
Ich stimmte in ihr Lachen an. „Väter sind alle so.“, prophezeite ich nachsichtig. Ich betrachtete meine Patienten mit einem Blick meiner Ärztin und war zufrieden. Ava wirkte stark und gesund. Ihr Gesicht strahlte und Haut wirkte rosig.
„Mir geht es wirklich gut.“; erwiderte Ava erneut, als sie meinen analytischen Blick bemerkte. Sie schenkte mir eins ihrer liebevollen Lächeln „Natürlich bin ich öfter müde und erschöpft, aber die anderen behandeln mich wie eine sterbenskranke Person.“ Ihr Augen rollen wirkte halb genervt, halb belustigt.
„Aber dass ist doch wunderbar.“, widersprach ich ihr. Vorsichtig fühlte ich ihren Puls nach, Untersuchung blieb Untersuchung. „Mein Mann kümmerte sich damals auch rührend um mich, als ich mit Becky schwanger war.“ Ich tastete leichtfertig, aber genau ihren Bauch ab. „Er brachte mir jeden Tag nach der Arbeit meine Lieblingsblumen mit und er kochte immer genau dass, was ich mir wünschte. Egal wie kurzfristig.“
„Du vermisst ihn, oder?“, fragte Ava vorsichtig.
Ich nickte leicht. „Natürlich. Jede Tag.“ Ein missglücktes Lächelnd drang auf meine Lippen. „Stehst du bitte einmal auf?“, bat ich Ava und half ihr aus dem Schaukelstuhl. „Mein Mann war mein Leben, bis meine Tochter Becky kam. Ich habe noch nie jemanden so geliebt.“

Ava sah mich verständnisvoll an. „Ich weiß genau was du meinst. Meinen Ex-Mann habe ich auch nicht so sehr geliebt, wie ich Dave nun liebe. Umso schmerzvoller wäre der Gedanke, ihn zu verlieren. Für immer.“
„Das Gefühl ist noch viel schlimmer. Hätte ich Becky und Meph damals nicht gehabt, ich wäre meinem Mann sofort gefolgt. Aber ich musste ein Kind beschützen, dass war in diesem Moment wichtiger.“
„Ich will nicht indiskret wirken, Belana, aber ich frage mich, wieso ihr...überlebt hat.“
Ich sah Ava eine Weile nachdenklich an, dann seufzte ich. „Es ist eine schreckliche Geschichte, Ava, aber wenn du möchtest erzähle ich es dir.“ Nachdem sie genickt hatte fuhr ich fort. „Als die Menschen kamen um Leo mitzunehmen, waren wir gerade dabei den Tisch abzuräumen. Becky schlief in ihrem Zimmer und Leo und ich hatten vor den Abend zu nutzen um zu überlegen wie es weitergehen sollte. Mein Mann rebellierte schon einige Zeit gegen die Menschen und wir wussten, dass es früher oder später nicht gut ausgehen würde. Als wir die Wagen hörten, die lauten Motorengeräusche und die Lichter, die ins Zimmer fielen, da hat er mich nur angesehen gesagt: 'Belana, tu mir einen Gefallen. Nimm Becky und geh in den Keller. Hinter den Regalen ist ein Fluchtweg, er ist gut versteckt, aber du wirst ihn finden.' Und ich habe ihn entsetzt angeguckt. Ich habe gespürt, dass wir uns nie wiedersehen würden und in diesem Moment ist mein Herz gebrochen.“ Ich schluckte, als ich an den Abend dachte, an dem ich das letzte Mal meinen Mann gesehen habe. Noch immer tat es weh.
Ava drückte kurz meine Hand. „Er hat euch gerettet.“, murmelte sie ergriffen. „Und ihr habt überlebt. Ich glaube ein größeres Geschenk konntet ihr ihm nicht machen.“

