Das Flüstern der Pferde

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mi Feb 06, 2013 4:59 pm

Kaum hatte Kaylee die Tür hinter Chase geschlossen und Elizabeth auf den Boden gesetzt, damit die Kleine etwas spielen konnte, klopfte es sachte an der Glastür und als Kaylee einen Blick durch eines der Fenster warf, erkannte sie Pauline.
Überrascht öffnete sie die Tür. „Pauli, was machst du denn hier?“ Als sie die geröteten Augen ihrer Freundin bemerkte, wurde sie besorgt. „Was ist denn los, Liebes?“
„Kann ich rein kommen?“, fragte Pauline mit brüchiger Stimme, und als Kaylee nickte, drängte sie sich an ihr vorbei in das wohlig warme Wohnzimmer. Sie fuhr sich durch die schwarzen Enden ihrer beiden Zöpfe. Sie schien wirklich aufgelöst.
Kaylee folgte ihr mit schnellen Schritten. „Sagst du mir jetzt was passiert ist?“, fragte sie vorsichtig.
„Ich habe immer nur Pech mit Männern, Lee!“, platzte es ohne Vorwarnung aus der Frau im besten Alter heraus. Sie rieb sich verzweifelt die Stirn. „Jedes verdammte Mal gerate ich an Männer, die mich einfach...einfach sitzen lassen, wenn es ihnen zu viel ist und dabei dachte ich dieses Mal wirklich, dass Jared der Richtige ist. Ich...ich konnte mir eine Zukunft mit ihm vorstellen.“
„Ach Liebes.“, bedauernd nahm Kaylee die Schwarzhaarige in den Arm. „Was ist denn passiert?“
„Ich habe keine Ahnung. Ich kam nach Hause, da saß er auf den Sofa und hat gemeint, dass es alles kein Sinn mehr macht und er nicht Daddy spielen will.“ Neue Tränen liefen ihr über die Wange. „Als ich ihn gefragt habe, ob er das der wirkliche Grund ist, hat er eine Weile herum gedruckst, und dann gesagt, dass ich einfach zu alt für ihn bin. Er...er hat sich in eine Jüngere verliebt.“

Wut über diesen Mann stieg in Kaylee auf. Wie konnte er so etwas sagen? Pauline war wundervoll. Sie löste sich von ihr und sah ihr tief in die Augen. „Ich weiß, dass es dir weh tut, aber du darfst daran jetzt nicht verzweifeln ja? Denk dran, nicht nur du hast praktisch wieder etwas verloren.“
„Julia auch.“; vollendete Pauline Kaylees Überlegungen. „Ich weiß. Ich bin so froh, dass sie gestern nicht zu Hause war.“ Sie warf einen kurzen Blick auf ihre Taschenuhr. „Ich muss sie in einer halben Stunde bei einer Freundin abholen und ich weiß nicht wie ich es ihr erklären soll.“ Voller Verzweiflung seufzte sie, dann ging sie zum Sofa herüber und ließ sich darauf nieder.
Kaylee taten die beide Leid. Sie wusste von Pauline, dass Julia sich wirklich mit Jared angefreundet hatte. Und auch Pauline selber hatte ihr Herz an diesen Mann verloren. „Ich wünschte ich könnte euch beiden irgendwie helfen.“ Sie dachte angestrengt darüber nach, aber ihr viel nichts ein.
„Kannst du nicht.“, erwiderte Pauline gedämpft. Ausdruckslos schaute sie auf den schwarzen Bildschirm des Fernsehers. „Ich bin nicht gemacht um Julia eine normale Familie zu geben.“
„Du bist eine normale Familie.“, versuchte Kaylee sich eilig aufzumuntern. „Julia brauch niemanden mehr als dich, ihre Mutter. Sie brauch keine komischen Typen, die euch hängen lassen.“

„Ich will nicht, dass sie denkt, dass alle so sind.“, flüsterte Pauline bedrückt. „Sie soll eine freie Sicht auf die Männerwelt haben und selber entscheiden wer für sie richtig ist.“
Kaylee lächelte sanft. „Dass wird sie mit Sicherheit. Sie ist ein kluges Mädchen, findest du nicht?“ Grinsend kam sie zum Sofa herüber. „Und Morgen bekommt ihr erst einmal etwas Ablenkung, okay? Wir wollen Elijahs Geburtstag feiern, und ihr beiden seit herzlichst eingeladen.“
„Dass klingt gut.“ Pauline schaffte es sogar ein wenig zu lächeln. „Dann hat Julia jemanden zum spielen und wir beide sehen uns dann öfter.“ Sie erhob sich von ihrem gemütlichen Platz auf dem Sofa und seufzte leise. „Es wird schon gehen, auch ohne ihn.“
„Genau.“, erwiderte Kaylee überzeugt und umarmte ihre Freundin. „Mach dir keine Sorgen.“
„Ich versuch es.“, erwiderte sie und schlenderte zur Tür. Mit einem letzten Blick in Kaylees Richtung, ging sie nach Hause.

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mi Feb 06, 2013 5:09 pm

Es war später Nachmittag, als es erneut an der Tür klingelte.
Kaylee, die Chase erwartete, lächelte erfreut. Sie hatte eine wirklich schöne Nachricht zu verkündigen. Also eilte sie zur Haustür und riss sie auf. „Chase...“
„Nicht ganz.“ Schüchtern grinste Candy sie an.
„Ach, Candy. Mit dir habe ich ja gar nicht gerechnet. Ist alles okay?“ Kaylee trat ein Schritt zur Seite, damit ihre Schwiegertochter ins Haus kommen konnte.
Candy nickte, zog ihre Jacke aus und legte sie über das Sofa. „Chase hat mir erzählt, dass du dich heute nicht besonders fühlst, da dachte ich, dass ich vorbei komme und dir etwas Kuchen bringe.“ Sei deutete auf die Korbtasche, diese auf den Holzboden abgestellt hatte. „Es ist ein gekaufter Kuchen, aber mich macht er immer gleich viel fröhlicher.“
„Dass ist lieb.“ Kaylee schmunzelte über die Kindlichkeit ihrer Schwiegertochter, aber genau sie war der Grund, warum Kaylee sie so schnell ins Herz geschlossen hatte. „Wo ist Aiden?“
„Er passt auf die Zwillinge auf. Die beiden halten uns ganz schön auf Trap, aber ich denke wir bekommen es hin.“
Erfreut über die guten Nachrichten nickte Kaylee. Sie schob mit den Fuß ein paar Spielzeuge zur Seite. „Tut mir Leid, dass es hier so aussieht, aber ich bin heute nicht zum aufräumen gekommen.“
„Ach, dass macht doch nichts. Wenn du magst, kann ich hier etwas aufräumen?“, bot Candy sich an. Ihr Blick wurde besorgt. „Geht es dir denn besser?“
„Ein wenig.“ Ein Lächeln zauberte sich auf ihre hübschen Lippen.
Candy, die schon immer ein Gefühl für das Verhalten ihrer Mitmenschen zu haben schien, sah sie neugierig an. „Warum lächelst du so?“, harkte sie nach.
Kaylee schwieg einen Moment, dachte darüber nach, ob sie es Candy sagen sollte und entschied sich schließlich dafür. Chase würde es früh genug erfahren. „Ich möchte, dass du es erst einmal für dich behältst.“, bat sie ihre Schwiegertochter und beugte sich ein Stück nach vorne. „Ich habe eben einen Schwangerschaftstest gemacht. Und er war Positiv.“

„Aber dass ist ja wundervoll.“ Candys Freude war groß. „Du bekommst also noch ein Baby.“ Plötzlich verdunkelte sich ihr Gesicht ein Stück. Sie sah besorgt aus, wie eben, als sie sich nach Kaylee Befinden erkundigte. „Und hast du schon mit Chase darüber geredet?“
„Nein, er war den ganzen Tag unterwegs.“ Candys Ton machte Kaylee Sorgen. Das Lächeln verschwand, stattdessen sah sie sie fordernd an. „Weißt du etwas, was ich nicht weiß?“
Candy sah unbehaglich zur Seite. Mit den Fingern fuhr sie sich durch ihr dunkle Haar, vermied es ihre Schwiegermutter in die Augen zu sehen. „Chase hatte letztens etwas erwähnt.“, gab sie zu.
„Und was?“
„Er hat mir erzählt, dass du meintest, du würdest noch gerne ein Kind bekommen.“ Sie sah Kaylee zögerlich an. „Aber er schien nicht besonders begeistert von der Idee zu sein. Er meinte ihr würdest es finanziell nicht schaffen. Nicht jetzt zumindest.“
Candys Worte bedrückten Kaylee. Als wenn sie das Kleine in ihrem Bauch beschützen müsste, schlang sie ihre Arme um ihren Bauch und sah zu Boden. „Er will kein Kind.“, murmelte sie sich selber zu. „Aber jetzt bin ich schwanger. Es ist nun einmal passiert.“
„Ich bin mir sicher, er wird das Baby lieben und sich wenn freuen, wenn er es erfährt.“; versuchte Candy die dreifache Mutter aufzumuntern. Man konnte in ihrem Gesicht lesen wie Leid ihr diese Information tat. „Er liebt seine Kinder, dass weißt du Kaylee.“
„Natürlich.“ Seufzend zuckte sie die Schultern. „Ich verstehe ihn auch. Es ist nicht der passendste Moment um ein weiteres Baby zu bekommen. Elijah hat morgen Geburtstag, wir müssen ein neues Zimmer anbauen und außerdem ist die Pferdezucht gerade erst angelaufen.“
„Aber es ist ein Lebewesen.“; erwiderte Candy überzeugt. „Und Kinder kommen nie geplant, schau dir die Zwillinge an. Ich hatte nicht geplant jetzt Mutter zu werden, aber ich liebe es.“
Kaylee lächelte sie an. „Es geht mir nicht anders. Auch damals bei Aiden nicht. Ich liebe alle meine Kinder, und ich liebe auch das in meinem Bauch.“ Sie legte eine Hand auf den noch flachen Unterleib. „Aber es wird mit Sicherheit nicht einfacher werden.“

„Wir sollten Kuchen essen.“, befand Candy, um ihre Schwiegermutter etwas abzulenken. Sie nahm die Tasche und eilte in die Küche, wo sie zwei Teller vorbereitete. „Und du solltest dir nicht so viele Sorgen machen, Kaylee. Dass ist ungesund für das Baby. Du bist schwanger, und dagegen kannst du jetzt auch nichts mehr machen. Ihr bekommt das Baby und fertig.“
Kaylee ließ sich auf einen der Stühle nieder. „Du hast Recht, wirklich. Trotzdem mache ich mir Sorgen um Chase Reaktion.“ Sie nahm dankbar die Gabel und Teller an und stocherte eine Weile in dem Kuchen herum. „Ich kann ihn auch verstehen. Es ist nicht nur eine Frage des Geldes, Candy, sondern auch eine Frage des Alters. Er macht sich schon bei Lizzy Sorgen.“
„Aber er ist doch ein fitter Mann.“, überlegte Candy, die sich neben Kaylee niedergelassen hatte. Mit großem Appetit verschlang sie ihr Stück.
„Ja, noch. Aber...er ist älter als ich. Verstehst du?“ Sie seufzte leise. „Er hat Angst einmal so alt zu sein, dass er nicht mehr miterlebt, wie Lizzy heiratetet oder Elijah sein erstes Kind bekommt.“
Candy schwieg.
„Ich will nur, dass wir glücklich sind.“, entschied Kaylee mit ernster Stimme. „Und wenn wir jetzt noch ein Kind bekommen, dann sollten wir uns darüber freuen und uns keine Sorgen machen, wie die Zukunft aussehen wird.“ Sie hob den Blick und sah Candy mit einem zuversichtlichen Lächeln an. „Wie sagt man so schön: Lebe und denke nicht an Morgen.“
„Dass hast du schön gesagt.“ Mit einem liebevollen Blick sah Candy sie an. „Ich glaube so schöne Worte habe ich noch nie gehört. Und sie sind so wahr.“
„Dass sind sie.“ Kaylee nickte.
Nachdem die beiden Frauen eine Weile schweigend gegessen hatten, richtete Candy erneut das Wort an sie. „Kann ich dich etwas fragen?“
Überrascht über die plötzliche Zerrissenheit in Candys Stimme, sah sie ihre Schwiegertochter genau an. „Du kannst mich alles fragen, Candy. Wir sind eine Familie.“
„I-ich...“ Sie stotterte leicht. „I-ich frage mich einfach was in Aidens Kindheit vorgefallen ist.“ Da sie den Blick auf den Teller gerichtet hatte, konnte sie Kaylee erstarrtes Gesicht nicht sehen. „Weißt du, er redet nie über früher, und wenn wir auf Themen kommen, die mit unserer Kindheit zu tun haben, wechselt er das Thema. Es scheint ihn...es bedrückt ihn doch etwas, dass sehe ich.“

Kaylee erhob sich ruckartig, nahm den halb geleerten Teller und brachte ihn zur Anrichte. Ihr Blick glitt aus dem Fenster. „Aiden schmerzt es noch immer, dass sein Vater uns so früh...verlassen musste.“, log sie gekonnt. Sie hatte es lange geübt. „Er ist noch nicht so weit.“
„Dass verstehe ich.“; hörte sie Candy antworten. „Aber dass meine ich nicht. Es geht nicht nur um seinen Vater, Kaylee. Er...schweigt bei allem, was sein Leben vor Sunset Valley angeht.“ Die junge Frau schwieg eine ganze Weile, dann seufzte sie. „Ich dachte du könntest mir helfen.“
„Nein, tut mir Leid.“ Mit einem aufgesetzten Lächeln drehte sich Kaylee wieder zu ihr um. „Ich würde, wenn ich könnte. Wie gesagt, ich denke es hängt mit seinem Vater zusammen.“
„Wenn du dass meinst.“ Auch Candy erhob sich. Sie sah nicht zufriedengestellt aus, würde es aber mit Sicherheit dabei belassen. „Ich mach mich auf den Weg nach Hause. Chase kommt sicher gleich. Außerdem hat Aiden mir schon eine SMS geschrieben, wo ich bleibe.“ Sie lachte, als sie auf den Display ihres Handys sah. „Er scheint mit den Zwillingen überfordert zu sein.“
„Bitte grüß ihn von mir.“; bat Kaylee sanft und geleitete ihre Schwiegertochter zur Haustür. „Und sag ihm doch bitte, dass ich mich freue ihn morgen endlich mal wieder zu sehen.“
„Er freut sich auch.“, erwiderte Candy lächelnd. „Und die Zwillinge erst.“

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mi Feb 06, 2013 5:16 pm

Eine Stunde später kam Chase nach Hause. Er wirkte abgekämpft und müde.
„Liebling.“ Erleichtert ließ er sich neben Kaylee auf dem Sofa fallen. Ihr einen Kuss zu geben, dafür war er bei weitem zu erschöpft. „Schlafen die Kinder?“, fragte er übermüdet.
„Schon eine ganze Weile.“ Kaylee drückte den Pausenknopf ihres Controllers und sah ihren Ehemann an. „Wie war der Verkauf? Ist alles gut verlaufen?“
„Alles in bester Ordnung.“ Zufrieden nickte Chase. „Er hat satte 4360 Simeleons eingebracht.“ Nach Euphorie heischend sah er Kaylee an, aber diese hatte das Gesicht leicht verzogen. Chase seufzte und tätschelte ihren Arm. „Der Käufer wirkte wirklich sehr freundlich.“
„Ich weiß doch.“ Kaylee verzog den Mund. „Aber fehlen wird er mir doch, der Kleine.“
Um seine Frau aufzumuntern schnappte sich Chase den anderen Controller. Er zwinkerte ihr zu. „Lust auf eine Partie Autorennen? Ich bin müde, aber ich bin mir sicher, ich mach dich fertig.“
Obwohl Kaylee eigentlich mit ihm sprechen wollte, verneinte sie nicht. Sie fürchtete sich vor dem Gespräch, und sie wollte seine gute Laune nicht zerstören, auch wenn es für sie selber kaum vorstellbar war, traurig zu sein, wenn sie ein weiteres Kind erwarteten. Aber Candys Worte spukten ihr noch immer im Kopf herum, und ließ sie nachdenken.

„Du bist noch schlechter als sonst.“ Chase warf ihr einen kurzen Blick zu. „Ist alles okay?“
„Hm.“
Wenig Überzeugt pausierte Chase das Spiel und sah Kaylee an. Intensiv beobachtete er ihre Gesichtszüge, die angespannt wirkten. „Geht es dir immer noch nicht besser?“
„Doch, doch. Mir geht es gut...“ Sie verstummte, strich sich über den Zopf und legte den Controller beiseite. Sie brauchte ihre Hände. „Candy war heute hier, weißt du?“
„Ja, sie hatte mir erzählt, sie wollte dir etwas Kuchen vorbeibringen.“
Kaylee nickte leicht. „Dass hat sie auch. Sie hat mir außerdem erzählt, dass du ihr erzählt hast, dass du keine weiteren Kinder mehr willst.“ Sie hob den Blick und sah ihn an. „Hat sich dass geändert?“
Chase seufzte laut und lang. Er ließ sich zurückgleiten und massierte seine Nasenwurzel. „Kaylee. Ich habe niemals gesagt, dass ich keine Kinder mehr mit dir will.“, versuchte er sich zu erklären. „Ich sagte nur, jetzt nicht. Weil es nicht passt. Wir sind finanziell nicht in der Lage.“
„Ich bin mir nicht sicher, ob du wirklich 'jetzt nicht' meinst, oder 'überhaupt nicht'“ Kaylee schlug die Augenlider nieder.
Er schwieg. Lange genug, dass man es für eine Antwort deuten konnte.

