Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

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Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Mo Jul 15, 2013 5:44 pm

Hallo Smile
Ich fange kein gesamt neues Projekt an, ich verbinde zwei :DIch liebe die Bluegacy und möchte sie natürlich nicht aufgeben, aber da Twinnbrook plötzlich alle Geschäfte für meine Sims gespeert hat und es auch ziemlich gut in die Geschichte passt, habe ich beschlossen meine Sims umzusiedeln. So kann ich auch perfekt Supernatural mit einbringen Smile
Erst einmal kommt jetzt die Vorgeschichte und schließlich werde ich die Bluegacy Leute (Ava etc.) miteinbringen Smile

Viel Spaaaß Smile


Zuletzt von Finplay8 am So Jul 21, 2013 7:40 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

Finplay8
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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Mo Jul 15, 2013 5:52 pm

Elian wischte sich erschöpft über die Stirn. Er blieb stehen und verursachte so beinahe einen Zusammenstoß mit seiner Begleiterin.
Myra schaute säuerlich seinen Rücken an. „Warum bleibst du stehen?“
„Da.“ Er deutete auf einen Punkt weiter unten von ihnen. „Siehst du sie?“
Myra legte ihre Hand schützend über ihre Augen, kniff sie ein wenig zusammen und sah sich suchend nach dem um, was ihr Cousin meinen könnte. Als sie es erblickte, leuchtete ihr Gesicht auf und Erleichterung durchfuhr ihren entkräfteten Körper.

„Ein Haus.“, bestätigte Elian ihre unausgesprochenen Gedanken. Er sah fast triumphierend aus, wie er da stand, die Brust vor Stolz angeschwollen und auf das Tal hinunter sah.
Myra sackte erfreut ein Stück weit in sich hinein. Länger hätte ich den Weg auch nicht mehr mitgemacht, gestand sie sich innerlich. „Dann las uns hingehen. Ich hoffe es wohnt jemand da, sonst...“
„Sonst suchen wir weiter.“ Elian zwinkerte ihr zu, eine Aufmunterung. Er hatte mitbekommen wie schlecht es ihr von Minute zu Minute ging, aber er hatte sie weiter gezwungen. Sie durften nicht anhalten, dass wäre ihr sicherer Tod gewesen. Und jetzt, jetzt war Rettung in Sicht.
„Komm.“, er ergriff Myras Hand und zog sie weiter hinter sich her. „Das letzte Stück ist immer das Leichteste. Das ist wie beim Joggen.“
Myra lächelte ihm dankbar zu. Über nichts war sie froher, als Elian an ihrer Seite zu habe. Nur durch ihn hatte sie den langen schwierigen Weg überstanden.

„Bestimmt gibt es den guten alten Schweinebraten.“ Elian lächelte sie an. „Ich glaube ich rieche den Schweinebraten schon...und...und Sauerkraut, aufjedenfall!“
Myra musste lachen. Darüber hinaus vergaß sie ihren schmerzenden Fuß, den sie sich bei einer Kletteraktion verletzt hatte. „Und zum Nachtisch Eiskreme.“
Elian nickte wohlwollend. „Mit unglaublich viel Schokosoße.“ Er sah seine Cousine von der Seite an, und sein Blick veränderte sich. Plötzlich sah er besorgt aus. „Es tut mir Leid, Myra.“, murmelte er in leisem Ton.
Myra war überrascht über seine plötzliche Entschuldigung. Sah sie doch nichts, was er entschuldigen könnte. „Wofür?“, fragte sie deswegen.
Elian kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Na, für die ganze Sache hier.“ Er verstummte für einen Moment und als er weitersprach, hörte sich seine Stimme unsicher an. „Wenn ich uns nicht in diese brenzlige Situation gebracht hätte...“
„Hätte ich es getan.“, grinste Myra ihn freundlich an. Sie ergriff seinen Arm. „Mach dir keine Vorwürfe. Du warst es schließlich auch, der uns da raus geholt hat.“
Elian nickte schweigend. Hauptsache wir sind sicher, dachte er innerlich seufzend.

Sie hatten die Hütte erreicht, die nicht mehr so klein wirkte, wenn man vor ihr stand. Gleich daneben stand eine Art Garten, und ein Stall, der jedoch leer wirkte.
„Vielleicht wohnt hier doch keiner.“ Myra war stehen geblieben. Sie sah sich vorsichtig, fast ängstlich um. Es war so unglaublich ruhig.
Elian zuckte die Achseln. „Wenn hier keiner wohnt können wir eine Weile hier wohnen.“, murmelte er unbeeindruckt. Sein liebevoller Blick traf seine Cousine. „Du musst dich eine Weile hinlegen, Myra. Und wir müssen deinen Fuß stabilisieren.“
„Okay.“ Myra nickte zustimmend. Die Müdigkeit und Erschöpfung fiel über sie und ihr Fuß schmerzte von neuen stark. Sie wollte sich eine Weile hinsetzen. „Ein paar Stunden Ruhe täte uns beiden vielleicht ganz gut.“
Elian lächelte ihr aufmunternd zu, bevor er an die hölzerne Tür klopfte. Als er Schritte vom inneren des Hauses hörte, spannten sich seine Muskeln unwillkürlich an.
Auch Myra ging ein paar vorsichtige Schritte nach hinten.
Die Tür öffnete sich einen Spalt breit und eine rundliche Frau sah sie mit ihren intensiven Augen überrascht an. „Wer seit ihr?“, fragte sie mit fester Stimme.
Elian räusperte sich. Seine Abwehrhaltung war verschwunden, stattdessen setzte er ein freundliches Lächeln auf.
Nur weil es eine Frau ist, hat er keine Angst mehr?, fragte Myra sich verärgert. Auch sie konnte den beiden etwas abtun!
„Mein Name ist Elian, und dass ist Myra.“ Er deutet auf seine Cousine hinter sich. „Wir bräuchten dringend Hilfe. Sie ist verletzt.“
Die Frau sah noch immer misstrauisch aus. Sie warf einen Blick auf Myra, die ein schmerzverzerrtes Gesicht machte. „Okay.“, murmelte sie schließlich. „Wartet hier.“
Elian nickte. Als die Tür sich vor ihnen schloss, hob er beide Daumen in Myras Richtung. Es sollte ihr zu verstehen geben, dass jetzt alles gut werden würde, aber seine Cousine zweifelte zu Recht. Noch waren sie nicht in absoluter Sicherheit.
Die Frau öffnete die Tür wieder und ließ die beiden Fremden herein. Sie deutete auf die Stühle, die um einen hölzernen Tisch standen. „Setzt euch. Ich mach etwas zu Essen.“

Dankbar lächelte Elian ihr zu, bevor er Myra zu einem der Stühle brachte. Er setzte sich neben sie und legte beruhigend eine Hand auf ihren Arm.
Myra erwiderten seinen Blick unruhig. Ihr Herz flatterte noch immer nervös.
„Was ist passiert?“, fragte die Frau sie, die nun Gemüse kleinschnitt und in eine Schüssel tat. Sie sah die beiden Fremden dabei nicht an, zumindest vermuteten sie das.
Myra sah besorgt zu Elian, der aber nur freundlich nickte.
„Wir sind überfallen worden.“, erklärte er ihr. „Wir kommen aus Safrika, zumindest haben wir dort für ein Jahr gearbeitet. Als wir gerade zur Küste gefahren sind, um die neue Wahre abzuholen, haben sie uns überfallen. Wir haben uns in das nächste Boot gerettet und sind hier gelandet.“ Er machte eine kleine Pause. „Wo sind wir?“
Die Frau stellte ihn je einen Teller mit Salat vor die Nase. Sie selber setzte sich neben Elian. „Ihr seid auf Melavia.“, berichtete sie. Ihre Stimme war einen Klang freundlicher geworden. „Und glaubt mir, ihr seid gerettet.“

Überrascht sah Myra von ihrem Teller auf. „Wir sind gerettet?“, horchte sie irritiert nach.
„Ja.“, die junge Frau lächelte ihr zu. Es war ein sehr herzliches und einnehmendes Lächeln. Sie deutete mit dem Kopf zu einer Wendeltreppe, die in den Keller führte. „Ihr könnt hier bei uns schlafen, und ich kümmere mich um deinen Fuß, wenn du es willst.“
Myra nickte, auch wenn ihr nicht ganz wohl bei der Sache war. Um so schneller sie wieder gesund wurde, um so schneller würden sie wieder nach Hause gehen können. Tränen sammelten sich bei den Gedanken an Sunset Valley in ihren Augen. Ihre Mutter, ihr Vater, ihre Geschwister, sie alle fehlten ihr unendlich.
Elian hatte nichts bemerkt von dem Gefühlsausbruch seiner Cousine. Er stopfte sich den Salat in den Mund, als könnte er nicht genug davon bekommen. In einer kleinen Pause, in der er eilig versuchte mehr zu schlucken, als er konnte, fragte er sie schließlich. „Wer ist denn uns? Lebst du nicht alleine hier?“
Myra war beeindruckt von Elians Unbeschwertheit. Er schien sich in keinster Weise zu fürchten und plauderte aus dem Nähkästchen.
Die Frau, die ihren Salat weit aus manierlicher aß, lächelte. „Nein, mein Bruder und meine Tochter leben hier mit mir.“ Sie machte eine Pause, im der sie Elian mit dem gleichen intensiven Blick wie an der Tür ansah. „Ihr wisst nicht wo ihr seit, oder?“
„Auf Melavia.“, rief sich Myra in Erinnerung. In ihrem Kopf arbeitete es, als sie den Namen wiederholte und auf ihrer Zunge zergehen ließ. Es kam ihr bekannt vor. Mehr als bekannt.
Elian war der, der darauf kam. Der Bissen Salat blieb ihm im Hals stecken und er begann zu husten.
Während Myra ihm rasch auf dem Rücken klopfte, war auch in ihrem Kopf der Groschen gefallen. „Es gibt kein Melavia.“, beteuerte sie, sich nicht bewusst wie unhöflich das klang. „Es ist eine Insel, ausgedacht der Alten in den Dörfern von Safrika. Eine Legende.“

„Sie wollen, dass es eine Legende ist.“ Die Frau stand auf und nahm die gelehrten Teller vom Tisch. Sie watschelte zum Waschbecken und drehte den Wasserhahn auf. „Die Alten wissen, dass es uns gibt und die Jungen verschließen ihre Augen, aus Angst vor dem Ungewöhnlichen. Wir passen nicht zu ihnen, deswegen sind wir hier.“
„Die Alten sagten es gäbe Menschen, die Wölfen ähnlich sind, magische Kräfte haben und Gestalten mit Flügeln.“, erinnerte Myra sich, als hätte sie die Worte ihrer Gastgeberin nicht gehört. Sie sah Elian zweifelnd an. „Laut ihnen ist Melavia eine Zauberinsel.“
„Dass ist sie.“, bestätigte die Frau lächelnd. Sie wusch fast zärtlich das Geschirr ab. „Und ihr könntet die Magie spüren, wenn ihr sie an euch ran lassen würdet. Sie umgibt uns, egal wo wir uns befinden. Sie ist uns immer... sehr nah.“
Elian hatte sich inzwischen von seinem Hustenanfall erholt. Im Gegensatz zu seiner Cousine war er der ganzen Geschichte nicht ganz abgeneigt. „Sie hatten Recht?“
Für einen Moment ließ die rundliche Frau von ihrem Abwasch ab und sah zu Elian herüber. Er konnte Nervosität in ihren hübschen Augen sehen. „Sie haben Recht.“, sagte sie und klang dabei so aufrichtig, dass es Myra schwer fiel ihr nicht zu glauben, auch wenn ihr gesamter gesunder Menschenverstand etwas anderes sagte. „Melavia ist eine Insel, die von der Natur geschaffen wurde. Wir alle sind Teile von ihr, nicht sie von uns.“
„Was bist du?“ Als Elian merkte wie unhöflich und frech er klang, sah er sie entschuldigend an. „Ich wollte nicht unhöflich sein.“, beteuerte er eilig. „Es ist interessiert mich.“
„Dass sehe ich.“, antwortete sie lächelnd. Sie wischte sich langsam und sorgfältig die Hände an einem Tuch, dass als Geschirrtuch diente. „Ich bin eins dieser Mädchen mit magischen Fähigkeiten. Ihr nennt uns auch...Hexen, oder nicht?“
Myra sah ihre Gastgeberin kritisch an, doch es fehlte ihr die Kraft Elian aus diesem Sog von Märchen zu ziehen. Sie war müde und dankbar für die Mahlzeit.
„Ihr seht müde aus.“, murmelte die Frau, als hätte sie Myra Gedanken gelesen. Ihr Blick ruhte auf Myra. „Am Besten ihr legt euch eine Weile hin. Ich bringe euch Decken und Strohmatten, auf denen ihr schlafen könnt.“
Elian nickte ihr dankbar zu, bevor er Myra half von dem Stuhl aufzustehen und sie nach unten in den Keller zu bringen.

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Mo Jul 15, 2013 5:58 pm

Belana setzte sich auf einen der Stühle. Sie hatte die Fremden mit Decken und Matten versorgt und nun drang von unten gleichmäßiges Atmen an ihr Ohr.
Ihr Blick glitt hinaus aus dem Fenster vor dem sich die Natur ausbreitete.
Sie hatten es ihr gesagt, aber sie hatte es nicht glauben wollen. Und jetzt stand er vor ihr, in seiner unwissenden Gestalt.
Ob er etwas ahnte?, fragte sie sich innerlich. Ob er wirklich ahnte, was er und seine Schwester für den Rest der Welt bedeuten werden?
Nein, sagte sie sich selber. Er weiß es nicht und dass ist gut so. Er soll es nicht wissen.
Die Haustür wurde aufgestoßen. Ruppig wir er nun einmal war trat Mephisto ein. Er sah grimmig aus, als er die Tür hinter sich schloss und seine Schwester ansah.
„Nimm dir etwas Salat.“ Belana deutete auf den Teller, auf den sie den restlichen Salat drapiert hatte. Sie konnte ihrem Bruder ansehen, dass etwas nicht stimmte, dafür brauchte sie keine magischen Fähigkeiten mehr haben.

Mephisto schwieg verbissen, als er sich einen Teller nahm und fast die Hälfte des Salat darauf füllte. Er setzte sich neben Belana und war so verbissen in seine Gedanken, dass er nicht einmal den Teller bemerkte, der vor ihnen beiden stand.
„Was ist passiert?“, fragte sie schließlich leise, nachdem ihr Bruder keine Anstalten machte endlich mit der Sprache raus zu rücken.
Mephisto schluckte, schwer. „Ich mache mir Sorgen um den See.“, murmelte er, ohne seine Schwester anzusehen. Sein Blick verharrte auf einem unbestimmten Punkt vor sich. „Es wirkt als würde der Sommer ihn austrocknen. Wir brauchen ihn für den Winter.“
„Bis zum Winter ist es noch lange.“; erwiderte Belana beruhigend.
Mephisto lachte spöttisch. „Du siehst alles so optimistisch.“ Jetzt hob er doch den Blick und sah sie an. Die Augen, die so viel Liebe ausstrahlten, waren verkniffen und wütend. „Du musst voraus denken, Belana. Wir sollten Wasserspeicher anlegen.“
Belana nickte, während sie weiter ihren Salat aß. Er schmeckte ihr nicht sonderlich, was auch daran liegen konnte, dass sie sich ungemein fürchtete ihrem Bruder von den Gästen zu erzählen. Er würde nicht verstehen, er konnte auch gar nicht.
Mephisto nahm ihr die Entscheidung ab. Er hatte den Teller entdeckt. „Was ist dass?“

„Sie sind heute angekommen.“ Belana versuchte ihre Stimme fest klingen zu lassen, aber sie fürchtete sich vor Mephistos Reaktion. „Einfach aus dem Nichts.“
„Wer?“, fragte der junge Mann nach, obwohl er innerlich wusste wen sie meinte. Aus diesem Grund ließ er sie auch nicht zu einer Antwort kommen. „Du hast Fremde in unser Haus gelassen, Belana? Du denkst schon wieder nicht nach.“, fuhr er sie an.
Belana schloss einen kurzen Moment die Augen. „Sie sind keine Fremden.“, beteuerte sie überzeugt. Eine Falte hatte sich zwischen ihren Augenbrauen gebildet. „Du verstehst es nicht Mephisto! Ich habe sie gesehen. Sie retten uns. Sie lassen uns endlich leben!“
„Wir haben hier doch ein gutes Leben.“, versuchte er seine geliebte Schwester zu überzeugen. Dem jungen Mann mit dem Herz eines Löwen sorgte sich um seine kleine Familie, die er beschützt hatte, seit dem sie alleine waren. „Warum gefährdest du uns?“
Belana sah auf ihren Teller. Die Tränen die hinter ihren Augen schliefen, drängten an die Oberfläche zu kommen. „Ich versuche uns zu retten, Mephisto. Ich versuche endlich wieder die Insel zu bekommen, die wir mal hatten. Wenn alles gut wird, kommen die anderen vielleicht wieder zu uns zurück und...“
„Sie werden nicht kommen.“; schnitt er ihr das Wort ab. Er wollte nicht so harsch klingen, aber er tat es. Seufzend erhob er sich und nahm die Teller in die Hand. „Du kennst sie nicht, Lani.“, schlug er einen fast liebevollen Ton an. „Vielleicht sind sie Wissenschaftler und wollen uns untersuchen. Es ist Vielen unserer Art passiert.“

„Nein.“ Sie schüttelte energisch den Kopf. „Sie sind es. Beziehungsweise er ist es.“, beteuerte sie. „Ich habe es gesehen, Mephisto. Ich fühle es. Glaub mir.“
„Ich würde gerne.“ Mephisto stellte die Teller auf die Theke und seufzte schwer. „Aber ich kann es nicht zulassen. Ich kann Becky nicht dieser Gefahr auslassen, Belana. Wir haben uns geschworen die Kleine von all den Gefahren fernzuhalten. Deswegen sind wir nicht gegangen.“ Er machte eine kleine Pause. „Die anderen...sie sind alle...“
„Du weißt nicht, was mit ihnen passiert ist.“, erklärte Belana ihm, bevor er seinen Satz zu Ende gesprochen hatte. Ihr Herz schmerzte bei den Gedanken an Freunde und Familie. „Ich muss es versuchen, Meph.“ Sie nannte ihn bei dem Namen, den sie ihm als Kind gegeben hatte. „Ich muss versuchen Rebecca das schönste Leben zu bieten und dafür brauchen wir sie. Verstehst du dass denn nicht?“
Er wusste, dass es nichts brachte gegen an zu reden. Belana fühlte sich stark, aber dass war sie nicht, dass wusste er. Sie hatte ihre magischen Fähigkeit noch nicht annähernd ausgebaut. Wer sagte ihnen, dass die beiden Fremden nicht Unheil über sie brachten?
„Du wirst sie mögen.“ Belana hatte gesehen, wie die harte Fassade gebröckelt war. Sie setzte ein liebevolles Lächeln auf. „Gib ihnen eine Chance.“
„Mache ich.“, erwiderte Mephisto seufzend. „Aber erst Morgen. Ich bin müde.“
Belana nickte lächelnd. „Dann leg dich hin, mein Lieber.“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Mo Jul 15, 2013 6:02 pm

„Warum haben sie uns aufgenommen?“ Myra zog ihre Klamotten aus. Sie waren Steif vom Wasser und der Erde, die an ihnen klebten. Sie zog ihre Nase kraus und schleuderte ihr Shirt so weit von sich, wie sie konnte. Als Elian ihr noch immer keine Antwort gab, sah sie ihrem Cousin besorgt an. „Ist alles in Ordnung, Elian?“
„Ja.“ Er klang zögerlich, als er aus seinen Shorts stieg. Sein Blick hing an der einen Ecke, in der ein riesiges Buch umrandet von Kerzen stand. Daneben eine Art Kessel. „Was ist dass?“, fragte er fasziniert. Fast war er versucht hinüber zu gehen.
Myra folgte seinem Blick. Sie zuckte die Schulter, ohne jegliche Interesse. Alles was sie wollte war ein paar Stunden schlafen. Und dann vielleicht eine Dusche. Ob es hier Duschen gab, fragte sie sich besorgt. Sie rollte den Schlafsack aus, den Belana ihr gegeben hatte und legte sich hinein. Es war nicht so gemütlich wie ihr Haus in Sunset Valley, aber sie würde es aushalten können.
„Du solltest schlafen.“ Elian hatte sich inzwischen auch dazu entschlossen den Schlafsack auszubreiten. Er spürte erst jetzt wie erschöpft und verbraucht sein Körper sich anfühlte. „Ein gutes Frühstück hätte ich gerne.“, seufzte er noch, bevor den Reißverschluss zu zog.

