Das Flüstern der Pferde

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Fr März 29, 2013 4:43 pm

Kaylee seufzte. „Elijah ist immer noch nicht zu Hause.“, erklärte sie auf Chase fragenden Blick.
Er hatte es sich auf dem Bett gemütlich gemacht, die Augen halb geschlossen, und genoss die abendliche Ruhe, die ihn umgab, wenn Lizzy und Kyo schliefen. Er räusperte sich. „Vielleicht dauert sein Date ein wenig länger, Lee. Hattest du früher nie Dates?“
Sie zog eine Grimasse, um ihn an ihre Vergangenheit zu erinnern. „Mein erstes Date hatte ich damals mit Gavin, und da war ich erwachsen und kurz danach schwanger. Und so richtige Dates waren es ja nicht.“ Seufzend strich sie sich eine Strähne aus dem Haar. „Noch einmal jung sein, was würde ich darum geben.“
„Warum? Willst du dich wirklich nochmal durch die ganze Teenager-zeit durch quälen?“ Chase setzte sich ein Stück weit auf, um sie besser ansehen zu können. „Die Schule, die Partys, das Gefühl der Unsicherheit bei allem was man tat.“ Er schüttelte den Kopf. „Danke, aber lieber nicht.“
Kaylee lachte. Sie ließ sich neben ihm auf dem Bett nieder und kuschelte sich seine Arme. „Ich hatte das alles nicht, Chase. Und manchmal wünschte ich es noch einmal durchleben zu können.“
„Bitte komm nicht in die Midlifecrisis!“, er faltete seine Hände betend gen Himmel. „Bitte!“
„So ein Quatsch.“ Sie haute ihm kichernd auf den Arm. „Ich meine ja nur.“ Seufzend sah sie seine Hände an, die sich mit ihren liebevoll verschränkt hatten. „Aber dass ist nicht möglich, und vielleicht ist das gut so. Ich hab zur Zeit alles, was ich brauche. Eine Familie, einen Hof, Freunde.

Okay, etwas mehr Geld wäre nicht schlecht.“ Kaylee hielt inne bei ihrer Aufzählung. Das Geld hatte sie auf ein anderes Thema gebracht, dass ihr Sorgen bereitete. „Wenn wir schon bei Geld sind. Wir sollten noch einmal über das Zimmer von Lizzy und Elijah reden.“
„Ich mach das Morgen.“, erklärte Chase ihr eilig. „Bisher hatte ich zu viel zu tun.“
Kaylee schüttelte den Kopf. „Dass meine ich nicht, Chase. Ich meinte eher, dass wir darüber reden sollten, ob wir uns nicht irgendwie jetzt schon einen Anbau leisten könnten. Für Elijah.“
„Ein weiteres Zimmer anbauen?“
„Genau.“ Auf den Ellbogen gestützt sah sie ihren Ehemann. „Für Elijah...alleine. Er hat jetzt schon sein erstes Date, und sicher wird es bald zu einer Beziehung kommen. Er braucht seinen eigenen Raum. Und Elizabeth braucht auch ein eigenes Zimmer. Bald ist sie auch ein Teenager.“
„Dass weiß ich und es graut mir davor.“ Chase lachte. „Mädchen sind schwieriger.“
„Okay, aber dass meine ich auch nicht.“ Kaylee schlug ihm spielerisch auf den Arm. „Ich meine, dass wir es beides ermöglichen, verstehst du was ich meine? Ich dachte daran, dass wir schauen was wir noch im Keller haben und das verkaufen. Was hältst du davon?“
„Oder wir warten bis wir Broadway verkauft haben.“

Kaylee schmiegte ihr Gesicht enger in sein Hemd, weil sie wusste, dass Chase gegen ihren nächsten Vorschlag sein würde. „Darüber wollte ich auch nochmal mit dir reden.“ Liebevoll strich sie ihm über den Handrücken. „Elijah scheint wirklich an dem Fohlen zu hängen. Er hat einen genauen Plan, er will es trainieren und sich um das Fohlen kümmern. Warum sollte er nicht?“
„Weil es Geld kostet, dass wir nicht haben, Kaylee.“, widersprach Chase ihr seufzend. „Wenn wir die Chance hätten, dann würde ich es machen, aber wir haben sie nicht.“ Er küsste sie auf das schwarze Haar. „Wir brauchen das Geld, Lee, glaub es mir. Und Elijah wird es verkraften. Er wird neue Hobbys finden und er kann ja Bonita und Lady reiten.“
„Wahrscheinlich hast du Recht.“, seufzte Kaylee und küsste ihn zärtlich auf den Mund. „Es war auch nur so ein Gedanke. Aber dass mit dem Anbau würde ich doch gerne durchsetzen.“
Chase warf den Kopf weit in den Nacken. „Du wirst nicht eher Ruhe geben, bis ich den Anbau ermöglicht habe, oder?“ Kaylee schüttelte den Kopf. „Dann werde ich mich gleich morgen im Keller umschauen und unsere Finanzen überprüfen.“
Sie hörten die Haustür und auf Kaylees Gesicht entstand ein entspanntes Lächeln. „Elijah ist zu Hause. Wir können schlafen gehen.“
Chase lachte. „Irgendwann wirst du dich daran gewöhnen müssen, dass deine Lieblinge nicht zeitig zu Hause sind, Lee. Und dann kannst du auch nicht die ganze Nacht wach sein.“
„Wetten?“, erwiderte sie provozierend, das Nachthemd schon halb über den Körper.
Chase schüttelte bloß grinsend den Kopf. Die Wette würde er verlieren.

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Fr März 29, 2013 4:46 pm

„Tschüss, Mummy.“ Elizabeth drückte ihrer Mutter einen Kuss auf die Wange, bevor sie samt fliegenden Rucksack ihrem Bruder hinter her rannte, der schon fast den Bus erreicht hatte. „Warte doch, Elijah. Warum musst du denn so rennen?“
Kopfschüttelnd sah Kaylee ihren Kindern einen Augenblick nach, dann riss sie sich selber aus ihren Träumereien und zwang sich aufzustehen.
Der Hof wartete und die Pferde warteten. Und bis Elizabeth aus der Schule kam, wollte Kaylee das Gröbste erledigt haben, damit sie ihrer Tochter über die Schulter sehen konnte. Das Mädchen nahm es manchmal nicht so genau, obwohl sie vom Wissen her keine Schwierigkeiten hatte.
Leichtfertig stellte Kaylee die Müslischüsseln zusammen, um sie in den Geschirrspüler zu stellen, als sein stechender Schmerz ihren Unterleib durchzog.
Kaylee hielt erschrocken die Luft an, und legte die Hände auf ihren flachen Bauch.
Der Schmerz war so schnell verschwunden, wie er gekommen war, aber es ängstigte Kaylee trotzdem. Was war das gewesen?
Leichte Übelkeit stieg in ihr hoch. Und Kaylee musste einen Moment die Augen schließen, denn die Welt wackelte gefährlich. Unsicher hielt sie sich an der Stuhllehne fest.
„Kaylee?“ Chase war lautlos herein gekommen, und als Kaylee ihren Augen wieder öffnete, sah sie wie besorgt er sie ansah. „Ist alles okay?“
„Klar.“ Sie nickte eilig, ließ den Stuhl jedoch nicht los. Immer noch war ihr leicht schwindelig und sie fürchtete umzukippen, wenn sie nicht etwas zum halten hatte. „Ich bin wohl nur zu schnell aufgestanden, dass ist alles.“

