Diamondvalley

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Re: Diamondvalley

Beitrag  Keks am Mo Jun 03, 2013 2:57 pm

"Was hälst du eigentlich davon", fragte Quinn am nächsten Morgen, nachdem er seine Sachen aus seiner alten Wohnung geholt und bei Jeffrey eingezogen war, "wenn wir noch ein Hundchen adoptieren. Dann fühlt Talua sich nicht so alleine, wenn ich demnächst arbeiten gehe."
Jeffrey, der schon auf dem Sprung zur Arbeit war und nur noch einen Apfel in seine Tasche steckte, rief, während er zur Haustür lief: "Von mir aus. Aber achte drauf, dass das Vieh besser erzogen ist als Talua. Und schlepp mir ja keine Dogge an, oder sonst so ein ...". Den Rest des Satzes blieb Jeffrey seinem Freund schuldig, denn die Haustüre schlug hinter ihm zu und schnitt ihm das Wort ab.
"Okay", meinte Quinn. Er legte die Zeitung, die er nach Stellenanzeigen durchforstet hatte, beiseite. "Also, Talua. Was würdest du denn von einem Spielgefährten halten?" Talua quittierte die Frage mit einem herzhaften Gähner. Quinn deutete das als Zustimmung, suchte die Nummer des Tieradoptionsdienstes raus und rief dort an.
"Hallo, hier ist Quinn Stevens. Ich würde gerne einen Hund adoptieren ..."
Die Dame am anderen Ende der Leitung bombadierte ihn mit - wie es ihm schien - seltsamen Fragen und nach kurzer Zeit war er maßlos überfordert. Deswegen war er besonders froh, als alles geregelt war und er das Telefonat beenden konnte.



Kurze Zeit später klingelte es an der Türe. Talua veranstaltete ein Heidenspektakel, sprang an der Türe hoch und drehte sich im Kreis.
"Naa, freust du dich auf deinen neuen Kumpel?" murmelte Quinn, während er die Türe öffnete.
Er staunte nicht schlecht. Vor ihm stand eine junge Frau mit einem Körbchen.
"Guten Tag, wie kann ich Ihnen helfen?" Mit dem Fuß hielt er Talua zurück, die immer noch wild kläffend nach draußen stürmen wollte.
"Hallo Herr ..." die Frau warf einen prüfenden Blick auf das Klemmbrett, welches sie in der körbchenfreien Hand hielt, "... Stevens. Sie hatten uns wegen einer Adoption angerufen?"
"Ähm ..." machte Quinn. Irgendwas sagte ihm, dass etwas nicht stimmte, "jaah, schon. Aber seit wann liefern Sie Hunde in solchen Körbchen ab?"
"Hund, Sir?" Nun war es an der jungen Frau, irritiert zu schauen, "aber nein, ich bringe Ihnen Ihre kleine Tochter, die sie adoptiert haben." Mit diesen Worten reichte sie Quinn das Körbchen; perplex nahm er es an. Ein leies Glucksen war darauß zu hören.
"Wa- Was?! Ein ... ein Baby? Aber ... Aber ich wollte doch nur einen Hund haben. Ich ..." stammelte Quinn verzweifelt.
"Nein, Sir. Sie haben uns kontaktiert und wir sind ein Adoptionsdienst für Kinder, nicht für Hunde."
Als Quinn nichts erwiderte, drehte die Frau sich auf dem Absatz um, stieg in ihr Auto und brauste davon. Zurück blieben ein verwirrter Mann, das glucksende Körbenchen und Talua.
"Uff", machte Quinn, nachdem ein paar Minuten verstrichen waren. Talua, die sich mittlerweile nach draußen gekämpft hatte, machte Männchen, um an dem Korb schnüffel zu können. Resigniert sah Quinn ihr bei diesem Versuch zu.
"Jeffrey bringt mich um."

