Mond-Fees Geschichtensammlung

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Mond-Fees Geschichtensammlung

Beitrag  Mond-Fee am Sa Jul 07, 2012 9:05 pm

Was genau erwartet mich hier?
Eine kleine Ansammlung von Kurzgeschichten meinerseits die sich allesamt in meiner neusten Nachbarschaft ansiedeln werden.

1. The Story of Tiga

The secret side of me, I never let you see
I keep it caged, but I can't control it
So stay away from me, the beast is ugly

It's scratching on the walls, in the closet, in the halls
It comes awake, and I can't control it
Hiding under the bed, in my body, in my head
Why won't somebody come and save me from this?

Make it end!


2. Starrish Family!


Zuletzt von Mond-Fee am Di Dez 25, 2012 6:17 pm bearbeitet; insgesamt 5-mal bearbeitet
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The Story of Tiga

Beitrag  Mond-Fee am So Jul 08, 2012 6:39 pm


„Tiga! Tiga warte!“
„Wer bist du?“
Der Rotschopf drehte sich um und erblickte in etwa sechs Meter Entfernung einen Jungen der ungefähr im selben Alter wie er selbst zu sein schien.
„Ich habe dich vorhin bei den Pfadfindern gesehen.“
„So? Und? Wer bist du? Was willst du von mir?“
„Ich heiße Oliver. Oliver Beck. Ich bin neu hier in der Gegend.“
Und?“
Tiga wurde langsam ungeduldig, was viel diesem Burschen bloß ein ihn schief von der Seite anzuquatschen?
„Und… ich würde dich gerne kennen lernen.“ Oliver lächelte den Rothaarigen verunsichert an und kratzte sich etwas verlegen am Hinterkopf.
„Wieso das denn?“
„Weil… weil du interessant bist.“ erklärte Oliver ohne weitere Umschweife und grinste.
„Interessant?“ wiederholte dieser und wirkte etwas verwirrt. „Wie kommst du darauf?“
„Ich hab dich vorhin beobachtet. Bei den Pfadfindern. Du bist ein ziemlicher Einzelgänger.“
„Kann schon sein~“ meinte Tiga und wandte sich dem Gehen zu. Dieses Gespräch wurde ihm eindeutig zu schräg. Was für ein komischer Vogel. Interessant? Das ich nicht lache, dachte Tiga und schüttelte den Kopf.
„Warte! Geh noch nicht! Ich würde dich wirklich gerne kennen lernen.“
„Wie heißt du nochmal?“ Tiga hatte sich wieder dem Jungen zugewandt und betrachtete diesen nun eingehend. Schokoladenbraune Haut, ebenso dunkles, kurz geschorenes Haar und tiefbraune Augen.
„Oliver. Ich heiße Oliver.“
„Ich habe aber kein Interesse daran dich kennen zu lernen.“
„Oh…“ Oliver wirkte sichtlich enttäuscht und schaute Tiga schweigend nach, wie dieser den Fahrradständer ansteuerte und sein Rad holte.
„Das werden wir ja noch sehen~ wart’s nur ab, Tiga!“

„Oliver, wie war’s in der Schule?“
„Ganz gut Mama.“
„Hast du ein paar nette neue Freunde finden können?“
„Ja, ein paar Sims aus meiner Klasse sind wirklich ganz nett.“
Gedankenverloren stocherte Oliver in seinen Makkaroni mit Käse während seine Mutter und sein Vater leicht verwunderte Blicke wechselten. Sie hatten mit mehr Euphorie seitens ihres Sohnes gerechnet. Doch Oliver schien heute während des Abendessens nicht sonderlich redselig. Die Gedanken des Burschen waren woanders, waren bei Tiga, dem Jungen, der sich heute binnen weniger Sekunden in Olivers Leben geschlichen hatte und ihm nun keinen klaren Gedanken mehr fassen ließ.
Tiga besuchte Olivers Parallelklasse, die 4a, gehörte aber derselben Pfadfindergruppe wie Oliver selbst an~ mit dem Unterschied das Tiga bereits eine beachtliche Anzahl an Verdienstorden hatte von denen Oliver zurzeit nur träumen konnte. Aber das würde sich auch noch ändern. Schließlich war heute nicht nur Olivers erster Schultag an der Gemeinschaftsgrundschule in Sunset Valley gewesen, sondern auch sein erster Tag bei den Pfadfindern.
Die Gruppe setzte sich aus insgesamt acht Kindern zusammen die aus verschiedenen Klassen bunt zusammen gewürfelt waren und sich in Alter und Geschlecht unterschieden und somit eine bunte Mischung ergaben. Während die Meisten von ihnen Oliver freundlich hatten in ihre Gesellschaft aufgenommen war es Tiga gewesen, der den Neuen komplett ignoriert hatte und sich auch generell nur wenig um seine Mitpfadfinder zu interessieren schien. Bei der heutigen Gruppenarbeit war er der Einzige gewesen, der alleine gearbeitete hatte und den Kontakt zu den anderen Kindern vermieden hatte.
Das allein war schon Grund genug für Oliver gewesen das sein Interesse an den Rotschopf geweckt worden war. Aber auch so erregte Tiga einen mysteriösen und irgendwie geheimnisvollen Eindruck. Und wenn es eines für Oliver zu lösen gab, dann interessante Rätsel~ wie Tiga es allem Anschein nach war.