„Oder du übernimmst dich zur Zeit etwas.“, murmelte Chase halblaut. Er sah sie aus seinen dunkelblauen Augen nachdenklich an. „Wann hast du dich das letzte Mal komplett ausgeruht, Lee? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es gesund ist, was du tust.“
„Was tue ich denn schon, Chase?“ Sie klang, als würde sie das Ganze nicht ernst nehmen. Eilig, nachdem das Schwindelgefühl abgeklungen war, nahm sie die Schüsseln und stellte sie in den Geschirrspüler. „Ich bin Mutter und ich habe einen Job, ich glaube da bin ich nicht die Einzige.“
„Dass kannst du nicht vergleichen, Liebling. Du hast drei Kinder im Haus, eins davon kommt gerade aus den Windeln raus. Und nebenbei züchtest du Pferde. Ständig springst du zwischen Arbeit und Familie hin und her, ohne an dich selber zu denken.“
Kaylee drehte sich zu ihm und zog eine Grimasse. „Mir geht es gut, Chase. Ich bin einfach zu schnell aufgestanden, habe erst einen Kaffee getrunken und nicht besonders gut geschlafen.“ Sie trat auf ihn zu und legte ihre Hand sanft an seine Wange. „Mach dir keine Sorgen, ja?“

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Fr März 29, 2013 5:01 pm

Chase sah ihr nach, wie sie zum Hochstuhl trat und Kyo hochnahm. Unter seinem Gewicht ächzte sie ein wenig, denn der Kleine war nun gar nicht mehr so klein.
„Kyo hat heute Morgen nur eine Banane gegessen, vielleicht schaffst du es ja ihm noch ein Brot schmackhaft zu machen.“; sprach sie, den Rücken Chase zugewandt, aber am Ton konnte er erkennen, dass sie mit ihm sprach. „Außerdem wäre es gut, wenn du das zählen mit ihm noch etwas trainierst, da ist er noch nicht sonderlich gut.“
„Und was machst du heute?“, fragte Chase, während er einen neuen Kaffee aufsetzte.
Kaylee strich Kyo ein paar blonde Strähnen aus dem Gesicht. Sie fühlte sich plötzlich wieder unwohl, und brauchte eine Beschäftigung, um das Zittern ihrer Hände zu verstecken. „Ich wollte einen großen Ausritt mit Lady machen. Dass steht ganz oben auf der Liste. Bonita muss auch ein wenig bewegt werden und Broadway...er muss zutraulicher werden, sonst kauft ihn keiner.“
„Und wann bist du zu Hause, heute?“

Seufzend sah Kaylee ihn an, den Kopf schief gelegt. Sie wusste, dass er sich jetzt den ganzen Tag Sorgen machen würde. „Ich denke gegen fünfzehn Uhr bin ich zu Hause. Erstmal.“ Sie lächelte leicht. „Chase, hör auf damit, bitte. Mir geht es gut, wirklich.“
Er nickte, aber in ihren Augen konnte sie die Lüge sehen. „Ich habe nur keine Lust dich irgendwo im Nichts suchen zu müssen, weil du vom Pferd gefallen bist. Mir wäre es lieber, du würdest erst einmal zum Arzt fahren und dich durch checken lassen.“
Kaylee schüttelte eigensinnig den Kopf. Sie drückte Kyo Chase in die Arme, und küsste ihn sanft auf das blonde Haar. „Mir geht es gut, Chase. Ich hab ein Handy dabei, falls etwas sein sollte, okay?“
Weil Chase wusste, dass Kaylee sich nicht umstimmen ließ, nickte er schließlich, wenn auch nicht gerade zufrieden. Er hatte einen zweifelnden Blick auf dem Gesicht. „Aber bitte sei vorsichtig.“
„Ich bin immer vorsichtig.“, erklärte sie ihm zwinkernd. Liebevoll küsste sie ihn auf die Wange. „Vergiss nicht Elizabeths Hausaufgaben zu kontrollieren, falls ich noch nicht da sein sollte. Die Kleine hat in letzter Zeit die Angewohnheit da etwas zu flunkern, damit sie mehr Zeit zum spielen hat.“
Chase nickte schmunzelnd. „Dass ist mir auch schon aufgefallen.“

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Fr März 29, 2013 5:03 pm

Kaylee zog sich im Stall um, denn dort hatte sie ihre Reitsachen gelagert. Im Schrank im Schlafzimmer war einfach zu wenig Platz gewesen.
Mit einem kräftigen Schwung öffnete sie die Tür der Box für Lady und wedelte mit einer Möhre herum. „Na komm, meine alte Dame. Wir beide machen mal wieder einen langen Ausritt. Die Sonne scheint und kalt ist es auch nicht mehr. Na komm!“
Die Stute blinzelte ihr Frauchen einen Moment an, dann stolzierte sie zu ihr herüber.
Obwohl die goldene Stute, die so ein prachtvolles Leben hatte, alt geworden war und ein paar graue Strähnen ihr glänzendes Fell durchzogen, benahm sie sich noch immer ihren Namen entsprechend. Wie eine stolze, wohlhabende Lady.
Kaylee strich ihr sanft über den Hals und führte sie dann mit der Möhre aus dem Stall. Als die Sonne auf das Gold des Felles trat, glitzerte es fast.
„Du bist noch immer das schönste Pferd, dass ich in meinem ganzen Leben gesehen hab, Lady. Und ich weiß, dass du noch immer ein Star bist. Auch wenn es nicht mehr die ganze Welt sieht.“, flüsterte sie der Stute liebevoll zu. Eng schmiegte Kaylee ihr Gesicht an die Nüstern des Pferdes und genoss wie still Lady hielt.
Doch nach einer Weile wurde die Stute ungeduldig, und senkte den Kopf nach der Möhre, die Kaylee noch immer in der Hand hielt.

Kichernd gab sie nach. „Die hast du dir glaube ich verdient. Ich hab dich in letzter Zeit so vernachlässigt, und das tut mir Leid, Liebes.“
Lady schnaubte, als wollte sie sagen, dass alles gut war und sie verstand, dass Kaylee sich bei drei Kindern und zwei weiteren Pferden, sowie einen Hund nicht rund um die Uhr um sie kümmern konnte.
„Aber heute machen wir einen großen Ausritt.“ Kaylee lächelte selig. „Wie früher. Dass hier ist zwar nicht Appaloosa Plains, aber hier sind auch schöne Wege, oder nicht? Wir könnten bis zum Wasserfall reiten und da eine kleine Pause machen. Da gibt es Apfelbäume.“
Erfreut wieherte die Stute, voller Freude auf die frischen Äpfel.
Kaylee nickte lachend, und stieg auf, als die ersten dicken Tropfen vom Himmel fielen.
„Na toll.“, brummte sie leicht beleidigt. „Ein sonniger Ausritt wird dass wohl nicht werden.“

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Fr März 29, 2013 5:05 pm

Eine ganze Weile ritt Kaylee im strammen Galopp mit Lady durch ganz Sunset Valley. Der Regen, der die gesamte Zeit vom Himmel viel, mal stärker, mal schwächer, machte ihr nichts aus.
Sie hatte das Gefühl vermisst zu fliegen, auf einem Pferderücken. Die Geschwindigkeit und die Muskeln der Stute, wenn sie zu einem Sprung ansetzte. Ein wenig war es so, als wäre sie wieder ein Jockey und bald würde sie ins Ziel reiten und den ersten Platz gemacht haben.
Ein Schmerz durchfuhr Kaylees Bauchgegend erneut, als die Stute über einen umgestürzten Baumstamm sprang. Kaylee konnte sich gerade noch so im Sattel halten, aber statt anzuhalten und sich eine Pause zu gönnen, steuerte sie Lady auf die Straße und ritt weiter.
Sie hatte vielleicht etwas Falsches gegessen, oder aber Chase hatte Recht und der Stress war zu viel für die hübsche Japanerin. Auch wenn Kaylee sich das nicht vorstellen konnte.
Natürlich war es stressig. Familie und die Zucht unter einen Hut zu bringen war kaum zu schaffen, hätte sie Chase nicht an ihrer Seite. Mit ihm konnte sie alles koordinieren, und dass machte Ihr Mut und gab ihr die Gelassenheit, die sie mit dem Pferden brauchte.
Erneut stach es, und diesmal fester. Kaylee strauchelte leicht, hing halb auf Lady und sah schon den Boden vor sich, als das Schwindelgefühl erneut einsetzte.