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Re: Diamondvalley

Beitrag  Keks am Mo Jun 03, 2013 3:12 pm

"Ich bin wieder zu Hause!"
Mit einem lauten Krachen fiel die Türe ins Schloss. Jeffrey kam in die Küche, schnupperte.
"Wow, das riecht wunderbar."
Er küsste Quinn, langte nach einem der Sandwichs und ließ sich am Küchentisch nieder.
"Uff, was das ein anstrengender Tag - Rasheed Hartmüller setzt alles dran, diesen Dieb zu finden, der ihn ausgeraubt hat und deswegen wälzt er alle anderen Fälle an mich ab. Heimlich, natürlich, damit Shanna keinen Wind davon bekommt. Und wo wir gerade bei Shanna sind, ich bin wirklich froh, dass Blicke nicht töten können - andersrum, meistens würdigt sich mich eh keines Blickes, so, als wäre es meine Schuld, dass unsere Ehe gescheitert ist. Aber ... mal was anderes: wo ist das Hundchen, dass du adoptieren wolltes. Quinn? Hallo, Erde an Quinn?!"
Jeffrey beendete seinen Monolog, biss in das Sandwich und beobachtete seinen Freund dabei, wie er schweigend, in höchster Konzentration, die Küchenzeile schrubbte. Erst nach ein paar Momenten (in denen er sich zweifelsohne für das Kommende gewappnet hatte) reagierte Quinn mit einem: "Huh? Hast du was gesagt?"
"Jaaah", meinte Jeffrey, "ich habe dich gefragt, wo das Hundchen ist, dass du adoptieren wolltest."
"Achso -" sagte Quinn, schrubbte noch einmal über die Küchenzeile, um Zeit zu gewinnen und ließ den Lappen dann in die Spüle fallen, "na ja. Da gabs einen kleinen ... ähm ... Unfall."
Jeffrey zog die Augenbrauen hoch. "Unfall?" wiederholte er.
Quinn nickte: "Kann man so sagen, ja. Hör zu -", doch weiter kam er nicht. Ein ohrenbetäubendes Schreien war zu hören.
"Was ist das?" fragte Jeffrey argwöhnisch. Das Sandwich lag vergessen auf seinem Teller. "Quinn?"
"Na ja, also. Ich muss ... ähm ... irgendwie die Nummern verwechselt und ... na jaaa. Wir sind jetzt Papas." Er grinste gequält.



Es dauerte einen Moment, bis Jeffrey diese Neuigkeit umgesetzt hatte.
"Du hast ein Kind adoptiert?" fragte er entsetzt.
"Ein Baby", berichtigte Quinn, nickte aber. "Ein Mädchen. Ich habe sie Kiki genannt."
"Kiki?" wiederholte Jeffrey.
"Jaah. Sie ist oben."
Gefolgt von Talua gingen die beiden Männer in das obere Stockwerk, das nur aus dem gemeinsamen Schlafzimmer bestand. In einer Ecke gegenüber des Doppelbetts hatte Quinn in einer Nacht und Nebelaktion ein Kinderbettchen aufgebaut. Darin lag, in eine rosafarbene Decke gehüllt, ein kleiner Säugling und gluckste nun, da es jemandem um sich hatte, wieder zufrieden. Jeffrey betrachtete das Kind einige Minuten schweigend. Man konnte förmlich sehen, wie sein Zorn langsam wich.
"Oh Quinn."
"Ich weiß", meinte der Angesprochene betrübt, "aber sie ist wirklich, wirklich süß."
"Das sehe ich", Jeffrey überlegte kurz, dann fügte er hinzu: "Na ja. Eigentlich wollte ich keine Kinder mehr, aber ein mehr oder weniger tut der Sache wohl keinen Abbruch."
Quinn seufzte erleichtert auf.
"Aber nur, dass das klar ist: du stehst nachts auf und wechselst Windeln."

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Re: Diamondvalley

Beitrag  Keks am Mo Jun 03, 2013 3:24 pm

Die Woche bei den Tran-Stevens endete dann damit, dass Quinn sich Tuala schnappte um mit ihr eine ausgiebige Runde zu drehen, die auch am Tierheim vorbeiführte. Kik war zwischenzeitlich in Jeffreys Obhut, der sich mittlerweile gut mit der Kleinen arrangierte.
"So, Tuala. Jetzt holen wir dir den versprochenen Spielkameraden. Und damit ich uns nicht noch ein Kind ins Haus schleppe, gehen wir diesmal persönlich am Tierheim vorbei", erklärte Quinn, während der der Pudeldame die Leine anlegte. Diese bellte begeistert.
"Jaa, du darfst mitbestimmten", lachte Quinn.



