Seasons Island Mysteries

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Seasons Island Mysteries

Beitrag  Chester am So Dez 23, 2012 11:12 am

Diese Geschichte hat eigentlich gleich mehrere z.T. von einander unabhängige Vorgeschichten, die aber( hoffentlich) nicht unbedingt gelesen werden müssen, um diese hier zu verstehen.

Trotzdem hier noch die Links zu den Vorgeschichten:

Angefangen hat alles in Nocturn Valley:
http://familiendynamik.forumieren.com/t31-nocturn-valley-eine-fadycha-unter-sims-3

kurze Fortsetzung:
http://familiendynamik.forumieren.com/t95-gesprach-unter-geistern

Der zweite Strang startet hier, mit einer (oder auch zwei) Lynn-Challenge(s):
http://familiendynamik.forumieren.com/t151-zwillingsschwestern

Beide Geschichten werden hier zusammengeführt:
http://familiendynamik.forumieren.com/t162-das-tagebuch-des-floris-o-hara

Die letzte Geschichte endet mit der Flucht einiger Bewohner Nocturn Valleys mithilfe einer merkwürdigen Maschine, die der Geist des Gründers dieser FaDyCha (Cedric Lynfort) bedient.


Doch jetzt viel Spaß mit der neuen Geschichte in einer neuen Nachbarschaft.


Zuletzt von Chester am Fr Jan 11, 2013 1:56 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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Re: Seasons Island Mysteries

Beitrag  Chester am So Dez 23, 2012 11:16 am

Es war dunkel. Dunkel und kalt. Sie kannte die nächtliche Finsternis nur zu gut, obwohl sie sich nie hatte daran gewöhnen können. Was ihr fremd war, war diese Kälte, fast wie in einem Kühlschrank. Doch sie war draußen. In der freien Natur. Von oben tropfte Wasser und durchnässte ihre Kleidung. Schnell ging sie ein paar Schritte zur Seite, um aus dem Radius des Sprinklers herauszukommen, der hier offensichtlich nur allzu gewissenhaft seine Arbeit verrichtete, doch es gelang ihr nicht. Das Wasser war überall und schien direkt aus dem schwarzen Himmel über ihr zu kommen.



Eine Hand legte sich auf ihre Schulter. „Dort drüben sind ein paar Häuser!“ schrie Robin ihr ins Ohr, um das Rauschen, dass der Sprinkler oder die Dusche oder was auch immer es war, machte, zu übertönen. Dann lief er auch schon los, seine kleine Cousine Milena hinter sich herziehend. Ihm folgten ihre Brüder, Texas und Ohio, und die gelblich durchscheinende Gestalt von Cedric Lynfort, der sie an diesen merkwürdig nassen und kalten Ort gebracht hatte. Doch wo war Arizona? Sie drehte sich um und erblickte ihre Zwillingsschwester, wie diese gerade aus einem mannshohen Kasten stolperte, noch völlig verwirrt von der „Reise“. Schnell ergriff sie ihre Hand und zog sie hinter sich her zu den nahen Häusern, die hoffentlich Schutz vor Wasser und Kälte boten.

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Beitrag  Chester am So Dez 23, 2012 12:14 pm

Als sie die unverschlossene Tür erreichten, knallte ein ohrenbetäubender Schuss durch die dunkle Nacht und sofort danach wurde es für den Bruchteil einer Sekunde taghell. Erschrocken zog sie den Kopf zwischen die Schultern und flüchtete ins Innere des unbekannten Gebäudes. Im schwachen Licht einer Wandkerze, die Cedric auf wundersame Weise mit einem Lichtblitz aus seiner geisterhaft gelblich schimmernden Hand entzündet hatte, erkannte sie, dass sie sich nicht in einem Wohnhaus befanden. Das Mobiliar bestand vorwiegend aus Schreibtischen und Regalen und erinnerte an eine abgespeckte Form des Rathauses in Nocturn.



„Wo sind wir, Mr. Lynfort?“ Der durchscheinende Geist kam zu ihr. „Wir sind irgendwo in der alten Welt gelandet, wie es aussieht. Sie existiert parallel zu unserer neuen Welt. Teleporter verbinden die beiden Welten an einigen Orten. Es tut mir leid, dass bei unserer Abreise aus Nocturn keine Zeit blieb, euch darauf vorzubereiten.“ Draußen krachte erneut ein Schuss, gefolgt von einem kurzen gleißenden Licht. Die Tür sprang auf und etwas huschte in den Raum. Verschreckt ergriff sie Robins Hand, der neben ihr stand. Ihre Augen hatten Schwierigkeiten, sich nach dem Lichtblitz wieder an das dämmrige Licht zu gewöhnen, aber nun erkannte sie die Gestalt einer rothaarigen Frau, die sorgsam die Tür schloss, während sie redete.