„Du willst eigentlich gar keine Kinder mehr.“, murmelte Kaylee und erhob sich von ihrem Platz. Sie schüttelte den Kopf, legte sich die Hand an die Stirn. „Und ich kann es sogar verstehen.“
„Du weißt, dass es nichts mit dir zu tun hat. Ich...ich habe nur Angst zu alt zu sein.“
„Dass verstehe ich doch.“ Sie hatte sich zu ihm umgedreht und ihre blauen Augen sahen ihn flehentlich an. „Ich verstehe dich gut, Chase. Aber...ich...“
Auch Chase erhob sich von Sofa und kam zu ihr herüber. Sorgenvoll legte er ihr die Hände an die Arme. „Aber du was? Kaylee, wir können wirklich über alles reden. Deine Bedürfnisse...“
„Ich bin schwanger.“ unterbrach sie ihn unwirsch. Ängstlich sah sie ihn an. „Es ist praktisch zu spät. Wir beide bekommen noch ein Kind, und daran kann ich nichts ändern.“
„Und du hattest Angst ich würde...dich anschreien?“, fragte Chase ungläubig. Er würde das besorgte Gesicht seiner Frau nicht vergessen.
„Ich hatte Angst du würdest dich nicht freuen. Du wolltest kein weiteres Kind mehr.“
„Aber ich liebe dich und liebe jedes meiner Kinder, oder nicht?“ Kaylee nickte. „Und dass wird bei diesem Kind nicht anders sein, Lee.“

„Und was ist mit dem Geld?“, fragte Kaylee den Tränen nah. Diese dummen Hormone!
Chase fuhr sich seufzend durch das graue Haar. „Ich will dich nicht anlügen. Ich weiß nicht wie wir es finanzieren wollen, aber es wird eine Möglichkeit geben.“ Liebevoll zog er sie in seine Arme. „Wir schaffen dass, wenn wir es wollen. Und dass das Baby gesund ist, ist die Hauptsache.“
„Ja.“ Kaylee nickte an seiner Brust, das Gesicht in seiner Jacke vergraben.
Aber auch sie sorgte sich. Sollten sie es nicht schaffen, was sollten sie tun? Wo sollten sie Geld herbekommen. Müsste sie dann Lady verkaufen? Bei diesem Gedanken brannte ihr das Herz.
„Hör auf die Sorgen zu machen.“, bat Chase sie sanft. Noch immer hielt er sie fest in seinen Armen. „Dass ist nicht gesund für das Baby, und dass weißt du.“
Nickend löste sie sich von ihm. Sie versuchte zu Lächeln, aber es musste schrecklich aussehen.
„Wir sollten schlafen gehen.“ Chase nahm ihre Hand und zog sie zum Schlafzimmer. „Morgen ist ein anstrengender Tag, und wenn wir den bestehen wollten, sollten wir beide ein wenig schlafen.“

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mi Feb 06, 2013 5:26 pm

„Hey.“ Kaylee schloss Pauline, die der erste Gast war liebevoll in die Arme. „Wie schön, dass du kommen konntest.“ Als sie an ihrer Freundin vorbeischaute, entdeckte sie Julia, die ein ganzes Stück gewachsen war. Lächelnd streckte sie ihr die Hand hin. „Hallo Julia.“
„Hallo Mrs. McFort.“, begrüßte das schüchterne Mädchen die Gastgeberin höflich. Ihre grünen Augen, die sie wahrscheinlich von ihrem Vater geerbt hatte, schauten sie ängstlich um.
„Wenn du magst, kannst du gerne spielen gehen. Dort hinten ist das Zimmer von Elijah und Lizzy.“ Sie deutete auf die zweite Tür, die vom Flur abging und sah ihr kurz nach, als sie sich auf den Weg machte. Anschließend drehte sie sich wieder zu Pauline. „Geht es ihr gut?“
Pauline zog eine Grimasse. „Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Sie sagt, sie ist okay, aber ich sehen in ihren Augen, wie sehr sie unter der Trennung leidet. Aber was soll ich tun?“
„Du kannst nichts tun, Liebes.“, Aufmunternd tätschelte Kaylee ihr den Arm. „Glaub mir, du bist genau so machtlos, wie Julia selber. Aber es wird sich bessern.“
Pauline setzte ein zittriges Lächeln auf. „Ich hoffe es doch sehr.“
Kaylee nickte. Wie von selber hatte sie ihre Hand auf ihren leicht gerundeten Bauch gelegt, den man unter der dicken Strickjacke, aber nur erahnen konnte.
„Erzähl mir nichts.“ Pauline war ihrer Hand gefolgt und blickte die fast vierfache Mutter nun überrascht an. „Sag mir nicht du bist noch einmal schwanger?“
„Doch.“ Kaylee lachte leise. Die Angst, die sie gestern noch empfunden hatte war verschwunden stattdessen fühlte sie sich mehr als wohl. „Es war nicht geplant, aber...es ist eben so.“

„Meinen herzlichen Glückwunsch.“, gratulierte Pauline und schloss Kaylee sanft in ihre Arme.
„Also hat sich alles geklärt?“ Unbemerkt war Candy eingetreten. Sie küsste ihre Schwiegermutter sanft auf die Wange, und reichte Pauline die Hand. „Ich bin Candy.“
„Ah, die Schwiegertochter mit den Zwillingen.“ Pauline grinste. „Schön dich endlich kennenzulernen.“
Schüchtern nickte Candy. Wahrscheinlich war dass etwas, was sie niemals ablegen würde, dachte Kaylee schmunzelnd bei sich.
Erst als Candy sie fragend ansah, erinnerte sie sich an die Frage. „Ja, ich habe gestern mit Chase geredet und meine Sorge war unberechtigt.“ Leicht beschämt sah sie zu Boden.
„Du hast dir Sorgen gemacht?“, harkte Pauline neugierig nach.
Candy und Kaylee nickten gleichzeitig und tauschten einen belustigten Blick.
„Chase und ich hatten eine Unterhaltung über weitere Kinder, und Chase war dagegen. Dementsprechend habe ich mir Sorgen gemacht, als ich erfahren habe, dass ich noch einmal schwanger bin.“ Sie seufzte voller Zufriedenheit. „Aber es war nicht so. Chase hat sich gefreut. Natürlich macht er sich immer noch ein paar Sorgen. Aber wir sollten es schaffen.“
„Natürlich schafft ihr es.“ Candy drückte ganz kurz ihre Hand. „Ich seid ein super Team und im Notfall gibt es immer mich und Aiden. Ich bin sowieso den ganzen Tag zu Hause.“ Kaylee konnte in ihren Augen sehen, dass sie nicht besonders zufrieden damit war.
Aber um nach zu harken war nun nicht der richtige Moment. Stattdessen entschied Kaylee ihre Schwiegertochter in den nächsten Tagen zu besuchen und ihr etwas die Langeweile zu nehmen.
Die Haustür ging auf und Chase kam herein, gefolgt von Aiden.
„Guten Tag, Ladys.“, begrüßte Chase die kleine Damenrunde. Anschließend schlenderte er zu Kaylee herüber und küsste sie zärtlich. „Wie geht’s dir?“

„Gut.“ Über die liebevolle Art ihres Mannes, konnte Kaylee nur mehr als glücklich sein. Die Angst kam ihr so dämlich vor, dass sie sich fast schämte. „Hast du alles erledigt?“
„Alles in bester Ordnung.“, erwiderte Chase. Er legte seine Hand sanft auf ihren Bauch, als könnte er das Baby schon spüren.
Candy beobachtete das Paar lächelnd, und schmiegte sich automatisch an ihren eigenen Ehemann. Aiden erwiderte ihr Lächeln. „Da bekommen unsere Zwillinge wohl erneut einen Onkel oder eine Tante.“ Ein Lachen konnte er sich nicht verkneifen. „Dabei sind sie noch nicht mal aus den Windeln raus.“
„Tja.“ Chase zuckte die Achseln. „Manchmal kommt es unverhofft, aber dass ändert nichts daran, dass dieses Kind wie alle unsere Kinder immer willkommen sind.“
„Und Elijah hat jetzt Geburtstag.“, wechselte Kaylee eilig das Thema, als ihr Blick auf den kleinen Jungen fiel, der auf den Boden saß und mit einem Auto spielte. Sie schnappte ihn und ging mit ihm zu dem Kuchen, der in der Küche auf der Anrichte stand. „Happy Birthday to you. Happy Birthday to you. Happy Birthday lieber Elijah, Happy Birthday to you!“, sang sie ihm leise vor und die anderen Gäste stimmten freudig mit ein.
Als Kaylee einen Blick nach hinten warf, sah sie in die gleichen Augen, die sie Morgens im Spiegel sah. Und sie waren ebenso glücklich wie ihre eigenen.
Sie fühlte sich zurück versetzt in die Vergangenheit. In die Zeit, als sie mit Aiden noch alleine gewesen war und seinen Geburtstag gefeiert hatte.
„Ich glaub Mama muss dir beim Kerzen auspusten helfen.“ Aiden riss sie aus ihren Gedanken, in dem er seinen Bruder ansprach, aber weiter ihren Blick hielt. Er zwinkerte.
Kaylee lachte, drehte sich wieder zum Fenster um und half dem Kleinen die sechs Kerzen auszuputzen. Liebevoll strich sie ihm ein paar Strähnen seines schwarzen Haares aus dem Gesicht.
„Alles Gute zum Geburtstag, kleiner Elijah.“, murmelte sie leicht wehmütig.

Hinter ihr klatschten die Leute und schwangen die Rasseln, die sie von Chase bekommen hatten.
Nachdem Kaylee ihren Sohn freigegeben hatte, damit alle ihm gratulieren konnten, lehnte sie etwas abwesend an der Theke, den Blick auf den Boden gerichtet. Sanft streichelte sie ihren Bauch, in der Hoffnung, das Baby spürte es vielleicht jetzt schon.
„Aber bitte nicht jetzt schon die Wehmut einer Mutter.“ Aiden war neben sie getreten. Er nahm sich ein Stück des Geburtstagskuchens.
Kaylee lächelte. „Nein, dass ist es nicht.“, antwortete sie leise. Liebevoll sah sie ihren sechsjährigen Sohn an, der sich ebenfalls am Tisch niedergelassen hatte. „Ich weiß selber nicht genau was los ist. Ich bin gerade nur so...so glücklich und gleichzeitig...“
„Gleichzeitig denkst du an früher.“, vollendete Aiden ihren Satz.
„Ja.“ Kaylee nickte leicht.
Aiden trat etwas weiter ans Fenster, so dass Kaylee ihm folgen musste. Sein Gesichtsausdruck war nachdenklich geworden. „Als ich Candy heiratete, da habe ich auch an früher gedacht. Ich habe an Dee gedacht, und was sie wohl gerade tut. Und ich habe an...Das gedacht und wie stolz er wäre.“
„Er ist es.“ Kaylee tätschelte ihm leicht die Schulter. „Gavin war immer stolz auf dich.“
Ein Lächeln huschte über Aidens Gesicht. Er nickte ebenfalls. „Ich weiß. Aber es ändert nichts, Mum. Sie sind fort und wir dürfen nicht mehr an die Vergangenheit denken.“ Er drehte sich um und blickte zu Candy herüber, die sich königlich über Elijahs Geschichten zu amüsieren schien. „Wir sollten daran festhalten, was wir jetzt haben, und ich finde dass ist sehr viel. Ich kann mir ein Leben ohne meine Töchter und meine Frau nicht mehr vorstellen, Mum.“

„Mir geht es nicht anders. Ich liebe euch alle, auch Candy und die Zwillinge.“
„Siehst du.“ Aiden grinste, nahm sie in den Arm und drückte sie leicht. „Wir haben hier ein ganz wundervolles Leben. Du bekommst noch ein Baby. Sieh nach vorne.“
Kaylee nickte ihm zustimmend zu, nachdem sie sich von ihm gelöst hatte. „Dass tue ich.“
„Kaylee!“ Chase hob die Hand und winkte ihr freundlich zu. „Komm, setz' dich zu uns. Dein Sohn erzählt uns gerade, dass er später einmal berühmt wird.“ Schmunzelnd zwinkerte er ihr zu.
„Ach wirklich?“ Kaylee lachte. „Dass kann ich mir ja nicht entgehen lassen.“ Mit einem letzten Blick auf Aiden ließ sie sich neben Chase nieder, der seinen Arm sofort besitzergreifend um sie legte.

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mi Feb 06, 2013 5:34 pm

„Wir machen uns auf den Weg.“ Aiden drückte seiner Mutter einen Kuss auf die Wange, Candy an seiner Hand haltend.
„Wirklich? Jetzt schon?“, fragte Kaylee enttäuscht. Es war bisher ein wunderbarer Tag gewesen.
Aiden nickte bedauernd. „Die Zwillinge schlafen momentan so schlecht, und der Babysitter soll nicht überstrapaziert werden.“ Er warf Candy einen kurzen Blick zu. „Außerdem hält meine geliebte Frau es nicht aus, wenn sie ihre beiden Engel länger als vier Stunden nicht sieht.“
Candy errötete leicht, zuckte aber die Achseln zum Zeichen, dass er recht hatte.
„Dass ist völlig normal, Candy.“ Grinsend schob Kaylee ihren Teller ein Stück beiseite, um sich auch von ihrer Schwiegertochter verabschieden zu können, ohne ihn herunter zu schmeißen. „Dann grüßt die beiden ganz lieb von mir, ja? Ich komm euch diese Woche besuchen.“
„Da freu ich mich.“, erwiderte Candy aufrichtig.
Hand in Hand schlenderten die beiden zur Haustür und zwei Minuten später hörte man den Motor des kleinen Autos aufheulen, dass das junge Ehepaar nach Hause brachte.
Auch Pauline, die sich eben noch mit Kaylee unterhalten hatte streckte sich gähnend. „Ich glaube wir machen uns auch mal auf den Weg.“, murmelte sie. „Julia ist bestimmt müde.“
„Und du erst.“, zog Kaylee ihre Freundin grinsend auf.
Im nächsten Moment zupfte Elijah an Kaylees Ärmel. „Mum?“
„Ja, Liebling?“ Kaylee drehte sich zu ihrem Sohn um und strich ihm liebevoll über das Haar. „Warum gehen denn jetzt alle nach Hause? Wollen die nicht mehr feiern.“
„Es ist schon spät.“; erwiderte Kaylee leise und zog ihren Sohn näher an sich heran. Sanft strich sie ihm über die Wange. „Die meisten Menschen müssen morgen arbeiten und in die Schule.“
„Und was ist mit Julia?“, fragte Elijah hoffnungsvoll. „Ich habe doch morgen keine Schule und dann hat sie auch keine. Kann sie dann nicht noch bleiben.“
Pauline hatte sich schon erhoben, um nach ihrer Tochter zu suchen.
Kaylee tauschte einen kurzen Blick mit ihr aus. „Liebling, Julia muss auch nach Hause. Sie geht doch schon in die erste Klasse und muss morgen die Schule besuchen. Außerdem geht es Julia gerade nicht so gut, ich glaube sie möchte bei ihrer Mutter bleiben.“
Elijah sah kurz zu Pauline, die tat als würde sie von dem Gespräch nichts mitbekommen. „Mh.“

Im nächsten Moment kam Julia in die Küche. Sie hatte das Rufen ihrer Mutter gehört.
„Komm, Liebling.“ Pauline zog sie an sich. „Wir gehen nach Hause. Verabschiede dich von Elijah.“
Das Mädchen mit den braunen Haaren, und den grünen Augen lächelte Elijah zu. „Wir sehen uns bestimmt demnächst. Oder Mum?“ Sie sah Pauline fragend an, die daraufhin nickte.
Keine zehn Minuten später waren auch die beiden aus dem Haus.
Elijah sah aus dem Fenster, als könnte er sie in der Dunkelheit noch erkennen.
„Was machst du da?“, fragte Kaylee interessiert, während sie die Teller abräumte. Chase hatte sich mit Elizabeth ins Kinderzimmer verzogen und las ihr ein Buch vor.
„Ich frage mich, warum Julia so traurig ist.“ Elijah drehte sich zu seiner Mutter um. „Sie hat den ganzen Tag nicht einmal gelacht und dass ist komisch. Ich war wirklich nett.“
„Du bist der netteste Junge, den ich kenne.“, erwiderte Kaylee schmunzelnd, zog ihn an sich heran und küsste ihn sanft auf das schwarze Haar „Aber manchmal können selbst die nettesten Menschen, andere Menschen nicht gleich wieder glücklich machen. Du weißt doch dass Julias Papa nicht mehr bei ihnen wohnt. Wenn dein Papa ausziehen würde, wärst du auch sehr traurig.“
„Natürlich.“ Elijah nickte. „Aber dass wird doch nicht passieren, oder?“
Kaylee schüttelte den Kopf. „Niemals, kleiner Cowboy.“ Sie grinste. „Willst du eigentlich noch dein letztes Geschenk haben? Dein Papa und ich wollten warten, bis wir alleine sind.“ Es war ein Ablenkungsmanöver und es schien zu funktionieren.
Elijah nickte aufgeregt. „Und ich dachte mein neues Zimmer ist schon mein Geschenk.“
„Dass auch.“ Kaylee streckte sich und erfasste bald darauf das kleine Geschenk, was sie auf dem Kühlschrank versteckt hatten. Mit freudigen Gesichtsausdruck überreichte sie es ihrem Sohn. „Alles Gute zum Geburtstag, Elijah. Ich hoffe es wird die gefallen.“

Wie kleine Jungs nun einmal sind, riss er das Paket auf. Und als der neue glänzende Football ans Licht kam, grinste er breit. „Wow, Mum. Der ist ja cool. Glaubst du Daddy probiert ihn gleich aus?“
„Nein, heute nicht mehr.“, befand Kaylee schmunzelnd. „Es ist schon spät und du solltest ins Bett gehen. Morgen ist ein wirklich anstrengender Tag, mein Lieber, dass kannst du mir glauben.“
„Wegen dem Fohlen?“, fragte Elijah neugierig, während er den Football hin und her warf.
Kaylee nickte, nahm ihm das Ei weg und legte es auf die Anrichte. „Genau wegen dem Fohlen. Und erste Regel als sechsjähriger: Kein Ball spielen im Haus, verstanden?“
Ertappt nickte Elijah, aber traurig machen konnte ihn das nicht. „Kann ich vielleicht jetzt noch zum Fohlen, Mummy? Ich verspreche auch nicht lange zu bleiben.“ Bettelnd sah er sie an.
Kaylee seufzte. Die Rückenschmerzen zwangen sie fast in die Knie, und sie war froh, wenn sie ein paar Minuten für sich hätte, aber Elijah alleine zu den Pferden zu lassen, kam ihr nicht richtig vor.
„Geht es dir nicht gut, Mum?“ Besorgt sah der kleine Junge seine Mutter an.
„Doch, doch Herzchen. Das Baby ist nur so schwer, und deswegen habe ich etwas Rückenschmerzen.“ Sie rieb sich den gewachsenen Babybauch.
„War ich auch mal so schwer?“
Kaylee lachte. „Ungefähr. Genau kann man es nicht sagen. Aber du warst sehr aktiv.“ Mit einem Lächeln erinnerte sie sich an die ganzen Tritte, die sie gespürt hatte, als Elijah noch in ihrem Bauch war.

Elijah horchte interessiert auf. „Du meinst, man kann das Baby spüren? Also...wie es sich bewegt?“
„Klar.“ Lachend nahm Kaylee seine Hand und legte sie an die Seite ihres Bauches. Denn dort trat das Kleine gerade am meisten. „Spürst du dass?“
Elijah nickte mit großen Augen. Noch nie hatte er so etwas gespürt und es war lustig. Er musste kichern. „Wenn es ein Junge wird, wird er sicher Fußballer.“
„Oder Balletttänzer.“, lachte Kaylee. Sie küsste Elijah auf die Wange. „Na geh schon, aber nur kurz. Und geh nicht so weit vom Haus weg, hast du gehört? Bleib weg von den Klippen.“
„Ich bin doch kein Baby mehr, Mum.“ Elijah rollte mit den Augen während er zur Tür lief.
„Setz deine Mütze auf und zieh Handschuhe an. Und die Jacke nicht vergessen.“, rief Kaylee ihm hinter her. Sie lachte leise in sich hinein. Elijah war ein reines Energiepaket.

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mi Feb 06, 2013 5:43 pm

Elijah hörte auf seine Mutter und zog die dicke Wollmütze über, die er heute Morgen achtlos in die Ecke geworfen hatte. Gott sei dank, denn draußen schneite es immer weiter.
Mit großen, schwerfällig Schritten bereitete er sich seinen Weg durch den weißen Schnee, der ihn zugegebenermaßen noch immer faszinierte.
„Striker?“, rief er, die Hände wie ein Trichter um den Mund gelegt.
Wo war das goldene Fohlen, dass er sofort in sein Herz geschlossen hatte?
Er konnte Bonita sehen, die sich vor den Türen des Stalles gestellt hatte, den Blick aufmerksam in die Weite. Neben ihr stand Lady, die alte Dame.
Als Elijah Bonitas Blick folgte, entdeckte er Striker, der hinter dem Haus in einer Schneewehe herumtollte. Er schien mächtig Spaß dabei zu haben und gar nicht zu bemerken, dass er nicht wie sonst an dem warmen Fell seiner Mutter klebte.
Elijah grinste. Das aufgeweckte Fohlen hatte ihn von dem Moment an fasziniert, in dem er es gesehen hatte, und da lag es noch völlig erschöpft auf der Erde neben seiner Mutter.
„Striker!“ Er lief herüber, stoppte kurz zuvor und erinnerte sich was seine Mutter ihn mehrmals gesagt hatte. Ein Fohlen war scheu und ängstigte sich schnell. Und wenn die Mutter dies spürte, würde sie herüber kommen und ihr Kind beschützen, so wie seine Mama es auch tun würde.
Das Fohlen spitzte die Ohren, als es die ihm bekannte Stimme hörte. Leise wieherte er.
Einladen streckte Elijah seine Hand aus, in der er zwei Zuckerwürfel versteckt hatte. Er wusste, dass Kaylee es nicht gerne sah, wenn er einfach Zucker mitnahm. „Ich hab dir was Leckeres mitgebracht. Aber erzähl das bloß nicht, Mum. Sie killt mich, wenn sie es weiß.“ Grinsend sah er dem Fohlen dabei zu, wie es den Zucker fein säuberlich von seiner Hand nahm und ihn schmackhaft verdrückte.