Als die beiden zurückkehrten, hatten sie einen bunten Rüden im Schlepptau, der ziemlich verschüchtert aussah und sich brav von Talua beschnüffeln ließ.
"Jeffrey, sag hallo zu Tassilo", meinte Quinn, als sein Freund ins Erdgeschoss kam, das Kinderbuch, aus dem er Kiki vorgelesen hatte, noch in der Hand.
"Na wow. So haben wir unsere Wochenaufgabe doch noch geschafft, hm?" neckte Jeffrey und ließ Tassilo seine Hand beschnüffeln.
"Vielleicht können wir ja nächste Woche anfangen zu züchten", schlug Quinn vor.
Jeffrey, der immer noch auf dem Boden hockte, nickte: "Klar. Und vielleicht können wir nächste Woche auch heiraten."
"Was das ein Antrag?" fragte Quinn verdutzt.
"Ich denke schon", erwiderte Jeffrey und zwinkerte seinem Freund zu.

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Familie Rossi

Beitrag  Keks am Di Jun 04, 2013 8:31 am

Nancy Rossi
Sofie Rossi

Peanut Rossi


Nancy Rossi ist das, was man einen komplizierten Menschen nennt. Sie kam gemeinsam mit ihrem Bruder Emilio und Hund Peanut nach Diamond Valley und ertäumte sich, dass sie viele Freunde finden und eine riesengroße Familie gründen würde, doch weder Teil eins noch Teil zwei des Plans klappten so, wie Nancy sich das vorgestellt hatte. Zwar hatte sie schnell einen überaus attraktiven Mann an der Angel - Zack Peitschenbach - und schwebte für einen kurzen Moment auf Wolke sieben, doch dann musste sie zusehen, wie ihre kleine Welt nach und nach zerbrach: zuerst ließ Zack sie sitzen, packte Hals über Kopf seine Sachen und zog weit, weit weg, ohne eine Adresse oder eine Telefonnummer zu hinterlassen. Nancy wusste natürlich, dass ihr Charakter* für das Scheitern der jungen Beziehung verantwortlich war, gab aber dennoch die Hoffnung nicht auf, irgendwann Mister Right zu finden. Kurze Zeit später stellte sie dann fest, dass ihre Liason mit Zack nicht ganz folgenlos geblieben war: sie war schwanger und brachte eines nachts ihre Tochter Sofie zur Welt. Die Kleine ließ Nancy vergessen, dass sie keinen Partner und außer ihrem Bruder auch keine Freunde hatte. Sie war glücklich, zumindest für einen Moment. Denn dann zog Emilio zu seiner neuen Freundin, ließ seine Schwester und seine Nichte alleine und zum krönenden Abschluss kam dieser denkwürdige Abend, an dem er Nancy im Streit alles an den Kopf warf, was ihn an ihr störte (und das war nicht gerade wenig). Der Kontakt zwischen den Geschwistern brach komplett ab, Nancy stand alleine da, stürzte sich in ihre Arbeit (bei der sie auch nicht wirklich erfolgreich war) und zog ihre Sofie - die ihrem Vater so ähnlich sah - alleine groß.



Zu Nancys purer Erleichterung hat sich Sofie zu einem recht offenherzigen Kind entwickelt das nicht so sozial verkümmert ist wie seine Mutter. Die Kleine ist Nancys ganzer Stolz [und auch ich habe irgendwie einen Narren an dem Kind gefressen ^^]



Auch Hund Peanut ist weiterhin ein treuer Begleiter Nancys, auch wenn sie arbeitsbedingt kaum Zeit für Peanut hat vergöttert der Hund sie wie niemand anderen [und nervt ziemlich damit, dass er ständig die Zeitung anschleppt].



In dieser Konstellation starten die drei in ihre 3. Woche.