„Oliver, der Schulbus kommt gleich.“
„Ich weis Mama, ich muss nur noch eben Bones füttern.“
„Aber beeil dich. Du hast selbst auch noch nicht gefrühstückt!“
Hastig griff Oliver nach der Dose mit dem Schlangenfutter, streute seiner Hundekopfschlange ein paar Flocken ins Gehege und betrachtete sie noch einen Augenblick lang gedankenverloren bevor er in die Küche stürmte wo seine Mutter bereits mit dem Frühstück auf ihn wartete.
„Und umgezogen hast du dich auch noch nicht!“
Wenig später trudelte zeitgleich mit dem Schulbus für Oliver auch die Fahrgemeinschaft für seinen Vater ein und holte diesen zur Arbeit. Olivers Vater, Jackman Beck, arbeitete zurzeit als Spitzel bei der hiesigen Polizei und verdiente mit 40§ die Stunde schon nicht schlecht.
Im Bus angekommen musste Oliver mit Enttäuschung feststellen, das Tiga allem Anschein nach auch heute mit dem Rad zur Schule fahren würde denn in den gut besetzten Sitzreihen war von dem Jungen nichts zu sehen.
Während der gut 15minütigen Fahrt in Richtung Grundschule schweiften Olivers Gedanken immer wieder zu dem Rotschopf ab. Sie hatten gestern vielleicht sechs, sieben Sätze miteinander gewechselt, mehr nicht, und trotzdem wollte Oliver Tiga nicht mehr aus dem Kopf gehen.
Tigas Augen sind genauso intensiv grün wie die Schuppen von Bones, dachte er mit einem Mal und musste über diese Feststellung breit grinsen. Einige der anderen Schüler im Bus warfen ihm daraufhin skeptische Blicke zu, ein Mädchen wagte es sogar Oliver einen Vogel zu zeigen, doch das störte den Jungen nur wenig.
Er war fest entschlossen Tiga besser kennen zu lernen, koste es ihm was es wolle.

Das Schicksal schien auf seiner Seit zu sein, denn wie der Zufall es wollte war Tigas Klassenlehrerin heute unerwarteter Weise krank geworden und deswegen musste die 4a aufgeteilt werden und so kam es, dass Tiga und Oliver während der Mathestunde beisammen saßen und sich minder interessiert die Erklärungen ihres Mathelehrers anhören durften.
Während Oliver wenigstens versuchte dem Matheunterricht zu folgen und einige Notizen in seinem Schulheft zu hinterlassen, zeigte Tiga nicht einmal den Versuch den Erklärungen des Mannes zu lauschen. Stattdessen starrte er gelangweilt aus dem Fenster und hatte begonnen die Blätter an den Bäumen zu zählen.
„Tiga, pass auf!“ ermahnte ihn Oliver, doch die Worte des Braunhaarigen verhallten ungehört.
„Keine Lust. Mathe ist langweilig.“
„Aber Tiga!“
„Hör auf mir Vorschriften machen zu wollen, Streber!“