Als hätte Lady etwas gespürt, wurde die Stute langsamer und hielt schließlich an. Mit wachsamen Ohren stand sie da und wartete auf ein Zeichen.
Kaylee krümmte sich kurz unter dem Schmerz, der aber ebenso schnell verschwunden war, wie er gekommen war. Das Schwindelgefühl blieb jedoch.
„Vielleicht sollten wir heim.“, flüsterte Kaylee der Stute leise zu.
Aber ihr zu Hause war so weit weg. Kaylee wusste, dass sie noch mindestens eine dreiviertel Stunde reiten müsste, ehe ihre Zucht auftauchen würde, und dass würde sie nicht schaffen.
Kaylee sah sich um. Sie war auf einen der Berge, aber nicht weit von dort war Paulines Haus.
Die beiden Frauen hat nicht mehr all zu viel miteinander zu tun, seit Kaylee die Zucht hatte, aber es war ein Notfall. Kaylee musste sich ein paar Minuten ausruhen.

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Fr März 29, 2013 5:08 pm

Kaylee erreichte Paulines großes Haus, stieg von Lady ab und band sie um einen Baum. „Ich versuche so schnell wie möglich wieder zu kommen, Lady. Aber ich muss mich kurz ausruhen.“
Die Stute schnaubte und wieherte leise. Aber sie blieb ruhig stehen.
Das Schwindelgefühl war verblasst und der Schmerz vergangen, aber Kaylee fühlte sich noch immer schwächlich. Sie klingelte und wartete mit angehaltenen Atem.
Die Tür öffnete sich und Pauline schaute ihre Freundin überrascht an. „Kaylee?“
„Hey.“ Die Dunkelhaarige lächelte schüchtern. „Komm ich gerade ungelegen, oder hast du Zeit?“
„Auf einmal?“, fragte Pauline mit hochgezogener Braue. Sie hatte die Arme vor der Brust verschränkt. „Ich hab ewig nichts mehr gehört von dir, Kaylee und auf einmal wirst du dich melden?“

Kaylee setzte einen entschuldigen Gesichtsausdruck auf. „Es tut mir wirklich Leid, Pauline, aber ich hatte entsetzlich viel zu tun. Die Kinder, die Zucht und Chase...dass war alles ziemlich viel.“
Pauline sah sie noch einen Moment beleidigt an, dann entstand ein Lächeln auf ihren geschminkten Lippen. „Na gut, verziehen! Komm rein, ich hab dir auch etwas Schönes zu erzählen.“
Dankbar nickte Kaylee und folgte ihrer guten Freundin in das geräumige Haus, in dem sie erst ein oder zwei mal war. Sie sah sich einen Moment um, dann lächelte sie Pauline an. „Ein schönes Haus, dass kann ich nur immer wieder betonen, Pauli.“

„Dankeschön.“ Pauline umarmte ihre lange vermisste Freundin einmal fest. „Ich hab dich wirklich vermisst, weißt du? Ich dachte du hast mich völlig vergessen.“
„Nein. Ich hatte nur wirklich viel zu tun.“, erwiderte Kaylee, die Umarmung erwidernd. „Die Zucht braucht so viel Zeit und die Kinder wachsen ja auch ununterbrochen. Eine große Familie zu führen ist wirklich kein Klacks.“ Sie lächelte leicht. „Und bei dir?“
Paulines Gesicht begann zu strahlen. Sie fuhr sich durch die Enden ihrer Zöpfe, verlegen wie ein Teenager. „Ach, bei mir ist unglaublich viel zu tun. Warte einen Moment.“

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Fr März 29, 2013 5:10 pm

Keine zwei Minuten später kam Pauline die Treppe herunter, in den Armen zwei Bündel. Eins in einer rosa Decke, dass andere in einer blauen. Beide hatten eine dunklere Hautfarbe, als ihre Mutter.
„Sag 'Hallo', zu meinen beiden Lieblingen.“; flüsterte Pauline halblaut, als sie Kaylee erreicht hatte. Das Strahlen in ihren Augen war nicht zu übersehen, und Kaylee wusste, dass nur eine frischgebackene Mutter so strahlen konnte.
„Du hast Zwillinge bekommen?“, fragte sie überrascht. Eilig nahm sie das rosa Bündel entgegen, dass Pauline ihr reichte.
„Ja. Dass ist Freda.“ Sie deutete auf das kleine Mädchen in Kaylees Armen. „Und hier haben wir meinen kleinen Hannibal.“ Liebevoll schmiegte sie das Baby an sich. „Sind sie nicht wundervoll?“
Dass waren sie wirklich. Kaylee konnte sich an den kleinen Nasen und Fingern kaum satt sehen. Es kam ihr plötzlich ewig her vor, dass Kyo noch ein Baby war und ein wenig Sehnsucht nach den alten Tagen blühte in ihr auf.

Sie lächelte das kleine Mädchen in ihren Armen an. „Sie sind wirklich herzallerliebst, Pauline. Und ich gratuliere dir vom ganzen Herzen.“ An das Baby gewandt, flüsterte sie. „Ich glaube ihr habt eure Mama ganz schrecklich glücklich gemacht, kann dass sein?“
„Haben sie.“ Pauline sah Kaylee fest in die Augen. „Ihr Vater hat sich kurz, nachdem ich schwanger geworden bin, von mir getrennt und ich war am Boden. Ich dachte diesmal wirklich, dass ich eine Familie gründen könnte, für Julia, für mich und für die Babys. Aber es hat nicht geklappt und ich war am Boden zerstört. Julia hat sich um mich gekümmert, mehr als dass ein junges Mädchen es tun sollte.“ Pauline schluckte schwer. Ein Schatten flog über ihr Gesicht, als sie an die Vergangenheit dachte. „Und dann kamen sie auf die Welt und ich war...ich war überglücklich.“
„Natürlich.“ Kaylee konnte den Blick nicht von dem kleinen Mädchen abwenden, dass in ihren Armen lag und sie immer wieder vorsichtig anblinzelte. „Kinder machen uns überglücklich.“

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mo Jun 10, 2013 7:21 am

„Da bist du ja endlich.“ Chase wäre fast aufgesprungen, als Kaylee das Haus betrat. Sein Gesicht wurde von Sorge geplagt und die Falten auf seiner Stirn schienen noch tiefer. „Ich hab mir Sorgen gemacht.“
Kaylee lächelte beschwichtigend, während sie sich neben ihm auf dem Sofa niederließ. Vergessen waren die Schmerzen und das Schwindelgefühl. Der Tee hatte gut getan. „Ich bin vor fünfzehn Uhr zu Hause.“, erwiderte sie schlicht, mit einem Blick auf die Uhr.
Chase nickte, aber sorgenvoll war er immer noch. „Geht es dir besser als heute Morgen?“
„Deutlich.“, erwiderte Kaylee lächelnd.
Erleichtert konnte nun auch ihr Ehemann lächeln und ein Stück in die Kissen des Sofas versinken.
„Ich hab Pauline besucht.“, erzählte Kaylee und versuchte beiläufig zu klingen. Aber ihre Stimme zitterte leicht. „Sie hat Zwillinge bekommen, wusstest du das?“
„Nein.“ Chase sah wirklich überrascht aus. „Das freut mich aber für sie. Wie geht es ihr?“
„Bestens. Die beiden Babys sind wirklich super niedlich.“ Kaylee wandte den Kopf zu Chase und sah ihn tiefgründig an. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. „Es war ein wirklich schönes Gefühl mal wieder ein winziges Baby in den Armen zu halten. Es kommt mir vor, als würde Kyo schneller wachsen, als ich es jemals für möglich gehalten hätte.“