„Dass schmeckt dir, hm?“, murmelte Elijah leise, und begann Striker liebevoll über die Nüstern zu streicheln. „Du bist ein feiner Kerl, weißt du? Wenn du erst einmal ausgewachsen bist, dann werde ich dafür Sorgen dass du trainiert wirst. So wie es mein großer Bruder Aiden macht.“
Striker schien nicht besonders interessiert an dem Gespräch. Stattdessen schnupperte er ziemlich aufdringlich an Elijahs Jacke herum, und suchte nach weiteren Zuckerwürfeln.
„Hey, hey.“, Lachend schob er das Pferd ein Stück zurück. „Ich hab keinen Zucker mehr, wirklich nicht.“ Lachend fuhr er ihm durch die helle Mähne. „Mum sagt du sollst nicht so viel Zucker essen. Das ist genau so schlecht für dich, wie für mich und du putzt dir ja nicht mal jeden Abend die Zähne.“
Das Fohlen schüttelte den Kopf und wieherte, als lachte es den kleinen Jungen über die törichte Bemerkung aus. Dann verstummte es und sah Elijah aus seinen grünen Augen nachdenklich an.
„Du bist ein feines Kerlchen.“, flüsterte Elijah leise. „Ein wirklich feines Kerlchen.“ Liebevoll strich er ihm über den Hals, vergrub seine Nase einen Moment in seinem Fell und atmete durch.
Er liebte Pferde, ebenso wie seine Mutter es tat. Und dass er später all diese Pferde besitzen würde, machte ihn mehr als stolz. Vielleicht würde diese Zucht ja mal berühmt werden.
Im nächsten Moment ertönte Kaylees Stimme durch die Dunkelheit und Kälte. „Elijah, komm rein. Es ist spät und du sollst ins Bett.“

Seufzend rollte der sechsjährige Junge mit seinen dunkelblauen Augen. Er klopfte dem Fohlen zur Verabschiedung leicht den Rücken. „Mach's gut, Kleiner. Wir sehen uns morgen.“ Dann lief er eilig durch den Schnee zurück zum Haus. Hinter sich schloss er die Tür.
„So, Elijah.“ Kaylee trat aus der Küche und warf ihrem Sohn einen strengen Blick zu. „Pyjama an und dann ab ins Bett. Es ist wirklich spät, Liebling.“
„Kann ich nicht noch Fernsehen, Mum? Bitte, nur noch zehn Minuten!“
„Nein.“ Kaylee schüttelte den Kopf, eine Hand auf den gerundeten Bauch, die anderen als Unterstützung in den Rücken gestemmt. „Wenn du jetzt lieb ins Bett gehst, lese ich dir noch ein Teil deines neuen Buches vor. Dass was du von Aiden bekommen hast.“
Die blauen Augen des Jungen glänzten erfreut auf. Keine zwei Sekunden war er im Badezimmer und schrubbte sich in Rekordzeit seine weißen Beißerchen. Anschließend lief er ins Kinderzimmer und schlüpfte in seinen Schlafanzug, gefolgt von Kaylee.
„Was machen wir morgen?“, fragte Elijah aufgeregt, während er die letzten Knöpfe seines Schlafanzuges zu machte. Er grinste seine Mutter aufgeregt an. „Kann ich morgen reiten?“
Kaylee struppelte ihm durch das schwarze Haar. „Du bist zu klein zum reiten, Liebling, dass haben dein Vater und ich dir doch schon einmal erklärt.“ Liebevoll schob sie ihn in Richtung Bett und ließ sich auf der Kante nieder. Sie zog die Bettdecke ein Stück weiter nach oben, damit ihr Sohn gut eingepackt war.

Elijah rollte erneut mit den Augen. Eine Eigenart, die sich von seiner Mutter abgeguckt hatte. „Aber, Mum! Ich bin doch kein Baby mehr. Ich kann mich sehr wohl auf einem Pferd halten.“
„Darum geht es nicht.“ Kaylee nahm das Buch zur Hand, ein seichtes Lächeln auf den Lippen. „Wenn du vom Pferd fallen würdest, dann wären ich und dein Vater unseres Lebens nicht mehr froh. Und dass wollen wir noch nicht riskieren. Vielleicht wenn du etwas Älter bist.“
„So alt wie Aiden?“
Kaylee lachte. „Na, ein bisschen jünger ist schon okay. Dein Bruder war auch vierzehn, als er das erste Mal auf einem Pferd saß. Auf Cowboy, den Hengst, den wir ihm geschenkt haben.“
Elijah stützte sich auf seinen Arm. „Bekomme ich auch ein Pferd, wenn ich ausziehe.“
„Mal sehen.“, erwiderte Kaylee grinsend. „Aber bis dahin ist noch eine Menge Zeit, Elijah.“ Sie öffnete das Buch und strich über die weiße Seite. „Es war einmal ein kleiner Zauberer...“

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mi Feb 06, 2013 6:00 pm

Nachdem Elijah endlich seine beiden Augen geschlossen und sein Atem sich reguliert hatte, schloss Kaylee lautlos das Buch in ihrer Hand und betrachtete ihren Jungen eine Weile.
So ruhig und leise wie er schlief, konnte sie sich kaum losreißen von ihm.
Aiden hatte schon Recht. Sie wollte um nichts in der Welt mehr tauschen. Sie lebten hier und sie waren hier angekommen. Es war Zeit die Vergangenheit in eine Kiste zu sperren und sie nieder heraus zu lassen. Für Elijah, für die kleine Lizzy und für das neue Baby.
Kaylee beugte sich zu ihrem Sohn herunter, hauchte ihm einen Kuss auf die Wange und erhob sich dann wie eine Raubkatze von seiner Bettkante. Auf leisen Sohlen schlich sie hinaus.
Chase traf sie auf dem Flur. Er lächelte ihr zu. „Schläft er?“
Kaylee nickte. „Ich habe keine drei Seiten gelesen und er ist eingeschlafen. Es muss wirklich ein aufregender Tag für ihn gewesen sein.“
„Und ob.“ Chase hielt ihr die Schlafzimmertür auf, um sie hinter ihr wieder zu schließen. Er selber schien auch mehr als geschafft. „Erst bekommt Bonita ihr Fohlen, dann feiert er selber einen ganz tollen Geburtstag. Wer wäre da nicht so müde?“ Chase schlüpfte aus seinen Klamotten und zog seinen Schlafanzug an, während er Kaylee mit seinen blauen Augen beobachtete. „Geht es dir gut?“
„Natürlich.“, erwiderte sie mit einem überraschtem Lächeln. „Warum fragst du?“
„Du sahst so verloren aus, als ich dich vorhin angeguckt habe. Dein Gesicht...“ Er schwieg einen Moment, während er sich auf das weiche Bett setzte. Nachdenklich hob den er den Kopf und sah sie an. „Dein Gesicht hatte den gleichen Ausdruck, wie an dem Abend als wir flüchteten.“
Kaylee seufzte. Sie hatte nicht geahnt, dass Chase es bemerkt hatte, und es gefiel ihr nicht. Eigentlich wollte sie nicht mehr darüber reden. „Ich hatte einen kleinen Rückfall.“, gestand sie ihm. „Als Elijah älter wurde musste ich auf einmal an frühere Geburtstage denken. An Aidens, an meinen. Aber es ist alles okay. Wirklich.“

Chase klopfte neben sich auf die freie Bettseite und als Kaylee sich dort hingelegt hatte, nahm er sie fest in seinen Arm. „Wenn du reden willst, dann bin ich da, Lee.“
„Dass weiß ich. Und ich danke dir. Aber es ist in Ordnung. Wirklich.“ Sie sah ihn von unten an. Durch ihre Wimpern strahlten ihre hellblauen Augen ihn dankend an. „Ich würde um nichts in der Welt mehr tauschen, Chase. Ich bin die glücklichste Frau, die es auf der Welt gibt.“
Kaylee konnte erkennen, dass er mit sich haderte. Er schien ihr nicht zu glauben, zumindest nicht zu hundert Prozent und sie konnte es verstehen.
Seufzend lehnte sie sich an seine Schulter und schloss für einen Moment die Augen. „Ich hatte ein kurzes Gespräch mit Aiden, heute. Er hat mir erzählt, dass er sich von der Vergangenheit gelöst hat und niemals im Leben glücklicher war. Sein Leben ohne die Zwillinge und Candy wäre wertlos, also hat er sich entschieden die Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen.“ Sie atmete tief durch. „Und ich finde wir sollten es genau so machen, Chase. Es ist Zeit.“
Sie spürte wie er nickte. Aufrichtig. „Du hast Recht.“ Seine Stimme war müde und angestrengt. „Wir sollten endlich nur noch an Morgen denken. An unsere wunderbare Zukunft.“
„Ich...“ Kaylee stotterte leicht. Sie hatte sich lange darüber nachgedacht und es für richtig befunden. „Ich würde dich gerne um etwas bitten, Chase.“
„Um was?“
Kaylee richtete sich ein Stück weit auf, um ihn anzusehen. „Ich finde wir sollten unseren Neustart feiern. Und als Zeichen dafür, würde ich unserem nächsten Kind gerne einen japanischen Namen geben.“ Als er sie erstaunt ansah, erklärte sie mit sanfter Stimme. „Ich habe es bei Lizzy und Elijah nicht gemacht, weil ich unsere Vergangenheit ausblenden wollte, es tat zu weh, verstehst du? Aber jetzt habe ich mit ihr abgeschlossen. Ich bin frei von ihr und ich bin der Meinung dass es nur ein gute Art dafür gibt es zu feiern. Wenn ich unseren Kind einen Namen meiner Herkunft gebe.“

Chase nickte wieder. „Wenn dass dein Wunsch ist, Lee, dann werden wir es so machen.“; erwiderte er lächelnd. Sanft zog er sie noch ein wenig fester an sich, nahm ihre Hand und küsste jeden einzelnen Finger. „Egal was du machst und wohin du gehst, ich folge dir.“ Er küsste ihren Handrücken. „Und dass wird immer so bleiben, Kaylee McFort. Bis ans Ende unserer beiden Tage.“ Er zog die Decke über sie beide und schloss die Augen, bereit einzuschlafen.
Kaylee schmiegte sich so eng sie konnte an seinen warmen Körper. Wie er roch, wie er atmete, machte sie gerade mehr als glücklich und sie konnte sich nicht vorstellen jemals woanders zu sein.

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mi Feb 06, 2013 6:09 pm

„Mum?“ Elijah formte einen weiteren Baustein aus Schnee. Er sah nicht einmal auf. „Wann ist eigentlich endlich Weihnachten?“
Kaylee konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Es musste herrlich sein ein Kind zu sein, und sich auf Weihnachten freuen zu können. Sie selber hatte es niemals gekonnt. „Noch zweimal Schlafen, dann ist Weihnachten, Elijah.“
Der schwarzhaarige Junge hob den Kopf und sah sie nachdenklich an. „Dass dauert ja noch lange.“
„So lange ist es gar nicht mehr Du wirst sehen, die Zeit vergeht wie im Flug.“
Unzufrieden nickte Elijah. Man konnte in seinem jungen Gesicht lesen, dass er sich wünschte die Zeit würde noch schneller sein, als sie schon war.
Kaylee hielt inne. „Hast du irgendetwas auf dem Herzen, Liebling?“
„Vielleicht.“, antwortete er schließlich, nachdem er eine kurze Weile geschwiegen hatte. Fast sehnsüchtig betrachtete er das halb fertig gebaute Iglu vor sich, dass ihm vor ein paar Minuten noch so viel Spaß bereit hatte.
Liebevoll strich Kaylee ihrem Sohn durch das schwarze Haar, um ihn etwas Mut zu machen.
„Ich fand es wirklich schon, als Aiden da war.“, erzählte Elijah mit leiser Stimme. Er sah zu Boden, damit seine Mutter ihm nicht ins Gesicht schauen konnte. „Er hat mit mir gespielt und ganz viel gelacht. Und...und dass war voll cool, Mum.“
„Und du möchtest, dass Aiden öfter hier ist?“ Kaylee runzelte die Stirn. „Meinst du dass?“

Elijah nickte leicht. „Kann er nicht einfach wieder hier einziehen?“ Hoffnungsvoll sah er seine Mutter an. „Ich verspreche dir, dass ich mir nichts anderes wünsche, wenn Aiden wieder bei uns einzieht. Wirklich, Mum. Ich verspreche es dir!“
Kaylee, die diese indirekte Liebeserklärung an seinen großen Bruder wirklich rührte, blinzelte ein paar Mal um ein paar Tränen zum verschwinden zu bringen. Sie wusste, sie konnte ihrem Sohn diesen Wunsch nicht erfüllen. „Und was soll dann Candy und die Zwillinge machen?“, fragte sie vorsichtig nach. „Deine Nichten brauchen doch ihren Vater, so wie du deinen brauchst.“
Darüber dachte der Sechsjährige ganze zwei Sekunden nach, dann schien er die Idee zu haben. „Die können mitkommen. Die Zwillinge können bei Lizzy schlafen, da ist doch noch ein Bett frei. Und Candy kann ja in meinem Zimmer mit Aiden schlafen. Wir bauen noch ein Bett.“
Es fiel ihr wirklich schwer sich das Lachen zu verkneifen. „Und wo soll dann dass neue Baby schlafen, wenn die Zwillinge in Lizzys Zimmer schlafen?“
Elijah ließ erneut den Kopf hängen, denn darauf hatte er keine Antwort.
„Hör zu, Liebling.“ Kaylee kniete sich hin und zog ihren Sohn noch etwas näher zu sich. Sie hob mit ihren Fingern sanft sein Kinn, damit er sie ansah. „Ich weiß, dass du deinen großen Bruder sehr lieb hast. Und er hat dich auch sehr lieb. Aber Aiden hat auch eine eigene Familie, um die er sich kümmern muss. So wie ich und dein Vater uns um dich und deine Geschwister kümmern.“ Sie lächelte aufmunternd. „Ich würde Aiden auch gerne jeden Tag sehen, ich bin schließlich seine Mutter, aber dass ist nicht mehr möglich. Man muss anfangen neue Prioritäten zu setzen.“
„Was sind Priori...Prioritäten?“, stotterte Elijah verwirrt.

„Das bedeutet, dass man sich entscheiden muss, was wichtiger ist.“, erklärte Kaylee ihm freundlich. „Und jetzt ist es für mich wichtiger, dass ich mich um dich und Lizzy kümmere. Und um das Baby, wenn es da ist. Und Aiden kümmert sich um seine Kinder. Und um Candy.“
Das hatte Elijah verstanden, denn er nickte. Trotzdem schien er nicht wirklich zufrieden.
Kaylee seufzte innerlich leise. Mit einem mütterlichen Lächeln erhob sie sich aus ihrer ungemütlichen Pose und überlegte einen Moment. „Wie wäre es, wenn wir beide schnell dieses Iglu fertig bauen, dann rufen wir Julia an und fragen ob sie vorbei kommen will?“
„Na gut.“, murmelte der kleine Junge noch immer enttäuscht.
Kaylee struppelte ihm durchs Haar. „Mach dir nichts draus, Elijah, Liebes. Aiden kommt uns sicher noch öfter besuchen, wenn wir ihn drum bitten.“
„Ja, bestimmt.“

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mi Feb 06, 2013 6:24 pm

„Kommt gut nach Hause!“, rief Kaylee Pauline und Julia hinter her, die gerade kichernd durch den Schnee nach Hause liefen. Sie selber sah ihnen einen kurzen Moment nach, eine Hand in den Rücken gepresst, dann schloss sie die Haustür und wandte sich nach Elijah um.
Noch immer hatte der kleine Junge einen recht traurigen Gesichtsausdruck, der auch nicht verschwunden war, als er mit Julia in seinem Iglu gespielt hatte.
„Elijah.“ Innerlich stöhnend ließ Kaylee sich auf einen der Sessel nieder. Ihr Rücken und ihr Bauch brachten sie heute beide innerlich um. „Willst du mir nicht erzählen, was du dir zu Weihnachten ansonsten wünscht?“, fragte sie, in der Hoffnung, es würde ihn ablenken.
Der schwarzhaarige Junge, der sich gerade ein Buch genommen hatte, ließ sich auf dem Sofa nieder. Er sah seine Mutter nicht an, als er mit den Schultern zuckte.
„Vielleicht ein neues Rennauto? Wir hatten doch letzten so Tolle in der Stadt gesehen.“
„Mh.“; machte Elijah, ohne von seinem Buch aufzusehen. Aber Kaylee wusste, dass er nicht las, denn dass konnte er noch gar nicht.
Sie seufzte leise. „Liebling, ich weiß, dass es dir nicht gefällt, was ich dir heute Morgen gesagt habe. Aber ändern kann ich es leider auch nicht, kannst du das verstehen?“, fragte sie leise.
Elijah legte nun endlich das Buch weg und sah seine Mutter aus seinen blauen Augen an. „Aber Aiden könnte doch näher zu uns ziehen. Ich finde er wohnt ein wenig weit weg.“
„Leider ist dass nicht so einfach, wie man es sich vorstellt, Elijah. Ein Haus kostet ziemlich viel Geld und die Häuser neben uns sind doch auch sehr groß. Die kosten noch mehr und Aiden hat nicht so viel Geld, dass er sich einfach ein paar neue Häuser kaufen kann.“ Kaylee strich ihm über die Schulter. „Aber wir könnten Aiden anrufen und ihn fragen, ob du am Wochenende bei ihm schlafen könntest. Ist dass eine Idee?“

Elijahs Augen leuchteten glücklich auf, als er den Vorschlag hörte. „Wirklich? Denkst du er sagt ja?“
„Bestimmt.“ Kaylee küsste Elijah auf die Wange. „Er freut sich auch immer dich zu sehen.“
Die Haustür ging auf und Chase kam nach Hause. Er schien ermüdet, aber auch wirklich glücklich.
„Daddy!“ Es gab nur eine Person, mit der Elijah lieber seine Zeit verbrachte als Aiden, und dass war sein Vater. Er war ein reines Vaterkind. „Ich kann vielleicht am Wochenende bei Aiden schlafen.“
„Ach, kannst du dass?“ Er warf seiner Frau einen fragenden Blick zu.
„Ich habe Elijah versprochen, dass ich Aiden morgen mal anrufe und frage.“ Kaylees Blick war vielsagend, als sie sich von ihrem Sessel erhob. „Er bat mich drum.“
„Dann ist das wohl eine wirklich gute Idee.“ Chase zwinkerte Elijah aufmunternd zu. Auch er hatte schon bemerkt wie sehr der kleine Junge an seinem großen Bruder hing und Kaylees Blick hatte ihm alles erklärt. „Hey, wo wir schon beim Wochenende sind, was wünscht du dir eigentlich zu Weihnachten, Kleiner?“
Kaylee rieb sich den Bauch. Ein gleichmäßiger, aber stechender Schmerz machte sich in ihrem Unterleib fest. „Er wünscht sich gar nichts. Ich habe ihm etwas vorgeschlagen, aber...“
„Mum!“; unterbrach Elijah sie Augen rollend. „Ich habe es mir doch schon längst anders überlegt.“ Grinsend sah er seinen Vater an. „Ich wünsche mir Karten für das nächste Spiel der Lions. Julia hat mir erzählt, dass sie nächste Woche mit Jared hingeht und ich würde auch gerne hingehen.“
Kaylee erinnerte sich, dass Pauline glücklich berichtet hatte, dass Jared sich immer noch um die kleine Julia sorgte. Obwohl er Pauline gegenüber keine Gefühle mehr hegte, kam er öfter vorbei und besuchte Julia, oder nahm sie mit zum Spielplatz.
Chase rieb sich die Stirn, bei all den neuen Informationen. Er war geschafft und man konnte ihm ansehen wie schwer es ihm fiel seinem Sohn zu folgen. „Du meinst das Fußballspiel?“

Elijah nickte. Erneut rollte er mit den Augen. „Natürlich, Dad. Was denn sonst. Gehen wir hin?“
„Dass muss ich mit deiner Mutter besprechen.“ Chase legte seinem Sohn die Hände auf die Schultern und steuerte ihn zum Esstisch, wo Kaylee schon drei Teller mit Kuchen verteilt hatte. An Kaylee gerichtet, fragte er: „Schläft Lizzy schon?“
Kaylee nickte, küsste ihn flüchtig auf dem Mund. „Ich habe sie vor einer guten Stunde hingelegt, die Ärmste war schrecklich ermüdet. Wie war dein Tag?“
„Schön, aber anstrengend.“ Er lächelte, ließ sich neben Elijah nieder, ohne den Blick von seiner Frau zu nehmen. „Wie war euer Tag heute? War es okay, dass ich weg war?“
„Natürlich.“ Obwohl dass nicht ganz der Wahrheit entsprach beeilte Kaylee sich zu lächeln. Der Schmerz in ihrem Unterleib hatte sich verstärkt, seit Chase zu Hause war. „Julia und Pauline waren hier. Sie hat auf die Kinder aufgepasst und ich habe mich so lange um die Pferde gekümmert.“
„Und ich habe Striker gefüttert.“, erklärte Elijah stolz. „Ganz alleine, Daddy.“
Grinsend strich Chase ihm über den Kopf, als Zeichen, dass er gehört hatte, was sein Sohn gesagt hatte. Aber die Aufmerksamkeit galt immer noch Kaylee. Er schien in ihren Augen zu lesen, dass es ihr nicht besonders gut zu gehen schien. „Ist alles in Ordnung, Liebling? Du bist blass.“
Kaylee wiegte den Kopf hin und her. Sie hatte sich eine Hand auf den gerundeten Bauch gelegt. „Das Baby schafft mich heute. Ich...ich bin überanstrengt.“
„Dann solltest du dich hinlegen.“ Besorgt sah Chase sie an. „Ich kümmere mich darum, dass Elijah zeitig ins Bett geht und ich kümmere mich auch nochmal um Striker.“
„Und ich helfe dir!“, rief Elijah mit vollem Mund.
„Erst einmal isst du auf.“, ermahnte Kaylee ihn streng. Sie atmete ein paar mal tief durch.