„Tut mir leid, dass ich nicht schneller hier war, aber der Besen war kaputt und ich musste zufuß kommen. Willkommen auf Season Island!“ vernahm sie die angenehme Stimme der Fremden. „Ich bin Griselda Broom. Ich hoffe eure Reise und die Ankunft waren nicht zu unangenehm und niemand ist ,verletzt’.“

„Mein Name ist Tennessee O’Hara“, stellte sie sich vor. „Ich bin ok, und die anderen, glaube ich, auch. Aber wo kommt das viele Wasser da draußen her? Und wer schießt dort die ganze Zeit?“ „Ach, da mach dir keine Sorgen, Kleines“ antwortete Griselda. „Das ist Regen, der vom Himmel fällt. Nicht immer ganz angenehm, aber praktisch, wenn man einen großen Garten hat. Und der Krach ist nur Donner. Es gewittert immer, wenn Reisende eintreffen. Auch nicht unbedingt angenehm, aber ebenfalls praktisch. So wissen wir wenigstens, wann wir am Teleporter nachsehen müssen, ob jemand angekommen ist. Ich weiß, dass in der neuen Welt immer die Sonne scheint, aber ihr werdet euch schnell an das Wetter gewöhnen“
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Beitrag  Chester am So Dez 23, 2012 12:19 pm

Die Schüsse, die Donner hießen, wie Tennessee nun wusste, hatten aufgehört und es fiel auch kein Wasser mehr vom Himmel. Griselda bat die Reisenden, ihr nach draußen zu folgen. „Ich zeige euch, wo ihr schlafen könnt. Es wird sehr eng, aber wir leben hier nicht in großem Luxus. Ihr werdet euch daran gewöhnen müssen, dass hier einiges anders ist, als ihr es in der neuen Welt gewohnt seid. Ich weiß, dass ihr mit Strom lebt. So etwas gibt es hier nicht. Aber wir arbeiten daran.“

Die Rothaarige führte die Gruppe zu einem kleinen Haus in der Nähe. Nachdem sie einige Kerzen hinter Glasschirmen an der Wand angezündet hatte, wurde die Einrichtung sichtbar. Es war gemütlich, aber sehr klein.



„Ich denke, ihr werdet erst einmal schlafen wollen. Oben sind ein paar Betten. Sie werden wohl leider nicht reichen, aber ihr könnt auch auf dem Sofa schlafen. Und im Kleiderschrank findet ihr noch einen alten Schlafsack. Ich komme morgen früh wieder vorbei und bringe euch etwas zu essen. Dann können wir in Ruhe überlegen, ob vielleicht jemand umziehen kann. Ich wünsche euch eine gute Nacht.“ Griselda verschwand in die Dunkelheit und Tennessee erkundete mit den anderen ihr neues Zuhause.

Eine Wendeltreppe führte nach oben. Dort befanden sich zwei winzige Schafzimmer. Tennessees Zwillingsschwester Arizona ließ sich sofort erschöpft in ein Doppelbett fallen und klopfte mit der flachen Hand auf die andere Seite des Bettes. „Kannst du bitte hier schlafen?“ fragte sie mit matter Stimme. Tennessee setzte sich in Bewegung. Natürlich würde sie bei ihrer Zwillingsschwester schlafen. Sie teilten sich schon immer ein Zimmer und hier in der Fremde würde sie es bestimmt nicht ändern wollen. „Ich bin so froh, dass du bei mir bist, Robin“, hörte sie Arizonas Stimme, nun merkwürdig säuselnd. „Du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich fürchte.“ Tennessee hielt auf ihrem Weg zur Schlafstatt inne und sah zu, wie Robin an ihr vorbeieilte und sich neben ihrer Schwester aufs Bett fallen ließ. „Du musst keine Angst haben, Arizona. Ich bin bei dir“, gab er mit beruhigender Stimme zurück. "Ich werde auf euch aufpassen.“ Sein Blick wanderte zu Tennesse und sein Gesicht bekam einen Ausdruck, den sie nicht zu deuten wusste. Es schien, als wolle er sie mit den Augen festhalten. Doch sie war zu müde, um lange darüber nachzudenken. Sie ging zum Kleiderschrank, kramte den Schlafsack heraus und nahm ihn mit ins untere Stockwerk, wo sie ihn ausbreitete und in einen unruhigen Schlaf verfiel.
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Beitrag  Chester am So Jan 06, 2013 12:43 pm

Sie wachte auf, als es draußen noch dunkel war. Einen Meter neben ihr auf dem Sofa schlief ihr jüngerer Bruder Texas. Vorsichtig kletterte sie aus ihrem Schlafsack und schlich sich leise aus dem Haus. Die Straße war menschenleer.



Entweder war es noch zu früh, oder es lebten nicht viele Sims auf dieser Insel. Vermutlich letzteres, denn es waren auch nur wenige Häuser in der Nähe zu sehen. Sie ging die verlassene Straße entlang, bog nach rechts ab und erblickte das Meer. Ihre Schritte wurden schneller. Das Meer war ihr aus Nocturn Valley vertraut und zog sie magisch an. Am Strand streifte sie ihre Kleider ab, lief ein paar Schritte ins Wasser und ließ sich fallen. Fast wäre ihr das Herz stehen geblieben. Das Wasser hier war eisig kalt. Sie überwand sich und machte ein paar kraftvolle Züge.



Wenn sie nicht auf die Kälte achtete, war es fast wie Zuhause. Doch es war nicht leicht, das ungewohnte Frösteln zu ignorieren, und so stieg sie schon bald wieder aus dem Wasser und streifte ihre Kleidung über. Bei diesen Temperaturen hatte es keinen Sinn, vorher darauf zu warten, dass die Luft den Körper trocknete. Was hatte Griselda am Abend gesagt? Sie würden sich an das „Wetter“ gewöhnen? Wenn diese eisige Kühlschrankluft dazu gehörte, dann ganz sicher nicht. Im Laufschritt machte sie sich auf den Weg zurück zu ihrem neuen Zuhause.
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Beitrag  Chester am So Jan 06, 2013 12:50 pm

Bei dem kleinen Haus angekommen stieß sie die Tür auf und betrat die Wohnküche. Auf das, was sie sah, hätte sie jedoch lieber verzichtet. Arizona saß auf dem Sofa und knutschte Robin.



