Bluegacy - Heute mach ich blau!

Seite 4 von 12 Zurück  1, 2, 3, 4, 5 ... 10, 11, 12  Weiter

Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Sa Apr 07, 2012 12:16 pm

„Mum.“ Lou öffnete mir mit einem erfreuten Lächeln die Tür, und ließ mich eintreten. „Wie schön, dass du mich besuchen kommst. Mit dir hab ich gar nicht gerechnet.“
„Luftveränderung.“, murmelte ich bloß und wedelte mir etwas Luft zu, Hitzewallung überfielen mich von Tag zu Tag aufs Neue. Eine Begleitung meiner Wechseljahre.
„So schlimm?“ Lou zwinkerte mir verschwörerisch zu, während sie mit einer einfach Handbewegungen ein paar Klamotten vom Boden aufsammelte und sie auf das kleine Sofa beförderte. „Dabei dachte ich, dass es ohne mich etwas ruhiger werden würde.“
„Ph!“, machte ich Kopf schüttelnd. „Leichter? Bei Drillingen und Ricky?“ Wieder schüttelte ich den Kopf beharrlich. „Nichts ist leicht bei uns zu Hause, am wenigsten die Kinder!“
Lou lachte leise. „Deswegen lass ich mir auch noch etwas Zeit mit dem Kindersegen.“

Ich nickte. Lou war meine Älteste, und natürlich wünschte ich mir sehnlichst Enkelkinder, aber ich war mir sicher, dass Lou erst einmal in einem Beruf weiter kommen. Chris hatte mir erzählt, dass sie sich bei der Volleyballmannschaft der Stadt beworben hatte und anscheint wurde sie auch auf genommen. „Ach, ich rede die ganze Zeit von mir! Erzähl mir lieber wie es dir geht?“
„Gut.“ Lou fuhr sich durch das kurze Haar, dass sie schon seit Teenagerjahren so trug. „Wenn mir die Decke in diesem kleinen Haus auf den Kopf fällt, gehe ich joggen, ansonsten bin ich beim Training und in der zwischen Zeit sehe ich Elliot hier und da.“ Sie lächelte leicht. „Alles okay.“
„Bist du dir sicher?“, horchte ich mütterlich nach. „Wenn irgendetwas sein sollte, dann kannst du immer zu mir kommen. Unsere Tür steht immer offen.“
„Ja, Mum, ich weiß doch.“ Lou rollte mit den Augen. „Aber jetzt erzähl mir doch lieber warum du hier bist. Irgendetwas bedrückt dich doch, dass sehe ich die an.“
„Ach das Übliche.“ Ich seufzte theatralisch und wedelte dabei mit den Händen. „Die Kinder...insbesondere...Aaron.“ Wieder seufzte ich und bis mir dabei auf die Unterlippe. „Wir machen uns schreckliche Sorgen um den Jungen. Er ist...er benimmt sich komisch. Redet mit sich selber und...sagt er hätte eine eine Freundin die Lolo heißt.“

Lou hob eine Augenbraue. „Du willst damit sagen, dass Aaron verrückt ist?“
„Nein!“ Erschrocken riss ich meine Augen auf. „Mein Sohn ist nicht verrückt. Nur...nur brauch er ein klein bisschen Hilfe um einen guten Start abzulegen in seinem Leben.“
Lou atmete einmal tief durch, bevor sie zur Küche deutete. „Wie wäre es, wenn wir uns einen Kaffee machen und dann ganz in Ruhe darüber reden.“
„Ach, ich muss die Drillinge gleich bei ihren Freunden abholen.“, entschuldigend sah ich sie an. „Aber wir können das auf jeden Fall morgen nachholen, was hältst du davon?“
„Sehr gerne Mum.“ Sie überlegte einen Moment, dann lächelte sie aufmunternd. „Ich hab mal von einem Therapiezentrum ganz in der Nähe von Sunset Valley gelesen. Eine Kunstschule, mit therapeutischem Hintergrund. Vielleicht versuchst du es da mal, Mum.“
Ich nickte. „Ja, ich werde mich darüber informieren.“

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Fr Apr 13, 2012 10:33 am

Avas P.O.V

„Na komm, Schnute.“, flüsterte ich und zog meinen besten Freund energisch hinter mich her. Denn obwohl er normalerweise der tapfere Part bei uns beiden war, schien er sich jetzt fast in die Hose zu machen. Dass hatte ich noch nie erlebt.
„Und wenn er uns nicht glaubt?“, murmelte er nachdenklich. „Dann wirst du auch weggeschickt.“
„Ach quatsch!“ Ich lachte leise. „Wenn uns jemand glaubt, dann Ricky.“ Ich blieb stehen und betrachtete meinen großen Bruder, der völlig vertieft am Chemielabor stand und irgendwelche bunten Sachen zusammen kippte. „Ricky?“, flüsterte ich halblaut.
„Mh.“, machte er bloß. Zu mehr schien er gerade nicht in der Lage zu sein.
„Ricky!“, versuchte ich es erneut, diesmal etwas nervöser. „Ich muss mit dir reden, jetzt!“
„Dann tu es doch einfach.“; erwiderte er, und schob seine Brille eilig zurecht. „Wenn ich dabei hier weiter arbeiten darf, Ava. Dass ist nämlich wichtig was ich hier mache!“
Ich nickte einverstanden, und begann dann zu erklären. „Mum und Dad planen Aaron wegzuschicken glaube ich, weil sie denken, dass er verrückt ist, aber das ist er nicht! Er ist ein ganz normaler Mensch...und...ich meine...Er lügt nicht, wenn er sagt, dass Lolo echt ist.“

„Ich weiß.“ Ricky stellte ein Reagenzglas mit großer Vorsicht in ein Kühlbecken. Er machte sich nicht einmal die Mühe sich umzudrehen und mir zu erklären, woher er das wusste.
Ich warf Schnute einen fragenden Blick zu, der daraufhin die Schultern zuckte. „Woher?“
Ricky lachte einmal kurz. „Ich habe mich darüber informiert, kleine Schwester. Ich hab Seiten um Seiten gelesen und ich weiß das es IFs gibt. Aaron ist nicht verrückt, dass ist klar.“
Ich atmete erleichtert aus. „Dann haben wir ja schon einmal eine große Hürde hinter uns.“, flüsterte ich Schnute leise zu. Ich hob die Augenbrauen, um den nächsten versuch zu starten. „Aber Ricky, wir müssen Mum und Dad beweisen, dass es IFs gibt. Sonst muss Aaron gehen!“
„Und wie wollen wir das machen?“ Ricky machte ein Geräusch, dass sich nach verächtlichem Lachen anhörte. „Du weißt wie realistisch Mum und Dad sind. Sie würden uns niemals glauben, wenn wir ihnen erzählen würden, dass es so etwas wie Puppen gibt, die reden und leben.“
„Ja und deswegen müssen wir sie real machen.“, ließ ich die Bombe ungeduldig platzen.
Ricky hielt einen Moment inne und warf mir über die Schulter einen misstrauischen Blick zu. „Wie meinst du das real machen, Ava? Wie sollen wir das denn machen?“

Schwerfällig erinnerte ich mich daran, was Schnute mir erzählt hatte. „Man kann einen Trank brauen und dann trinken die den und sind lebendig.“ Fragend warf ich Schnute einen Blick zu, der mir zustimmend zunickte. „Und du musst diesen Trank brauen, Ricky.“
Jetzt lachte Ricky. „Ava, es ist ja lieb, dass du so ein Vertrauen in mich hast, aber wie soll ich das machen?“ Er runzelte die Stirn, bevor er sich wieder zum Labor umdrehte. „Ich bin kein...kein Einstein. Ich bin einfach nur ein Schüler und ohne Rezept ist es sicher aussichtslos.“
„Ich mag das Wort nicht.“, erwiderte ich trotzig und verschränkte die Arme vor der Brust. Schnute tat es mir Gleich. „Kannst du es denn nicht wenigstens versuchen? Bitte, Ricky!“
Er seufzte, fuhr sich durch das braune Haar und nickte schließlich. „Ich versuch es, Ava. Aber ich kann nichts versprechen.“ Verstimmt schüttelte er den Kopf. „Und jetzt lass mich alleine, mir dir Nervensäge im Rücken werde ich wahrscheinlich nicht einmal einen Geistertrank herstellen.“
Ich warf Schnute einen genervten Blick zu, nahm seine Hand und zog ihn hinter mir her ins Haus.

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Fr Apr 13, 2012 10:38 am

Ich schob mein Essen lustlos auf den Teller hin und her, mein Appetit war vergangen.
„Du musst essen.“ Chris lächelte mir aufmunternd zu. „Essen ist wichtig, Dalia.“
„Und wenn ich keinen Hunger hab?“ Seufzend schob ich den Teller ein Stück zur Seite, damit ich meine Ellbogen auf den Tisch stützen konnte, und mein Gesicht in meine Hände. „Ach, dass Ganze mit Aaron lässt mir einfach keine Ruhe, Chris. Tun wir das Richtige?“
„Noch haben wir gar nichts getan.“, erklärte er mir sachlich. „Wir haben uns informiert und eine wirkliche wunderbare Einrichtung gefunden, Liebes. Hingeschickt haben wir ihn noch nicht.“
Ich nickte. „Aber wir sind doch schon fast sicher, oder nicht?“
„Du anscheint nicht.“ Chris lachte, nahm einen Happen von seinem Essen und kaute eine Weile schweigend darauf herum. „Du machst dir Gedanken, ob wir das Richtige tun. Und ich bin mir sehr sicher, dass es das Beste für Aaron ist. Dort wird ihm geholfen!“
„Und wir schieben ihn nicht ab?“ Unsicher massierte ich mir meine Hände. Diese Angst beschäftigte mich schon die ganze Zeit. Ich wollte Aaron ja nicht los werden, ich wollte nur das jemand ihm half. Dass er gesund wurde und dann ein normales Leben führen könnte. „Die Therapeutin hatte gesagt, dass es das Beste für ihn wäre, dass sie ihm nicht helfen könnte.“

„Genau.“ Chris streichelte mir beruhigend die Hand. „Wir wollen doch nur das Beste für ihn.“
„Ja, wir wollen nur das Beste für ihn.“, wiederholte ich seinen Satz fast apathisch. „Und wenn es ihm wieder gut geht, kommt er zurück zu uns und wir leben weiter wie zuvor.“
Chris drückte meine Hand, damit ich aufhörte sie zu massakrieren. „Entspann dich. Morgen reden wir mit Aaron und fragen ihn. Wenn er wirklich nicht möchte, werden wir ihn nicht zwingen.“
„Du hast Recht, Chris.“; erwiderte ich lächelnd. „Wir sind seine Eltern und müssen sehen, wie es ihm am Besten geht.“ Nachdem ich eine kleine Atempause gemacht hatte, fügte ich beruhigend hinzu: „Außerdem spezialisieren sich dort auf die Kunst. Und Aaron liebt Kunst.“
„Da kommt er ganz nach seiner Mutter.“, verschwörerisch grinsend zwinkerte mein Mann mir zu.
Ich belächelte ihn. „Ja, ein wenig schon, da hast du Recht.“ Ich seufzte leise. „Wir machen das Richtige.“ Mit samt meines Tellers erhob ich mich von meinem Platz und machte mich daran ihn in der Spüle abzuwaschen. Eine Beschäftigung für meine Hände. „Lou war damals auch sehr glücklich auf ihrem Internat. Also, warum sollte es bei Aaron nicht so sein?“

„Eben.“ Chris leerte halblaut seinen Teller. „Wie gesagt, es wird ihm da sicherlich sehr gefallen.“
„Und Molly und Ava? Ob die damit klarkommen werden, wenn wir ihren Bruder auf eine andere Schule schicken?“ Ich fuhr durch das heiße Wasser. „Nicht, dass sie auch weg wollen.“
Chris lachte über meine Ängste. „Du denkst zu egoistisch, Dalia. Sollten die beiden ebenfalls auf ein Internat wollen, werden wir ihnen nicht im Weg stehen. Einverstanden?“ Er erhob sich, kam zu mir rüber und legte seine Hände sanft um meine Taille. Liebevoll vergrub er sein Gesicht in meinem Haar, so dass mir ein Schauer über den Rücken lief.
„Natürlich.“, erwiderte ich also, lehnte mich gegen ihn und schloss die Augen. „Das Glück der Kinder an aller erster Stelle!“

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Fr Apr 13, 2012 10:44 am

Christophers P.O.V

Ich trat aus dem Schlafzimmer, bereit mich meiner Aufgabe zu stellen. Ein gewohntes Bild bat sich mir, dass ich schon so lieb gewonnen hatte, seit dem es existierte.
Meine Frau stand an der Staffelei und versuchte sich an der Kunst, Aaron saß auf dem Sofa, schaute Fernsehen und schielte dabei etwas besorgt aufs eine Staffelei, als fürchtete er, Dalia würde sie irgendwie verunstalten oder so etwas. Meine beiden Mädels, Molly und Ava hatten eine laute Kissenschlacht im Mitten des kleinen Raums gemacht und Ricky ließ sich davon nicht stören, während er irgendwelche Extra Hausaufgaben löste. Meine Familie. Mein Chaos.
„Guten Morgen Dad.“ Aaron hatte seinen Blick von von dem Fernseher und der Staffelei genommen und schenkte mir eins seiner freundlichen Lächeln. „Hast du gut geschlafen.“
Ich nickte. Stolz betrachtete ich meinen Jüngsten, der die Höflichkeit in Person darstellte. „Ja, sehr sogar. Und du Aaron? Hattest du heute keine Albträume?“
„Nein.“ Er schüttelte unbehaglich den Kopf. „Heute habe ich bloß von einem Apfelbaum geträumt.“

Dalia drehte sich zu uns um, und hob eine Augenbraue. „Erzähl Daddy doch mal, was du noch geträumt hast, Aaron, Liebling.“, bat sie unseren Sohn sanft, mit einem beunruhigten Blick in meine Richtung, als drohte das Unheil uns zu verschlucken.
„Ich war mit Lolo zusammen.“, verkündete Aaron ohne die Stimmungsschwankung seiner Mutter zu bemerken. „Es war cool, weil endlich jeder Lolo sehen konnte. Sie war ein hübsches Mädchen.“
Neben mir hörte Ava auf zu spielen und betrachtete mich, als wollte sie mich an unser kleines Gespräch erinnern. Ihre pinken Augen funkelten besorgt.
„Dass klingt wundervoll.“, teilte ich Aaron mit und strich anschließend Ava über das Haar. „Träume sind etwas, dass wir immer bewahren sollten, Kinder. Habt ihr gehört?“
Die Drillinge nickten artig nur Ricky sah mich mit skeptischen Blick an, als stimmte er mir nicht zu. Aber darauf konnte ich gerade keine Rücksicht nehmen. Ich musste mit Aaron reden.
Der war inzwischen zur Küche geeilt, um sich etwas zu essen aus dem Kühlschrank zu holen.
„Aaron? Können wir vielleicht ganz kurz reden?“, bat ich meinen Sohn fürsorglich.
Er nickte besonnen, ließ vom Kühlschrank ab und sah mich auffordernd an. „Klar, Daddy.“
„Du warst in letzter Zeit sehr oft bei Frau Sonnenklar, oder nicht?“
Aaron nickte mit einem erfreuten Lächeln. „Ja, ich mag Sabine. Sie ist witzig Daddy, und kennt ganz viele verschiedene Spiele. Jedes Mal spielen wir ein anderes.“
Ich nickte lächelnd. „Dass hört sich wundervoll an.“ Nachdenklich machte ich eine kleine Pause, in der ich all meine Gedanken sammelte und auf Aaron fokussierte, für alles bereit. „Würdest du denn gerne jeden Tag so schöne Spiele spielen? Und nebenbei auch ganz viel malen?“, fragte ich leise.
Aaron dachte einen Moment nach, dann zuckte er die Achseln. „Wäre eigentlich ganz cool, Daddy.“
„Gut.“ Erleichtert atmete ich aus und warf Dalia einen Blick zu, die uns die gesamte Zeit besorgt beobachtete. „Und wie wäre es, wenn du auf eine richtige Schule für so etwas gehen könntest?“
„Gibt es so etwas in Sunset Valley?“, hakte er interessiert nach.