Myra lächelte leicht. „Ja, so wie Mum es zu Hause macht. Mit Pfannkuchen, die in Sirup ertrinken und einem heißen Kakao.“ Sie schloss die Augen. „Was machen wir jetzt, Elian?“
„Weiß nicht.“, brummte der Blonde. Er versuchte sich die Unsicherheit nicht anmerken zu lassen. „Wir versuchen vielleicht erst einmal hier zu bleiben.“, dachte er schließlich laut nach. „Zumindest so lange bis dein Fuß wieder okay ist.“
„Ich will nach Hause.“ Myra war sich bewusst, dass sie wie ein kleines Mädchen klang, aber es kümmerte sie nicht. „Und ich meine mein richtiges zu Hause. In Sunset Valley.“
Obwohl Elian das Gleiche fühlte, lächelte er. „Mach dir keine Sorgen, Myra. Da wirst du früh genug wieder hinkommen. Vielleicht lassen sie uns eine Weile hier bleiben, bis wir fit sind und eine Rückreise machen können. Ich wüsste sonst nicht, was wir tun sollten.“
„Ich auch nicht.“, stimmte Myra ihm zu. Belana hatte ihr vorhin noch eine merkwürdige Kompresse mit Kräutern gemacht, die sich kalt anfühlten. Sie vertraute der rundlichen Frau noch nicht, ganz im Gegensatz zu Elian. Sie vermutete eine psychische Erkrankung, schließlich existierte Melavia nicht. Aber wo zum Teufel waren sie dann?
„Gute Nacht, Myra.“ Elian schloss die Augen, dankbar ein Dach über dem Kopf zu haben. Er gähnte. „Morgen sieht die Welt schon wieder ein bisschen besser aus.“
„Hoffentlich.“, flüsterte Myra sich selber zu, bevor sie ebenfalls die Augen schloss.

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Mo Jul 15, 2013 6:10 pm

Als am Morgen die Sonne aufging, spürte man, wie auf Melavia das Leben begann. Auch Elian, der selig in seinem selbstgebauten Bett geschlafen hatte, öffnete verschlafen seine Augen. Er blinzelte ein paar Mal, bevor er sich erinnerte, wo er war.
Sein Blick glitt hinüber zu seiner Cousine, aber sie schlief noch tief und fest. Ihr weicher Atem ging regelmäßig.
Elian bewegte sich lautlos und vorsichtig aus seinem Schlafsack, zog seine Klamotten an und schlich die Wendeltreppe hinauf in das obere Geschoss.
Erschrocken fuhr er zusammen, als er Belana in der Küche entdeckte.
„Guten Morgen, Elian.“, grüßte sie ihn obwohl sie mit dem Rücken zu dem blonden stand. „Hast du einigermaßen gut geschlafen?“
„Eigentlich sogar sehr gut.“, erwiderte er zurückhaltend. Noch immer wusste er nicht genau was er der rundlichen Frau glauben sollte. Und er fragte sich zunehmend, warum so eine starke Vertrautheit zwischen ihnen herrschte.
Belana stellte ihrem Gast eine Schüssel mit pürierten Früchten und etwas, dass aussah wie Jogurt hin. Sie lächelte ihm aufmunternd zu. „Auf Melavia brauchst du deine Kraft.“
Elian gehorchte ihr, als wäre sie seine Mutter. Er warf ihr einen intensiven Blick zu, als sie sich neben ihn setzte und ebenfalls frühstückte.

„Sind wir hier wirklich auf Melavia?“
Belana grinste breit. „Du und deine Cousine, ihr glaubt mir immer noch nicht, oder?“ Sie rührte etwas nachdenklich in ihrer Schüssel herum, und mischte somit die Früchte und den Jogurt miteinander. „Ich habe da etwas, Elian, dass dir beweisen wird, dass wir hier auf Melavia sind, und dass all diese Dinge, die sie über uns sagen wirklich existieren.“
Elian sah sie gespannt an. Die Neugierde und der Wille nach Neuem, zeichnete sich in seinem hübschen Gesicht ab.
Belana senkte den Blick. „Aber es ist etwas Wertvolles und ich habe geschworen es bis an mein Lebensende zu beschützen. Mit allem was ich habe.“ Sie sah ihn forschend an. „Ich sehe in deinen Augen Aufrichtigkeit, aber zu oft haben mich die Augen eines Menschen enttäuscht. Ich möchte dein Wort, dass du es für dich behalten wirst, egal ob du zurück gehen wirst oder hier mit uns bleibst.“
Elian nickte ohne zu Zögern. Seine Mutter hatte ihm gelehrt, einen Menschen immer Recht zu behandeln und von jedem das Beste zu denken. „Ich verspreche dir, dass ich schweigen werde.“ Er hielt ihr seine Hand hin. „Ich schwöre es.“
Belana schenkte seiner Hand nur einen kurzen Blick, aber eine Wärme durchfuhr Elian, von seiner Hand hinauf zu seinem Herzen und zu seinem Kopf. „Warte hier.“
Belana erhob sich und verschwand in dem einen Zimmer, dass an den Wohnraum angrenzte. Becky, ihre kleine Tochter, saß angezogen in ihrem Bett. Sie streckte ihre kleinen Ärmchen aus, als sie ihre Mutter entdeckte und lächelte sie mit ihrem zahnlosen Mundwerk gewinnen an. „Da!“, rief sie.
Belana lächelte mütterlich, bevor sie das kleine Mädchen aus dem Bett hob und fest an sich drückte. Rebecca, ihr ganzer Stolz! „Hallo, mein Liebes. Hat die Mama dich ganz lange warten lassen, hm? Zu lange.“ Liebevoll küsste sie ihre zarten Wangen.

Rebecca griff nach einer der Strähnen, die sich aus Belanas Zopf gelöst hatten. Aber sie zog nicht daran, wie es vielleicht andere Kinder getan hätten. Die Strähne begann zu glänzen, und wenn man genau hinsah, konnte man sehen dass sie ein Stück gewachsen war. Wie alles in Rebeccas Händen, gediehen die Haare.
„Du musst damit aufhören.“; lachte Belana zufrieden und hielt ihre Tochter ein Stück von sich weg. „So schnell wie du Mamas Haare wachsen lässt, kann ich sie gar nicht abschneiden.“
Rebecca grinste breit, als hätte sie die Worte ihrer Mutter wirklich verstanden. Belustigt wackelte sie mit ihren wunderschönen Flügeln.
„Du bist etwas ganz Besonderes, mein Schatz.“ Belana strich ihr sanft über das braune Haar. „Und jetzt ist da jemand vor der Tür, der auch wirklich besonders ist. Nicht im gleichen Sinne, wie du Becky, aber er ist etwas Besonderes. Und er weiß noch nichts davon, dass ist das wunderbarste an ihm.“
Rebecca sah sie an, und man konnte ein Glitzern in ihren Augen sehen.
„Du wirst ihn jetzt kennenlernen, Schatz, und du musst mir versprechen ihn nicht...zu verändern.“ Belana warf ihrer Tochter einen strengen Blick zu. „Er kennt das nicht.“
Obwohl Rebecca nicht nickte, war ihre Mutter sich sicher, dass sie es verstanden hatte.
Vorsichtig trat sie aus dem Schlafzimmer, dass sie sich noch mit ihrer Tochter teilte. Ihr Blick suchte fast etwas ängstlich den von Elian und als sie Elian lächeln sah, atmete sie tief durch.

„Sie ist wirklich...“ Elian starrte das kleine Mädchen mit den leuchtenden Flügeln auf dem Rücken fasziniert an. Aber es war nicht die Faszination eines Wissenschaftlers, dass dort aufleuchtete. Es war die Freude so etwas miterleben zu dürfen. „Perfekt.“
Belana lächelte ihren Gast erfreut an. All der Mutterstolz lag in ihren Augen. „Dass ist sie wirklich. Ihr Name ist Rebecca, aber wir nennen sie Becky.“
Elian nickte. „Sie ist...eine Fee, oder nicht?“
„Ja, ihr nennt sie so.“ Belana strich Becky sanft eine Strähne aus dem Gesicht. Die Haare des kleinen Mädchens waren zu einem unordentlichen Zopf zusammen gebunden. „Bei uns heißen sie leuchtende Geschöpfe.“ Sie deutete auf die Flügel. „Deswegen.“
„Ich verstehe.“, erwiderte Elian. Noch immer sah er Belanas Tochter an, doch in seinen Augen lag keine Angst, oder gar noch Erstaunen. Es war eine Aufrichtigkeit, die Belana noch nie bei einem Menschen gesehen hatte.
Er ist es, dachte sie überzeugt bei sich. Er ist der, den wir alle schon erwarten.
Elian schenkte seine Aufmerksamkeit urplötzlich Belana. Er sah direkt in ihre hübschen Augen. „Darf ich dir eine indiskrete Frage stellen?“, fragte er leise.
Belana nickte gutmütig. „Frag mich, was du willst Elian.“
„Wer ist der Vater von Becky? Und wo ist er?“
Belana zog ihre kleine Stupsnase kraus. „Er war ebenfalls ein leuchtendes Geschöpf, wie meine kleine Becky.“ Liebevoll wiegte sie ihre Tochter hin und her. „Sie sieht ihm unglaublich ähnlich, weißt du? Ihre Augen, ihre Gesichtszüge...“ Sie verstummte, und Elian glaubte zum ersten Mal etwas wie Traurigkeit in ihrem Blick zu lesen.

„Bis sie ihn umbrachten.“ Eine barsche Stimme durchbrach diesen Moment der Vertrautheit. Er riss beide Erwachsenen wieder auf den Boden der Realität.
Belana wandte sich zu ihrem Bruder um. Sie sah besorgt aus. „Mephisto, dass ist Elian. Er ist einer der Gäste, die gestern angekommen sind.“, stellte sie Elian leise vor.
Mephisto warf Elian einen eindringlichen Blick zu. Aber er schwieg.
„Ich habe dir Frühstück in den Kühlschrank gestellt.“ Belana deutete mit dem Kopf zur Küchenzeile. Sie versuchte zu Lächeln, aber selbst Becky schien zu bemerken, dass es verkrampft und anstrengend für die sonst so gut gelaunte Frau war.
Mephisto ging zum Kühlschrank. Elian fiel die alte Feuerwehrhose auf, die er trug. „Sie haben ihn hier weggeschleppt.“, begann der grimmige Mann plötzlich zu sprechen. Er sah keinen der beiden an, aber Elian wusste, dass er gemeint wurde. „Sie sahen ihn als ein Forschungsobjekt und Belana.“ Er warf seiner Schwester einen grimmigen Blick zu. „Belana ist zu gutgläubig, ebenso wie ihr Mann es war.“
„Ich schäme mich nicht dafür, dass ich an das Gute in Menschen glaube.“, erwiderte Belana mit felsenfester Stimmte. Sie setzte Rebecca sanft in den Hochstuhl, der neben der Treppe stand. „Und ich habe mich niemals dafür geschämt, dass Leon so war.“
Mephistos Lachen war höhnisch. „Es hat dich deine Familie gekostet, Belana.“ Elian konnte kaum mit ansehen wie feindselig der Blick des Mannes geworden war. „SIE haben uns alles genommen, Belana. Alles was wir je geliebt haben.“ Er setzte sich an den Tisch und rührte in der Schüssel herum. Sein Blick klebte auf der Tischplatte.

Belana zog Elian ein Stück beiseite, so dass Mephisto sie nicht mehr hören konnte. „Sie nahmen ihm Frau und Kinder.“Sie sah ihren Bruder mitleidig an. „Seit dem ist er nicht mehr der selbe, Elian. Also nimm es ihm nicht zu übel.“
„Tue ich nicht.“ Auch Elian sah seinen zweiten Gastgeber an. Er hatte Mitleid mit dem offensichtlich geknickten Mann. „Ich habe zwar keine Kinder, und ich habe auch keine Frau, aber wenn mir jemand meine Familie nehmen würde, dann wäre ich nicht anders.“ Er sah Belana fragend an. „Wer sind Sie?“
Mephisto schnappte seine letzten Worte auf. „Sie, seit ihr.“, rief er ihm über die Schulter hinweg zu. „Ihr habt uns alles genommen. Ihr...Menschen.“ Das letzte Worte spukte er Elian vor die Füße.
Der junge Blonde fühlte sich auf einmal schuldig, obwohl er nichts von alle dem getan hatte. Aber sich zu entschuldigen, dass würde nichts nützen, dachte er betrübt bei sich.
Belana klopfte ihrem Bruder aufmunternd auf die Schulter, bevor sie zum Kühlschrank ging um auch Rebecca ihr Frühstück zu machen. „Er wird uns helfen.“, murmelte sie.
Mephisto schnaubte verächtlich und rollte mit seinen Augen. „Klar.“
Elian stand da und wusste nicht genau was er tun sollte. Er hatte keine Ahnung von was Belana sprach und er wollte auch Mephisto nicht weiter verärgern. „Ich gehe duschen.“; entschied er schließlich und verließ den angespannten Raum.

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Mo Jul 15, 2013 6:14 pm

Myra war sauer gewesen, als sie erwachte und Elian schon verschwunden war. Noch immer fürchtete sie sich in diesem dunklen Haus, und vor dem merkwürdigen Menschen. Sie wollte nach Hause zu ihren Eltern und ihren Geschwistern.
Als sie auch die Küche leer auffand, beschloss sie die Gegend zu erkundigen. Vielleicht konnte sie eine Möglichkeit finden zu verschwinden. Wenn Elian nicht danach suchen würde, dann würde sie es tun.
Doch kaum machte sie ein paar Schritte nach draußen, entdeckte sie einen großen Mann. Er stand an dem Stall, der provisorisch neben dem Gemüsegarten aufgebaut war. Mit einer Bürste bearbeitet er liebevoll das Fell eines weißen Hengstes.
Er schien Myra nicht zu bemerken, und Myra war dankbar dafür. Noch nie hatte sie so einen wundervollen, eindrucksvollen Mann gesehen.
Sein Gesicht war kantig, hatte aber unglaublich weiche und liebevolle Züge. Sie waren ein wenig versteckt hinter den harten Zügen, aber sie waren da.
Und diese wundervollen Augen. In ihnen lag unglaublich viel Schmerz, dass konnte Myra sehen. Denn den gleichen Schmerz hatte sie selber schon in vielen Augen gesehen.

Der Mann schien sie bemerkt zu haben, denn er wandte den Kopf und sah sie an. Das liebevolle, weiche, es war verschwunden. Stattdessen sah er feindselig aus.
„I-ich bin Myra.“, stotterte sie vorsichtig. „Ich bin mit Elian hier...nur er...“
„Ich weiß wer du bist.“, unterbrach er sie unsanft. „Ich weiß wer ihr alle seid.“
Myra schluckte schwer. „Trotzdem weiß ich nicht, wer sie sind.“; murmelte sie vorsichtig.
Der Mann sah sie wieder an. Er mahlte mit dem Kiefer, Myra konnte es hören und sehen. „Mein Name ist Mephisto.“, erklärte er ihr schließlich scharf. „Ich bin Belanas Bruder.“
Myra nickte. Sie erinnerte sich, dass Belana so etwas gesagt hatte, doch geheuer war ihr dieser große Mann nicht. Auch wenn sie irgendetwas an ihm unwiderstehlich fand und sich fühlte, als müsste sie seine Nähe suchen. „Wie heißt er?“ Sie deutete auf das Pferd.
Mephisto legte die Bürste beiseite, mit der er den Hengst gestriegelt hatte. Sanft fuhr er dem Pferd über die Nüstern. Der Ausdruck auf seinem Gesicht wurde ein wenig weicher. „Sein Name ist Rupert. Er ist unser edelster Besitz.“

Verstehend nickte Myra erneut. Nicht nur, dass dieser Hengst unglaublich hübsch war durch das weiße Fell, dass praktisch leuchtete, sie konnte verstehen dass diese Menschen das Pferd brauchten. Wie sonst sollten sie die ganzen Sachen transportieren, die sie sammelten um hier zu überleben.
„Für euch sind Tiere wertlos, nicht war? Ihr schätzt sie nicht. So wie ihr nichts von alle dem schätzt, was die Natur euch schenkt.“
Eingeschüchtert von den harten Worten des Fremden wich sie ein paar Schritte zurück. „W-wie meinst du dass? Du kennst uns doch gar nicht!“
„Ich kenne euch alle.“,erwiderte er wütend. Seine Hände ballten sich zu Fäusten. „Ihr seid alle gleich. Ihr zerstört und zerstört und es kümmert euch nicht.“ Ohne ein weiteres Wort ließ er sie stehen. Auch ohne das Pferd zurück in seinen Stall zu bringen.
Als Mephisto außer Sichtweite war, machte Myra ein paar Schritte auf den Hengst zu. Von seiner Anmut war sie beeindruckt. „Was für ein wundervolles Pferd du doch bist.“, flüsterte sie, ihre Nase sanft an seine gelegt.