Chase Blick wurde noch um einiges besorgter, als er sah wie seine Frau unter den Schmerzen litt. Eilig erhob er sich von seinem Platz und kam zu ihr herüber. „Wir sollten ins Krankenhaus fahren, Kaylee. Ich merke doch, dass du Wehen bekommst.“
„Sie sind noch nicht sonderlich stark und kommen auch in zu weiten Abständen.“, protestierte Kaylee Augen rollend. Sie wollte Elijah und Lizzy nicht länger als notwendig alleine lassen. „Lass uns noch ein wenig warten, und wenn es dann so weit ist, gehen wir.“ Sie deutete mit den Kinn vorsichtig in Richtung Elijah. „Und jetzt mach dem Jungen nicht so große Angst.“
„Kommt das Baby jetzt?“, fragte Elijah interessiert. Er wechselte zwischen seinen Eltern.
Kaylee strich ihm beruhigend über den Arm. „Nein, Liebes...“ Unterbrochen wurde ihre Erklärung von einem unterdrückten Stöhnen. Sie rieb sich mit schmerzverzerrten Gesicht den Bauch. „Oder vielleicht kommt es doch jetzt.“
„Elijah geh doch bitte ins Wohnzimmer und ruf Aiden an, ja?“, bat Chase seinen Sohn hektisch, während er Kaylee half aufzustehen. „Sag ihm er soll so schnell es geht vorbei kommen.“
Elijah tat was sein Vater wollte, nicht aber ohne seine Mutter aus den Augen zu lassen. Plötzlich fürchtete er sich, weil Kaylee große Schmerzen zu haben schien.

„Meine Tasche liegt im Schlafzimmer.“, konstruierte sie ihren Mann fachmännisch. „Gleich links neben dem Bett. Beeile dich.“ Als nächstes wandte sie sich an Elijah, der gerade aufgelegt hatte. „Elijah, Liebling. Du musst mir einen Gefallen tun und dich jetzt wie ein großer Junge verhalten, ja? Sei lieb und warte auf dem Sofa bis Aiden kommt. Er bringt dich dann ins Bett.“
„Aber ihr beide kommt doch wieder, oder?“, fragte der sechsjährige Junge ängstlich.
„Natürlich.“ Obwohl Kaylee unter großen Schmerzen litt, lachte sie leise. „Wir kommen sogar mit einem kleinen Geschwisterchen wieder.“ Liebevoll küsste sie ihn auf die Stirn. „Mach dir keine Sorgen, kleiner Cowboy. Es wird alles gut gehen.“
Siebenundzwanzig Stunden später hielt Kaylee ihren Sohn Kyo in den Armen. Er hatte die helle Haut seiner Mutter geerbt, und Kaylee wusste, dass es ein Zeichen war.

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am So März 03, 2013 11:11 am

Kaylee merkte bald, dass der Winter keine so schöne Sache, wie sie es gedacht hatte. Und schon gar nicht mit einem kleinen Säugling, einem erkrankten Mann und Sohn und einer aufgedrehten Tochter, die die Welt auf ihren kurzen Beinen unsicher machte.
„Iss dein Frühstück, Elijah.“, wies Kaylee ihren Sohn an, während sie selber die Küchentheke abwusch. Sie sollte glänzen, denn heute war Weihnachten.
Elijah sah nicht auf von seinem Buch, in der dass er schrecklich vertieft war. Seit er die ersten Leseversuche in der Schule gestartet hatte, war er nicht mehr davon weg zu bekommen.
Da Kaylee kein Kratzen des Löffels vernahm, drehte sie sich um, um zu überprüfen, ob ihr Sohn sie gehört hatte. „Elijah McFort, hast du gehört was ich gerade gesagt habe?“
„Mum!“, stöhnte der Junge mit zusammen gezogenen Augenbrauen. Finster blickte er seine Mutter über den Rand des bunten Buches an. „Nur noch dieses Kapitel.“
„Nein.“, erwiderte Kaylee bestimmt. Sie nahm die Schüssel mit dem Müsli und stellte sie ihm vor die Nase. „Entweder du isst jetzt dein Frühstück, oder ich packe das Buch weg. Für immer.“
Elijah wusste, dass mit seiner Mutter nicht zu spaßen war, wenn sie in dieser Stimmung war. Er hatte es in den letzten zwei Tagen oft genug mitbekommen, und da heute Weihnachten war, konnte und wollte er nicht riskieren, dass er wohl-möglich keine Geschenke bekam. Stattdessen warf er ihr einen kränklichen Blick zu. „Aber ich hab gar keinen Hunger.“
Kaylee stand es bis zum Schopf. Sie fuhr sich über das ordentliche Haar, kniff ihre auffallenden Augen fest zusammen und unterdrückte den Wutausbruch, der in ihr brodelte. Elijah war ein Kind und konnte bei weitem nichts dafür, dass gerade nichts so lief, wie sie es sich vorstellte. „Du musst etwas essen.“; erklärte sie ihrem Sohn, nachdem sie sich wieder einigermaßen beruhigt hatte. Mit einem mütterlichen Lächeln ließ sie sich neben ihm nieder und schob die Schüssel mit dem Müsli ein Stück in die Mitte. „Wie wäre es, wenn wir abwechselnd essen?“

Elijah nickte. „Na gut.“ Langsam nahm er den Löffel und probierte das Müsli.
Kaylee lächelte erleichtert, und nahm anschließend selber einen Happen. Ihr war nicht gut, und dass konnte nur am dem Schlafmangel liegen, der hinter ihr lag.
Als aus dem Babyphone auf der Küchentheke Kyos Geschrei ertönte, seufzte sie. „Iss dein Frühstück, Elijah. Und wehe du gibt es Vasco.“; ermahnte sie ihren Sohn und stürmte aus dem Schlafzimmer ins Kinderzimmer der Kleinsten, wo sie das Bündel in einer blauen Decke eingewickelt, aus seinem Babybett nahm. „Hallo, mein Kleiner.“, flüsterte sie mit einer hohen, kindlichen Stimme. „Warum wachst du denn gerade jetzt auf, hm? Mami kann dass gerade gar nicht gebrauchen, sie muss doch noch so viel machen, bis heute Abend.“ Sie seufzte, ein wenig erleichtert, dass ihr Sohn wenigstens aufgehört hatte zu weinen. „Wir suchen deinen Papa.“, entschied sie eigensinnig. Nicht mehr lange und auch Elizabeth würde aufwachen.
Mit schnellen Schritten eilte sie ins Schlafzimmer, und anschließend in das angrenzende Badezimmer, aus dem sie leises Plantschen hörte. „Wie geht’s dir?“, fragte sie ihren Mann.
Chase lag in der dampfende Wanne, eine rote Nase von dem Schnupfen, der ihn schon seit Tagen plagte. Gequält sah er zu seiner Frau hinauf. „Schlecht. Ich fühle mich wirklich schrecklich.“
Am liebsten hätte Kaylee mit ihren Augen gerollt, aber sie verkniff es sich. Chase war krank, dass erste Mal seit sie ihn kannte und er hatte es verdient, dass sie die liebende Ehefrau war. „Das tut mir Leid.“; antwortete sie also zwischen zusammengebissenen Zähnen. „Hilft dass Erkältungsbad nicht? Kann ich dir irgendetwas Gutes tun?“
„Du könntest mit baden.“; schlug er schmunzelnd vor. Er grinste. „Dann würde es mir besser gehen.“
Kaylee schloss erneut die Augen. Würde dass eine neue Angewohnheit werden? „Ich kann nicht mit dir baden, denn ich habe unglaublich viel zu tun.“, erklärte sie zischend. „Heute Abend soll hier ein großes Fest gefeiert werden und nichts ist fertig. Außer mir! Ich bin fix und fertig.“ Sie sah in die großen Augen ihres Sohnes, der seine Hand sanft nach ihrer Wange ausstreckte.
Chase richtete sich ein Stück auf. „Es tut mir Leid, Kaylee. Ich würde dir helfen, aber ich fühle mich wirklich schlecht.“ Nachdem er eine Weile enttäuscht vor sich hingestarrt hatte, fragte er: „Wie geht es Elijah denn? Ist das Fieber gesunken, oder sollten wir zum Arzt fahren?“

„Ihm geht es besser.“, erwiderte Kaylee seufzend. „Er liest in der Küche ein Buch, aber ich werde ihn gleich noch einmal ins Bett schicken.“ Nach kurzen Zögern warf sie Chase eins der Handtücher zu. „Tu mir einen Gefallen und steig aus der Wanne, wenn sie eh nicht hilft.“
Chase grinste, setzte zur einer Antwort an, verkniff sie sich aber, als er Kaylees Gesichtsausdruck sah. Stattdessen nickte er bereitwillig.
„Mum! Lizzy weint!“, ertönte es aus dem Wohnzimmer.
Kaylee seufzte. „Mach!“, rief sie Chase noch zu, bevor sie aus dem Badezimmer stürmte. Im Wohnzimmer entdeckte sie Elijah, der es sich mit seinem Buch auf dem Sofa gemütlich gemacht hatte. „Leg dich bitte nochmal hin, Liebling.“, bat sie ihn, während sie ihm die Hand sanft auf die Stirn legte. „Ich glaube du hast immer noch leichtes Fieber.“
Elijah verzog dass Gesicht. „Ich bin kein bisschen müde, kann ich nicht doch lieber zu Striker?“
„Nein!“ Kaylee hob ermahnend den Finger. „Auf gar keinen Fall, Elijah McFort. Und jetzt ab ins Bett, ich habe wirklich keine Lust noch länger mit dir zu diskutieren.“ Am Arm zog sie ihn auf und schob ihn sachte in die Richtung seines Zimmer, nicht auf sein unaufhörliches Meckern hörend.
Zum zweiten Mal war sie innerhalb der letzten halben Stunde im Kinderzimmer. Sie legte das friedliche Baby zurück in sein Bett und nahm die weinende Elizabeth hoch. „Und was hast du, Liebes?“, fragte sie das blonde Mädchen. „Was hat mein kleiner Liebling?“
„Hunger.“, entschied Elizabeth mit großen glänzenden Augen. „Wo ist Daddy?“
Kaylee strich ihr beruhigend über das lange blonde Haar, auf dass sie so entsetzlich stolz war. „Daddy geht es immer noch nicht so gut, mein Schatz. Aber ich fütterte dich jetzt erst einmal.“

Schnell trug sie das kleine Mädchen in die Küche und setzte sie in ihren Hochstuhl. Kaylee war erleichtert, dass Elijah auf sie gehört hatte und nun nicht mehr im Wohnzimmer war.
Mit flinken Händen bereitete sie ein weiteres Müsli vor und stellte es ihrer Tochter vor die Nase. „Tu mir einen großen Gefallen, Liebling und kleckere nicht so viel herum, ja?“
Elizabeth nickte zustimmend, aber schon im nächsten Moment landete ein ziemlich großer Teil des Müslis auf dem kleinen Tischchen und lief langsam herunter zum Boden.
„Genau, dass meine ich.“ Kaylee lief seufzend in die Küche, nahm einen Lappen und begann alles aufzuwischen. „Ich wünschte nur einer in diesem Haus würde mir ein bisschen helfen, weißt du? Ich habe wirklich keine Ahnung, wie ich dass alles schaffen soll. Aiden und Candy kommen um Acht mit den Zwillingen und bis dahin will ich alles fertig haben. Ich muss noch kochen!“
Elizabeth, die nicht wirklich verstand, was ihre Mutter meinte, schaute sie aus ihren dunkelblauen Augen besorgt an. „Mama geht’s auch nicht gut?“, fragte sie leise.
Kaylee hielt inne. Mit hängen Schultern sah sie ihre Tochter entschuldigend an und seufzte. „Doch, Liebes. Deiner Mama geht es ganz hervorragend. Sie ist nur etwas müde.“ Sie brachte den Lappen zurück in die Küche und holte einmal tief Luft, um die Wut und Verzweiflung aus ihrem Körper zu blenden. Ihr Herz pochte angestrengt und die Müdigkeit zwang ihre Augenlider zu flackern.
Nur fünf Minuten, dachte sie bei sich, und steuerte das weiße Sofa an. Mit einem tiefen Seufzer ließ sie sich dort nieder und erlaubte ihren Augen sich zu schließen. Nur fünf Minuten...

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am So März 03, 2013 11:19 am

Als Kaylee ihre Augen wieder öffnete, dämmerte es draußen schon, und als sie den Kopf hob, bemerkte sie, dass Elizabeth nicht mehr in ihrem Hochstuhl saß. Stattdessen hörte man leises Gekicher aus dem Kinderzimmer, zusammen mit Chase tiefer Stimme.
„Wie lange...“ Kaylee warf einen entsetzten Blick auf ihre Armbanduhr. Ihr Herz setzte einen Moment aus. Es war kurz nach neunzehn Uhr. Viel zu spät. Sie hatte den ganzen Tag geschlafen.
Von Panik ergriffen sprang sie auf und stürmte ins Schlafzimmer, wo sie eilig in ihr Weihnachtskleid schlüpfte. Chase hatte es ihr extra für diesen Abend gekauft.
Nachdem sie noch im Bad verschwunden war, ihre Haare gemacht und den Lippenstift nachgezogen hatte, war sie bereit noch den Rest in Angriff zu nehmen.
„Kochen!“, viel es ihr siedend heiß ein. Sie hatte einen großen Truthahn machen wollen, für die ganze Familie. Aber er musste mindestens eine Stunde in den Ofen. Kaylee war den Tränen nah.
„Lee?“ Chase sanfte Stimme, immer noch ein wenig verschnupft erklang hinter ihr. Sie hatte nicht gehört, dass er in die Küche getreten war. „Ist alles in Ordnung, Liebste?“
„I-ich...ich habe nichts geschafft. Ich bin eingeschlafen...I-ich...“ Kaylee verfiel in ein hemmungsloses Schluchzen. Sie konnte sich nicht beruhigen, aber sie wusste auch nicht warum sie so herzzerreißend weinte. War sie überfordert? Übermüdet?
„Hey, hey, hey.“, beruhigend strich er ihr über den Rücken. Er hatte sie fest in seine Arme genommen, wie immer wenn es ihr schlecht ging. Seine körperliche Nähe, ließ sie aufatmen. „Es ist alles gut. Wirklich. Ich habe mich um das Essen gekümmert und die Kinder sind auch schon fertig.“
„Wirklich?“, fragte Kaylee erstaunt. Sie löste sich von ihrem Mann und sah ihn durch die feuchten Augen an. „Du hast dich um das Essen gekümmert und um die Kinder?“

„Und ich habe aufgeräumt.“, vollendete er ihre Aufzählung grinsend. Liebevoll strich er ihr eine Strähne ihres schwarzen Haares aus der Stirn. „Du sahst ausnahmsweise mal nicht gestresst und völlig überfordert aus, als du auf der Couch geschlafen hast. Ich habe es einfach nicht übers Herz gebracht dich zu wecken, stattdessen habe ich ein paar Tabletten eingeworfen und mich um alles gekümmert. Elijah ist fertig angezogen und liest ein Buch in seinem Zimmer. Lizzy spielt, ich habe ihr das hübsche rot weiße Kleid angezogen. Und Kyo schläft satt und frisch gewickelt.“
Erleichterung überfuhr Kaylees Körper. Es war nicht ausweglos, dass dies noch ein schöner Abend werden würde, so viel war sicher. „Und die Geschenke?“
„Die sind fertig eingepackt. Falls du es noch nicht gemerkt hast, ich habe den Wohnzimmertisch und den Fernseher in Elijahs Zimmer geschafft, damit wir in der Mitte genug Platz haben um die Geschenke dort aufzubauen.“ Er deutete auf das Wohnzimmer, dass sich unbemerkt ziemlich verändert hatte. „Also hör endlich auf die Sorgen zu machen. Du siehst übrigens wundervoll aus.“
„Du auch.“, schniefend küsste sie ihren Ehemann auf den Mund. „Und ich danke dir.“
„Dafür nicht, Lee. Denn dafür bin ich da, als dein Mann.“
Ein letzter liebevoller Blick folgte, dann sah Kaylee sich suchend nach dem fertigen Essen um, von dem Chase geredet hatte. Ein Geruch von frischem Fett drang ihr in die Nase. „Was hast du gekocht?“, fragte sie misstrauisch, während sie ihrer Nase zum Backofen folgte.
„Ach du weißt doch, ich bin im Kochen nicht besonders gut.“, druckste Chase herum und rieb sich den Hinterkopf. „Und bevor ich die Küche abfackle, habe ich lieber Pizza bestellt.“

„Du hast was?“ Kaylee riss die Ofentür auf und nahm die warme Pizzapackung heraus. Mit entsetztem Gesichtsausdruck betrachtete sie das Logo des stattlichen Pizzeria. „Du hast eine Pizza bestellt. Zu Weihnachten. Zu unserem ersten großen Fest der Liebe?“
Chase seufzte. Er wusste, dass mit Kaylee jetzt nicht zu reden war. Zumindest nicht vernünftig. „Ich...ich wollte dich nicht wecken. Außerdem kommt es nicht auf das Essen an!“
„Sondern?“, keifte Kaylee wütend zurück. Ihre gesamte Vorstellung war verschwommen und dass machte sie wütend. Wäre sie bloß nicht eingeschlafen!
„Sondern, dass die ganze Familie beisammen ist.“ Chase Stimme war ebenfalls laut geworden. „Genau darauf haben ich und Elijah uns die ganze Zeit gefreut. Wir wollten einfach mal wieder beisammen sitzen. Wir alle. Und dabei können wir auch Müll essen, Hauptsache wir sind zusammen.“ Er kam zu ihr rüber und legte seine Hände sanft an ihre Wangen. „Du, und Aiden und Candy, und Letitia und Kimberly und Elijah und Lizzy und Kyo.“
Es klingelte an der Tür und Kaylee nickte gleichzeitig. „Du hast Recht. Dass ist das Wichtigste.“