Ava neben mir war zu Eis erstarrt, besorgt betrachtete sie uns beide, als fürchtete sie sich.
„Nein.“ ich beugte mich ein Stück zu meinem Sohn herunter. „Nein, Aaron, hier in Sunset Valley gibt es so eine Schule nicht. Aber ein Stück weiter, zwei Städte um genau zu sein, da gibt es so eine Schule.“ In der Hoffnung Aaron würde verstehen, was ich sagen wollte strich ihm durchs Haar.
„Du meinst ein Internat.“ Aarons Blick wurde nachdenklich. Dumm war mein kleiner Junge auf gar keinem Fall. „Du fragst mich gerade ob ich auf ein Internat gehen will, richtig, Dad?“
Ich nickte, immer noch ein väterliches Lächeln auf den Lippen.
„Okay.“ Aaron hatte nur eine Sekunde darüber nachgedacht. „Kann Lolo dann mitkommen?“
Überrascht sah ich erst Dalia an, die ebenfalls überrascht schien und dann wieder meinen Sohn. „Natürlich.“, beeilte ich mich zu sagen. „Deine Freundin Lolo kann sehr gerne mitkommen.“
„Dann gehe ich auf diese Schule.“ Aaron lächelte, sein Blick wanderte hungrig zum Kühlschrank. „Kann ich jetzt etwas Essen, Daddy? Ich hab Hunger.“
„Natürlich.“ Ich nahm ein Schüssel und das Müsli und bereitete das Frühstück für die Drillinge zu.

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Fr Apr 13, 2012 10:51 am

Ava-Mercys P.O.V

„Wir müssen uns beeilen, Ricky.“, spornte ich meinen großen Bruder ungeduldig an. Aaron packte schon seine Sachen und würde morgen früh mit einem Taxi von zu Hause abgeholt werden.
Ricky nickte, aber ich konnte sehen, dass er nicht mehr mit so einer Leidenschaft dabei war, wie zuvor. Es war, als wäre ihm die Lust verloren gegangen. Plötzlich hielt er inne. „Aber Aaron hat sich doch entschieden auf dieses Internat zu gehen. Warum...warum müssen wir denn...“
„Weil er nicht verrückt ist.“, unterbrach ich ihn unsanft und deutete auf die Flasche in seiner Hand. „Ist dass der fertige Trank?“ Neugierig beäugte ich die glitzernde Flüssigkeit.
Ricky nickte wieder. „Mh.“, machte er verstimmt, gab sie mir aber sanft in die Hand.
Ich rollte mit den Augen, über seinen nachdenklichen Gesichtsausdruck, und machte mich eiligst auf die Socken. Bevor ich Mum und Dad etwas sagen würde, oder gar Aaron oder Molly, würde ich es erst einmal an Schnute ausprobieren. Wenn etwas schief lief, dann wollte ich nicht Aaron bloß stellen. Dann müsste ich ganz alleine dafür gerade stehen.
Schnute fand ich in meinem Zimmer. Sorgfältig hatte er unsere anderen Teddys um sich versammelt und verkündete wie ein König, was nun passieren würde: „Meine Untertanen, kommt und seht...“

„Schnute!“ Schon zum zweiten Mal an diesem Tag unterbrach ich jemanden, obwohl ich wusste, wie unhöflich das war. „Schnute, der Trank ist fertig, schau doch mal!“
Mein bester Freund hob verdutzt den Kopf, bevor sein Blick erstaunt auf die Flasche fiel. Er lächelte.
„Ricky hat es endlich geschafft, Schnute. Nach einer halben Ewigkeit.“ Ich seufzte. Kopfschüttelnd folgte ich Schnutes Blick und bestaunte ebenfalls die glitzernde Chemikalie. „Wenn ich nicht wüsste, wie wichtig dass hier für uns wäre, würde ich dass aufbewahren. Es ist so hübsch.“
Schnute nickte. Sein Gesichtsausdruck war ganz ernst geworden, was sogar nicht zu meinem stets lustigen besten Freund passte. Man konnte sogar erahnen, dass er sich auf die Lippe biss.
„Was ist los Schnute?“, hakte ich besorgt nach. „Möchtest du den Trank nicht trinken?“
„Doch, doch!“, beeilte Schnute sich zu sagen. „Aber...was ist wenn dein Bruder etwas falsch gemacht hat? Wenn die Formel nicht stimmte und es...schief geht.“
Auch wenn ich vor zwei Sekunden ebenso gedacht hatte, schüttelte ich beharrlich den Kopf. „Nein,mein Bruder ist ein Genie. Da wird nichts schief gehen.“ Wir schwiegen einen Moment, bis ich ihm seufzend den Trank in die Hand gab. „Also los, versuchen wir es.“

„Okay.“, murmelte Schnute, und kippte den Trank mit einem kräftigen Schluck herunter. Um ihn herum begann eine Wolke aus lila Staub zu entstehen, der fast wie Feenstaub aussah. Es paffte und glitzerte und klingelte, dass ich jeden Moment meine Eltern im Zimmer fürchtete.
Doch dann war es urplötzlich vorbei. Es war nur ganz kurz gewesen, aber auch lange genug, um erstaunt zu sein. Und als der Staub schließlich verschwand, stand ein ganz menschlicher Junge vor mir. Er trug merkwürdige Klamotten und sein Haar war mehr grün, als braun. Aber allem in allem sah er aus, wie ich, wie ein Mensch eben und nicht mehr wie eine Puppe.
„Und?“, fragte er mich besorgt. „Hat es geklappt?“ Er hatte seine Augen noch fest zusammengekniffen als wollte er das Ergebnis gar nicht sehen. Ob er Angst hatte?
„Du siehst...menschlich aus.“, erwiderte ich und begann dann haltlos zu kichern, so merkwürdig war die Situation. „Du siehst wirklich aus wie ein ganz normaler Mensch!“
Schnute öffnete seine Augen und betrachtete erstaunt seine Hände, die nun aus Fleisch und Blut waren. „Wow.“, murmelte er. Seine Augen wurden groß. „Ich hab...richtige Hände.“
„Klar.“, erwiderte ich immer noch kichernd. „Die brauchst du als Mensch auch.“
Schnute stimmte für einen Moment in mein Lachen ein, doch sehr schnell wurde er wieder ernst. „Wir dürfen keine Zeit verschwenden, Ava. Dein Bruder brauch auch so einen Trank und dann müssen wir deinen Eltern erklären, wer wir sind.“ Als wäre es das normalste der Welt, ergriff er meine Hand. Und obwohl er das schon oft getan hatte, fühlte es sich diesmal anders an. Irgendwie besonders. „Nun komm! Wir müssen uns wirklich beeilen!“

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Fr Apr 13, 2012 10:58 am

Aarons P.O.V

„Aaron! Aaron!“ Meine Schwester kam aus dem Haus gelaufen. In der Dunkelheit konnte ich noch jemanden hinter ihr ausmachen, aber es war nicht meine Schwester Molly. Es war ein Junge.
Ich warf Lolo einen erstaunten Blick zu. „Wer ist dass denn? Mum und Dad haben doch gesagt, wir sollen so spät niemanden mehr einladen. Und morgen ist Schule.“
Erst nach einiger Zeit merkte ich, dass Lolo nicht antwortete. Mit großen Knopfaugen starrte sie den Jungen an, im wahrsten Sinne der Worte. „Ich glaub dass nicht.“
„Was denn?“ ich folgte ihrem Blick, musste aber nicht sonderlich weit blicken, da Ava und ihr fremder Begleiter uns schon erreicht hatten. „Wer ist dass, Schwesterherz?“
„Dass ist Schnute.“, kam Lolo Ava zuvor. Mit ihrer Puppenhand berührte sie die menschliche Hand von Schnute. „Du bist ein Mensch geworden. Ein Kind. Wie...ich meine...“
„Wir haben einen Trank.“, erklärte Schnute eilig, und holte etwas hinter seinem Rücken hervor. Ein breites Lächeln auf den Lippen. „Damit wird man lebendig, Lolo. Richtig lebendig.“
Die Augen meiner besten Freundin ruhten auf der Flasche, bevor sie in ein freudiges Lachen verfiel.
Ich hob skeptisch eine Augenbraue. Noch nie hatte ich etwas davon gehört, dass es einen Trank gab, der Puppen lebendig machen sollte.

Ava nahm Schnute die Flasche aus der Hand und drückte sie in meine. „Los, Aaron. Du hast nicht mehr so viel Zeit. Morgen fährt dein Taxi und dann können wir Mum beweisen, dass...“
„Dass ich nicht verrückt bin.“, vollendete ich ihren Satz nickend. Auch wenn meine Eltern dachten, ich würde nichts von dem mitbekommen, was sie Nachts oder auch tagsüber beredeten, aber ich hörte es alles. Dass ich verrückt sei und eine Therapie brauchte.
Als ich aus meinen Gedanken hochschreckte, waren Ava und Schnute verschwunden. Nur Lolo stand vor mir, ihr Blick sorgenvoll auf mich gerichtet. „Ich muss nicht lebendig werden.“, erklärte sie mir sanft. „Ich bin mit dem Leben einer Puppe sehr zufrieden.“
„Ach nein. Was redest du denn da.“ Ich schüttelte unbehaglich den Kopf und gab ihr die Flasche. „Ich hab deinen Blick bemerkt, als du Schnute gesehen hast. Außerdem, wenn du leibhaftig vor meiner Mutter stehst, kann sie nicht mehr sagen, dass du bloß erfunden bist und sieht dich.“

Lolo grinste, bevor sie den Trank schluckte und sich schließlich vor meinen Augen, mit einer Menge Seifenblasen in ein hübsches Mädchen verwandelte. Ganz so, wie ich sie mir vorgestellt hatte.
„Ich bin ein Mensch.“; flüsterte sie fassungslos und sah an sich herunter. Sie hatte ebenso grünes Haar wie Schnute. Ob es genetisch bedingt war? „Ich bin wirklich ein Mensch, Aaron.“
„Ich weiß.“ Ich lachte leise und schloss dann freundschaftlich meine Arme um sie. „Meine beste Freundin ist jetzt ein Mensch. Dass finde ich super! Unsere Zeit auf dem Internat wird riesig.“
Lolo nickte lächelnd. „Aber zuerst müssen wir deinen Eltern sagen, dass es mich gibt. Ich glaube nicht, dass sie einen Platz für eine Puppe reserviert haben lassen, Aaron.“
„Ich auch nicht.“, gab ich lachend zu bedenken, bevor ich einen zweifelnden Blick auf das Haus warf. „Aber heute können wir sie damit nicht mehr überfallen. Sie sind müde vom Tag, am besten wir sagen es ihnen morgen früh. Was hältst du davon?“
„Einverstanden.“ Lolo deutete auf das Fenster unseres Zimmers. „Wie wäre es, wen ich einfach durchs Fenster klettere? Dann sehen deine Eltern mich nicht und alles ist gut.“

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Fr Apr 13, 2012 11:02 am

„Ricky! Ava! Molly! Aaron! Kommt ihr bitte Frühstücken.“, rief ich in Richtung der Kinderzimmer, während ich die letzten frischen Waffeln auf die Teller verteilte. Dabei fiel mir mal wieder auf, dass wir unbedingt unser Haus vergrößern lassen mussten. Es fehlte einfach der Platz für eine ganze Horde Kinder, wie wir sie hatten. Wie wir sie gerne hatten!
Heute war Aarons letzter Tag zu Hause, und mein Mutterherz tat ebenso weh, wie damals als Lou gegangen war. Nur dass ich mich diesmal noch schuldig fühlte, weil ich ihn ja indirekt wegschickte, auch wenn Chris dass immer wieder versuchte zu widerlegen. Es fühlte sich so an...
Seufzend lehnte ich mich gegen die Küchentheke und warf einen Blick zu der tickenden Uhr mir gegenüber. Irgendetwas in mir schwelgte ständig in alten Erinnerungen.
Erinnerungen an mein Leben vor Chris und den Kindern. Dann an die erste Zeit mit Chris, frisch verliebt, verlobt und schließlich verheiratet. Und natürlich an das Leben, wo wir nur LouAnn hatten. Eine Zeit, die ich nie vergessen würde. Meine erste Tochter! Aber mit Ricky und den Zwillingen war es auch unglaublich und natürlich unvergesslich. Ich liebte alle meine Kinder und war froh, dass die schweren Zeiten hinter uns lagen. Oder zumindest die unüberbrückbaren Zeiten.