„Als ich jung war bin ich mal geritten weißt du, aber es ist lange her.“ Sie lächelte selig bei der Erinnerung an ihre alte Heimat. „Ich glaube ich kann es gar nicht mehr. Aber ich würde es gerne wieder ausprobieren. Besonders auf so einem hübschen Pferd wie dir.“
Der Hengst stupste sie zutraulich an, als wollte er ihre Zweifel nehmen.
„Wenn Mephisto mich auf deinem Rücken sehen würde, würde es sicher Tote geben.“ Sie lachte, aber es klang unglücklich. Und schon rollte eine einsame Träne über ihre Wange. „Ich weiß nicht wo wir sind und ich weiß nicht, was dass für Leute sind. Ich weiß nur, dass ich nach Hause will. Zu meinen Eltern. Zu meinen Geschwistern. Einfach weg.“
Der Hengst wieherte tröstend.
„Danke.“, murmelte Myra und wischte sich über die Wangen. Ein zaghaftes Lächeln lag auf ihren Lippen. „Ich wünschte ich wäre nie von zu Hause weggegangen. Dann wäre das Ganze hier nicht passiert.“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Jul 20, 2013 2:27 pm

„Der Strand ist wundervoll.“, erzählte Belana fröhlich, während sie den langen Weg hinunter zum Meer gingen. Sie wollte ihm zeigen wie wunderschön diese Insel war. Vielleicht würden sie dann doch bleiben...
Elian nickte. Schon jetzt fand er diese Insel mehr als beeindruckend, und dass lag nicht nur an den verschiedenen Wesen, die sie bewohnten. Es war verrückt, aber er fühlte sich auf eine seltsame Art und Weise zu diesem Ort hingezogen. Als wäre er hier geboren.
„Dort hinten.“ Belana deutete auf eine Ruine nah des Wassers. „Da war mal eine richtig schöne Bar. Dort haben wir uns als Jugendliche oft getroffen um zu feiern und zu tanzen. Es gab Musik und tropische Getränke, es war herrlich.“ Sie seufzte schwer. „Nachdem sie alle verschwunden waren bin ich oft mit Becky her gekommen. Ich dachte ich würde ein Stück des alten Gefühls wieder bekommen, aber da war nichts.“
Elian warf ihr einen mitleidigen Blick. Es war ihm unangenehm, aber er musste es fragen. „Belana? Was genau ist denn damals passiert? Ich meine, dass sie alle weg sind.“
Belana lächelte, aber es war ein sehr unglückliches Lächeln. Sie schüttelte den Kopf. „Es ging so schnell Elian, genau weiß ich es auch nicht. Ich weiß nur, dass es da schrecklichste war, dass was ich in meinem ganzen Leben erlebt habe.“
Sie kamen am Wasser an, dass so blau schimmerte, wie Elian es noch nie in seinem ganzen Leben gesehen hatte. Er machte ein paar unsichere Schritte nach vorne.
„Meine Güte.“ Er hielt an. „Dass ist wirklich herrlich.“

Belana nickte. „Melavia hat ein wirklich einen wunderschönen Strand. Wenn mir Zeit bleibt, dann gehe ich oft hier her.“ Sie machte eine kleine Pause. „Wo kommst du her?“
„Sunset Valley.“, erwiderte Elian, den Blick noch immer abwesend auf das Meer gelegt. Ein kleines bisschen Heimweh durchfuhr ihn, aber nicht nach der Stadt sondern nach seiner Mutter, seiner kleinen Schwestern und nach all den anderen, die ihm am Herzen lagen.
„Ist es schön da?“, harkte Belana neugierig nach. „Ich hab die Insel noch nie verlassen.“
Elian lächelte ihr über die Schulter zu. „Du wärst erstaunt, Belana.“, erklärte er ihr lachend. „Überall sind Leute und es gibt Läden und Restaurants und viele viele Autos. Und wirklich viele Häuser. Eine wirklich stark bevölkerte Stadt.“
„Dass war Melavia auch mal.“, erwiderte Belana lächelnd. „Wir hatten viele schöne Hütten und auch ein paar Läden. Und ein wirklich leckeres Restaurant.“ Sie seufzte erneut. „Jetzt ist diese Insel unbewohnt. Die meisten Häuser sind verfallen und die Läden und Restaurants nur noch unbenutzte Ruinen.“
„Sind deine Eltern auch weggegangen?“, fragte Elian vorsichtig. Er drehte sich zu seiner Gesprächspartnerin um und setzte sich auf die Bank, die dort stand.
Belana schüttelte den Kopf. Sie nahm Becky aus dem Kinderwagen und setzte sie in den Sand damit sie spielen konnte. „Meine Eltern starben als ich noch sehr jung war. Seit dem war ich mit Mephisto alleine. Bis ich Leon kennenlernte.“
„Deinen Mann?“
Sie nickte lächelnd. Es war ein sehr glückliches Lächeln, dass Elian nur bei Großmutter schon einmal gesehen hatte. „Er traf mich in der Natur, als ich gerade neue Samen für unseren Garten suchte, und ich war sofort verliebt, weit du. Er war etwas älter als ich und sehr intelligent. Hochschullehrer an unserer Schule. Wir heirateten keine drei Wochen später.“
„Dass klingt wirklich schön.“, murmelte Elian beeindruckt.
Belana nickte übereifrig. Mit den Händen begann sie herum zuspielen, bis ein roter Apfel in ihrer Hand auftauchte. Er glänzte beeindruckend.

„Leon und ich hatten die perfekte Beziehung, weißt du? Wir haben uns so sehr geliebt. Mephisto war auch glücklich, insbesondere nachdem er Tala kennenlernte und zwei wundervolle Mädchen bekam.“ Sie verstummte für einen kurzen Moment. „Sie fehlen ihm so sehr. Er leidet jeden Tag und ich kann nichts dagegen tun.“
„Du sagtest sie wurden weggenommen. Was meinst du? Sind sie...tot?“
Belana schüttelte den Kopf, den Blick betrübt auf ihre Hände gelegt. „Sie waren wundervoll, Elian. Sie war auch ein leuchtendes Geschöpf und sie war wunderschön, weißt du? Die Menschen...“ Sie warf mir einen entschuldigenden Blick zu: „Es waren schreckliche Menschen, Elian. Talas Schönheit war ihr Fluch. Ein Mann hatte sich in sie verliebt und nahm sie und ihre Töchter mit. Mephisto konnte nichts tun, sie fesselten ihn und...“ Sie schüttelte betrübt den Kopf. „Es war so schrecklich.“
„Und Leo?“ Elian wollte nicht in der Wunde bohren, aber er musste es wissen.
„Leo starb.“, erklärte Belana mit kratziger Stimme. Sie sah ihre Tochter an. „Sie nahmen ihn mit und er weigerte sich. Sie...sie haben ihn aus dem Weg geschafft.“
Eine Stille trat ein, in der jeder den Schmerz fühlen konnte, der durch Belanas Körper fuhr.
„Hast du Familie?“, fragte Belana schließlich, nachdem sie sich beruhigt hatte.
Elian nickte. „Ich habe keine Frau und auch keine Kinder, aber ich habe viele Geschwister.“ Bei der Erinnerung an seine Rasselbande grinste er schief. „Zwei kleine Schwestern und einen kleinen Bruder. Sie leben mit meiner Mutter und meinem Stiefvater in Twinbrook.“
„Du vermisst sie sich, oder?“, harkte die Mutter einer Zweijährigen nach.
Elian nickte leicht. „Klar, sie fehlen mir. Aber ich werde sie wiedersehen.“

Um die Stimmung positiver zu gestalten, grinste Belana schließlich. „Ich zeig dir mal etwas.“, erklärte sie Elian mit gespanntem Gesichtsausdruck. „Ich bin eine...wie sagt ihr? Hexe? Ich bin zwar noch am Anfang meiner Fähigkeiten, aber...“ Sie holte einen Zauberstab aus dem Bund ihres Rockes und kniff die Augen ein wenig zusammen. Langsam schwang sie den Zauberstab und wunderhübsche Funken traten aus der Spitze.
Becky, die noch immer am Boden saß grinste und klatschte erfreut in die Hände.
Auch Elians Augen wurden groß. Staunend betrachtete er die Vorführung seiner neugewonnen Freundin, ehrlich erfreut.
„Wunderbar, nicht wahr?“, fragte Belana lächelnd, nachdem sie die Augen wieder geöffnet hatte und ihr Werk betrachten konnte. „Es ist nichts bedeutendes, aber ich kann von Tag zu Tag mehr. Und irgendwann werde ich in den Kampf treten können.“
„In welchen Kampf?“, fragte Elian irritiert. „Vor allem gegen wen?“
„Gegen die böse Macht.“, erwiderte Belana, während sie weiter den Zauberstab schwang. „Es ist eine wirklich komplizierte Sache, Elian.“
Er sah sie bittend an: „Erkläre sie mir.“
Obwohl Belana ihm traute, wie sie zuvor nur Mephisto vertraut hatte, wurde sie zögerlich. Die Prophezeiung war besonders, sie musste mit allem was man hatte geschützt werden, denn wenn sie in falsche Hände geriet, könnte es für alle Wesen der Tod sein.
„Ich kann nicht.“, erwiderte sie bedrückt. „Es ist verboten Elian, und ich muss mich daran halten.“ Sie machte ein gedankliche Pause. „Es gibt eine Möglichkeit, wo ihr alles erfahren werdet. Von den Anfängen bis hin zu dieser Zeit.“ Sie sah Elian ängstlich an. Denn jetzt würde sie die elementare Frage stellen. „Ihr müsstet hier bleiben und mit uns in den Kampf treten, wenn es so weit sein sollte.“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Jul 20, 2013 2:48 pm

Myra hatte lange nur da gesessen und in die Gegend gestarrt. Mephisto hatte bald das Pferd gesattelt und war verschwunden. Und ab dem Moment war Myra ganz alleine im Haus. Sie hatte sich in die Küche gesetzt und einfach nur die Wand angestarrt, während sie darüber gegrübelt hatte, wie sie und Elian von ihr fort gehen konnten.
Gedankenverloren erhob sie sich schließlich und schüttelte den Kopf.
Sie wusste nicht wie spät es war, aber es musste schon auf den Abend zugehen, denn sie Sonne am Himmel stand wirklich tief.
Myra seufzte und rieb sich die Stirn. Wenn wir bloß niemals losgefahren wären, dachte sie traurig bei sich. Wenn wir nur zu Hause geblieben wären, bei Mum und Dad.
Sie trat an das Waschbecken und begann es mit dem Schwamm, der daneben lag zu putzen. Sie sah aus dem Fenster und biss sich auf der Unterlippe herum.
Es musste eine Möglichkeit geben zu verschwinden, dachte sie bei sich. Es musste einfach!

Erschrocken zuckte sie zusammen, als die Haustür aufging und Belana und Elian samt Becky zurückkamen. Sie sahen ebenso nachdenklich aus, wie Myra es war.
„Oh, Myra.“ Elian sah sie an, als hätte sie vergessen, dass sie bei ihm war. „Alles okay?“
„Ob alles okay ist?“, fragte sie im barschen Ton. „Elian, du hast mich hier alleine gelassen! Wie kannst du nur? Ich hatte Todesängste!“
Elian rollte mit seinen braunen Augen und zog seine Cousine ein Stück weit weg von Belana, die sich inzwischen am Kühlschrank zu schaffen machte. „Es tut mir Leid, Myra.“, beteuerte er hastig. „Aber diese Insel...“
„Die Insel ist schrecklich.“, fauchte Myra. Tränen er Wut stiegen ihr in die Augen. „Verdammt nochmal Elian! Du kennst diese Leute nicht und du vertraust ihnen wie...wie ein blindes Huhn. Ich will nach Haus, so schnell es geht.“
Elian sah seine Cousine an. In ihm tobte die Diskussion, die er seit dem Gespräch mit Belana ausfochtete. Er verstand Myra, auch er vermisste seine Familie, seine Freunde und natürlich auch die Gewohnheiten die er dort hatte. Aber gleichzeitig spürte er, dass er hier bleiben musste. Er musste Belana und Mephisto helfen, die ihre Familie schon verloren hatten. Und er musste das Geheimnis erfahren!

„Redest du jetzt nicht mehr mit mir?“, fauchte Myra ihn wütend an.
Elian seufzte. Mit der Hand fuhr er sich durch das blonde Haar. „Es ist nicht so einfach, wie du denkst, Myra. Es gibt hier so viel mehr, als wir kennen.“
„Dass ist mir egal.“, antwortete sie. Jetzt liefen die Tränen über ihre hübsche Wange. „Ich möchte einfach nur nach Hause zu meiner Familie. Zu meinen Geschwistern. Und zu den Sachen die ich kenne. Dieses ganze Psychospiel hier ist mir zu viel.“
„Es ist kein Psychospiel!“, beteuerte Elian ungeduldig. „Du verschließt dich vor allen was du siehst, aber dass wird dir nicht helfen Myra. Du musst akzeptieren, dass wir hier auch Melavia sind und wir diesen Menschen helfen müssen!“
„Du musst diesen Leuten vielleicht helfen.“; spukte sie ihm kalt entgegen. „Ich werde gehen, Elian. Und wenn du klug bist entscheidest du dich nicht gegen deine Familie um einer Fremden zu helfen.“ Sie warf ihm einen letzten Blick zu und eilte dann nach unten in den Keller.
Elian seufzte, aber er folgte ihr nicht. Es macht keinen Sinn, dachte er bei sich, nicht jetzt.
„Es tut mir Leid.“, murmelte Belana leise aus der Ecke, in der sie das Essen vorbereitete.

Elian winkte ab. „Es ist nicht deine Schuld. Myra ist...sie glaubt nicht an so etwas.“
„Aber nur weil euch etwas eingeredet wird.“ Belana sah mich nachsichtig an. „Euch wird gesagt, dass es Märchen sind und dass es uns nicht gibt. In manchen Kindern zerstören sie die Gabe zu Glauben. In dir haben sie es nicht geschafft.“
„Sie haben es nicht versucht.“, verriet Elian nickend. Er stellte sich neben Belana und half ihr das Abendessen zuzubereiten. „Meine Mutter hat uns viele Freiheiten gelassen.“
„Dass ist gut.“, erwiderte Belana zufrieden. „Du glaubst mir also, oder nicht?“
Elian nickte eilig. „Natürlich. Du und Becky, ihr seid der beste Beweis.“ Er dachte einen Moment nach. „Was ist Mephisto?“
„Ein Geschöpf des Mondes.“, erklärte Belana leichthin. Sie musste über Elians ratlosen Gesichtsausdruck schmunzeln. „Er ist ein Werwolf, wenn du so möchtest.“
„Okay.“, murmelte Elian. Er nahm Belana den Topf ab und stellte ihn auf den Herd. „Er ist nicht sonderlich oft hier, oder? Ich meine, ich sehe ihn nie.“
„Er sucht die Abgeschiedenheit. Seit der Sache mit Tala hat er immer wieder Wutausbrüche und verwandelt sich dabei. In dieser Form kann er sich noch nicht sicher kontrollieren und er zieht es vor, dass weder ich noch Becky dabei sind.“
„Dass ist gut.“ Erleichterung durchfuhr den Blonden. Er sah seine Gastgeberin vorsichtig an, und als sie zurück lächelte, errötete er leicht. „Ich meine...für euch.“
Belana nahm zwei Schüssel und füllte die gut riechende Suppe hinein. Sie stellte auf den Tisch und ließ sich auf einen der Stühle nieder.

Elian setzte sich neben sie. Verlegen schaute er sein Besteck an.
„Hast du es dir überlegt?“, fragte Belana in die anhaltende Stille. „Hier zu bleiben?“
Elian zuckte die Achseln. „Ich bin mir nicht sicher, Belana. Ich habe auch zu Hause Verpflichtungen und...und ich kann Myra nicht alleine gehen lassen. Sie ist meine Cousine und ich habe ihren Eltern versprochen auf sie aufzupassen.“
„Dass verstehe ich, Elian.“, erwiderte Belana aufrichtig. „Wir brauchen dich trotzdem.“
„Warum?“, fragte er verwirrt. „Belana, du musst mich aufklären. Ich verstehe nichts von dem was du redest, nur dass ich irgendwie wichtig für euch bin. Aber warum?“
Belana sah ein, dass sie nicht mehr drum herum kam Elian von der Prophezeiung zu erzählen, aber sie noch immer verunsichert. Was, wenn er sie nicht erfüllen wollte?
„Elian.“ Sie seufzte. „Es ist spät. Lass uns morgen darüber reden, okay? Ich muss mir noch viele Gedanken machen um dir die Sache wirklich zu erklären.“
Elian nickte, aber er konnte es kaum abwarten zu verstehen, was sie schon lange verstand. Etwas sagte ihm, dass er Teil eines Großen werden würde.

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Jul 20, 2013 3:03 pm

Schon am nächsten Abend schämte Myra sich unglaublich für ihr Benehmen am Vortag. Sie hatte sich den ganzen Tag im Keller vor sich hin geschämt und überlegt wie sie sich bei Elian entschuldigen konnte. Ihr Ausbruch war nicht fair gewesen.
Elian war wie am Tag zuvor früh auf gestanden. Er hatte sie nach kurzem Zögern schlafen lassen, sie hatte es bemerkt. Seit dem war er nicht mehr aufgetaucht.
Sorgfältig schelte sie sich aus ihrer Decke, schlüpfte in ihre Klamotten und stapfte nach oben um erst einmal etwas zu Essen. Ihr Magen knurrte unangenehm.
Wider ihres Erwartens war sie nicht alleine. Ein kleines Mädchen mit leuchtenden Flügeln flog knapp über den steinernen Boden der Küche.