Bevor Chase, der mit zweifelnder Miene neben ihr saß, etwas erwidern konnte, ging die Tür erneut auf.
„Elijah.“ Kaylee hatte sich von Chase Gesichtsausdruck abgewandt und sah ihren Sohn freundlich an. „Du bist heute recht früh.“
„Die letzten beiden Stunden sind ausgefallen.“ Er warf seinen Eltern einen kurzen Blick zu und lächelte. Seine hohen Wangen waren gerötet. „Wann gibt es Mittagessen?“
Kaylee runzelte die Stirn. „Ich dachte wir essen wenn Liz zu Hause ist. Warum?“
Elijah senkte den Blick. Er schien sich nicht wohl zu fühlen, danach gefragt worden zu sein. „Ich...ich wollte vielleicht noch ein wenig ausreiten. Mit Bonita oder Lady.“
Da Chase immer noch nichts sagte, fuhr Kaylee fort. „Ich bin schon mit Lady ausgeritten und Bonita muss sich schonen.“
Elijah nickte. Er schien wirklich enttäuscht. „Na gut.“, murmelte er halblaut. „Dann geh ich meine Hausaufgaben machen. Bis nachher.“ Er wandte sich um, um in Richtung seines Zimmers zu gehen.
Kaylee sah ihm einen Moment nachdenklich nach. Sein Verhalten konnte sie sich kaum erklären, aber viel Zeit blieb ihr auch nicht. Ihr Handy vibrierte unangenehm in ihrer Hosentasche. „Lizzy ist bei Candy hängen geblieben.“, berichtete sie dem stummen Chase, bevor sie aufstand. „Ich zieh mich um und dann fahr ich los die Kleine abzuholen.“

Chase nickte leicht, sie konnte es aus den Augenwinkeln sehen. „Wir sollten nachher noch mal reden, Lee.“, murmelte er, ohne sie anzusehen. In seiner Stimme konnte sie hören wie bedrückt er war. Er schien sich wirklich zu sorgen.
Sie blieb stehen. „Chase, ich weiß doch was du sagen willst.“, erwiderte sie. Das Lächeln auf ihren Lippen war eingefroren. „Aber das ändert nichts an meinem Wunsch.“
„Nur leider werden deine Wünsche in erster Linie ohne mich zu fragen erfüllt.“
Verärgert runzelte sie die Stirn. „Kyo war kein böser Plan von mir! Er war ein Zufall, ja, aber du liebst diesen Zufall doch abgöttisch, oder nicht?“
„Natürlich liebe ich Kyo! Ich liebe alle unsere Kinder.“, rief Chase aufgebracht aus. „Aber wir haben genug, verstehst du dass? Ich will kein weiteres Kind, Kaylee!“
Sie schüttelte bedauernd den Kopf, bevor sie sich um wandte und ins Schlafzimmer ging.

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mo Jun 10, 2013 7:48 am

Eine Stunde später hielt sie vor dem Haus ihres Ältesten. Wie so oft blieb sie einen Moment sitzen, als sie die drei Mädchen auf der Terrasse erblickte.
Fröhlich spielend sprangen sie herum und sagen dabei Reime, die sie wohl in der Schule gelernt hatten. Es war ein wundervolles Bild für eine Mutter.
Candy trat heraus, in der Hand ein Tablett mit frischer Limonade. Sie trug noch ihre Arbeitsuniform. „Hey ihr Lieben. Ich hab euch etwas zu trinken gemacht.“ Sie gab ihrer Tochter Letitia das Tablett in die Hand und sah ihr nach, wie sie es feinsäuberlich auf dem Tisch abstellte. Dann strich sie Kimberly über das blonde Haar. „In einer Stunde gibt es Essen, ja? Und dann macht ihr eure Hausaufgaben, okay?“
Kaylees Tochter trat hervor. „Ach, dass schaffen wir in Null Komma Nichts, Candy!“, versprach sie mit ihrem typischen Lächeln. „Ich bin ein Genie, dass weißt du doch.“
„Und eine kleine Schummlerin.“, erwiderte Candy Augen zwinkernd. „Dass hat mir deine Mutter gesagt.“

Kaylee lächelte leicht. Sie hatte das große Bedürfnis auszusteigen und ihre Tochter fest in den Arm zu nehmen. Ihr einziges kleines Mädchen.
Schon als sie das Auto verließ, erblickte Elizabeth sie und grinste breit. „Mum!“ Dann verdunkelte sich ihr Gesicht plötzlich. „Willst du mich etwa schon abholen?“
„Nein, quatsch!“, erwiderte Kaylee, während sie den Weg zum Haus entlang schlenderte. „Candy und ich trinken noch einen Kaffee. Du kannst so lange noch spielen gehen.“
„Super!“, rief das blonde Mädchen aus und schon jagten die drei sich kichernd durch den Garten.
Candy sah ihnen ein wenig besorgt nach. „Geht nicht zu weit vom Haus weg!“, rief sie mit strenger Stimme. „Und vergesst nicht ab und zu etwas zu trinken, Mädchen.“ Dann endlich wandte sie sich an ihre Schwiegermutter. „So wie du aussiehst brauchst du keinen Kaffee sondern etwas deutlich stärkeres. Ist etwas passiert?“
„Nur die üblichen Diskussionen.“, erwiderte Kaylee halbherzig.
Candy strich ihr tröstend über die Schulter. „Dass hört sich weniger gut an. Lass uns reingehen. Ich mach uns einen schönen Kaffee und Essen für die Kinder und du erzählst erst einmal.“

Die beiden Frauen schlenderten Arm in Arm ins Haus und das tat Kaylee gut. Eine Schulter zum ausweinen, war genau dass, was sie jetzt brauchte.
„Erzähl.“, bat Candy sie sanft. Sie hatte ihren typischen, liebevollen Blick aufgesetzt, der sie in Kaylees Augen zu einem wunderbaren Menschen machen musste.
Kaylee selber musste ziemlich schlecht aussehen, denn Candy wirkte wirklich besorgt. Zu Recht, denn die Übelkeit, die Kaylee den Morgen verfolgt hatte, war zurückgekehrt. „Ich glaube ich bin schwanger.“, brachte sie heraus. Schon die ganze Zeit spielte diese Idee in ihrem Hinterkopf, um so mehr hatte sie Chase Art mit dem Thema umzugehen verletzt.
Candy lächelte nicht, wie sie es normalerweise sicherlich getan hätte. Sie wirkte mitfühlend, als sie nun leicht nickte. „Chase scheint wieder nicht damit klar zu kommen.“
„Er weiß es noch nicht mal.“, erwiderte Kaylee tonlos. „Ich bin mir ja selber noch nicht genau sicher! Ich habe ihn nur ganz vorsichtig auf meinen Wunsch auf ein weiteres Kind aufmerksam gemacht und er hat mir ziemlich heftig klar gemacht, dass es ausgeschlossen ist.“
„Er macht sich auch nur Sorgen, Kaylee.“, versuchte Candy ihren Schwiegervater vorsichtig zu verteidigen, obwohl sie Kaylees Wut darüber wirklich verstehen konnte. Sie wollte sich gar nicht ausmalen, wie sie reagiert hätte, wenn Aiden so eine Ansage gemacht hätte.
Kaylee nickte, den Blick zu Boden gerichtet. „Das weiß ich. Es ändert aber nichts.“ Statt jetzt auf einem Stuhl zusammen zu brechen, wie sie es am liebsten getan hätte, ging sie zum Kühlschrank und nahm ein paar Zutaten für das Mittagessen heraus, dass Candy hatte vorbereiten wollen.