*Ich frage mich ernsthaft, ob ich Nancys Skills damals ausgewürfelt oder selbst bestimmt habe; die sind nämlich absolut grausig. Die einzig positive Eigenschaft, die sie aufzuweisen hat ist "Begabte Köchin" ...
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Re: Diamondvalley

Beitrag  Keks am Di Jun 04, 2013 8:49 am

Liebes Tagebuch,

manchmal frage ich mich wirklich, ob Mama mich überhaupt lieb hat. Ständig ist sie auf der Arbeit oder im Fitnessstudio um für eine Beförderung zu trainieren und selbst wenn sie mal zu Hause ist, rackert sie sich vor dem TV ab oder beschäftigt sich mit Peanut. Das finde ich echt doof. Ich würde gerne mal was mit ihr unternehmen; ins Schwimmbad gehen oder so. Aber immer, wenn ich ihr das vorschlage, sagt sie was davon, dass sie bald ein wichtiges Spiel hat und dass ich doch auch möchte, dass sie befördert wird, damit sie mehr Geld verdient und sie mir mehr tolle Sachen kaufen kann. Ich glaube, sie weiß gar nicht, wie egal es mir ist, ob ich nun tolle Klamotten oder die neusten Spielzeuge habe. Ich hätte gerne eine Mama, die mir bei den Hausaufgaben hilft oder mit mir einen Kuchen backt. Aber ich glaube, da kann ich lange drauf warten.


Sofie klappte das Tagebuch zu und verstaute es unter ihrem Bett. Sich reckend trat sie ins Wohnzimmer, wo ihre Mutter mal wieder vor dem Fernsehr auf- und abhüpfte, ganz in Gedanken versunken. Sofie beobachtete sie einige Momente, holte sich dann ein paar Müsliriegel aus dem (beinahe leeren) Kühlschrank und packte sie in ihren Rucksack.
"Mama?" fragte sie.
"Hm?" Nancy wandte nicht mal den Kopf vom Sportkanal ab.
"Ich treffe mich mit ein paar anderen Kindern im Schwimmbad, okay?"
"Klar meine Süße. Sei aber zum Abendessen wieder zu Hause, ja?"
Endlich schaltete sie den Fernsehr aus, fuhr sich über die schweißnasse Stirn: "Ich gehe dann mal duschen. Viel Spaß, Sofie."
"Ciao, Mama."



Liebes Tagebuch,

heute habe ich mich mit Noah Cormier und Lilly Moorland-Ruff im Schwimmbad getroffen. Wir hatten echt super viel Spaß, wir haben einen Tauchwettbewerb veranstaltet (ich habe gewonnen!!) und sind geschaukelt. Das war echt super, im Schwimmbad war auch richtig viel los. Leider konnte ich nicht allzu lange bleiben, weil Joshua noch vorbeikommen wollte um mit mir Hüpfkästchen zu spielen (außerdem wollte er mir bei den Hausaufgaben helfen, ich habe ja so Probleme in Mathe und Joshua hat da den totalen Durchblick ... warum auch immer). Er ist echt mein allerbester Freund ...
Noah hat uns heute erzählt, dass seine Mama plant, wegzuziehen. Total blöd, immerhin verstehe ich mich supergut mit Noah und seine kleinen Schwestern sind auch niedlich. Ich habe ihn gefragt, ob er seine Mum nicht überreden kann, hier zu bleiben. Immerhin wohnt sein Daddy auch hier in Diamond Valley und sowieso sind hier all seine Freunde. Aber Noah meinte, dass der Umzug schon so gut wie beschlossene Sache ist. Oh man, ich werde ihn wirklich vermissen ...