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am So März 03, 2013 11:25 am

Kaylee löste sich von Chase und eilte zur Tür, um den Rest ihrer Familie herein zu lassen.
Es gab eine große Begrüßungszeremonie. Jeder viel jeden in die Arme, wünschte frohe Weihnachten und plauderte ein paar belanglose Sätze.
Candy sah hervorragend aus in ihrem rot weißen Kleid, dass glatt zu Boden fiel. Sie trug die Haare wie sonst auch offen, und ihr Gesicht war nur dezent geschminkt. Sie sah wundervoll aus.
Aiden hatte sich in seinen alten Anzug gequetscht. Er sah genau so glücklich aus wie Candy, und konnte sich kaum von der schüchternen Letitia trennen, die er auf den Arm trug.
Erst als Kaylee ihm ihre Enkelin abnahm und begann mit ihr zu kuscheln, war er bereit sich mit Elijah auseinander zu setzen, der ihm ununterbrochen von seiner Sport AG erzählte.
„Wir sollten uns alle setzen.“, rief Chase durch das laute Geschnatter. Er hatte Lizzy und Kimberly zusammen auf den Boden gesetzt und ihnen ein Spielzeug gegeben. Nun warf er Kaylee einen strengen Blick zu, dass sie es ihm gleich tat. „Sonst wird die Pizza kalt?“
„Pizza?“, echote Aiden belustigt. „Ich hatte gedacht Mum wollte einen großen Truthahn machen.“
Elijah grinste seinen großen Bruder wissend an. „Sie ist eingeschlafen und weil Dad nicht kochen kann, hat er einfach eine Pizza bestellt. Er sagt, dass reicht euch auch.“
Aiden verfiel in ein lautes Gelächter, eingestimmt von Elijah, der seinem Bruder alles nachmachte.
„Und deswegen setzen wir uns jetzt hin.“ Kaylee packte ihren kleinen Sohn an den Schultern und steuerte ihm zu Sofa, wo sie ihn zwang neben sich Platz zu nehmen. „Und weil Aiden der Älteste ist, finde ich es nur gerecht, wenn er dass erste Geschenk auf machen darf.“

Elijah verzog verärgert das Gesicht. So sehr er seinen Bruder auch liebte, die Sehnsucht nach seinen Geschenken war noch um einiges größer. Aber ein ermahnender Blick seines Vater zwang ihn still zu sein und zuzusehen, wie Aiden ein ziemlich großes Paket öffnete.
„Wow.“, murmelte der zweifache Vater erstaunt und glücklich zu gleich. „Danke, Mum, danke Chase.“ Er hielt die Nachttischlampe hoch, damit jeder sie sehen konnte. „Woher wusstet ihr, dass wir uns unbedingt eine kaufen wollte, nachdem Kimi die letzte zerstört hat?“
„Ein Vögelchen hat es uns geflüstert.“, scherzte Chase mit einem Blick auf Candy.
Und Kaylee fügte hinzu: „Ich hatte gehört, dass die Kleinen wirklich alles zerstören, was sie in die Finger bekommen. Also habe ich mir gedacht, so eine Lampe könnt ihr gebrauchen.“
„Danke, Mum.“ Aiden küsste sie sanft auf die Wange. „Auf dich kann man immer zählen.“
„Darf ich jetzt?“ Elijah war von seinem Platz aufgesprungen. Bettelnd wechselte er den Blick zwischen seiner Mutter und seinem Vater. „Bitte, Mum. Nach Aiden bin ich der Älteste.“
Kaylee seufzte über ihren kleinen Quälgeist und nickte. „Na gut, dann nimm dir ein Geschenk.“
Mit einem lauten Jubelschrei, der alle Übrigen wirklich amüsierte, stürzte der Schuljunge zu den Geschenken und kramte nach einer Weile nach einem großen blauen Paket. Er riss es ohne Vorwarnung auf. „Danke, Mum und Dad.“ Er hielt die beiden Karten für das Spiel der Lions hoch. Sie hatten ein kleines Vermögen gekostet. „Mein größer Wunsch ist in Erfüllung gegangen.“
Kaylee und Chase tauschten einen verliebten Blick. Sie freuten sich, wenn ihr Sohn sich freute.
„Und weißt du was ich und Candy dir schenken?“ Aiden hatte sich von seiner Frau gelöst und reichte seinem Bruder einen kleinen Umschlag. „Los, mach ihn auf, kleiner Bruder.“

Elijah riss den Umschlag auf und sein Gesicht leuchtete, als er den Inhalt erblickte. „Du...du kommst mit zu dem Spiel?“, fragte er glücklich. „Nur wir drei?“
„Nur wir drei.“, erwiderte Aiden grinsend. Liebevoll fuhr er seinem kleinen Bruder durch das schwarze Haar, dass seinem so ähnlich war. „Hast du auch das Zweite darin gesehen?“
Elijah schüttelte den Umschlag aus und ein kleiner Haustürschlüssel fiel ihm in die Hand. Neugierig drehte und wendete er ihn. „Wofür ist der?“
„Der ist für unser Haus.“, erklärte Candy lächelnd. „Aiden und ich haben eine lange Zeit darüber nachgedacht und entschieden, dass du jetzt alt genug bist, um bei uns uneingeschränkten Zugang zu haben.“ Sie ergriff Aidens Hand und sah ihn glücklich an. „Wie findest du dass?“
Elijah sah seinen Bruder, dessen Frau und schließlich seine Eltern an. Sprachlos für einen Moment. „Dass ist das beste Geschenk, dass ich jemals bekommen hab.“, beteuerte er ehrfürchtig.
Kaylee traten ein paar Tränen in die Augen. Sie konnte kaum mit ansehen, glücklich ihr Sohn über dieses kleine Geschenk war. Es bedeutete ihm die Welt.

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am So März 03, 2013 11:29 am

Nachdem auch Chase und Kaylee ihre Geschenke ausgepackt hatten, eine teure neue Kaffeemaschine von Candy und Aiden und ein niedliches Bild von Elijah, versammelte sich die ganze Familie um den Tisch in der Küche und mampften die lauwarme Pizza.
„Also, ich muss wirklich ein Kompliment an die Köchin aussprechen.“ Aiden warf seiner Mutter einen belustigten Blick zu. „Noch nie in meinem Leben habe ich so ein wundervolles Festessen gehabt, und ich finde es ist es wert wiederholt zu werden.
Kaylee senkte errötend den Blick. Ihr war es immer noch peinlich, dass ihre Familie an Weihnachten mit bestellter Pizza vorlieb nehmen musste.
Chase legte ihr sanft den Arm um die Schultern. „Ich bin stolz auf dich.“; flüsterte er ihr leise zu. „Und wie ich vorhin gesagt habe: Das Wichtigste ist, dass wir alle beisammen sind.“
Aiden schien den letzten Satz aufgeschnappt zu haben, denn sein Gesicht wurde ernst. „Da will ich dir nicht widersprechen, Chase. Die Familie ist das Wichtigste.“
„Dass aller Wichtigste.“, fügte Candy mit leuchtenden Augen hinzu. Verliebt schmiegte sie sich eng an ihren Ehemann. Man konnte sehen wie froh sie war ihn zu haben.
Anders war es bei Kaylee auch nicht. Nichts und niemand konnte ihr den heutigen Abend zerstören, denn dass war der Schönste seid ziemlich langer Zeit. Sie hatte ihre gesamte Familie um sich, Chase, Aiden, Candy, die Zwillinge, Elijah und Elizabeth und Kyo. Was wollte sie mehr?

„Kann ich noch was zu trinken haben?“ Elijah riss seine Mutter unsanft aus ihren sentimentalen Gedanken. Er hatte einen gequälten Gesichtsausdruck aufgesetzt. „Ich verdurste.“
Lachend erhob Kaylee sich und eilte zum Kühlschrank, um die Limonade heraus zu holen. Hinter ihr vertieften die anderen sich in ein Gespräch über das Frühlingsfest, dass in ein paar Tagen beginnen würde.
„Mum?“ Aiden war an sie herangetreten. „Kann ich kurz mit dir reden?“
Überrascht drehte Kaylee sich zu ihm um. „Ja, natürlich. Ist alles in Ordnung?“
„Ja, ich...ich wollte dir nur sagen wie dankbar ich dir bin.“ Er lächelte sanft. „Für alles, was du für mich getan hast und ich kann nur beten, dass ich nur ein halb so guter Vater für die Zwillinge sein kann, wie du es für mich warst, Mum.“
Kaylee nahm ihren Sohn mit Tränen in den Augen fest in den Arm. „Aiden, dafür musst du mir nicht danken. Du bist mein Sohn und ich würde noch heute alles für dich tun! Du bist mein Ein und Alles.“

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mo März 25, 2013 8:57 pm

Kaylee legte die letzten Pfannkuchen eilig auf einen Teller, während sie sich schon halb zum Tisch umgedreht hatte. Fast wäre es daneben gegangen.
„Vielleicht bist du mal nicht so hektisch?“ Chase hatte die Küche betreten. Mit gerunzelter Stirn nahm er ihr den großen Teller ab und stellte ihn zurück auf die Theke. „Wenn du weiter so machst gibt es heute wieder Müsli, und dann steigen dir die Kinder aufs Dach.“
Seufzend nickte Kaylee und strich sich eine Strähne ihres Haares wieder hinters Ohr, die sich vorwitzig gelöst hatte. „Ich weiß doch, aber es ist heute mal wieder so viel zu tun.“ Sie zog eine Grimasse. „Ich traue mich nicht mal zum Briefkasten zu gehen, weil ich weiß, dass da eine saftige Rechnung auf uns wartet. 300 Simeleons, und die Hälfte unseres Geldes ist weg.“ Kaylees Blick wurde fröhlicher, als sie an Chase vorbei sah und Elijah entdeckte. „Guten Morgen, Liebling.“
Auch Chase drehte sich zu seinem Sohn um. Kaylee und er hatten eine stille Vereinbarung, dass die Kinder nie etwas von ihren Sorgen mitbekommen sollten. „Na, Großer.“
Elijah lächelte seine Eltern an, die Augen noch leicht verklebt vom Schlaf. Gähnend ließ er sich auf einem der Stühle nieder. „Ich hab Pfannkuchen gerochen.“
„Habe ich frisch gemacht.“ Kaylee nahm einen Teller und füllte zwei Stück für ihren Sohn darauf, bevor sie ihn liebevoll vor seine kleine Nase stellte. „Mit Weintrauben, lass es dir schmecken.“
Die beiden Erwachsenen nahmen sich ebenfalls ein paar Pfannkuchen und ließen sich an dem Küchentisch nieder, um mal wieder ein ruhiges Frühstück zu genießen.
Keine zwei Minuten später wurde die Tür des Kinderzimmers erneut geöffnet und ein kleiner blonder Engel in Lila stürmte heraus, die eine Hand auf den neuen Hut gelegt, den Kaylee und Chase ihr zum Geburtstag gekauft hatten. „Guten Morgen!“ Elizabeth griff hilfesuchend nach dem Hochstuhl, als sie über ihre eigenen Füße stolperte und fast zu Boden ging.
„Vorsichtig, Liebling.“, besorgt streckte Kaylee die Hände nach ihrer Tochter aus. Trotz allem war sie manchmal mehr als besorgt um ihre kleinen Lieblinge. Doch als sie sah, dass das Mädchen leise kicherte beruhigte sie sich und konnte sich selber zu einem Schmunzeln hinreißen.
„Du bist ein Tollpatsch.“; erklärte Elijah mit einem diplomatischen Blick und grinste, als seine Schwester gutmütig die Schultern zuckte.
Leichtfertig stolzierte sie zur Anrichte, um sich selber Frühstück zu machen. „Dafür kann ich besser lesen und rechnen als du.“

„Ist mir egal.“ Elijah schüttelte den Kopf und wandte den Blick auf seinen Teller, doch an den roten Ohren konnte man erkennen, dass es ihm doch nicht so egal war.
Kaylee griff eilig ein, bevor sich ein handfester Streit bildete. „Jeder hat etwas anderes, in dem er gut ist.“; erklärte sie ihren Kindern liebevoll. „Elijah ist zum Beispiel super gut im Sport, und Lizzy ist eben sehr gut im rechnen und im lesen.“
„Und es wäre ja auch langweilig, wenn jeder das Gleiche könnte, oder nicht?“, beendete Chase ihre Erklärung mit einem zufriedenen Lächeln.
Elizabeth, die sich mit ihrem Teller am Tisch niedergelassen hatte, nickte eilig. Und auch Elijah schien mit der Erläuterung seiner Mutter abzufinden.
Kaylee warf seufzend einen Blick auf die tickende Uhr, die nur um sie zu ärgern schneller laufen zu schien. Als sie Chase Blick bemerkte zuckte die unschuldig die Schultern. „Ich kann nichts dafür, dass der Tag nur vierundzwanzig Stunden hat, Chase.“, erklärte sie ihm.
Chase nickte. „Dass weiß ich, aber ich finde ein Frühstück sollte genossen werden, besonders wenn es so lecker ist.“ Er zwinkerte seinen Kindern grinsend zu.
„Ich finde es gut, dass die Zeit so schnell vergeht.“; erwiderte Elijah mit leuchtenden Augen. „Dann kann ich umso früher zu dem Spiel der Lions. Ich hab mich schon die ganze Woche drauf gefreut.“
Kaylee erinnerte sich und am liebsten hätte sie noch einmal geseufzt, aber sie unterdrückte es.

Stattdessen tätschelte sie liebevoll das schwarze Haar ihres Sohnes. „Ich wünsche euch dreien ganz viel Spaß, Liebling. Und grüß Aiden ganz lieb von mir, ja?“
„Und was machen wir heute, Mum?“ Elizabeth rutschte unruhig auf ihrem Stuhl hin und her, obwohl sie wusste, dass ihre Mutter es nicht leiden konnte. Sie hatte schon einen genauen Plan für den heutigen Tag und hoffte so sehr, dass ihre Mutter zustimmen würde.
Kaylee legte die Gabel beiseite, um die Hände frei zu haben, während sie aufzählte. „Striker muss gefüttert werden, die Boxen müssen gesäubert werde, die anderen Pferde gestriegelt und bewegt werden, Vasco muss mal wieder gesäubert werden und das Haus muss auch noch geputzt werden.“
In Sekundenschnelle rechnete dass schlaue Mädchen im Kopf zusammen und zog eine Grimasse. „Aber dann sind wir ja erst heute Abend fertig, Mummy.“
Nickend erhob Kaylee sich von ihrem Platz und brachte ihren Teller in den Geschirrspüler. „Und dann mach ich uns lecker Spagetti zum Abendessen, okay?“
Schweigend nickte Elizabeth und aß artig ihr Frühstück auf.

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mo März 25, 2013 9:07 pm

Mit der Milchflasche in der Hand, mit der sie Striker füttern sollte, stapfte Elizabeth durch den leichten Regen, der heute vom Himmel fiel. Ihr Blick glitt kurz zu dem grauen Wolken und sie seufzte leise.
Nicht nur, dass sie heute so viel mithelfen musste, nein, ihre Mutter würde ihr mit Sicherheit auch nicht alleine im Regen in den Park laufen lassen. Dabei hatte sie sich so gefreut Schach zu spielen.
Ein eigenes Brett konnten sie sich nicht leisten, dass wusste Elizabeth, auch wenn ihre Eltern versuchten es zu verheimlichen. Sie mochte Zahlen und sie hatte oft die Mietrechnungen gesehen, die ihre Mutter an manchen Tagen durch ihre Hektik irgendwo liegen ließ, und sie wusste auch, dass ihre Mutter jeden Simeleon dreimal umdrehte.
Trotzdem wünschte sie sich manchmal ein eigenes Brett zu haben oder wenigstens einen Computer, den sie sich mit Elijah teilen konnte. Elizabeth wusste, dass man auch im Internet super Schach spielen konnte.
„Striker!“, rief sie das goldene Fohlen, dass an der Klippe stand und auf das Meer hinaus sah.
Das Fohlen, dass jeden Tag um tausende Zentimeter zu wachsen schien, drehte den Kopf zu dem kleinen blonden Mädchen und spitzte die Ohren. Es schien zu warten.
„Na, komm her! Ich hab hier Milch für dich!“ Elizabeth schüttelte die Milchflasche und tatsächlich kam das schöne Fohlen zu ihr, wenn auch langsam und vorsichtig.
Liebevoll strich Elizabeth ihm über den Hals. „Na ja, mit dir den Tag zu verbringen ist auch nicht schlecht.“, befand sie lächelnd und begann das niedliche Fohlen zu füttern.
Trotzdem schweiften ihre Gedanken ab. Zu Elijah, der mit Aiden und Chase gerade im Stadion war und das Fußballspiel genoss. Und sie selber musste ihrer Mutter helfen.

Hätten sie nicht die Pferdezucht hätte ihre Mutter viel mehr Zeit um mit ihr auf den Spielplatz zu gehen, oder in den Park zu gehen. Und dann würde sie vielleicht wie andere Mütter arbeiten und sie hätten viel mehr Geld. Sie seufzte leise.
Nachdem sie das Fohlen fertig gefüttert hatte, klemmte sie sich die leere Flasche unter den Arm und hob die Zeitung auf, die schon drohte sich vollständig aufzulösen.
Eilig ging sie zurück ins Haus und blätterte in dem feuchten Blatt herum. Wenn sie schon nicht Schach spielen konnte, dann wollte sie sich wenigstens den Kinderteil in der Zeitung lesen.
Den Back-Teil. Obwohl Elizabeth nicht unbedingt ein Fan vom Kochen war, machte es ihr Spaß auszurechnen wie viele Zutaten sie bräuchte um ihre ganze Familie eine Woche lang davon zu ernähren. Kichernd machte sie sich daran es auszurechnen.
Eine Zeit verging, bevor sie Haustür auf ging und Kaylee das Haus betrat. Sie sah erschöpft aus, und ein paar Strohhalme hatten sich in ihrem hübschen schwarzen Haar verfangen.
„Elizabeth.“ Seufzend hielt sie inne, als sie ihre Tochter auf dem Sofa entdeckte. „Schau doch mal was du gemacht hast! Du kannst dich doch nicht mit den nassen Sachen aufs Sofa setzen.“ Kaylees Blick wanderte zum Boden, wo sich große Fußspuren gebildet hatten. „Und der Boden!“
„Entschuldige, Mummy. Daran hab ich nicht gedacht.“ Schuldbewusst erhob sich Elizabeth von dem Sofa und strich mit der schmutzigen Hand über den feuchten Fleck. Eine weitere Drecksspur bildete sich und ließ das kleine Mädchen sich auf die Unterlippe beißen.