Jetzt würde ich den Rest, der zu Hause lebte einfach zu wundervollen Erwachsenen erziehen.
Als sich die Tür unseres Schlafzimmers öffnete, erwartete ich Ava, die meistens die Erste war, doch stattdessen stand ein Mädchen im Raum, was ich noch nie gesehen hatte. Grüne Haar, dunkle Haut und merkwürdige, bunt zusammengewürfelte Klamotten.
„Äh...guten Morgen.“, murmelte ich verwirrt, während ich sie immer noch ansah. „Wer bist du denn, Kleine? Bist du eine Freundin meiner Kinder?“ Hatten die Kinder etwa unerlaubt eine Übernachtungsparty gemacht? Oder hatte Chris es ihnen erlaubt?
„Ja, irgendwie schon.“ Ihre Art zu sprechen erinnerte sie mich sehr an meinen Sohn Aaron. „Ich bin die beste Freundin von Aaron.“ Sie lächelte freundlich und reichte mir die Hand. „Lolo.“
„Lolo.“, wiederholte ich tonlos. Im ersten Moment hielt ich es für einen Spitznamen, wie Kinder ihn sich nun einmal ausdachte, aber dann ging mir ein Licht auf. Lolo war die imaginäre Puppe von Aaron. Zumindest hatte er sie immer so genannt. „Lolo?“

„Genau.“ Sie nickte nachdrücklich. „Sie müssen mir jetzt sehr gut zuhören, Mrs. Mojica. Und versuchen sie dabei gleichmäßig zu atmen und mir zu glauben.“ Ihr freundliches Lächeln verschwand nicht. „Ich bin die Puppe von Aaron. Zumindest war ich es bis gestern Abend. Denn gestern Abend bin ich lebendig geworden. Ein richtiges Mädchen, wie Aaron ein Junge ist.“
Ungläubig schüttelte ich den Kopf. „Dass kann nicht sein.“ Ich lachte unsicher. „Puppen können nicht lebendig werden. Niemals. Dass ist fiktiv! Und so etwas gibt es nicht!“
Gerade als Lolo antworten wollte, öffnete sich die Tür und ein weiteres, mir unbekanntes Kind betrat den Raum, gefolgt von Ava. Unsicher lächelten die beiden mich an.
„Mum. Dass ist Schnute, meine Puppe. Sie ist auch lebendig geworden.“ Ava zuckte die Achseln.
Und dann wurde mir schwarz vor Augen...

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Fr Apr 13, 2012 11:05 am

Sichtwechsel von Dalia-Rose zu Ava-Mercy, die Erbin der Challenge.

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Mo Apr 16, 2012 1:57 pm

Christophers P.O.V

Mit der dampfenden Tasse in der Hand, schlenderte ich durch unseren neuen, sehr langen Flur, um in den hinteren Teil des Hauses zu gehen, dass so ausgebaut worden war, dass sich unser Schlafzimmer nun im hinteren Teil befand. Direkt vor der Terrasse.
Nachdem Dalia ins Krankenhaus gekommen war, sie hatte einen Herzinfarkt erlitten, als zwei unserer Kinder uns mitteilten, dass ihre Puppen real geworden waren und ein drittes Kind erklärte dazu Beihilfe geleistet zu haben, hatten wir beschlossen noch einmal ganz von Vorne anzufangen.
Aaron und seine Puppe, ich meine Lolo, die wir aus ersichtlichen Gründen in Lola umgetauft hatten,waren noch am gleichen Tag, wenn auch mit etwas Verspätung aufs Internat verschwunden. Ich war immer noch der Meinung dass eine Therapie viel effektiver war, wenn er sie dort intensiv erlebte, und auch Lola konnte es nicht schaden, denn ganz normal schien sie nicht.
Avas Puppe hatten wir den Namen Dave gegeben, aber Ava weigerte sich vehement ihn so zu nennen. Sie sagte, für sie wäre es Schnute und dass würde so bleiben. Wir ließen Schnute als unser Kind eintragen und verbreiteten das Gerücht, wir hätten ein Pflegekind aufgenommen.

Bald darauf hatten die Drillinge Geburtstag. Wir feierten ihre Geburtstage am Strand, da wir in der Zeit, in der unser Haus renoviert wurde in einem Hotel verbracht. Beziehungsweise im Krankenhaus, wenn man an Dalia dachte. Und ich muss zugeben, es war nicht einfach für mich mit vier Teenagern umzugehen. Ich war entsetzlich froh, dass Lou vorbeikam und half.
Aber jetzt war diese schwierige Phase zu Ende. Dalia war wieder zu Hause, völlig gesund und sollte nur noch ein paar Tage in Ruhe im Bett verbringen. Die Leute fragten und starrten nicht mehr und hatten sich im Allgemeinen daran gewöhnt, dass wir noch mehr Kinder hatten.
„Ich hab dir einen heißen Kakao gemacht.“ Lächelnd stellte ich die dampfende Tasse auf den Nachttisch neben ihr. „Wie geht es dir, Liebling?“, besorgt sah ich sie an.
Dalia seufzte. „Es geht.“ Auf ihrer Stirn hatte sich neben der Sorgenfalte, die sie hatte, seit die Kinder über ihre Puppen redeten, noch eine Trauerfalte gebildet. „Ich mach mir schreckliche Sorgen um Beau und Iris. Und ich kann nicht bei ihnen sein, und mit ihnen trauern.“ Sie schniefte in den Ärmel ihres blauen Pullover, den sie statt des Morgenmantels trug.

„Ich weiß.“ Nickend strich ich ihr über das graue Haar, bevor ich mich neben sie legte, um sie tröstend in den Arm zu nehmen. „Ich weiß, dass du helfen willst. Und ich weiß, dass du auch um Vicky trauerst, aber deine Gesundheit steht jetzt an aller erster Stelle, hast du gehört?“
Ergeben nickte Dalia. Einmal noch zog sie die Nase hoch, wie ein kleines Kind, dann versuchte sie sogar zu lächeln. „Viktoria hatte ein schönes Leben.“, berichtete sie mir. „Und ich glaube sie ist dort oben im Himmel auch sehr glücklich. Zumindest wenn sie sieht wie wir alle an sie denken.“
„Mit Sicherheit.“, erwiderte ich und küsste sie sanft auf den Scheitel.
„Und wir meistern unser Leben auch.“ Sie ließ es wie eine Frage klingen, aber ich wusste dass es eine klare Aussage war. Unser Leben war wunderbar, so wie es war.
„Ich liebe dich.“.
„Ich dich auch.“


Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Mo Apr 16, 2012 2:42 pm

Da war ich also. Sechzehn Jahre jung, drittes, viertes oder fünftes Kind. Meine Eltern wussten es nicht mehr so genau, wer von uns Drillingen zuerst auf die Welt gekommen war. Aber das tat auch nichts zu Sache. Wir waren Drillinge und somit gleich alt.
Aus der Küche drangen die aufgeregten Stimmen meiner Geschwister und Eltern an mein Ohr. Zwischen ihnen noch eine Stimme. Schnutes Stimme.
Ich seufzte leise. Dort drinnen hatte ich es einfach nicht mehr ausgehalten. Alle hatten sie durcheinander geredet, während sie ihr Essen mehr oder weniger in sich hinein geschaufelt hatten. Außer mir und Schnute. Wir hatten einfach da gesessen uns abwechselnd zwischen uns und unseren Tellern hin und her gesehen. Er war so wunderhübsch...
Wieder seufzte ich bedrückt. Warum musste gerade ich so etwas fühlen? Und warum gerade für Schnute? Er war mein...mein bester Freund. Außerdem hatten meine Eltern im Rathaus angegeben, dass er nun unser Pflegekind ist. Und jetzt das! Ein Glück, dass er sich nicht für mich interessierte. Schnute würde sich niemals in mich verlieben. Mich Mauerblümchen.

Wäre ich vielleicht mehr wie meine Schwester Molly, dann hätte ich mit Sicherheit eine Chance, aber so wollte ich gar nicht sein. Klar, sie zog jeden männlichen Blick auf sich, aber was brachte ihr das? Ohne böse zu sein, denn ich liebte meine Schwester vom ganzen Herzen, besonders schlau war sie nicht. Bei den Hausaufgaben halfen abwechselnd Ricky oder ich ihr und auch im Unterricht interessierte es sie mehr ob ihre Nägel rot schimmerten, als was der Lehrer vorne erklärte.
Die Haustür ging auf. Auf seinen neuen Stock gestützt, den wir Kinder ihm zum Geburtstag geschenkt hatten, trat mein Vater heraus, sah sich suchend um und erblickte mich schließlich auf der Bank unserer Veranda. „Hier bist du.“ Er lächelte sanft. „Genießt du die Nacht?“
„Mh.“, machte ich und nickte leicht. „Es ist abends so schön hier draußen. Ruhig.“
Mein Vater lachte, bevor er sich neben mir niederließ. „Ich weiß was du meinst. Ein sechs Personen Haushalt ist wirklich genau das Gegenteil von Ruhig. Da braucht man mal eine Pause.“ Nachdenklich blickte er auf die leere Straße vor uns. „Ich hab das früher auch mal gemacht. Als deine Schwester Lou noch sehr klein war, ich glaube sie konnte gerade krabbeln, da bin ich abends, wenn deine Mutter und deine Schwester geschlafen haben, hoch zum Wasserfall gegangen und hab geangelt. Ganz für mich alleine, in völliger Ruhe. Das war ein Spaß.“ Er lachte, als wäre er wieder jung und stände genau an dem besagten Wasserfall.

Ich belächelte meinen alten Vater. In meinen Augen gab es keinen besseren Mann, als ihn und ich erinnerte ich vage daran, dass ich früher manchmal gewünscht hatte, genau so einen Ehemann zu finden, wie mein Vater. Und jetzt war ich in Schnute verliebt und es war hoffnungslos.
„Was bedrückt dich, Schätzchen.“ Seine alten Augen hatten sich liebevoll auf mich gerichtet. Er durchleuchtete mich nicht, wie meine Mutter es tat. Er schien zu warten, bis ich ihn reinließ.
„Nichts, Dad.“, versuchte ich ihn zu beruhigen, und wendete meinen Blick eilig ab. Niemand sollte wissen, was in meinem Kopf und in meinem Herzen vorging. Niemand.
„Dieses Nichts, bereitet dir schon etwas länger Kopfschmerzen, nicht wahr?“, hakte mein Vater vorsichtig nach. Immer noch schien er mir meine Zeit lassen zu wollen, die ich brauchte. Und nachdem ich genickt hatte, nickte auch er wissend. „Ich kann dir nur sagen, dass dieses Nichts dich immer mal wieder behelligen wird. In deinem ganzen Leben. Bis du dieses Nichts gefunden hast und glücklich bist. So wie ich und deine Mutter.“ Er zwinkerte mir verschwörerisch zu. „Aber jetzt muss ich rein, sonst kommt deine Mutter raus und quetscht dich aus.“ Er lachte, während er sich stöhnend erhob. Er küsste mich sanft auf die Stirn. „Bleib nicht mehr so lange draußen, ja?“
Nickend sah ich ihm nach. Mein Vater kannte mich. Er schien alles zu wissen!

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Mo Apr 16, 2012 4:26 pm

„So Kinder.“ Meine Lehrerin stellte sich auf eine Stufe, damit sie um einiges größer war als wir und uns einmal überblicken konnte. Aber helfen tat es nicht wirklich bei der rundlich kleinen Frau. „Hört ihr mir mal bitte zu, Kinder! Dann könnt ihr auch gleich nach Hause gehen!“
„Wann hört sie endlich auf uns Kinder zu nennen?“, raunte Schnute mir ins Ohr. Er war urplötzlich hinter mich getreten, wie er es oft tat. Eine alte Angewohnheit aus seiner Zeit als Puppe.
Ich spürte die Gänsehaut, die sich langsam über meinen Hals, bis hin zu meinen Füßen breit machte. Ich spürte die Hitze an meinem Hals, hörte meinen Puls höher schlagen. Unfähig etwas zu sagen, oder mich zu bewegen, starrte ich unserer Lehrerin an, die inzwischen schon weitergesprochen hatte. Aber auch das hörte ich nicht. Ich konnte nur daran denken, wie Schnute hinter mir stand, seine Wärme, die ich durch meine Klamotten spüren konnte.
Als Frau Kirchenstein geendet hatte, setzten sich meine Füße wie von alleine in Bewegung und ich eilte hinaus ins Freie. Seufzend schloss ich die Augen und ließ den Wind durch meine blauen Haare gleiten. Mein Puls beruhigte sich und auch mein Herzschlag nahm wieder seine normale Geschwindigkeit an. Ich beruhigte mich langsam und verdrängte die Schmetterlinge in meinem Bauch, die fröhlich vor sich hin flatterten.

„Wo willst du denn so schnell hin?“ Schnute blieb neben mir stehen und sah mich erwartungsvoll an. Seit sein Haar einen neuen Schnitt bekommen hatte, schmachteten ihn immer mehr Mädchen aus meiner Klasse, und auch aus den unteren Klassen an. Es war schrecklich für mich.
„I-ich...i-ich...muss einkaufen.“, beeilte ich mich zu sagen. „Mum hat mich gebeten nach der Schule noch den Einkauf zu machen und...i-ich...ich wollte mich beeilen.“ Eilig senkte ich den Blick. Mehr als fünf Sekunden konnte ich Schnute nicht ins Gesicht sehen. Und dann setzten sich meine Füße wieder in Bewegung. Ohne dass ich es geplant hatte, ging ich los.
Doch Schnute ergriff meine Hand und hielt mich zurück. Mit seinem umwerfenden Lächeln sah er mich an. „Warte doch mal, Ava. Ich komm mit, wenn du nicht so schnell rennst.“
„Wieso denn?“, überrascht sah ich ihn an. „Ich schaff das schon alleine, Schnut-...Dave.“
Er lachte leise. „Schnute.“, korrigierte er mich leise und liebevoll. Unser kleines Geheimnis, wie früher. „Wieso sollten wir das nicht alleine machen? Ich helfe dir tragen!“
„Nein.“ Kopfschüttelnd deutete ich auf Molly, die abwartend an der Ecke stand. „Am besten du gehst mit Molly zurück nach Hause. Sie braucht sicher Hilfe bei den Hausaufgaben.“

„Ich möchte aber lieber mit dir einkaufen gehen.“, raunte er mir leise zu. Seine Augen sahen mich bittend an, so dass ich fast sofort eingeknickt wäre. „In letzter Zeit sehen wir uns nicht besonders oft, Ava. Und du fehlst mir. Wirklich. Wir...wir sind doch beste Freunde, oder nicht?“
„Natürlich.“, erwiderte ich eilig, als ich seinen besorgten Blick sah. Er vermisste mich und ich vermisste ihn. Aber ihm aus dem Weg zu gehen, war das Beste was ich tun konnte. Denn meine Gefühle würden uns sowieso nur im Weg stehen. „Wir sind und bleiben beste Freunde.“
„Gut.“ Das fröhliche Lächeln war auf sein Gesicht zurückgekehrt. „Dann lass uns einkaufen gehen.“
Ich schüttelte beharrlich den Kopf. „Ich mach das schnell. Es geht eh schneller, wenn ich alleine geh und Ricky hat mir versprochen, dass er mich mit dem Auto anschließend abholt.“ Bevor er noch etwas erwidern konnte, schenkte ich ihm ein letztes Lächelnd und drehte mich dann eilig um. „Wir sehen uns später, Dave!“