Obwohl Tiga wenig Lust hatte, verbrachten er und Oliver die beiden Hofpausen gemeinsam. Oliver nutzte diese gemeinsame Zeit und berichtete von seiner alten Schule, seinen damaligen Klassenkameraden und seinen früheren Lehrern. Tiga hörte gelangweilt zu und gähnte ab und an. Irgendwann brach Oliver mitten im Satz ab und schaute Tiga gekränkt an.
„Dich interessiert das alles nicht, oder?“
„Nicht wirklich.“
„Wieso bist du immer so gemein zu anderen?“
„Wie kommst du denn jetzt da drauf?“
„Alle aus deiner Klasse meiden dich, auch die Leute bei den Pfadfindern mögen dich nicht sonderlich. Du bist gemein und abweisend, weist du das?“
„Ich weis.“
Tiga zuckte gelassen mit den Schultern. „Sag mir was Neues.“
Ungläubig starrte Oliver seinen Schulkameraden an.
„Du weist? Das ist alles?!“
„Was soll ich dir denn noch sagen? Ich weis das ich ein Arsch bin, und?“
Olivers Augen weiteten sich umgehend und er schaute Tiga geschockt an. Noch nie hatte er jemanden in seinem Alter getroffen, der das Wort Arsch so offen in den Mund genommen hatte. Generell war er noch niemanden begegnet der in diesem Alter schon so abgebrüht wie Tiga zu sein schien.
„Hör zu Oliver; nur weil du Neu bist heißt das doch noch lange nicht, dass du nun meinen Samariter spielen musst, ok? Lass mich einfach in Ruhe. Leb meinetwegen in deiner rosaroten Ponyhofwelt aber halt dich aus meinem Leben raus, kapiert?“

Oliver hatte sich fest vorgenommen Tigas Worte zu beherzen und ihn einfach zu vergessen. So ein ungehobelter Typ wie Tiga es war verdiente auch keinerlei Aufmerksamkeit. Doch so sehr sich Oliver auch bemühte, irgendwie wollte es ihm einfach nicht gelingen den Rotschopf aus seinen Gedanken zu verdrängen.
Selbst als er seine Mutter in den Supermarkt begleitete um ein paar Lebensmittel für das heutige Abendessen einzukaufen kreisten seine Gedanken immer wieder nur um den Bengel aus der 4a.
Während Fiola, Olivers Mutter, sich durch die Regal schob, hatte sich der Junge dazu entschlossen draußen zu bleiben und Brutus, dem Familienhund, ein bisschen Gesellschaft beim Warten zu leisten.
Dabei wurde er eher ungewollt Zeuge eines Gesprächs das ihn Tiga einmal mehr ins Gedächtnis rief.
„Dieser ungezogene Bengel. Alle Waschbecken und Duschen im Schwimmbad hat er mit seinen Streichen manipuliert. Als der Herr Pfarrer sich abgeduscht hatte, trat er mit einem Mal mit grünen Haaren aus der Dusche. Könne sie sich das vorstellen?“
„Schlimm! Eine Schande. Und dass die Eltern da nichts machen!“
„Tss~ die sind doch auch nicht viel besser. Sie ist ja schon wieder schwanger.“
„Hoffentlich wird das nicht noch so ein Rotzblag“
„Eine Schande! Eigentlich ein Fall fürs Jugendamt.“
Tiga schien also nicht nur in der Schule einen äusserst schlechten Ruf zu genießen, auch die anderen Anwohner der Stadt waren schlecht auf den Jungen zu sprechen. Konnte man den Worten der beiden älteren Damen Glauben schenken, dann war dies auch wenig verwunderlich. Tiga schien wirklich ein kleiner Satan zu sein.