Was war zwischen den beiden passiert, während sie selbst für ein paar Wochen auf Reisen gewesen war? Und warum zerriss ihr dieser Anblick fast das Herz? Natürlich, sie waren Zwillingsschwestern und enge Vertraute. Aber sollte sie dann nicht froh über das offensichtliche Glück ihrer Schwester sein? Doch es war, als würde ein dicker Eisklumpen in ihrem Hals festsitzen, sodass sie weder sprechen noch richtig atmen konnte.

Sie richtete ihren Blick fest auf den Boden und erklomm die wenigen Stufen, die hinauf zu den Schlafräumen führten. Dort zog sie die klamme Kleidung aus und streifte sich ein Kleid aus dem Schrank über. Es wirkte altmodisch, passte aber perfekt. Von unten hörte sie Griseldas fröhliche Stimme rufen: „Kommt bitte runter, wir müssen ein wenig planen!“ Als sie in den kleinen Flur trat, stürmten Texas, Ohio und Milena schon die Treppe vor ihr herunter. Sie folgte ihnen und begrüßte Griselda.

"Ich habe Cedric heute Morgen auf dem Friedhof getroffen.“ Griseldas Stimme verlor eindeutig an Fröhlichkeit. „In der Aufregung hat er seine Urne vergessen und fühlt sich etwas schwach. Auf dem Friedhof scheint es ihm aber ein wenig besser zu gehen. Könntet ihr euch um Milena kümmern, bis er wieder fit ist?“ „Natürlich.“ Robin ging auf seine kleine Cousine zu und ergriff ihre Hand. „Das ist gar kein Problem.“

„Heute Morgen habe ich die Strandhütte kontrolliert. Sie ist … frei. Ein oder zwei von euch könnten dort Platz finden. Ihr wollt sicher nicht alle hier wohnen bleiben. Auf Dauer wird das wohl zu eng.“ „Ich würde mir das gerne ansehen“, beeilte sich Tennessee zu sagen. Ein Blick auf die turtelnde Schwester hatte ihr klar gemacht, dass sie das auf Dauer nicht ertragen wollte. „Ich bin von meinen Reisen ins Ausland schon gewohnt, allein zurecht zu kommen. Es macht mir nichts aus, auch allein zu wohnen.“ „Ach“, machte Griselda fröhlich. „So ganz allein wirst du dort auch nicht sein. In der Gegend leben eine Menge zutraulicher Katzen. Ich hoffe, du magst Tiere.“
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Beitrag  Chester am So Jan 06, 2013 12:54 pm

Das winzige Haus, dass Griselda ihr zeigte war wirklich nur eine Hütte. Aber Tennessee verliebte sich sofort in diesen stillen Ort am Meer.



Es gab eine karg eingerichtete Wohnküche



und ein großes Bett in einer Ecke.



Griselda zog einen Stock aus ihrem Gewand und entzündete damit wie durch Zauberhand das Holz im Kamin. Sofort erschien der Raum wohnlicher und eine behagliche Wärme breitete sich aus.



"Ich habe noch ein paar Dinge zu organisieren", sagte sie anschließend. "Vielleicht schaust du dich einfach ein bisschen in der Gegend um. Die Insel ist sehr klein. Du kannst dich also nicht verlaufen. Wir sehen uns später."
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Beitrag  Chester am Fr Jan 11, 2013 1:31 pm

Tennessee folgte Griseldas Rat und machte sich auf, die Insel zu erkunden, obwohl draußen schon wieder dieser überdimensionale Rasensprenger, den die Einwohner "Regen" nannten, sein Werk verrichtete.



Er hinterließ kleine und große Pfützen auf dem Boden, die sich hervorragend dazu eigneten, mit nackten Füßen hineinzuspringen. Was Tennessee noch am Morgen für unmöglich gehalten hatte, trat nun ein: Sie begann, das "Wetter" zu genießen.

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Beitrag  Chester am Fr Jan 11, 2013 1:33 pm

Doch es gab noch andere merkwürdige Erscheinungen auf der Insel. Bei ihrem Spaziergang entdeckte sie beispielsweise einen kleinen Laden, der von außen zunächst sehr unscheinbar wirkte.



Da ihr nun doch langsam etwas kalt in dem nassen Kleid wurde und sie außerdem neugierig war, öffnete Tennessee vorsichtig die Tür und spähte hinein. Auf den ersten Blick handelte es sich offenbar um einen chaotisch geführten Buchladen



Als sie eintrat, entdeckte sie allerdings noch einige andere, eher seltsam anmutende Waren. Es gab verschieden Stäbe, wie Griselda einen zum Feueranzünden benutzt hatte, und allerlei Gläser mit undefinierbarem, aber gruselig anmutendem Inhalt. Dazu unzählige Döschen, Schachteln und Flakons.

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Beitrag  Chester am Fr Jan 11, 2013 1:35 pm

Hinter der Theke stand ein alter Kauz, den sie nirgendwo auf der Welt (und von der hatte sie auf ihren Reisen schon einiges erkundet) erwartet hätte, der in diesem ungewöhnlichen Laden jedoch so passend und natürlich erschien, als wäre er nur ein weiterer extravaganter Einrichtungsgegenstand.