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Mo Apr 16, 2012 4:36 pm

Gedankenverloren saß ich auf dem Sofa im Flur und sah zu, wie die Waschmaschine unsere Wäsche immer und immer wieder umdrehte. Das Wasser spritzte an die Scheibe, der Schaum ging auf und verschwand wieder. Und abgerundet wurde das Ganze von dem gurgelnden Geräusch.
Nach dem Einkaufen hatte Mum mich gebeten mich um die Wäsche zu kümmern und ich tat es gerne. Einerseits, weil ich wusste, dass sie sich schonen musste und andererseits, weil ich so etwas zu tun hatte, was man alleine machen musste. Schnute ließ mich also in Ruhe.
Doch da lag ich mal wieder falsch. Kaum, dass die Waschmaschine zehn Minuten gelaufen war, kam er aus dem Badezimmer. Alles was er trug, war seine Boxershorts und ein Shirt.
„Hey.“, Er lächelte mir erfreut zu. „Was machst du denn hier so alleine?“
„Wäsche waschen.“, erwiderte ich und deutete auf die Waschmaschine. Mit großer Sorgfalt achtete ich darauf, dass ich ihn nicht ansah. „Mum hat mich drum gebeten.“
„Sag mir nächstes Mal Bescheid, dann helfe ich dir.“, verkündete er er freundlich und ließ sich neben mir nieder. „Du machst in letzter Zeit ziemlich viel im Haushalt, hab ich Recht?“

Ich nickte. „Mum braucht Ruhe, und Dad soll sich auch schonen. Nicht dass ihm auch noch etwas passiert.“ Mit Grauen dachte ich daran, wie meine Mutter damals vom Krankenwagen abgeholt worden war. Wie schrecklich ich mich dabei gefühlt hatte und wie schön es war, als Schnute mir tröstend den Arm um die Schulter gelegt hatte. Ich schüttelte eilig den Kopf. „Außerdem ist es ja nicht besonders viel. Ich wasche die Wäsche, ich kauf ein bisschen was ein und das wars.“
„Gestern hast du gekocht und die Zimmer geputzt.“; erinnerte ich mich grinsend. „Und du kannst mir nicht erzählen, dass das keine Arbeit war, Ava.“ Er sah mich von der Seite an.
Wieder nickte ich. „Ja, ein bisschen Arbeit war das schon, aber wie gesagt. Ich mach es gerne.“
„Und dafür bewundere ich dich wirklich.“ Seine Stimme war zärtlich und leise geworden. Wenn er so sprach ging mein Herz auf und die Schmetterlinge brachen aus. Sie waren nicht zu bändigen. „Vielleicht sollte ich aber mal darauf achten, dass dir nichts passiert.“
„Wird es nicht.“, erwiderte ich kurz und erhob mich eilig um die fertige Wäsche aus dem Trockner zu holen. Eine willkommene Ablenkung von Schnute.
„Du bist auch nur ein Mensch.“ Ich konnte praktisch heraushören, wie er dabei sanft lächelte, auch wenn ich nur mit dem Rücken zu ihm stand. „Menschen brechen zusammen, wenn sie zu viel arbeiten. Hab ich mal gehört. Und du arbeitest sehr viel. Die Schule, Molly und dann noch der Haushalt. Dass ist in meinen Augen viel Arbeit.“

„Du übertreibst. Ricky hilft schließlich auch mit. Und Mum und Dad tun auch alles was sie können.“ Ich legte die Wäsche zusammen und tat sie in den Schrank, der zwischen der Waschmaschine und dem Trockner stand. „Ich unterstütze lediglich. Und dass ist ja wohl selbstverständlich.“
Schnute erhob sich vom Sofa, nahm mir ein Shirt aus der Hand und tat es mir gleich. „Trotzdem. Ohne dich wäre dieser Haushalt mit Sicherheit aufgeschmissen, Ava.“
Es schmeichelte mir unglaublich diese Worte aus dem Mund von Schnute zu hören. Aber ich durfte nicht daran denken. Ich musste es verdrängen und einfach so tun, als wenn nichts gewesen wäre.
„Du bist ein toller Mensch.“; fuhr mein bester Freund leise fort, ohne darauf zu achten, wie ich mich an der Wäsche festkrallte. „Ein wunderbares Mädchen und jeder Mann, der dich später einmal zur Frau nehmen darf kann sich wirklich glücklich schätzen, weißt du das?“
Überrascht hielt ich inne und wandte den Blick von meinen Händen ab. Mit großen Augen sah ich ihn an. Hatte er diese Worte wirklich gesagt oder träumte ich wieder.
„Jetzt guck nicht so.“, bat er mich lachend, nahm mir das Handtuch aus den Händen und hielt sie einen Moment länger als nötig fest. „Sag mir nicht, dass du nicht wusstest, dass die Jungs an unserer Schule dich vergöttern.“ Er strich mir sanft über die Wange. „Deine blauen Haare, deine hübschen pinken Augen. Der Mund...dein Lachen, dein Strahlen...“
Ich senkte eingeschüchtert den Blick. „Ich bin nichts Besonderes.“, flüsterte ich leise. Dann durchfuhr mich ein kalter Schauer. Unruhig riss ich mich von Schnute los und schüttelte den Kopf. „I-ich muss noch meine Hausaufgaben machen.“, erklärte ich ihm und eilte davon.
Ich musste mir Schnute aus dem Kopf schlagen. Er war mein bester Freund, rechtlich gesehen doch sogar mein Bruder. Und ich hatte mich in ihn verliebt. Wie konnte ich nur?!

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Mo Apr 16, 2012 5:03 pm

Dalia-Roses P.O.V

„Und es geht dir dort wirklich gut, Aaron?“ Ich warf einen besorgten Blick aus dem Fenster, der eigentlich meinem Sohn am anderen Ende des Telefons galt. „Brauchst du irgendetwas?“
„Nein, Mum.“ Mein Sohn seufzte genervt und ich konnte ihn verstehen. Ich war einfach eine Übermutter in dieser Hinsicht. „Uns geht es wirklich gut, Mum. Wir haben uns gut eingelebt, das Essen ist immer super gut, ich hab sogar zwei Kilo zugenommen, und auch die Therapie läuft.“
Erleichtert schloss ich einen Moment die Augen. „Du weißt, dass ich mir nur Sorgen mache.“
„Nein, Mum, du fühlst dich bloß schuldig weil du mich aufs Internat geschickt hast.“ Er lachte leise, obwohl er wusste, dass er ins Schwarze getroffen hat. „Dass ich hier bin ist das Beste für mich.“, fuhr er etwas ernster fort. „Lola und ich sind hier richtig.“
„Ich weiß.“ Ich seufzte bedrückt. „Aber ihr fehlt mir trotzdem. Ihr beide! Ich freue mich auf die Ferien. Ihr kommt doch sicher nach Hause, oder etwa nicht? Deine Geschwister freuen sich auch.“
Am anderen Ende hörte ich es rascheln, dann schnalzte Aaron zweifelnd mit der Zunge. „Tut mir Leid, Mum. Wir machen eine Freizeit über die Ferien. Ans Wasser, Therapie im Freien.“
Dass ging natürlich vor, auch wenn es mir mein Mutterherz brach. Ich hatte Aaron und Lola nun schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr gesehen, weil sie auch die letzten Ferien bei Freunden im Ausland verbracht hatten. Trotzdem nickte ich jetzt. „Okay, schade. Dann sehen wir uns wohl erst im Sommer oder?“ Die Tränen die ich am liebsten verdrückt hätte, schluckte ich herunter.
„Ja, im Sommer kommen wir nach Hause.“ Eine Tür öffnete sich im Hintergrund und jemand schien Aaron anzusprechen. „Ich muss auflegen, Mum. Grüß die anderen von mir und natürlich auch von Lola. Wir schicken dir bald mal wieder ein paar Bilder von uns, ja?“

„Okay, Liebling. Mach's gut. Und Grüß Lola, und sag ihr dass ich sie vermisse, okay?“
„Klar, mach ich Mum. Bis zum nächsten Mal.“ Und dann klickte es in der Leitung.
Als ich mich umdrehte, erblickte ich Chris, der wohl schon eine ganze Weile in der Küche stand.
„Belauscht du mich?“, fragte ich gespielt misstrauisch. Ich steckte mein Handy zurück in die Hosentasche. „Bei Telefonaten belauscht zu werden ist nicht okay, Chris.“
Er lachte leise, kam auf mich zu und legte mir seine Hände auf die Hüfte. „Niemals würde ich dich belauschen, Dalia. Ich Vertrau dir.“ Sein Blick wanderte kurz zu meiner Hosentasche. „War das...“
„Aaron, ja.“, unterbrach ich ihn lächelnd. „Er kommt in den Ferien nicht nach Hause. Sie haben eine Therapie außerhalb, am Wasser so weit ich weiß.“ Den betrübten Unterton in meiner Stimme konnte ich wohl nicht ganz verbergen, denn Chris rollte mit den Augen.
„Unsere Kinder werden älter, Liebes.“, erklärte er mir sachte. „Glaub mir, nach der Schule wird er auch nicht nach Hause zurückkehren. Wenn wir Glück haben zieht er mit Lola in die Nachbarschaft.“ Er grinste. „Aber auch wirklich nur wenn wir Glück haben. Die Welt ist groß.“
Erstaunt sah ich ihn an. „Wie meinst du das? Mit Lola? Wieso denn mit Lola?“

Jetzt war er es, der erstaunt aussah. Er drehte mir den Rücken zu und machte sich daran ein Brot zu schmieren. „Wie? Na, Lola eben. Die beiden werden nach der Schule mit Sicherheit zusammenziehen. Schließlich sind sie doch jetzt schon ein glückliches Paar. Gesucht und Gefunden.“
Mit großen Augen stand ich da und starrte die Wand an. Lola und Aaron? Aber...die beiden...wir hatten Lola als unser Pflegekind eingetragen. Somit waren sie doch....Geschwister.
Chris warf einen beunruhigten Blick über seine Schulter. „Sag bloß du hast nichts gemerkt? Und Ava und Dave sind ja auch nicht gerade...Geschwister, wenn du so willst.“
„Ava und Dave?“, wiederholte ich fassungslos. „Chris? Was redest du denn da? Das sind unsere Kinder, alle! Die können doch keine Paare bilden. Wir sind doch nicht...“
„Es sind nicht alle unsere Kinder.“, korrigierte er mich lächelnd. „Lola und Dave sind biologisch gesehen nicht mit uns verwandt, also warum sollten sie nicht zusammen sein?“
„Weil wir sie als unsere Kinder eingetragen haben.“, erinnerte ich ihn unsanft. „Dass geht nicht.“
Chris lachte. „Und ob das geht, Liebling. Und ob das geht.“ Und mit diesen Worten verließ er die Küche.

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Mo Apr 16, 2012 6:59 pm

„Mum? Da ist ein Brief von Aaron und Lola...“ Mit vollen Händen stolperte ich ins Wohnzimmer und erstarrte erst einmal, als ich auf das Sofa blickte.
Mit einem entspanntem Gesichtsausdruck lag Schnute auf den Sofa. Er schien zu schlafen, oder zumindest zu dösen, denn sein Atem ging langsam regelmäßig ein und aus.
Ich lächelte seicht, konnte mich nicht von meinem Platz bewegen. Wie gebannt sah ich sein gesicht an, seine weichen Gesichtszüge, seine wunderbaren Lippen, die ich unglaublich gerne küssen würde. Warum musste ich mich gerade in ihn verliebt haben? Warum?
Leise setzte ich mich in den Sessel, der schräg neben dem Sofa stand. Ich wollte und konnte diesmal nicht aus dem Zimmer gehen, denn so eine Gelegenheit würde ich nicht so schnell wieder bekommen. Ungestört konnte ich den Mann meiner Träume anstarren und er merkte nichts.
Denn dass war das Wichtigste. Er durfte niemals von meinen Gefühlen für ihn erfahren, denn dass würde unsere Freundschaft zerstören, so viel war klar. War es überhaupt klar?
Eine einzige Sekunde keimte in mir die Hoffnung auf, dass Schnute sich vielleicht doch in mich verlieben konnte. Aber die kleine Pflanze starb schon im nächsten Moment wieder. Wieso sollte er mich lieben? Ich konnte ihm nichts bieten. Ich war nicht allzu hübsch und auch nicht besonders mutig, wie andere vielleicht. Ich war ein kleines Mädchen, im Gegensatz zu den Frauen, die ihm reihenweise hinter her liefen. Außerdem war er so etwas wie ein Bruder, zumindest rechtlich.

„Warum tust du dir das selber an?“, flüsterte ich mir leise zu und blinzelte die paar Tränchen weg, die sich in meinen Augen gebildet hatten. Ich wollte nicht weinen.
Auf dem Sofa bewegte sich etwas. Schnute blinzelte und streckte sich, hielt die Augen jedoch noch einen Augenblick geschlossen, als wollte er nicht aus seiner Traumwelt.
Das war mein Stichwort. Lautlos schlich ich aus dem Wohnzimmer in die Küche, um mich schon mal um das Abendessen zu kümmern, so lange meine Eltern noch weg waren.
Schritte halten im Flur und stoppten schließlich in der Küche. „Gegen so einen Mittagsschlaf ist wirklich nichts einzuwenden.“ Schnute grinste mich frech an.
Ich lächelte ihm kurz zu, bevor ich mich wieder auf das Essen konzentrierte. „Hast du denn wenigstens gut geschlafen? Ich meine, dass Sofa ist ganz schön hart, oder?“
„Es geht.“ Er kam zu mir herüber und schnappte sich ein Messer. „Darf ich dir heute wenigstens helfen, Ava?“, fragte er mich vorsichtig, immer noch das umwerfende Lächeln auf den Lippen.
Nickend schob ich ihm eine Tomate herüber, die er zerschneiden sollte.
„Was ist eigentlich los mit dir?“ Er wandte den Blick nicht von der Tomate ab, die er fein säuberlich in kleine Würfel schnitt. „Du redest nicht mehr mit mir. Zumindest nicht wie früher.“

„Es hat sich doch auch alles verändert, oder nicht?“ Ich warf ihm einen kurzen Blick zu. „Ich meine, du bist ein Mensch geworden und...wir sind älter geworden. Teenager.“ Ich lachte leise. „Sagt man nicht, dass die Hormone von Teenager komplett verrückt spielen?“ Was redete ich da bloß?
Doch Schnute schien es ernst zu nehmen, denn er lachte nicht. Er sagte gar nichts.
„Tut mir leid.“ Ich schüttelte seufzend den Kopf, legte das Messer beiseite und drehte mich um. „Ich glaube ich kann heute nicht für das Abendessen sorgen. Ich muss...an die frische Luft.“
„Ich komm mit.“ Schnute folgte mir unauffällig. Und als ich mich mit gesenktem Kopf auf die Wippe setzte, tat er es mir gleich. Lautlos setzte er sich hin und sah mich an.