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The Story of Tiga

Beitrag  Mond-Fee am So Jul 08, 2012 7:09 pm

"Tiga? Oh, über Tiga kann ich dir leider gar nicht sonderlich viel erzählen Oliver. Das tut mir wirklich leid."
Mrs. Richman, Olivers Klassenlehrerin, bedachte den Jungen mit einem entschuldigenden Lächeln.
"Aber wieso erkundigst du dich nach ihm?"
"Reine Neugierde."
"Hm~ achso. Hmm~"
Die blonde Sima kratzte sich am Hinterkopf, so als würde sie überlegen.
"Du scheinst ihn zu mögen, habe ich recht? Ihr habt die letzten Tage öfter mal auf dem Schulhof beisammen gestanden, kann das sein?"
"Ja, schon. Aber mögen wäre übertrieben. Tiga scheint mich zumindest nicht sonderlich zu mögen."
Oliver machte ein betretenes Gesicht und erinnerte sich an die Ereignisse der letzten Tage. Er war zwar immer mal wieder mit dem Rotschopf ins Gespräch gekommen, aber eine wirkliche Konversation hatten die Beiden eigentlich nie zu stande gebracht. Tiga blockte immer wieder ab und machte eine richtige Unterhaltung damit nahezu unmöglich.
"Tiga ist wirklich nicht ganz leicht."
Mrs. Richman nickte der Aussage zu.
"Es ibt ein paar Gründe die Tigas Verhalten erklären könnten, aber die wenigstens Sims in der Gegend kennen diese Gründe wirklich. Stattdessen halten sich viele üble Gerüchte die nicht nur Tiga selbst betreffen, sondern die ganze Familie Ansten.
Es ist doch immer dasselbe mit den Gerüchten."
Die Lehrerin seufzte schwer auf, kramte ihre Materialien zusammen und erhob sich von ihrem Stuhl.
"So, du solltest jetzt aber auch langsam nach Hause gehen Oliver. Es ist schon spät."
"Ich muss noch zu den Pfadfindern." erklärte Oliver und packte ebenfalls hastig seine Sachen beisammen.
"Bei den Pfadfindern ist Tiga doch auch, oder?. Eigentlich komisch, dass der Bursche dort überhaupt angenommen wurde. Wo sein Charakter doch alles andere als Teamfähig ist. Naja, vielleicht hat die Pfadfinderei ja einen positiven Einfluss auf ihn."

"Du Tiga, ich wollte fragen ob du nicht Lust hast und nachher noch ein bisschen zu mir kommen möchtest. Wir könnten noch ein bisschen zusammen im Garten spielen oder so."
"Wieso sollte ich Lust haben mit dir zu spielen?"
"Na, weil... wegen..."
"OLIVER! TIGA! Noch ein Wort von euch Beiden und ihr verbringt die restliche Zeit vor der Tür. Ich habe nichts dagegen wenn wir uns miteinander unterhalten, aber nicht wenn euch wichtige Dinge erklärt werden."
"Entschuldigen sie Mr. Wood!"
"Tschuldigung..."
"Das haben wir jetzt davon!" zischte Tiga seinen Sitznachbarn böse an.
"Als wenn dich das interessieren würde. Du passt doch sowieso nie auf."
"TIGA! OLIVER! VOR DIE TÜR, SOFORT!"
"Ja, entschuldigen sie Mr. Wood."
"Tschuldigung..."

"Also? Kommst du nachher vorbei?"
"Wenn du dann endlich aufhörst zu nerven, na gut."
"Ok, super!"

Leise vor sich hingrummelnd hatte Tiga neben Oliver im Bus Platz genommen. Mr. Wood hatte seine Drohung wirklich wahr gemacht und die beiden Jungen hatten die restliche Stunde vor der Tür verbringen müssen. Dementsprechend schlecht gelaunt war Tiga nun auch.
"Alles deine Schuld."
"Ich hab doch gesagt, dass es mir wirklich leid tut."
Oliver kratzte sich verlegen am Hinterkopf. "Viel mehr kann ich doch auch nicht machen, oder?"

Als sie nach der viertelstündigen Busfahrt bei Oliver zu Hause ankamen, wurden sie von dessen Mutter bereits herzlich begrüßt.
"Oh, wie ich sehe hast du einen Freund mitgebracht?"
"Ma,a darf ich vorstellen, das ist Tiga."
"Ach, sehr erfreut dich kennen zu lernen, Tiga. Geht ihr in die selbe Klasse?"
"Parallelklasse." kam es von dem Rotschopf knapp und er schaute sich wenig interessiert in dem kleinen Garten der Familie um.
"Aber wir sind in der gleichen Pfadfindergruppe!" ergänzte Oliver rasch.
"Vielleicht kann Tiga ja mal bei uns übernachten oder so?"
"Ja, aber gerne doch. Wenn Tiga das möchte? Das ist jedenfalls kein Problem."