"Kommen sie nur näher", sagte er mit einer tiefen kratzenden Stimme und machte dazu eine einladende Handbewegung. "Ich wünsche ihnen einen angenehmen Tag, unbekannte junge Dame." "Tennessee", stellte sie sich vor. "Ich bin Tennessee O'Hara." Die seltsame Umgebung und die fremden Düfte verwirrten sie ein wenig. "Mein Name ist Esiriel Hex. Womit kann ich ihnen dienen, Miss O'Hara?" Ja, womit konnte er dienen? Sie hatte einfach nur mal reinschauen und sich aufwärmen wollen. "Einen recht ungewöhnlichen Laden führen sie hier", gab sie ausweichend zurück. "Nun, ich möchte meinen, auf dieser Insel leben auch recht ungewöhnliche Leute. Ist es da nicht nur natürlich, dass auch meine Waren diesem Naturell entsprechen?"
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Beitrag  Chester am Fr Jan 11, 2013 1:39 pm

Der Alte machte sie ganz kirre mit seinem Gerede. Er war freundlich und sehr höflich, aber in seiner Gegenwart fühlte sie sich wie ein kleines Kind, dabei war sie doch schon fast volljährig. Sie wollte auf keinen Fall etwas Dummes sagen und schwieg deshalb einen Augenblick. Dann fiel ihr ein, dass das gemütliche Feuer in ihrem Häuschen sicher schon ausgegangen war und es dort nun bitterlich kalt sein würde.

"Ich möchte gerne einen von diesen überdimensionierten Streichhölzern", brachte sie schnell hervor, froh darüber, endlich eine Begründung für ihre Anwesenheit gefunden zu haben. Nun war es an dem Alten, verwirrt zu sein. "Könnten sie ihren Wunsch etwas konkreter äußern, Miss O'Hara." "Na so einen Feueranzünder", erwiderte sie und deutete auf die unterschiedlichen Stäbe hinter dem Alten, die Griseldas Anzünder so ähnelten und teilweise mit wertvoll aussehenden Steinen besetzt waren. "Ah, natürlich", gab Esiriel zurück und runzelte dabei leicht die Stirn. Er drehte sich um, beäugte die Stäbe einen Moment und nahm dann einen recht schlichten in die Hand, um ihn Tennessee hinzuhalten. Sie wollte gerade zugreifen, als der Alte den Stab wieselflink zurückzog. "Wissen sie denn, wie man mit einem solchen - Streichholz - umgeht, Miss O'Hara?" fragte er freundlich und zugleich sehr interessiert. Sie rief sich Griseldas Bild ins Gedächtnis, als sie das Feuer entzündet hatte. "Wutschen und wedeln!" rief sie eilfertig. "Wutschen und wedeln...?" wiederholte Esiriel ungläubig mit hochgezogenen Augenbrauen. "Etwa so?" Mit einer schnellen aber geschmeidigen Bewegung führte er den Holzstab durch die Luft und deutete damit auf den Boden, direkt vor Tennessees Füße. Entsetzt sprang sie zurück, als plötzlich Flammen über die Dielen züngelten.



"Ja, so in etwa", murmelte sie leise. "Nun..., Miss O'Hara...", murmelte er genauso leise zurück, als hätten sie ein Geheimnis. Dabei neigte er seinen Kopf vertraulich nah zu ihrem und sah sie aus den Augenwinkeln an. "Ich glaube nicht, dass diese Art ..." Er hob den Stab vor ihre Augen - "...Streichhölzer..." - und vollführte erneut eine flinke Bewegung, die das Feuer zum Erlöschen brachte. "... für sie geeignet sind."



"Da könnten sie Recht haben..., Mr. Hex", erwiderte sie in verschwörerischem Ton und neigte dabei ihren Kopf ebenfalls seitlich in seine Richtung, sodass sie sich beinahe berührten. "Es ist nur so, dass es hierzulande sehr kalt ist und ich befürchte, dass das Feuer, welches Madame Griselda heute Morgen in meiner Hütte entzündet hat, bereits erloschen ist." Demonstrativ rieb sie sich langsam die nackten Arme. "Hätten sie vielleicht eine geeignete Alternative für mich?" Gewiss doch, Miss O'Hara." Mit einer, wie es Tennessee schien, übertrieben komplizierten Geste bewegte er seine geschlossene Faust ganz nah vor ihrer beider Augen. "Ein Geschenk von mir für sie, Miss O'Hara", flüsterte er mit einem Grinsen und öffnete die Hand. Zum Vorschein kam eine Schachtel gewöhnlicher Streichhölzer. "Ich bin ihnen zu tiefstem Dank verpflichtet, Mr. Hex", gab sie zurück, während sie das kleine Päckchen zögerlich und mit spitzen Fingern aus seiner Hand nahm. Irgendwie befürchtete sie, dass er zupacken könnte, wenn sie danach griff, aber nichts dergleichen geschah. Sie richtete sich wieder zu ihrer vollen Größe auf und ging zur Tür, um sie zu öffnen. Bevor sie hinaustrat drehte sie sich noch einmal zu dem alten Mann um. "Ich würde mich freuen, sie wiederzusehen, Miss O'Hara", sagte Esiriel mit einem Grinsen, das so gar nicht zu seinem Alter passte. "Auf Wiedersehen, Mr. Hex", antwortete sie und verließ eilig den Laden. Draußen blieb sie einen Moment stehen. Das hatte sie eben doch nicht wirklich erlebt oder...? Die Schachtel Streichhölzer in ihrer Hand und das herzhafte Lachen des Alten, das laut durch die geschlossenen Fenster und Türen zu ihr drang, belehrten sie jedoch eines Besseren.
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Beitrag  Chester am Sa Jan 12, 2013 9:14 am

Tennessee hatte fast den ganzen Tag draußen verbummelt. Dabei hatte sie zwar noch nicht jede Ecke der kleinen Insel erkundet, aber zumindest einen Überblick über ihre neue Heimat gewonnen. Am Nachmittag besuchte sie ihre Familie. Dazu zählte sie nun alle, die mit ihr zusammen hierher gekommen waren, egal ob sie wirklich miteinander verwandt waren oder nicht. Sie trat ein, ohne anzuklopfen und entdeckte Robin, der gerade dabei war, die Küche zu säubern. Er bemerkte sie zunächst nicht und so hatte sie Gelegenheit, ihn eine Weile zu beobachten.