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Re: Diamondvalley

Beitrag  Keks am Di Jun 04, 2013 9:08 am

"Mama?"
"Ja, meine Kleine?"
Nancy stand an der Küchenzeile, bereitete Fish & Chips zu und warf Peanut ab und zu einen Happen zu. Die Hundedame ließ sich nicht zweimal bitten und schlabberte die Essensreste in Rekordzeit und geräuschvoll auf. Sofie saß am Küchentisch, baumelte mit den Beinen und kaute auf ihrem Stift rum, während sie überlegte, was sie noch alles in ihre Tagebuch schreiben könnte.
"Wusstest du eigentlich, dass Frau Cormier von nebenan umziehen möchte?"
"Na ja, ich habe es mir fast gedacht. Immerhin hat sie zu niemandem hier Kontakt und gibt sich auch nicht wirklich Mühe, daran was zu ändern."
Sofie schwieg nachdenklich, dann sagte sie: "Aber Mama?"
"Jaah?"
"Im Grunde genommen ist es doch nichts anderes als bei dir: du hast doch auch keine Freunde, oder?"
Die entwaffnende Ehrlichkeit ihrer Tochter ließ Nancy in ihrer Bewegung innehalten. Was sollte sie darauf bloß antworten? Immerhin hatte ihre Tochter vollkommen recht.
"Ziehen wir nun auch weg, Mama?" fragte Sofie leise. Das war also ihre Sorge.
Nancy wischte sich die Hand an der Schürze, die sie sich umgebunden hatte, ab, ging auf ihre Tochter zu und nahm sie in den Arm.
"Aber nein, meine Kleine. Ich verspreche dir, dass wir hier wohnen bleiben. Du brauchst dir absolut keine Sorgen machen, hörst du?"
Sie gab Sofie einen Kuss auf die Stirn.
"Das Essen ist gleich fertig. Magst du schon mal den Tisch decken?"



Liebes Tagebuch,

die Woche endet ziemlich komisch. Als ich vom Einkaufen zurückgekommen bin (Mama hatte es mal wieder vergessen vor lauter Training) und in mein Zimmer kam, saß da ein wildfremder Mann und hat mit meinem Puppenhaus gespielt! Ich habe mich total erschrocken! Als der Typ mich bemerkt hat, ist er lächelnd aufgestanden und meinte: "Du musst Sofie sein, oder? Ich bin Arson." Er hielt mir die Hand hin, aber Mama meinte, ich soll bei Fremden vorsichtig sein, also habe ich sie nicht genommen, sondern einfach gesagt: "Ähm ... entschuldigung, aber was machen Sie an meinem Puppenhaus? Und ... was machen Sie in unserem Haus?" Er ließ die Hand sinken und meinte etwas davon, dass er meine Mama besuchen würde. Erst fand ich das ziemlich komisch - Mama hat noch nie Besuch bekommen, nicht mal von Onkel Emilio und meinen Cousins. Aber später am Abend habe ich dann beobachtete, wie Mama und dieser Arson sich wie die kleinen Kinder benommen haben: sie haben eine Kissenschlacht gemacht und Mama hat gelacht und gejuchzt und sah richtig fröhlich aus! Hoffentlich kommt dieser Arson nun öfters vorbei; sieht so aus, als würde er Mama guttuen.







[Ich glaube, der Kommentar ist ziemlich unnötig, aber ich möchte ihn trotzdem zu meiner Verteidigung anbringen: die Woche war so dermaßen langweilig (das Einzige, was Nancy den lieben langen Tag tut, ist, auf der Arbeit rumzuhängen, und Sofie ist mit Schulkarm beschäftigt, da blieb nicht viel Zeit für Aktion), deswegen ist das Update auch mehr oder weniger für die Katz! Tut mir leeeeeeeeeid Mad]
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Woche 4, Familie Sandmann

Beitrag  Keks am Do Jun 06, 2013 11:47 am

Trudy Sandmann
Emilio Rossi
Irmgard Sandmann
Spencer Sandmann
Olrik Sandmann
Eduard Sandmann

Marina Sandmann


„Ähm … damit ist unsere Familienplanung jetzt aber abgeschlossen, oder?“
Trudy strich ihrem dritten Sohn – Eduard – über das Köpfchen und drehte sich dann zu ihrem Ehesimo um.
„Du kennst mich – ich könnte einen ganzen Stall voll Kinder haben. Aber lass uns jetzt erst mal eine Pause einlegen; uns mangelt es ja momentan sowieso an Platz.“
Eduard war zwar ein Wunschkind gewesen, allerdings hatte es sehr lange gedauert, bis Trudy bemerkt hatte, dass sie schwanger war. Selbst als sie auf der Arbeit ankündigte, dass sie bald in Mutterschutz gehen würde, bekam sie ein paar scheele Blicke zugeworfen; ihr Bauch zeigte bis kurz vor ihrer Niederkunft kaum Anzeichen darauf, dass die Sandmanns noch einmal Nachwuchs erwarteten. Und dann kam Eduard zur Welt, einen ähnlich grünlichen Hautton wie den seiner Mutter, aber ein quirliges, neugieriges Baby.
„Okay“, stimmte Trudy zu und küsste ihren Mann. Die beiden standen im Babyzimmer, welches zuvor das Zimmer von Olrik und Spencer gewesen war. Da die beiden mittlerweile allerdings aus den Gitterbettchen raus gewachsen waren, waren sie in einen Anbau ins Obergeschoss gezogen und Eduard hatte ein Zimmer ganz für sich.
„Jetzt lass uns aber nach draußen gehen und den Jungs ihr Geburtstagsgeschenk zeigen“, meinte Emilio nach einiger Zeit, in der die beiden eng umschlungen mitten immer Zimmer gestanden und ihre Zweisamkeit genossen hatten. „Sie werden von der Wasserrutsche begeistert sein.“



Wie zu erwarten waren die Zwillinge hellauf begeistert von der Wasserrutsche, die ihre Eltern sogleich im heimischen Garten aufbauten.
„Das ist sooo cool!“ freute sich Spencer.
„Und wie“, stimmte Olrik zu, „wenn wir die ganzen Kindern aus der Schule kennengelernt haben, dann können wir sie doch bestimmt auch mal zu uns einladen, oder, Mum?“
Trudy nickte und reichte ihren Söhnen ihre Badesachen und zwei große Handtücher. Die beiden zogen sich um und stürmten nach draußen.
„Komm mit, Irmgard. Das macht bestimmt Spaß“, riefen sie ihrer Schwester zu, die gerade dabei war, den Tisch abzuräumen.
Irmgard war im Moment in einer recht ignoranten Phase, meist interessierte sie sich herzlich wenig für ihre kleinen Brüder und verkroch sich lieber hinter ihrer Leinwand. Deswegen waren nicht nur die Zwillinge sondern auch Emilio und Trudy milde überrascht, als sie sich einige Zeit später im Bikini zu ihnen gesellte.



Am Abend saßen Olrik und Spencer ausgepowert am Küchentisch und löcherten ihre Schwester (der siedeheiß eingefallen war, dass sie für den morgigen Tag noch Hausaufgaben zu erledigen hatte) mit Fragen rund um die Schule. Am nächsten Tag sollten die beiden ihren ersten Schultag in der örtlichen Grundschule haben.
„Wie sind denn die Lehrer so?“ wollte Olrik wissen. Spencer schaufelte sich die Pfannkuchen, die vom Mittagessen übrig geblieben waren, in den Mund und lauschte gespannt.
„Als ich noch zur Grundschule gegangen bin, waren die eigentlich ganz okay“, meinte Irmgard, „der Mathelehrer ist ein ziemlicher Idiot, aber ansonsten sind sie alle ganz lustig. Und ihr lernt viele Leute kennen. Auch aus den Nachbartälern.“
„Cool!“
Die drei schwiegen ein paar Minuten; Irmgard murmelte halblaut Antworten auf ihre Hausaufgaben und Spencer räumte seinen Teller in die Spülmaschine.
„Ich bin total aufgeregt“, ließ er verlauten. Olrik nickte zustimmend.
„Ach, das ist halb ist alles halb so wild“, meinte ihre große Schwester abwesend, ganz auf ihre Aufgaben konzentriert. Resigniert schlug sie einige Momente später das Heft zu.
„Das hat eh keinen Sinn. Ich verstehe nichts!“
„Frag doch Papa, ob er dir hilft.“
„Nö“, sie stand auf und reckte sich, „ich geh‘ malen. Schlaft gut, ihr zwei.“
Und damit machte Irmgard sich auf den Weg in ihr Zimmer und vertiefte sich ganz in ihr neustes Bild. Sie kroch erst weit nach Mitternacht ins Bett und war am nächsten Morgen entsprechend schlecht gelaunt und spät dran.