„Schau mich bitte nicht so an.“, bat ich ihn leise. Es war mir unangenehm, dass er mich so ansah, als könnte er direkt auf meine Seele gucken. Ich wollte nicht, dass er sah, was dort drin war.
„Wie soll ich dich denn dann angucken?“, fragte er freundlich. Ein Lächeln auf den Lippen.
„Gar nicht?“, schlug ich scherzhaft vor. Immer noch betrachtete ich die Wippe, ich konnte einfach nicht aufsehen.
„Und wieso sollte ich so ein hübsches Mädchen wie dich nicht ansehen?“ Obwohl er lächelte, hörte man die Ehrlichkeit aus seinen Worten, sie war unüberhörbar. „Ava...rede mit mir!“
„Was soll ich denn sagen?“, fragte ich leise. Es war schwer die Tränen wieder zurück zu halten. „Was zum Teufel soll ich dir sagen, Schnute? Was kann ich dir sagen?“
„Alles. Ich bin dein bester Freund.“, erinnerte er mich sanft.
Bevor ich noch weiter drauf eingehen musste, stand meine Mutter auf der Veranda. Ihr Blick glitt beunruhigt zwischen mir und Schnute hin und her. „Kommt bitte rein.“; bat sie uns, mit einem strengen Unterton. „Wir wollen gleich zu Abendessen, und es ist noch nichts fertig.“
Ich nickte eilig, sprang von der Wippe und eilte ins Haus. Bloß weg hier!

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Mo Apr 16, 2012 7:34 pm

„Guten Morgen Sonnenschein.“ Mit einem breiten Lächeln auf den geschminkten Lippen trat Molly in ihrem pinken Bademantel ins Zimmer. Ihre Haare streng zu einem Dutt gemacht, waren dass Einzige, was daran erinnerte, dass sie gerade erst aufgestanden war. Denn Molly-Sue verließ ihr Zimmer nie, ohne sich zumindest geschminkt zusammen.
„Morgen.“, erwiderte ich, legte den letzten Pfannkuchen auf den großen Teller und transportierte ihn zur Theke. Meine Laune hatte sich seit dem gestrigen Abend nicht gerade gesteigert, und dass ließ ich meine Schwester auch spüren. Ich konnte mich heute einfach nicht verstellen.
Irritiert war sie mir einen Blick zu. „Na ja, Sonnenschein war ja wohl nicht gerade der richtige Name.“ Sie runzelte ihre perfekt eingepuderte Stirn. „Dass du manchmal nicht die Fröhlichkeit in Person bist wusste ich ja vorher, aber so schlecht gelaunt warst du noch nie.“
Einen Moment spielte ich mit dem Gedanken ihr von meinen Gefühlen für Schnute direkt zu erzählen. Sie war meine Schwester, noch dazu ein Drilling. Sie würde mich nicht nur verstehen, nein, vielleicht hätte sie sogar ein paar nützliche Tipps für mich. Unsicher spielte ich mit einer Strähne meines blauen Haares herum. Eine Eigenart, die ich fast zu meinem Markenzeichen gemacht hatte, ohne dass es gewollt war natürlich.
„Du kannst mir alles erzählen, Ava.“, erklärte Molly mir. Ihre pinken Augen hatten sich auf ihre Finger gesenkt, und wenn man sie nicht kannte, würde man denken es interessierte sie nicht, was man sagte, aber es war einfach ihre Art sich zu konzentrieren.

Nickend schnappte ich mir zwei Teller und füllte sie mit Pfannkuchen. „Es geht um einen Jungen.“, erklärte ich, drückte ihr einen der Teller in die Hand und schlenderte zu meinem Platz.
Molly's Augen leuchteten bei dem Wort erfreut auf, denn das war ein Thema, dass sie wirklich beherrschte. Keine Fünf Sekunden später ließ sie sich neben mir am Tisch nieder, die Hände manierlich gefaltet und wartete, dass ich fortfuhr.
„Du kennst ihn nicht!“, beeilte ich mich zusagen, bevor sie auf die Idee kam zu raten. „Wirklich nicht Molly. Und ich werde seinen Namen auch nicht sagen. Es ist ein Geheimnis.“
„Ich mag Geheimnisse.“ Lächelnd zerteilte sie ihren Pfannkuchen in kleine Stücke. „Und ich kann sie wirklich gut für mich behalten. Aber wenn du den Namen nicht sagen willst...“
„Will ich nicht!“, erwiderte ich kurz angebunden. Ich konnte und wollte den Namen nicht preisgeben, auch wenn ich Molly vertraute. Ich wollte ihn ja nicht einmal denken. „Also gut.“ Ich schüttelte den Kopf, um mich an mein Problem zu erinnern, während ich auf meinem Teller ein wahres Fiasko anrichtete. „Also da ist halt dieser Junge. Und ich...ich bin mir sicher, dass ich ihn wirklich sehr mag. Verstehst du?“ Statt einer Antwort quietschte meine Schwester aufgeregt. Ich ignorierte es gutmütig. „Das Problem ist nur, dass ich nicht mögen will! Und dabei musst du mir helfen.“ Bittend sah ich sie an. „Zeig mir, wie man einen Jungen nicht mehr mag, Molly.“
Ihr Blick wurde von überrascht, zu ein wenig verärgert und wieder zurück zu überrascht. Mit ihrer perfekt manikürten Hand strich sie sich einmal über das Haar, um eine imaginäre Beule ihres Haares zu vernichten. „Ich frage jetzt nicht nach, warum du denkst, dass ich dir dabei helfen kann.“ Ein wütender Blick traf mich, bevor ihre Miene wieder wohlwollend wurde. „Okay. Also erst einmal: Warum willst du diesen Jungen denn nicht mehr mögen?“

„Weil er mich nicht mag.“; erwiderte ich ohne sie anzusehen. „Ich....ich entspreche nicht ganz seiner Klasse, verstehst du was ich meine?“
Molly hob eine Augenbraue, wie immer wenn sie fand dass jemand falsch lag. „Du bist eines der hübschesten Mädchen die ich kenne, Ava. Wie kommst du auf so einen Mist?“
„Vergiss es. Ich möchte nicht darüber reden. Sag mir nur, wie ich ihn...vergessen kann.“, bat ich.
Molly nickte, legte die Stirn in Falten und betrachtete ihren Teller, als fände sie dort die Antwort. „Treff dich mit anderen Jungs.“, riet sie mir schließlich. „Andere Jungs sind auch toll...Und es gibt so viele, die gern mal mit dir ins Kino gehen würde, dass weiß ich.“
Errötend wandte ich den Blick ab. Selbst wenn dem so war, ich könnte niemals jemand anderen treffen, als Schnute. Es würde sich nicht richtig anfühlen, aber dass konnte ich Molly ja doch nicht erklären. So richtig verliebt war sie schließlich noch nie. „Danke, Schwesterherz.“, sagte ich also und drückte kurz ihre Hand. „Du hast mir sehr geholfen.“
„Immer wieder gerne.“ Mit einem perfektem Lächeln nahm sie ihren immer noch gefüllten Teller und schüttete die Reste in den Müll. Wahrscheinlich mal wieder eine Diät. „Ich muss mich jetzt anziehen, wir sehen uns nachher im Schulbus.“ Ein Luftkuss flog auf mich zu.
Seufzend lehnte ich mich in meinem Stuhl zurück, als sie weg war. Und jetzt?

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Mi Apr 18, 2012 4:04 pm

Schnutes P.O.V

Durch die angelehnte Tür warf ich einen vorsichtigen Blick, in der Hoffnung Ava zu sehen. Den ganzen Tag war sie herum geschlendert, immer darauf bedacht nicht auf mich zu treffen. Sie ging mir aus dem Weg und dass machte mich fertig. Denn ich verstand nicht warum.
Ava war nicht nur das hübscheste Mädchen, was ich in meinem gesamten Leben getroffen hatte, sondern auch das intelligenteste, witzigste, unterhaltsamste und auch schlag fertigste.
Um ehrlich zu sein war Ava einfach perfekt genau so wie sie war.
Ich seufzte lautlos, als ich sie endlich erblickte. Gedankenverloren stand sie in ihrem schwarz-weiß gehaltenen Zimmer und betrachtete die neuen Poster, die ihre Mutter ihr als Dankeschön gekauft hatte. Mit Freude erinnerte ich mich daran, wie sie gelächelt hatte.
Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen, und davon hatte ich eigentlich ziemlich viel und klopfte an die Tür. Bereit wieder eine Abfuhr einzukassieren.
„Ja?“ Ava drehte sich zur Tür und als ich eintrat veränderte sich ihr Gesichtsausdruck in Sekundenschnelle. Besorgt sah sie mich an.

„Hey.“ Hinter mir schloss ich die Zimmertür und sah mich fast interessiert in dem Zimmer um, dass sich Ava mit Molly teilte. „Ich...ich wollte mal mit dir reden. Ich meine...wie dein Tag so war und so...“ stockend sah ich nun sie an und dass nahm mir meinen letzten Nerv. Obwohl ich immer versuchte taff und witzig rüber zu kommen, fehlten mir bei Ava einfach die Worte.
Doch zu meinem Glück schaffte es ein zierliches Lächeln auf ihre vollen Lippen. „Mein Tag war schön .“, erwiderte sie leise. „Und deiner? Ich meine...hattest du Spaß in der Schule?“
Ich nickte kurz. „Ja, eigentlich schon.“ Die Blumen, die ich hinter meinem Rücken versteckt hielt raschelten kurz. Mir wurde heiß. „Der...ähm...der eigentliche Grund warum ich hier bin, ist eigentlich ein ganz andere, um ehrlich zu sein.“ Unwohl schüttelte ich mein Haar aus meinem Gesicht, damit ich Ava besser sehen konnte. „Die sind für dich. Ich hab sie heute auf dem Weg nach Hause gesehen und dachte, dass sie dir vielleicht gefallen könnten.“
Ava nahm mir den Strauß rosa Blumen aus der Hand und beäugte sie. Ich nahm an sogar einen Funken Freude in ihren Augen zu sehen, vermischt mit Überraschung. „Für mich?“, hakte sie fassungslos nach. „Du...du hast für mich diese Blumen gepflückt?“
Wieder nickte ich. „Wenn sie dir nicht gefallen, nehme ich sie auch zurück, Ava. Du musst sie nicht annehmen, nur weil wir beste Freunde sind. Ich dachte nur, dass sie dir vielleicht gefallen würden.“
„Sehr.“ Sie hob ihren Blick von den Blumen und sah mich an. Direkt in mein Herz.
„Gut.“ Glücklich rieb ich mir die Hände. Die Angst war verschwunden und stattdessen war ich fast noch etwas mutiger geworden. Lächelnd blickte ich sie an. „Vielleicht hast du Lust heute Abend einen Film mit mir anzusehen. Ich hab deine Eltern schon gefragt und sie haben zugestimmt.“ Ich verschwieg ihr absichtlich den kritisch Blick ihrer Mutter, als ich sie fragte.

Avas Miene verdüsterte sich leicht. „Ich muss noch so viele Hausaufgaben machen, ich glaube ich schaffe es nicht heute Abend ins Kino zu gehen, Schnute. Tut mir leid.“
Verständnisvoll nickte ich. „Klar, ich hab auch viele Hausaufgaben auf.“ Nachdenklich warf ich einen Blick auf eines ihrer Posters. „Wenn...ich meine, wenn du heute keine Zeit hast, würdest du dann vielleicht am Wochenende mit mir auf ein Konzert gehen? Ich denke die Band wird dir gefallen.“
Ava nickte, aber wirklich begeistert schien sie nicht. „Klar, wieso eigentlich nicht...kommt Molly auch mit?“ Hoffnung schien in ihr aufzukeimen. Wollte sie nicht mit mir alleine sein?
„W-wir können sie fragen.“, stotterte ich enttäuscht, denn ich wusste, dass Molly mit Sicherheit zusagen würde. Ein Konzert konnte sie sich nicht entgehen lassen.
„Super.“ Ava sah mich mit ihren auffallenden Augen erleichtert an. Sie wollte wohl wirklich nicht mit mir alleine sein. „Dann mach ich mich gleich mal an die Hausaufgaben.“
„Ich auch.“ Niedergeschlagen verließ ich ihr Zimmer. Wieso wollte sie sich einfach nicht in mich verlieben? Dieses Mädchen, oder keins. So viel war klar!

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Di Apr 24, 2012 8:22 pm

Christophers P.O.V

„Tschüss Dad.“ Ava drückte mir einen kurzen Kuss auf die Wange, bevor sie Dave und den anderen hinterher eilte, um in den Schulbus zu kommen.
Mit ein wenig Wehmut sah ich ihnen nach, erinnerte mich seufzend daran, wie es war, als sie ihren ersten Schultag antraten. Und nun? Sie waren bald erwachsen, würden ihren eigenen Weg gehen. Aber wenigstens zu zweit, erinnerte ich mich sanft.
„Na alter Mann, schwelgen wir in Erinnerungen?“ unbemerkt war LouAnn neben mich getreten und blickte mich mit den gleichen blauen Augen an, die mich morgens im Spiegel anblickten.
„Lou!“ Überrascht blinzelte ich ein paar Mal und tat so als wäre ein Wunder eingetreten. „Bist du es wirklich? Bist du wirklich meine Tochter LouAnn? Mein Gott...wie lange ist es her.“
Lachend schlug sie mir vorsichtig auf den Arm, bevor sie ihre durch trainierten Arme um meinen Nacken schlang und mich liebevoll umarmte. „Tut mir leid, dass ich mich so wenig melde.“, murmelte sie an meiner Schulter. „Das Training ist hart und ich hab kaum noch Zeit zu irgendetwas anderem. Ich bin völlig ausgelastet, Dad. Verstehst du?“
Ich nickte und löste mich von ihr. Meiner Tochter konnte ich nicht böse sein. „Komm doch erst mal rein? Wie wäre es wenn wir einen Kaffee trinken und ein bisschen quatschen? Deine Mum hat Kekse gebacken mit großen Schokoladenstücken drin. Lust?“

„Da fragst du noch?“ Lou hackte sich bei mir ein und zusammen betraten wir unser riesiges Haus, dass um diese Uhrzeit eher einem Geisterhaus glich. Lou sah sich um. „Fast könnte man es gruselig finden, so ruhig ist es hier.“ Sie sah kichernd auf ein Familienbild an der Wand. „Aber wenn man sieht wer hier wirklich wohnt ist es fast noch gruseliger.“
„Lass das nicht deine Mutter hören.“, warnte ich sie grinsend. „Sie vergöttert dieses Foto.“
„Was vergöttere ich?“ Dalia drehte sich zu mir um, sobald sie meine Stimme gehört hatte und schlug begeistert die Hände vor den Mund als sie meine Begleitung ergriff. „LouAnn!“, seufzte sie glücklich. „Meine große Tochter! Was machst du denn hier? Komm rein, Kind!“ Sie zog unsere Tochter am Arm in die Küche deponierte sie auf einen der Stühle und stellte ihr einen Teller mit Keksen vor die Nase. „Hier, Lou. Die habe ich gerade frisch gebacken.“
Bereitwillig biss Lou von dem Keks ab und hob den Daumen. „Sehr lecker Mum, aber eigentlich darf ich so ein Süßzeug nicht. Bald ist die Meisterschaft und da muss ich fit sein.“
Ohne mich wirklich zu beachten drückte Dalia mich auf den anderen Stuhl und gab mir ebenfalls einen Teller, während sie Lou mit einem skeptischen Blick musterte. „Also meines Erachtens bist du viel zu dünn, Lou. Ich meine, wovon soll sich denn ein Baby ernähren, wenn du schwanger wirst?“
„Erstens!“, Lou hob einen Finger. „Ich hab deine Figur geerbt, Mum, dafür kann ich nichts. Und zweitens!“ Der zweite Finger folgte. „Habe ich nicht vor in nächster Zeit schwanger zu werden.“
„Und drittens finde ich das sehr schade.“ Dalia ließ sich neben mir nieder, ohne Lou aus den Augen zu lassen. „Du und Elliot, ihr seit doch schon ewig zusammen. Wollt ihr nicht langsam...“