Bereits als Kinder waren sie die besten Freunde gewesen. Meist hatten sie in einer Gruppe von 5 oder 6 Kindern etwas unternommen, aber Robin nahm schon immer eine besondere Stelle in ihrem Leben ein. Bereits als Kleinkinder hatte sie sich mit ihrer Zwillingsschwester Arizona ausgemalt, wie sie ihn eines Tages heiraten würden, er im schwarzen Smoking und die beiden Mädels in einem weißen Kleid mit Schleier. Nie hatte sie darüber nachgedacht, dass eine Ehe für gewöhnlich nur aus zwei Sims bestand.

Nun erkannte sie, was sie so geschmerzt hatte, als Arizona Robin nach ihrer Ankunft hier gebeten hatte, neben ihr zu schlafen. Sie würde ihren besten Freund und ihre Zwillingsschwester als Vertraute verlieren. Die beiden würden etwas haben, an dem sie nicht teilhaben konnte. Einen Moment überlegte sie, ob sie richtig gehandelt hatte, als sie sich so schnell geschlagen gegeben hatte und so bereitwillig in die Hütte am Strand gezogen war. Warum hatte sie das Feld so kampflos geräumt?
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Beitrag  Chester am Sa Jan 12, 2013 9:17 am

"Tenn! Hast du mich erschreckt! Stehst du schon lange da?" Robin hatte sich umgedreht und vor Schreck den Lappen fallen lassen. "Warum hast du nichts gesagt?" Er bückte sich und hob das alte Stück Stoff wütend wieder auf. "Ich wollte dich nicht stören" stammelte sie. "Stören?! Beim Putzen?! Kann es sein, dass dir unsere Reise nicht gut bekommen ist?" Ihr war plötzlich zum Heulen zumute. Mit einiger Anstrengung unterdrückte sie die Tränen, aber ihre Mundwinkel zitterten leicht. Schnell kam er näher und legte die Hand auf ihre Schulter. "Es tut mir leid, Tenn", sagte er leise. "Ich wollte dich nicht anfahren. Hab mich nur so verjagt, als du da so plötzlich standest." Nun befreite sich doch eine einzige Träne aus ihrem Auge und rollte langsam über ihre Wange. ,Jetzt bloß nicht anfangen zu flennen', sagte sie sich in Gedanken immer wieder vor. ,Fang jetzt bloß nicht an zu heulen, Tennessee O'Hara!' Robin strich die Träne sanft mit seinem Daumen aus ihrem Gesicht. "Ich bin nicht sauer. Echt nicht. Was hast du denn?" Sie schluckte zweimal hintereinander und hatte sich wieder in der Gewalt. "Ich habe Hunger", antwortete sie schnell und völlig zusammenhangslos. Doch Robin gab sich zufrieden mit ihrer Antwort. Er hatte jetzt nicht die Lust und Kraft, sich über ihre Flucht und zurückgebliebene Familienmitglieder auszutauschen, die er insgeheim für Tennessees plötzliche Trauer verantwortlich machte. "Da, im Vorratsschrank sind Lebensmittel", sagte er schnell. "Griselda hat sie vorhin mit ein paar anderen Sachen vorbeigebracht. Ist sie denn nicht bei dir gewesen?" "Ich weiß nicht, bin den ganzen Tag unterwegs gewesen und habe eine Schachtel Streichhölzer erbeutet." Ihre Stimme klang wieder fest, fast fröhlich. "Wo sind die anderen?" Sie öffnete den Vorratsschrank und nahm sich einen Apfel heraus.



"Die Jungs erkunden die Gegend und Arizona ist oben bei Milena. Es geht ihr nicht besonders. Wir waren vorhin mit ihr auf dem Friedhof und haben Cedric besucht. Man konnte ja eh schon durch ihn hindurchsehen, aber nun muss man schon sehr genau suchen, um ihn überhaupt noch wahrzunehmen. War wohl keine gute Idee, die Urne zu vergessen..."

Tennessee aß ihren Apfel auf, dann schnappte sie sich ein Buch über Elfen und Feen aus dem Regal und ging nach oben, um Arizona abzulösen und Milena auf andere Gedanken zu bringen.



Noch bevor es dunkel wurde, war das Mädchen mit dem blauen Teint eingeschlafen und Tennessee machte sich auf den Heimweg.
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Beitrag  Chester am Sa Jan 12, 2013 9:20 am

Am Strand blieb sie einen Moment stehen und beobachtete versonnen, wie die Sonne am Horizont versank.