Ihre Schwiegertochter sah ihr einen Moment schweigend nach, dann räusperte sie sich vorsichtig. „Kaylee, du musst einen Test machen.“, erinnerte sie sie leise. „Wenn du schwanger bist, dann kannst du es auch nicht mehr ändern und dann müsst ihr euch arrangieren.“
„Er wird mir unterstellen, dass ich es mit Absicht getan habe. Genau wie heute.“
Candy seufzte. „Ich glaube nicht, dass Chase so denken wird. Er liebt dich so unglaublich. Dass ist jetzt halt nur...schwierig für ihn. Er ist nicht mehr der Jüngste.“
„Glaubst du dass sehe ich nicht?“, fragte Kaylee aufgebracht nach. „Natürlich sehe ich es, und es macht mir auch Angst zu sehen, dass er von Tag zu Tag älter wird. Aber warum ist das ein Grund für ihn kein Kind mehr zu bekommen. Ja, vielleicht wird er nicht alle heiraten sehen oder sehen wie Kyo selber Kinder bekommt, aber er wird eine schöne Zeit mit ihnen erleben.“ Fast entkräftet ließ Kaylee das Messer sinken und sah auf den halbfertigen Burger vor sich. „Dieses Baby soll nicht das Gefühl haben als wäre es eine Strafe, Candy. Das würde ich nicht verkraften.“

„Chase würde das niemals tun, Kaylee.“ Candy nahm ihr das Messer aus der Hand und beeilte sich das Mittagessen fertig zu machen. „Kyo liebt er auch so sehr.“
„Aber auch da war es ein langer Kampf. Ich will diesen Kampf nicht nochmal bestreiten müssen.“ Kaylee lehnte sich gegen die Küchentheke und rieb sich über die Stirn. Sie fühlte sich plötzlich so entkräftet und müde. „Ich wünschte mir eine Schwangerschaft wie bei Elijah oder Elizabeth damals. Es war so wunderschön, wie er sich von Anfang an auf die beiden gefreut hat.“
Candy tätschelte ihren Arm fürsorglich. „Rede mit ihm, nachdem du den Test gemacht hast. Wenn es so weit ist, wird er es noch einmal mit ganz anderen Augen sehen.“
„Und wenn nicht?“, harkte Kaylee zitternd nach.
Candy schüttelte bestimmt den Kopf. „Ich zweifel nicht daran.“
Kaylee nickte leicht. Wann hatte sie angefangen an ihrem eigenem Ehemann zu zweifeln? Es machte ihr Angst, dass sie sich so sehr fürchtete ihrem Mann zu sagen, dass sie schwanger war, schließlich waren Kinder doch immer ein Grund zur Freude, oder nicht?

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am So Aug 18, 2013 1:00 pm

„Ab ins Bett.“ Kaylee schob Elizabeth sanft in Richtung ihres Zimmer, nicht ohne ihr einen Kuss auf das blonde Haar zu geben. Ihr Blick hing ihrer Tochter eine Weile nach, völlig abwesend.
Bedrückt hatte sie feststellen müssen, dass Chase nicht auf sie gewartet hatte, dabei war es erst 21 Uhr. Normalerweise saß er auf dem Sofa und begrüßte sie mit einem Lächeln.
Heute nicht. Das Wohnzimmer war dunkel gewesen und Vasco hatte es sich schon auf dem Sofa bequem gemacht, als sein Frauchen still und leise nach Hause kam.
Natürlich hatte Kaylee sich vor ihrer Tochter nichts anmerken lassen, schließlich musste sie nicht wissen, dass es in Kaylees Augen, unüberbrückbare, Probleme gab.
Bevor Kaylee nun ins Schlafzimmer ging, um sich hinzulegen, atmete sie ein paar mal ein und aus.
Sie war sich unsicher, ob sie wirklich neben Chase schlafen konnte, wenn sie wusste, wie abwehrend er doch sein würde. Er würde sie nicht in den Arm nehmen und auch nicht küssen. Wie sollte dann die Schwangerschaft verlaufen? Niemand würde sich um sie kümmern.

Mit einem letzten Seufzer strich sie Vasco, der sich zu ihren Füßen niedergelassen hatte, über das Fell und spazierte lautlos ins Schlafzimmer, dass ebenfalls schon dunkel war.
Sie betrachtete Chase entspanntes Gesicht, dass ganz dem Land der Träume gehörte.
Wovon er wohl träumte?, fragte sie sich automatisch. Von einem Lebensabend ohne Babys?
Sie war schwanger, da war Kaylee sich jetzt mehr als sicher. Der Test die sie auf dem Rückweg im Lebensmittelshop gemacht hatte, hatte ihr die Gewissheit gegeben.
Würde Chase sie jetzt verlassen? Würde er sie anschreien, wohl möglich seine Sachen packen?
Und würde er ihr unterstellen es mit Absicht gemacht zu haben?
Ihr Herz rutschte ihr tief in die Hose bei den Gedanken. Sie entledigte sich ihrer Klamotten, schlüpfte in ein Nachthemd und legte sich neben Chase.
Er bewegte sich, öffnete aber nicht die Augen oder machte Anstalten sie in den Arm zu nehmen.
Bedrückt schlief Kaylee nach einer kurzen Zeit ein.

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am So Aug 18, 2013 1:06 pm

„Guten Morgen, Chase.“, begrüßte Kaylee ihren Mann, der wie immer etwas früher aufgestanden war um das Frühstück vorzubereiten. „Schläft Kyo noch?“
Chase nickte leicht, ohne sich seiner Frau zuzuwenden. „Ich habe gerade nach ihm geguckt. War gestern aber auch ein langer Abend. Ich musste ihm drei Geschichten vor lesen.“
„Tut mir Leid, dass ich so spät war.“ Kaylee nahm ihm zwei Teller mit Pfannkuchen ab und stellte sie auf den Tisch. „Lizzy wollte einfach noch nicht gehen und Candy und ich haben uns verquatscht.“ Sie biss sich bedrückt auf die Unterlippe, als sie an das Thema dachte.
Doch Chase zuckte nur mit den Achseln. Mit den restlichen Tellern bewaffnet folgte er ihr zum Tisch und stellte sie an die Lieblingsplätze seiner Kinder. Erst dann sah er Kaylee an. „Vielleicht war es ganz gut, dass ich schon geschlafen habe, als du wieder gekommen bist.“
Kaylee wusste was er meinte und sie nickte verständnisvoll.
Doch bevor einer der beiden auf den Punkt kommen konnte, betrat Elizabeth die Küche. Verschlafen rieb sie sich ihre hübschen Augen. „Morgen.“, murmelte sie und setzte sich auf ihren Platz. „Ich hab einen Bärenhunger.“
„Dann fang' schon mal an.“, riet Kaylee ihr und setzte sich neben sie.
Auch Chase ließ sich am Tisch nieder und begann etwas wortkarg seinen Pfannkuchen zu zerpflücken, als hätte er keinen Hunger. Vielleicht war dem auch so.
„Morgen Familie.“, begrüßte Elijah gut gelaunt, als auch er als Letzter aus seinem kleinen Anbau kam. Er hatte ein freudiges Lächeln auf den Lippen, was aber sofort wieder verblasste, als er die merkwürdig gezwungenen Gesichter seiner Eltern sah. „Was ist los?“

„Nichts.“, Kaylee beeilte sich ihr Lächeln echter aussehen zu lassen. „Wieso bist du denn so gut gelaunt?“ Sie wollte eilig das Thema wechseln.
Elijah errötete leicht, zuckte aber bloß mit seinen Schultern. „Einfach gut geschlafen.“
Chase schien nicht wirklich teilzunehmen an dem Gespräch, denn er hatte den Blick noch immer auf seinen Teller gerichtet, als gäbe es nicht interessanteres auf dieser Welt.
Elizabeth hingegen wurde auch langsam wach. „Kann ich heute mit Ausreiten, Mum?“
Kaylee schüttelte sanft den Kopf. „Ich hatte eigentlich eine Bitte an meine Großen.“ Unsicher sah sie zwischen Elizabeth und Elijah, der sich ebenfalls hingesetzt hatte, hin und her.
Elijah runzelte die Stirn. „Was gibt es denn, Mum?“
„Könntet ihr heute auf Kyo aufpassen? Ich wollte mit eurem Vater an den alten Pier fahren und das Wetter genießen.“
Chase sah auf. Ein Überraschter Blick traf Kaylee. Aber er schwieg.
Elijah zog eine Grimasse. „Eigentlich passt es heute nicht, Mum. Ich...ich bin verabredet.“ Wieder färbten seine Wangen sich leicht rot und Kaylee ging ein Licht auf.
Sie grinste ihren Teenagersohn wissend an. „Mit einem netten Mädchen?“
Elijahs Wangen färbten sich noch um einiger röter, wenn das überhaupt möglich war. „Vielleicht.“
Auch Chase hatte aufgehört zu grübeln. Er grinste seiner Frau zu. Anscheint war sein Sohn verliebt.
Elizabeth grinste breit. „Ich glaub ich weiß in wen. In das dicke Mädchen mit den Kopftuch!“
„Elizabeth!“, ermahnte Kaylee ihre Tochter. „So redet man nicht über andere Menschen.“
Elijah warf seiner Schwester einen abschätzigen Blick zu. „Du bist halt noch ein Kind, Lizzy.“
Chase räusperte sich um den Streit beim Frühstück beizulegen. „Wäre es denn okay, Elijah? Du kannst sie gerne hier einladen, dann habt ihr das Haus für euch.“