Kaylee schloss für einen kurzen Moment die Augen. Der Stress, die Müdigkeit und das Gefühl einfach nicht weiter zu kommen überfielen sie und wären beinahe lautstark aus ihr herausgebrochen. Aber sie erinnerte sich, dass Elizabeth ein Kind war. Noch dazu ein sehr tollpatschiges. „Schon gut.“ Sie drückte ihre Tochter kurz an sich und küsste sie auf die Kinderstirn. „Am besten du gehst dich umziehen und waschen.“ Als sie das Weinen ihres Kleinsten hörte, konnte sie sich ein Seufzen nicht mehr verbieten. „Und ich kümmere mich um Kyo.“
Elizabeth nickte und verschwand eilig im Badezimmer, wo Kaylee im nächsten Moment den Wasserhahn hörte.
Mit eiligen Schritten begab sie sich ins Kinderzimmer und nahm den brüllenden Kyo aus seinem Bett. „Sh.“, machte sie um das Baby zu beruhigen. „Mama ist ja da. Was hast du denn Kleiner.“
Liebevoll massierte sie ihm das kleine Bäuchlein, denn die Windel war sauber und Hunger konnte ihr jüngster Sohn auch noch nicht haben.
Nach einer Weile hatte sich der zarte Junge wieder beruhigt und sah seine Mutter aus seinen großen Augen verwundert an.
Kaylee musste lächeln. Wenn sie ihren Kindern ins Gesicht sah, wusste sie wieder warum sie sich so stresste und immer alles gab. Sie wollte dass ihre Kinder alles hatten.
Elizabeth sollte ihr Schachbrett bekommen und Elijah seinen Computer, den er sich wünschte.

Ihr Handy klingelte in ihrer Rocktasche. Sanft legte Kaylee Kyo wieder in sein Bett und nahm das Gespräch an, nachdem sie nachgesehen hatte, wer es war.
„Hallo Candy.“, begrüßte sie ihre Schwiegertochter erfreut. Wenn Candy anrief entwickelte sich immer ein sehr liebevolles Gespräch und die junge Mutter hatte auch immer ein paar aufmunternde Worte für ihre Schwiegermutter übrig.
„Kaylee, wie schön das ich dich erreiche. Ich dachte ich frag mal ob du etwas Hilfe brauchst.“
Kaylee schüttelte den Kopf aus Gewohnheit. „Nein, nein. Lizzy und ich haben es auch ohne die Männer geschafft alles zu erledigen. Ich muss gleich nur noch Kochen.“
Sie hörte wie Candy sich das Telefon zwischen Schulter und Ohr klemmte, denn sie klang plötzlich etwas gedämpfter. „Dann ist ja gut.“
„Und wie geht es mit den Zwillingen?“ Kaylee warf einen letzten Blick auf Kyo, bevor sie das Kinderzimmer leise verließ. Aus dem Kinderzimmer konnte sie Elizabeth hören, die beim anziehen gerne vor sich hin sang.
„Den geht es gut. Aber seit sie das Haus auf ihren Beinen erkunden habe ich kaum eine ruhige Minute.“ Sie seufzte leise. „Gerade heute, wo Aiden den ganzen Tag weg ist, merke ich wie anstrengend es eigentlich ist Mutter zu sein.“ Sie lachte. „Aber wem erzähle ich dass.“
Auch Kaylee lachte. „Ja, ja. Die lieben Kinder. Sie sind anstrengend, aber wenn man sie sich anguckt, dann ist man mehr als stolz, oder nicht?“ Sie dachte an Elizabeth und Elijah und an Kyo.
„Natürlich! Ich würde die beiden um nichts in der Welt eintauschen. Aber ich kann es kaum erwarten, bis sie den halben Tag in der Schule verbringen.“ Sie hielt einen kurzen Moment inne. „Wenn wir schon von der Schule sprechen. Hast du nicht Lust morgen mit Kyo vorbei zu kommen? Elizabeth hat doch morgen auch ihren ersten Schultag.“
„Klar.“ Erfreut stimmte die vierfache Mutter gleich zu. Etwas anderes zu sehen als den Hof und die Pferde klang wirklich verlockend. „Dann komm ich morgen Vormittag mit Kyo vorbei.“
„Sehr schön. Ich freu mich.“, erwiderte Candy, kaum weniger glücklich als Kaylee selber. Wahrscheinlich war sie über jede andere Person glücklich, die sie sehen konnte.
„Ich muss auflegen, Candy. Die Männer kommen bald nach Hause und Liz hat mit Sicherheit auch schon Hunger. Wir sehen uns dann morgen.“
„Ja, bis morgen.“

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mo März 25, 2013 9:15 pm

Als Kaylee gegen neun Uhr die Haustür hörte, spitzte sie die Ohren und legte das Buch, was sie gerade noch sehr intensiv gelesen hatte wieder beiseite.
Statt des fröhlichen Geplappers, was sie erwartet hatte, waren nur Chase einsame Schritte zu hören, wie wenig später im Kinderzimmer verebbten.
Lächelnd lehnte sich Kaylee wieder zurück in die weichen Kissen. Wahrscheinlich war Elijah vor lauter Anstrengungen noch auf der Heimfahrt eingeschlafen und so wie sie Chase kannte, brachte er es nicht übers Herz seinen Sohn zu wecken. Stattdessen trug er ihn lieber ins Bett, und dass obwohl der Junge gar nicht mehr so leicht war.
Nach einer gefühlten Stunde öffnete sich die Schlafzimmertür und ein erschöpfter Chase trat ein. Er lächelte Kaylee zufrieden zu, als er bemerkte, dass sie noch wach war. „Warum bist du noch wach?“, fragte er, während er aus seinen Schuhen schlüpfte.
Kaylee erwiderte sein Lächeln. Sie wusste, dass er die Antwort wusste. „Du weiß, dass ich nicht schlafen kann, wenn du und die Kinder nicht zu Hause sind.“ Sie seufzte leise, aber es war ein glücklicher Seufzer. „Ich fühle mich besser, wenn ich weiß, dass ihr sicher seit.“
Chase kam zum Bett herüber und küsste sie zärtlich auf den Mund. „Wir sind jetzt sicher zu Hause und du kannst beruhigt schlafen. Du musst doch hundemüde sein.“
Ein Gähnen stimmte seiner Aussage zu, aber Kaylee schüttelte den Kopf, bevor sie mit ihrer zierlichen Hand auf die Seite neben sich klopfte. „Erzähl mir, wie es war.“
„Es war wirklich ein sehr gutes Spiel. Und Elijah hatte unglaublich viel Spaß. Du hättest seine Augen sehen sollen, wie Sterne.“ Chase lachte. „Und Aiden hatte auch Spaß, dass hat man gesehen.“

Zufrieden hörte Kaylee ihrem Ehemann zu, ohne wirklich seine Worte zu hören. Sie war einfach mal wieder so überglücklich ihren Mann bei sich zu haben, in Sicherheit.
„Dir fallen gleich die Augen zu.“, bemerkte Chase schmunzelnd und legte einen Arm sanft um sie, damit sie sich an ihn kuscheln konnte. „Vielleicht sollten wir uns umziehen und endlich schlafen.“
„Mh.“, machte Kaylee, bewegte sich aber kein Stück. Sie lächelte selig. „Findest du nicht auch die Kinder werden entsetzlich schnell groß? Nicht mehr lange und auch Elijah gehört zu den Teenagern. Kannst du dir dass vorstellen?“
Chase lachte leise. „Hey, dass wird uns eine Menge Arbeit nehmen. Er kann die Pferde ausreiten und sich noch intensiver um die Zucht kümmern. Dass ist das Einzige was ich mir vorstelle.“
Kaylee stimmte in sein Lachen ein, aber bei ihr war es mehr. „Ich wünschte sie würden so klein bleiben.“, bemerkte sie leise. Sie konnte spüren wie Chase sich neben ihr unruhig bewegte.
„Kaylee, immer wenn du so einen Satz sagst, dann kommt im Nachhinein, dass du noch ein Kind willst.“ Sie hörte ihn seufzen. „Aber ich halte nichts von der Idee.“
„Ich doch auch nicht. Jetzt zumindest nicht.“ Kaylee richtete sich ein Stück auf und sah ihn an. „Aber ich bin noch lange nicht alt, Chase. Und ich habe mir immer einen Stall voll Kinder gewünscht.“ Sie nickte bestätigend. „Natürlich, Kyo ist noch sehr klein und glaub mir, ich kann mir jetzt Wichtigeres vorstellen als noch ein Kind zu bekommen. Ich will nur, dass du dich nicht ganz von den Gedanken verabschiedest. Nicht für immer.“
„Ich bin aber schon alt.“, erwiderte Chase grinsend. „Ich hab graue Haare und Falten, Kaylee. Ich weiß nicht wie alt ich werde, aber ich möchte jedes meiner Kinder glücklich sehen.“
„Dass wirst du.“ Kaylee küsste ihn liebevoll auf die Wange. Doch bevor sie noch etwas erwidern konnte, hörte sie lautes Wiehern aus dem Stall. Sie sah besorgt aus dem Fenster. „Ich glaube ich schau mal nach Bonita.“

Die Stute war zum zweiten mal trächtig, und Kaylee vermutete, dass die Geburt sich langsam einpendeln würde. Wie bei Striker, würde es bei der Stute wohl sehr schnell gehen.
Auch Chase erhob sich von seinem Bett um seiner Frau zum Stall zu folgen.
Doch soweit mussten die beiden nicht gehen. Schon vor dem Stall hatte sich die Stute eingefunden, um ihr zweites Fohlen auf die Welt zu bringen.
Ebenso golden und hübsch wie ihr Bruder, lag das kleine Fohlen ein paar Stunden später auf dem Rasen und versuche dass erste Mal auf den staksigen Beinen zu stehen.
„Wie willst du es nennen?“, fragte Chase, während er mit Kaylee zusammen auf das traute Glück vor sich starrte. Es war so einnehmen, wie liebevoll sie dich Stute um ihr Kind kümmerte.
„Broadway.“, erwiderte Kaylee und kicherte, als sie den fragenden Blick ihres Mannes sah. „Ich sehe es ihm an, er wird ein Star.“, erklärte sie mit zufriedener Miene.
Chase seufzte und schüttelte den Kopf. Liebevoll legte er seine Arme um Kaylee und vergrub sein Gesicht in ihrem schwarzen Haar. „Wenn du es sagst, wird es wohl so sein.“

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mo März 25, 2013 9:21 pm

„Chase?“ Kaylee nahm den blonden Jungen aus seinen Gitterbett und setzte ihn sich gemütlich auf die Hüfte. Sie lächelte, auch wenn ihr innerlich gar nicht danach war. „Chase!?“, rief sie erneut aus, als immer noch keine Antwort kam. Augen rollend öffnete sie die weiße Eichentür und warf einen Blick in den Flur, der noch wie ausgestorben wirkte. „Chase!“
Die Schlafzimmertür wurde geöffnet und Chase trat heraus. Es dauerte einen Augenblick, bevor er erkannte, dass seine Geliebte sich um die Ecke befand. „Ja?“
Kaylee hätte am liebsten noch einmal mit den Augen gerollt. „Was machst du noch im Schlafzimmer?“, hetzte sie stattdessen. „Sind die Kinder wach? Ist das Frühstück fertig?“
„Ich bin wach, dass ist doch die Hauptsache.“, witzelte Chase. Er übersah dass genervte Gesicht seiner Ehefrau und zuckte die Achseln. „Ich habe Elijah und Lizzy vor einer halben Ewigkeit geweckt, und das Frühstück besteht aus frischem Müsli. Dass bekommen die Kleinen auch hin.“
„Ganz sicher nicht deine Tochter.“, erwiderte Kaylee, in Erinnerung an das letzte Mal, als ihre Tochter sich ihr Frühstück selber gemacht hatte. Ein hektischer Blick auf die Uhr folgte.
„Ich geh mich duschen.“ Chase machte auf dem Absatz kehrt. „Dann mach ich das Frühstück für die Kinder und füttere den Hund. Ist es dir so genehm?“

„Es wäre mir genehm, wenn ich ich dich nicht an alles tausendmal erinnern müsste.“, seufzte Kaylee resigniert. Sie setzte ihren Weg zur Haustür fort, bis ihr einfiel, dass sie den kleinen Windelträger noch auf dem Arm hatte. „Und du kleiner Mann?“, fragte sie ihn mit einem halbherzigen Lächeln. „Was machen wir mit dir so lange? Mama muss jetzt in den Stall und sich um die Pferde kümmern und Papa duscht. Wer passt auf dich auf.“
Nach kurzem Zögern deutete Kyo auf Vasco, der es sich unter dem Sofa bequem gemacht hatte. „Da!“, entschied er lächelnd. Ein Lächeln, dass jeden Stress verschwinden ließ.
Kaylee lachte leise. „Niemanden würde ich meine Kinder mehr an vertrauen, als Vasco.“ Sie setzte ihren Sohn auf den Boden, kroch zu dem kleinen Mops herüber und kraulte ihm durch dass Fell, dass schon von grauen Strähnen durchzogen wurde. „Du kommst zu kurz, hm?“
Der Mops öffnete ein Auge und schleckte seinem Frauchen liebevoll die Hand ab, als wollte er sagen, dass es schon okay war und es ihm gut ging.
Kaylee lächelte, dann richtete sie sich auf und nahm Kyo wieder auf den Arm. „Wir ziehen dich an und dann nehme ich dich mit in den Stall. Anders geht es in dieser Familie ja nicht.“

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mo März 25, 2013 9:25 pm

„Lizzy!“ Elijah rüttelte zum dritten Mal an den schmalen Schultern seiner Schwester. Sein Blick war genervt. „Jetzt komm! Du musst aufstehen, sonst kommst du zu spät zur Schule.“ Er selber hatte sich schon angezogen und wollte nur noch kurz etwas Müsli herunter schlingen, bevor der gelbe Bus vor der Tür stand und ihn in die Schule brachte.
Doch das blonde Mädchen stöhnte nur einmal kurz auf, ohne die Augen einen Spalt zu öffnen.
Elijah schüttelte den Kopf. „Dass wird großen Ärger geben. Du kennst Mum doch.“
Klar kannte Elizabeth ihre Mutter, aber sie war so müde. Gestern hatte sie noch heimlich mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen, bis ihr die kleinen Augen zugefallen waren. Dass sie jetzt aufstehen sollte, gefiel ihr ganz und gar nicht. So viel war klar.
Als sie Elijahs Schritte hörte, die sich langsam entfernten und anschließend auch die Kinderzimmertür, gähnte sie zufrieden. Sie würde einfach hier bleiben und noch schlafen. Zur Schule konnte sie auch noch später gehen, oder nicht?
Urplötzlich riss sie ihre dunkelblauen Augen erschrocken auf. Was war, wenn sie in der ersten Stunde Mathe machen würden? Sie würde alles verpassen und dabei war Mathe ihr Lieblingsfach.

Mit einem Sprung war sie aus dem Bett gekommen und drückte ihre kleine Nase ans Fenster. Die Sonne war schon hoch am Himmel und ein Blick auf die Uhr über der Tür verriet ihr, dass es schon zwanzig vor Acht war. Sie hatte genau zwanzig Minuten Zeit sich anzuziehen und zu Frühstücken, bevor der Bus kommen würde. Zwanzig Minuten!
Wie von der Tarantel gestochen lief sie aus dem Zimmer, knallte die Tür hinter sich zu und stoppte letztendlich an der Küche. Ihr Bruder saß auf einen der Stühle und aß sein Müsli.
„Da bist du ja endlich.“, murmelte er unverständlich.
Elizabeth zog eine Grimasse und wollte weiter rennen, aber die starken Arme ihres Vaters hielten sie auf.
„Junge Dame.“ Chase schaute seine Tochter streng an. „Du bist nicht angezogen und gewaschen bist du auch noch nicht. Wir haben es zwanzig vor Acht, Elizabeth!“
„Ich weiß, Dad.“, erwiderte sie schuldbewusst, den Blick auf den Boden gerichtet. „Aber ich war so schrecklich müde, dass ich gar nicht aufstehen konnte!“
Chase runzelte die Stirn. „Dass kommt davon, wenn man so lange liest, Abends.“ Nun sah er sie noch strenger an. „Glaubst du deine Mutter und ich merken nicht, dass du heimlich unter der Decke liest? Ich hoffe du lernst daraus.“
„Ja, Dad.“, erwiderte das blonde Mädchen gedehnt. Sie seufzte leise. „Ich verspreche, ich mach es nicht wieder, okay?“

„Na gut.“ Chase, der seinen Kindern nie lange böse sein konnte lächelte zufrieden und fuhr ihr durch das lange Haar. „Dann zieh dich schnell an, damit du noch etwas frühstücken kannst.“
„Oder ich lass das Frühstück ausfallen.“, erwiderte sie, ihre Chance witternd. Sie hasste es Morgens etwas zu essen, danach war ihr immer so flau im Magen.
Doch Chase ließ da nicht mit sich reden: „So fangen wir gar nicht erst an, junge Dame. Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Und hier bei den McForts wird gefrühstückt.“
Eine Grimasse ziehend, die ihr Vater nicht sehen konnte, da er sie gerade in Richtung Badezimmer konstruierte, antwortete Elizabeth: „Okay, wie du meinst. Dann musst du mich wohl zur Schule fahren, denn ansonsten komm ich mit Sicherheit zu spät.“
„Du Schlitzohr!“, lachte Chase, küsste sie auf den Scheitel und gab ihr einen leichten Schubs in Richtung Badezimmer. Kinder!, dachte er grinsend bei sich.