Es klopfte fast etwas zaghaft an der Tür und Dave steckte seinen Kopf herein. Er wirkte etwas abgekämpft. „Ach hier bist du.“, richtetet er das Wort zuerst an Ava. Dann lächelte er mich an. „Hallo, Belana. Ist irgendetwas passiert?“
„Nein.“, antwortete ich beruhigend. „Ich wollte nur noch einmal nach meiner Patientin sehen, aber wie es aussieht war meine Sorge ganz um sonst. Ava und dem Baby geht es wirklich bestens.“
Daves Gesichtsausdruck entspannte sich ein Stück weit. „Oh, okay gut. Ich habe mir schon Sorgen gemacht.“
„Nein, ich bin eigentlich noch aus einem ganz anderen Grund hergekommen.“ Schuldbewusst erwiderte ich Avas fragenden Blick. „Es ist langsam Zeit die Prophezeiung voll und ganz vor euch auszubreiten. Sie liegt im Rathaus und ich finde es wichtig, dass ihr wisst, was alles auf euch und auf die Kleine zu kommt.“
Beschützend legte Ava die Hand auf ihren Bauch, auch wen die Geste wohl er ihrer zweiten Tochter Rosemary galt. „Wird es sehr schlimm?“, fragte sie zaghaft.
„Nein, nein.“; beeilte ich mich zu sagen, um die werdende Mutter nicht in Unruhe zu versetzen. „Du musst dir keine Sorgen machen, Ava. Wir bekommen das hin.“
Dave ergriff ihre Hand und drückte sie fürsorglich. „Belana hat Recht. Jeglicher Stress tut dem Baby nicht gut und dass ist momentan am Wichtigsten.“
„Dass sehe ich nicht so.“ Sie warf ihm einen bissigen Blick zu. „Rose ist wichtig, Dave.“
„Beide Kinder sind wichtig.“; versuchte ich die beiden von ihrem Streut abzulenken. „Am besten wir treffen uns morgen Abend im Rathaus und besprechen die ganze Sache einmal.“
Ava nickte. „Natürlich, wir werden da sein, Belana. Ich danke dir.“
„Ich auch.“ Dave lächelte mich an und ich erwiderte das Lächeln.
„Dafür nicht, ihr beiden. Eigentlich müssten wir uns bei euch bedanken.“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 9:07 am

Elian P.O.V
„Wann habt ihr euch denn eine Katze zu gelegt?“ Ich nahm das kleine Kätzchen, dass frech um meine Beine strich auf den Arm und betrachtete es eingehend.
Der kleine Kater war niedlich. Ein weißer Körper mit grauen Tatzen und und grauen Ohren.
Meine Schwester warf einen kurzen Blick über ihre Schulter, während sie das Abendessen vorbereitete. „Granny hat sie gefunden, als sie mit Mum einen Spaziergang gemacht hat. Sie haben sie mit nach Hause genommen, um sie aufzupäppeln, aber dann wollen sie sie wieder freilassen, denke ich.“
Ich nickte grinsend. Das passte zu meiner Grandma. „Geht es ihr denn gut? Ich meine Grandma.“
Sophie zuckte die Schultern. „Sie bewegt sich noch relativ viel, aber man sieht ihr an, wie alt sie ist.“ Sie seufzte leise. „Mum würde es nicht verkraften, wenn Granny jetzt sterben würde. Sie ist ihr so eine große Stütze, und die braucht sie jetzt.“

„Ich weiß.“ Ich kraulte den kleinen Kater sanft hinter den Ohren, was er mir mit einem Schnurren dankte. „Es muss schwierig sein Mutter einer Kriegerin zu sein. Und dazu noch eine Risikoschwangerschaft gut zu überleben. Ich beneide sie nicht.“
„Ja.“ Sophie sah nachdenklich aus, als sie aus dem Fenster in die Dunkelheit sah. Ich hörte sie schlucken. „Elian? Wie konntest du dich entscheiden hier zu bleiben, wenn du doch hier überhaupt kein richtiges Leben führen kannst? Ich meine wie zu Hause. Mit einem Beruf, in dem du aufsteigst und einer Familie, die du gründest.“
Jetzt war ich es, der schluckte. Grübelnd sah ich meine Schwester an. „Wieso sollte ich hier keine Familie gründen?“, fragte ich trocken.
Sophie wandte sich ein Stück zu mir um, um mir in die Augen zu sehen. Sie sah ziemlich zweifelnd aus. „Mit wem denn?“, fragte sie. „Glaubst du Belana wird irgendwann einmal jemand anderen lieben, als ihren Ehemann, der leider verstorben ist.“
Ein Schmerz huschte mir durch die Brust, aber ich ignorierte ihn. „Vielleicht nicht.“,erwiderte ich und versuchte meine Stimme fest klingen zu lassen. „Aber wir werden schaffen, dass Melavia wieder eine bewohnte Insel wird. Und dann wird es hier viele Frauen geben und vielleicht werde ich mich dann verlieben.“
Sophie füllte zwei Teller mit Salat und drückte mir einen davon in die Hand. „Vielleicht bist du aber auch schon tot, bevor diese Insel bevölkert ist.“

Ich setzte mich neben sie an den Tisch. „Dann hatte ich trotzdem ein erfülltes Leben, Sophie. Ich habe Menschen geholfen wieder ein friedliches Leben zu führen.“
„Gerade du, Elian.“; protestierte sie spöttisch. „Du wolltest doch schon immer irgendwann einmal Kinder, oder nicht? Du bist eine Vaterfigur.“
„Im Gegensatz zu dir.“, grinste ich breit.
Sophie rollte mit den Augen und versetzte mir einen leichten schlag auf die Schulter. „Wer sagt denn, dass ich nie Kinder haben will?“
„Du.“; erwiderte ich lachend. „Sophie, du bist glaube ich nicht gemacht um überhaupt zu heiraten. Warst du überhaupt schon einmal richtig verliebt? Und damit meine ich nicht dein Spiel mit deinem Typen in Twinbrook.“
Sophies Wangen wurden von einem dunklen rot überzogen. „Du hast doch gar keine Ahnung, Elian.“, schimpfte sie leise.
Mein Grinsen wurde breiter, als ich Eins und Eins zusammen zählte. „Du hast auf dem College jemanden kennengelernt.“, interpretierte ich, und ich als sie ihre Wangen noch dunkler färbten, wusste ich, dass ich richtig lag.
„I-ich...also...keine Ahnung.“ Sie schüttelte den Kopf. „Ich möchte noch nicht darüber reden, so lange nichts offiziell ist ja?“
„Klar.“ Ich lachte leise. Meine kleine Schwester hatte sich tatsächlich verliebt.

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 9:12 am

Belana P.O.V
Es war ein wirklich schöner Abend gestern gewesen. Wir hatten noch eine Weile bei den Mojicas verbracht und uns über dies und das ganz ungezwungen unterhalten.
Ich hatte zusammen mit Ava die kleine Rose ins Bett gebracht und mal wieder mit Staunen beobachtet, wie zierlich dieses Mädchen doch wirkte, und trotzdem so eine Stärke ausstrahlte, dass ich nicht eine Sekunde an ihren Erfolg zweifelte.
Dass hatte mich aber auch an meine eigenen Pflichten erinnert, die ich in letzter Zeit sträflich vernachlässigt hatte.
Wenn ich Rose irgendwann einmal etwas beibringen wollte, dann musste ich mit meiner Kunst auch umgehen können und das konnte ich bei weitem noch nicht. Ich hatte nicht lange Unterricht bekommen in der Kunst des Hexens, so dass ich mit einer halbfertigen Ausbildung nun da stand und sie selber vollenden musste.
Ich hatte mich in mein Schlafzimmer zurückgezogen und wedelte mit meinem Zauberstab in der Luft herum, während ich mich auf die Gefühle konzentrierte, die meine Kraft steuerten. Manchmal klappte es, manchmal aber auch nicht und dass wurmte mich.

Seufzend ließ ich den Stab sinken, als erneut eine kleine Rauchwolke ankündigte, dass der Zauber nicht funktioniert hatte. Alles was ich momentan wirklich Zustande brachte, war ein leichter Glückszauber, einen Feuerzauber und einen Eiszauber. Aber damit würde ich mit Sicherheit nicht in den Kampf treten können. Damit würde ich niemanden schützen können.
Ein Schauer fuhr über meinen Rücken, als ich daran dachte, was die Prophezeiung noch alles mit sich bringen würde, wenn sie sich so erfüllen würde, wie es dort stände.
Diesen Kampf, der auf uns zu kam, den musste ich führen und es graute mir davor, dass auch meine geliebte Tochter inbegriffen war.
Ich verstand Avas Angst vor Rosemarys Zukunft, denn die gleiche plagte mich auch jeden Tag und jede Nacht. Aber wir waren so machtlos.
„Mummy?“ Becky öffnete die Tür und steckte ihren Kopf heraus. Ein gewitztes Lächeln lag auf ihren Lippen. „Ich muss dir was ganz tolles zeigen!“
Ich ließ meinen Zauberstab sinken. „Was denn, Liebling?“
Meine Tochter hielt mir eine grüne Schildkröte vor die Nase, die langsam Arme und Beine bewegte. „Dass ist Hardy! Kann ich ihn behalten?“
Ich seufzte leicht. „Wir haben doch gar kein Terrarium für eine Schildkröte, mein Schatz. Wo sollen wir Hardy denn bloß hin tun?“
Becky krabbelte auf ihr Bett und setzte die Schildkröte vor sich auf die Decke. „Ich pass die ganze Zeit auf sie auf, Mum, ja? Ich verspreche dir, dass sie nicht weg laufen wird.“

„Okay.“, gab ich schließlich noch einmal seufzend nach. „Aber wenn Myra sie in ihrem Bett findet, dann bekommt sie sicher einen Schreikrampf.“ Ich zwinkerte meiner Tochter zu.
Becky lachte leise, während sie ihrer Schildkröte immer Mal über den Panzer strich. „Mum? Kann ich dich mal etwas fragen?“
„Natürlich.“ Ich steckte meinen Zauberstab ein und setzte mich auf mein Bett. „Du kannst mich jeder Zeit alles fragen, mein Liebling.“
„Ich hab letztens gehört, wie Ava und Dave darüber geredet haben, dass Rose etwas Besonderes ist, weil sie alle magischen Wesen retten wird.“ Sie machte eine kleine Pause, in der sie mir kurz in die Augen sah. „Was bedeutet es denn dann, Mum? Ist sie so etwas wie die Königin von Melavia?“
Ich schmunzelte leicht. „Liebling, dass ist eine schwierige Sache. Und wenn du älter bist, dann werden wir dir das alles ganz genau erklären, dass verspreche ich es dir. Aber jetzt bist du noch etwas zu klein, um das zu verstehen, okay?“
Becky nickte langsam. „Aber Rose kann doch immer meine Freundin bleiben, oder nicht?“
„Natürlich.“; erwiderte ich lächelnd. „Rose wird immer deine Freundin sein, daran ändert nicht was du bist und auch nicht was sie ist. Ihr seid Freundinnen.“
Meine Tochter nickte beruhigt und begann sich wieder mit ihrer Schildkröte zu beschäftigen.
Ich hingegen warf einen Blick aus dem Fenster zu dem Berg von Melavia. Dort oben prangte das Schloss, dass zuletzt der alte König Ancel bewohnt hatte. Rein rechtlich müsste Rose auch seinen Platz einnehmen, als Retterin der Insel und der Welt.
Ich seufzte tief. Dass würde Ava nicht besonders gefallen.

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 9:19 am

Am nächsten Abend trafen wir uns wie besprochen vor dem Rathaus. Das hieß, Ava und ich trafen uns pünktlich, von den Männern war nicht all zu viel zu sehen.
„Dave ist mit Elian noch zur Schule gefahren.“ Ava seufzte leise, die Hand nachdenklich auf ihren Bauch gelegt. „Er gibt sich so viel Mühe überall zu sein. Ich mache mir langsam wirklich Sorgen um ihn.“
„Wenn du möchtest untersuche ich ihn morgen einmal.“, schlug ich freundlich vor. Ich hatte mich in der Rolle der Ärztin der Insel gut eingelebt und von Tag zu Tag wurde mein Wissen reicher. Deshalb hatte ich auch genau wie Veränderung an meiner Patientin Ava gesehen. Sie war blass um die Nase. „Wie geht es dir denn, Ava?“
„Ich hab nicht sonderlich gut geschlafen.“, gab sie zögerlich zu. Seufzend rieb sie sich die Stirn. „Diese ganze Sache macht mir mehr zu schaffen, als ich dachte.“

„Ich verstehe.“ beruhigend tätschelte ich ihren Arm. „Aber deswegen sind wir hier, Ava. Ihr werdet jetzt endlich Teil unserer Runde und der Prophezeiung.“
Ava lachte leise. „Weißt du, dass ganze kommt mir vor wie ein Märchen. Diese...diese Prophezeiung und alles. Und meine kleine Tochter ist Mittelpunkt von all diesem. Von ihr wird so viel erwartet. Wie soll sie das schaffen?“
„Die Prophezeiung hat nicht umsonst deine Tochter auserwählt, Ava.“, versuchte ich ihr die Angst zu nehmen. „In ihr steckt großes, auch wenn man es vielleicht noch nicht sehen mag. Sie ist geboren um eine Anführerin zu sein, ein Leitbild. Du solltest stolz sein.“
„Ich bin stolz, ich denke ich.“ Sie zögerte leicht. „Aber ich habe Angst.“
Ich nickte. Natürlich verstand ich sie, aber ich musste sie beruhigen. „Du darfst Angst haben, aber du bist nicht alleine. Und das Wichtigste: Rosemary ist nicht alleine.“
„Tut mir Leid, dass wir so spät sind.“ Elian riss uns aus unserer Unterhaltung. Auf dem Gesicht hatte er ein entschuldigendes Lächeln. „Die Schule ist fertig, ihr müsst sie euch mal anschauen. Sie ist wirklich perfekt!“
Ich lächelte ihm freudig zu. „Dass klingt gut, aber jetzt sollten wir erst einmal reingehen.“ Mein Blick musste vor Ernsthaftigkeit leuchten, denn das Lächeln von Elian verschwand. Stattdessen sah er plötzlich erwachsener aus, als zuvor. „Du hast Recht.“

Wir traten alle zusammen in den ersten Raum neben der Tür.
Hinter uns schloss ich die Tür. „Dass war einmal das Büro des Bürgermeisters.“, erklärte ich meinen Gästen stolz. „Mein Mann war damals wirklich gut mit ihm befreundet.“
Avas Augen blitzen freudig auf, als sie Daves Hand ergriff und ihn ansah. „Deine politische Karriere ist also noch nicht ganz verloren.“; murmelte sie grinsend.
Dave errötete leicht unter meinem fragenden Blick, bevor er zu einer Antwort ansetzte. „Ich war Politiker, bevor wir hier her zogen. Nichts bedeutendes, aber ich war auf dem aufsteigendem Ast.“
„Bis ich ihm die Karriere kaputt gemacht habe.“ Avas Blick trotze vor Bedauern. Sie sah ihren Ehemann liebevoll an. „Und das tut mir wirklich Leid.“
„Sollte es nicht.“, widersprach er ihr, lächelnd. Er legte eine Hand sanft auf ihren noch flachen Bauch. „Ich habe es für unsere Familie getan, Ava.“
Gerührt betrachtete ich das Bild, was die beiden mir boten und ein Stich fuhr durch mein Herz, als ich daran dachte, dass auch ich und Leo einmal so waren. In diesem Moment fehlte er mir mehr den je.

Aber ich schob den Gedanken energisch beiseite. „Am besten wir fangen an.“, erklärte ich leise und nahm ein Buch aus der Schublade des Schreibtisches. Den Schlüssel dafür hatte ich von zu Hause mitgebracht. „Am besten lese ich sie einmal vor und anschließend besprechen wir alle wichtigen Dinge, okay?“ Die anderen nickten, also holte ich tief Luft und begann zu lesen. „Ist Wesen und Welt schon längst verloren, wird der kleine Stern geboren. Geschickt von oben, den Engeln gleich, ist Haut und Herz noch neu und weich. Geboren ist das Kriegerkind, bringt uns zurück aus dem Tod geschwind. Weisheit, Reinheit, Friede und Liebe, trägt sie im Herz tief, auch wenn sie zum Angriff rief. Melavia wird neu geboren, und das Kriegerkind zu Königin erkoren.“
Eine Weile schwiegen wir alle und hingen unseren eigenen Gedanke nach.
Bis Ava schließlich das Wort an mich richtete. „Rose soll Königin von Melavia werden?“
„So steht es geschrieben.“; erwiderte ich zaghaft. Ich legte das Buch zurück in die Schublade und faltete die Hände im Schoß. „Auf dem Berg ist ein Schloss, in dem zuletzt der alte König wohnte. Rechtmäßig sollte sein Sohn die Thronfolge sein, aber er verstarb, kurz nachdem mein Mann verstorben war.“
„Aber Rose ist nicht mit ihm verwandt.“; widersprach Ava. Sie klang panisch. „Ich meine, warum sollte meine Tochter ein ganzes Land regieren?“
„Es ist Tradition und steht in der Prophezeiung.“ Dave hatte unwillkürlich das Wort an seine Frau gerichtet. Er sah sie ernst an. „Ich denke, dass es gut ist, wenn wir auf das Schloss ziehen und Rosy einmal Königin wird. Dort können wir sie beschützen.“

Avas Gesicht, dass schon vorher blass wirkte, war nun weiß wie die Wand. Sie sah ausdruckslos auf den Schreibtisch. „Sie ist ein Kind.“, brachte sie schließlich hervor. „Sie ist mein Kind und sie braucht Normalität in ihrem Leben.“
Ich schwieg. Was sollte ich dazu denn auch sagen? Ich war nicht die Mutter und auch nicht der Vater. Aber die Prophezeiung war nun einmal geschrieben.
Elian räusperte sich verlegen. „Mum, wir müssen ja nichts überstürzen. Rosemary ist nun einmal die Auserwählte. Aber wir können doch noch warten, oder?“ Er sah mich auffordernd an, als erwartete er von mir Zustimmung.
„Natürlich.“ Ich nickte eilig. „Wir müssen nichts überstürzen. Bis sie ein Teenager ist, wird sich sowieso keine Kraft in ihr entwickeln. Wir können warten.“
„Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“; murmelte Ava bedrückt. Sie knetete nervös ihre Hände. „Kriegerkind, also? Soll sie kämpfen?“ Hilfesuchend sah sie Dave an. „Sie ist ein Kind, Dave? Sie ist unsere Tochter! Sie kann nicht kämpfen.“
„Niemand redet davon, dass sie jetzt kämpfen soll.“ Dave drückte beruhigend Avas Hand. Auch in seinem Gesicht konnte ich erkennen, dass ihm die ganze Sache nicht gefiel. „Sie wird eine wunderbare Kindheit haben, Ava, und wenn es Zeit wird für Melavia und ihre Familie einzustehen, dann wird sie es tun.“
Ava blieb einen Moment stumm, dann sprang sie auf und verließ den Raum.

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

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