„Und ihr könnt auch gerne die Pferde anschauen.“, schlug Kaylee euphorisch vor, nachdem auch Chase sich für dein gemeinsamen Tag eingesetzt hatte. „Bitte, Elijah.“
Elijah, der zu spüren schien, dass seine Eltern etwas besprechen wollten, nickte einverstanden. „Gut, ich frag Tiffany ob sie herkommen mag.“ Er warf seiner Schwester einen strengen Blick zu. „Aber du benimmst dich, sonst bring ich dich zu Aiden!“
„Da bin ich sowieso viel lieber.“, erwiderte Elizabeth energisch und streckte ihm die Zunge raus.
Kaylee belächelte ihre Kinder liebevoll. So kleine Streitereien waren gesund. „Ich danke euch. Lizzy, wenn du willst darfst du auch alleine mit dem Fahrrad zu den Zwillingen fahren.“
Die Augen des blonden Mädchen leuchteten auf. Sonst durfte sie es nie, denn ihr großer Bruder war eine gute dreiviertel Stunde entfernt mit dem Fahrrad, nämlich am anderen Ende der Stadt. „Wirklich?“, fragte sie ungläubig nach. „Ganz alleine?“
„Du rufst an, wenn du da bist.“; ermahnte Chase sie mit einer erhobenen Augenbraue. „Ich möchte mir keine Sorgen machen müssen, Elizabeth, verstanden?“
„Ihr seid die Besten!“, rief sie aus und fiel den beiden fest um den Hals.

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am So Aug 18, 2013 1:10 pm

„Du hast nicht wirklich Lust auf den Tag mit mir, oder?“ Kaylee sah ihren Mann, der sich neben ihr eingefunden hatte besorgt an. „Und ich kann es sogar verstehen.“
„Kannst du nicht, Kaylee.“, erwiderte er leise. Er hatte seinen Blick auf einen unbestimmten Punkt gerichtet, weit in der Ferne. „Du willst ein Kind. Ich nicht.“
Kaylee senkte den Blick. „Chase, ich bitte dich. Sei nicht so eine steinharte Mauer, wenn ich versuche mit dir zu reden.“ Beinahe wäre ihr ein Schluchzer entflohen. „Wir müssen reden.“
Chase wandte den Kopf zu ihr. Er sah misstrauisch aus, als er sie nun genau zu beobachten schien.
Kaylee fasste sich ans Herz, bevor er Fragen stellte. Früher oder später musste er es erfahren. „Ich bin schwanger, Chase. Also ist das Kind sowieso schon in den Brunnen gefallen.“
Chase schwieg, aber er nickte, als hätte er seine Frau verstanden. Wieder wanderte sein Blick hinauf auf das Meer und hing dort eine Weile fest.
Bis Kaylee es nicht mehr aushielt. „Kannst du bitte etwas sagen.“

„Was soll ich sagen, Kaylee? Genau das hatte ich damals gemeint, als ich sagte du entscheidest über meinen Kopf hinweg. Du machst alles mit dir alleine aus, und das kann ich nicht mehr!“
Angst durchfuhr Kaylee. „Was meinst du damit, Chase?“
„Ich meine damit, dass du anfangen musst eine Ehe zu leben, und kein Solo, Kaylee.“, erklärte er ihr mit betont ruhiger Stimme. „Sonst machst du alles kaputt.“
„Ich mache alles kaputt, weil ich ein Kind bekomme?“, harkte Kaylee mit kalter Stimme nach. „Du meinst ein weiteres Baby zerstört unsere Ehe? Wieso hast du dann drei mit mir bekommen?“
„Ich liebe unsere Kinder!“ Chase war laut geworden. „Ich liebe sie alle, Kaylee, aber damit hat das nichts zu tun! Es geht um deinen Entscheidungswillen, und nicht um ein weiteres Kind. Du kannst einfach nichts besprechen, du musst immer deinen Willen durchbekommen.“ Er sprang auf, von Wut gesteuert und lief ein paar Schritte auf und abwärts.

Kaylee folgte ihm leise. „Chase, ich will nicht mit dir streiten. Wir sollten uns freuen, dass wir noch einmal Nachwuchs bekommen, oder nicht? Ein Baby, ein letztes Baby.“
„Bis du dich dann wieder entscheidest ein neues zu bekommen?“, harkte er mit ironischen Unterton nach. „Warum kannst du nicht einfach mal mit mir reden? Warum musst du immer alles alleine entscheiden und beschließen und durchführen.“
„Weil ich es immer getan habe, seit Aiden auf der Welt war.“ Kaylee sah ihm fest in die Augen. „Ich war auf mich alleine gestellt und ich habe es geschafft. Ich würde es immer wieder schaffen.“
„Ist es dass was du willst?“, fragte Chase Kopf schüttelnd. „Willst du wieder alleine sein?“
„Nein!“, brach es wütend aus der Schwarzhaarigen aus. „Ich will eine glückliche Familie, und ich will dass du dich freust, dass wir noch einmal Eltern werden. Warum kannst du es nicht?“

„Ich freue mich!“, beteuerte Chase glaubhaft. „Aber ich sehe auch die ganzen Probleme, die auf uns zu kommen. Ich sehe unser leeres Konto, und ich sehe unsere anstrengende Pferdezucht. Und ich sehe unser zu kleines Haus für vier Kinder. Und ich sehe uns. Wo sind wir noch Ehepaar?“
Kaylee wusste was er meinte und sie fühlte sich manchmal genau so. Natürlich vermisste es, nur Zeit mit Chase zu verbringen. Und natürlich wusste sie wie leer ihr Konto war.
„Kinder leben nicht nur von Geld, Chase. Und wenn wir vier aufgezogen haben, werden wir auch ein fünftes aufziehen.“ Sie lächelte ihn beruhigend an. „Wir schaffen das.
„Du hast gut reden, Kaylee. Du bist eine Optimistin, durch und durch.“
„Und du warst es auch mal.“, erwiderte sie leise. „Bitte...“
Chase schüttelte den Kopf, ein zartes Lächeln auf den Lippen. „Du bist schwanger, also bekommen wir ein Kind, Kaylee. Ob wir wollen oder nicht.“

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Di Sep 24, 2013 5:58 pm

„Hey, Tiff.“ Elijah schloss fast lautlos die Haustür hinter sich und trat auf seine erste große Liebe zu, die wartend am Briefkasten stand. „Ich dachte schon du kommst gar nicht.“
Tiffany zog eine entschuldigende Grimasse, bevor sie ihn fest umarmte. „Meine Mutter wollte mich nicht gehen lassen. Es kommen heute Verwandte und ich soll das hübsche kleine Mädchen spielen wie früher.“ Sie seufzte tief. „Aber ich bin durch das Fenster abgehauen.“
Mal wieder bewunderte Elijah ihren starken Charakter. Noch nie hatte er so ein Mädchen kennengelernt und er war sich sicher, dass es davon wohl kaum noch eins in Sunset Valley geben würde. Hatte er sich deswegen Hals über Kopf in Tiffany verliebt?
„So, wo sind die beiden Kleinen?“, riss sie ihn unsanft aus seinen Gedanken, in dem sie ihm auf die Schulter klopfte. „Ich dachte wir Babysitten heute?“
Elijah nickte, ein breites Grinsen im Gesicht. „Das tun wir. Und du wirst deine Hilfsbereitschaft mit Sicherheit nochmal bereuen.“ Lachend schob er sie in Richtung Haus. „Meine kleine Schwester ist eine reinste Plage und Kyo nimmt ständig alles in den Mund wenn man nicht aufpasst.“
„Süß.“, war ihre belustige Antwort. „Ich liebe kleine Kinder, und deinen Bruder fand ich schon immer süß.“ Sie hielt einen Moment inne. „Wo sind denn deine Eltern?“