Sie hatte sich auf den ersten Blick in die Hütte am Meer verliebt, trotzdem fiel es ihr schwer, allein dorthin zurückzukehren. Wie viel schöner könnte es dort sein, wenn Robin bei ihr wäre. Doch wie es schien, hatte er sich für Arizona entschieden. Sie beschloss, dass es doch eine gute Entscheidung gewesen war, so schnell wie möglich auszuziehen. Wenn sie Robin und Arizona wirklich liebte, dann durfte sie dem Glück der beiden nicht im Weg stehen. Sie sollte sich für die beiden freuen, aber es tat einfach nur weh.

Der Zeitpunkt! Der Zeitpunkt für diese Enthüllung war schlecht gewählt. Warum musste es ausgerechnet jetzt sein. Weit weg von Zuhause. Sie fühlte sich unendlich allein. Trotzdem würde sie die anderen in der nächsten Zeit meiden. Man musste in offenen Wunden ja nicht noch selber absichtlich rumstochern. Heute Abend würde sie eine der herumstreunenden zutraulichen Katzen mit in ihre Hütte nehmen.
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Beitrag  Chester am Sa Jan 12, 2013 9:30 am

Als sie sich der Hütte näherte, sah sie Licht durch die Fenster scheinen. Und wieder spürte sie, wie einsam es hier draußen war. Doch es half nichts. Sie würde sich daran gewöhnen müssen. Aber zunächst musste sie wohl herausfinden ob und ggf. wer sich da in ihrer Hütte befand. Vorsichtig ging sieh näher und späte durch ein Fenster. Erleichtert stellte sie fest, dass es sich nur um Griselda handelte, die ein paar Sachen vorbei gebracht hatte. Tennessee hüpfte das Herz vor Freude. So ganz allein war sie anscheinend doch nicht. Griselda schien eine gute Seele zu sein. Sie hatte Gardinen aufgehängt und einen Teppich, sowie etwas Geschirr besorgt.



Auf der Küchentheke stand eine Holzkiste mit frischem Obst und Gemüse, und Griselda hatte sogar an ein paar Grünpflanzen gedacht. Jetzt wirkte es wie ein richtiges Zuhause, gemütlich, belebt und schon gar nicht mehr ganz so einsam.



Zuletzt von Chester am So Jan 13, 2013 9:12 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beitrag  Chester am Sa Jan 12, 2013 9:32 am

"Griselda, das ist unglaublich! Wann hast du das alles gemacht?" Am liebsten hätte sie die Ältere umarmt, aber so gut kannten sie sich dann doch noch nicht. "Du warst ja lange genug weg. Hast du dich etwa doch verlaufen?" Griselda sah sie fragend an.



"Nein, ich hab mich nur umgesehen und meine Familie besucht. Ich hoffe, du hast dir keine Sorgen gemacht." Ein wenig schuldbewusst blickte sie auf ihre Hände. Beim Abschied hatte die Ältere doch gesagt, sie würden sich später noch sehen, aber sie hatte das total vergessen und war den ganzen Tag weggeblieben. "Ach mach dir keine Gedanken, Liebes." Griselda schien kein bisschen sauer. "Hier passiert dir nichts. Bis zum Vollmond ist es noch ein wenig hin." "Was ist denn bei Vollmond? Werden dann alle hier zu Schlafwandlern?" fragte Tennessee scherzend nach. Griselda lachte nervös. "Ja, so ähnlich. Aber erzähl mir lieber, was du heute alles erlebt hast." Sie ließ sich in den Schaukelstuhl vorm Feuer fallen und Tennessee setzte sich mit verschränkten Beinen auf den Teppich neben ihr. Gemeinsam blickten sie ins Feuer und Tennessee berichtete, was sie von Cedric gehört hatte, dass es Milena nicht sehr gut ging und von ihrer Begegnung mit Esiriel Hex. Währenddessen schaukelte Griselda mit beruhigender Langsamkeit hin und her. Erst spät in der Nacht verabschiedeten sich die beiden von einander und Tennessee ging mit dem sicheren Gefühl zu Bett, eine neue Freundin gefunden zu haben.
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Beitrag  Chester am Di Jan 15, 2013 2:23 pm

An den folgenden Tagen erkundete Tennessee weiterhin die kleine Insel und entdeckte täglich etwas Neues. Sie traf nur wenige Bewohner, aber diese waren durchweg skurril. So zum Beispiel Sunflower, deren auffälligstes Merkmal nicht etwa ihre sonnengelbe Haut war, sondern zwei zarte, durchscheinende Flügel, die sie auf dem Rücken trug und die unentwegt in Bewegung schienen.



Auch Drag Rubino schien kein gewöhnlicher Simo zu sein.



In seiner Gegenwart fühlte sich Tennessee entweder gehetzt, so als sei sie auf der Flucht, oder wie ein Kaninchen, das von einer Schlange hypnotisiert wird. Sein Sohn, der kleine Herkules knurrte sie zwar manchmal an, aber Tennessee fand ihn äußerst niedlich und verspürte ständig den Drang, ihm über den Kopf zu streicheln. Er hatte irgendwie etwas von einem Welpen an sich.

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Beitrag  Chester am Di Jan 15, 2013 2:25 pm

Auf ihren Streifzügen kam sie auch häufiger an einem Gebäude vorbei, das einen kleinen Glockenturm besaß und wie eine Kirche wirkte.



Da sie jedoch fast jedes Mal Kinderstimmen und Gelächter vernahm, die aus dem Holzhaus drangen, nahm sie an, dass es sich um eine Schule handeln musste. Nun, niemand hatte sie aufgefordert, die Schule zu besuchen, also tat sie es auch nicht. Diese tägliche Langeweile konnte sie sich ersparen. Sie wusste mit ihrer Zeit bestimmt weit Besseres anzufangen.
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Beitrag  Chester am Di Jan 15, 2013 2:26 pm

So verbrachte sie gerne viel Zeit an dem kleinen See beim alten Zigeunerwagen, an dem sie die fettesten Fische angelte.