Den Rest ihrer Hausaufgaben erledigte Irmgard also während des Unterrichts, was bei den Lehrern nicht unbemerkt blieb. Es hagelte einige Ermahnungen, auf die Irmgard recht patzig reagierte. Schieres Glück, dass sie kein Nachsitzen aufgebrummt bekam. Dieses Glück wollte sie nicht nochmal herausfordern, also unterließ sie es fortan, die Hausaufgaben in der Schule zu erledigen. Was aber auch nicht hieß, dass sie sie zu Hause machte. Das hatte Konsequenzen. Als sie Mitte der Woche von der Arbeit nach Hause kam, fing Trudy sie im Hausflur ab.
„IRMGARD!“
„Ja, Mum?“ Sie konnte sich denken, worum es ging, tat aber unschuldig und vor allem unwissend.
„Dein Lehrer hat angerufen“, ließ Trudy sie wissen.
„So? Was wollte er?“
„TU DOCH NICHT SO UNWISSEND! Du machst keine Hausaufgaben mehr. Warum, Mädchen? Du versaust dir deine Zukunft!“ Ihre Mutter war außer sich vor Wut.
„Tut mir leid, dass ich nicht so clever bin wie die Zwillinge. Ich versteh‘ das ganze Zeug eben nicht“, rief Irmgard wütend.
„Dann mach doch den Mund auf! Wir können ja nicht RIECHEN, dass du Hilfe brauchst!“
Irmgard verdrehte die Augen und murmelte etwas, was sich schwer nach „ihr seid doch nie da“ anhörte. Trudy hatte ihre Tochter gehört. Sie atmete hörbar durch, um sich zu beruhigen, und sagte dann mit bebender Stimme: „Du hast Hausarrest. Und deine Staffelei kassiere ich so lange ein, bis du deine Hausaufgaben wieder machst.“
Erschrocken riss Irmgard die Augen auf. „Aber, Mama …“
„Nichts Mama – geh‘ auf dein Zimmer!“
Und damit rauschte Trudy wutentbrannt in Eduards Zimmer, um ihm sein Fläschen zu geben.



Der Entzug ihrer Staffelei schien Irmgard ein wenig wachzurütteln. Sie handelte mit ihren Eltern aus, dass sie trotz Hausarrest Simon Hartmüller einladen durfte, damit er ihr bei den Hausaufgaben helfen konnte – im Gegensatz zu ihr hatte Irmgards Halbbruder nämlich den absoluten Durchblick. Simon half ihr also im Fach Simlish unter die Arme, während Emilio sich – wie in alten Zeiten – erbarmte und versuchte, seiner Ziehtochter Mathe näher zu bringen.
„… Weißt du, wenn du Matrizen einmal verstanden hast, dann ist auch der Gauß gar kein Problem.“ Trudy beobachtete zufrieden, dass ihre Tochter sich nun wirklich bemühte und hob infolge dessen den Hausarrest auf. Auch ihre Staffelei bekam sie nach einigem Bitten zurück.



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Re: Diamondvalley

Beitrag  Keks am Do Jun 06, 2013 11:56 am

Währenddessen war der kleine Eduard zu einem niedlichen Kleinkind herangewachsen. Er hatte die Haar- und Augenfarbe seines Vaters geerbt und hielt die Familie erfolgreich auf Trab. Emilio fand Gefallen daran, seinem jüngsten Spross – genau so, wie den Zwillingen damals – in jeder freien Minute das Sprechen näher zu bringen. Sein erstes Wort war „Wolke“ und es dauerte einige Zeit, bis er bereit war, auch andere Wörter zu erlernen. Zwei ganze Tage saß er in seinem Gitterbettchen oder beim Spielen und ließ nur eines verlauten: „Wolke!“