„Am Strand.“, erwiderte Elijah Achsel zuckend. „Ich glaube die beiden sind froh, uns los zu sein.“
Tiffany zwinkerte ihm zu. „Kann ich gar nicht verstehen.“ Sie lachte und auch Elijah schmunzelte.
„Willkommen in der Löwenhöhle.“ Elijah stieß die Haustür auf und ließ Tiffany eintreten, um hinter ihr die Tür wieder zu schließen. Anschließend deutete er auf Elizabeth, die immer noch auf dem Sofa saß. „Dass ist meine kleine Schwester Elizabeth und dass ist mein Bruder Kyo.“ Er deutete auf den kleinen Jungen, der noch immer in seinem Hochstuhl saß und an seinen Händen lutschte.
Elizabeth sprang auf, als hätte eine Hummel sie gestochen. Mit einem freundlichen, aber erwachsenen Lächeln kam sie auf die große Blondine zu und reichte ihr die Hand. „Ich bin Elizabeth McFort. Und du bist mit Sicherheit Tiffany. Mein Bruder hat viel von dir erzählt.“
Elijah rollte mit den Augen. „Lizzy, hör auf damit. Wolltest du nicht fernsehen gucken?“
„Ich versuchte nur eine...äh...wie sagt man? Konvention starten!“

Tiffany kicherte leise. „Du meinst eine Konversation, oder?“ Nachdem Elizabeth genickt hatte, lächelte sie freundlich. „Aber Elijah hat mir auch schon ganz viel von dir erzählt.“
„Aber nur gutes, hoffe ich.“ Elizabeth sah ihren Bruder mit zusammengekniffenen Augen an.
„Ich habe ihr erzählt was für eine Nervensäge du doch bist.“, erwiderte ihr großer Bruder und strich ihr einmal kurz über das blonde Haar. „Und das hast du gerade wieder bewiesen. Ich ziehe Kyo an, willst du mir helfen, Tiff?“
Tiffany nickte erfreut. Ich blick viel auf den Jungen, der wahrlich wie ein kleiner Engel aussah, mit den blonden Haaren und der hellen Haut. „Gerne.“
Elijah nahm Kyo aus dem Hochstuhl und richtete sich dann an Sophie. „Und du machst so lange kein Ärger, ja? Ich ziehe ihn kurz an und dann fahren wir zum Spielplatz.“
Schmollend ließ sich Elizabeth wieder auf das Sofa fallen. „Ich bin ja kein Baby mehr!“

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Di Sep 24, 2013 6:03 pm

„Ich gehe rutschen!“, rief Elizabeth au, bevor sie so schnell es ihr ihre kurzen Beine erlaubten davon lief.
Elijah unternahm nicht einmal einen Versuch sie darauf hinzuweisen, dass sie vorsichtig sein sollte. Wenn sie irgendwo runter fiel würde sie es schon früh genug merken.
Tiffany lächelte ihm zu. „Und wir? Setzen wir uns wie die alten Leute auf eine Bank und schauen unseren Kleinen dabei zu, wie sie das Leben genießen?“ Sie lachte.
Elijah schüttelte belustigt den Kopf, bevor er auf Kyo deutete, den er immer noch auf dem Arm hatte. „Kyo möchte bestimmt auf das Seepferdchen, oder nicht?“
Der kleine, leicht schüchterne Junge nickte leicht, nicht aber ohne das Date seines Bruder nicht aus den Augen zu lassen. Schon den ganzen Tag hatte er sie argwöhnisch beobachtet und als Tiffany jetzt ihre Arme ausstreckte, um ihn auf den Arm zu nehmen, vergrub er sein Gesicht fest in Elijahs Shirt.
„Er ist schüchtern.“, entschuldigte Elijah sich für seinen kleinen Bruder und setzte sich in Bewegung um zu den beiden Seepferdchen zu gelangen. Leichtfertig setzte er Kyo darauf.

Tiffany beobachtete das Spiel lächelnd. „Ich kann mich erinnern, dass wir früher auch so etwas gemacht haben. Aber nicht hier.“ Sie biss sich unzufrieden auf die Unterlippe.
Elijah sah auf, ohne seinen kleinen Bruder los zu lassen. Seine Mutter würde ihm was erzählen, wenn Kyo sich verletzen würde. „Wie meinst du dass?“
„Wir hatten einen kleinen Spielplatz hinter unserem Haus und ich durfte jeden Tag bei gutem Wetter natürlich nur, mit meiner Nanny rausgehen.“
„Du hattest eine Nanny?“, fragte Elijah irritiert nach. „Wieso dass denn?“ Bei der Vorstellung keiner seiner Eltern hätte Zeit für ihn, wurde ihm ein wenig anders. Er war ein Familienmensch.
Tiffany zuckte die Achseln. „Dad hat den ganzen Tag gearbeitet und Mum musste gesellschaftlich auftreten. Da war wenig Platz für ein schreiendes Kind.“
„Aber, Kinder zeigen doch ein gutes Familienbild, oder nicht?“
Tiffany nickte. Noch immer beobachtete sie den kleinen Kyo der lachend und jubelnd hin und her schaukelte. „Auf Fotos und Festen sahen wir immer aus, wie eine glückliche Familie. Aber das sind wir nie gewesen.“ Nachdenklich blinzelte sie ein paar Mal. „Nicht so wie ihr.“

Elijah nahm Kyo von dem Seepferdchen und schlenderte mit ihm und Tiffany herüber zur der Rutsche, wo Elizabeth gerade versuchte sie verkehrt herum hinauf zu klettern.
„Habt ihr denn mal so etwas wie Familie gehabt? Vielleicht Abends, wenn deine Mutter dir eine Geschichte vorgelesen hat oder dich ins Bett gebracht hat.“, fragte er vorsichtig.
Doch Tiffany schüttelte den Kopf. Es schien als belächelte sie diese Idee. „Meine Eltern haben mich niemals ins Bett gebracht, Elijah. Weder meine Mutter, noch mein Vater. Sie waren dafür viel zu beschäftigt.“ Spielerisch piekte sie den kleinen Kyo in die Seite, was bei dem Jungen ein fröhliches Lachen hervorrief. „Ich weiß, du kannst dir das nicht vorstellen, Elijah. Aber es gibt Familien, da läuft es anders als bei euch. Und wir sind eine davon.“ Ein verächtliches Lachen folgte. „Dafür hatte ich immer alles, wovon ich geträumt habe. Mit Geld geht alles.“
„Mit Geld kann man keine Liebe kaufen.“; erinnerte er sie.. „Die muss man sich verdienen.“
„Habe ich dass denn?“ Ein engelsgleiches Lächeln entstand auf dem rundlichen Gesicht, als sie sich ein Stück nach vorne beugte. „Ich habe mir zumindest Mühe gegeben.“
Elijah errötete leicht, er konnte gar nichts dagegen tun. Ein leichtes Nicken folgte. „Ich wollte dich sowieso schon die ganze Zeit fragen, ob du Lust hast mit mir zum Abschlussball zu gehen.“
Tiffanys Augen leuchteten. „Natürlich will ich, ich dachte schon du fragst mich nie.“
Dass Elijah einfach nur große Angst davor gehabt hatte, verschwieg er bewusst. Außerdem spielte es keine Rolle mehr. Tiffany hatte ja gesagt.

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Di Sep 24, 2013 6:20 pm

Yin nahm ein paar Zutaten für eine Tomatensoße aus dem Kühlschrank und legte sie vorsichtig auf das Tablett, dass sie dafür aus dem Schrank genommen hatte.
Ihre Laune war gut, nach dem tollen Tag, den sie mit Chase am Wasser verbracht hatte. Sie hatten gebadet, sich unterhalten, ein Nickerchen gehalten und sich anschließend an der Bar noch eine Limonade gegönnt. Lange schon waren sie nicht mehr so sorglos und frei gewesen.
„Mummy!“ Die Haustür flog zurück in ihr Schloss, nachdem Elizabeth das Haus betreten hatte. Ihre Haare waren feucht von dem Regen, der den Abend ein geläutet hatte. „Da bist du ja endlich wieder. Wo ist denn Daddy?“
„Er ist draußen bei den Pferden.“ Yin drehte sich zu ihrer Tochter um und warf ihr einen erstaunten Blick zu. „Bist du etwa alleine, Lizzy?“
Das blonde Mädchen schüttelte grinsend den Kopf. Mit dem Daumen deutet sie zurück auf die Haustür hinter sich. „Tiffany und Elijah knutschen draußen glaube ich. Das finde ich so eklig!“
Yin konnte sich nur schwer ein Lachen verkneifen und wandte sich vorsorglich wieder dem Abendessen zu. „Hattet ihr den einen tollen Tag mit Tiffany und Elijah?“, fragte sie, während sie die Zutaten in die Küchenmaschine tat.

Ihre Tochter nickte eilig. Ein Leuchten trat in ihre Augen. „Das war richtig toll, Mum. Wir waren auf den Spielplatz und anschließend kam noch der Eiswagen und Elijah hat uns allen ein Eis spendiert.“
„Ist denn noch Platz für ein Mittagessen in deinem Bauch?“, fragte Kaylee scherzhaft. Sie schüttete die gemixten Zutaten in einen Topf und stellte ihn auf den Herd. Leichtfertig machte sie ihn an.
„Natürlich.“, erwiderte Elizabeth empört, als hätte man sie gefragt ob sie schon alt genug für die Schule wäre. Hinter ihrer Brille kniff sie die hübschen Augen zusammen. „Ich hab sogar Hunger.“
Kaylee lachte und rührte in ihrer Soße herum. Die Nudeln hatte sie auch schon in den Topf getan und sie köchelten jetzt fröhlich vor sich hin.
„Mummy.“ Elizabeths Stimme war leiser geworden. Etwas, was zu dem aufgeweckten Energiebündel kaum passte. Als sie sich jetzt auch noch verlegen die Stirn rieb, wusste Kaylee, dass da etwas im Busch zu sein schien.
„Was ist los, Liebling?“, fragte sie sanft. Ein mütterliches Lächeln schmückte ihre Lippen.
Elizabeth machte ein paar Schritte auf ihre Mutter zu und sah ihr dabei zu, wie sie die Soße vorsichtig über die Nudeln goss, die sie auf einen Teller gelegt hatte. „Wieso haben wir kein Geld?“
Kaylee hielt erstaunt einen Moment inne. Nachdem tollen Tag mit ihrem Mann hatte sie sich ausnahmsweise keine Gedanken über das Geld gemacht. „Hör zu, mein Schatz.“, begann sie zögerlich. „Du weißt doch, dass wir eine Pferdezucht haben, und die Pferde brauchen Verpflegung und alles. Und das kostet alles viel Geld. Deswegen bleibt nicht so viel übrig und davon müssen wir einkaufen und die Miete bezahlen.“
„Und warum arbeitest du dann nicht im Verlag, so wie Candy?“, fragte Elizabeth nachdenklich. „Dann hast du bestimmt ganz viel Geld. Aiden und Candy haben ganz viel Geld.“
Kaylee schmunzelte. Seufzend strich sie ihrer schlauen Tochter über das blonde Haar. „Wenn dass nur so einfach wäre, Liebling. Aiden und Candy sind auch nicht reich. Aber sie haben nicht wenig Geld, dass stimmt. Aber wenn ich da arbeiten würde, wo Candy arbeitet, dann würde ich keine Zeit mehr für die Pferde haben.“ Sie nahm einen Teller mit Nudeln und Soße und drückte ihn ihrer Tochter in die Hand. „Setz dich schon mal, und iss.“
Elizabeth tat was ihre Mutter von ihr wollte, aber die Denkerfalte zwischen ihren Augenbrauen war nicht verschwunden. „Aber wir könnten uns doch um die Pferde kümmern. Dad und ich und Elijah.“

„Der Esel nennt sich immer zu Letzt.“ Chase kam mit einem zufrieden Lächeln durch die Tür und setzte seinen Jüngsten vorsichtig in den Hochstuhl. Anschließend ging er zu Kaylee, küsste sie sanft auf die Wange und nahm ihr einen Teller mit Nudeln ab. „Worum geht es?“
„Elizabeth möchte gerne, dass ich wieder arbeiten gehe.“, erwiderte Kaylee mit einem vielsagenden Blick in die Richtung ihres Mannes. „Damit wir mehr Geld haben.“
Chase unterdrückte ein Seufzen, dass seine Kehle hinauf kletterte. Er warf Elizabeth einen langen Blick zu, um Zeit zum nachdenken zu haben. „Das ist aber nicht möglich, Schätzchen. Wenn Mummy wieder arbeitet, dann müsste ich mich ganz alleine um die ganzen Pferde kümmern, weil du und Elijah ja in die Schule müsst. Und wer kümmert sich dann um Kyo?“
„Können wir den nicht zu Aiden oder zu bringen. Oder in den Kindergarten?“, schlug Elizabeth vor.
Kaylee nickte. Darüber hatte sie auch schon nachgedacht und nachdem Elizabeth das Thema noch einmal angesprochen hatte, überlegte sie, ob es so eine Lösung nicht geben könnte.
Chase seufzte. „Dass würde auch Geld kosten. Und Aiden arbeitet auch den ganzen Tag.“ Entschuldigend strich er seiner Tochter über die Wange. „Warum möchtest du mehr Geld haben?“
„Ich würde gern den Schachkurs im Rathaus belegen.“, gab Elizabeth leise zu. Ihr Blick glitt vorsichtig zwischen ihren Eltern hin und her.
Kaylee wechselte mit ihrem Ehemann einen Blick, der kaum merklich den Kopf schüttelte. „Es tut mir Leid, Liebling.“, murmelte sie bedrückt. „Jetzt können wir uns es gerade nicht leisten.“

Elizabeth erhob sich. Inzwischen hatten ihre Eltern sich beide neben sie gesetzt, um einen Teller Nudeln zu essen. „Dass habe ich mir gedacht.“, erwiderte sie ein wenig entmutigt. Man konnte ihr ansehen, wie traurig es sie machte. „Na gut, dann sag ich den Zwillingen, dass es nicht geht.“
Kaylee Herz zog sich unangenehm zusammen. Es tat ihr unglaublich weh, dass sie ihrer Tochter nicht einen Wunsch erfüllen konnte. Zum ersten Mal dachte sie darüber nach, dass eine Pferdezucht vielleicht nicht das richtige für ihre Familie war.
Nachdem sie hörten, dass Elizabeth in ihrem Zimmer verschwunden war, seufzte Chase tief und schwer. „Dass hatte ich gemeint.“, erklärte er seiner Frau, während er lustlos in seinen Nudeln herumstocherte. Die gute Laune war verschwunden. „Wir haben kein Geld. Wie soll das erst mit einem weiterem Kind werden, Kaylee? Wovon sollen wir das bezahlen?“
„Ich weiß.“ Betrübt senkte Kaylee ihren Blick. Dass Chase noch in ihrer Wunde herum stocherte, machte es nicht besser. „Du hast Recht. Natürlich hast du Recht, aber das ändert nichts.“ Sie strich sich ein paar Strähnen aus dem Gesicht, die sich aus ihrem Zopf gelockert hatten. „Das einzige, was wir tun könnten, wäre die Pferdezucht aufzugeben.“
„Dass würde dir das Herz brechen.“, erinnerte Chase sie sanft. Über den Tisch hinweg ergriff ihre Hand und drückte sie kurz. „Die Zucht bleibt, wir werden schon noch eine andere Lösung finden.“
„So schnell wie möglich.“; erwiderte Kaylee eigensinnig. „Elizabeth soll ihren Schachkurs machen dürfen. Wenn die Zwillinge das auch dürfen.“

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Re: Das Flüstern der Pferde

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