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mo März 25, 2013 9:33 pm

Mit einer tiefen Sorgenfalte auf der Stirn betrat Kaylee an diesem Abend das Haus. In der Hand hatte sie ein paar Rechnung, die sie achtlos auf den Schreibtisch flattern ließ. Sie fuhr sich durch das Haar, zerwühlte damit ihren leichten Zopf, den sie heute Morgen noch so sorgfältig gemacht hatte. „Hallo?“, rief sie in das ruhige Haus. „Ist denn niemand zu Hause?“
„Doch ich, Mum.“, kam es halblaut aus der Küche.
Kaylee lächelte, als sie ihren Sohn entdeckte, der konzentriert an seinen Hausaufgaben saß. Neben ihm noch die beiden Teller vom Abendessen.
Kaylee erkannte an den Krümeln, dass es mal wieder Kuchen gegeben haben muss, und sie seufzte innerlich. Wann kapierte Chase endlich, dass so etwas kein Abendessen war? „Wo sind denn deine Schwester und dein Vater?“, fragte sie stattdessen, schließlich konnte Elijah nichts für die Unwissenheit seines Vaters.
Elijah hob den Kopf und sah seine Mutter an. „Dad ist mit ihr und Kyo im Kinderzimmer.“ Er zuckte die Achseln. „Elizabeth hat einen riesigen Aufstand gemacht, als Dad ihr erzählt hat, dass du Striker verkauft hast. Deswegen spielt er jetzt mit ihr irgendein Gesellschaftsspiel.“
Natürlich. Kaylee schlug sich auf die Stirn.
Elizabeth hatte Striker gemocht, es war ganz natürlich dass sie traurig war, dass das goldene Fohlen, dass nun zu einem stattlichen Hengst herangewachsen verkauft worden war.
„Und du?“, fragte sie Elijah besorgt. „Bist du auch so traurig, dass wir Striker verkauft haben?“
„Es geht.“, erwiderte der schwarzhaarige Junge. Inzwischen hatte er sich wieder seinen Aufgaben zugewandt. „Dad und du, ihr habt mir ja erklärt, dass es so sein muss. Wir züchten ja.“

„Genau.“ Kaylee nahm die beiden Teller und stellte sie leise zusammen. „Wir können ja nicht alle Fohlen behalten, die Bonita bekommt. Dann hätten wir kein Platz und kein Geld.“
„Dass weiß ich doch, Mum.“ Elijah rollte mit seinen Augen. „Ich bin schließlich kein kleines Kind mehr. Aber Lizzy ist noch zu jung um das zu verstehen, denke ich.“
Kaylee nickte, während sie die Teller in den Geschirrspüler steckte. „Dass stimmt. Aber vielleicht kannst du ihr als großer Bruder ein bisschen helfen, es zu verstehen. Broadway müssen wir auch verkaufen, wenn er alt genug ist. Daran führt kein weg vorbei.“
Elijah nickte. „Dad hat es ihr heute schon gesagt. Ich glaub sie wird schon drüber hinwegkommen.“ Er radierte einen falschen Satz weg und schien nochmal vom neuen zu beginnen. Dann hielt er plötzlich inne und sah seine Mutter vorsichtig an. „Hat Striker denn viel eingebracht?“
Obwohl Kaylee ungern über Geld mit ihren Kindern sprach, war sie der Meinung, dass Elijah alt genug war, um so etwas zu wissen. Sehr bald schon würde er ein Teenager werden, und dann musste er lernen mit Geld umzugehen. „Nein, leider nicht so viel, wie wir erhofft haben.“, klärte sie ihren Sohn bedrückt auf.
Elijah nickte erneut. „Dass habe ich mir gedacht.“ Als er ihren fragenden Blick bemerkte, lächelte er, und Kaylee war sich sicher etwas von Aiden in diesem Lächeln wiederzufinden. „Du hast nicht so glücklich ausgesehen wie sonst. Da habe ich mir gedacht, dass wir nicht genug Geld bekommen haben.“ Er biss sich auf die Unterlippe. „Können wir meinen Geburtstag jetzt doch nicht feiern?“

„Natürlich.“, erwiderte Kaylee eilig. Sie lächelte ihm beruhigend zu, bevor sie sich aus dem Kühlschrank das letzte Stück des Kuchens nahm. „Wie versprochen, darfst du am Wochenende all deine Freunde einladen und eine große Party feiern.“
Es blieb still am Tisch, aber es lag nicht daran, dass Elijah sich wieder seinen Hausaufgaben widmete. Er schwieg voller Unbehagen.
„Ist etwas nicht in Ordnung, Liebling?“, fragte Kaylee besorgt. Lautlos setzte sie sich auf einen der Stühle, den Teller unberührt vor sich.
„Ich...ich weiß nicht, Mum.“ Er kratzte sich am Kopf, schaffte es aber nicht sie anzusehen. „Es ist nur so...ich...ich hab gar nicht so viele Freunde, die ich einladen könnte.“
Kaylee nickte verstehend. Anscheint bekümmerte es ihren Sohn sehr. „Aber du hast doch Julia, oder nicht? Sie würde mit Sicherheit gerne kommen.“
„Julia und ich haben kaum noch etwas miteinander zu tun.“, erklärte Elijah ihr langsam. „Sie ist doch schon vor kurzem in die Oberstufe gewechselt, deswegen sehen wir uns selten. Außerdem hat sie seit neusten einen merkwürdigen Freund. Keine Ahnung.“ Er zuckte mit den Achseln. „Und außer Julia mache ich eigentlich nur etwas mit Tobia.“
Kaylee versuchte sich zu erinnern, und ein Bild von einem schlaksigen Jungen, mit einer Mütze auf dem Kopf tauchte vor ihrem inneren Auge auf. „Dann lade doch Tobia ein.“; schlug sie herzlich lächelnd vor. „Und ich lade Julia und Pauline ein, und Aiden kommt auch mit Candy und den Zwillingen, dann sind wir doch schon ziemlich viele.“

„Dass ist nicht das Selbe, Mum.“ Elijah sah sie ernst an. „Ihr seid meine Familie, aber ich würde gerne eine Party mit Freunden machen, verstehst du? In meinem Alter.“
„Wenn du erst einmal in die Oberstufe kommst, lernst du sicher viele neue Leute kennen.“, versuchte sie ihren Sohn aufzumuntern. „Und dann wirst du bis zum Wochenende bestimmt viele Freunde haben, die du einladen kannst. Da bin ich mir sehr sicher.“
„Meinst du?“ Hoffnungsvoll sah Elijah sie an.
„Ich bin mir sicher.“ Kaylee nickte bestimmt. „Sehr sicher sogar. Du bist ein lustiger, aufgeweckter Junge, die anderen werden dich mit Sicherheit schnell mögen und bald kannst du dich nicht mehr vor all deinen Freunden retten und wünschtest du hättest nur halb so viele.“ Sie grinste, als ihr Sohn eine Grimasse zog. „Nein, wirklich. Elijah, du solltest dir keine Sorgen machen.“
„Ich versuch es.“ Er klappte das Heft zusammen und setzte ein tapferes Lächeln auf. „Ich geh mal schauen, was Dad und die anderen machen, kommst du mit?“
„Ich muss noch eben zu Aiden, aber ich komm nicht so spät.“ Lächelnd sah sie Elijah nach.
Warum hatte sie nicht früher gemerkt, dass den Jungen etwas bedrückte?

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mo März 25, 2013 9:46 pm

Mit Kyo auf den Arm, fuhr sie zu Aiden, in der Hoffnung Candy anzutreffen. Die beiden Frauen hatten sich für den heutigen Morgen verabredet gehabt, aber Kaylee hatte kurzfristig abgesagt, weil ihr das Treffen mit dem Käufer von Striker dazwischen gekommen war.
Als sie klingelte, dauerte es einen Moment, bevor die Tür sich öffnete und ein Aiden, in Unterhose und Jacke gekleideter hervor trat. „Hey, Mum.“; begrüßte er sie überrascht mit einer kurzen Umarmung. „Was machst du denn hier?“
„Ich wollte zu Candy, ist sie da?“, fragte Kaylee, während sie eintrat und Kyo den Schneeanzug auszog, samt Mütze. Anschließend entledigte sie sich auch ihrer Winterjacke.
„Nein, sie ist mit den Mädchen in einen Film gegangen, aber sie müssten bald zurück sein.“ Er lächelte. „Die Zwillinge haben sich so auf den Film gefreut. Es ist ihr Geburtstagsgeschenk.“
„Dass kann ich mir vorstellen.“ Kaylee seufzte, und gab dem quengelnden Kyo eine Flasche mit Saft aus ihrer Tasche. „Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass die beiden Mädchen jetzt auch schon zur Schule gehen. Vor ein paar Tagen sind sie noch durch die Gegend gekrabbelt und jetzt...“
„Jetzt sind sie sechs.“, vollendete Aiden das Klagelied seiner Mutter grinsend. Aber im nächsten Moment wurde er wieder ernst. „Aber du hast Recht. Sie wachsen so unendlich schnell. Ich hätte es niemals gedacht, aber ich Sorge mich wirklich um sie.“

Kaylee wusste was er meinte, aber sie konnte ihn beruhigen. „Du wirst dir immer Sorgen machen, als Vater von zwei so wunderhübschen Mädchen. Selbst wenn sie verheiratet sind und ihre eigene Familie gründen. Aber Letitia und Kimberly sind die schlausten Mädchen die ich kenne, zusammen mit meiner Lizzy natürlich.“ Sie lachte Augen zwinkernd.
Aiden nickte leicht. „Ich weiß, dass du Recht hast.“ Er schüttelte seufzend den Kopf. „Ich hatte es mir nicht so schwer vorgestellt Vater zu sein. Nicht so voller Sorge und Angst.“
Kaylee lachte. „Dafür muss man auch erst einmal Kinder haben, um zu merken wie es sich anfühlt so ein Glück zu haben, dass man sich jede Sekunde den Kopf darüber zerbricht, was alles passieren könnte.“ Sie sah Kyo an, der zufrieden an der Flasche nuckelte. „Kinder ändern alles.“
Aiden war der nachdenkliche Gesichtsausdruck seiner Mutter ins Auge gestochen. „Ich weiß, ich bin nicht Candy, Mum. Aber wenn du reden willst höre ich auch gerne zu.“
Dankbar tätschelte sie seinen Arm. „Es ist nur nicht besonders einfach momentan.“; erklärte sie leise. „Alles auf die Reihe zu bekommen ist eine größere Herausforderung, als ich gedacht hatte.“ Gespielt lachend fuhr sie sich durch den Pony. „Mit dir war alles so viel einfacher.“
„Mum, wir waren damals zu zweit und du hattest ein Pferd. Jetzt hast du drei Kinder und vier Pferde. Ist doch natürlich dass es anstrengender ist.“, versuchte er sie zu trösten.
„Drei Pferde.“, korrigierte sie ihn. „Ich habe Striker heute verkauft und da kommen wir zu meinen nächsten Problem. Er hat nicht so viel eingebracht, wie Chase und ich erwartet hatten. Das Geld wird knapper, und ich weiß wirklich nicht mehr, wie wir das schaffen sollen.“

Jetzt war es Aiden, der ihren Arm tätschelte. Tröstend. „Mum, wenn ihr so große Geldsorgen habt, dann können wir euch gerne etwas leihen oder...ich verkaufe Cowboy.“
„Kommt nicht in Frage.“, wehrte Kaylee entschieden ab. „Erstens, lieben die Mädchen Cowboy und können es kaum erwarten das Reiten auf ihm zu lernen und zweitens nehme ich kein Geld von meinem Sohn an. Ihr habt es auch nicht leichter, als sag so etwas nicht.“ Sie versuchte überzeugend zu lächeln. „Broadway wird sicher mehr einbringen und bis dahin kommen wir klar. Wir haben noch ein paar alte Gegenstände im Keller, die wir verkaufen können.“
Aiden schwieg einen Moment. „Und was brennt dir noch auf der Seele?“, fragte er schließlich.
„Die Kinder.“, erwiderte sie leise. „Ich habe das Gefühl, dass sie in meinem ganzen Chaos irgendwie...untergehen, verstehst du?“ Mit einem schweren Seufzer ließ Kaylee sich auf einen der Stühle nieder. „Ich habe so viel zu tun! Die Pferde müssen versorgt werden und gefordert. Der Papierkram erst! Ich schaffe es nicht mal jeden Tag mit den Kindern zu frühstücken, oder Abend zu essen, geschweige denn sie jeden Abend ins Bett zu bringen. Ich habe das Gefühl, ich verpasse so viel, Aiden.“ Sie schluckte schwer. „Heute hat mir Elijah von seinen Sorgen erzählt und ich hatte das Gefühl, dass ich es schon hätte früher bemerken müssen. Oder Elizabeths starke Bindung zu Striker, die habe ich auch vergessen, und ihr kleines Herz ist gebrochen, als ich ihn verkauft habe.“

„Aber, Mum!“ Aiden war den Tisch heran getreten. „Glaubst du nicht sie wissen, dass du alles versuchst? Für wen machst du denn dass alles? Für Kyo und Liz und für Elijah. Und glaub mir, dass schätzen die drei sehr. Und alleine sind sie auch nicht. Ihr Vater ist auch noch da.“
„Ich weiß doch.“ Kaylee nickte abwesend auf den Tischplatte sehend. „Es ändert aber nichts. Ich muss einen Weg finden, der beides besser vereint, denn die Kinder sind das Wichtigste in meinem Leben und dass sollten sie bleiben. Ich muss schauen, dass wir es anders regeln können.“
Gerade wollte Aiden antworten, als er draußen lautes Geplapper hörte und im nächsten Moment die Tür aufgeschlossen wurde. „Fünf Minuten, Mädels.“, ermahnte Candy ihre Zwillinge mit einem letzten Blick, bevor sie letztendlich eintrat. Sie lächelte erfreut, als sie Kaylee erblickte. „Was machst du denn hier? Mit dir habe ich heute gar nicht mehr gerechnet.“
„Es war auch eher spontan.“; erwiderte Kaylee und erhob sich um ihre Schwiegertochter zu umarmen. „Aber ich muss jetzt auch schon wieder los, tut mir Leid. Ich will die Kinder ins Bett bringen, damit Chase dass heute nicht machen muss.“ Sie nahm Kyo auf den Arm, zog erst ihn und dann sich an und verabschiedete sich von dem jungen Ehepaar, bevor sie nach draußen trat.

Dort spielten Letitia und Kimberly gerade noch ein wenig mit dem wenigen Schnee, der sich angesammelt hatte. Als die beiden ihre Oma entdeckten, stürmten sie auf sie zu.
„Oma!“ Letitia war die erste die sich an Kaylee klammerte. „Wir wusste gar nicht, dass du kommen wolltest. Schläfst du heute hier?“
Kimberly nahm den Arm im Beschlag. „Du kannst in meinem Bett schlafen und ich schlafe bei Mum und Dad.“ Sie strich ihrem kleinen Onkel liebevoll über die Wange. „Und Kyo auch.“
Lachend strich Kaylee ihren Enkelinnen über das ordentliche Haar, dass mit zwei Haarreifen geschmückt war. Sie konnte sich immer noch nicht dran gewöhnen Oma genannt zu werden. „Nein, ich muss jetzt nach Hause ihr beiden. Elizabeth will ja auch ins Bett gebracht werden. Und ihr beide solltet auch bald schlafen gehen, oder nicht?“
„Machen wir auch.“, beruhigte Kimberly sie grinsend. Eine Lücke hatte sich neben ihrem Schneidezahn gebildet. „Aber Mum war mit uns im Kino, Oma. Und dass war so cool. Vielleicht können wir nochmal alle zusammen gehen. Tia, Lizzy, Mum und du und ich.“
„Ich frage eure Mum mal, und dann können wir das sicher machen.“, stimmte Kaylee ihr zu. „Aber jetzt muss ich los, sonst bekomme ich zu Hause noch ärger. Und ihr beide solltet auch reingehen.“
„Na gut.“
Die beiden drückten ihre Oma noch einmal und liefen dann eilig zurück ins Haus.

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mo März 25, 2013 9:50 pm

An diesem Abend schaffte Kaylee es endlich mal wieder Elizabeth eine lange Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen und auch mit Elijah noch eine Weile zu reden, bevor er einschlief. Kyo übernahm dafür Chase, ein Glück für Kaylee, denn der Kleine hatte heute keine besondere Lust zu schlafen.
Als Chase endlich aus dem Kinderzimmer kam, abgekämpft und müde, seufzte er wohlig. „Wie schön ist die Ruhe, wenn die Kinder dann endlich schlafen, oder nicht?“
Kaylee nickte. Sie schlüpfte schon wieder in ihre Jacke.
„Wo gehst du hin?“, fragte Chase erstaunt. Er hatte gehofft auch noch ein liebevolles Gespräch im Bett zu bekommen, jetzt wo seine Ehefrau endlich mal etwas Zeit hatte.
Kaylee zog eine entschuldigende Grimasse. „Ich wollte nochmal nach Bonita schauen. In den nächsten Tagen soll sie wieder gedeckt werden, aber ich habe das Gefühl etwas stimmt nicht.“
Chase nickte, wenn auch widerwillig. „Na gut.“; seufzte er Achsel zuckend. „Aber ich kann dir leider nicht versprechen, dass ich wach bleibe. Ich bin nämlich hundemüde.“ Zur Unterstreichung gähnte er noch einmal herzhaft, bevor er im Schlafzimmer verschwand.
Kaylee lächelte in sich hinein. Chase war mal wieder mehr als verständnisvoll. Und auch wenn man manchmal dachte, sie würde ihn nicht schätzen, tat sie es mehr denn je.

Jede andere Ehe wäre an den Schwierigkeiten schon gescheitert, da war sie sich sicher, aber ihre Ehe hielt. Und sie würde es für immer, daran zweifelte Kaylee nicht.
Seufzend trat sie in die abendliche Kälte, obwohl der Sommer bald kommen sollte, wirkte der Frühling noch sehr unterkühlt.
Kaylee hoffte, dass das Wetter bald wieder besser war und sie die Pferde auch Nachts draußen lassen konnte. Dass würde den Stuten sicher gut tun, und dem Fohlen sowie so.
Gerade als sie zwischen Haus und Stall stand, flimmerte ein buntes Licht über ihr und Kaylee, in der Hoffnung einen neuen Stern entdeckt zu haben, sah überrascht nach oben.
Sie musste die Augen zusammen kneifen, so hell war das Licht. Es blendete sie.
Plötzlich fühlte Kaylee sich leicht wie eine Feder. Es schien ihr, als würden ihre Füße vom Boden abheben und sie würde fliegen. Oder flog sie wirklich?
Der Hof unter ihr wurde kleiner, oder bildete sie es sich ein? Ihre wurde schwindelig und dann auf einmal war es dunkel um sie herum.

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mo März 25, 2013 10:00 pm

Kaylee fühlte sich schrecklich, als sie am nächsten Morgen in die Dunkelheit blinzelte.
Ihre Arme und ihre Beine fühlten sich schwer an und ihr Kopf schmerzte, als wäre sie vom Pferd gefallen und hätte sich eine Gehirnerschütterung zugezogen.
Was war gestern Abend passiert?
Sie wusste es nicht. Sie wusste nicht, wie sie ins Bett gekommen war und sie wusste nicht, ob sie noch nach Bonita geguckt hatte. Nur ein flimmerndes Licht tauchte immer und immer wieder in ihren Erinnerungen auf. Was war nur los?
Sie hörte wie die Tür aufging und ein Spalt Licht herein schien. Es musste draußen schon hell sein.
„Lee?“ Chase Stimme klang sanft und besorgt. „Liebling, geht es dir besser?“
Kaylees Mund war trocken, als sie antwortete. „Ich weiß nicht.“, murmelte sie halblaut. „Hast du die Vorhänge zugezogen?“
Chase nickte leicht verwirrt. „Du hast mich doch vor einer guten Stunde darum gebeten. Du meintest, dass Licht würde dir Kopfschmerzen machen.“ Er hielt einen Moment inne. „Du bist erst gegen halb sieben Uhr Morgens ins Bett gekommen. War etwas mit Bonita?“
Kaylee setzte sich ein Stück auf und blinzelte ihren Mann verwirrt an. „Ich weiß es nicht.“, gestand sie kleinlaut. Tränen traten ihr für einen Moment in die Augen. Wieso erinnerte sie sich nicht?
Chase wurde noch besorgter. Eilig trat er ans Bett und nahm ihre Hand. „Vielleicht sollten wir ins Krankenhaus fahren?“ Er fühlte sanft ihre Stirn, aber sie war normal warm. „Am besten du bleibst im Bett, ich erkläre es Elijah schon.“
„Nein!“, entfuhr es Kaylee erschrocken. „Er hat heute Geburtstag und da werde ich den Tag nicht im Bett verbringen.“ Sie seufzte und rieb sich die Stirn. „Gib mir fünf Minuten, dann bin ich bei euch.“

„Na gut, wenn du es so möchtest.“ Chase wusste, dass es keinen Sinn machte bei Kaylee gegen an zu reden. Er nickte. „Aber dafür ruhst du dich den Rest des Tages aus, ja?“
„Klar mach ich.“; erwiderte Kaylee und lächelte eilig.
Chase nickte und trat aus dem Schlafzimmer. Er schüttelte noch einmal den Kopf und ging dann zum Kühlschrank, um den Kuchen heraus zu holen, den er gestern im Supermarkt an der Kuchentheke gekauft hatte. Der würde sicher genau so gut schmecken, wie Kaylees.
Seine Frau hielt Wort. Keine zehn Minuten später stand sie im Flur. Noch etwas blass um die Nase, aber ein entzückendes Lächeln auf den Lippen. „Wo ist das Geburtstagskind?“
„Hier!“ Elijah kam grinsend aus dem Kinderzimmer, gefolgt von seiner Schwester Elizabeth. Er schien bestens aufgelegt zu sein an diesem Tag.
Kaylee umarmte ihren hochgewachsenen Sohn liebevoll und tätschelte ihm mit wehmütigem Gesichtsausdruck die Wangen. „Ich kann es noch gar nicht glauben, dass mein Kleiner jetzt auch schon in die High School geht.“ Sie seufzte leise. „Ihr werdet so schnell groß!“
Genau so wie Aiden damals, schmunzelte Elijah, bevor er sich an ihr vorbei drückte um auch seinen Vater zu umarmen. „Mum. Ich bin doch bloß ein Teenager, kein Erwachsener.“
„Aber du wirst immer ihr kleiner Elijah bleiben.“, erinnerte Chase ihn. „Und jetzt puste deine Kerzen aus. Den Kuchen hab ich gekauft, aber er schmeckt bestimmt trotzdem.“
Lachend begab Elijah sich zu seinem Kuchen, dachte einen Moment nach und wünschte sich dann etwas. Er schnitt den Kuchen an und verteilte sie auf die Teller, die Chase ihm gereicht hatte.