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The Story of Tiga

Beitrag  Mond-Fee am So Jul 08, 2012 7:49 pm

Oliver gelang es im Laufe der nächsten Tage soetwas wie eine Freundschaft mit Tiga aufzubauen. Auch wenn es ihn einiges an Nerven und Mühen kostete, irgendwann hatte er den Punkt erreicht, an dem Tiga ihm zumindest nicht mehr mit einer grundliegenden Abneigung entgegen trat.
Die Pausen verbrachten die beiden Jungen meistens gemeinsam, auch zum Mittagessen teilten sie sich meist einen der Tische die etwas abseits der Massen standen und plauderten über belanglose Dinge. Und genau das war es, was Oliver noch immer zur Verzweiflung brachte. Zwar hatte er Tiga mittlerweile als Freund gewinnen können, doch ihre Gespräche kreisten meist nur um den üblichen Klatsch und Tratsch den man überall in der Stadt zu hören bekam. Wirklich tiefgründige Themen wehrte Tiga noch immer ab. Themen wie beispielsweise seine Vergangenheit wusste der Rotschopf genau zu umgehen.

"Hast du Lust am Wochenende etwas mit mir zu unternehmen?"
"Ich weis nicht,... wenn's denn sein muss."
Oliver lachte, mittlerweile hatte er sich an Tigas patzige Antworten gewöhnt.
"Weist du Tiga, wenn du möchtest kannst du am Samstag bei mir übernachten."
"Hm~"
"Meine Mama hat da nichts gegen."
"Ich weis."
"Und deine?"
"Keine Ahnung. Interessiert mich auch nicht."
Tiga griff nach seiner Fanta und trank einen großen Schluck während Oliver begann ihn ausgiebig zu musstern.
"Wie Interessiert mich auch nicht. Du musst das doch mit ihr abklären. Oder hat dein Papa bei euch die Fäden in der Hand?"
"Nein. Aber meine Mum interessiert das nicht sonderlich. Ihr ist egal wo ich mich herum treibe."
"Was?"
Oliver wirkte entsetzt.
"Ist das dein Ernst?"
"Wieso sollte ich dich anlügen? Natürlich ist das mein Ernst."

"Tiga, wir müssen die etwas Wichtiges mitteilen."
Tiga blickte von seinem Teller auf und schaute seinen Vater aus monoton dreinblickenden AUgen an.
"Was denn?"
Es herrschte eine bedrückte Atmosphäre am Tisch und Sally und Ian, Tigas Eltern, wechselten flüchtige Blicke. Sally wirkte verunsichert, nahezu verängstigt.
"Ian, ich weis nicht ob..."
"Schon gut mein Schatz, er wird es verstehen."
Ian schenkte seiner Frau ein beherztes Lächeln und nickte ihr aufmuntern zu.
"Schatz, was Papa und ich dir sagen möchten ist... nun, also... wir erwarten ein Baby. Du bekommst bald ein kleines Geschwisterchen. Eine Brüderchen oder ein Schwesterchen. Ist das nicht toll?"
"TOLL?!"
Tiga war mit einem satz von seinem Platz aufgesprungen, riss dabei seinen Teller mit sich, sodass sich die Nudeln über den ganzen Tisch verteilten und starrte seine Mutter aus weit aufgerissenen Augen an.
"IST DAS NICHT TOLL?! NEIN! DAS IST NICHT TOLL!"
Sally schluckte schockiert und auch Ian wirkte für einen Moment überfordert, so verblüfft war er von der heftigen Reaktion seines Sohnes.
"Aber Tiga!"
"NEIN! WIESO? WIESO BIST DU SCHWANGER?!"
"Weil... freust du dich denn gar nicht?"
"Nein! Nein, nein, nein! Ich will kein Geschwisterchen! Zur Hölle mit euch! Zur Hölle mit der Missgeburt in deinem Bauch!"
Tiga stürmte aus dem Raum, lief dabei die Haustür laut scheppernd hinter sich ins Schloss fallen und stürmte durch die Dunkelheit ausser Sichtweite.
Ian und Sally starrten ihrem Sohn wie versteinert nach.
"Das... das..." Erste Tränen rannen der Frau über die Wangen, sie begann bitterlich zu schluchzen.
"Was ich auch machen, ich mache es falsch!"