Hier konnte sie meist auch die ungewöhnlichen Wildpferde der Insel beobachten, deren Farben sie immer wieder aufs Neue faszinierten.

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Beitrag  Chester am Di Jan 15, 2013 2:28 pm

Bevor sie sich auf den Heimweg machte, drehte sie manchmal noch eine Runde im See. Mittlerweile machten ihr die kühlen Temperaturen kaum noch etwas aus.



Im Gegenteil, sie genoss es, sich anschließend in ihrer Hütte vor dem flackernden Feuer mit einer Tasse Tee wieder aufzuwärmen.

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Beitrag  Chester am Di Jan 15, 2013 2:29 pm

Eines Abends beschloss sie, nicht im See zu baden, sondern zu der kleinen Insel zu schwimmen, die anders nicht zu erreichen war.



Als sie die doch recht lange Strecke geschafft hatte, war sie überwältigt. Der Boden war übersäht mit Blumen, Pilzen und Bäumen, die sie zuvor noch nie gesehen hatte.

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Beitrag  Chester am Di Jan 15, 2013 2:31 pm

Doch das Ungewöhnlichste hier war wohl eine Steinstatue, die am Ufer eines kleinen Sees stand und eine seltsame Anziehungskraft auf Tennessee ausübte.



Je näher sie dem merkwürdigen Stein kam, umso kraftvoller fühlte sie sich.



Sie spürte energiegeladene Schwingungen, die von der Statue ausgingen und ihren Körper durchfluteten. Ihre Taktfrequenz erhöhte sich zunehmend, bis die Schwingungen nicht nur spür-, sondern auch hörbar waren. Es war fast als würde der Stein zu ihr sprechen. Doch sie vernahm keine bekannten Worte. Stattdessen formten sich Bilder in ihrem Kopf. Sie zeigten Orte, die sie auf ihren Erkundungen besucht hatte. Aber sie waren merkwürdig verändert. Es fehlten fast alle Farben und die Konturen waren seltsam abgerundet, so als hätte jemand eine dicke weiße Lehmschicht auf alles gepackt. Dazu waren die Bilder nicht klar. Überall waren weiße Grissel, wie bei einem Fernseher, wenn er den Empfang verlor. Tennessee merkte noch, wie ihr bitterlich kalt wurde, dann verlor sie das Bewusstsein.
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Beitrag  Chester am Mi Jan 16, 2013 7:02 am

Die Welt kehrte nur langsam zurück. Das erste was sie spürte war die Wärme um sie herum. Aber in ihrem Körper herrschte noch immer Eiseskälte. Sie wachte immer wieder für einen Moment auf, war jedoch weder in der Lage sich zu bewegen, noch die Augen zu öffnen. Manchmal hörte sie vertraute Stimmen. Robin, der fragte: "... immer noch nicht aufgewacht?" und Griselda, die mit sorgenvoller Stimme antwortete: "Leider nein. Aber vorhin flatterten ihre Augenlider ein wenig. Ich glaube, ihr Bewusstsein kommt langsam zurück." "Glaubst du, sie schafft es?" "Ich hoffe es, Robin. Ich hoffe es..."

Stille



"...löse dich ab." "Ihr Körper fühlt sich jetzt warm an. Warum kommt sie dann nicht wieder zu sich?" Robins Stimme klang verzweifelt. "Sie hat die ganze Nacht und den halben Tag in einem nassen Kleid in der Kälte gelegen. Wir können froh sein, dass Arizona gespürt hat, das etwas nicht stimmt. Wer weiß, wann wir sie sonst ..."

Stille

- schluchzen - "Bist du sicher? Hast du überall nachgeschaut?" "Tut mir leid, Arizona. Es sieht so aus, als hätte Cedric nun doch seine Ruhe gefunden." - herzerweichendes Schluchzen - "Habt ihr es Milena..."

Stille

- knarren - schnelle leise Schritte - "Stirbst du jetzt auch Tenn?" - knarren - schwere Schritte - "Milena, was machst du denn hier? Komm wieder mit rüber. Robin hat das Abendbrot fertig." - schnelle leise und schwere Schritte -

Stille

- männliches Schluchzen -

Stille
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Chester
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Beitrag  Chester am Mi Jan 16, 2013 7:04 am

Licht - Schmerz - Dunkelheit

Vorsichtig öffnete Tennessee die Augen erneut, blinzelte. Neben ihrem Bett konnte sie undeutlich die Konturen einer Person erkennen. Nach und nach fügten sich die Schemen zu einem klaren Bild und sie erkannte Griselda, die in einer Ecke des kleinen Raumes auf einem Stuhl saß und ein Buch las.

- räuspern -

"Du bis wach, Liebes!" Erfreut schlug Griselda den dicken Wälzer zu und eilte ans Bett.

- krächzen - Schmerz -

"Warte, ich gebe dir einen Schluck Wasser." Vorsichtig hob Griselda Tennessees Kopf an und flößte ihr ein wenig Wasser ein. Es war kühl und rein und verhieß das pure Leben. Tennessee fühlte sich gleich viel besser und auch das Sprechen fiel nun leichter.