Und während die Zwillinge es auf die Bestenliste schafften, arbeiteten auch Trudy und Emilio daran, befördert zu werden.
„Ähm … Emilio? Was … was machst du da?“ fragte Irmgard vorsichtig. Sie war gerade von Simon heimgekommen, der ihren Schulaufsatz gegengelesen hatte und fand ihren Stiefvater vor, wie er mit einem Hammer auf die Mikrowelle eindrosch.
Emilio, der sie bis dahin gar nicht bemerkt hatte, sah auf und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Oh, hey, Kleines. Ich bastel ein wenig an unseren Haushaltsgeräten herum. Mein Chef meinte, zu einer Beförderung fehlen mir nur ein paar handwerkliche Eigenschaften. Und die“, er begann wieder, die Mikrowelle mit dem Hammer zu bearbeiten, „eigne ich mir gerade an.“
„Öhm … okay.“
Kopfschüttelnd machte Irmgard sich auf den Weg ins Bad (nicht, ohne Marina, die mit absoluter Hingabe die Zeitung zerfetzte, ein Leckerli zu geben) um ein ausgiebiges Bad zu nehmen. Dazu kam sie aber gar nicht, denn als sie den Raum betrat, fand sie ihre Mutter vor dem Spiegel stehend und wilde Reden schwingend vor.
Bevor sie den Mund aufmachen konnte, meinte Trudy bereits, ohne den Blick vom Spiegel abzuwenden: „Es stehen Wahlen an und ich dachte mir, da ich da besser etwas an meinem Süßholzgeraspel arbeite, um mir Wähler zu sichern.“
Perplex schloss Irmgard die Türe und verzog sich in ihr Zimmer, wo sie sich aufs Bett warf.
„Gruselig, dass sie hier alle so ehrgeizig sind“ dachte sie sich und stellte ihre Stereoanlage an.




Am nächsten Tag kam Trudy – mit einer Beförderung in der Tasche – nach Hause und sah, wie Irmgard mit dem Nachbarsjungen Brooklyn Cantia im Vorgarten stand. Gerade, als sie auf dem Auto stieg, wand der Junge sich zum Gehen. Irmgard rief ihm ein: „Wir sehen uns dann morgen Abend“ hinterher und seufzte zufrieden, nachdem Brooklyn außer Hörweite war. Erst, als sie sich umdrehte bemerkte sie ihre Mutter. Eine leichte Röte kroch ihr über die Wangen.
„Hey Mama, wie war dein Tag?“ fragte sie betont fröhlich.
„Soso“, Trudy überging die Frage ihrer Tochter, „du gehst also mit Brooklyn Cantia zum Abschlussball?“
Irmgard nahm nun die Farbe überreifer Tomaten an.
„Schon – aber wir gehen nur als Freunde“, setzte sie sofort hinzu.
Ihr Mutter lächelte und nickte.
„Seit wann hast du überhaupt was mit dem Jungen zu tun?“
„Na ja, seitdem er auch in die Oberstufe geht hängen wir eben ein bisschen zusammen rum. Er ist ganz nett – viel ruhiger und höflicher als sein Bruder.“ Irmgards schwärmerischer Ton ließ ihre Mutter breit grinsen.
„Du findest ihn also toll?“
Irmgard nickte: „Aber ich glaube, er möchte nur mit mir befreundet sein“, meinte sie dann geknickt.
„Abwarten“, lautete Trudys Kommentar zu der Sache.

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Re: Diamondvalley

Beitrag  Keks am Do Jun 06, 2013 11:58 am

Die Woche endete dann damit, dass Irmgard den Abschlussball besuchte, während Trudy ihrem Emilio zum Geburtstag ein Bild schenkte, welches er gerührt übers Bett hängte (es war zwar kein Meisterwerk, aber die Botschaft kam an).



Als Irmgard kurz nach der Ausgangssperre heimkam, war ihre Mutter wach, weil sie Eduard noch ein Fläschen gegeben hatte (welches er mit „Wolke!“ kommentiert hatte). Sofort bestürmte sie ihre Tochter: „Und? Wie ist es gelaufen?“
„Ich bin Ballkönigin geworden“, ließ Irmgard sie wissen. Sie hielt nicht nur ihre Pumps sondern auch eine Krone und ein Bild in der Hand. Ihre Wangen glühten vor Hitze, „und ich hab‘ mir ne Blase geholt. Beim Tanzen.“ Damit wollte sie sich an ihrer Mutter vorbeidrängeln, aber Trudy hielt sie am Arm fest.
„Und dieser Brooklyn? Hat er sich anständig benommen?“
Ein Lächeln schlich sich auf Irmgards Gesicht.
„Er hat mich geküsst“, flüsterte sie ehrfürchtig, „wir sind jetzt zusammen.“
Und damit ging sie in ihr Zimmer, leise vor sich hinsummend.
Trudy stand noch einige Momente regungslos in der dunklen Küche. Wie schnell die Zeit doch verging. Und wie erwachsen Irmgard doch geworden war.

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Re: Diamondvalley

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