„Bekomme ich jetzt mein eigenes Zimmer?“, fragte Elizabeth, als sie alle am Tisch saßen und den Kuchen aßen. Sie sah begeistert aus. „Sicher will Elijah nicht mehr mit mir in einem Zimmer schlafen, oder Elijah?“
Bevor der Junge antworten konnte, mischte Chase sich ein. „Du weißt, dass wir dafür keinen Platz haben, Lizzy. Wir überlegen ob du wieder zu Kyo ziehst.“
„Aber er ist doch noch so klein und heult Nachts.“, widersprach das blonde Mädchen entsetzt.
Chase sah seine Frau nach Hilfe suchend an, aber die Dunkelhaarige schien mit den Gedanken noch ganz wo anders zu sein. Er seufzte innerlich. „Hör zu, Lizzy. Elijah ist jetzt groß und er braucht sein eigenes Zimmer, seine Privatsphäre, dass verstehst du doch, oder?“ Elizabeth nickte zögerlich. „Und du und Kyo versteht euch doch auch noch gut, oder? Dann kannst du erst einmal wieder in das Zimmer ziehen und wenn wir wieder etwas mehr Geld haben, bauen wir eins an, ja?“
Elizabeth nickte, wenn auch leicht beleidigt. Sie zog die Stirn kraus, bei dem Gedanken mit ihrem kleinen Bruder wieder in ein Zimmer zu müssen. Der war so nervig.
„Mach dir nichts draus.“, versuchte Elijah seine Schwester zu trösten. Aber er freute sich sehr über sein eigenes Zimmer. Wenn er einmal ein Mädchen zu besucht hatte, dann würde seine Schwester nur stören. Schon alleine bei den Gedanken wurde er leicht rot, denn da gab es jemanden.
Chase schien die Röte seines Sohnes nicht zu bemerken, er war zu besorgt um seine Frau.

„Mum!“, wieder drängte das aufgeweckte Mädchen sich in den Mittelpunkt. Sie sah ihre Mutter mit ihren dunkelblauen Augen lauernd an. „Wie lange dauert es, bis Broadway erwachsen ist?“
Kaylee schreckte aus ihren Gedanken. Verwirrt blinzelte sie ihre Tochter an. „Wie bitte, Liebling?“
Elizabeth rollte mit den Augen. „Wie lange es dauert, bis Broadway erwachsen ist.“
„Gestern konntest du dich noch kaum von Striker trennen.“, erinnerte Elijah sie leise, ein schelmisches Grinsen auf den Wangen. „Wie willst du dich dann von Broadway trennen?“
Sie streckte ihm ihre rote Zunge raus. „Aber ein eigenes Zimmer will ich viel lieber!“
„Ist ja gut, Kinder.“ Chase sprach ein Machtwort, was ansonsten eigentlich Kaylee Aufgabe war. Aber diese stocherte nur gedankenverloren in ihrem Kuchen herum. Chase wandte den Blick von ihr an und sah zuerst seine Tochter an. „Iss dein Kuchen, der Schulbus kommt gleich. Und du wirst schon noch früh genug dein eigenes Zimmer bekommen, Lizzy.“ Dann sah er seinen Sohn an. „Und du hör auf deine Schwester zu ärgern.“ Er seufzte leise. „Wir sollten jetzt alle zusammen frühstücken.“

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mo März 25, 2013 10:06 pm

Nachdem Kaylee noch eine Weile geschlafen hatte, zog sie es vor sich zu duschen und wieder am Familienleben teilzuhaben. Sie warf einen kurzen Blick in den Spiegel, und hätte am liebsten geseufzt. Sie sah einfach schrecklich aus. Unausgeschlafen, unruhig.
Trotzdem verließ sie das Schlafzimmer, auf der Suche nach dem Rest ihrer Familie.
Chase war in der Küche und spielte mit Kyo, der kichernd nach den grauen Haaren seines Vaters griff. Als Chase sie erblickte, lächelte. „Guck mal wer da ist, Kyo. Deine Mama!“
Das blonde kleine Kind wandte den Kopf und grinste seine Mutter mit den beiden Schneidezähnen fröhlich an . „Da!“, rief er aus und deutete mit seinen kleinen Fingern auf sie.
Kaylee beeilte sich ein Lächeln aufzusetzen, damit Chase sich nicht mehr sorgte. „Hallo mein Spatz.“ Liebevoll küsste sie ihren Sohn auf die Wange. „Beschäftigt Papa dich?“
„Er beschäftigt wohl er mich.“, erwiderte Chase und zog eine Grimasse. „Ich komme zu gar nichts mehr, Kaylee. Ich wollte Abendessen machen, ich wollte sauber machen und ich wollte den Stall ausmisten.“ Er sah seinen Sohn sorgenvoll an. „Aber keine Chance.“
Kaylee kicherte leise. „Was sage ich dir immer? Mit den Kindern kann man kein Geschäft auf machen.“ Sie zuckte zufrieden die Achseln. „Aber ich würde sie um nichts in der Welt eintauschen.“

„Ich auch nicht.“, stimmte Chase ihr überzeugt zu. „Wir haben sogar richtig tolle Kinder. Elijah ist draußen und mistet den Stall für mich aus und Elizabeth hat versprochen aus dem Imbiss was zu holen, damit wir auch alle ein ordentliches Abendessen haben.“
„Und wo bleibt sie?“, Kaylee warf einen unbehaglichen Blick auf die Uhr. Die hatte es nicht gern wenn ihre Kinder im Dunkeln unterwegs waren, obwohl Sunset Valley wirklich eine ziemliche sichere Stadt war. Es konnte immer etwas passieren.“
„Sie ist noch bei Candy vorbei gefahren, weil die Zwillinge ein Video mit ihr gucken wollen.“ Chase schaukelte Kyo ein wenig hin und her, damit der Kleine sich nicht langweilt. „Candy hat angerufen und ich hab Lizzy erlaubt, dass sie da schlafen darf. Also kein Abendessen für uns.“
Lachend tätschelte sie seinen Arm. „Ich mach uns gleich noch schnell etwas. Vielleicht Salat?“
„Oh ja.“ Für Kyo riss Chase seine Augen besonders begeistert auf. „Haben wir Hunger auf Salat? Haben wir? Ja haben wir dass?“, fragte er ihn und kitzelte ihn dabei.
Die Haustür ging auf und Elijah kam herein. „Ich bin fertig.“, erklärte er zufrieden. Ein paar Strohhalme hatten sich in seinem schwarzen Haar verfangen, dass er nun relativ lang trug.
Dankbar strich Kaylee ihm über den Arm, bevor sie zum Kühlschrank ging. „Ich danke dir.“
„Und ich auch.“ Chase schenkte ihm ein Lächeln. „Du hast mir damit eine große Last abgenommen.“

Elijah nickte, den Blick verlegen auf den Boden gerichtet. „Ich dachte...vielleicht kann ich ja auch noch mehr entlasten. Ihr habt viel zu tun, mit der Zucht und Lizzy und Kyo.“ Er zuckte die Achseln. „Ich könnte doch die Pferde nach der Schule ausreiten.“
Verwundert sah Chase erst seine Frau an, dann seinen Sohn. „Ich glaube nicht, dass du das schaffst. Du hast doch noch den Job in der Buchhandlung.“
„Ich weiß, aber ich möchte gern.“ Elijah sah erwartungsvoll an. „Ich finde Broadway ist ein super Fohlen und er sollte trainiert werden. Also, wenn er alt genug ist.“
„Im Prinzip möchtest du, dass wir dir das Fohlen schenken?“, fragte Chase noch überraschter.
Elijah nickte nach kurzen Zögern. „Ihr habt Cowboy doch auch Aiden geschenkt.“
„Damals hatten ich noch keine Zucht.“, antwortete Kaylee, während sie die Tomaten schnitt. „Aiden hatte Cowboy schon lange trainiert und er gehörte ihm praktisch von Anfang an.“
Elijah schöpfte Hoffnung. „Ich trainiere Broadway auch von Anfang an, Mum. Ich verspreche dir, dass ich mich um ihn kümmern werde, direkt nach der Schule und auch Morgens.“

„Dass ist kein Hund, Elijah.“; versuchte Chase seinen Sohn umzustimmen. „Es ist nicht so einfach sich um ein Pferd zu kümmern, und es angemessen zu trainieren. Es braucht Zeit und Ruhe.“
„Und die hast du nicht.“ Kaylee nickte sich selbst bestätigend. „Du musst deine Schule machen, damit du später aufs College kannst oder einen guten Beruf findest. Außerdem müssen wir Broadway verkaufen. Deine Schwester will ein eigenes Zimmer.“
Unzufrieden, aber sich damit abfinden nickte Elijah schließlich. „Ich geh in mein Zimmer.“, erklärte er, und warf einen letzten Blick auf das Abendessen. „Ich hab keinen Hunger.“
Kaylee seufzte leise. „Na gut, Liebling. Dann gute Nacht.“

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Mo März 25, 2013 10:13 pm

Unwohl rutschte Elijah auf dem roten Bezug des Sitzes hin und her, bedacht darauf es so zu machen, dass Tiffany es nicht wirklich mitbekam.
Das blonde Mädchen, groß gewachsen und ein wenig pumliger, warf ihm einen belustigten Blick zu, der Elijah wie so oft erröten ließ.
Er wandte den Blick ab und begann die Bäume am Straßenrand zu zählen. Das beruhigte ihn.
Tiffany war cool. Sie war so ganz anders, als die anderen Mädchen, die Elijah kennen gelernt hatte. Sie war taff und selbstbewusst, und machte aus allem ihr eigenes Ding. Sei es ihre Klamotten oder der Unterricht. Man konnte damit rechnen, dass Tiffany etwas besonderes daraus machte.
„Warum bist du so ruhig und gleichzeitig unruhig?“ Sie sah ihn von der Seite an, er spürte es.
Elijah hörte auf die Bäume zu zählen. Aber er wandte den Kopf nicht in ihre Richtung. „Keine Ahnung. Ich denke wohl nach.“
„Über was?“
„Ob du mein Haus magst.“; gestand er ihr zaghaft. „Und meine Familie. Wir sind halt alle ein wenig...chaotisch würde ich sagen.“ Bei den Gedanken an seine Familie musste er lächeln. Es lief nicht immer alles wie geplant, aber am Ende war es mehr als perfekt.
Tiffany tätschelte seine Arm, zärtlicher als man es bei dieser robusten Person erwarten konnte. Als er nun zur ihr herüber sah, hatte sie ein zuversichtliches Lächeln auf den Lippen. „Ich mag chaotische Familien.“, gestand sie. „Meine Familie ist...langweilig.“

Elijah wusste was sie meinte. Tiffany gehörte zu den Jungesel-Landgraab Sprösslingen, auch wenn man es ihr nicht ansah. Sie schien eine kleine Rebellin in der Familie zu sein.
„Außerdem habt ihr Pferde.“ Sie grinste schief. „Ich wollte früher immer ein Wildpferd haben, aber meine Eltern wollten mir unbedingt ein vollkommen trainiertes aus der Reithalle kaufen.“
Elijah lachte leise. Darauf wäre seine Mutter niemals gekommen. Er entspannte sich ein Stück weit. „Unsere Pferde sind aber auch keine Wildpferde mehr. Obwohl, das Pferd meines Bruders Aiden, dass ist das Kind ein Wildpferdes, dass meine Mum mal aufgenommen hat.“
Der Hof tauchte vor ihnen aus, und Tiffany warf sich fast ganz über Elijah, damit sie ihn erblicken konnte. „Wow.“, staunte sie ehrfürchtig. „Euer Hof ist wirklich schön.“
Er folgte ihrem Blick, sah aber nur das kleine blaue Haus und den roten Stall daneben. Es war nichts besonderes in seinen Augen. „Danke.“, erwiderte er trotzdem freundlich.
„Und die Aussicht die ihr hier habt. Gott! Ihr könnt direkt auf das Mehr schauen.“
„Aber das könnt ihr doch auch. Oder nicht?“
Tiffany rollte mit ihren grünen Augen. „Mach ich nur einen Schritt an die Klippe springt Mum vor mich und verfrachtet mich ins Haus. Sie hat Angst, ständig.“

Sie stiegen aus, verabschiedeten sich bei dem Busfahrer. Unschlüssig standen sie vor dem Haus.
„Wollen wir nicht reingehen?“, fragte Tiffany belustigt. Durch die Glastür erspähte sie niemanden, und ruhig war es auch. „Sind deine Eltern nicht da?“
„Mum lässt sicher gerade Bonita decken und Dad ist mit Kyo im Stall, denke ich.“ Bei dem Gedanken mit Tiffany in das Zimmer zu gehen, dass er sich noch mit seiner Schwester teilte, vergingen ihm die Nerven. Er tippte dreimal mit der Fußspitze auf den Boden, um sich zu beruhigen. „Vielleicht fahren wir besser in die Stadt, Tiff. Hier ist es langweilig und es wird sicher auch gleich voll, wenn meine Schwester nach Hause kommt.“
„Und die Pferde?“, fragte sie leicht betrübt.
Elijah tätschelte aufmunternd ihre Schulter. „Die wirst du früh genug sehen, versprochen. Lass uns aufs Frühlingsfest gehen. Ich bin gerade flüssig, lade dich auf Pommes ein.“
„Wie romantisch.“, scherzte sie und folgte ihm zur Straße, wo die beiden das nächste Taxi anhielten und sich zum Stadtkern bringen ließen.

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Re: Das Flüstern der Pferde

Beitrag  Finplay8 am Fr März 29, 2013 4:21 pm

„Siehst du?“ Elijah hielt ihr die gelbe Taxitür auf. „Viel besser als mein langweiliger Hof, oder dein großes Haus, oder?“
Lachend stimmte sie ihm zu. Sie hatte ein wirklich schönes Lachen. „Viel besser, Elijah.“
Die beiden schlenderten auf das Festgelände und sahen sich um.
„Früher, als ich klein war, konnte ich mich gar nicht entscheiden, wo ich als erstes hin wollte. Meine Mutter musste mich manchmal stundenlang suchen, weil ich alleine auf Erkundungstour gegangen bin.“; erzählte Elijah grinsend. „Sie war wirklich fuchsteufelswild.“
„Wir sind nie aufs Fest gegangen.“
Elijah sah seine Begleitung überrascht an. „Ihr seid nie hier gewesen?“
Tiffany schüttelte den Kopf. „Mum und Dad halten nicht viel hier von. Sie sagen es ist ein Treffpunkt für die untere Schicht, und da gehören wir nicht zu. Also haben sie, wenn alle meine Freunde an den Festtagen hier her kamen, ein großes Bankett gegeben, wo ich mit einer riesigen Schleife brav auf meinem Stuhl sitzen musste.“ sie gähnte gespielt. „Es war tot langweilig.“
„Kann ich mir vorstellen.“ Elijah sah zu Boden. Er konnte sich nicht vorstellen, dass irgendjemand so dachte. Schichten und Erfolg und so etwas. Was zählte dass schon?
„Ich hab was falsches gesagt.“, interpretierte sie sein Schweigen besorgt, doch Elijah schüttelte den Kopf.
„Nein, ich war nur einen Moment in Gedanken, tut mir Leid.“
„Worüber?“ Sie wollte alles wissen.
Elijah sah ihr direkt in die grünen Augen, die ihn schon von Anfang an fasziniert hatten. „Wie du so sein kannst, wenn deine Eltern so anders sind.“ Er sah sie lächeln. „Ich meine, du bist so vertrauensvoll und lustig und gut drauf. Und so...du! Ohne irgendwelche Grenzen zu sehen.“

„Und meine Eltern sind langweilige Snobs.“, vollendete sie seine Erklärung lachend.
„Dass hast du gesagt.“ Er grinste.
„Weil ich Recht habe, Elijah.“, erwiderte sie ruhig. „Meine Eltern sind schlimm, aber deswegen muss ich nicht so sein. Ich will lieber ich sein. Ich will so rum laufen.“ Sie deutete auf ihre knappe Shorts. „Und ich will tun und lassen was ich will.“
„Und deine Eltern sagen nichts dazu?“
Sie zuckte die Achseln. „Ständig. Aber mir ist es egal. Ich versuche mir ein Beispiel an Austin zu nehmen. Er ist älter als ich, aber meine Eltern sind mit seinen gut befreundet. Er...hat gerade geheiratet und zwar seine langjährige Freundin, die seine Eltern nicht leiden können. Die beiden haben sogar schon ein kleines Kind. Verrückt oder?“
Elijah fand es gar nicht verrückt seinen Wünschen und seinem Herzen zu folgen. Genau das wollte er immer tun, so wie seine Mutter es tat. „Ich finde es mutig.“
„Es ist mutig.“ Tiffany zwinkerte ihm zu, dann deutete sie auf die Rollschuhbahn. „Wie wäre es wenn wir ein paar Runden drehen. Dass habe ich zum Beispiel auch noch nie gemacht.“
Überrascht folgte Elijah herüber zu der Rollschuhbahn, die extra für das Fest her geschafft wurde.
„Was ist?“, fragte er verwundert, nachdem Tiffany zögerlich am Rand stehen geblieben war.
Sie lächelte bescheiden. „Ich...ich hab Angst.“; gestand sie vor Scham lachend. Sie rieb sich die Arme, als würde sie frösteln. „Keine Ahnung. Es sieht nicht besonders leicht aus.“
„Ist es aber.“, versprach Elijah Augen zwinkernd. Er fuhr zurück zum Rand und reichte ihr freundlich eine Hand. „Ich helfe dir, wenn du magst. Es ist wirklich nicht schwer.“

Nach kurzem Zögern nickte Tiffany, und setzte vorsichtig einen Rollschuh auf die Fahrbahn. Erschrocken sah sie Elijah an, als sie ein wenig weg rollte.
„Keine Angst, du fällst nicht hin. Und wenn doch fange ich dich auf.“; versprach er schmunzelnd. Mit Freude sah er zu, wie er ihr vertraute und endlich auch den anderen Fuß auf die Fahrbahn stellte.
Zusammen fuhren sie schweigend ein paar Runden um Kreis, sich immer an der Hand haltend.
„Danke.“, murmelte Tiffany schließlich und warf ihm einen schüchternen Blick zu.
Elijah sah auf. „Wofür?“
„Für den tollen Tag. Ich...ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß.“
Elijah blieb stehen, drehte sie sanft, so dass sie vor ihm stand und sie beide nun ihren ganz eigenen kleinen Kreis fuhren. „Dafür musst du dich nicht bedanken, Tiffany. Sondern ich, dass du mich begleitet hast. Es sind ja nicht sonderlich viele, die mit mir befreundet sein wollen.“
„Vielleicht war das in der Grundschule so, aber jetzt ist es anders.“; erwiderte sie überzeugt. „Ich höre oft wie die Mädchen über dich reden. Wie gut du aussiehst. Sie werden in den nächsten Tagen wohl Reihenweise bei dir anstehen.“

Elijah errötete leicht. Er konnte sich nicht vorstellen, dass jemals jemand so an ihr interessiert sein würde. Schon gar nicht von den älteren Mädchen... „Und wenn schon.“, antwortete er schließlich eigensinnig. „Ich bin jetzt mit dir hier.“
Tiffany drückte seine Hand, er konnte es spüren. „Und darüber freu ich mich, wirklich.“
Elijah lächelte. „Vielleicht können wir das öfter machen. Also, wir müssen jetzt nicht unbedingt immer aufs Fest gehen, aber wir könnten zum Beispiel ins Kino, oder Essen gehen.“
„So als Date?“, schmunzelte Tiffany. Sie setzte eine nachdenklich Miene auf. „Gerne!“, sie strahlte ihn an.
Elijah nickte glücklich. Vielleicht hatte er bald seine erste Freundin.

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