Myras Blick wurde sofort weicher. „Wer bist du denn?“, fragte sie leise. Vorsichtig machte sie ein paar Schritte auf das Mädchen zu, erwartend, dass sie sich ängstigte und davon krabbelte.
Aber Rebecca blieb wo sie war. Mit einem Plumps ließ sie sich wieder auf ihren niedlichen Windelpopo fallen. Kichernd sah sie Myra an.
„Du bist ja wirklich niedlich.“ Myra lächelte selig. Für Kinder hatte sie schon immer einen Platz in ihrem Herzen gehabt und dieses Exemplar war unweigerlich das süßeste, was sie je gesehen hatte. Selbst die Flügel, die wohl oder übel zu dem Mädchen zu gehören schienen, machten ihr keine Angst. „Du siehst aus wie eine kleine Fee.“
Rebecca grinste breit und streckte eine Hand nach der neuen Besucherin aus, die sie noch nicht kennengelernt hatte.
„Du musst Belanas Tochter sein.“, murmelte Myra eher sich selber zu. Sie strich der Kleinen sanft über das braune Haar. „Sie hat mir gar nicht gesagt, dass sie so eine wundervolle Tochter hat.“ Noch mehr schämte Myra sich nun so in die Luft gegangen zu sein. Da hatte sie eine Mutter mit Kind, die auf einer Insel ohne alles lebte als Psychopathin bezeichnet und ihr nicht glauben wollen. Und hier saß der lebende Beweis.
Die Unterlippe der kleinen Fee begann zu zittern und nur ein paar Sekunden später ertönte lautes Weinen aus ihrem kleinen Mund.
Myra streckte etwas hilflos die Arme aus. Sie hatte noch nie ein Kind gehabt und wirkliche Erfahrung hatte sie auch nie gesammelt. „Beruhige dich doch kleine Maus.“, bat sie leise.
So hörte sie gar nicht wie die Haustür aufging und Belana hereinkam. Sie nahm Rebecca auf den Arm und wiegte sie sanft hin und her. Und sofort hörte das kleine Mädchen auf zu weinen und lächelte sogar.
„E-es tut mir Leid.“, stotterte Myra verlegen. Sie fühlte sich unwohl und dass nicht nur wegen ihrem Ausbruch am letzten Abend.
Belana schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln. „Was denn?“, fragte sie mit weicher Stimme. „Becky hat sicher nur Hunger, deswegen ist sie etwas quängelig.“
„Ich mach Abendessen.“, entschied Myra spontan und nahm ein paar Zutaten aus dem Kühlschrank. Sie stellte sich an die Theke und begann sie zu zerschneiden.

Belana setzte ihr Tochter vorsichtig in den Hochstuhl und gab ihr ein paar Weintrauben, die sie gerade frisch geerntet hatte. „Geht es dir besser, Myra?“
Die Blauhaarige warf ihr einen kurzen verschämten Blick zu. „Wie meinst du dass?“
„Na wegen deinem Fuß.“ Belana deutete auf Myras Schuhe. „Hat der Verband geholfen?“
„Sehr sogar.“, erwiderte Myra wahrheitsgemäß. Langsam schnitt sie eine frische Paprika in ihre Bestandteile. „Wo ist denn eigentlich Elian?“, fragte sie vorsichtig.
Belana gesellte sich zu ihr. Die beiden Frauen standen sich nun sehr nah. „Er ist noch ein wenig spazieren gegangen. Er sagt er muss nachdenken.“ Sie nahm einen Apfel, der übrig geblieben war und stellte ihn sicher auf die Theke. „Ich glaube es fehlen Tomaten.“
„Es waren keine im Kühlschrank.“, erwiderte Myra leise. Sie sah Belana an.
Belana zwinkerte ihr zu, bevor sie ihren Zauberstab zückte und auf den Apfel deutete. Mit ein paar schwungvollen Bewegungen verwandelte sie den leuchtenden Apfel in eine wunderschöne rote Tomate.
Myra hielt die Luft an. „Wow.“, gestand sie schließlich und ein Lächeln huschte über ihre Lippen. „Was war dass denn?“
„Ein einfacher Verwandlungszauber.“, gestand sie fröhlich, während sie die Tomate nahm und sie in kleine Stücke schnitt. „Es ist bei weitem noch nichts Besonderes.“
„Ich fand es sehr besonders.“, erwiderte Myra, immer noch unglaublich beeindruckt. Sie sah ihre neue Gastgeberin an. „Ihr seid also wirklich...Zauberwesen.“
„Wenn du uns so nennen willst.“ Belana grinste, bevor sie drei Teller mit Salat füllte und sie auf den Tisch stellte. „Komm, wir sollten essen.“

„Was ist mit Mephisto?“, fragte Myra vorsichtig, bevor sie sich neben Belana setzte. Sie versuchte das Interesse an dem jungen Mann zu verbergen, aber Belana merkte es.
Sie biss sich auf die Unterlippe. „Er ist ein Einzelgänger.“, erklärte sie sanft. Sie sah die junge Frau vor sich eindringlich an. „Er isst selten mit mir.“
Bevor Myra antworten konnte, öffnete sich die Tür erneut und Elian kam herein. Er lächelte erst Belana, dann Myra freundlich zu, bevor sein hungriger Blick auf das Essen viel. „Wow, Abendessen, ich hab riesigen Hunger!“ Er setzte sich neben Belana und schaufelte sein Essen in sich hinein. Urplötzlich hielt er inne. „Ich habe mich entschieden zu bleiben.“ Nachdenklich sah er Myra an. „Ich kann es dir nicht genau erklären, Myra und ich bin dir auch nicht böse wenn du gehen willst, schließlich ist es dein Leben.“
Belana schien erleichtert. Obwohl man es vorher nicht gesehen hatte, war sie angespannt gewesen. Bis jetzt. Ihre Muskeln entspannten sich. „Das ist gut.“
„Ist es.“, erwiderte Myra, statt Elian. Sie nickte ihrem Cousin zu. „Du gehörst hier her. Und...und vielleicht werde ich dass auch irgendwann, aber nicht jetzt.“
Ihre Entscheidung akzeptierend nickte Elian leicht. „Ich begleite dich nach Twinbrook. Meine Mutter heiratet dort und ich möchte dabei sein. Anschließend kehre ich zurück und du wirst mit deinen Eltern nach Sunset Valley reisen.“
Myra nickte lächelnd. „Eine gute Idee.“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am So Jul 21, 2013 7:39 pm

1. Woche Mojica / Harper

Dalia-Rose Mojica
Ava-Mercy Mojica
Dave Mojica
Sophie Harper-Mojica
Jesse Mojica
Rosemary Mojica



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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am So Jul 21, 2013 7:44 pm

Avas P.O.V
„Und dass ist die Küche.“ Mein Sohn machte eine ausladende Geste in dem letzten Raum, den wir uns anguckten. Er zuckte verlegen die Schultern. „Es ist nicht so riesig wie euer Haus in Twinbrook, aber ich denke es hat alles was ihr braucht.“
„Dass hat es.“, erwiderte ich aufrichtig. Ich lächelte meinen Sohn dankend an. „Ich hoffe wir haben euch nicht zu viele Umstände gemacht.“
Elian schüttelte den Kopf, aber in seinen Augen konnte ich sehen, dass da doch etwas war, dass ihm zusetze. „Wir haben ja kein neues Haus gebaut, Mum. Wir haben es im Prinzip nur hergerichtet und etwas aufgearbeitet.“
Ich schloss instinktiv meine Arme fest um seinen Nacken. „Ich danke dir sehr dafür, Elian. Für alles.“ Mit Tränen in den Augen löste ich mich von ihm und sah ihn an. „Schon wieder bist du mir eine Stütze, obwohl ich dir doch eine sein sollte. Ich bin deine Mutter!“

Elian lachte leise. „Mum, bitte. Ich bin erwachsen und ich bin dir gerne eine Stütze.“ Er tätschelte meinen Arm. „Außerdem, wenn es hier um Leben und Tod geht, ist es meine Pflicht euch zu helfe. Ich könnte es mir nie verzeihen wenn euch etwas passiert.“
„Wird es jetzt nicht mehr.“ Dave, der hinter uns stand lächelte beruhigend. „Ich denke dass wir hier sehr sicher sein werden. Auf Melavia.“ Ein Lächeln huschte über seine Lippen.
Ich erwiderte es. Als Elian den Namen dieser Insel preisgab, war ich zuerst zusammen gezuckt. Die Prophezeiung von Melavia und dann gingen wir nach Melavia? Es kam mir so hirnverbrannt vor, dass ich am liebsten wieder gefahren wäre. Aber Dave hatte mich fest an sich gedrückt und genickt. Es schien okay zu sein.
Elian nickte. „Melavia ist eine nicht sonderlich fortschrittliche Insel, Mum, dass müsst ihr wissen. Belana, Mephisto und ich arbeiten so oft wir nur können, aber es gibt zu viele Baustellen.“ Er seufzte. „Ich bin froh, dass wir alle Leitungen herstellen konnten. Und Belana hat es geschafft einen alten Händler zu kontaktieren. Er wird uns mit den Dingen versorgen, die wir hier nicht haben. Gegen Bezahlung natürlich, aber dass ist ja kein Problem.“
Ich errötete bei den Gedanken an unser volles Geldkonto, dass wir nun in unserer Matratze vom Ehebett versteckten. „Ich mach uns Abendessen.“; murmelte ich und beeilte mich ein paar Zutaten, die uns Belana freundlicherweise bereitgestellt hatte, aus dem Kühlschrank zu nehmen und sie zu zerschneiden.

Elian redete indessen ungefragt weiter. „Es gibt ein Krankenhaus, nicht weit von hier. Belana und ich haben es so gut wie es geht wieder aufgebaut, aber die ganzen Medikamente fehlen noch. Solltet ihr einmal krank werden, meldet euch bei Belana. Sie hilft.“ Er setzte sich an den Tisch. „Bald wollen wir das Rathaus wieder herrichten, vielleicht mögt ihr uns helfen?“
Dave nickte eilig. „Natürlich. Ich kann gleich morgen anfangen.“ Er warf mir einen kurzen Blick zu. „Du kümmerst dich um Rose, okay? Hier gibt es keinen Kindergarten mehr.“
„Natürlich.“ Ich hielt einen Moment inne beim schneiden. „Und wie sieht es mit einer Schule aus?“, fragte ich besorgt. Ich dachte an Jesse und an meine Sophie, die bald ihren Abschluss machen wollten und mussten. Sophie wollte dann studieren.
„Es gibt noch keine.“, murmelte Elian schuldbewusst. Er rieb sich den Kopf. „Ich denke sie müssen sich erst einmal in einen dieser Lernprogramme aus dem Internet anmelden, für Kinder die keine Schule besuchen könne.“ Er sah mich an. „Aber ich verspreche, dass ich mich so schnell es geht darum kümmere, Mum.“
„Danke.“, erwiderte ich etwas beruhigter. Auch Rose würde irgendwann einmal in die Schule gehen müssen und ich wollte ein so normales Leben wie es nur ginge. Denn noch immer wussten weder Dave und ich genau was so besonders an ihr war.
„Essen ist fertig!“, rief ich in den Flur, damit auch der Rest meiner Familie kam.

Wir quetschten uns alle um den viel zu kleinen Esstisch in der Küche und verschlangen den Salat als gäbe es kein Morgen mehr.
„Hier ist nichts.“, stellte Sophie schließlich mit einem zweifelnden Blick fest. „Gar nichts, Mum. Kein Gemeindefest, keine Gitarrenstunden, kein Kino, nichts!“
„Ich weiß.“, erwiderte ich seufzend. „Und es tut mir wirklich Leid, Sophie, aber es geht nicht anders. Uns bleibt zur Zeit nichts anderes übrig.“
„Bin ich froh, dass ich bald zum College kann.“, murmelte sie und stopfte sich ein Stück Tomate in den Mund.
Ich warf Dave einen Blick zu, aber der schüttelte bloß beruhigend den Kopf. Er hatte ja Recht. Meine Sophie war eben nicht gemacht um im Grünen zu leben, so viel war klar.
„Ich bin froh, dass wir wenigstens Internet haben.“, brachte sich Jesse schulterzuckend ein. „Ich glaube ansonsten wäre ich auch durchgedreht. Vor allem weil uns hier ja niemand was sagt.“ Sein böser Blick galt erst mir, dann seinem Vater.
„Ihr werdet noch früh genug erfahren, was los ist.“, erwiderte Elian nachdenklich. Sein Gesicht wirkte abwesend. „Alles wird sich finden.“
„Nicht du auch noch.“, stöhnte Sophie und rollte mit ihren Augen. „Ihr werdet alle zu komischen Gurus die immer nur vom Sinn und dem Weg dorthin sprechen. Der Weg ist das Ziel oder so.“
Ich musste lachen und auch die anderen stimmten bald ein.
Ich konnte hier glücklich werden, dass spürte ich. Hier war es schön und ich hatte alle meine Kinder um mich.

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am So Jul 21, 2013 7:48 pm

Ich betrachtete meine schlafende Tochter noch eine ganze Weile, nachdem ich sie in den Schlaf gelesen hatte. Ihr ruhiges Gesicht zu sehen, ließ mich immer wieder daran denken, wie sehr ich dieses Kind liebte. Und dass sogar, bevor sie auf die Welt kam.

Nicht dass ich Elian oder Sophie weniger liebte, nein, aber bei Rose fühlte es sich anders an. Ich hatte das Gefühl, dass ich einen größeren Teil in ihrem Leben spielen würde.
„Ich liebe dich, meine Kleine.“; flüsterte ich ihr zu und küsste sie sanft auf die Stirn. „Jetzt schlafe erst einmal, damit du zur Ruhe kommst. Jetzt beginnt ein anderes Leben.“
Leise richtete ich mich wieder auf und schlich aus dem kleinen Kinderzimmer. Im Wohnzimmer traf ich auf Dave, der gemütlich vor dem Fernseher saß. Das Bild war nicht sonderlich gut, aber es reichte um ein paar ruhige Stunden zu verbringen.
„Elian sagte, es würde besser werden.“ Ich setzte mich neben meinen Mann und sah ihn an. Als er meinen Blick verständnislos erwiderte, deutete ich mit dem Kopf zum Fernseher. „Er sagte die Fernsehsignale sind noch nicht gerade ausgefeilt.“
„Dass habe ich bemerkt.“ Dave lehnte sich seufzen in die alten Polster des Sofas. „Ich finde das Haus großartig, weißt du? Es erinnert mich an die Hütte, in der wir als Kind einmal gewohnt habe.“
Ich nickte, mich erinnernd. „Ich finde das Haus auch schön.“; stimmte ich zu. Wohlig sah ich mich in dem großen Raum um. „Und ich finde es unglaublich lieb, dass sie es uns gegeben haben. Sie hätten dass nicht für uns machen müssen.“
„Belana ist eine von uns.“ Dave lächelte leicht. „Ihr würdet sie Hexe nennen Sie weiß was diese Prophezeiung bedeutet und sie weiß, dass wir hier sicher sind.“
„Weiß sie auch, warum es Rose ist?“, fragte ich leise.
Dave schüttelte den Kopf. „Nein, sie weiß nur dass sie es ist.“ Er räusperte sich. „Wir müssen sie dass nicht machen lassen, Ava. Wir können sie davor bewahren.“

Ich kuschelte mich an ihn und sorgte dafür, dass er den Arm um mich legte. „Der Mann am Telefon sagte etwas anderes. Niemand kann dieser Prophezeiung entkommen.“, wiederholte ich und ein Schauer überfuhr mich. „Wir können Rose nicht vor ihrer Aufgabe retten. Ich glaube dadurch würden wir sie nur noch mehr in Gefahr bringen.“
Dave schwieg einen Moment, dann küsste er mich sanft auf das blaue Haar. „Du bist eine wirklich kluge Frau, Ava. Viel klüger als ich es bin, denn ich würde Rose am liebsten aus allem was kommt raus halten.“
Ich lachte leise. „Dass ist das Los eines Vaters, Dave.“ Nachdem ich eine Weile nachgedacht hatte, fragte ich leise: „Wie lange haben wir noch?“
„Bis sie ein Teenager ist.“, kam die Antwort schnell von meinem Mann. „Vielleicht werden wir schon vorher kleine Auffälligkeiten bemerken, aber erst im Teenageralter sollte sich ihre gesamte Kraft entfalten, was für immer eine Kraft dass auch ist.“
„Sie ist noch so klein.“; flüsterte ich und Tränen traten mir in die Augen. „Und schon jetzt lastet eine unnormale Aufgabe auf ihr. Wie soll sie dass schaffen?“
„Hey.“ Sanft griff er unter mein Kinn und zwang mich ihn anzusehen. „Wenn die Prophezeiung sie auswählt, dann scheint sie die Richtige zu sein. Sie muss unglaublich stark und auffallend sein, Ava. Sie wird damit umgehen können.“
Ich konnte nichts tun gegen die Tränen, die über meine Wange rannen, aber ich nickte. Ich musste Dave vertrauen, er wusste am Besten was zu tun war.

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am So Jul 21, 2013 7:53 pm

Am nächsten Tag brachen alle früh auf. Dave nahm Sophie mit, die heute Geburtstag hatte und somit nicht mehr schulpflichtig war. Ihre Abschlussprüfung würde ihr heute noch geschickt werden und sie würde sie am Abend machen. Die beiden waren mit Elian zum Rathaus aufgebrochen, wo sie alles wieder aufbauen wollten, was kaputt gegangen war.
Meine Mutter hatte sich in ihr Zimmer zurückgezogen um noch etwas zu schreiben. Sie sagte, dass die Ruhe und die Natur hier sie unglaublich inspirieren würden.
Und Jesse verbrachte den Vormittag in der Küche um an dem Online Unterricht teilzunehmen. Ich hatte ihn eine Weile beobachtet, aber er machte seine Sache gut.
„Wie wäre es, wenn wir beide einen kleinen Spaziergang machen?“, fragte ich meine Tochter, während ich sie vorsichtig anzog. Mir war langweilig geworden, denn ich war es nicht gewohnt den ganzen Tag zu Hause zu sein.
Rose lächelte ihr wunderhübsches Lächeln. Fast alle Zähne waren schon durchgekommen und blitzen mich fröhlich an. „Raus!“, rief sie und deutete auf das Fenster.
„Genau. Draußen ist gutes Wetter und deswegen gehen wir jetzt auch raus.“ Ich nahm sie auf den Arm und schlenderte zur Tür. „Ich gehe spazieren.“, rief ich dem Rest meiner Familie zu, wartete aber keine Antwort ab.

Das Wetter war für einen Spätsommertag ungewöhnlich warm, und der Himmel war unglaublich blau, als könnte ihn kein Wässerchen trüben. Das Gras grünte neben mir hell und freundlich, während die Luft nach frischen Blumen und reinem Wasser roch.
„Die Insel ist wunderschön, oder nicht?“ Ich hatte Rose auf dem Arm, denn obwohl sie schon ein wenig laufen konnte, waren ihre Schritte noch immer sehr tapsig.
Ich deutete auf die Blumen, die am Wegesrand wuchsen. „Und schau mal, hier Rose. Siehst du diese hübschen Blumen? Wollen wir die pflücken und der Oma mitbringen?“
Rose nickte überzeugt, und als ich mich runter beugte, griff sie als erstes nach einem der grünen Halme. Begeistert hielt sie mir ihre Blume hin. „Blume!“
„Richtig, dass ist eine Blume.“ Ich lachte über die Begeisterung meiner Tochter. Zufrieden betrachtete ich sie. „Du wirst hier ganz wundervoll aufwachsen, du kleine Rose.“ Ich musste lachen, denn ich erinnerte mich den Spitzname meines Vaters für meine Mutter. „Blue-Rose, die Zweite.“, kicherte ich.
Ohne dass ich es bemerkt hatte, waren wir schließlich an dem Krankenhaus angekommen, dass schon wieder hergerichtet worden war. Ich zögerte einen Moment, bevor ich eintrat. Natürlich war es leer und dass war ungewohnt. Ich hatte sonst immer sehr volle Wartezimmer erlebt, doch hier war kein Mensch.
„Spiel ein bisschen, Liebling.“, murmelte ich und setzte meine Tochter in die Spielecke. Anschließend öffnete ich die Tür, die in den nächsten Flur führte. Ein langer Gang öffnete sich mir, von denen viele Türen und zwei weitere Gänge abgingen. Spontan nahm ich die erste Tür, die sich mir bot und betrat einen Untersuchungsraum. Hinter einer Trennwand, entdeckte ich etwas Wunderbares.

„Wow.“ Beeindruckt näherte ich mich der Maschine, die auch wir in Twinbrook genutzt hatten. Anscheint war dieser Ort nicht nur ein Krankenhaus, sondern auch ein Labor.
Ich schaltete die Maschine an und sah mit einem breiten Lächeln zu, wie sich alles in Gang setzte, die Computer hoch fuhren und Geräusche von sich gab.
Meine Arbeit war wohl doch noch nicht ganz verloren. „Dass ist herrlich.“; flüsterte ich.

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am So Jul 21, 2013 7:58 pm

Sophies P.O.V
„Hier treibst du dich also rum.“ Ich blieb stehen und betrachtete mein Bruder, der ein Stück weit weg von mir stand. Er trug zwar eine Militäruniform, aber es war unverkennbar mein Bruder.
Elian drehte sich zu mir um. Er lächelte, als er mich erblickte. „Sophie!“ Er kam rüber und umarmte mich kurz. „Alles gute zum Geburtstag, Kleine.“

„Hey, sehe ich aus als wenn ich klein wäre?“, fragte ich gespielt verärgert. Ich strafte meine Schultern und sah meinen Bruder herausfordernd an. „Ich werde Ende dieser Woche aufs College gehen, also kannst du mich nicht mehr Kleine nennen, großer Bruder.“
Elian sah mich erstaunt an. „Du hast es dir also überlegt?“
Ich nickte. „Ich habe lange darüber nachgedacht und ich denke es ist die richtige Entscheidung aufs College zu gehen.“ Ich machte eine kurze Pause. „Ich würde gerne in Mum's Fußstapfen treten, weißt du?“
Elian wirkte noch überraschter, nachdem ich diesen Satz gesagt hatte. „Wissenschaft?“, fragte er fassungslos. „Du willst Wissenschaft studieren? Ich hatte jetzt eher an etwas wie Modedesign für ich gedacht oder so etwas.“
„Nein.“ Ich schüttelte bestimmt den Kopf. „Ich habe es mir wirklich gut überlegt. Und ich denke die Wissenschaft hat auch mal das Recht Schönheit zu genießen.“ Ich zwinkerte ihm zu. „Nein, um ernst Elian. Ich mache es nicht nur wegen mir.“ Nachdenklich sah ich ihn an. „Ich mache es auch wegen, Mum. Erst jetzt verstehe ich, was sie alles für uns aufgegeben hat. Und sie würde es immer wieder tun.“

Elian nickte. „Ich bin froh, dass du endlich erwachsen geworden bist.“
Dass war ich wirklich. Ich hatte nach langer Zeit erkannt, dass meine Mutter eins ums andere Mal ihre Arbeit für uns Kinder aufgegeben oder aufgeschoben hatte. Sie war in ihrem Beruf nie sehr weit gekommen, aber dass schien sie nicht zu kümmern. Besonders jetzt nicht, nachdem diese Sache auf uns zugefallen ist.
„Was ist mit Rose?“, fragte ich unvermittelt, Elian genau taxierend.
Mein Bruder fuhr sich durch seine blonden Haare. Sein Blick wanderte ziellos an mir vorbei. „Sophie, dass ist eine wirklich schwierige Angelegenheit. Wenn ich es dir jetzt erklären würde, du würdest es nicht verstehen. Und du würdest es nicht glauben.“
„Elian.“ Ich lächelte nachsichtig. „Bei unserer verrückten Familie wundert mich überhaupt nichts mehr. Aber niemand beantwortet mir meine Fragen...Warum mussten wir plötzlich verschwinden, warum musste ich meine Freunde zurücklassen?“
„Weil Rose hier in Sicherheit ist.“; erwiderte er. Eine Antwort, die ich schon so oft bekommen hatte. Er seufzte, als er meinen abwartenden Blick sah. „Sie ist etwas Besonderes und sie muss beschützt werden, mehr kann ich nicht sagen.“
Seufzen nickte ich schließlich. Irgendwann würde ich die Wahrheit herausbekommen.

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am So Jul 21, 2013 8:07 pm

Avas P.O.V
Ich klopfte vorsichtig an die hölzerne Tür der kleinen Hütte, die nur unweit von unserem Haus stand.
Dave war noch nicht nach Hause gekommen, deswegen hatte ich mir vorgenommen nach Elian zu schauen, denn der sollte schon zurück sein, nach Sophies Aussage.
Als sich die Tür öffnete stand mir jedoch nicht Elian gegenüber, sondern ein Mann mit dunkler Hautfarbe und zotteligen schwarzen Haaren. Seine Augen waren von einem unnatürlichen Gelb. „Ja?“, fragte er etwas durcheinander.
Ich räusperte mich verlegen. „Ich bin Ava. Ich wollte fragen ob Elian vielleicht da ist.“
Der Mann fuhr sich durch seine zottelige Haarmähne. „Nein.“, antwortete er schließlich. Sein Blick glitt an mir herunter und wieder hinauf, bis er schließlich an meinem Gesicht hängen blieb. „Sie sind Elians Mutter, oder?“
„Ja.“ Ich nickte und versuchte mein Lächeln nicht zittern zu lassen.
Der Mann trat ein Schritt zur Seite. „Komm rein. Elian ist nicht da, aber jemand anderes.“ Urplötzlich hielt er mir meine Hand hin. „Ich bin Mephisto.“

Ich schüttelte nickend seine Hand. „Ava.“, wiederholt ich meinen Namen. Als ich vor ihm ins Haus trat und mich neugierig umsah, viel mein Blick auf eine junge Frau mit blauen Haaren. Sie stand nicht unweit von mir an die Theke gelehnt.
„Myra.“, rief ich überrascht aus. Ein Lächeln flog über meine Lippen. „Was machst du denn hier? Elian sagte du wärst zurück nach Hause.“
„Ich bin wieder gekommen.“ Sie warf Mephisto einen kurzen Blick zu, den ich nicht deuten konnte. Als sie mich wieder ansah, lächelte sie zaghaft. „Es ist schön dich zu sehen.“
„Finde ich auch.“, erwiderte ich und trat auf sie zu, um sie zu umarmen. Meine Nichte und ich waren uns noch nie sonderlich nah, aber ich fand es seltsam tröstlich sie zu sehen.

„Wie geht es euch?“, fragte sie als nächstes. „Wo wohnt ihr?“
„Sie haben uns ihr altes Haus gegeben.“, erklärte ich. Noch immer schwang unglaublich viel Dankbarkeit in meiner Stimme mit. „Es ist unglaublich schön.“
Myra nickte, aber ihre Aufmerksamkeit wurde schon von etwas anderem eingenommen. Mephisto, der junge Mann hatte sich von seinem Stuhl erhoben und trat zur Tür. „Wo gehst du hin?“, fragte sie, und ihre Stimme wurde weich.
Er hielt einen Moment inne. „Ich muss nach dem See sehen.“ Und dann ging er.
„Er ist manchmal etwas schwierig.“ Myra wandte sich von mir ab und trat an den Kühlschrank und nahm in paar Zutaten heraus. „Aber er meint es nicht so Tante Ava.“

„Seid ihr...seid ihr ein Paar?“, fragte ich verwirrt.
„Nein!“ Sie lachte, aber es hörte sich nicht sonderlich glücklich an. „Wir kenne uns kaum.“
Ich setzte mich auf einen der Stühle. „Dafür war hier aber eine merkwürdige Stimmung.“
Myra lächelte, ich konnte es von der Seite sehen. „Ich weiß nicht ob du so etwas schon erlebt hast, Tante Ava, aber ich habe ihn gesehen und seit dem kann ich nicht aufhören an ihn zu denken. Es ist wie eine...eine Sucht, weißt du?“
Ich nickte leicht. „Du bist verliebt, Myra, Kind.“, stellte ich zaghaft fest.
Sie seufzte. „Ich höre mich komisch an, ich weiß. Aber ich bin mehr als dass, Tante Ava. Da ist irgendetwas, dass ich nicht beschreiben kann.“
„Davon scheint es auf dieser Insel unglaublich viel zu geben.“ Ich seufzte tief. Als sie mir einen fragenden Blick zu warf, zuckte ich sie Achseln. „Wie du eben schon so gut gesagt hast. Man kann es nicht erklären, aber alles fühlt sich so an, als müsste es so passieren.“
Myra stellte den Topf auf den Herd und machte ihn an. „Die Prophezeiung.“; fachsimpelte sie mit einem Augen rollen. „Ich weiß, ich bin zurückgekehrt, aber ich glaube nicht wirklich an die ganze Geschichte, weißt du?“
„Solltest du aber langsam.“ Die Tür war erneut aufgegangen und eine rundliche Frau betrat den Raum. Sie sah eindrucksvoll und gleichzeitig unglaublich herzlich aus. Auf ihrem Arm trug sie ein kleines Mädchen mit Flügeln. „Wir haben es dir oft genug bewiesen.“, redete sie unbeirrt weiter, während sie das Mädchen auf den Boden setzte.
Myra rollte mit den Augen. „Ihr habt mir gezeigt, dass es Wesen wie euch gibt. Dass bedeutet aber nicht, dass es eine Prophezeiung gibt.“
Die rundliche Frau seufzte. „Du kannst den Spieler aus dem Spiel nehmen, dass Spiel aber nicht aus dem Spieler.“ Plötzlich lächelte sie mich an, als hätte sie mich erst jetzt bemerkt. „Hallo, Ava. Schön dich endlich kennenzulernen.“
„Ich freu mich auch.“, erwiderte ich lächelnd. Dass musste Belana sein.
Myra stellte uns beiden eine Schüssel vor die Nase und setzte sich selber mit einer. Sie sah Belana nachdenklich an. „Weißt du wo Mephisto hinwollte?“

„Er wollte zum See.“ Belana warf ihr einen merkwürdigen Blick zu. „Er ist noch im ein Einzelgänger, Myra. Daran hat deine Rückkehr nichts geändert.“
„Noch nicht.“ Myra funkelte sie böse an.
„Er wird dich niemals akzeptieren, so lange du uns nicht akzeptierst. Du musst dich endlich auf die ganze Geschichte einlassen, erst dann kann daraus etwas werden.“
Ich räusperte mich. „Danke für das Haus übrigens, es ist wunderschön.“, versuchte ich das Thema zu wechseln, bevor ein handfester Streit ausbrach.
Belana lächelte mir zu. „Es hat den Eltern meines Mannes gehört. Vielleicht haben sie die Bilder im Wohnzimmer gesehen. Sein Vater und seine Mutter.“ Ihr Blick fiel auf das kleine Mädchen. „Ich finde dass Rebecca seiner Mutter sehr ähnelt.“
Ich sah die Kleine an. „Ich hab eine Tochter im gleichen Alter, weißt du? Vielleicht wollen die beiden ja mal miteinander spielen.“
Belanas Nicken war überschwänglich. „Dass würde mich sehr freuen und Becky sicher auch.“ Sie machte eine kleine Pause. „Du musst dich etwas langweilen hier, oder nicht? Elian erzählte mir, dass du in einem sehr großen Labor gearbeitet hast.“
Ich nickte zustimmend. „Ja, wir haben uns mit einem interessanten Projekt beschäftigt.“ Nachdem ich einen Löffel Suppe herunter geschluckt hatte, fuhr ich zaghaft fort. „Ich habe mir heute das Krankenhaus angesehen und ich bin wirklich begeistert. Ihr habt großartige Arbeit bei dem Aufbau geleistet.“
„Ich danke dir.“ Belana lächelte mich an. Ihr Lächeln war wirklich einzigartig.
Ich nickte. „Also, dabei habe ich eine Station entdeckt, mit der ich gern arbeiten würde. Wir hatten sie in unserem alten Labor auch, und vielleicht kann ich das Projekt auch alleine fortführen.“ Ängstlich machte ich eine Pause. „Wenn es okay wäre?“
„Natürlich.“ Belana nickte. „Ich freue mich sehr, wenn jemand etwas für unsere Forschung tut. Es fehlt uns noch an so vielem.“ Ihr Blick ließ mich nicht los. „Danke, dass ihr hergekommen seid, Ava. Vielen, vielen Dank.“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am So Jul 21, 2013 8:14 pm

Erst am nächsten Morgen hatte ich die Chance mit meinem Mann über den gestrigen Tag zu reden. Er kam sehr spät heim, und ich schlief um diese Zeit schon.
Als ich am nächsten Morgen dann erwachte, warf ich Dave einen liebevollen Blick zu, küsste ihn sanft auf die Wange und erhob mich so leise wie möglich. Er sollte ruhig noch ein paar Stunden schlafen, während ich schon einmal das Frühstück herrichtete.
Ich zog mich an und tapste in die Küche, wo ich mich daran machte Arme Ritter zu kochen. Während ich es vorbereitete, dachte ich wie so oft über die Entwicklung meines Lebens nach. Es war so merkwürdig verlaufen, und doch so schön.

Ich hatte eine wunderbare Familie mit vier wundervollen Kindern. Und ich hatte einen wunderbaren Ehemann, der mich so sehr liebte, dass er mit mir überall hinging.
Seufzend warf ich einen Blick aus dem Fenster, wo langsam die Sonne aufging.
Noch wusste ich nicht sonderlich viel über diese Insel, aber ich lernte jeden Tag! Und ich war mir sicher, dass es nicht mehr lange dauern würde und diese Welt würde wieder ihren alten Glanz tragen. Welche Rolle meine Tochter bei dem Ganzen spielte, würde ich noch heraus finden. Und ich würde ihr helfen, egal wie schwer es sein würde.
„Wieso hast du mich denn nicht geweckt?“ Dave küsste mich auf die Wange.
Ich schüttelte kurz den Kopf um ganz aus meiner Gedankenwelt aufzutauchen. „Du hast gestern so lange gearbeitet, da dachte ich mir, dass ich dich schlafen lasse.“
„Für mich war das keine Arbeit.“ Dave nahm sich zwei Teller, die unsere Kinder gestern stehen gelassen hatten. „Dieser Wiederaufbau ist so, als würde ich in der Heimat ein Haus für meine Familie bauen.“ Er sah mich an. „Ich mache euch ein zu Hause!“

Ich lachte über seine kindliche Begeisterung. „Du fühlst dich hier sehr wohl, nicht wahr?“, fragte ich sanft.
Mein Mann nickte. „Du verstehst es vielleicht nicht, aber ich dass hier...dass hier ist der Ursprung von uns allen. Es ist unsere Quelle. Hier sind wir im Prinzip alle geboren.“
„Wo sind die anderen?“, fragte ich vorsichtig. Eilig schob ich eine Erklärung hinter her. „Belana erzählte gestern, dass diese Insel sehr bewohnt war. Aber wo sind diese Leute?“
„Fort.“ Dave drehte den Wasserhahn zu. „Es sind viele Schlimme Dinge passiert, Ava. Und ich möchte dir ungern davon erzählen. Sie sind nicht...nicht schön.“
Ich nickte leicht, konnte es aber nicht auf sich beruhen lassen. „Sind sie tot?“, fragte ich leise. Ich erwartete ein Ausbruch oder sonst etwas, aber Dave schwieg erst einmal.
„Wir wissen es nicht.“; erklärte er schließlich seufzend. „Wir, also wir Puppen, wie ich es bin, oder Kosmo, wir werden mit Absicht in die Welt zerstreut. Wir sind eure Helfer, weisen euch den Weg und sind für euch da.“ Er räusperte sich. „Die anderen Wesen haben Melavia so gut wie nie verlassen. Es ist ihre geschützte Heimat, wo sie niemand kannte. Bis zu dem Tag, als die ersten Menschen hier auftauchten. Manche von guten Gedanken getrieben, manche von bösen.“ Seufzend rieb er sich über die Stirn. „Manche verliebten sich, heirateten und gingen mit den Menschen weg, anderen wurde gefangen genommen.“ Er schüttelte betrübt den Kopf. „Es lief immer aufs Gleiche hinaus.“
„Worauf?“, fragte ich besorgt. „Was ist mit ihnen?“
„Sie starben.“ Dave ergriff meine Hand. „Am gebrochenem Herzen meistens.“ Er nahm mir zwei Teller mit dem Frühstück darauf ab und stellte sie auf den Tisch.
Ich folgte ich ihm. „Wieso am gebrochenem Herzen, Dave?“
„Weil ihnen Melavia fehlte. Wesen wie Belana und Mephisto holen ihre Energie aus dieser Insel. Brichst du dein Band, in dem du einfach weggehst oder weggeschleppt wirst, nicht freiwillig eben, dann bricht dein Herz.“
Ich nickte. „Und bei euch...Puppen ist es nicht so, oder?“
„Nein.“ Mein Mann lächelte mich beruhigend an. „Mach dir keine Sorgen, bei uns ist es anders. Wir sind dafür gemacht wegzugehen.“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am So Jul 21, 2013 8:20 pm

„Mum?“ Meine Tochter trat neben mich an das Sofa. „Kann ich kurz mit dir reden?“
„Natürlich.“ Ich klopfte leicht auf das Polster neben mir, neugierig was meine Tochter auf dem Herzen hatte. Sie klang merkwürdig befangen.
Sophie setzte sich lautlos neben mich und legte die Hände in den Schoß. Ihr Blick ruhte auf dem Kaffeetisch vor uns. „Ich...ich hab Angst.“, gestand sie mir leise.
„Wovor?“, fragte ich besorgt.
Sophie strich sich eine blonde Strähne aus dem Gesicht. Noch immer sah sie mich nicht an. „Ich gehe doch am Montag aufs College. Und...ich hab mir ziemlich viele Gedanken gemacht. Es ist unglaublich weit weg von hier und wir werden uns nicht besuchen können. Ich werde ganz alleine dort sein.“

Ich unterdrückte ein Schmunzeln über die natürliche Angst meiner Tochter. Obwohl sie immer sehr taff tat, schlummerte auch in ihr noch immer ein kleines Mädchen, dass sich ohne ihre beschützende Familie fürchtete. „Du brauchst dir keine Sorgen machen.“, versuchte ich sie sanft zu trösten. „Du kannst mich jeder Zeit anrufen, oder E-Mails schreiben. Und wir schicken dir Fotos und du schickst uns Fotos.“ Lächelnd legte ich einen Arm um sie. „Wirklich, Sophie. Es wird dir dort sicher gefallen.“
„Und wenn nicht?“, fragte sie vorsichtig.
Ich küsste sie auf das blonde Haar. „Dann kommst du einfach wieder nach Hause, mein Schatz. Wir haben hier immer Platz für dich und keiner ist enttäuscht wenn das College doch nichts für dich ist. Mach dir keine Sorgen.“
Meine Tochter schenkte mir ein dankbares Lächeln. „Genau das habe ich gebraucht, Mum.“
Ich lachte. „Dafür sind Mütter doch, da oder nicht? Sie bauen ihre Kinder auf.“
„Und sie beschützen sie.“ Sie legte eine Hand sanft auf meine. „Aber, Mum. Ich bin jetzt erwachsen. Ich muss nicht mehr beschützt werden. Du kannst mir endlich erzählen was los ist.“
Ich hörte die Bitte in ihren Worten, und mein Herz wurde schwer. Am liebsten wollte ich Jesse und Sophie so weit wie möglich von der ganzen Sache fernhalten. Sie hatten nichts damit zu tun und es sollte sie in keinster Weise beeinträchtigen.
„Es geht um Rosy.“, half Sophie mir auf die Sprünge. Sie lächelte mir aufmunternd zu. „Aber den Rest musst du mir erklären.“
Noch einmal seufzte ich tief und schwer. „Sophie. Es ist eine ziemlich schwierige Geschichte, und ich selber verstehe nur die Hälfte von allem. Es hat viel mit Dingen zu tun, an die du niemals glauben wirst. Möchtest es trotzdem wissen, auf die Gefahr hin, dass du mich für verrückt hältst?“
„Klar.“ Meine Tochter schmunzelte. „Dass du ein bisschen verrückt bist, habe ich schon vorher geglaubt, Mum. Mach dir keine Sorgen.“

Ich nickte also einverstanden. „Okay, Sophie. Ich habe dich gewarnt.“ Langsam ließ ich mich in die Kissen des alten Sofas gleiten. „Es gibt eine Prophezeiung, Sophie. Sie besagt dass irgendwann ein Kind auf die Welt kommen wird, dass solch eine Kraft in sich trägt, dass sie allen Wesen helfen kann. Es soll mächtiger sein, als alles andere.“
„Und das ist Rosy?“, fragte Sophie überrascht. „Unsere kleine, süße Rosy?“
Ich nickte. „Wir sind gegangen, weil böse Mächte nach ihr suchen. Sie wollen sie nach ihren Werten erziehen und dass würde sich fatal auf die ganze Welt auswirken.“
„Wow.“ Meine Tochter staunte. „Dass hätte ich jetzt niemals erwartet.“ Sie schluckte einmal, dann sah sie mich neugierig an. „Weißt du welche Kraft es ist?“
Betrübt schüttelte ich den Kopf. „Dave und ich haben noch keine Ahnung. Eigentlich kann sie nur eine...eine halbe IF sein, wie ihr Vater.“
„Eine was? Und was hat Dave damit zu tun?“
Lachend sah ich Sophie an. Natürlich, ich hatte ihr niemals etwas davon erzählt. „Dave war einmal eine IF. Ein Imaginärer Freund. Dass sind Puppen die dir mit ins Leben gegeben werden und seit dem nur an deiner Seite wachen. Nur du kannst sehen wie sie mit dir wachsen und mit dir reden.“
„Ich kann Dave auch sehen.“, erinnerte mich meine Tochter Stirn runzelnd.
„Ich habe ihn zu einem Menschen gemacht. Beziehungsweise mein Bruder Ricky hat es getan.“ Ich erhob mich von meinem Platz. „Es gibt Formeln dafür.“
„Wow.“ Auch meine Tochter erhob sich. Die neuen Informationen schienen sie ein wenig zu überfordern. „Noch ein Grund um Wissenschaft studieren.“
„Du bleibst also dabei?“ Sie nickte eilig. „Gut.“; erwiderte ich fröhlich. „Weißt du schon was du danach machen willst?“ Diese Frage brannte schon eine Weile in mir. Würde meine älteste Tochter wieder kommen, oder nicht?“

Sophie zuckte die Achseln. „Ehrlich gesagt habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht, Mum. Vielleicht gehe ich zurück nach Sunset Valley, vielleicht auch nach Sim-Amerika, vielleicht komme ich aber hier her.“ Sie seufzte. „Ich muss noch ein paar Sachen erledigen, Mum. Danke für das tolle Gespräch, das wird mir fehlen.“
„Und mir erst.“ Ich nahm sie fest in meine Arme. „Aber ich freue mich, dass du deinen eigenen Weg gehen wirst. Das solltet ihr alle tun.“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am So Jul 21, 2013 8:24 pm

Ich sah meiner Tochter noch kurz nach, wie sie in ihrem eigenem Reich verschwand, und entschied mich dann schnell die Hausarbeit zu erledigen, damit ich mit Rose zu Belana konnte. Ich fand es wichtig, dass meine Jüngste auch Kontakt zu anderen Kindern hatte.
Doch noch bevor ich einen weiteren Schritt ins Schlafzimmer machen konnte, überfiel mich ein Schwindelgefühl. Ich hielt mich vorsorglich am Sofa fest.
Als anschließend noch die Übelkeit dazu kam, kam mir ein böser Verdacht. Ich konzentrierte mich, mich nicht zu übergeben, aber es viel mir schwer.

Wie ein nasser Sack ließ ich mich wieder auf das Sofa zurück gleiten und legte den Kopf in den Nacken. Mein Magen fühlte sich merkwürdig flau an.
Dieses Gefühl kannte ich, aber es behagte mir gar nicht, und obwohl ich naiv klang, überlegte ich fieberhaft, ob ich mir nicht einfach eine Grippe oder etwas Ähnliches eingefangen haben könnte. Oder ich fühlte mich einfach nicht wohl, weil mein Körper eine Veränderung und viel Stress durch machte. Es waren alles Erklärungen, auch wenn mir mein Verdacht plausibler vorkam.
Ich schüttelte mich selbst bedauernd den Kopf. „Klar, Ava. An einem Ort wo es keine medizinische Versorgung gibt und du kaum etwas hast, da wirst prompt wieder schwanger.“ Ich musste über mich und diese verquere Situation selber lachen.

„Mama Aua?“ Meine Tochter tapste mit ihren dicklichen Beinen zu mir ans Sofa. Sie sah mich besorgt an. „Rosy pusten?“
Ich lächelte mich Tochter dankbar an. „Nein, Schätzchen. Mama geht es gut. Mama ist nur ein bisschen müde und erschöpft. Ich strich ihr über das blaue Haar.
Meine Rose war groß geworden in der letzten Zeit. Sie war gewachsen und lief schon auf ihren kurzen Beinen durch das ganze Haus. Ihre Sprache wurde auch von Tag zu Tag besser, ohne dass wir besonders mit ihr übten. Sie lernte von uns ohne dass wir es merkten. Ich war unglaublich stolz auf sie.
Rose setzte sich auf ihren Po und sah mich mit großen Augen an. „Rosy spielen!“, verlangte sie mit Nachdruck und deutete auf die Haustür. „Da!“
Ich nickte. „Wir gehen gleich raus, Mäuschen. Mama muss noch ein bisschen was im Haus machen und dann können wir los.“ Ich stand auf und nahm meine Jüngste liebevoll auf den Arm. „Dann besuchen wir Belana und die kleine Becky.“

Meine Tochter lachte freudig. „Becky!“, wiederholte sie, als wäre es eine alte Bekannte. „Becky, Becky, Becky, Becky, Becky.“ Kichernd versteckte sie ihr Gesicht in der Mulde zwischen Hals und Schulter.
Ich drückte sie fest an mich. „Mein kleines Wunderkind.“, lachte ich, vollkommen glücklich. „Woher du bloß diese wunderbare Art hast, mein Schatz?“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am So Jul 21, 2013 8:36 pm

Als ich an dem Haus von Belana ankam, entdeckte ich sie und meinen Sohn vor dem Stall, der neben dem Haus stand. Sie standen nah beieinander, lachten und unterhielten sich angeregt. Schon von weiten konnte ich sehen wie Elians Augen leuchteten und er sich immer wieder verlegen den Nacken rieb. Wie damals, als er in das Mädchen aus seiner Klasse verliebt war, erinnerte ich mich und ein Schmunzeln zuckte über meine Lippen.

Natürlich. Mein Sohn hatte sich verliebt. Vielleicht wollte er dass nicht wahrhaben, aber ich war mir sicher, dass das ebenfalls ein Grund war um hier zu bleiben.
Am liebsten wäre ich rüber gegangen, hätte meinen Sohn fest an mich gedrückt und ihn ganz viele Küsschen gegeben. Wie schnell sie doch erwachsen wurden.
„Du wartest noch!“, warnte ich meine Tochter spielerisch. Mit dem Finger piekte ich sie in die Seite, so dass sie sofort anfing zu kichern. „Mindestens bis du 30 bist.“
Aber dass würde hier ja nicht sonderlich schwer sein. Es gab keine Jungs.
Gestört durch das laute Gekicher seiner Schwester, entdeckte Elian uns endlich. Er grinste breit und hob den Hand zum Gruß, bevor er sich mit einem verlegenem Blick von Belana los riss und in den Stall ging.
Belana hingegen drehte sich zu mir um. Sie lächelte ebenfalls und ihre Wangen waren noch leicht gerötet. „Hallo, Ava.“, begrüßte sie mich freundlich, als sie mich erreicht hatte. „Schön dass du gekommen bist. Becky freut sich schon sehr auf Rosy.“ Sie sah meine Tochter an und strich ihr sanft über die Wange. „Hallo du Kleine. Du bist ja niedlich.“

„Rose freut sich auch schon sehr.“ Ich grinste. „Ihr fehlen die Kinder aus der Stadt glaube ich. Sie war dort den halben Tag im Kindergarten.“
„Ich verstehe.“ Belana nickte. „Früher gab es hier auch einen kleinen Kindergarten, weißt du? Eine Freundin meiner Mutter hatte ihn in ihrem Haus erbaut. Oben hat sie geschlafen und unten war dann die Tagesstätte.“ Sie seufzte. „Es würde wirklich alles etwas leichter machen, wenn ich meine Tochter irgendwo abgeben könnte. Nur für ein zwei Stunden, dann könnte ich den anderen mehr beim Aufbau helfen.“
„Bring sie zu mir.“, bot ich freundlich an. „Ich nehme die beiden dann mit ins Krankenhaus, dann können sie dort in der Spielecke spielen.“
Begeistert sah Belana mich an. „Dass wäre so wundervoll, Ava. Damit würdest du mir einen großen Gefallen tun.“ Sie deutete auf das Haus. „Lass uns reingehen, ja? Ich mach uns etwas zu trinken und die Mädchen können sich schon einmal kennenlernen.“
Nickend folgte ich ihr in die kleine Hütte, die sie mit meinem Sohn, meiner Nichte, ihrem Bruder und ihrer Tochter bewohnte. Noch immer staunte ich darüber, dass sie es schaffte alles unter einen Hut zu bringen.

Ich setzte mich auf einen der Stühle. „Belana? Warum wohnt ihr eigentlich nicht dem Haus deines Mannes? Ich meine, es ist sehr groß und verfügt über so viel.“
„So viel was wir hier nicht haben?“, beendete sie meine Gedanken kichernd. Sie ging zum Kühlschrank und nahm eine Kanne Wasser heraus. „Ich konnte darin nicht wohnen.“ Sie schenkte zwei Gläser bis zu Hälfte voll und gab mir eins. „Mein Mann und ich sind kurz nach unserer Hochzeit ausgezogen. Er hat diese Hütte selber gebaut und er war so stolz. Ich konnte hier nicht ausziehen und sein Werk wie alle anderen Sachen verrotten lassen. Also haben Mephisto und ich uns entschieden hier zu wohnen.“
„Wo wohnte dein Bruder vorher?“, fragte ich, während ich an meinem Glas nippte.
Belana hatte sich gegen die Küchentheke gelehnt. „Unten am See, neben der alten Feuerwache. Er war früher einmal Feuerwehrmann.“
„Und er wollte das Haus nicht behalten?“
Belana schüttelte den Kopf. „Bei ihm war es genau anders rum. Er verkraftete es nicht den Ort zu sehen, wo er so glücklich war, bis sie ihm alles nahmen.“ Sie seufzte leise. „Er hat viel mehr verloren als ich, Ava. Dass musst du wissen. Sein Herz ist komplett zerbrochen.“
„Elian erzählte mir, dass sie Frau und Kinder nahmen.“ Ich sah sie traurig an.
„Ja.“ Belana nickte. „Seine ältere Tochter war gerade zwei geworden und seine Jüngste gerade erst geboren. Es war wirklich eine traurige Geschichte.“
Mein Blick glitt hinüber zu den Mädchen, die bis eben ruhig auf den Boden zusammen gespielt hatten. Doch jetzt hatte meine Tochter sich aufgerichtet und war im Begriff den Keller zu erkundigen, wofür sie eine Wendeltreppe herunter hätte gehen müssen.

„Rosemary nicht!“, rief sie eilig zu Ordnung. „Da darfst du nicht runter, Liebes.“
Meine Tochter sah mich ertappt an und ließ sich dann beleidigt auf den Boden plumpsen. „Rosy aber wollen! Rosy will gucken.“, verlange sie mit verschränkten Armen.
Ich schüttelte bestimmt den Kopf. „Nein, Rosy.“ Ich warf Belana einen Blick zu. „Sie ist unglaublich neugierig und hat vor nichts Angst. Ich fürchte mich schon sehr davor, wenn sie in die Schule geht und auf Bäume klettert und die Welt erkundet.“
Belana lachte. „Davor hat jede Mutter Angst denke ich. Aber mach dir keine Sorgen. Rose weiß was sie macht.“ Sie zwinkerte meiner Tochter verschwörerisch zu.
„Wie kannst du so locker sein?“, fragte ich sie vorsichtig. „Liegt euch nicht auch so unglaublich viel daran, dass sie gesund und munter bleibt? Damit sie euch retten kann?“
Belanas Lächeln war nachsichtig, als sie mir zu nickte. „Natürlich, Ava. Aber es wird ihr nichts bringen, wenn wir sie in einem goldenen Käfig aufwachsen lassen. Dass wird sie sowieso schon.“ Auf meinen fragenden Blick antwortete sie schließlich. „Hier ist sie sicher, Ava. Immer zu, da bin ich mir sicher. Aber nirgendwo anders, verstehst du? All dass was Jesse und Sophie machen können, verreisen, studieren, Verwandte besuchen, wird sie niemals machen können. Sie wird diese Insel niemals verlassen können.“

In diesem Moment öffnete sich die Tür und Elian trat ein. Er lächelte mich entschuldigend an. „Tut mir Leid, Mum, dass ich dir vorhin nicht Hallo gesagt habe, aber ich musste dringend zu Mephisto reiten. Er brauchte meine Hilfe bei dem Wasserfall.“
„Kein Problem.“, erwiderte ich, noch immer etwas gefangen von meiner Erkenntnis. Ich stand auf und küsste Elian kurz auf die Wange. „Belana und ich haben uns gut unterhalten.“
Elian lächelte Belana verlegen an. „Das freut mich.“ Sein Blick glitt hinüber zu den beiden Mädchen. „Und verstehen die beiden sich? Sie teilen schließlich das gleiche Schicksal.“
Ich warf Belana einen irritierten Blick zu.
„Du glaubst doch nicht dass meine Tochter jemals aufs College kann?“ Belana sah nicht unbedingt weniger unglücklich aus, als ich. „Nicht in dieser Welt, Ava.“ Sie drehte sich um und sah aus dem Fenster.
Elian warf mir einen Blick zu, der zur Nachsicht aufrufen sollte. „Sie hat genau so Angst um ihre Tochter, du es hast.“, flüsterte er mir zu. „Deswegen ist Rosy auch so unglaublich wichtig für sie. Sie könnte dafür Sorgen, dass auch Becky ein normales Leben führen könnte.“ Er bedachte Belana mit einem liebevollen Blick. „Sie ist eine gute Mutter.“
„Ich weiß.“ Seufzend sah ich meine Tochter an. „Ich wünschte gerade nur es wäre anders, weißt du.“
Elian nickte leicht. „Ich glaube das wünschten wir uns alle.“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 7:17 am

Es wurde später, und als wir uns endlich aus einer langen und sehr interessanten Unterhaltung lösen konnte, schien schon der Mond durch das kleine Fenster.
Ich schnappte mir Rose, die wir zu Becky ins Bett gelegt hatte, und trug sie vorsichtig nach Hause, bedacht sie nicht zu wecken. Dort zog ich sie um und legte sie in ihr Bett. Liebevoll küsste ich sie auf die Wange. „Es tut mir Leid, mein Liebling.“, flüsterte ich, und wusste im selben Moment dass ich keinerlei Schuld an ihrer Lage trug.
Das Schicksal hatte sie zu dem gemacht, was sie nun war.
„Du bist ja noch wach.“ Überrascht entdeckte ich meinen Mann auf unserem Bett. In der Hand hielt er ein Buch. „Was ist los?“

„Nichts.“ Er lächelte mich beruhigend an. „Ich wollte nur auf dich warten und fragen, wo du so lange warst. Wir hatten mit dem Abendessen gewartet.“
„Oh, entschuldige!“ Durch unser Gespräch hatte ich vergessen, dass ich meiner Mutter gesagt hatte ich würde zum Abendessen wieder hier sein. „Ich war bei Belana und wir haben uns so lange unterhalten, dass ich die Zeit vergessen hab.“
Dave schenkte mir ein nachsichtiges Kopfnicken. „Schläft Rosy?“
„Ja.“ Ich streifte mir mein Kleid über den Kopf, faltete es einmal zusammen und legte es auf das Ende unseres Bettes. „Sie hat den ganzen Tag mit Becky gespielt. Die beiden verstehen sich wirklich gut, vielleicht werden sie Freunde.“
„Mit Sicherheit werden sie dass.“ Dave schlüpfte inzwischen aus seinen Klamotten. „Mach dir keine Sorgen, Ava. Rose wird hier aufwachsen wie ein ganz normales Mädchen.“
„Eben nicht.“ Seufzend zupfte ich an meinem Shirt zu recht und setzte mich an die Kante des Bettes, mit dem Rücken zu meinem Ehemann. „Belana hat es mir doch erklärt. Sie wird in einem goldenen Käfig aufwachsen. Sie wird nie etwas anderes sehen als diese Insel und niemand, nicht mal wir, können ihr da helfen.“
Ich hörte wie Dave tief durchatmete. „Es ist ihr Los.“
„Aber wieso?“, fragte ich aufgeregt und drehte mich zu ihm um. „Wieso sie? Ich will nicht dass sie eingesperrt ist. Ich will sie frei wie ein Vogel sehen.“ Ich fasste mir an den Kopf, als das Bild vor mir zu verschwimmen begann.
„Ich möchte dass auch, Ava, aber wir können es nicht ändern. Wir müssen sie so sicher wie möglich aufwachsen lassen, damit sie später Großes verrichten kann.“
Ohne eine Antwort zu geben sprang ich auf und sprintete zum Badezimmer, wo ich mich lauthals über der Toilette übergab.