„Lass die beiden doch in Ruhe, Dalia.“, unterbrach ich meine Frau warnend, weil ich spürte dass Lou nicht darüber reden wollte. Was in meinen Augen völlig verständlich war. Geschickt wechselte ich das Thema, bevor Dalia noch mehr Einwände bringen konnte. „Erzähl Lou doch mal lieber von deiner paranoiden Angst vor der Pärchenbildung in unserem Haus.“ Ich grinste in mich hinein.
Noch bevor Dalia etwas erwidern konnte, antwortete Lou, froh über den Themawechsel. „Ach, meinst du Dave und Ava? Dass weißt doch so ziemlich jeder hier in Sunset Valley.“
„Die beiden sind kein Paar.“, erwiderte meine Frau wütend. „Und sie werden auch keins werden.“
„Und ob.“ Lou kicherte in ihren Keks. „Es ist so niedlich wie Ava Dave an schmachtet, wenn er nicht hinsieht und wie Dave Ava an schmachtet, wenn sie nicht hinsieht. Ein Traumpaar.“
Dalia schob den Teller vor sich ein Stück zu Seite und schüttelte beharrlich den Kopf. „Warum sieht niemand was ich sehe? Die beiden sind wie Geschwister aufgewachsen.“
„Sie sind aber keine Geschwister.“, nahm Lou mir meine Worte aus dem Mund. Sie warf ihrer Mutter einen skeptischen Blick zu. „Mum ich bitte dich! Mach dir keine Sorgen, wo du dir keine Sorgen machen musst. Ersten, sind Ava und Dave keine Geschwister. Und zweitens wird es wohl auch noch eine Zeit lang dauern, bis die beiden wirkliche in Paar werden, so wie sie aneinander vorbeireden.“ Sie rollte grinsend mit den Augen.
„Und drittens solltest du aufhören mit der blöden Aufzählerrei.“ Dalia stieg von ihrem Stuhl, schnappte sich einen Teller und begann ihn in der Spüle abzuwaschen.
Lou warf mir einen erschöpften Blick, und war fast gewagt noch einmal mit den Augen zu rollen. „Hör zu, Mum.“, begann sie liebevoll. „Wenn Ava und Dave zusammen sein wollen, dann wirst du nichts dagegen tun können. Und umso mehr du es ihnen verbieten würdest, um so doller würden sie es sich wünschen. Verstehst du das Konzept?“
Dalia nickte. „Natürlich, ich bin schließlich nicht von gestern.“, brummte sie unverständlich, bevor sie sich wieder zu uns umdrehte, immer noch verärgert. „Weißt du, ich will meinen Kindern gar nicht im Weg stehen. Dass war niemals mein Ziel.“ Sie seufzte leise. „Ich will nur das Beste für euch alle, verstehst du?“ Liebevoll strich sie Lou über das braune Haar. „Für dich und für deine Geschwister. Und ich weiß nicht ob es das Beste ist, wenn Ava und Dave zusammen kommen. Wenn aus Freundschaft einmal Liebe wird, dann wird aus Liebe nie wieder Freundschaft.“

„Lass Ava ihre eigenen Fehler machen.“ LouAnn erhob sich ebenfalls von ihrem Stuhl und schloss ihre Mutter kurz in ihre Arme. „Glaub mir, sie wird es dir danken, so wie ich es mache.“
Dass hätte sie nicht sagen sollen, denn Dalia sah unsere Tochter misstrauisch an. „Ist etwas nicht in Ordnung bei dir und Elliot, Liebes? Du kannst mir alles erzählen, dass weißt du oder?“
Lou nickte. „Natürlich Mum, aber nein, es ist alles in Ordnung.“ Sie schluckte kurz, und ich wusste das mein großes Mädchen uns etwas verheimlichte. „Wir streiten ab und zu, aber dass kommt hauptsächlich durch den Stress den wir beide auf der Arbeit haben. Es ist alles okay.“
Dalia nickte, warf mir aber einen zweifelnden Blick zu, den ich kaum merklich nickend aufnahm. „Na dann, ist ja alles gut.“ Sie setzte ein fröhliches Lächeln auf. „Wie wäre es, wenn wir beide uns mal wieder einen Film zusammen ansehen, hm? Na komm, ich hab da was Schönes.“

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Do Mai 03, 2012 2:15 pm

„Wow, so einen Spaß hatte ich schon ewig nicht mehr.“ Lachend ließ Schute sich auf das Gras fallen, was vom Tag noch ganz warf war. Er fuhr sich durch das grüne Haar und sah völlig abwesend in Richtung Himmel, an dem sich schon tausende Sterne zeigten.
Ich kicherte noch einmal leise und ließ mich dann lautlos neben ihm nieder. Auch ich hatte lange nicht mehr so unbeschwert Spaß gehabt. Es war als wären wir wieder Kinder gewesen...
„Manchmal wünschte ich mir, nie erwachsen zu werden.“ Schnute schien meine Gedanken gelesen zu haben. „Am liebsten wäre ich mein Leben lang ein Kind, ohne Sorgen oder Ängste.“
Ich nickte, denn ich wusste genau was er meinte. Wenn wir Kinder geblieben wären, dann hätten wir uns niemals verliebt. Oder zumindest ich nicht. Und dann würden Tage wie heute zur Gewohnheit werden. Dann wäre ich jeden verdammten Tag unglaublich glücklich!
„Du bist schon wieder so still, Ava. Ist alles okay?“, fragte er mich vorsichtig. Seine blauen Augen legten sich besorgt auf mein Gesicht, als suchten sie nach der Wahrheit, die ich so lange verschwiegen hatte. Aber sie würden sie nicht finden.
„Ja.“, erwiderte ich und versuchte dabei leicht und völlig sorgenlos zu klingen. Nachdenklich betrachtete ich meine Hände, um die richtigen Worte zu suchen. „Ich hab nur...ich musste daran denken, wie es war als wir noch sorgenlose Kinder waren. So eine schöne Zeit...ich hab manchmal schreckliche Angst, dass es niemals wieder so schön werden wird.“

Schnute neben mir lachte leise, rückte ein Stück näher an mich heran und lehnte sich nach hinten. „Es wird niemals wieder so schön werden.“, prophezeite er mir leichthin. „Nur noch schöner.“
Ich grinste ihn erleichtert an, denn genau so etwas hatte ich hören wollen. „Meinst du wirklich?“
„Natürlich.“ Er schüttelte sich sanft das Haar aus dem Gesicht. „Wir werden älter werden, ob wir es wollen oder nicht. Und wir werden nach der Schule die Welt sehen, verreisen, neue Kulturen kennenlernen. Und irgendwann werden wir hier her zurückkehren und unseren Enkeln erzählen, wie wir waren als wir jung waren.“ Er legte den Arm um meine zierlichen Schultern und zog mich ein Stück zu sich, so das sich seinen Duft riechen konnte. So nah war ich ihm noch nie...
„U-unseren Enkeln?“ Ich lachte, aber meine Stimme zitterte so sehr, dass es sich blöd anhörte. „Wie sollen wir den Enkel haben, wenn wir nicht einmal Kinder haben, Schnute.“
„Vielleicht bekommen wir ja vorher ein bis zwei Kinder.“ Er sah mir fest in die Augen, so gebannt, dass es mir schwerfiel auch nur eine Sekunde lang zurück zu sehen.
Ich sah eilig in den Himmel, und beruhigte mein Herz und meinen Puls eilig. „Dafür müssten wir erst einmal die richtigen Partner finden, Schnute. Und die müssten auch damit einverstanden sein einmal die ganze Welt zu bereisen.“ Ich lachte wieder etwas nervös.

Schute neben mir versteifte sich augenblicklich. Sein Arm verschwand von meiner Schulter und sein Blick von meinem Gesicht. Er sah jetzt genau wie ich in den Himmel. „Natürlich.“, murmelte er leise. „Wir müssen noch Partner finden, die sich mit uns einlassen.“ Er seufzte leise. „Aber Hauptsache wir beide bleiben zusammen oder? Beste Freunde für immer und ewig.“
„Und noch länger.“, beendete ich seinen Satz lächelnd und erinnerte mich an den Abend, als wir diesen Schwur geleistet hatten. „Ich bin froh, dass ich dich habe.“ Der Satz kam einfach heraus, und es war einfach, weil es einfach die Wahrheit war. Nur die Wahrheit.
„Ich bin auch froh.“ Er lächelte mir noch einmal zu, bevor er sich von seinem Platz erhob. Leicht fröstelnd schlang er die Arme um seinen Körper. „Lass uns reingehen, es ist schon spät.“
Ich nickte, erhob mich von meinem Platz und folgte ihm zurück ins Haus. Dabei betrachtete ich jeden einzelnen Muskel, der sich anspannte, wenn er sich bewegte.
Warum musste ich Schute so sehr lieben? Warum konnte ich nicht jemand anderen lieben?

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Do Mai 03, 2012 2:44 pm

Seufzend wandte ich den Blick von Fenster ab, aus dem ich die letzte halbe Stunde nachdenklich gestarrt hatte. Wie so oft hing ich meinen Gedanken nach, traurig!
„Ava.“ Überrascht sah meine Mutter mich an, die gerade mit einem neuen Kochbuch die Küche betreten hatte. „Was machst du denn hier? Wo sind deine Geschwister denn?“
„Die sind mit Lou ins Schwimmbad.“, erklärte ich, immer noch in einer völlig anderen Welt.
„Wolltest du nicht mit?“, fragte meinen Mutter misstrauisch. Mit ihren alten Augen betrachtete sie mein Gesicht, als fürchtete sie, dass ich gleich hohes Fieber und eine Schnupfnase ausweisen würde. „Fühlst du dich nicht gut, Liebling? Du bist so blass.“
„Doch doch.“, beeilte ich mich zusagen und setzte ein überzeugendes Lächeln auf. „Ich hatte einfach keine besondere Lust auf das überfüllte Schwimmbad.“
Meine Mutter nickte, lächelte auch, aber ich konnte die Zweifel in ihrem Gesicht sehen. „Da hattest du mehr Lust völlig abwesend aus dem Fenster zu starren? Erzähl mir nichts.“ Sie seufzte, rieb sich ächzend den Rücken. „Ich bin zwar alt, aber nicht blöd.“
„Dass habe ich auch nicht behauptet.“, erwiderte ich grinsend. Eilig stellte ich meiner Mutter einen Stuhl hin, damit sie sich hinsetzen konnte. „Mach dir keine Sorgen, Mama. Mir geht es gut.“

„Bist du dir sicher?“, hakte sie nach, eine Augenbraue in die Höhe gestreckt. „Du siehst nicht so als, als wenn es dir gut geht, und ich bin mir sicher, dass es nichts körperliches ist oder?“ Ich sah zur Seite, was mich zu verraten schien, denn meine Mutter nickte lächelnd. „Natürlich.“,murmelte sie.
Ich schüttelte den Kopf. „Nein, Mama. Wirklich nicht. Mir geht es gut und es ist nichts.“
„Ich weiß.“ Sie lächelte, erhob mich von ihren Platz, nahm die Autoschlüssen und winkte mit dem Kopf zur Tür. „Wir beide machen jetzt eine Spritztour! Du wolltest doch eh das Fahren lernen.“
Ich nickte und folgte ihr. Aus dieser Situation würde ich sowieso nicht mehr herauskommen.
Als wir im Auto saßen und ich gerade die Straße herunterfuhr, sagte meine Mutter: „Liebes, hör mir zu.“ Ihre faltigen Hände, hatte sie besorgt im Schoß gefaltet. „Manchmal verliebt man sich, obwohl mal es gar nicht will. Dass war bei mir und deinem Vater nicht anders, weißt du?“
Ich warf ihr einen kurzen Blick zu, erstaunt über diese Aussage. „Wie meinst du dass?“
„Na ja, als ich hier her zog, war ich nicht die Frau, die ich jetzt bin. Ich war eine kleine Partymaus.“ Sie kicherte, als wäre sie wieder jung, wie ich. „Und eigentlich hatte ich nicht hier bleiben wollen.

Ich wollte etwas Geld sparen und dann zurück in meine andere Heimat. Und verlieben wollte ich mich erst recht nicht! Weil dann müsste ich ja hier bleiben. Und trotzdem hab ich mich in deinen Vater verliebt.“ In Erinnerung schwelgend seufzte sie. „Die beste Entscheidung meines Lebens.“
Ich nickte und dachte über ihre Worte nach. Was wollte sie mir damit sagen? Dass ich meinen Gefühlen freien Lauf lassen sollte? Dass ich Schnute endlich sagen sollte, dass ich ihn liebte?
„Aber manchmal macht Liebe auch keinen Sinn.“, fuhr meine Mutter leise fort. „Zum Beispiel bei meiner alten Freund Vicky. Erinnerst du dich noch an sie?“ Sie sah mich fragend an, und ich konnte einen traurigen Glanz in ihren Augen erkennen. „Du warst noch sehr klein.“
„Doch.“, erwiderte ich überzeugt. „Ich kann mich an sie erinnern. Sie war immer sehr lieb.“
„Dass war sie! Niemand hatte ein größeres Herz als Vicky, und sie hat ihren Ehemann Beau mit allem geliebt, was sie besaß. Aber das hat nicht gereicht. Einige Zeit nach der Geburt von Iris haben die beiden sich getrennt, weil Beau Vicky nicht die gleich Liebe geben konnte.“
Ich seufzte in mich hinein. Genau das war es doch. Schnute liebte mich nicht. Niemals!
„Ich bin immer für dich da.“ Meine Mutter lächelte mich sanft an. „Egal ob du jemanden zum zuhören oder streiten oder reden brauchst, Ava. Ich bin deine Mutter und immer für dich da.“

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Fr Mai 04, 2012 10:06 am

Schnutes P.O.V

„Kommst du, Dave?“ Molly sah mich überrascht an, als ich ihr und Lou nicht ins Haus folgte.
„Ich bleibe noch etwas draußen.“, erklärte ich ihr lächelnd. „Die Luft ist heute so schön.“
Obwohl Molly verwundert schien, nickte sie bloß und ließ mich endlich alleine.
Ich wollte alleine sein. Nur für einen kurzen Moment darüber nachdenken, was ich noch tun konnte, um Ava meine Liebe zu zeigen. Sie ließ mich nicht an sich heran, egal was ich versuchte.
Redete sogar von anderen Partnern, wenn ich von unserer Zukunft sprach.
„Wie kannst du an seinem so sonnigen Tag ein Gesicht ziehen, wie sieben Tage Regenwetter?“ Chris, mein Ziehvater war aus dem Haus getreten. Er lächelte mich freundlich an. „Was bedrückt dich denn, Dave? Irgendetwas, was du mir altem Mann erzählen willst?“
Lächelnd rückte ich ein Stück zur Seite, damit er sich hinsetzen konnte. „Sieht man es mir an?“

„Um ehrlich zu sein: Du siehst aus wie ein junger Mann, der sich unglücklich verliebt hat.“ Er wandte den Blick von meinem Gesicht und stellte seinen Stock zu Seite. „Ich will dich zu nichts drängen, Dave. Aber ich hab viel Lebenserfahrung. Vielleicht kann ich helfen?“
„Aber hast du jemals um eine Frau kämpfen müssen?“, fragte ich vorsichtig. „Ich meine, du und Dalia, ihr habt doch so schnell geheiratet und Kinder bekommen.“
Chris lachte. „Ja, so sieht das natürlich für jeden aus, der nicht dabei war.“ Er seufzte, sah mich an und begann zu erzählen. „Ich hab mich in Dalia verliebt, als ich sie das allererste mal gesehen habe. So eine auffallend schöne Frau, habe ich wirklich lange nicht mehr gesehen und ich wusste, dass ich sie heiraten wollte, egal was kommt. Aber Dalia war nicht so entschlossen, mein Lieber.“ Er lachte, als er sich an die alten Zeiten erinnerte. „Ich musste um die kämpfen und ich habe es getan. Einfach den Versuch nach vorne unternommen, so konnte Dalia gar nicht mehr Nein sagen.“
Ich runzelte die Stirn. Mir war niemals in den Sinn gekommen, dass Dalia Chris nicht hatte heiraten wollen, denn dafür liebten die beiden sich doch viel zu sehr.