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Re: Mond-Fees Geschichtensammlung

Beitrag  Mond-Fee am So Jul 08, 2012 8:20 pm

"Was machst du denn hier? Wir haben es gleich Mitternacht! Wieso bist du nicht zu Hause?"
"Darf ich... rein kommen?"
Oliver trat einen Schritt bei Seite und lief Tiga passieren.
"Ich hoffe ich störe nicht."
"Was machst du überhaupt hier?"
Tiga schaute Oliver gequält an. Der Rotschopf wirkte unnatürlich blass, seine sonst so intensiv funkelnden grünen Augen hatten jeglichen Glanz verloren, sie wirkten gläsern, wie Murmeln.
"Meine Mama... meine Mama sie... sie ist..."
"Tiga?" Oliver schaute seinen Freund besorgt an und nahm ihn zögerlich in den Arm. Eigentlich hatte er damit gerechnet das Tiga sich diese Art von Körperkontakt nicht lange gefallen lassen würde und sofort beginne sich gegen eine Umarmung zu wehren, doch dem war nicht so. Tiga tolerierte die Umarmung, zeigte nicht einmal ein kurzes Zeichen der Ablehnung, stand einfach nur da.
Dann kullerten die ersten Tränen seine blassen Wangen hinab und er begann fürchterlich zu schluchzen und zu schniefen.
Oliver war mit dieser Situation vollkommen überfordert. Am liebsten hätte er umgehend seine Mutter zu Hilfe gerufen, doch diese war mit seinem Vater gerade noch in der Stadt unterwegs, Jakeman hatte sie ins Theater eingeladen und auf die Frage hin, ob Oliver sich trauen würde ein paar Stunden allein zu Hause zu bleiben hatte der Bursche mit einem eifrigen Nicken geantwortet. Nun bereute er dieses.
"Komm Tiga. Es ist alles in Ordnung."
"Nichts ist in Ordnung. GAR NICHTS ist in Ordnung."
"Komm, wir gehen in mein Zimmer, machen es uns bequem und du erzählst mir, was vorgefallen ist, ja?"

Willenlos ließ sich Tiga von dem Jungen in dessen Kinderzimmer führen, nahm dort auf dem Hochbett platz und begann seinem Freund bereitwilliig von der neuen Schwangerschaft seiner Mutter zu berichten.
Oliver erwies sich als guter Zuhörer, nickte ab und an und stellte sonst keinerlei Zwischenfragen, er ließ Tiga erzählen und war verblüfft wie offen der Rotschopf mit einem Mal zu ihm sprach.
Sonst hatte Tiga sich immer veredeckt gehalten, jedesmal wenn sich die Beiden unterhalten hatten, hatte Oliver das Gefühl gehabt nicht ganz schlau aus Tiga und dessen Antworten zu werden. Nun jedoch hatte er erstmalig das Gefühl wen wahren und einzigen Tiga vor sich sitzen zu haben und sog jedes einzelne seiner Worte wie ein Schwamm in sich auf. Die Worte brannten sich in sein Gedächtnis und sollten dort auf ewig verweilen. Endlich schien er seinem Ziel einen kleinen Schritt näher gekommen zu sein.

"Weist du was? Ich denke es ist das Beste, wenn du dir jetzt ein wenig schlaf gönnst und dich erholst."
"Meinst du?" Tiga wirkte mit einem Mal so schwach und zerbrechlich, das Oliver es beinahe mit der Angst zu tun bekam. Vorsichtig strich er seinem Freund über den Rücken.
"Ja, das meine ich. Und morgen schauen wir dann weiter, einverstanden?"
"Ok... einverstanden."
Hastig kramte Oliver noch seinen alten Schlafsack hervor, bereitete Tiga eine kuschelige Nachtstätte vor und schlüpfte dann ebenfalls ins Bett.
"Schlaf gut Tiga."


Was ist Leben?
Ist die Zeit die Unendlichkeit?
Werd ich es schaffen
ohne Schutz, ohne Geborgenheit?
War ich Liebe?
Oder nur der Drang nach Sinnlichkeit?

Ist es Unschuld
welche noch mein Herz erfüllt?
Ungewissheit
von der Dunkelheit verhüllt.
War ich Liebe?
Oder nur der Drang nach Sinnlichkeit?
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