Dave folgte mir eilig. „Was ist los, Ava? Bist du krank?“, fragte er besorgt.
„Wohl eher nicht.“, röchelte ich und ließ mich unsanft neben der Toilette auf die Fliesen gleiten. „Wenn ich keinen Virus habe, und das denke ich nicht, dann bin ich schwanger.“
Daves Augenbrauen schnellten in die Höhe und sein gebräuntes Gesicht wurde weiß.
„Guck nicht so.“, murmelte ich leicht verärgert. „Mir kommt das auch nicht passend.“
„So meinte ich dass nicht, Ava. Ich freu sehr, wirklich.“ Er versuchte zu lächeln, aber es sah missglückt aus. „Wow, wir bekommen noch ein kleines Baby.“
Ich schnaubte, bevor ich mich schwerfällig aufrichtete und zum Waschbecken herüber ging. Ich nahm mir meine Zahnbürste und begann mir die Zähne zu putzen.

„Es ist toll, Ava, wirklich. Ich habe damit nur nicht gerechnet, wir sind beide nicht mehr die Jüngsten und wir haben Rose und wohnen auf dieser Insel. Hier gibt es keine wirkliche medizinische Versorgung. Ich mach mir einfach Sorgen.“
Ich spukte den Schaum wütend ins das Waschbecken. „Ich auch, Dave! Ich auch.“ Kopf schüttelnd sah ich ihn durch den Spiegel hindurch an. „Jetzt noch ein Kind zu bekommen ist...schwachsinnig. Ich bin alt, Dave! Es wäre eine Risikoschwangerschaft und hier gibt es nicht die Mittel, die ich bräuchte. Außerdem muss ich mich darauf konzentrieren meiner Tochter ein so schönes Leben wie möglich zu gestalten und sie zu schützen.“
„Beruhige dich, bitte.“; bat er mich sanft. Er kam ein paar Schritte näher. „Wenn du schwanger sein solltest, was wir noch gar nicht zu hundert Prozent wissen, dann solltest du dich beruhigen und tief durchatmen, um den Kind nicht zu schaden.“
Ich nickte und schloss die Augen. Dave hatte Recht. Sollte ich schwanger sein, würde es sowieso eine wirklich schwierige Schwangerschaft werden, schließlich war ich auch nicht mehr die Jüngste. „Es tut mir Leid.“, flüsterte ich und drehte mich zu ihm um.
„Du bist müde.“, entschuldigte er mich mit einem nachsichtigen Lächeln. Sanft schob er mich Richtung Schlafzimmer. „Wir beide gehen jetzt schlafen und morgen holen wir Belana, damit sie dich einmal durch checkt, okay?“
Ich nickte ergeben. Die Müdigkeit hatte mich gefangen und ich sehnte mich nach nichts mehr, als dem Bett und meinem Mann.

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 7:22 am

Daves P.O.V
Das wir Belana holten war am nächsten Morgen auch mehr als nötig.
Ava ging es schlecht. Sie hatte sich die halbe Nacht erbrochen und lag nun völlig schwächlich in unserem Ehebett.
Ich machte mir große Sorgen. Eine Schwangerschaft war bei weitem nicht ausgeschlossen und dass wäre eine große Gefahr für meine Frau. In ihrem Alter noch ein Kind zu bekommen, war nicht mehr so einfach, wie vielleicht mit Mitte zwanzig. Es war eine Risikoschwangerschaft und niemand wusste, wie sie ausgehen würde.
„Möchtest du etwas essen?“ Ich hatte mich leise ins Schlafzimmer geschlichen, wo meine Frau sich inzwischen angezogen hatte.

Sie schüttelte den Kopf, ein blasses Lächeln auf den Lippen. „Nein, danke.“
Ich seufzte leise. „Du hast noch nichts gegessen, Ava, den ganzen Tag nicht. Das ist nicht gesund.“
„Für das Baby?“, fragte sie, und hörte sich fast höhnisch an.
Ich schüttelte den Kopf. „Für dich und das Baby.“ Niedergeschlagen trat ich nun ganz ein und lehnte die Tür hinter mir an. „Ava, hör zu. Wenn du schwanger sein solltest, dann können wir auch nichts dagegen tun. Du wirst das Kind bekommen müssen, alles andere wäre...“
„Nicht tragbar.“, beendete sie meinen Satz. Ein leiser Seufzer drang aus ihrem Mund. Sie sah so traurig aus, wie lange nicht mehr. „Ich hab nur Angst, dass dieses Baby...ich meine, dass die gesamte Sache nicht gut aus geht. Was machen wir dann?“
„So darfst du nicht mehr denken.“, verbot ich ihr sanft. Tröstend küsste ich sie auf das blaue Haar. „Belana ist gleich da und dann reden wir mit ihr. Okay?“
„Okay.“ Ava nickte und ließ sich von mir zurück auf das Bett verfrachten.
Ich lächelte ihr noch einmal aufmunternd zu, dann verließ ich das Schlafzimmer. Im Wohnzimmer traf ich schon auf Belana. Sie lächelte mir freundlich zu.
„Guten Morgen, Dave.“ Sie hatte eine kleine Tasche dabei. „Soll ich gleich zu Ava gehen?“
Ich nickte. „Belana, tu mir einen Gefallen, ja. Bring es ihr schonend bei, wenn sie schwanger ist.“ Ich atmete tief durch. „Sie ist nicht in der besten Verfassung.“
Belana nickte ohne ein Kommentar dazu abzugeben, dafür war ich ihr dankbar.

Schon eine halbe Stunde später kam sie wieder aus dem Schlafzimmer. Sie sah nachdenklich aus, als sie an mir vorbei ging und sich auf das Sofa setzte.
„Und?“, fragte ich hoffnungsvoll und ließ mich neben ihr nieder. „Was hat sie?“
Belana bedachte mich mit einem ruhigen Blick, dann lächelte sie freundlich. „So wie es aussieht, werdet ihr noch einmal Eltern werden, Dave.“
„Wow.“ Ich rieb mir die Stirn. „Ich habe damit schon gerechnet, aber es jetzt nochmal zu erfahren ist wirklich...“
„Ihr scheint euch nicht zu freuen.“, murmelte Belana leise. Sie sah mich fragend an. „Ava ist in Tränen ausgebrochen. Ich habe ihr ein paar Kräuter gegeben, die sie ruhig machen.“
„Sie hat Angst.“, erklärte ich seufzend. „Sie hat Angst vor der Schwangerschaft und sie hat Angst vor dem Schicksal des Kindes. Ava ist momentan einfach verunsichert, aber mach dir keine Sorgen. Sie wird das Kind lieben, wenn es auf der Welt ist.“
„Daran zweifel ich nicht.“, lächelte Belana. Sie tätschelte mein Bein. „Und ihr solltet euch nicht zu viele Sorgen machen. Erstens, haben wir auch hier ein Krankenhaus, wo wir Ava im Ernstfall helfen können. Und ich kann sie so oft wie möglich untersuchen. Und zweitens:“ Sie grinste vielsagend. „Es gibt nur eine Prophezeiung. Eurem Kind wird nicht das gleiche passieren wie Rosemary. Sie wird ein anderes Leben führen.“
Ich nickte. „Ich erkläre Ava alles.“ Freundlich sah ich sie an. „Danke, Belana.“
„Nicht dafür.“, bat sie lächelnd. „Wirklich nicht, Dave.“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 7:29 am

Avas P.O.V
„Also ich finde diese Kleider himmlisch!“ Meine Mutter schwang ihre Hüften und lachte dabei wieder wie ein Teenager. Die Luft hier auf der Insel schien ihr sehr gut zu tun, denn sie wurde von Tag zu Tag beweglicher. Und gesünder sah sie auch aus.

Sophie warf ihr einen kritischen Blick zu. „Also ich muss sagen, so weit bin ich dann noch noch nicht.“ Sorgfältig strich sie ihren rosa Blazer glatt, den sie sich noch vor der Fahrt nach Melavia gekauft hatte. „Ich bin ganz froh, dass ich aufs College gehe.“
Ich lachte leise. Nachdenklich strich ich mir über den Bauch. Der Stoff unter meiner Haut fühlte sich merkwürdig rau an, aber meine Mutter hatte Recht. Es war wirklich gemütlich. „Wie geht es dir, Mum?“, fragte Sophie sofort, als sie sah, wie ich meine Hand auf meinen Bauch gelegt hatte.
Wir hatten den anderen gestern von der Schwangerschaft erzählt und auch von den Risiken. Sie hatten es akzeptiert, aber ich spürte dass sie sich sorgten.
„Mir geht es gut, Liebes.“, beruhigte ich sie eilig. „Ich brauchte auch gerade nur eine Sekunde um mich an das Kleid zu gewöhnen. Ich finde Melavia hat noch einen Touch Mittelalter, findet ihr nicht?“
„Melavia war ein Königreich.“, verriet meine Mutter mir mit einem wissenden Blick. Als sie unsere fragende Gesichter sah, grinste sie breit. „Ich habe mich im Internet etwas schlau gemacht. Also schaut mich nicht so an.“
„Ein Königreich?“, wiederholte ich interessiert. „Wer war denn König oder Königin?“
Meine Mutter runzelte nachdenklich die Stirn. „Ihr Name war Sophilia die Dritte.“
Meine Tochter grinste: „Hört sich fast an wie Sophie die Dritte, findet ihr nicht?“ Sie machte ein ausladende Pose. „Vielleicht werde ich die nächste Königin.“
Meine Mutter und ich lachten belustigt. Dass war eben meine Tochter.

Ich fröstelte leicht, erhob mich und ging zum Kamin herüber. Sorgfältig stocherte ich in dem Holz herum, dass Dave an diesem Morgen hinein gelegt hatte.
Der Herbst hatte begonnen und es war kühl geworden. Kühler als der Herbst in Twinbrook, aber durch den Kamin, der das ganze Haus heizte, war es auszuhalten.
„Ich finde es übrigens sehr nett, dass Belana uns diese Kleider genäht hat.“; murmelte meine Mutter schließlich zufrieden und setzte sich neben Sophie auf das Sofa. Sie lächelte glücklich. „Ich finde es passt auch viel besser als unsere modernen Klamotten.“
„Aber wenn ich wieder herkomme muss ich nicht auch so etwas anziehen, oder?“, fragte Sophie gespielt ängstlich.
Ich schüttelte lachend den Kopf. „Es ist hier jedem selber überlassen, was er anzieht. Es geht nur um den Stoff. Du musst ihn vorbestellen, wenn du willst das Belana dir etwas näht. Er kommt mit den wenigen Sachen vom Festland.“ Ich sah an mir herunter. „Aber ich sehe es wie Mum. Diese Kleider sind wirklich gemütlich, und wenn ich bald einen runden Babybauch habe, dann passe ich sowieso nicht mehr in die alten Sachen.“
„Du musst mir versprechen, dass du dich schonst.“, bat Sophie mich eindringlich. Plötzlich war ihre Stimme ganz weich und zärtlich geworden. „Ich gehe auch nur weg, weil ich weiß, dass die anderen sich gut um dich kümmern werden. Und wenn ich auch noch hier herum schlawenzel, dann wirst du vollkommen durchdrehen.“
„Dass werde ich.“, bestätigte ich Augen rollend. „Ich freue mich auch gar nicht auf die ganzen 'Leg dich besser hin, Ava' 'Nicht das trage, Ava, dass ist zu schwer' 'Ava du solltest dich ausruhen' Es wird öde werden.“

Sophie lachte. Liebevoll umarmte sich mich. „Du wirst das schon schaffen. Und warte mal ab wenn ich wiederkomme, wirst du genug Wäsche zu waschen haben.“
„Unterstehe dich!“, rief ich sie grinsend zu Vernunft. „Du kannst deine Wäsche schön alleine waschen.“
„So bald wir eine Waschmaschine haben, bestimmt.“ Sie warf einen kurzen Blick auf ihre Armbanduhr. „Ich muss gleich zum Hafen runter. Das Boot wird gleich kommen.“
Ich seufzte leise. „Du wirst mir fehlen, meine Kleine.“, gab ich bedauernd zu. „Versprich mir, dass du anrufst, und dass du Fotos schickst. Und dass du keinen Unsinn machst.“
„Mach ich, mach ich und mache ich nicht.“ Lachend küsste sie mich auf die Wange. „Und du versprichst mir, dass du dir nicht zu viele Gedanken machst, okay? Ich komme schon zu Recht, Mum. Glaub mir.“
„Natürlich kommst du zu Recht.“ Ich tätschelte leicht ihre Wange. „Du wirst immer zu Recht kommen, Sophie. Egal wo du bist.“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 7:46 am

College
Sophie Harper


Sophies P.O.V
„Auf wiedersehen.“ Ich drückte dem Fahrer meines Taxis ein wenig Geld in die Hand und schloss die Tür. Erwartungsvoll drehte ich mich zu dem Gebäude um, dass ich schon durch die Scheibe bestaunt hatte.
Es war riesig und erinnerte mich mit der hübsch gestalteten Fassade unglaublich an unser Haus in Twinbrook. Große weiße Fenster starrten auf mich herunter, als würden sie mich beobachten, und als ich auf eins genauer achtete, konnte ich gerade noch sehen wie ein Gesicht hinter einer Gardine verschwand.
Erstaunt wollte ich die Hand schon zum Gruß heben, aber da war die Person schon verschwunden. Ich zuckte die Achseln. Anscheint wollte sie mich nicht kennenlernen.

Ich schnappte mir meinen Koffer und hievte in die vielen Stufen hinauf zur Haustür. Dort kramte ich eine Weile in der Tasche meines Blazers herum, bevor ich den Schlüssel gefunden hatte, den mir der Verwalter des College vorhin in die Hand gedrückt hatte.
Ein Geruch von Farbe trat in meine Nase, als ich die Tür aufstieß und eintrat.
Auch innen sah es wunderbar aus, abgesehen von den vielen Koffern und Kisten, die im Flur herum standen. Es schien, als wären die anderen Mädels auch gerade erst angekommen, oder aber sie waren nicht dazu gekommen, auszupacken.
„Hallo?“, rief ich in die Halle, während ich meinen Koffer an die Seite stellte, neben ein übergroßes Pinkes Exemplar. „Ist da jemand?“
Als noch immer keiner Antwortete seufzte ich leise und entschied mich auf die Suche zu gehen. Man hatte mir gesagt, ich müsste mich bei der Hausmutter melden. So wurden die Frauen genannt, die schon mindestens im dritten Semester waren und sich um die Frischlinge, wie Studenten wie ich genannt wurden kümmerten.

Als ich einen Blick durch die Tür, die zum Garten reichte, warf, entdeckte ich eine junge Frau. Sie stand am Rand des Pools, in der Hand einen Sonnenschirm. Ihr starrer Blick lag unbewegt auf der Wasseroberfläche, als würde sich etwas interessantes darin abspielen.
Ich öffnete die Tür vorsichtig. „Entschuldigung?“ rief ich halblaut, um sie nicht zu erschrecken, so Gedanken versunken wie sie wirkte. „Ich suche jemanden.“
Sie drehte den Kopf, ganz langsam und sah mich mit ihren durchdringenden Augen an. Sie schienen mich praktisch an zu leuchten, so durchdringend waren sie. Ihr voller Mund verzog sich zu einem Lächeln „Du musst Sophie sein.“ Ihre Augen wanderten von meinem Gesicht hinunter zu meinen Schuhen, und schließlich wieder hoch. „Oder?“
Überrascht nickte ich. „Äh genau. Woher weißt du dass?“
„Deine Akte.“ Ihr Lächeln verwandelte sich in ein hübsches Grinsen. „Ich bin Ye Gangnam, eure Hausmutter auch wenn ich nicht gerne so genannt werde.“ Sie hielt mir ihre Hand hin. „Schön dich kennenzulernen. Du bist reichlich spät.“

Entschuldigend sah ich sie an während ich mir durch die Haare fuhr. „Ich hab meinen Zug verpasst, deswegen musste ich drei Stunden auf den nächsten warten, dann kam mein Taxi vom Bahnhof nicht und ja, jetzt bin ich zu spät.“
„Nicht schlimm.“ Ye lächelte mich aufmunternd an. „Ich habe die Zimmereinteilung schon einmal gemacht, ist doch in Ordnung für dich, oder?“ Sie deutete mit der freien Hand auf ein Fenster. „Zweite Etage, aber zur Straße raus. Meiner Meinung das beste Zimmer.“
„Klingt super.“ erwiderte ich erfreut. „Mit wem teile ich mir mein Zimmer?“
Ye deutete mit dem freien Daumen auf sich selber. „Mit der Hausmutter persönlich!“
„Wow.“ Ich nickte, aber das Lächeln auf meinem Gesicht war zittrig. Ye kam mir unwahrscheinlich sympathisch vor, aber diese hellen, undurchdringlichen Augen ließen mich schaudern. Irgendetwas an ihr, wirkte mysteriös.
„Dass wird klasse.“, erklärte sie mir und stupste mich dabei freundschaftlich gegen die Schulter. „Ich bin genauso locker wie die anderen Mädchen, auch wenn ich eine Hausmutter bin.“ Sie zwinkerte mir verschwörerisch zu. „Also mach dir keine Sorgen, wenn du mal nicht die liebe, brave Studentin bist.“
Ich lachte leise. „Sehr gut! Ich bin übrigens auch eine ganz pflegeleichte Mitbewohnerin. Ich bin ordentlich, schnarche nicht und habe auch nicht die Angewohnheit jede Menge Typen mit auf mein Zimmer zu nehmen. Also keine Angst.“
„Na, dass klingt ja nach einer ziemlich tollen Zeit hier.“ Sie warf einen Blick auf ihre Armbanduhr und verzog das Gesicht zu einer entnervten Grimasse. „Na super. Ich verquatsche mich hier mit dir und du verpasst deswegen dein Begrüßungstreffen. Entschuldige.“ Sie schien über sich selber die Augen zu rollen. Mit einer winzigen Handbewegung warf sie mir einen Schlüssel zu. „Der Luxus in einer Schwesternschaft zu sein. Du kannst eins unserer Autos nehmen. Sie stehen in der Garage. Und wir sehen uns dann heute Abend bei der Willkommens-Party.“ Freundlich tätschelte Ye meinen Arm, bevor sie an mir vorbei ging und zum Haus zurück eilte.
Ich hingegen trat an das Gatter, dass zur Garage führte. Als ich mich schließlich in ihrem Inneren befand, staunte ich nicht schlecht.

Ich hatte kleine, alte und rostige Autos erlebt, aber dass was vor mir stand waren wirkliche Luxuskarren. Zweisitzer aber von der teuersten Marke und in lauter verschiedenen Farben.
Ich drückte auf den Knopf des Schlüssel uns ein roter Flitzer blinkte auf. Er stand direkt vor dem Rolltor der Garage und schien sich sichtlich auf mich zu freuen.
„Dann wollen wir mal.“ Breit grinsend ging ich auf das Luxusgefährt zu und strich ihm sanft über den Lack. Er blitzte und glänzte und schien mich endlich zu beten ihm Auslauf zu verschaffen. „Keine Angst, mein Kleiner. Wir flitzen los!“
Ich öffnete die Tür und ließ mich in den hellen Ledersitz fallen. Mit einem kleinen Seufzer strich ich über das Lenkrad.
Das Gefühl endlich wieder einen fahrbaren Untersatz zu haben war unglaublich.
„Ich werde dieses College nie wieder verlassen.“, erklärte ich und gab Gas.
Der Wagen brauste los und ließ mich in die Sitze des Wagen gleiten.
Nach geschlagenen zwanzig Minuten hatte ich endlich das Haus gefunden, in der die Begrüßung stattfand. Ich parkte den Wagen leichtfertig auf einen der Parkplätze und stieg aus. Mit Genugtuung drückte ich auf den Knopf. „Mach's gut, Kleiner.“
Ich steckte den Schlüssel in meine Blazertasche und spazierte zu dem riesigen Eingang des Gebäudes. Vorsichtig öffnete ich die schwere Tür und trat ein.
Ein riesige Eingangshalle tat sich vor mir auf. Zwei Stände waren aufgebaut, an denen sich ein paar Studenten tummelten.
Nachdem ich ein paar Minuten zugehört hatte, entschied ich mich in eins der Nebenzimmer zu gehen. Dort würde auch ein Teil meiner Vorlesungen stattfinden und ich entschloss mich, mir diesen Raum mal genauer anzusehen.

Doch noch bevor ich meinen Blick über die Tische gleiten lassen konnte, wurden meine Augen wie magisch von einem Mann angezogen.
Er stand neben einen der Tische, in der Hand ein Buch, dass er seiner Mitstudentin hinhielt. Voller Enthusiasmus schien ihr etwas zu erklären und tippte dabei unaufhörlich auf eine Stelle in dem Buch, bis er schließlich beruhigt lächelte. Ein wirklich wunderschönes Lächeln, wie mir zugleich auffiel.
Ich blieb stehen. Ohne dass ich es wollte, war ich gezwungen ihn anzusehen, und dass nicht weil er anders aussah. Es war eine Aura, die ich noch nie gespürt hatte.
War das verliebt sein? Noch nie hatte ich etwas Ähnlich verspürt. Abel damals war eher ein Job gewesen, als etwas, was mit Gefühlen zu tun hatte. Und meine Schwärmerei für unseren Putzmann, hatten sich auch ziemlich schnell in Luft aufgelöst. Aber dass hier...
Es war nicht so wie ich es in Filmen oder Bücher gelesen hatte. Mein Herz begann nicht doller zu schlagen, ich fühlte keine Schmetterlinge in meinem Bauch und meine Beine wurden auch nicht weich. Aber ich spürte eine Anziehungskraft, die so stark war, dass ich einfach nur zu ihm herüber gehen wollte. Sofort.
Aber ich blieb wo ich bin. Unbeweglich und völlig aus dem Ruder stand ich einfach nur da.
Dann wandte er den Kopf in meine Richtung. Er lächelte nicht, aber seine Augen schienen mich aufzufordern. Sie sagten 'Komm her. Was möchtest du wissen?'
Und wie durch ein Wunder machte ich ein paar Schritte in seine Richtung bevor ich die beiden schließlich erreicht hatte.
Die Studentin, die neben ihm stand, sah mich fragend an. „Kann ich dir helfen?“

„Äh, nein.“ Schüchtern lächelte ich ihn an. „Ehrlich gesagt...eigentlich.“ Errötend verstummte ich schließlich. Kopfschüttelnd wollte ich mich abwenden, doch es schien als ergriff er meine Hand. Doch als ich an mir herunter sah, war da keine Hand.
„Ich bin Shea.“ Er hielt mir seine grüne Hand hin.
„Sophie.“, erwiderte ich lächelnd. Sein Händedruck war warm, aber nicht feucht oder zu trocken. Es fühlte sich an, als würde man in eine Blumenwiese fassen.
Er grinste. „Dass ist ein wirklich schöner Name. Leitet er sich nicht von Sophia ab.“ Er machte eine Pause, in der eine Art Summen von sich gab. „Die Weisheit.“
Ich hatte über meinen Namen noch nie wirklich nachgedacht, aber die Art wie er darüber redete, ließ mich erröten. „Ich weiß leider nicht welche Bedeutung Shea hat.“
„Unerschrocken.“ Er grinste breit. „Er bedeutet Unerschrocken.“
Die Studentin neben uns seufzte. „Ich mach mich auf den Weg, Shea. Sehen wir uns nachher beim Treffen? Wir müssen einiges besprechen.“
„Klar.“ Zu Abschied drückte er sie kurz, bevor sie aus dem Raum verschwand. Er sah mich freundlich an. „Du ist ein Frischling, oder?“

Ich nickte. Ein wenig nervös fuhr ich mir durch die Haare. „Ja, gerade erst angekommen. Und du? Bist du auch ein Frischling?“
Shea schüttelte den Kopf. Er sah mich mit seinen Augen so freundlich an, dass fast die gesamte Nervosität von mir wich. „Ich bin im dritten Semester. Also praktisch schon ein sehr alter Mann.“ Ein freundliches Lachen drang aus seinem Mund. „Wenn du fragen hast, wende dich ruhig an mich. Ich wäre froh gewesen, wenn mir jemand geholfen hat.“
„Sind dafür nicht die Hausmütter und Väter da?“, fragte ich lächelnd.
Shea schien einen Moment zu überlegen. „Mein Hausvater damals war ein ziemlicher betrunkener Loser, der seinen Abschluss nie geschafft hat.“ Grinsend sah er mich an. „Deswegen habe ich mich im zweiten Semester auch für eine kleine Wohnung am Rande des College entschieden. Mit zwei Mitbewohnern, kann man sich das leisten.“
Ich nickte leicht. „Dass hört sich nicht schlecht an.“ Dass ich mir auch ein Haus leisten konnte, verschwieg ich. Shea sah nicht aus, als interessierte es ihn, wie viel Geld ein Mensch hatte. „Aber ein Wohnheim hat auch seine Vorzüge. Es gibt schöne Partys.“
„Die veranstalten wir auch, warte mal ab.“ Er zwinkerte mir zum bevor er in seinem Gewand kramte und mir einen Zettel gab. „Ich muss jetzt leider los, aber solltest du Fragen haben, oder einfach nur reden willst, kannst du mich gerne anrufen.“
Dankbar lächelte ich ihn an. „Dass werde ich vielleicht in Anspruch nehmen.“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 7:51 am

„Ich habe nichts für die Party.“, erklärte ich Ye. Mit verzweifelten Gesichtsausdruck sah ich auf das Durcheinander, dass mein Koffer angerichtet hatte.
Ye saß auf ihrem Bett und lackierte sich ihre langen Nägel. Sie sah auf. „Ich dachte ein hübsches Mädchen wie du hat jede Menge Kleider.“ Sie grinste.
„Ich hatte.“, gestand ich seufzend. „Aber sie sind mir alle zu klein geworden, und bevor ich mir neue kaufen konnte, sind wir auf diese einsame Insel gezogen.“ Ich seufzte tief. „Auf Melavia gibt es wirklich keinen Laden, in dem man etwas anständiges zu anziehen gibt.“
Ye sah auf. Ihre leuchtenden Augen starrten mich an, als hätte ich von einem Geist geredet. „Wo kommst du her?“, fragte sie mit heiserer Stimme.
„Melavia.“, erwiderte ich gelassen. Seufzend ließ ich mich neben meinem Koffer nieder.
Meine Zimmergenossin räusperte sich, setzte ein Lächeln auf und erhob sich. Sie ging zur Kommode herüber und warf mir ein blaues Kleid hin. „Zieh dass an.“, murmelte sie, bevor sie das Zimmer fast etwas fluchtartig.
Ich schlüpfte so schnell ich konnte in den blauen Fummel, drapierte meine Haar mit Schaumfestiger und Haarspray zur Seite, bevor ich schließlich in meine Schuhe schlüpfte und das Zimmer verließ. Gott sei dank musste ich nicht lange suchen, Ye stand am Fenster und sah hinaus.

„Ye?“, fragte ich vorsichtig. „Ist alles in Ordnung?“
Sie wandte den Blick vom Fenster ab und lächelte mich an. Sie hatte die Arme vor der Brust verschränkt, als wäre ihr kalt. „Ja, es geht mir gut. Ich musste nur...an etwas denken, weißt du? Etwas...sehr Schönes.“
Ich sah sie überrascht an. Ihr Ton war so herzlich und ihre Augen waren unglaublich weich geworden. „Ich weiß, wir kennen uns noch nicht lange.“, begann ich langsam. „Aber man sagt mir nach, dass ich eine ziemlich gute Zuhörerin bin. Und reden soll helfen.“
Ye lachte, aber es klang nicht sehr fröhlich. „Ich sollte dich nicht mit meinem Privatkram nerven, Sophie. Tut mir Leid. Am besten du gehst runter zu den anderen. Ich komm gleich.“
„Nein.“ entschied ich eigenwillig. Ich versuchte besonders vertrauensvoll auszusehen, als ich nun ein paar Schritte auf sie zu machte. „Wir reden jetzt erst einmal.“
Ye seufzte tief, bevor sie schließlich einverstanden nickte. „Ich habe Kinder, weißt du.“ Sie lächelte zaghaft. „Zwei wundervolle Mädchen. Cheonah und Nea.“
„Sind sie gerade bei ihrem Vater?“, fragte ich leise.
„Nein.“ Ye schüttelte den Kopf. „Nein. Ihr Vater ist verstorben, musst du wissen. Es kümmert sich gerade meine Schwiegermutter um sie. Also die Mutter meines zweiten Mannes. Wir sind seit ein einem Jahr geschieden.“
Ich nickte. „Meine Eltern haben sich auch scheiden lassen. Ist nicht schön.“
„Ja, dass war es nicht.“ Ye lächelte. „Melavia ist meine Heimat, Sophie. Dort bin ich geboren und dort habe ich auch meine beiden Kinder auf die Welt gebracht.“

„Wirklich?“ Ich sah sie überrascht an. „Dass ist ja lustig. Meine Familie und ich sind gerade hingezogen. Wir helfen die Stadt wieder aufzubauen.“
„Sie ist zerstört oder nicht?“ Ye seufzte bedrückt. „Dass habe ich mir gedacht. Auch wenn ich etwas anderes gehofft hatte.“
Mir viel plötzlich ein, was meine Mutter mir erzählt hatte. „Was bist du?“, fragte ich also vorsichtig. Als sie mich fragend ansah, lächelte ich entschuldigend. „Meine Mutter hat mir erzählt, dass nur Wesen auf Melavia wohnten. Also musst du auch eins sein.“
„Ich bin ein Geschöpf des Mondes.“, lachte Ye. Sie schob die Unterlippe ein Stück weit nach unten und zwei spitze Eckzähne entblößten sich. „Ein Werwolf, wenn du so willst.“
Ich war verblüfft. Noch nie hatte ich so etwas gesehen. „Du siehst nicht gefährlich aus.“
Ye lachte noch lauter. „Ich habe gelernt mich zu beherrschen, Sophie, aber du müsstest mal meine Tochter Chenoa sehen. Sie ist wie ein kleines Hundebaby.“
Ich lächelte über den Blick, den ich schon öfter bei meiner Mutter gesehen hatte. Das musste das Mutterglück sein, dass die Frauen nach einer Schwangerschaft bekamen.
„Lass uns runtergehen.“, murmelte Ye schließlich seufzend. „Ich brauch dringend eine Limonade, bevor ich in Tränen ausbreche, weil ich meine Kleinen so vermisse.“

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Re: Melavia (Fortsetzung der Bluegacy)

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 17, 2013 7:58 am

„Schlinge nicht so, sonst verschluckst du dich und ich darf dich wiederbeleben. Das hatten wir aber noch nicht.“ Tamora ließ sich mit einem schiefen Grinsen neben mir nieder. Sie trug noch ihr Nachthemd und ich beneidete sie ungemein dafür.
„Vorlesung!“, brachte ich zwischen zwei Löffeln voll Müsli heraus.
Tamora rollte mit den Augen. „Habe ich auch. Aber erst um 16 Uhr, und du so weit ich weiß auch.“ Sie sah mich prüfend an. „Es ist neun Uhr.“
„Eben.“ Ich schluckte den Rest Müsli in meinem Mund herunter. „Ich hab weder meine Hausarbeit geschrieben, noch diese Aufgabe mit den Knochen am Körper eines Menschen gemacht. Ich muss bis 16 Uhr noch so viel machen.“
„Wenn du gestern nicht noch stundenlang mit Ye weg gewesen wärst, müsstest du dich jetzt nicht hetzen.“, erwiderte Tamora und streckte mir die Zunge raus.
Ich zog eine Grimasse, denn sie hatte Recht. Ye und ich hatten uns zu wirklich guten Freundinnen entwickelt und verbrachten die meiste Zeit miteinander. Gestern waren wir eine ganze Weile Herbstmode shoppen gegangen, mit dem Ergebnis, dass wir drei volle Tüten hatten und riesigen Hunger. Ich musste noch immer schmunzeln, als ich daran dachte.

„Wenn du willst helfe ich dir.“; bot meine Mitbewohnerin mir freundlich an. Tamora hatte das Zimmer neben uns und war eine wirklich aufgeschlossene Medizinstudentin, die anderen gerne und oft half. Sie war freundlich, aber so warm wie mit Ye konnte ich mit ihr nicht werden, auch wenn ich sie wirklich gut leiden konnte.
Ich nickte übermütig. „Dass wäre so super von dir, Tammy. Du hast was gut bei mir!“ Ich sprang auf und ging zu dem Skelett herüber, dass wir in der Ecke unseres Esszimmer aufgebaut hatten, um mit dem Nachhilfeunterricht anzufangen.
„Ich möchte den Gefallen jetzt einlösen.“ Tamora schob ihre Schüssel ein Stück weit weg und zog ein Bein ab. Mit einem breiten Lächeln legte sie ihr Kinn auf ihrem Knie ab.
Ich nickte überrascht. „Klar, was kann ich für dich tun.“
„Du musst mir die Wahrheit sagen.Bist du etwa an Shea interessiert?“
Ich spürte wie meine Wangen heiß wurden und meine Kehle leicht zu schwoll.
Seit dem Tag, an dem ich Shea kennengelernt hatte, waren wir uns ein paar Mal zwischen den Vorlesungen begegnet und hatten uns ab und zu mal unterhalten. Aber länger als fünf Minuten ging es meistens nicht.

„Ich kenne ihn kaum.“, versuchte ich eilig auszuweichen.
Doch Tamora ließ nicht locker. Sie grinste. „Dafür wirst du immer sehr rot, wenn du ihn siehst.“ Sie wackelte mit den Augenbrauen. „Außerdem ist es doch gar nicht schlimm, Sophie. Wir alle waren schon einmal verliebt.“
„Ich nicht.“; widersprach ich Achsel zuckend. „Klar hatte ich schon einmal einen Freund, und auch eine kleine Schwärmerei, aber verliebt war ich noch nie.“
Tamora seufzte. „Dann wird es langsam mal Zeit. Warum fragst du ihn nicht mal, ob ihr ausgehen wollt? Also ich finde ihn ziemlich süß, und ich weiß dass er unter den Studentinnen heiß begehrt ist.“
Ich rollte mit den Augen. „Tamora, das Semester ist sowie so schon so kurz und ich hab das Gefühl kaum hinter her zu kommen. Meine Noten werden sicherlich nicht die besten sein und dass wurmt mich.“ Ich warf den Skelett einen bösen Blick zu.

Tamora rollte mit den Augen. „Ach komm schon, Sophie. Das ist dein erstes Semester und dass haben wir alle nicht besonders gut abgeschnitten. Außerdem ist das College auch da um seine Jugend auszuleben. Du weißt schon, Jugendsünden zu begehen und so.“
Ich musste über ihre Vorstellung des College lachen, auch wenn ich selber damals keine andere hatte. „Nein.“; erwiderte ich entschieden. „Erstmal ist das Studium dran, dann schauen wir mal, ob wir einen schnuckeligen Typen finden.“
„Bis dahin ist er sicher schon vergeben.“, prophezeite Tamora mit erhobener Augenbraue. „Man munkelt er und seine Mitbewohnerin sind mehr als nur Mitbewohner.“ Sie verzog ihren Mund zu einem Kussmund und machte schmatzende Geräusche.
Ein merkwürdiges Gefühl stieg in mir auf, dass ich bisher nur aus der Schule kannte, wenn ein Mädchen eine schönere oder teurere Tasche gehabt hatte, als ich. Eifersucht.
„Das stört dich.“ Tamora klatschte lachend in die Hände. „Gib es zu Sophie, es stört dich!“
„Tut es nicht.“ widersprach ich und schüttelte den Kopf. Ich deutete auf das Skelett. „Lass uns jetzt damit anfangen. Ich hab bald Unterricht und bis dahin will ich das geklärt haben.“
Tamora nickte seufzend. „Na gut, wenn du dich nicht zu deinem Glück zwingen lassen willst, lernen wir halt. Also...“

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