„Ich hab ihr einen Heiratsantrag gemacht.“, fuhr er nachdenklich fort. „Obwohl ich wusste, dass eigentlich nicht heiraten wollte. Sie wollte eben keine von diesen langweiligen Mütter werden.“
Ich grinste. Wenn Dalia eins nicht war, dann langweilig! Doch im nächsten Moment verdüsterte sich mein Gesichtsausdruck wieder. „Aber ich kann dem Mädchen doch kein Heiratsantrag machen, Chris. Ich bin doch noch viel zu jung zum heiraten.“
Er lachte leise. „Dass sollst du auch gar nicht mein Junge. Du sollst nur offensiv sein und ihr gerade heraus sagen, was du fühlst und was du denkst. Nicht um den heißen Brei herum reden.“
„Mh.“; machte ich erstaunt. Darauf war ich so gesehen noch gar nicht gekommen. Der gerade Weg war der einfachste, damit hatte er Recht. Aber was wenn Ava diese Gefühle nicht erwiderte?
„Ava ist ein liebes, sehr einfühlsames Mädchen.“ Chris sah mich schief von der Seite an, als hätte er meine Gedanken gelesen. „Sie weiß eigentlich was sie will, nur manchmal benötigt sie einen Stoß.“
Überrascht sah ich ihn an. „Woher weißt du dass ich in Ava verliebt bin?“
„Ich bin ein alter Mann mit Lebenserfahrung.“; lachte Chris und erhob sich wieder. „Ich weiß alles.“

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Do Mai 17, 2012 3:51 pm

Lächelnd legte ich den Kopf in den Nacken und sah hinauf in den Himmel, der sich langsam rötlich färbte. Die Sonne ging gerade am Horizont unter, und ich konnte ein kleines Stück des Meeres sehen, wenn ich meinen Hals streckte. Etwas, was ich unglaublich liebte an Sunset Valley.
Und natürlich die sommerliche Wärme. Ich konnte noch im Bikini draußen sitzen, obwohl es schon recht spät war, ohne dass ich nur ein kleines bisschen fror. Herrlich.
„Darf ich dich stören?“ Schnute war mal wieder unbemerkt neben mich getreten, ein freundliches und unaufdringliches Lächeln auf dem hübschen Gesicht. Seine Augen sahen mich fragend an, aber es schien als fragten sie noch nach mehr, als den Platz neben mir.
„Klar.“ Ich erwiderte sein Lächeln freundlich, trat aber trotzdem einen Schritt zur Seite, als er sich neben mich stellte. Wollte ich mir doch abgewöhnen in ihn verliebt zu sein, damit wir einfach nur beste Freunde sein konnten. „W-wie war dein Tag?“, stotterte ich unsicher.
Er zuckte mit den Achseln. „Ganz okay eigentlich. Hatte viel zu tun, die Prüfungen und so.“ Er schenkte mir ein schiefes Lächeln. „Aber davon kannst du ja schließlich ein Lied singen.“

„Mh.“, machte ich unschlüssig und umklammerte mich mit meinen zierlichen Armen selbst.
Erschrocken sah er mich an. „Ist dir kalt? Soll ich eine Jacke oder so etwas holen?“
„Nein, nein.“ Ich schüttelte eilig den Kopf. „Am besten ich geh einfach rein. Essen ist sicher auch...“
„Du kannst jetzt nicht gehen, Ava.“, unterbrach Schnute mich ungeduldig und stellte sich mir in den Weg. Sein Blick, der sonst so freundlich war, wechselte zu auffordernd. Er schien voller Tatkraft zu sein. Tief holte er Luft und zwang deine in Grinsen auf seine Lippen. „Ich muss dir was sagen.“
Innerlich starb ich tausend Tode. Jetzt würde er sagen, dass er gemerkt hatte, wie sehr ich ihn liebte. Und er würde mich beten damit aufzuhören und ich würde innerlich noch toter sein, als tot.
Trotzdem versuchte ich mich zusammen zu reißen. Ich musste stark sein, ich war Ava.
„I-ich wollte schon lange mit dir reden. Aber irgendwie gehst du mir schon so lange aus dem Weg, dass ich es nicht geschafft habe. Aber wenn ich heute Abend wieder ins Bett gehe, ohne mit dir geredet zu haben, dann hallte ich mich für den größten Idioten der ganzen Welt.“, fuhr er seinen Dialog fort, ohne mich wirklich anzusehen. Sein Blick war auf einen bestimmten Punkt hinter mir gerichtet, der wohl viel interessanter zu sein schien. „Wir beide sind miteinander aufgewachsen.

Ich kenne dich in und auswendig und du mich. Und deswegen...ich meine...eigentlich war es doch klar, oder nicht?“, bittend und fragend zu gleich, sah er mich an. „Ava?“
„I-ich weiß nicht genau was.“ Völlig verwirrt sah ich ihn an. So fing man nicht an, wenn man den Kontakt abbrechen wollte, oder nicht? Was war hier los? Sollte etwas...?
Er grinste mich an, ergriff meine Hände und drückte sie sanft. „Verstehst du nicht was ich dir sagen will?“, hakte er schon fast verzweifelt an. „Ich...ich bin in dich verliebt, Ava. Und dass seit dem du meine beste Freundin bist. Ja, ich bin in dich verliebt.“
Mit großen Augen sah ich ihn an. Schnute war in mich verliebt? Mein Traummann fühlte das selbe wie ich? Dass war unglaublich. Im wahrsten Sinne des Wortes. Unfassbar.
Schnute sackte ein Stück in sich zusammen. Er seufzte betrübt und fuhr sich durch das grüne Haar. „E-es tut mir leid. Wie konnte ich nur...ich meine...schon gut. Gute Nacht.“

„Nein, Schnute.“ Ich ergriff seine Hand, dachte einen kurzen Moment nach und küsste Schnute.
Es war mein erster Kuss und ich war unendlich froh, dass er mit Schnute war. Es war so unglaublich schön, dass ich für einen Moment glaube, ich träumte. Aber das tat ich nicht. Denn als ich die Augen wieder öffnete und mich von Schnute löste, lächelte er mich an.
„Du...du bist also auch in mich verliebt?“ Ich nickte sanft. „Dass heißt uns beiden, unserer Zukunft, unserem Leben, steht nichts im Weg, Ava?“
Obwohl ich nickte, wusste ich, dass es gelogen war. Ganz Sunset Valley stand uns im Weg, schließlich wurden wir fast als Geschwister angesehen. Aber dass verschwieg ich, denn ich wollte in diesem Moment einfach nur glücklich sein. Mit Schnute.

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Do Mai 17, 2012 4:33 pm

Molly-Sue's P.O.V

Ich bedachte meine Schwester mit einem neugierigen Blick. Sie saß mir gegenüber, in der einen Hand ihren Kugelschreiber, der wie durch Zauberhand über ihr liniertes Blatt flog. Die andere Hand umfasste ihren dicken blauen Zopf und zwirbelte ihn andauernd aus Neue.
Ich liebte meine Schwester. Ich liebte alle meine Geschwister, aber Ava war für mich an sich die merkwürdigste. Ausgenommen von Aaron, denn der war ja bekennender Verrückter!
Ava war so intelligent und ruhig und trotzdem so unendlich stark, es schien als würden ihre Wünsche nur alleine durch ihren inneren Willen in Erfüllung gehen. So wie das mit Schnute.
Sie waren so ein verliebtes schönes Paar und ich freute mich für die beiden. Auch wenn der Rest von Sunset Valley dem Ganzen eher kritisch nachsah. Schließlich waren die beiden so etwas wie Geschwister in ihren Augen. Biologisch gesehen aber nicht, dass wusste ich aus dem Unterricht.
„Was schaust du mich so an?“, fragte Ava monoton, ohne mich anzusehen. Ihr Blick ruhte immer noch auf ihrem beschriebenem Blatt, und schien im Einklang mit der Aufgabe.
Ich grinste. „Na, weil ich nach den Schmetterlingen suche, die in deinem Bauch sind. Vielleicht kann ich sie durch deine hübschen, verträumten Augen sehen.“
Verdutzt hob meine Schwester nun doch ihren Kopf. Ihre pinken Augen sahen mich fragend an. „Was denn für Schmetterlinge?“, fragte sie unschuldig. „Durch meine Augen?“
Ich lachte leise. „Kennst du dass nicht? Wenn man verliebt ist, dann hat man Schmetterlinge im Bauch. Und ich denke dass du wirklich sehr in Dave verliebt bist. Also?“

„Ja.“, antwortete meine Schwester. Sie nickte langsam, und ein hauchdünnes Lächeln erschien auf ihren vollen Lippen. Sie ließ den Stift auf den Tisch gleiten und legte ihre Hände vorsichtig auf ihren Bauch, als wäre sie schwanger. „Ich weiß nicht ob es Schmetterlinge sind, Molly, ich war noch nie vorher verliebt. Aber es fühlt sich toll an, wenn ich mit Schute zusammen bin.“
Verträumt legte ich den Kopf in meine Hände und sah sie an. Neid stieg in mir auf, aber guter Neid. Den ich gönnte es ihr. „Dass hört sich so romantisch an, Ava. Ich freu mich so für dich.“
„Da bist du eine der wenigen.“, seufzend beugte sich Ava erneut über ihre Hausaufgaben.
Auch ich seufzte, wenn ich an die fiesen Sprüche auf den Schulklos unserer Schule dachte. Und zwar nicht nur auf dem Mädchenklo, sondern auch auf dem Jungsklo, aber niemand sollte fragen woher ich das wieder wusste! „Das tut mir wirklich leid, Ava. Ich schreib schon immer böse Antworten hin, wenn ich was über dich oder Dave lese, aber irgendwie scheint dass nicht zu...fruchtigen.“
„Fruchten.“, korrigierte sie mich liebevoll lächelnd. „Aber schön, dass du deinen Wortschatz erweitert hast.“ Sie seufzte noch einmal und strich sich eine gelockerte Strähne zurück hinters Ohr. „Das mit Schnute und mir ist nicht einfach, aber dass wusste ich vorher. Und wir halten das aus.“
Wie immer schien sie nicht einen Moment an ihrer Entscheidung zu zweifeln. Sie war so ganz anders als ich, die sich noch in der selben Sekunde darüber Sorgen machte ob es richtig oder falsch war, wenn sie eine Entscheidung getroffen hatte. Und genau aus diesem Grund hatte ich wohl nie das Glück mich so wundervoll und glücklich zu verliebe, wie Ava.

„Schau mich nicht so an, Molly, als sei ich etwas Besonderes.“, bat sie mich lächelnd. „Ich bin einfach nur...verliebt. Und wenn es dir irgendwann passiert, dann wirst du wissen, was ich meine.“
Ich nickte. Darauf hoffte ich auch. Nachdenklich betrachtete ich meine frisch lackierten Fingernägel. „Sie werden noch alle den Mund halten, wenn ihr beide die schönste Hochzeit der ganzen Stadt habt. Am Strand, mit Tauben und weißen Pferden und tausenden von Leuten...“
„Molly!“, unterbrach meine Schwester mich lachend. „Stop! Was redest du denn da. Schnute und sich sind erst Teenager, und noch gar nicht so lange zusammen und außerdem haben wir eigentlich ganz andere Pläne, weißt du?“, verträumt legte nun sie ihren Kopf in die Hände und sah aus dem Fenster. „Wir wollen nach der Schule um die Welt reisen und all dass sehen, was Mum früher einmal sehen wollte, bevor sie Hausfrau und Mutter geworden ist.“
Einerseits wunderte es mich nicht, dass die beiden so einen Plan hatten, aber ich konnte es nicht wirklich verstehen. Vielleicht wirkte ich nicht so, aber ich wusste, dass ich später eine gute Mutter sein würde und das war alles was ich wollte. Kinder, Kinder und noch mehr Kinder. Eine große riesige, wunderschöne und tolle Familie.
Ava lächelte mich freundlich an, als würde sie meine Gedankenlesen. Aber sie schwieg.