"Wie lange..." "Drei Tage", fiel Griselda ihr ins Wort. "Was..." "Wir haben dich bewusstlos am Orakelstein gefunden." Griselda wirkte gehetzt. Würde sie sie jemals wieder aussprechen lassen? "Was hast du nur auf der Insel gewollt? Ach, ich hätte euch warnen solle. Aber er war so lange ruhig. Ich hatte nicht daran gedacht, das jemand von euch ein Medium sein könnte, und erst recht nicht, das jemand bei den Temperaturen hinüberschwimmt..." "Tut mir leid." Tennessees Stimme war noch fiepsig, aber nicht mehr so rau. "Du musst mir alles erzählen, Liebes, hörst du?!" Griselda schien sehr aufgeregt. "Ich würde dir gerne noch etwas Zeit lassen, aber es könnte sein, dass wir Vorbereitungen treffen müssen." Mit Griseldas Hilfe setzte sich Tennessee auf und trank noch einen Schluck. Dann begann sie von den Ereignissen und Bildern am Orakelstein zu erzählen. Als sie mit ihrem Bericht fertig war, hatte sich ihre Stimme wieder gefestigt. Sie fühlte sich auch viel besser und hatte den leisen Verdacht, dass sich in dem Glas kein normales Leitungswasser befand. Griselda hingegen sah nun etwas bleich aus. "Ich hole dir schnell etwas zu essen aus der Küche. Dann muss ich dich leider einen Moment allein lassen. Deine Geschwister sind noch in der Schule und ich habe jetzt tatsächlich noch einiges zu organisieren." Mit schnellen Schritten eilte sie hinaus, um kurz darauf mit einem Schälchen voller Beeren zurückzukehren. "Hier, iss die. Aber langsam und nicht zu viele. Du wirst dich danach gleich besser fühlen." Tennessee war neugierig geworden. "Was habe ich denn gesehen, Griselda?" "Ich weiß es noch nicht genau. Ich muss erst etwas nachlesen. Aber ich beeile mich."

Tennessee aß vorsichtig ein paar von den Beeren. Sie schmeckten übertrieben süß, schienen aber direkt Kraft in ihre Glieder zu pumpen. Nach einiger Zeit hörte sie ihre Familie zurückkehren. Arizona gab einen Begeisterungsschrei von sich, als sie ins Zimmer blickte und Tennessee auf dem Bett sitzen sah. Sofort tauchte auch der Rest der Familie in dem kleinen Zimmer auf. Alle sorgten sich rührend um sie und als es Zeit zum Schlafen war, kam Milena mit dem Buch über Elfen und Feen und las ihr stockend ein paar Zeilen daraus vor, bis Tennessee die Augen schloss und sich schlafend stellte. Nur Griselda tauchte an diesem Tag nicht mehr bei ihr auf.
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Chester
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Beitrag  Chester am Fr Jan 18, 2013 10:50 am

Am nächsten Morgen fühlte sich Tennessee schon wieder so gut, dass sie mit den anderen gemeinsam frühstücken konnte.



Sie aßen gerade ein paar Waffeln, als es klopfte und Griselda den Raum betrat. Alle starrten sie erwartungsvoll an. Sie murmelte einen kurzen Morgengruß, dann eilte sie zu Tennessee und zeigte ihr ein altes Gemälde, dass sie unter dem Arm getragen hatte. "Hat es ungefähr so ausgesehen?"

Zunächst sprachlos starrte Tennessee auf das Bild. Dann hauchte sie: "Ja, genauso habe ich es gesehen. Es war eine andere Landschaft, aber sonst stimmt es. Wer malt denn so ein Bild, auf dem alles mit weißem Matsch bekleckert ist? Und weshalb hab ich davon.... geträumt?" "Du hast nicht geträumt. Du hattest eine Vision, die vom Orakelstein ausgelöst wurde. Wir hatten das seit vielen Jahren nicht mehr. Die letzte Vision hatte meine Großmutter, als ich noch sehr klein war. Sie sah, dass sämtliche Brunnen und Seen austrocknen würden. Daraufhin entwickelten wir ein System, das Meerwasser zu entsalzen und über Rohre direkt in die Häuser zu leiten. Die Rohre waren noch nicht ganz fertig, da waren die ersten Tümpel bereits trocken." Sie machte eine kleine Pause, aber niemand sagte etwas. Alle waren gespannt, was Griselda über die neuste Vision zu berichten wusste. "Was du gesehen hast, Tennessee, war Schnee." "Der weiße Matsch?" fragte Arizona. "Genaugenommen ist es kein Matsch, sondern Wasser. Gefrorenes Wasser. Es kommt wie der Regen vom Himmel, nur dass es nicht flüssig ist sondern fest. Und deshalb versickert es auch nicht im Boden, sondern bedeckt alles mit einer weißen Schicht." "Tut es weh, wenn einem der feste Regen auf den Kopf fällt?" wollte Milena wissen. "Das kann ich dir leider nicht sagen, Kleines", antwortete Griselda ratlos. "Ich habe selber noch keinen Schnee erlebt. Allerdings habe ich die ganze Nacht alte Bücher gewälzt, um mehr über dieses Phänomen zu erfahren. Zumindest habe ich dort nichts von Verletzten gelesen. Beim letzten Schneeeinbruch starben zwar einige Sims, aber das lag wohl nicht direkt am Schnee, sondern an der Kälte, die überall herrschte. Ein paar Sims sind erfroren." Alle schnappten nach Luft. "Die kalten Temperaturen werden auch unser größtes Problem sein, wenn ich die Schriften richtig interpretiere. Unsere Pflanzen brauchen nämlich Wärme, um zu wachsen."
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