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Fr Mai 18, 2012 7:44 pm

Ich öffnete ohne zu klopfen die Tür zu Schnutes Zimmer und trat ein. Wie immer war es tadellos aufgeräumt, alles stand an seinem Platz in dem hellblauen Zimmer.
Erst auf den zweiten Blick erblickte ich Schnute, der gedankenverloren auf dem Sofa saß, in der Hand ein Blattpapier, dass er mit gerunzelter Stirn las.
„Schnute?“, versuchte ich ihn vorsichtig aus seiner Gedankenwelt zu reißen, ohne ihn zu erschrecken. Aber wie immer klappte es nicht, denn er zuckte leicht zusammen.
Doch als er mich sah, wanderte ein glückliches Lächeln auf seine Lippen. „Ava? Ich dachte du würdest heute noch etwas länger in der Schule bleiben? Ist es schon so spät?“
„Nein, nein.“, beruhigend schüttelte ich den Kopf und ergriff seine Hand, damit er von seinem Platz aufstand. Der Zettel segelte zu Boden und wirkte verloren, als einziges Stück auf dem aufgeräumten Zimmerboden. „Ich hab mich einfach anders entschieden, weißt du?“
Sein Blick wurde besorgt, als ich zu Boden sah, um seinen Augen auszuweichen. „Ava, du entscheidest die nie einfach anders.“, erinnerte er mich sanft. „Ist etwas passiert?“

Unsicher biss ich mir auf die Unterlippe. Ich wollte ihm nicht erzählen, dass ich die blöden Kommentare der anderen in der Schulbibliothek nicht mehr ausgehalten hatte, denn ich wusste, dass er sich deswegen schuldig fühlen würde. Dann würde er sauer sein und am nächsten Tag würde er sich die Jungen vorknöpfen. Dabei wollte ich am liebsten einfach unsichtbar sein. Also schüttelte ich zaghaft den Kopf und deute auf den Zettel auf dem Boden. „Was ist das?“
„Nichts.“; erwiderte er ungeduldig und wollte den Zettel mit dem Fuß unter das Sofa kicken, aber ich war schneller. Mit einem Handgriff hatte ich ihn aufgehoben.
„Sehr geehrte Eltern von Dave Mojica. Hiermit verwarnen wir ihren Sohn, Dave Mojica, auf Grund von unangemessenem Sozialverhalten.“ Ich verstummte, und las mir den Rest im Stillen durch. Als ich geendet hatte hob ich den Blick und sah meinen Freund vorwurfsvoll an.
„Schau mich nicht so an, Ava.“, bat er mich sanft. Seine Hände fanden meine und seine Finger schränkten sich mit den meinigen. „Ich musste doch irgendetwas tun! Sie haben wieder so dumme Kommentare über dich gebracht, dass konnte ich nicht einfach so stehen lassen.“
„Schnute, bitte.“ Ich löste mich von ihm. „Ich will das alles nicht! Ich...“
„Was willst du nicht?“, unterbrach er mich besorgt. Angst spiegelte sich in seinen hübschen Augen wieder, als er so vor mir stand. Völlig verletzlich. „Willst du dass mit uns nicht mehr?“

Weil mir die richtigen Worte fehlten küsste ich ihn eilig, zärtlich, aber drängend. „Natürlich will ich das mit uns.“ Ein weiterer Kuss folgte. „Ich bin so gern mit dir zusammen. Ich will nur den ganzen Stress nicht mehr, verstehst du? Versuch dass alles zu ignorieren. So wie ich?“
„Du ignorierst es auch nicht.“, erwiderte er leicht verächtlich. Ich konnte Bitterkeit in seinem Gesicht sehen. „Halt mich doch nicht für so dumm, Ava. Ich weiß doch, dass du wegen den anderen nicht länger in der Schule geblieben bist. Es nagt an dir, und nur deswegen kümmert es mich. Ich mache mir Sorgen um dich. Und dadurch auch um uns.“
„Brauchst du nicht.“; erwiderte ich zuversichtlich und legte meine Arme sanft um seinen Hals. „Ich kann damit leben. Es ist nicht einfach, aber was ist schon einfach.“ Seufzend schmiegte ich mich noch etwas enger ans eine Brust und atmete beruhigt seinen Duft ein. „Und wenn wir erwachsen sind, nehmen dir das nächste Flugzeug und fliegen irgendwohin, wo uns keiner kennt.“
Schnute lachte leise in meinem Haar. „Dass sollte nicht schwer sein. So berühmt sind wir nicht.“
„Ava? Dave? Wo seid ihr denn?“, tönte die Stimme meiner Mutter durch den Flur. Seid Dave und ich offiziell ein Paar waren, sorgte sich sich stets, wenn wir nur einen Moment alleine waren.
„Lass uns in die Küche gehen.“, kicherte ich in sein Shirt. „Sonst bekommt Mum noch einen zweiten Herzinfarkt und dass will ja keiner.“
Schnute nickte, ergriff meine Hand und zusammen schlenderten wir in die Küche. Auf den Lippen ein glückliches und zufriedenes Lächeln.

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Fr Mai 18, 2012 8:31 pm

Rickys P.O.V

„Alles Gute und Tolle zum Geburtstag, Ricky.“ Meine kleine Schwester Molly fiel mir kichernd um den Hals und bedeckte mein verschlafenes Gesicht mit lauter Küssen und Resten von ihrem pinken Lippenstift. „Wow, ich kann es kaum fassen. Jetzt bist du Achtzehn und kannst uns mit in die Clubs aus Festland nehmen. Dass wird so krass, Bruderherz.“
„Na, na, na.“ Meine Mutter war an meine Seite getreten, ergriff besitzergreifend meine Hand und warf Molly einen zweifelnden Blick zu. „Ich glaube nicht, dass dein Bruder große Lust hat Taxi für euch zu spielen.“, erinnerte sie sie sanft, aber mit einem scharfen Unterton, der einem Verbot gleich kam. „Er muss sich jetzt erst einmal aufs ein eigenes Leben konzentrieren.“
Molly zuckte beleidigt die Schulter. „Wenn du das sagst, Mum.“ In ihren Augen funkelte es gefährlich, als wenn sie sowieso schon einen Plan B hätte.
„Alles Liebe zum Geburtstag, Liebling.“ Meine Mutter küsste mich sanft auf beide Wangen. Mit ihren pinken Augen, die verdächtig schimmerten, sah sie mich aufmerksam an. „Mein kleiner Ricky, jetzt auf einmal erwachsen. Erst Lou, dann du. Wie schnell ihr groß werdet!“
Ich rollte lächelnd mit den Augen. Sentimentalitäten waren nicht mein Ding. „Ach, Mum.“
„Wir gehen,okay?“ Ava hatte sich Daves Hand geschnappt und warf einen ungeduldigen Blick auf die große Uhr über der Tür. Pünktlichkeit war ihr halbes Leben.

Meine Mutter reagierte kaum, ein kurzes Nicken war alles was die beiden Mädchen und Dave bekamen, bevor sie die Küche verließen. Seufzend schloss meine Mutter erneut ihre Arme um meinen Hals. „Ach, Ricky. Ich weiß noch wie du mit deinen dicken Beinchen das erste Mal in meine Arme gelaufen bist. Es kommt mir vor wie gestern. Oder als du das erste Mal Mama gesagt hast.“
Mein Vater lachte, schnappte sich meine Mutter und legte eine Arm um sie. Er rettete mich. „Ach komm, Dalia. So gut kannst du dich doch gar nicht daran erinnern, gib es zu!“
Meine Mutter schlug ihn sanft auf die Schulter, bevor sie sich ein paar Tränchen wegwischte.
Endlich kam auch ich mal zu Wort. „Gut, dass wir einen Augenblick für uns haben, ich wollte sowieso noch mal mit euch reden. Aber in letzter Zeit war es so...stressig hier.“ Ich dachte schmunzelnd an die Sache mit Ava und Dave, die dafür sorgte, dass niemand etwas von meinen Plänen mitbekam. Und dass war mir schrecklich recht gewesen.
Fragend sahen meine Eltern mich an. „Was gibt es denn, Liebling?“, fragte meine Mutter.
„Ich hab mich schon seid einiger Zeit mit dieser Sache beschäftigt und bin zu dem Schluss gekommen, dass es das Beste für mich ist. Ich werde eine Weile ins Ausland gehen.“

Erstaunt sah meine Mutter mich an, mein Vater lächelte zustimmend, als hätte er es geahnt.
„Wie meinst du dass?“ Die Stimme meiner Mutter wirkte fast hysterisch, als sie mich ängstlich ansah. „Du willst ins Ausland? Wann? Ich meine...und warum? Ricky...hier ist dein zu Hause.“
Mein Vater seufzte. „Bitte, Schatz. Reg dich nicht auf, dein Herz! Ricky ist ein erwachsener Mann und will seinen eigenen Lebensweg gehen. Versuch dass doch zu verstehen.“
„Genau, Mum.“ Sanft nahm ich ihre Hand. „Ich mach bei einer kleinen Forschungsreise mit. Nichts großes, aber ein Anfang. Und ich denke es wird Spaß machen. In einem Jahr bin ich zurück, vielleicht werden es auch zwei, aber geplant ist nur eins. In Sim-Afrika.“
„Herzlichen Glückwunsch, Sohn.“ Stolz klopfte mein Vater mir auf die Schulter.
Doch meine Mutter schien sich immer noch nicht wirklich beruhigt zu haben. Mit starrem Blick ließ sie sich auf einen der Stühle an der Theke nieder, fast sah sie aus, als würde sie in Tränen ausbrechen. „Erst zieht Lou sofort aus, nachdem sie achtzehn geworden ist und jetzt beschließt auch noch mein ältester Sohn einfach nach Sim-Afrika auszuwandern.“
Ich lachte leise. „Ich wandere nicht aus, Mum. Ich mache nur eine Forschungsreise. Ich komm wieder.“ Seufzend drückte ich ihre Hand. „Sei nicht so traurig, ja Mum?“
„Ich versuchs.“, erwiderte sie langsam. „Aber es wird mir schwer fallen.“

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Di Mai 22, 2012 3:36 pm

„Danke, dass du mich zum Essen eingeladen hast.“ Lächelnd sah ich Schnute an, der mir gegenüber saß und sein Essen glücklich verspeiste.
Es war so herrlich hier, an diesem Abend, mit Schnute. Die warme Sommerluft umringte uns, während wir an dem kleinen Tisch bei Kerzenlicht saßen. Romantik pur.
„Dafür nicht.“ Schnute erwiderte mein Lächeln erfreut. Unsicher kratzte seine Gabel eine Weile auf dem Teller herum, bevor er die Worte aussprach, die er wohl die ganze Zeit schon auf der Zunge gehabt hatte. „Ich wollte uns so etwas wie eine Auszeit gönnen. Nach dem ganzen Stress in der Schule. Du weißt schon.“ Er schluckte. „Die Beschimpfungen und so.“
Ich nickte wissend. Davon konnte ich ihm ein Liedchen singen. Es hatte einfach nicht aufgehört, nein es war an manchen Tagen sogar noch schlimmer geworden. Unsere Mitschüler, die ich immer für unsere Freunde gehalten hatten, wollten einfach nicht verstehen, dass Schnute und ich sehr wohl das Recht hatten zusammen zu sein. Wir waren biologisch gesehen keine Geschwister.

„Du siehst so traurig aus, Ava.“ Seine Hand suchte meine und umschloss sie sanft. Ein tröstender Akt, der mich trotz aller Schwierigkeiten aufmunterte. „Es tut mir leid...“
„Dir sollte es nicht Leid tun!“, unterbrach ich ihn unwirsch. Zorn keimte in mir auf, als ich an all die Leute dachte, die mir jeden Tag aufs Neue weh taten. Wo waren meine Freunde?
Schnute seufzte, ließ meine Hand los und faltete die Hände.
Nachdem wir eine Weile geschwiegen hatten, denn keiner wollte etwas sagen, oder vielleicht wussten wir auch einfach nichts, platzierte sich ein erfreutes Lächeln auf seinem Gesicht.
„Hey, weißt du was mir gerade aufgefallen ist?“
Immer noch etwas in meiner Gedankenwelt schüttelte ich den Kopf und versuchte meinen Fokus wieder auf meinen Freund zu richten.
„Dass ist unser erstes Date.“, stellte Schnute hoch erfreut fest. „Komisch oder? Normalerweise hat man sein erstes Date, bevor man mit der Person zusammen kommt, aber bei uns...“
„Bei uns ist das was anderes.“ ich erhob mich von meinem Platz und zog ihm ebenfalls auf die Beine. Ich wollte dass alle dunklen Wolken verschwanden, und wir nur unseren blauen Himmel für uns hatten. Denn das war es, was wirklich zählte. „Wir sind anders, Schnute. Vor allem du!“
„Was soll dass denn heißen?“, spielerisch haute er mir sanft auf die Schulter, bevor seine Arme meinen Körper umschlossen und festhielten. „Lass uns zum Strand gehen.“

Ich nickte und Hand in Hand spazierten wir durch die warme Sommernacht hinunter zum Strand, der nur einen Katzensprung von meinem Lieblingsrestaurant entfernt war.
Eigentlich war es der perfekte Abend für einen Spaziergang am Strand, und dass auch noch als Paar. Die Wellen schlugen sanft ans Ufer, rauschten in der Ferne leise und ließen einen Reisen und anderem Kindergeschichten träumen.
Ich erinnerte mich mit einem Lächeln an meine Kindheit, die mehr als schön gewesen war. „Weißt du worüber ich unglaublich glücklich bin?“, fragte ich Schnute leise, nachdem wir stehen geblieben waren und unseren Blick auf die Wellen gerichtet hatten. Er schüttelte den Kopf und sah mich fragend an. „Ich bin glücklich als Ava-Mercy Mojica geboren worden zu sein.“
„Und ich bin glücklich deine Puppe geworden zu sein.“ Schnute ergriff meine Hand und hielt sie locker in seiner. So wie alles zwischen uns war, seit wir von den Gefühlen des anderen wussten.

Ich lächelte sanft. „Ja, darüber bin ich auch glücklich, aber das meine ich nicht.“ Beruhigt schloss ich meine Augen. „Zumindest nicht nur das. Ich mein dass alles hier Schnute. Meine Heimat.“
Er lachte leise, ich könnte es hören, durch das Rauschen der Wellen. Seine andere Hand legte sich auf meine Hüfte und zog mich näher zu ihm heran. Ohne die Augen zu öffnen, wusste ich dass er nur noch Zentimeter vor mir sein musste. Ich spürte seinen warmen Atem auf meinen Lippen. „Ich nicht. Ich meine dich, Ava. Du bist meine Heimat, weißt du? Ich kann nur da sein, wo du bist.“

Ich öffnete meine Augen vorsichtig, um den Moment nicht zu zerstören, der mir so perfekt vorkam.
Und dann sprach er endlich aus, was ich innerlich, ohne es gewusst zu haben, hören wollte. „Ich liebe dich, Ava-Mercy. Ich liebe dich wirklich.“
„Und ich dich.“, erwiderte ich zaghaft, obwohl ich innerlich praktisch explodierte.
Dieser Moment...so wie in all den Liebesfilmen die ich gesehen hatte. Es war einfach wunderschön das von dem Menschen, dem man liebte zu hören. Nie wieder wollte ich es von jemand anderem hören, als Schute. Nichts würde uns jemals auseinander bringen!

Finplay8
Familiensim

Anzahl der Beiträge : 1747
Anmeldedatum : 12.10.09

Nach oben Nach unten

Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Gesponserte Inhalte


Gesponserte Inhalte


Nach oben Nach unten

Seite 4 von 12 Zurück  1, 2, 3, 4, 5 ... 10, 11, 12  Weiter

Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten