Bluegacy - Heute mach ich blau!

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Mi Mai 22, 2013 8:43 am

„Du hättest keinen Anbau machen müssen.“ Ich schlug zwei Eier auf, bevor ich das Mehl leichtfertig unterrührte.
Meine Mutter seufzte leise, über meine Wiederworte, oder aber über ihre alten Gelenke, die ihr mehr und mehr zu schaffen machten. „Ich finde Kinder brauchen ihr eigenes Zimmer.“
Samt der Schüssel trat ich an die Küchenmaschine und kippte den Teig hinein. „Jesse und Sophie haben sich bisher auch ein Zimmer geteilt, Mum. Das hat funktioniert.“ Ich drückte auf den grünen Knopf und sah zu, wie der Teig ein ums andere Mal durchgemischt wurde. „Du verwöhnst sie einfach zu sehr.“
„Ich bin ihre Oma, wenn ich etwas tue, dann meine Enkel verwöhnen.“ Wieder seufzte sie. „Ava, hör zu. Ich hab mir immer gewünscht euch alles bieten zu können. Aber kaum, dass ich es konnte, wart ihr erwachsen und habt euren eigenen Weg gewählt. Jetzt lass mich doch wenigstens meine Enkelkinder verwöhnen. Was soll ich sonst mit all dem Geld anfangen? Essen kann ich es ja wohl schlecht.“
„Du könntest in die Zukunft deiner Enkelkinder investieren.“, schlug ich mit einem ironischen Unterton vor. „Leg Konten an, und wenn sie groß genug sind haben sie ein gesundes Startkapital.“
„Und jetzt haben sie eine schöne Zukunft. Hast du nicht Sophies glitzernde Augen gesehen, als sie es erblickt hat?“ Ein schwärmerischer Gesichtsausdruck entstand bei meiner Mutter. Sie schien in Erinnerungen zu schwelgen. „Wenn ich sie lächeln sehe, dann sehe ich dich in ihrem Gesicht, Ava.“

Lachend schüttelte ich den Kopf. „Ich sehe Lance. Ich finde Sophie ist durch und durch Lance.“
Jetzt war es meine Mutter, die den Kopf schüttelte. „Sophie ist von ihrer Art ganz nach ihrem Vater geschlagen. Dieser Dickkopf und diese anhängliche Liebe, dass bist nicht du, Liebes. An in ihrem Gesicht sehe ich dich.“
Ich schob das Blech mit den Keksen in den Ofen und drehte mich vollends zu meiner Mutter um. „Sie ist gerade nicht gerade einfach.“, erklärte ich vorsichtig. „Bitte nimm es ihr nicht übel, wenn sie manchmal etwas überreagiert. Ich glaube die Scheidung und die räumliche Trennung von ihrem Vater hat ihr zu sehr zu gesetzt.“
„Natürlich hat sie das mitgenommen, Ava. Sie ist acht Jahre alt und ein Papakind, seit sie auf der Welt ist.“ Sie machte eine kleine Pause, und fuhr dann mit sanfteren Ton fort. „Aber sie muss lernen, dass es Dinge im Leben gibt, die man sich nicht aussuchen kann, und die einem nicht gefallen werden. Sophie ist alt genug.“
„Aber ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.“ Entkräftet ließ ich die Schultern hängen.
„Du hast noch gar nicht angefangen.“ Meine Mutter lachte leise. „Momentan behandelst du Sophie wie eine kleine Prinzessin, um sie nicht zu verlieren. Du hast Angst, dass sie ihre Sachen packt und zu ihrem Vater geht.“

„Sie ist meine einzige Tochter.“; erinnerte ich meine Mutter eindringlich. „Sie würde mir fehlen.“
Meine Mutter nickte. „Und da musst du dann durch, Ava.“ Mit der Hand deutete sie auf den Ofen. „Ich denke die Kekse sind fertig. Nicht dass sie anbrennen.“
Ich drehte mich um und öffnete den Ofen, um die goldbraunen Kekse heraus zu nehmen. „Ich kann da aber nicht durch, Mum. Lance hat doch kaum Zeit für die Kleine, wie soll sie dann gut erzogen werden?“
„Lance liebt die Kinder genau so wie du, und ich denke er wird sich Zeit nehmen.“ Ich hörte wie mit den Fingern auf der Tischplatte herum klopfte. „Dein Problem ist die Eifersucht, Kind. Du hast Angst, dass Sophie Lance mehr lieben könnte als dich.“ Als ich protestieren wollte lachte sie. „Ich kenne dich, Ava.“
Sie hatte Recht. Natürlich hatte sie Recht. Es wäre einfach nicht mehr fair, wenn sie ihren Vater, der doch selber Schuld daran war, dass unsere Ehe gescheitert war, mehr lieben würde als mich.
„Kinder lieben ihre Eltern beide, Ava. Denn Liebe ist das einzige, was nicht weniger wird, auch wenn man es unter mehreren Personen aufteilen muss.“
Ich stellte den Teller mit den Keksen vor meine Mutter und seufzte. „Was soll ich deiner Meinung nach tun?“
„Entspann dich. Zeig Sophie wo die Grenzen sind, und dass sie zu akzeptieren hat, dass du und Lance kein Paar mehr seid. Dass du sie immer noch so liebst, wie vorher und dass sich nichts geändert hat, außer, dass ihr nicht mehr mit Lance zusammen wohnt und dass nun Onkel Dave und Jesse bei euch sind.“

„Sie hasst Dave.“, erinnerte ich mich selber leise. „Und langsam färbt das auf Jesse ab. Sie ist gemein zu ihm.“
Meine Mutter stimmte mir mit wissendem Gesichtsausdruck zu. „Ich habe es schon bemerkt. Dass musst du unterbinden, Ava, bevor ein handfester Streit entgeht.“
Ich seufzte leise. Am liebsten hätte ich mich in mein Bett gekuschelt und geschlafen.
Meine Mutter winkte mich zu sich herüber und legte die Arme sanft um meinen Körper. „Mach dir keine Sorgen, Schätzchen. Du wirst sehen, in ein paar Wochen hat sich das alles beruhigt.“
„Ich bin das schwarze Schaf der Familie, oder nicht?“, fragte ich leicht verzweifelt.
Meine Mutter lachte laut und dass freute mich. „Ava, von all meinen Kindern bist du mir am ähnlichsten, und dass nicht nur wegen der blauen Haare. Dein Wesen entspricht meinen und deine Probleme, hätten auch meine Probleme sein können.“ Liebevoll strich sie mir über die Wange. „Ich bin stolz auf dich und alles was du geschafft hast. Dass kann nicht jeder, Ava.“
Ein paar Tränen kullerten aus meinen Augen. „Danke, Mum.“; flüsterte ich halblaut. „Danke.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Sa Mai 25, 2013 12:01 pm

Als es an der Tür klingelte, stöhnte meine Mutter leise auf. Mit schmerzverzerrtem Gesicht fasste sie sich an den Kopf. „Ich habe Kopfschmerzen.“
Ich nickte wissend. „Leg dich hin, Mum. Ich kümmere mich um den Besuch. Ist sicher nur Kosmo oder so.“
Dankbar drückte sie mir einen Kuss auf die Wange, hievte sich von dem Stuhl und schlenderte in gebückter Haltung aus der Küche.
Ich wischte mir die Hände an einem Geschirrhandtuch ab, bevor ich zur Haustür eilte. „Arek.“ Verwundert betrachtete ich meinen Neffen. So lange hatte ich ihn nicht mehr gesehen und doch hatte er sich nicht ein bisschen verändert. Er war genau so hübsch, wie früher.
Mein Neffe lächelte schüchtern. Er massierte sich nervös die Hände. „Hallo, Tante Ava. Stör ich?“
„Ach nein, niemals.“, winkte ich eilig ab. „Ich bin nur so...überrascht. Was machst du denn hier? Elian hat erzählt, er will dich am Wochenende besuchen gehen. Er meinte...“ Ich verstummte eilig, aber Arek schien meine Gedanken gelesen zu haben, denn er nickte, mit gesenktem Kopf.
„Ich weiß, dass es nicht richtig war, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber ich konnte nicht. Ich...ich hatte einfach keinen Kopf hier her zu kommen und mich dem allen zu stellen.“ Er schwieg einen Moment, bevor er nickte. „Aber jetzt bin ich hier, und dass ist gut so.“

„Ist es.“; stimmte ich ihm lächelnd zu. Liebevoll tätschelte ich seinen Arm. „Ich wusste, dass du deine Zeit brauchst, aber ich wusste auch, dass du irgendwann einmal zurückkommen würdest.“
Arek schwieg unschlüssig. Aus meinem kleinem, etwas verbohrten Neffen, war ein Erwachsener geworden, der mehr durchgemacht hatte als andere. Er sah so anders aus und doch gleich.
„Weiß Elian, dass du hier bist?“, fragte ich, um mehr aus ihm heraus zu kitzeln.
Arek schüttelte den Kopf. „Es war eher...eine spontane Entscheidung.“ Grinsend sah er mich an. „Ich bin heute aufgewacht und es hat mich einfach gepackt. Ich musste herkommen.“
„Wie deine Mutter.“ Ich lächelte selig. „Wie wäre es, denn du reinkommst? Wir haben noch Kuchen oder auch Kekse und ich kann und frischen Kaffee machen.“ Bittend sah ich ihm in die pinken Augen. „Ich würde mich wünschen, dass du ein Weilchen bleibst. Vielleicht magst du Jesse auch mal kennenlernen.“
„Will er mich denn kennenlernen?“ Arek schien unsicher. „Ich meine, ich hab mich einen Dreck um ihn geschert.“
„Er ist nicht nachtragend. So ein lieben Jungen, hast du noch nie gesehen.“ Lachend schob ich meinen geliebten Neffen, den ich aufgezogen hatte wie meinen eigenen Sohn, ins Haus und schloss hinter ihm die Haustür. „Er wird sich sicher sehr freuen, wenn er dich kennenlernt. Du bist sein einziger Bruder.“

Arek schien kurz von dem erröten. Betroffen sah er zu Boden. „Und Dave? Er...er ist sicher enttäuscht.“
„Dave liebt dich wie einen Sohn, Arek.“ Ich nahm den Früchtekuchen aus Kühlschrank und stellte ihn auf die Arbeitsplatte, um zwei Stücke für Arek und mich abzuschneiden. „Er ist nicht enttäuscht, er hat sogar sehr viel Verständnis für dich. Er wird sich einfach nur freuen, dass du wieder da bist.“
Nickend nahm er seinen Teller entgegen und folgte mir zum Esstisch herüber. Er fuhr mit der Hand kaum merklich über die Tischplatte. „Ich erinnere mich kaum an meine Zeit hier.“
„Natürlich nicht, du warst noch ein Baby.“, erwiderte ich lachend. „Aber ich erinnere mich zu gut an die schlaflosen Nächte und an das Gequängel deiner Mutter. Sie war fix und fertig.“ Als Arek mit einem seichten Lächeln vorzog zu schweigen, fuhr ich leise fort. „Wo warst du eigentlich?“
„Überall.“, kam seine Antwort schnell und erleichtert, als wäre eine Last von ihm gefallen. „Zuerst eine Weile auf dem College. Dann, sobald ich meine Prüfung gemacht hatte, hab ich meine Sachen gepackt und bin nach Sim-Afrika geflogen. Ich hab ne ganze Weile in unserem alten Haus gelebt und nachgedacht.“
Bei dem Gedanken meinen Neffen so lange in diesem Haus voller Erinnerung gelassen zu haben, wurde ich betrübt. Ich hätte für ihn da sein sollen.

„Als ich dann endlich zu dem Schluss gekommen war, dass es Zeit war wieder aufzustehen und zu leben, hab ich mein ganzes Erbe genommen und bin in der Welt herumgereist. Ich hab so viel gesehen, Tante Ava. So viel lebendiges.“ Er lachte, und es war ein ehrliches Lachen. „Aber dann hab ich meine Freundin kennengelernt und beschlossen wieder sesshaft zu werden.“
„Deine Freundin?“, harkte ich begeistert nach. „Dass bedeutet du hast praktisch eine eigene Familie gegründet.“
Er schüttelte grinsend den Kopf. „Nein, keine Familie. Nur eine wirklich gute und schöne Beziehung. Das reicht.“
„Und...bleibt ihr hier?“, fragte ich zögerlich.
Doch zu meiner Freude nickte mein Neffe, den Blick abwesend auf sein halbes Stück Kuchen gerichtet. „Wir haben lange darüber geredet und entschieden hier sesshaft zu werden. Sie hat hier Familie und Freunde und sie wünscht sich, dass auch ich wieder näher an meine Familien herankomme.“
„Dass ist der erste Schritt.“, stimmte ich ihm erfreut zu. „Wir haben hier immer eine offene Tür für dich und deine Freundin, also wenn ihr erst einmal hier einziehen wollt, ist das kein Problem.“
„Nein, nein.“ Arek schüttelte beherzt den Kopf. „Wir haben ein ziemlich schönes Haus gekauft, von den Resten unseres Geldes. Es ist gleich um die Ecke.“ Er deutete mit dem Kopf zum Fenster. „Ich komm euch wohl jetzt öfter besuchen, wenn das okay ist.“
„Natürlich.“ Ich klatschte in die Hände, als wollte ich applaudieren. „Du bist hier herzlich willkommen.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Sa Mai 25, 2013 12:08 pm

„Ava?“ Daves Stimmte hallte im großen Flur und die Tür fiel lauter als gewöhnlich ins Schloss.
Ich erhob mich von meinem Stuhl. „Ich bin in der Küche, Dave.“, erwiderte ich, den Blick auf Arek gerichtet. Was genau wusste er von mir und Dave? „Kommst du bitte rein?“
Die Küchentür wurde aufgestoßen und Dave kam herein. Er sah abgekämpft aus. „Bin ich froh, dass du da bist...“ Erst jetzt erblickte er Arek, der immer noch still auf einem Stuhl saß. Seine Augen weiteten sich ein wenig, als er seinen Ziehsohn erkannte. „Arek.“; murmelte er überrascht. „Was machst du denn hier?“
„Er besucht uns.“; antwortete ich für meinen Neffen, und hoffte, dass ich Recht behalten würde und Dave sich wirklich so freuen würde, wie ich es prophezeit hatte. „Ist das nicht wundervoll?“
„J-ja...ja, dass ist wirklich schön.“ Er kam noch ein Stück weiter in die Küche, ohne Arek aus den Augen zu lassen. „I-ich wusste nur nicht...ich meine...was machst du hier, Arek?“
„Ich bin wieder in Sunset Valley.“, erklärte dieser schlicht. Noch immer saß er ruhig auf seinem Platz.
„Dass sehe ich.“, erwiderte Dave und endlich lächelte er ehrlich erfreut. „Ich bin wirklich überrascht, aber ich freue mich. Wie geht es dir denn? Und wo warst du, und bleibst du hier?“
„Mir geht’s gut, ich war so ziemlich überall und ja, ich bleibe.“ Lachend sah Arek ihn an. „Aber wenn du mit den Fragen ein bisschen langsamer bist, dann kann ich sie dir auch einzeln beantworten. Und ausführlich.“

„Natürlich, tut mir Leid.“ Dave lachte verunsichert. Plötzlich sah er mich wieder an. Ich konnte den Wunsch in seinen Augen lesen, mich zu küssen, aber er tat es nicht.
„Arek bleibt, also habt ihr noch ganz viel Zeit.“, versuchte ich ihn eilig von mir abzulenken. „Ihr unterhaltet euch jetzt, und ich warte, dass die Kinder nach Hause kommen, damit ich Jesse vorbereiten kann.“
„Jesse, genau.“ Dave nickte nachdenklich. Er sah Arek fragend an. „Du bleibst also wirklich?“ Nachdem sein Ziehsohn genickt hatte, schien er erleichtert zu sein. „Ich würde Jesse ungern noch einen Verlust antun.“
„Tust du nicht.“; erklärte ich Dave lächelnd. Liebevoll tätschelte ich seinen Arm. „Ich gehe ich den Flur, ich glaub ich hab den Schulbus gehört.“
Dave nickte mir zu und mit einem guten Gewissen, verließ ich die Küche und ließ die Männer alleine.
Genau richtig, denn die Haustür ging auf und Jesse kam herein.
„Hallo, Tante Ava.“, begrüßte er mich lächelnd. „Hast du etwa auf mich gewartet?“
Der Kleine sah so viel mehr, als ich mir denken konnte. „Schon, irgendwie.“ Ich sah erneut zur Tür. „Wo ist denn Sophie? Habt ihr beide nicht immer gleichzeitig Schluss.“
„Sie will nicht mit mir nach Hause fahren.“; erklärte Jesse mir leise. Er sah betrübt aus. „Sie ist zu Lance gegangen, weil der ja gleich um die Ecke von der Schule wohnt.“

„Mh.“; machte ich. Bekümmert hörte ich mir an, wie meine Tochter mit ihrem ehemals besten Freund umging, und dass nur, weil ich keinen Schlussstrich ziehen konnte. Ich schüttelte den Kopf und schob die Diskussion weiter nach hinten, um mich mit dem anderen Thema zu befassen. „Jesse, ich hab eine Überraschung für dich.“
„Was denn?“ Seine pinken Augen funkelten erfreut. „Bekomme ich doch den Hund?“
„Nein.“ Ich lachte. „Für einen Hund haben wir immer noch zu wenig Zeit, Jesse. Aber etwas viel besseres.“ Ich machte eine Spannungspause. „Dein Bruder Arek ist zu Besuch hier.“
„Echt?“ Jesses Gesicht wandelte zwischen Freude und Sorge hin und her, als könnte es sich nicht Entscheiden.
Ich nickte. „Er sitzt gerade in der Küche. Und er hat richtig große Lust dich mal kennenzulernen. Und du?“
„Ich weiß nicht.“ Jesse biss sich nachdenklich auf die Unterlippe. „I-ich..kenne ihn doch gar nicht und was ist wenn er mich nicht mag, weil Mama jetzt tot ist.“
„Jesse!“, überrascht über seine Worte sah ich ihn an. „Aber warum sollte er dich deswegen den nicht mögen? Du bist ja nicht Schuld dass eure Mama gestorben ist. Du weißt doch, dass sie sehr krank war.“
„Sophie hat gesagt, dass sie gestorben ist, weil sie mit mir schwanger war.“

Mal wieder war ich tief getroffen wie gemein meine Tochter sein konnte. Wie verletzend und bösartig. „Hör mir zu, Jesse.“ Ich beugte mich zu ihm herunter und nahm seine kleinen Hände. „Deine Mama hat sich unglaublich gefreut, als sie erfahren hat, dass sie mit dir schwanger ist. Und sie wollte nichts mehr als dich haben. Und dass sie dann gestorben ist, dass ist von keinem die Schuld, ja? Und am wenigsten von dir, Jesse. Und dass sehen alle so.“ Ich setzte ein zuversichtliches Lächeln auf. „Arek würde sich sehr freuen, dich kennenzulernen. Er ist total froh einen kleinen Bruder zu haben. Und dann auch noch so einen tollen wie dich.“
Jesse schlang seine Arme fest um meinen Hals und drückte mir einen etwas feuchten Kuss auf die Wange. „Du bist die beste Tante der ganzen Welt und ich würde es toll finden, wenn du und Papa heiraten würdet.“, flüsterte er mir ins Ohr und ich spürte wie er lächelte.
Ich musste grinsen, als er sich wieder von mir löste. Stolz strich ich ihm über das braune Haar. „Du bist auch toll, Jesse. Und jetzt geh in die Küche und begrüß deinen großen Bruder.“
„Mach ich.“ Und schon war er verschwunden.
Ich sah ihm einen kurzen Moment nach, entschied mich dann aber nicht hinter her zu gehen. Die drei brauchten vielleicht mal ein wenig Zeit für sich. Schließlich waren sie eine Familie.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Sa Mai 25, 2013 12:14 pm

Doch keine zwanzig Minuten später, als ich es mir gerade im Wohnzimmer gemütlich machen wollte, hörte ich wie jemand vorsichtig an den Türrahmen klopfte.
Als ich mich um wandte, entdeckte ich Dave. Er hatte ein erleichtertes Lächeln auf den Lippen. „Hey.“
„Hey.“ Ich grinste zurück, fast etwas schüchtern. „Ist Arek schon nach Hause gegangen?“
Er schüttelte sachte den Kopf und machte ein paar Schritte auf mich zu. „Nein, er sitzt mit Jesse in der Küche und muss sich gerade die Vorteile von Hamburgern anhören. Nicht sehr spannend, aber er hört zu.“
„Er liebt Jesse.“ Wissend sah ich meinen ehemaligen besten Freund an. „Ich habs gehört, als ich ihn auf ihn angesprochen habe. Da wird es keine Probleme geben, Dave.“
„Ich weiß. Aber darüber habe ich mir auch nie Sorgen gemacht.“ Dave kam zu mir herüber, ein liebevolles Gesicht machend. „Das einzige, worüber ich mir Sorgen gemacht habe war Arek.“

„Ich doch auch.“, erwiderte ich. „Aber jetzt ist er wieder da, und er ist glücklich. Er hat eine Freundin.“
Dave grinste breit. „Ich weiß, hat er mir erzählt. Wir sollen sie bald kennenlernen, hat er gesagt.“
Ich nickte. Mein Blick hing an Daves Lippen, die meinen so unendlich nah waren. Daves Duft drang mir in die Nase, und ließ das Verlangen in mir noch größer werden.
Auch Dave schien nach Fassung zu ringen, denn plötzlich war er nicht mehr der ruhige, selbstsichere Dave, den ich kannte. „Du fehlst mir.“, murmelte er schließlich leise. „Du fehlst mir unglaublich, Ava.“
„Du mir auch.“; erwiderte wahrheitsgemäß. „Und ich du glaubst gar nicht, wie sehr ich eine normale Beziehung mit dir führen würde. Eine richtige, ohne Verstecken und Angst. Aber das geht noch nicht.“
„Wegen Sophie.“; beendete er meinen Gedankengang Kopfschüttelnd. Er seufzte leicht verzweifelt.
Ich erinnerte mich an die Worte meiner Mutter und mein schlechtes Gewissen holte mich ein. Ich konnte die Liebe meines Lebens nicht einmal wirklich ansehen.

Dave reagierte sanft. Er kam auf mich und schloss seine Arme fest um mich. „Es tut mir Leid, Ava. Ich wollte dir kein schlechtes Gewissen machen, oder dich zu irgendetwas drängen...ich wollte nur...“
„Ich weiß doch, Dave.“ Ich schmiegte mich noch enger an ihn und genoss die Wärme, die mir so oft fehlte. „Und du machst mir kein schlechtes Gewissen, sondern ich selber. Ich wünschte, ich könnte mich zwei teilen.“
„Und dann?“, fragte Dave belustigt. „Will die eine Hälfte mit mir zusammen sein und die andere die super Mama für Sophie sein und wieder bei Lance wohnen?“
Ich löste mich ein Stück weit von ihm und streckte ihm die Zunge raus. „Ich weiß selber, dass es unmöglich ist.“
„Wenigstens dass.“ Dave lachte, aber nur kurz, dann wurde sein Gesicht wieder ernst. „Für Arek wird es auch nicht so leicht werden, Ava. Molly war seine Mutter, ich wie ein Vater und du seine Lieblingstante. Aber ich werde es ihm schon irgendwie beibringen und er wird es verstehen.“
„Arek ist bald einundzwanzig.“; erinnerte ich ihn mit gerunzelter Stirn. „Sophie ist noch keine zehn.“
„Aber alt genug.“; war seine einfache Antwort. Er löste sich von mir und sah mich eindringlich an. „Ich weiß, ich habe versprochen zu warten, aber ich warte nicht, wenn keine Hoffnung besteht.“
„Doch, da ist Hoffnung.“ Ich nickte eilig. „Ich verspreche dir, dass es nicht mehr lange dauert!“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Sa Mai 25, 2013 12:37 pm

Ein paar Tage später, als ich gerade das Haus betrat, bepackt mit Einkäufen, entdeckte ich meine Tochter auf dem Sofa im Flur sitzen. Erst auf dem zweiten Blich konnte erkennen, dass sie geweint hatte.
„Sophie.“ Überrascht stellte ich die beiden Tüten neben der Tür ab und machte ein paar unsichere Schritte auf sie zu. „Ist etwas passiert, Liebling? Warum weinst du denn?“
„Ich weine nicht.“ War ihre kalte Antwort, bevor sie sich die Tränen von den Augen wischte.
Nickend sah ich sie an. „Natürlich nicht. Aber glücklich siehst du nicht aus.“ Mir ging ein Licht auf, und am liebsten hätte ich geseufzt, aber ich beherrschte mich. Stattdessen nickte ich noch einmal. „Wolltest du heute nicht bei deinem Vater schlafen, Liebes?“, fragte ich vorsichtig nach.
Erneut traten Tränen in die braunen Augen meiner Tochter. Ein paar blonde Strähnen verfingen sich in der Flüssigkeit und blieben kleben. Aber sie schwieg verbissen, sich auf die Unterlippe beißend.
Ich kniete mich vor ihr hin. „Ist etwas mit deinem Papa passiert, Sophie?“
Erst nach kurzem Zögern nickte Sophie schließlich. Noch immer konnte sie mich nicht ansehen. „I-ich hatte zwei Stunden früher Schluss.“, schluchzte sie leise. „Und d-da bin ich gleich zu Papa g-gefahren, a-aber Papa hat nicht aufgemacht. Dann hab ich den Schlüssel u-unter der Fußmatte genommen und aufgemacht.“
„Und dann?“, fragte er vorsichtig weiter. „Du kannst es mir erzählen, Schätzchen.“
Meine Tochter schluchzte noch einmal auf, bevor sie den Rücken streckte und mich ansah. „Da war eine Frau in der Küche und hat gekocht. Und Papa hat sie geküsst. Wie ein Liebespaar sich küsst.“

Ich hatte es geahnt, aber es schmerzte mich trotzdem, dass meine Tochter es so erfahren musste. Liebevoll strich ich ihr über das Bein. „Und hat Papa etwas gesagt? Hat er dir erklärt, wer die Frau ist?“
„Er hat gesagt, sie ist seine Verlobte, und dass das bedeutet, dass er sie sehr sehr lieb hat.“ Sophie sah mich so traurig an, dass ich am liebsten selber geweint hätte. „Er hat gesagt sie wird bei ihm einziehen und dass sie heiraten wollen. Und dann hat die Frau gesagt, dass sie so etwas wie eine zweite Mummy wird.“
Enttäuscht über die Unvernunft meines Ex-Mannes, seufzte ich und ließ mich neben meiner Tochter auf dem Sofa nieder. Ich konnte ihren fragenden Blick auf mir spüren.
„Keiner von euch hat mich mehr lieb.“, flüsterte sie leise, nun wieder ihre Knie ansehend.
Beruhigend legte ich meinen Arm um sie und war erleichtert, dass sie sich mir nicht entzog. „Sophie, dass darfst du nicht einmal denken. Dein Vater und ich haben nichts auf der Welt, dass wir mehr lieben, als dich und Elian.“
„Doch, Dave und die doofe Graciela.“, widersprach sie mir leise.
Ich schüttelte beherzt den Kopf. „Ja, dein Vater liebt Graciela sehr und ich liebe Dave auch sehr, aber dass ist eine ganz andere Art von Liebe, als die, die wir euch gegenüber haben. Ihr seid das Beste was uns passiert ist.“
Ihre verweinten Augen sahen mich so unverwandt an, als wollten sie mich durchleuchten. „Wirklich?“
„Natürlich, Sophie. Daran darfst du niemals zweifeln, mein Schatz.“
„Und Jesse?“, fragte sie unsicher nach. „Hast du den denn auch so sehr lieb wie mich und Elian?“

„Elian und mich.“; korrigierte ich sie schmunzelnd. Seufzend vergrub ich mein Gesicht für einen Moment in ihrem blonden Haar. „Jesse ist wie ein Sohn für mich, Sophie. Ich weiß, dass er biologisch nicht mein Kind ist, aber ich habe ihn groß gezogen, wie eine Mama, weil seine Mama dass ja nicht konnte. Und bei Arek ist es genau so. Für mich seid ihr alle vier meine Kinder, und ich liebe euch alle sehr.“
Sophie schien über meine Worte nachzudenken, denn genau wie Lance biss sie sich abwesend auf der Unterlippe herum, bis sie endlich wieder Worte fand. „Aber du liebst Jesse nicht mehr als mich?“
„Nein.“ Ich lachte über diese kindliche Sorge. „Ich liebe euch gleich, Sophie. Und keiner von euch muss sich vernachlässigt fühlen, dass verspreche ich dir.“ Liebevoll küsste ich sie auf das blonde Haar.
Ich konnte spüren wie Erleichterung in das kleine Mädchen drang. Das Ganze musste sie unglaublich doll beschäftigt haben, und nun war eine große Last von ihren Schultern gefallen.
Auch ich war mehr als erleichtert, dass es meiner Kleinen nun besser ging.
„Weißt du, Mummy.“ Sophie hob den Kopf und sah mich an. „Vielleicht finde ich es gar nicht so schlimm, wenn du und Onkel Dave ein Liebespaar werdet.“ Sie zuckte die Schultern. „Er ist okay.“

Ich lachte leise. „Du musst dir keine Sorgen machen, Sophie. Vielleicht warten Dave und ich noch ein bisschen, bis es dir besser geht, hm? Wir müssen ja nichts überstürzen, oder?“
„Ach, Mummy.“ Sie schüttelte bekümmert den Kopf. „Ich war doch nur so böse, weil ich dachte dass Daddy dich noch immer lieb hat und er traurig ist, wenn du und Dave dann ein Paar werdet. Aber jetzt hat Dad Graciela und...und will sie auch heiraten. Und dann ist es nicht fair, wenn du alleine bleibst.“
„Dass ist lieb von dir.“; erwiderte ich lächelnd. Dankbar küsste ich sie noch einmal. „Wie wäre es denn, wenn wir beiden uns jetzt einen Becher Eis nehmen und an den Pool gehen. Bevor die anderen kommen.“
„Dass wäre wirklich toll.“ stimmte sie mir lächelnd zu. „Haben wir auch Mangoeis?“
„Klar, Oma weiß doch, wie sehr du das Eis liebst.“ Ich lächelte ergriff ihre kleine Hand und schlenderte mit ihr in die Küche, wo wir uns jeweils einen Eisbecher nahmen.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Sa Mai 25, 2013 1:27 pm

„Dass war eine gute Idee.“ Meine Mutter streckte ihr gealtertes Gesicht der Sonne entgegen. Für einen Moment schloss sie die Augen und schien die Wärme des Sommers zu genießen.
„Ja, fand ich auch.“; erwiderte ich lächelnd. Statt jedoch in den Himmel zu sehen, wie sie es tat, sah ich sie an.
Der Grund für den kleinen Ausflug war nicht nur der gewesen, dass ich endlich das große Haus verlassen wollte, um den Sommer zu genießen. Ich war mit meiner Mutter hier her gekommen, um die wenige Zeit, die uns noch blieb zu genießen, denn ich spürte, dass es auch mit meiner Mutter zu Ende gehen würde.
Sie war nicht nur äußerlich alt geworden. Auch ihre Bewegungen wurden schwerfälliger und ein ums andere Mal stöhnte sie auf, weil eins ihrer Gelenke schmerzte. Sie vergaß oft Dinge, die ihr früher so leicht gefallen war und sie saß manchmal stundenlang auf der Terrasse und starrte in die Gegend.
Als sie mir ihr Gesicht zu wandte, lächelte ich eilig, um ihr meine Gedanken nicht zu offenbaren.
„Wir sollten uns hinsetzen.“; schlug ich vor. Vorsichtig fasste ich sie am Arm und geleitete sie an einen der Tische, der sich etwas im Schatten fand, um unsere Köpfe vor der beißenden Sonne zu schützen.
Ich sah wie meine Mutter ein Stöhnen unterdrückte, als sie sich mir gegenüber niederließ. Sie fasste sich schnell und lächelte mich an, als sei nichts gewesen. „So, Liebes. Jetzt haben wir etwas Zeit nur für uns.“
Ich nickte. „Endlich mal, oder? Gib es zu, manchmal vermisst du dein ruhiges Haus?“, scherzte ich.
Doch meine Mutter schüttelte mit einem ernsthaften Lächeln den Kopf. Sie sah zufrieden aus. „Ich bin glücklich, dass das Haus wieder von Kinderlachen erfüllt ist. Ich habe es vermisst, glaube ich. Dein Vater auch.“

„Vielleicht werde ich es später auch vermissen, wenn Sophie aus dem Haus ist.“ Ich deutete mit den Fingern auf die beiden Gerichte, die wir bestellen wollte, als die Bedienung neben uns erschien. „Und zwei Wasser, bitte.“
Nachdem sie sich entfernt hatte, und ich meine Mutter wieder ansah, bemerkte ich ihren zweifelnden Blick, der unentwegt auf mir ruhte. „Was ist?“
„Ich frage mich, warum du mit Sophie deine Familienplanung beendet hast?“, fragte sie leise.
Ich konnte den Seufzer nicht unterdrücken, der mir augenblicklich aus der Kehle drang. Kopfschüttelnd sah ich auf die Tischplatte. „Mum, mein Leben ist so in Bewegung gerade, da passt gar kein Kind rein. Dass mit Sophie hat sich gerade beruhigt, aber sie ist noch immer zerbrechlich.“
Meine Mutter nickte der Bedienung zu, die uns die Teller vor die Nase stellte, bevor sie mir antwortete. „Ich glaube nicht, dass Dave auch so denkt, Ava. Er liebt Kinder, und er wollte schon immer eins mit dir.“
„Er hat Jesse.“, erinnerte ich sie und hoffte sie damit zufrieden zu stellen. „Ich bin mir einfach nur sicher, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist um darüber nachzudenken. Erst einmal müssen Dave und ich anfangen eine normale Beziehung zu führen, wie früher. Sophie muss sich erst einmal daran gewöhnen.“
Meine Mutter nickte zustimmend. „Vielleicht hast du Recht, Ava. Du hast schon immer gewusst, was für dich am besten ist und ich glaube an dich. An euch.“ Sie lächelte mir beruhigt zu. „Dein Vater und ich waren immer stolz darauf, wie du deine Probleme selber gelöst hast. Auch wenn du nicht immer das Gefühl hattest.“

„Ich weiß, Mum.“ Ich tätschelte vorsichtig ihre Hand. „Und ich danke dir, dass du und Dad immer hinter mir standet. Wirklich. Ohne euch hätte ich vieles nicht geschafft.“
„Genug der Sensibilitäten, okay?“ Sie lachte leise. „Wir sollten den freien Vormittag genießen.“
Zustimmend nickte ich, bevor ich das Thema auf das Sommerfest lenkte, dass am Wochenende stattfand.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Sa Mai 25, 2013 1:31 pm

Ich erhob mich von dem gemütlichen Stuhl und half auch meiner Mutter vorsichtig hoch. „Mum, mir ist gerade etwas eingefallen.“; erklärte ich ihr, während ich sie zur Straße brachte. „Du musst alleine nach Hause fahren.“
„Und du?“, fragte sie und sah mich neugierig an.
Ich lächelte fast etwas stolz über meine eigene Idee. „Ich tue das, was ich schon vor langer Zeit hätte tun sollen.“, erklärte ich grinsend. „Frauen verändern sich doch nach einer Trennung, oder nicht? Und ich will auch einen Neuanfang. Und zwar genau jetzt.“ Ich winkte ein Taxi herbei. „Also fahr ich zum Schönheitssalon.“
„Ach, der der gerade neu aufgemacht hatte?“ Ich nickte. Meine Mutter schien begeistert. „Was für eine wundervolle Idee, Ava. Aber tu mir einen Gefallen. Schneid sie dir nicht ganz ab und färbe sie nicht.“
„Niemals.“; erwiderte ich grinsend. „Ich bin stolz auf meine blauen Haare, dass weißt du doch.“
Sie nickte mir beipflichtend zu, bevor sie ins Taxi stieg. Sie kurbelte das Fenster runter, nachdem sie die Tür geschlossen hatte. „Dann wünsche ich dir viel Spaß. Und lass dir Zeit, ich kümmere mich um die Kinder.“
„Danke, Mum.“, rief ich, als das Taxi schon anfuhr. Ich winkte noch einen Moment, bevor ich mir selber ein Taxi rief und zu dem Schönheitssalon fuhr, der gerade neu aufgemacht hatte.

Als ich die Tür öffnete, kam mir der Geruch von Haarwaschmittel, Parfum und Make Up in die Nase. Neugierig sah ich mich um, in den kleinen aber feinen Laden, bis eine rundliche Frau auf mich zu kam.
Sie trug einen schicken beigen Hosenanzug, und kurze blonde Haare, wie die ganzen Frauen in den Zeitschriften. Das schien momentan wirklich cool zu sein.
„Guten Tag.“, begrüßte sie mich freundlich und reichte mir die Hand. „Mein Name ist Ramona, kann ich ihnen helfen?“
Ich nickte vorsichtig. „Ich würde mich gerne etwas um stylen lassen.“, erklärte ich ihr leise. „Also, vielleicht einen anderen Haarschnitt und ein paar neue Klamotten.“ Verunsichert sah ich mich um. „Ich hab leider nur gar keine Vorstellung in welche Richtung das gehen könnte.“ Vielleicht hatte ich mir doch zu viel vorgenommen, und ich war kurz davor den Laden wieder zu verlassen.
Doch Ramona nickte nur wissend und schob mich auf ein Podest, vor einem riesigen Spiegel. „Ich bin nicht ohne Grund Stylistin.“; erklärte sie mir grinsend. „Für Frauen, die nicht genau wissen, was zu ihnen passt bin ich genau die Richtige. Ich suche ihn ein paar passende Sachen heraus, dann kümmern wir uns um die Haare.“ Mit ihrer fülligen Hand fuhr sie mir durch die Naturlocken. „Vielleicht einen Bob.“

„Nein.“ ich schüttelte eilig den Kopf, ein entschuldigendes Lächeln auf den Lippen. „Also, ich hatte schon mal einen Bob, aber ich würde die Haare jetzt dich gerne länger tragen.“
„Kein Problem.“ Ramona hatte sich schon umgewandt. „Dann glätten wir sie, machen einen anderen Schnitt rein, einen Seitenscheitel vielleicht und schon sehen sie ganz anders aus.“ Ein Haufen Klamotten fand seinen Weg neben mir, darunter Shorts und Kleider, so wie ein paar schicke Blusen. „Blau scheint ihre Farbe zu sein.“, bemerkte sie lächelnd. „Die Haarfarbe ist so wundervoll, die müssen sie behalten.“
„Ja, dass habe ich mir auch gedacht.“ Voller Vorfreude sah ich in den Spiegel und betrachtete ein letztes Mal mein altes Ich. Ab heute Abend würde ich jemand anders sein. Eine neue Ava.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Sa Mai 25, 2013 1:43 pm

Einmal atmete ich tief durch, bevor ich auf meinen neuen Absätzen, was wirklich ungewohnt für mich war, den Weg zum Haus hinaus stolzierte. Ich fühlte mich wohl, aber doch ganz anders. Ramona hatte ganze Arbeit geleistet. Als ich mich im Spiegel wiedersah, erkannte ich mich kaum. Ich sah so selbstbewusst aus.
Grinsend kramte ich den Schlüssel aus meiner Handtasche und schloss die Haustür auf.
Es war schon Dunkel und ich vermutete die Familie schon längst beim Abendessen in der Küche.
Doch als ich aufsah, entdeckte ich Dave.
Er kam gerade die Treppe herunter, und blieb überrascht stehen, als er mich erblickte. „Ava. Ich hab dich gar nicht erkannt.“ Er lächelte.
„Ich hatte mal Lust auf etwas Neues.“ Mein Blick war fest, als ich ihm direkt in die auffallenden Augen sah. „Ich dachte mir, dass es Zeit für einen Neuanfang ist, weißt du? Gefällt es dir?“
„Gefallen?“, fragte er lachend. „Ich liebe es. Du siehst einfach...wundervoll aus.“
Dankbar erwiderte ich sein Lächeln, aber gegen die Röte, die meine Wangen überzog konnte ich nichts tun. Plötzlich fühlte ich mich wieder wie ein Teenager, und als wenn das Ganze mit Lance niemals passiert wäre. Dave und ich waren wieder jung und wie liebten uns, wie damals. Vor uns, noch die ganze Welt.
„Machst du nur äußerlich einen Neuanfang?“, fragte Dave schließlich zögerlich.
Ich schüttelte grinsend den Kopf. „Ich glaube ich will einen ganz neuen Neuanfang.“ Mit schief gelegtem Kopf sah ich ihn an. „Ich hab mit Sophie gesprochen. Sie weiß das von Lance und Graciela, und sie ist der Meinung, dass ich jetzt auch das Recht habe glücklich zu sein.“ Wir lachten beide leise.

„Jesse fragt jeden Abend, wann du seine offizielle Mum wirst.“ Dave sah zu Boden. Ich konnte ihm ansehen, wie unangenehm es ihm war. „Und immer wenn er das fragt, dann denke ich an Molly.“
„Ich denke auch oft an sie.“; gestand ich ihm leise. „Ich frage mich, was sie denken würde.“
Dave hob den Kopf. „Molly wusste immer, dass wir zusammengehören.“, erklärte er mir leise. „Sie hat es mir gesagt, kurz bevor sie verstarb. Damals konnte ich nichts damit anfangen. Ich hab meine Gefühle dir gegenüber versteckt, weil du Lance hattest und ich Molly. Aber nach ihrem Tod, als ich diese Leere gefühlt hatte, und du immer da warst. Da hab ich gemerkt was sie meinte. Ich habe dich wohl immer geliebt.“; gestand er mir leise.
Dass es mir selber so ging, konnte ich kaum über die Lippen bringen, so überwältigt war ich von den neuen alten Gefühlen, die mich übermannten. „Ich habe es niemals bereut, Lance zu heiraten, Dave.“, sagte ich stattdessen mit einem weichen Lächeln. „Dafür liebe ich meine Kinder, und den Anfang meiner Ehe zu sehr. Aber ich wusste, dass da auch immer etwas für dich war. Nur, damals hatte es nicht gereicht. Aber heute...“
Bevor ich meinen Satz zu Ende sagen konnte, stürmte Sophie die Treppen herunter, gefolgt von einem Mädchen, dass ich als Robertas Älteste Enkelin erkannte. „Hey, Mum. Du siehst ja cool aus.“
„Danke, Liebling.“; erwiderte ich lächelnd. Sanft küsste ich sie auf das blonde Haar, als sie mich umarmte. „Hey, Vicky.“, begrüßte ich ihre Freundin freundlich.

„Hallo Mrs. Mojica.“, erwiderte sie höflich.
„Wir gehen noch ein bisschen raus, ja?“, fragte Sophie und stürmte schon an mir vorbei.
Ich nickte. „Aber bleibt vor dem Haus, verstanden?“ mahnend hob ich den Finger. Einen Moment sah ich den beiden Mädchen nach, dann zog ich Dave hinter mir her in mein altes Kinderzimmer.
Dave lächelte. „Was wolltest du gerade sagen?“, fragte er.
Ich erwiderte sein Lächeln glücklich. „Eigentlich wollte ich mich nur bedanken, dafür, dass du so lange gewartet hast und nicht müde geworden bist, auch wenn es aussichtslos war. Und ich will dir danken, dass du mir so eine gute Stütze in der letzten Zeit gewesen bist, mit Sophie und all dem.“
„Ava, du bist MIR eine Stütze gewesen.“; korrigierte er mich grinsend. „Ich liebe dich, und ich hätte noch ewig gewartet, selbst wenn ich es nicht gewollt hätte. Du bist einfach die Liebe meines Lebens.“
Statt etwas zu sagen, küsste ich ihn leidenschaftlich.
Jetzt würden wir neu anfangen und es würde alles wunderbar werden, da war ich mir sicher.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Di Mai 28, 2013 5:26 pm

„Alles Gute Zum Geburtstag.“ Ich küsste Elian sanft auf die Wange, konnte es mir aber nicht verkneifen ihm noch einmal durch das Haar zu wuscheln. Wer wusste schon, wie lange ich das noch durfte oder konnte?
Wenn mein Sohn nach den Mojicas kam, dann würde er sich erst einmal eine Zeit im Ausland aufhalten.
Elian wandte sich ein wenig, ließ es aber zu. „Danke, Mum.“ Sein Blick glitt aus dem Fenster und Erleichterung machte sich auf seinem Gesicht breit. „Ich hatte schon Angst, dass es regnet.“
„Aber doch nicht an deinem Geburtstag.“; erwiderte ich und stellte die frisch belegten Brote in den Kühlschrank, wo sie bis zum Nachmittag warten mussten. „Deiner Poolparty steht nichts im Weg.“
„Außer, es kommt keiner.“; erwiderte er grinsend.
Ich rollte mit den Augen. „Sie haben doch alle zugesagt.“, erinnerte ich ihn sanft. „Kosmo hat sogar angekündigt super leckere Käsemakkaroni zu machen. Nur für dich, Elian.“
Mein Sohn lachte, dass schien ihm die Anspannung zu nehmen.
Ich verstand ihn. Man wurde nur einmal in seinem Leben Achtzehn, und natürlich wünschte er sich, dass alles so funktionierte, wie er es sich gewünscht hatte. Dass war Elians erste richtige Party, denn die anderen Geburtstage, hatten wir nicht sonderlich groß gefeiert. Es war immer etwas dazwischen gekommen.

Die Tür der Küche ging auf. Meine Tochter, in ihrem geblümten Schlafanzug betrachtete uns einen Moment zögerlich, dann ließ sie sich dazu herab die Hand zu heben. „Herzlichen Glückwunsch, Elian.“
Mein Großer lachte über ihre Grummeligkeit. „Danke, Schwesterherz, süß von dir.“ An mich gerichtet sagte er schließlich: „Ich ruf nochmal kurz bei Asa an, nicht dass er es vergessen hat.“
Nickend wandte ich mich um, und nahm einen Teller mit einem Muffin von der Anrichte, um ihn Sophie vor die Nase zu stellen, die es sich an der Theke bequem gemacht hatte. „Essen!“, war mein liebevoller Befehl. „Und danach nach oben, duschen und anziehen, die Gäste kommen bald.“
Jesse stieß die Tür auf. „Wann ist bald, Tante Ava? Ich kann es kaum noch erwarten.“
Auch ihm gab ich einen Muffin. „Erst einmal wird etwas gefrühstückt. Ich gehe jetzt nach deinem Vater sehen, der hat nämlich noch geschlafen, als ich vorhin aufgestanden bin.“ Liebevoll strich Jesse über den Kopf. „Sophie!“ Ich sah meine Tochter eindringlich an. „Beeile dich heute bitte, ja? Ich hab dir deinen Badeanzug schon hingelegt.“
„Ich bin doch kein Baby mehr.“; empörte sie sich mit zusammen zusammengekniffenen Augenbrauen.
Ihre Aussage ignorierend wandte ich mich an meinen Sohn, der mit seinem Handy an der Wand stand. „Und du, Elian kümmerst dich darum, dass der Eingang einigermaßen aussieht.“

„Und ich?“, Jesses Augen sahen mich erwartungsvoll an.
„Du gehst nach dem Frühstück zu Oma, und lässt dich von ihr umziehen. Dann könnt ihr schauen, ob der Garten so aussieht, wie wir es uns vorgestellt haben.“
Begeistert nickte Jesse und setzte sich neben Sophie um zu Frühstücken.
Ich hingegen verließ die Küche und beeilte mich ins Schlafzimmer zu kommen, um Dave zu wecken. Der Arme hatte sich in der Nacht mehrmals übergeben und holte nun den fehlenden Schlaf nach.
„Dave?“ Leise öffnete ich die Tür, nur um einen aufgesetzten Dave zu entdecken. „Oh, schön. Du bist wach. Wie geht es dir denn? Besser als letzte Nacht?“
„Viel besser.“, erwiderte er, schief grinsend. „Hab ich verschlafen? Wie spät ist es denn?“
Ich warf einen Blick auf die Katzenuhr an meiner Wand, und obwohl es spät war, schüttelte ich den Kopf. „Nein, nein. Alles in Ordnung? Glaubst du denn du kannst mitfeiern?“
„Klar.“ Er lachte mich an. „Ich verpasse doch nicht Elians 18. Geburtstag. Wird sicher eine Freude.“ Er zog eine Grimasse. Eine Anspielung auf meinen Ex-Ehemann, der natürlich auch kommen würde. „Bringt er Graciela mit?“, fragte Dave vorsichtig nach.

„Nein.“ Kopf schüttelnd ließ ich mich neben ihm nieder. „Lance hat gesagt sie ist auf Geschäftsreise. Und mir ist das nur lieb.“ Als ich seinen fragenden Gesichtsausdruck sah, lächelte ich beruhigend. „Nicht wegen mir, Dave. Sondern wegen Sophie. Sie sagt zwar, sie akzeptiert es, aber ich merke, dass sie noch nicht wirklich damit umgehen kann. Sie ist zögerlich, wenn sie über Graciela redet.“
Dave nickte mir verstehend zu. „Klar, vielleicht ist es besser so. Aber wenn Lance sie heiraten will, wird sich Sophie früher oder später mit ihr arrangieren müssen.“
„Ich weiß.“; seufzte ich und erhob mich von meinen Platz. „Aber ich würde das unglaublich gerne hinausschieben.“
„Ich weiß.“, lachte mein Freund und stand ebenfalls auf. Sanft ergriff er meine Hände. „Und dir geht es gut?“
„Ja, Dave.“ Ich rollte mit den Augen und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. „Mir geht es wirklich gut. Ich bin über Lance hinweg und mit dir glücklich, komme was wolle.“
Er küsste mich zärtlich. „Gut, dann brauch ich mir ja keine Sorgen mehr machen, oder?“
„Nie wieder.“, erwiderte ich so ernsthaft, dass er nicht mehr zweifeln konnte. „Ich bin mit dir zusammen und ich liebe dich. Und diesen großen Schritt, den wir endlich gewagt haben, werde ich auch nicht rückgängig machen.“
Dave strich mir beruhigt eine Strähne aus dem Gesicht. „Mehr wollte ich nicht hören.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Di Mai 28, 2013 5:31 pm

Elian P.O.V
„Los, geh dich umziehen, Sophie.“ Etwas robuster als gewöhnlich schnappte ich mir die Hand meiner kleinen Schwester und schob sie zur Treppe, als es gerade klingelte. Ich warf einen Blick zur Tür, bevor ich mich wieder mit erhobenem Zeigefinger an Sophie wandte. „Wenn Mum gleich hochkommt, und du bist wieder nicht angezogen, dann gibt’s großen Ärger, das weißt du, oder?“
Sie zog eine Grimasse, drehte sich um und stapfte die hölzernen Stufen hinauf.
Ich beeilte mich zur Tür zu kommen und riss sie vor-freudig auf.
Unten an der Treppe stand Asa, seid Kindertagen mein engster und bester Freund. Er war eine Woche älter als, hatte also schon seinen Abschluss und arbeitete unten im Theater bei den Musikern.
„Asa!“, rief ich grinsend aus, und beeilte mich die Stufen zu ihm herunter zu kommen. „Ich dachte du musst heute Arbeiten? Außerdem...“ Ich warf einen Blick auf meine Armbanduhr. „Du bist ne viertel Stunde zu früh.“
„Ich weiß.“; erwiderte er mit seinem schiefen Grinsen und umarmte mich. „Alles Gute zum Geburtstag, Alter. Das konnte ich mir doch nicht entgehen lassen. Hab mir frei genommen für heute.“

„Super.“ Ich war ehrlich erfreut. Einen Geburtstag ohne meinen besten Freund kam mir dann doch etwas langweilig vor. Gerade weil Asa immer Stimmung mitbrachte, egal wo er hin ging.
Asa sah an mir vorbei zum Haus. „Ich kann es immer noch nicht glauben, dass du jetzt in dieser Prachthütte wohnst. Alter, wenn ich die Chance gehabt hätte in so einem Haus zu wohnen...“
Ich lachte. „So toll ist es gar nicht, Asa. Außerdem wohne ich ja nicht mehr lange hier. Ich ziehe aus.“
„Warum?“, fragte Asa erstaunt. „Wie kannst du dir so etwas entgehen lassen, Alter.“ Er schüttelte unverständlich den Kopf. „Wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte in so was zu wohnen, ich würde nicht ausziehen.“
„Lass uns zusammen ziehen.“, schlug ich grinsend vor. „Hab ich mir schon die ganze Zeit überlegt.“
Asa sah nachdenklich zum Himmel, schien eine Möglichkeit nach der anderen abzuwiegen. Schließlich nickte er lächelnd. „Keine schlechte Idee eigentlich. Eine geile Männer WG.“
„Eben.“ Mein Blick wurde von dem Auto angezogen, dass gerade neben dem Haus hielt. Ich hielt den Atem an, als ein Mädchen ausstieg, gehüllt in einem Lila Badeanzug. Sie lächelte und winkte mir zu.
„Hey, Marissa.“, begrüßte ich meinen Gast. Ich spürte wie meine Wangen sich leicht rot färbten und auch Asa schien es zu bemerken, denn er grinste wissend.

Sie lächelte, kam auf mich zu und umarmte mich fest. „Hey, Elian. Alles Gute zum Geburtstag.“
„Danke.“ Ich erwiderte ihre warme Umarmung mit geschlossenen Augen. „Schön, dass du da bist.“
Sie kicherte, nachdem sie sich wieder von mir gelöst hatte. „Ach, deinen Geburtstag lass ich mir doch nicht entgehen, mein Lieber. Bin ich etwa die Zweite?“ Sie sah Asa kurz an und lächelte.
Mein bester Freund nickte. „Ich war der Erste, aber Zweite sein ist doch auch nicht schlecht.“
Marissa nickte, dann sah sie an mir und an Asa herunter. „Ich dachte du machst eine Poolparty?“
„Mach ich auch.“, beeilte ich mich zusagen. „Ich bin nur noch nicht dazu gekommen, mich umzuziehen. Und Asa.“ Ich deutete auf meinen besten Freund. „Der kommt direkt vom Theater, aber für den haben wir auch noch eine schöne Badehose.“ Ich lachte. „Dann kommt mal rein. Ich könnt gleich in den Garten durchgehen, da ist Musik und der Pool natürlich, okay?“
Marissa stimmte mir gut gelaunt zu. „Alles klar, dann lass uns los.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Di Mai 28, 2013 5:37 pm

Avas P.O.V
Ich schloss die Schlafzimmertür hinter mir, bereit mich den vielen Gästen zu stellen, die den Weg zu uns gefunden hatten. Bei unserer großen Familie war es kein Wunder, dass unser Haus wahrscheinlich wieder bis zum Rand voll sein würde. Aber ich freute mich auch sie alle wiederzusehen. Es war oft viel zu viel zu tun, um sich mal wieder ordentlich zu unterhalten.
„Ava!“, Kosmo riss mich aus meiner Gedankenwelt. Sie hatte einen engen, aber sehr hübschen Badeanzug an mit einem tiefen Ausschnitt. In der Hand hielt sie die versprochenen Käsemakaroni.
„Oh, Kosmo! Du siehst wirklich wundervoll aus.“ Ich umarmte meine Schwägerin, die in all den Jahren doch eher eine Schwester geworden war als das. „Und das so kurz nach der Geburt.“
„Tja, gute Gene würde ich sagen.“, grinste sie zufrieden, bevor sie zu gab: „Und natürlich Sport, ich gebe es zu.“
Ich war fast etwas neidisch über das Strahlen in ihrem Gesicht, was ich nur frisch gebackene Mütter haben konnten. Es erinnerte mich an die Zeit als ich Elian oder auch Sophie bekommen hatte.
„Wie geht es der kleinen Corvey?“, fragte ich eilig, um nicht in meinen wehmütigen Gedanken zu ersticken. „Es tut mir so Leid, dass wir sie noch nicht besucht haben, aber ich verspreche, dass holen wir nach.“
Kosmo winkte ab. „Ist gar nicht schlimm. Das Haus ist ständig von Leuten gefüllt, und ich bin froh wenn ich mal eine Minute für mich hab. Aber Corvey geht es gut.“ Sie strahlte mich zufrieden an. „Sie ist so ganz anders als Claudia und Joachim. Ganz ruhig und leise...“ Schwärmerisch sah sie an mir vorbei.

„Aber ihr habt sie nicht mitgebracht?“, fragte ich hoffnungsvoll. „Ich würde sie jetzt doch gerne sehen.“
Doch Kosmos schüttelte bedauernd den Kopf. „Joachims Babysitter passt auf sie auf. Aaron und ich wollten mal wieder auf eine Feier gehen, ohne dass ständig einer nach dem Baby schauen muss.“
„Verständlich.“; erwiderte ich mit einem schiefen Lächeln. „Dann geh mal durch in den Garten und ich begrüße die anderen Gäste, ja?“
Kosmo nickte erfreut. „Dann such ich mir mal einen tollen Platz für meine Käsemakaroni.“
Ich lachte und quetschte mich an ihr vorbei zur Haustür. Auf der Terrasse hatte sich ein riesiger Tumult gebildet von Leuten, die sich begrüßten, als hätten sie sich Jahre nicht gesehen.
Die erste die mir ins Auge stach war eine junge Frau mit ebenso blauen Haaren wie meine. Doch ihr rundliches Gesicht kam mir nicht so bekannt vor, dass ich es auf Anhieb erriet.
„Hallo Tante, Ava.“; begrüßte sie mich schüchtern, die königsblauen Augen auf den Boden gerichtet.
Mir ging ein Licht auf. „Myra! Um Gottes Willen, du siehst ja ganz anders aus.“
Aus meiner rundlichen Nichte, die immer sehr nach ihrer Mutter gekommen war, war eine wunderhübsche junge Dame geworden, mit einer Figur die eines Topmodels würdig war.
Sie lachte leicht eingeschüchtert. „Ja, ich hab das ein oder andere Kilo abgespeckt und die Haare etwas frisieren lassen. Aber ansonsten bin ich noch die Gleiche. Wenn das ein Kompliment war, danke.“

„Dafür nicht.“ Ich lächelte und strich ihr liebevoll über den Arm. „Ihr werdet alle so schnell groß, dass ist kaum zu glauben. Heute Elian, morgen dann meine kleine Sophie.“
Myra rollte mit ihren hübschen Augen. „Ach, Tante Ava. Du hörst dich an wie eine alte Frau, dabei bist du jung genug um noch zehn weitere Kinder zu bekommen.“
„Ganze zehn?“, fragte ich lachend nach. „Dave und ich haben nicht mal ein weiteres geplant.“
Myras Gesicht wurde traurig. „Warum denn nicht? Ich meine, ihr seid noch jung und ihr steht mitten im Leben. Wenn ich eure Lage hätte würde ich einen Haufen Kinder in die Welt setzen. Ich möchte endlich wieder ein kleines Baby bestaunen können.“, nörgelte sie.
Lachend schüttelte ich den Kopf. „Nein, Myra. Dave und ich haben momentan ganz andere Dinge die uns wichtig sind. Ich möchte zum Beispiel wieder im Labor anfangen und er würde gerne Bürgermeister werden. Außerdem.“ Ich zuckte die Achseln. „Wenn du dich an Babys austoben willst musst du Kindergärtnerin werden oder die ganze Zeit bei Kosmo und der kleinen Corvey verbringen.“
Myra lächelte. „Keine schlechte Idee. Ich schau gleich mal wo Kosmo ist und biete ihr an zu Babysitten.“
„Keine Schlechte Idee.“ Ich sah ihr nach. Warum waren alle auf einmal so Baby verrückt?

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Di Mai 28, 2013 5:48 pm

„Der Kuchen ist da?“ Ich machte ein freudiges Gesicht, während ich die Torte zwischen all meinen Freunden und Verwandten zum Tisch hin balancierte. Gefolgt von meiner Mutter, die das Messer hatte.
Elian, der sich gerade mit Claudia und Asa unterhalten hatte, drehte sich um. Er sah begeistert aus.
Vorsichtig stellte ich ihn auf den Tisch. „So Elian, jetzt puste deine Kerzen aus und wünsche dir was.“
„Egal was.“; fügte meine Mutter lächelnd hinzu. Sie hatte eine Hand sanft auf seine Schulter gelegt, als sie ihm zum Tisch dirigierte. „Und du darfst es nicht verraten, sonst geht es nicht in Erfüllung.“
„Ich weiß, Granny.“ Er rollte mit seinen braunen Augen, die er zum Leidwesen von seinem Vater geerbt hatte.
Vorsichtig sah ich mich um und entdeckte Lance.
Er stand neben Aaron, die Arme vor der Brust verschränkt und er sah nachdenklich aus. Das Lächeln auf seinem Gesicht war nicht echt, dass konnte ich sehen, schließlich war ich mit ihm verheiratet gewesen.
Als wenn er meinen Blick gespürt hatte, wandte er den Kopf und sah mich direkt an.
Ich nickte ihm zu, mehr aus Höflichkeit, als aus wirklicher Freude ihn zu sehen.

Zwischen uns war es schwierig geworden. Wir hatten uns kurz und bündig begrüßt, als er angekommen war und auch Dave hatte er kurz die Hand geschüttelt. Aber dann hatte er sich ziemlich schnell auf Sophie eingeschossen, die ihrem Vater misstrauisch entgegen trat.
Das Gejubel und die Glückwünsche, die meinem Sohn lauthals entgegen gerufen wurden, durchbrachen meine Gedanken und ließen mich wieder im Hier und Jetzt ankommen.
Was Vergangenheit war, war Vergangenheit. Das Hier und Jetzt zählte, mehr nicht.
Elian hatte die Kerzen aus gepustet und unter großem Applaus sah er sich nun in der Menge um, die sich um ihn versammelt hatte. „Einmal kurz zuhören.“, bat er grinsend, und wartete bis die Meute still war. „Ich möchte mich kurz bedanken, dass ihr alle hier seit und diesen wichtigen Tag mit mir feiert. Und natürlich vielen Dank für die tollen Geschenke.“ Er machte eine kleine Pause. „Ich bin wirklich froh eine so große und unterstützende Familie zu haben und ich kann mir kaum vorstellen, dass es jemand besser getroffen hat im Leben, als ich.“
Ich wischte mir eilig ein paar Tränen weg, die ihren Weg meine Wange herunter gesucht hatten.

Elians Blick fing meinen ein. „Und insbesondere meiner Mutter will ich danken, für die beste Erziehung, die sie mir gegeben hat. Für das warme Heim, was ich immer hatte und für die Liebe die ich jeden Tag aufs Neue von ihr gespürt hatte. Nur wegen meiner Mutter, bin ich heute das, was ich bin“
„Ein ganz wundervoller Mann.“, rief meine Mutter dazwischen und drückte kurz meine Schultern.
Ich lachte, ebenso wie die anderen.
„Und Dad will ich natürlich auch danken.“ Elian sah seinen Vater freundlich an. „Dafür, dass du mir gezeigt hast, was ein Mann wissen muss und darauf geachtet hast, dass ich mich immer fair und freundlich anderen Menschen gegenüber verhalte. Danke dir, Dad.“
Lance nickte leicht, das halbe Lächeln auf den Lippen, aber ich konnte sehen, dass es ihn rührte.
„So und jetzt genug der lieben Worte! Lasst uns essen und Tanzen und den Abend genießen.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Di Mai 28, 2013 5:52 pm

Ich entfernte mich tanzend von der Menge, die ihren Platz vor der Stereoanlage gefunden hatte und die Hüften schwang, als gebe es kein Morgen.
Mit Freude sah ich wie Kosmo und Aaron sich benahmen, als seien sie wieder Teenager, oder wie Sophie freudig mit ihrem Vater tanzte. Auch meine Mutter wippte leicht mit einem älteren Mann mit dem Oberkörper.
Ich war erledigt. Die ganze Zeit hatte ich mich um die Gäste gekümmert, hatte mich unterhalten, Essen gebracht oder Wunden der Kleinen verarztet, die beim Spielen passiert waren.
Jetzt gönnte ich mir ein großes Stück des Kuchens und setzte mich meinem Sohn gegenüber.
„Hey Großer.“ Lächelnd sah ich ihn an. „Alles in Ordnung?“

Elian sah auf von seinem Teller. „Ich glaube ich bin nur müde. So eine Geburtstagsparty ist echt anstrengend.“
„Wem sagst du das.“ Seufzend trennte ich ein Mittelgroßes Stück des Kuchens ab und schob es auf meinem Teller hin und her. „Werde du erst einmal Vater, dann weißt du wirklich was Anstrengungen heißt.“
Elian lachte leise, schwieg aber, als würde ich ihm etwas auf der Seele brennen.
Ich sah ihn noch intensiver an. „Willst du mir etwas sagen, Elian?“, fragte ich leise.
Er hielt inne mit Kauen, und schluckte schwerfällig. „Ich hatte dir doch von meinem Plan erzählt, mit Asa zusammen zu ziehen.“ Ich nickte. „Vorhin kam ich mit Claudia ins Gespräch, sie hat vor ins Ausland zu gehen.“
„Und jetzt würdest du gerne mitgehen?“, fragte ich belustigt.
Elian wiegte den Kopf hin und her, als wäre er sich noch nicht sicher. „Ich dachte mir, dass es keine schlechte Idee wäre wenn ich ein wenig nach Sim-Afrika gehe. Ihr wart fast alle da und ich...ich würde gerne sehen wie Onkel Ricky, Tante Iris, Tante Molly und Onkel Dave da gelebt haben.“

„Verständlich.“, sagte ich obwohl es mir ganz kalt wurde bei dem Gedanken meinen kleinen Sohn gehen zu lassen.
„Vielleicht für ein Jahr. Claudia, Asa und ich wollen zusammen gehen und Granny hat mir ein ziemlich großes Startkapital gegeben.“ Er sah glücklich aus. „Das ist eine einmalige Chance, Mum.“
„Elian.“ Ich ergriff über den Tisch hinweg seine Hand. „Wenn es das ist, was du gerne machen möchtest, dann musst du es tun. Es ist wichtig seinen Träumen zu folgen, egal wohin und wann.“
„Und wann fängst du damit an?“, fragte er grinsend.
„Jetzt.“, entschied ich lächelnd. „Ich fange genau in diesem Moment an, Elian. Denn ich lass dich gehen und werde ein eigenes Leben leben.“ Seufzend sah ich an ihm vorbei zu meiner Tochter, die neben ihrem Vater saß und ihm lauschte, während er etwas erzählte. „Es ist an der Zeit etwas zu ändern.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Di Mai 28, 2013 5:57 pm

„Los, Kinder, wir schauen uns das neue Haus mal von innen an.“ Meine Mutter warf mir einen beruhigenden Blick zu, bevor sie Jesse und Sophie am Rücken zu dem großen Anwesen schob, was wir nun unser nennen konnten.
Ich sah ihnen nach.
Mein schlechtes Gewissen plagte mich, aber ich wusste gleichzeitig, dass es die richtige Entscheidung gewesen war. Hier hatte ich eine wirklich gute Perspektive, und auch Sophie und Jesse würden sich mit Sicherheit bald daran gewöhnen hier zu wohnen. Twinbrook war eine niedliche kleine Stadt.
„Hey, Schönheit.“ Dave schlang seine Arme um meine Taille. „Worüber zerbrichst du dir deinen schönen Kopf?“
Ich seufzte. „War es die richtige Entscheidung, Dave?“
„Mit Sicherheit.“, stimmte er mir zu, drehte mich um und nahm meine Hände. „Wieso?“
Wieder seufzte ich. „Du hast deinen Werdegang sausen lassen,ich hab Sophie von ihrem Vater weggerissen und der Rest der Familie trauert auch um uns.“ Ich sah ihn nachdenklich an. „War es das wert?“
„Mit Sicherheit.“, wiederholte er seine Worte. Er lächelte mich überzeugend an. „Das war ein einmaliges Angebot, Ava. Du als Projektleiterin, das ist alles was du dir gewünscht hast. Außerdem tut die Luftveränderung deiner Mutter ganz gut, hat der Arzt gesagt.“ Dave strich mir tröstend über die Wange.
Natürlich hatte er Recht, dass war eine einmalige Chance, aber dafür musste meine Tochter mal wieder leiden. Ich zweifelte langsam daran, eine gute Mutter zu sein.

„Sophie ist nicht sauer.“, erinnerte mein Lebensgefährte mich leise. „Sie hat selber entschieden mitzukommen, Ava, oder nicht? Du hast ihr die Wahl gelassen.“
„Aber was für eine.“, spukte ich verächtlich hervor. „Entweder sie zieht mit mir in eine völlig fremde Stadt, oder sie bleibt bei ihrem Vater und Graciela. Das war keine Wahl für sie.“
Dave nickte. „Ja, vielleicht hast du Recht. Sie musste sich nicht großartig entscheiden. Aber ihr wird es hier gut gehen. Sie wird sicher ziemlich schnell neue Freunde finden.“
„Natürlich.“ Halbherzig lächelnd ließ ich eine seiner Hände los. „Lass uns reingehen. Die Kinder haben mit Sicherheit gleich Hunger. Und Jesse wollte vorher noch das Baumhaus mit dir erkunden.“
Kaum hatten die Haustür erreicht, ertönten von hinten Rufe. „Entschuldigen sie?“
Ich blieb erstaunt stehen, drehte mich um und entdeckte eine junge Frau mit kurzen braunen Haaren. Sie lächelte mir freundlich entgegen. „Sie müssen unsere neuen Nachbarn aus Sunset Valley sein. Ich bin Julienne Knack.“ Sie reichte mir ihre Hand, dann Dave.

„Dave Mojica.“, stellte mein Lebensgefährte sich vor, bevor er auf die Tür deutete. „Sie entschuldigen mich? Ich muss mich um meinen Sohn kümmern. War nett sie kennengelernt zu haben.“
„Danke, ebenfalls.“, lachte Julienne, bevor sie ihre Aufmerksamkeit wieder mir schenkte.
„Ähm, Ava-Mercy Harper.“, stellte ich mich eilig vor.
Juliennes Augenbraue zog sich in die Höhe. „Ach, sie sind gar nicht verheiratet?“, fragte sie interessiert nach.
„Nein.“; erwiderte ich freundlich. „Er ist mein Lebensgefährte.“
„Aber Kinder haben sie?“, fragte Julienne. Sie schien wirklich neugierig, dafür, dass wir uns nicht kannten.
Obwohl ich sie am liebsten abgewimmelt hätte, blieb ich freundlich und vor allem auskunftsfreudig. „Keine gemeinsamen. Er hat einen Sohn und ich habe eine Tochter.“
„So ist das also.“ Julienne setzte ein ziemlich unechtes Lächeln auf. Nach kurzem Zögern reichte sie mir ein gelbes Blatt. „Dass ist für sie und ihren...Lebensgefährten. Eine Einladung für das diesjährige Sommerfest.“
„Oh, dass klingt gut.“ Ich nahm es ihr ab und warf einen kurzen Blick darauf. „Sehr nett von ihnen, danke.“
Julienne nickte. „Sehr gerne. Ich denke man sieht sich dann noch.“
„Natürlich, das denke ich auch.“ Ich reichte ihr noch einmal die Hand und sah zu, wie sie den Weg wieder hinunter stolzierte.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Di Mai 28, 2013 6:03 pm

ch betrat unser neues Haus, immer noch etwas nachdenklich. Doch diesmal mehr über die merkwürdigen Bemerkungen meiner Nachbarin, als über Sophies Verlust.
„Neue Freunde?“ Dave steckte seinen Kopf aus dem Esszimmer. Er schien die Haustür gehört haben.
Ich schüttelte grinsend den Kopf. „Wohl eher nicht.“, fachsimpelte ich belustigt. Mühelos stieß ich die Tür zur Küche auf und befestigte sie, damit sie nicht mehr zu viel. „Sie war schockiert, als sie gehört hat, dass wir nicht verheiratet sind.“, erklärte ich ihm, während ich Bananen und Erdnussbutter, so wie Brot aus den Schränken und von der Anrichte nahm.
Hinter mir blieb es einen Moment still. „Was hast du denn gesagt, was wir sind?“
Ich warf ihm einen kurzen Blick. „Na, dass was wir sind. Lebensgefährten.“, erwiderte ich sorglos. Ich begann die Bananen in Scheiben zu schneiden. „Dann hat sie gefragt ob wir etwa gemeinsame Kinder hätten, und das obwohl wir nicht verheiratet sind.“ Bei meiner Erinnerung daran musste ich noch immer kichern. „Wirklich, Dave. Sie klang wie eine alte Schrulle. Total zurück geblieben halt. Ich meine, wir schreiben das Jahr 2013.“
„Vielleicht findet sie den Gedanken an eine Familie einfach schöner.“, gab mir Dave leise zu denken.
Irgendetwas an seinem Unterton gefiel mir nicht. Es klang so sehnsüchtig und es schien fast, als würde er ihr Recht geben.
Ich drehte mich kurz zu ihm um. „Wie meinst du dass, Dave? Bist du unzufrieden?

„Nein, nein.“; beteuerte er eilig, ein wirklich ehrliches Lächeln auf den Lippen. „Ich bin sehr zufrieden, so wie es jetzt ist. Ich liebe unser Leben und ich liebe dich. Nur...“ Er stockte kurz. „Vielleicht hätte ich gerne etwas mehr, Ava. So etwas, wie du mit Lance hattest. Eine richtige Familie.“
„Wir sind eine richtige Familie.“ Ich wandte mich wieder den Sandwichs zu. „Dafür müssen wir nicht verheiratet sein, Dave. Ich bin für Jesse wie eine Mutter und Sophie akzeptiert dich als Stiefvater.“
„Das freut mich, wirklich.“ Er begann mir zu helfen, wahrscheinlich nur um eine Beschäftigung für seine Hände zu haben. „Aber ich würde trotzdem gerne nochmal heiraten.“
Ich belegte in Windeseile die Sandwichs mit den Bananenstücken und holte anschließend ein paar Teller aus dem Schrank. „Ich war schon mal verheiratet, und ich glaube nicht, dass ich es nochmal will.“
Er nickte leicht. „Ich kann es verstehen, aber ich finde es ist es wert noch einmal darüber nachzudenken.“
Ich nickte, zwei Teller in der Hand. „Ich denke darüber nach.“; versprach ich lächelnd, bevor ich mich aus der Küche, Richtung Wohnzimmer beugte, wo meine Mutter an einem neuen Roman arbeitete. „Mum? Holst du bitte die Kinder? Das Abendessen ist fertig.“
Keine zwei Minuten später, nachdem Dave und ich uns schon im Esszimmer niedergelassen hatten, stieß meine Mutter dazu. „Sophie kommt gleich.“; erklärte sie, als ich sie fragend ansah. „Und sie sagt Jesse ist Angeln.“
„Er hat eine alte Angelrute gefunden und ich hab ihm versprochen wir gehen morgen.“ Dave seufzte. „Dieser Junge kann einfach nicht einen Tag warten, das wird später noch ein Problem.“
„Von wem er das wohl hat.“, erinnerte ich sanft, aber ein Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen.

Meine Mutter sah zwischen uns beiden hin und her. „Ich hab eure Unterhaltung mitbekommen.“, beichtete sie schließlich leise. „Ihr habt über das Heiraten gesprochen.“
„Mum!“, stöhnte ich genervt und schüttelte den Kopf. „Bitte nicht beim Essen. Ich will nicht das Sophie irgendetwas mitbekommt, so lange noch nichts fest ist.“
„Das heißt die Familienplanung ist für dich noch nicht abgeschlossen?“, fragte sie hoffnungsvoll.
Ich verschluckte mich und begann laut zu husten. Dave hörte ich lachen.
„Darüber haben wir nicht gesprochen, Dalia.“, rettete er mich freundlich. „Ich wünsche mir Kinder, aber ich weiß, dass Ava damit völlig überfordert wäre. Schon das heiratet bringt sie völlig aus dem Konzept.“
Ich sah auf, sah ihm in die auffallenden Augen. „Dave...“
„Nein“, unterbrach er mich lächelnd. „Ist schon gut, Ava. Ich kann dich verstehen. Für dich stehen gerade andere Sachen an erster Stelle und für mich auch. Vielleicht geh ich hier auch in die Politik.“
„Dass hört sich Klasse an.“, erwiderte meine Mutter und drückte ihm stolz den Arm. „Belassen wir es einfach dabei, ihr Lieben. Wir werden noch früh genug sehen, was die Zukunft bringt.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Di Mai 28, 2013 6:05 pm

Die Tür der Küche öffnete sich und meine Tochter trat ein. Sie lächelte mir kurz zu.
„Wo warst du denn Liebling?“, fragte ich, bemüht freundlich und sanft zu klingen.
Sophie ließ sich neben mir nieder. „Hinten im Garten sind zwei Schaukeln und eine Rutsche. Und ein Baumhaus, aber dass sieht irgendwie morsch aus.“ Sie sah Dave an. „Vielleicht kannst du uns helfen, es zu reparieren. Jesse würde sich glaube ich sehr freuen, wenn er da spielen kann.“
Dave schien überrascht, aber fing sich recht schnell. „Klar, wir können uns gleich morgen ran setzen.“
Sophie lächelte. „Sehr gut. Jesse wird sich wirklich richtig freuen.“
Vielleicht bildete ich mir das ein, aber es schien als würde Sophie gerade guten Gewissens in die Rolle der großen Schwester hineinwachsen. Es schien, als würde sie sich endlich damit abfinden wollen.
„Hast du denn noch einen Wunsch?“, fragte ich meine Tochter liebevoll. „Irgendetwas was du dir wünscht?“
Sie schüttelte den Kopf. „Bisher nicht, Mum. Danke. Das Zimmer oben ist wirklich toll.“ Wieder sah sie Dave an.
Der nickte. „Das habe ich gerne gemacht, Sophie. Das Zimmer daneben kannst du auch nach deiner Wahl gestalten. Vielleicht ein Schachraum, oder eine Atelier.“
„Mal sehen.“ Sophie biss von ihrem Brot ab. „Lecker, Mama. Dass haben wir lange nicht mehr gegessen.“
Ich nickte. „Schön, dass es dir schmeckt. Wie gefällt dir eigentlich das Haus?“

„Richtig gut!“, sie schien wirklich begeistert. „Ich hab gleich ein paar Fotos mit meinem neuen Handy aufgenommen und sie Dad geschickt. Er hat geschrieben, dass er mich um das schöne Haus beneidet.“ Sie sah auf ihren Teller, dann seufzte sie. „Ich weiß, hier ist es schön, und ich hab mir das auch ausgesucht, aber ich wünschte Dad könnte nebenan wohnen. Dann könnte ich ihn öfter sehen.“
Tröstend strich ich ihr über das Haar. „Ich weiß, Liebling. Aber dein Dad kann dich so oft besuchen wie er will. Und du darfst meinetwegen jede Ferien zu ihm nach Sunset Valley, okay?“
„Klar.“ Sie versuchte zu lächeln, aber es sah eher wie eine Grimasse aus.
Um sie auf andere Gedanken zu bringen, wechselte ich das Thema. „Vorhin habe ich etwas von einer Angelgruppe gelesen. Viele Kinder und Jugendliche des Ortes gehen da heute hin. Magst du auch?“
Achselzuckend sah sie mich an. „Ich kann es mir ja mal anschauen.“
„Es wird dir gefallen, Sophie.“, beteuerte ich zufrieden. „Und sonst gibt es auch noch andere Kurse hier.“
„Ich werde schon was finden, was mir gefällt.“, erwiderte sie, aber es hörte sich wenig glaubhaft an.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Di Mai 28, 2013 6:12 pm

„Gute Nacht, Kind.“ Meine Mutter küsste mich sanft auf die Wange, wie sie es auch schon gemacht hatte, als ich noch ein kleines Kind war. Ihr Geruch war tröstlich. „Mach nicht mehr zu lange.“
„Nein.“; versprach ich mit einem zuversichtlichen Lächeln und sah ihr nach, wie sie die Treppen hinauf ging.
Dave, der neben mir saß und in einem Buch über Reden blätterte, warf mir einen Blick zu. „Müde?“
„Eher erschöpft.“, erwiderte ich und lächelte schief. „Der ganze Tag war aufreibend.“
„Das war er.“, bestätigte Dave, ohne den Blick von dem Buch zu nehmen.
Ich ließ mich noch tiefer in die Rückenlehne des braunen Sessel gleiten und schloss für einen Moment die Augen. „Ich habe nochmal drüber nachgedacht. Es war eine wirklich gute Idee hier her zu kommen.“
Dave sah auf. „Das habe ich dir von Anfang an gesagt, Ava.“ Er lächelte sanft. „Es war die beste Idee, die du je hattest. Dieses Projekt wird dir einen riesigen Spaß machen, glaub mir.“
„Das wird es wohl.“ Ich öffnete meine Augen wieder um ihn anzusehen. „Und vor allem fangen wir hier noch einmal ganz von vorne an. Ohne Lance und ohne...die Vergangenheit.“

„Genau.“ Er ergriff meine Hand und drückte sie kurz. „Ist da noch etwas anderes?“, harkte er feinfühlig nach. „Du druckst die ganze Zeit so rum, dass ist gar nicht dein Stil. Was ist los, Ava?“
Ich lachte leise. „Wie immer durchschaust du mich.“
Natürlich hatte ich nicht umsonst diese warmen Worte gewählt. Ich wollte ihm zeigen, dass zwischen uns alles gut war, auch wenn wir nicht heirateten oder auch keine Kinder bekamen.
„Ich liebe dich, Dave. Wirklich.“ Ich machte eine kurze Pause. „Dass ich dich nicht heiraten will, hat nichts damit zu tun, dass ich nicht für immer mit dir zusammen bleiben will. Nur...als ich damals Lance heiratete, war das fast eine Kurzschlussreaktion auf deine Hochzeit mit Molly. Also, natürlich habe ich Lance geliebt, aber für eine Ehe war ich nicht wirklich bereit. Und deswegen...“
„Deswegen bist du jetzt auch nicht bereit.“, beendete er meinen Satz lächelnd. „Und ich verstehe das, Ava. Ich habe nie geglaubt, dass du mich nicht liebst, oder sonst irgendetwas. Ich kenne dich.“
„Vielleicht, wenn genug Zeit vergangen ist.“, murmelte ich halblaut. „Vielleicht überlege ich es mir dann wirklich anders, Dave. Aber momentan, und ich weiß nicht wie lange momentan dauern wird, bin ich nicht bereit noch einmal vor den Traualtar zu treten. Das kannst du doch sicher verstehen, oder?“

„Klar.“ Er grinste breit. „Das vorhin war eine Überreaktion von mir, Ava. Ich glaube, oder eher ich weiß, dass jetzt die Zeit für andere Dinge ist. Wichtige Dinge. Zum Beispiel dein Projekt, oder die Kinder. Jesse braucht mich jetzt mehr den je. So eine neue Schule ist ziemlich schwierig für ein Kind in seinem Alter.“
„Wem sagst du dass. Ich mache mir auch Sorgen um Sophie.“ Seufzend erhob ich mich von meinem gemütlichen Platz. „Ich schaue nochmal ob die beiden schon schlafen. Sophie hat in letzter Zeit die Angewohnheit noch Stunden zu lesen.“ Dave küsste ich zärtlich auf den Mund. „Danach gehe ich schlafen.“
„Ich komme auch gleich.“, erwiderte er, mit einem letzten Blick auf das Buch. „Ich will nur noch eben dieses Kapitel durchlesen, dann bin ich auch fertig.“
„Okay.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Do Jun 06, 2013 9:51 am

Lautlos schlich ich die Treppen hinauf in den ersten Stock, wo sich das große Hauptbadezimmer, Dave und mein Schlafzimmer, das Schlafzimmer meine Mutter und natürlich Jesses Kinderzimmer befand.
Die Tür war wie immer einen Spalt breit offen, denn mein Neffe hasste es, wenn es in seinem Zimmer so dunkel war. Er fürchtete sich, fühlte sich alleine.
Mich ließ der Gedanke manchmal nicht los, dass er trotz der Tatsache, dass er seine Mutter nie wirklich kennengelernt hatte, sie vermisste wie nichts anderes. Er sah manchmal so traurig aus.
Als ich jetzt die Tür öffnete und einen Blick in das abgedunkelte Zimmer warf, konnte ich seine Silhouette in seinem Bett gut erkennen. Er hatte sich ein gemurmelt, wie er es immer tat, wenn er schlief.
Wenn er Nachts manchmal zu uns ins Bett kam, sorgte er meistens dafür, dass entweder Dave oder ich keine Decke hatten, so fest wickelte er sie um sich.
Ich lächelte leicht. Denn komischerweise störte es mich nie, auch wenn ich die Leittragende war.
Sein Atem zu hören, ganz leise und warm, machte mich glücklich, weil ich wusste wie viel Vertrauen dieser kleine Junge in mich hatte. So viel, dass er sich wünschte ich könnte seine Mutter sein.

Lautlos schlich zum Bett und strich ihm ganz liebevoll über das braune Haar.
Auch jetzt im Schlaf sah er seiner Mutter so unglaublich ähnlich, dass es mich für einen Moment wirklich schmerzte. Wie gerne hätte ich Molly hier um zu sehen, wie sie ihm eine Gute Nacht wünschte.
„Schlaf gut, Kleiner.“ Ich küsste ihn sanft auf die Wange. „Ich hoffe du hast einen wunderschönen Traum, Liebling.“ Er bewegte sich ein Stück, schlief aber weiter.
So leise wie ich gekommen war, so leise ging ich auch wieder. Ein Stockwerk höher, dass meine Tochter mit großer Zufriedenheit ihr Eigen nannte.
Ein riesiges Schlafzimmer, ein kleines Badezimmer und einen leeren Raum, den sie noch nach ihren Vorstellungen gestalten konnte. Das war Daves Geschenk an sie gewesen.
Im Gegensatz zu Jesse hatte Sophie ihre Tür fest geschlossen, als wollte sie uns aus ihrem Leben ausschließen.
Ich öffnete sie trotzdem und warf einen vorsichtigen Blick auf das Bett.
Das Licht war noch an, und das Buch, dass Sophie noch gelesen hatte, lag aufgeschlagen neben ihr.

Schmunzelnd legte ich ein Lesezeichen hinein und legte es anschließend auf den Nachttisch.
Ich betrachtete meine, gar nicht mehr so kleine Tochter nachdenklich.
Sie wurde langsam erwachsen, ich spürte es. Ihre kindliche Abwehrhaltung gegen Dave und mich und der ganzen Geschichte hatte abgenommen, aber sie kämpfte. Ich spürte es jedes mal, wenn sie sprach.
Der Umzug hatte ihr zugesetzt, aber sie akzeptierte es stillschweigend. Sie wollte dass ich glücklich war.
Ich wusste wie sehr ihr Vater ihr fehlte, und dass es zu wenig für sie war, wenn sie ihn nur in den Ferien sah und am Wochenende, wenn es sich einrichten ließ. Aber auch Lance hatte mir zugestimmt, dass es besser war, wenn sie mitging. Er hatte wenig Zeit momentan, außerdem war die Beziehung zwischen unserer Tochter und Graciela schwierig, wie er vorsichtig betonte.
Auch Sophie hauchte ich einen Kuss auf die Wange, kaum merklich. „Ich liebe dich, Sophie. Auch wenn du das nicht immer akzeptieren möchtest oder oft genug daran zweifelst. Du bist und bleibst meine Tochter.“
Ganz leicht bewegte meine Tochter sich, fuhr sich über das Gesicht und schnaubte leise.
Ich lächelte leicht. Wie sehr ich mir manchmal wünschte nochmal ein Baby in den Armen halten zu dürfen.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Do Jun 06, 2013 10:00 am

Sophies P.O.V
Mit einer Schüssel Müsli schlenderte ich in das große Esszimmer, dass sogar einen Kamin besaß.
In unserem alten Haus hatten wir keinen Kamin gehabt, aber dafür einen großen Pool.
Grandma hatte gesagt, dass wir hier keinen Pool brauchten, weil wir einen wunderbaren Fluss direkt hinter dem Haus hatten. Aber die ganzen anderen Häuser, um uns herum, hatten einen Pool.
Ich sah mich um. Das Esszimmer gefiel mir nicht. Es war scheußlich eingerichtet, wie der Großteil des Hauses, aber Mum plante es zu renovieren, wenn wir wieder mehr Geld hatten. Dieses große Anwesen hatte unsere ganzen Reserven verschluckt, ich hatte es von Dave gehört.
Die Küchentür ging erneut auf. Diesmal war es Dave. Er trug einen Teller mit einem Marmeladenbrot, und als er mich entdeckte, lächelte er müde. „Oh, Sophie. Auch eine Frühaufsteherin?“

„Konnte nicht besonders gut schlafen.“, erwiderte ich, bemüht freundlich zu klingen.
Es gab Tage, da viel es mir nicht leicht freundlich zu Dave zu sein, auch wenn ich ihn eigentlich ziemlich gut leiden konnte. Aber da war immer noch ein Rest Eifersucht in mir, der mich daran erinnerte, dass Dave der Grund war, warum Mum und Dad nicht mehr zusammen waren und mein Dad nun nicht hier war.
„Bist du aufgeregt?“, fragte er mich vorsichtig. „Wegen der neuen Schule?“
Mein Magen begann sich flau zu fühlen. Bisher hatte ich den Gedanken an all die neuen Leute hervorragend verdrängt. „Ein wenig.“, gab ich ehrlicherweise zu. „Aber nicht so sehr wie Jesse.“
Dave nickte, den Blick abwesend auf seinen Teller gerichtet. „Ich weiß. Er ist heute Nacht öfter aufgewacht.“ Er sah mich an. „Vielleicht kannst du ein wenig auf ihn aufpassen?“
Ich nickte. „Klar, ich bin ja seine Stiefschwester und seine Cousine. Ich werde schon auf ihn aufpassen.“
Jesse hatte ich nach der schweren Phase wirklich ins Herz geschlossen. Es war mir wichtig geworden, auf ihn aufzupassen, besonders jetzt, wo wir umgezogen waren. Er hatte ja keinen außer uns.
Jesse stolperte so schnell zu uns, das ein wenig der Milch, mit denen er sein Müsli versenkt hatte auf den Boden landete. Er schaute bedrückt zu seinem Vater. „Tut mir Leid, Dad.“

„Macht nichts.“ Dave deutete mit den Kopf auf den Platz vor sich. „Setz dich in und iss dein Frühstück.“
Jesse gehorchte und ließ sich neben mir nieder. Sein Blick war verschwiegen.
„Keine Angst, Jesse.“, versuchte ich ihn ein wenig aufzumuntern. „Das wird sicher richtig toll heute. Du wirst viele neue Freunde kennenlernen, und ehe du dich versiehst wünschtest du, es wären weniger.“
Ich hatte ihn tatsächlich zum Lächeln gebracht. „Wirklich?“
„Wirklich.“, bestätigte ich freundlich. „Und wenn nicht, kannst du die Pause auch mit mir verbringen. Ich bin doch nur ein Stockwerk über dir. Wir können ja einen Treffpunkt aus machen, hm?“
„Oh ja!“ Seine pinken Augen, die Gleichen wie meine, glitzerten vor Freude. „Dann bin ich nicht alleine.“
„Sophie wird schon auf dich aufpassen, als große Schwester.“ Ich konnte die Dankbarkeit aus Daves Worten heraushören. Er schien erleichtert. „Und nach der Schule gehen wir Angeln, ja?“
„Oh ja!“, rief Jesse erneut aus. „Und Sophie kommt mit. Sie hat nämlich gestern ganz viel in dem Angelkurs gelernt, oder Sophie?“
Ich nickte. „Klar, die ein oder andere Sache hab ich sogar behalten.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Do Jun 06, 2013 10:08 am

Ava P.O.V
„Oh, Sophie, gut dass ich dich sehe.“ Ich ließ mich auf einen der Esszimmerstühle nieder. Gespannt sah ich meine Tochter an. „Ich wollte nämlich sowieso mit dir reden.“
Meine Tochter, die vollkommen mit ihren Hausaufgaben beschäftigt gewesen war, hob den Kopf. Ihr Gesicht wirkte leicht zerknittert, als müsste sie wirklich nachdenken. „Hm?“
„Ich wollte mit dir reden.“, wiederholte ich meine Worte noch einmal. Die Vorfreude, die in mir wuchs, konnte auch von ihrer Desinteresse nicht gemindert werden. „Hast du Zeit?“
„Klar.“ Sie klappte ihren Block zu und richtete ihre Aufmerksamkeit auf mich. „Was gibt es denn, Mum?“
„Deinen Geburtstag.“; platzte ich glücklich lächelnd heraus. „Du hast doch morgen Geburtstag.“
Sophie nickte, immer noch ohne wirkliche Emotionen. „Ich weiß, Mum.“
„Ich wollte mit dir darüber reden, wie du dir den morgigen Tag vorstellst, Liebling.“
Sophie seufzte. Sie rollte mit ihren hübschen Augen. „Mum, wie soll ich mir den denn vorstellen?“

„Na ja, ich dachte an eine Party oder so etwas.“ Freundlich legte ich de Kopf schief. „Gar keine Lust?“
„Nein.“ Sie schüttelte den Kopf. „Wieso sollte ich eine Party geben, Mum? Ich kenne hier niemanden, also würde auch niemand kommen. Meine ganzen Freunde und meine Familie sind in Sunset Valley.“
Natürlich hatte ich daran gedacht, aber ich hatte gehofft Sophie hätte schon neue Freunde gefunden. Sie war doch immer ein aufgeschlossener und fröhlicher Mensch gewesen, der schnell Anschluss fand. Aber nach einem Tag, schien dann wohl doch etwas viel verlangt.
Jesse, der neben mir am Tisch saß, sah auf. „Und was ist wenn wir die ganzen Leute aus Sunset Valley einladen?“
„Klar, Jesse. Wir laden sie alle auf ein großes Schiff und dann kommen sie hier her.“ Sophie schüttelte ironisch mit den Kopf. „So kann aber auch nur ein Kind denken.“
„Jesse meinte es doch nur gut.“; versuchte ich sie zu beruhigen. Sanft strich ich meinem Ziehsohn über den Arm.

„Außerdem ist das doch gar keine schlechte Idee, Sophie. Wir könnten doch am Wochenende eine Party machen. Wir könnten deinen Vater fragen, ob er kommen möchte.“
Sophie sah mich nachdenklich an, dann zuckte sie mit den Achseln. „Klar, wieso nicht. Aber auf eine große Party habe ich ehrlich gesagt keine Lust, Mum.“ Sie hatte ein halbherziges Lächeln auf den Lippen. „Es wäre cool wenn Dad kommen dürfte, aber die anderen müssen nicht kommen. Elian ist ja eh zu weit weg.“
„Das stimmt.“, pflichtete ich ihr bei. Plötzlich vermisste ich meinen erwachsenen Sohn doch etwas mehr als sonst.
Ich schüttelte kurz den Kopf, um den Gedanken an Elian wieder los zu werden und mich weiter auf den Geburtstag meiner Tochter zu konzentrieren. „Und morgen willst du wirklich nichts machen?“
Sophie schüttelte ebenfalls den Kopf. „Nein, Mum. Echt nicht.“
„Aber einen Kuchen darf ich dir doch backen, oder?“, fragte ich mit mitleidigem Gesicht.
Sophie konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Klar, wenn es dich glücklich macht, nehme ich sogar Geschenke.“
„So viele du willst.“; scherzte ich belustigt. Ich erhob mich von meinem Platz. „Ich setze mich dann mal mit deinem Vater in Verbindung, und ihr macht schön eure Aufgaben.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Fr Jun 07, 2013 8:49 pm

Sophies. P.O.V
„So, ich muss los.“ Meine Mutter erhob sich von ihrem Stuhl, und verließ somit auch den halb aufgegessenen Kuchen auf ihrem Teller. Sie lächelte mir entschuldigend zu. „Tut mir Leid, Liebes. Ich verspreche dir, heute Nachmittag habe ich nochmal ganz viel Zeit, ja? Aber das Projekt...“
„Kann nicht warten.“, beendete ich ihren Satz halbherzig.
Sie sah zerknirscht aus. „Heute Nachmittag!“, wiederholte sie ihre Worte wie eine Formel. „Versprochen.“
„Schon gut, Mum. Ich verstehe das.“
Wenn ich etwas verstand, dann das dieses Projekt wirklich wichtig zu sein schien. Sonst hätten wir wohl kaum all unsere Zelte abgebrochen und wären hier in diese öde, fast ländliche kleine Stadt am Ende der Welt gezogen.
Meine Mutter umarmte mich fest und küsste mich, wie jedes mal auf die Stirn. „Hab einen schönen Tag. Und ärgere deine Oma nicht zu sehr, ja?“
„Nein, mach ich nicht.“; versprach ich mit einem Lächeln. Erleichtert, dass sie mich los gelassen hatte, sah ich ihr zu, wie sie erst Jesse auf das braune Haar küsste, dann Grandma auf die Wange und zum Schluss, mit einem verliebten Lächeln, Dave auf den Mund.

„Macht's gut!“, rief sie schon halb aus der Tür. „Und trödle nach der Schule nicht wieder so, Jesse.“
Mein Ziehbruder rollte mit seinen Augen. „Ich trödle nicht.“, murmelte er in sein Frühstück hinein.
Keine zehn Minuten später erhob auch Dave sich. Er strich Jesse über den Kopf. „Komm, Kumpel, ich nehme dich mit zur Schule.“
„Ehrlich?“, fragte Jesse mit großen Augen. Sofort sprang er von seinem Stuhl auf und eilte zum Flur, nachdem mein Stiefvater genickt hatte. „Toll, da werden die anderen aber gucken.“
Dave zwinkerte mir zu und ich quittierte es mit einem Lächeln.
Als die beiden weg waren und die Haustür ins Schloss gefallen war, sah ich einen kurzen Moment etwas verloren auf den angebrochenen Kuchen vor mir.
„Ich räume ab.“; erklärte meine Grandma mir gutherzig. „Wie wäre es wenn du die Sonne etwas genießt?“
„Klar, wieso nicht.“ Achselzuckend stand ich von meinem Stuhl auf und schlenderte die große Treppe nach oben.
Es war langweilig in diesem Haus, in der Stadt. Ich hatte noch keine Freunde gefunden, was auch damit zusammenhängen konnte, dass ich die Leute hier einfach nicht leiden oder kennenlernen wollte. Sie langweilten mich ebenfalls, dass hatte ich schnell gemerkt.

Im ersten Geschoss angekommen, öffnete ich die Tür zum Schlafzimmer von Mum und Dave und warf einen kurzen Blick hinein. Dass ich hier nicht wirklich etwas verloren hatte, dass wusste ich, aber oben, in meinem Zimmer war es noch um einiges langweiliger.
Ich teste ein paar von Mum's Cremen aus, roch an Daves Parfum und legte meine Aufmerksamkeit schließlich auf das große Teleskop, dass Dave gekauft hatte, kaum das wir eingezogen waren.
Er hatte Jesse und mir verboten damit zu spielen, weil es „ja so unglaublich teuer“ gewesen war.
Aber Dave war nicht hier, genau so wenig wie Mum, und Grandma würde nicht einmal merken, wenn ich jetzt an der Hauswand herunter klettern würde. Ich öffnete die Tür zum Balkon also und spazierte zu dem Teleskop.
Neugierig warf ich einen Blick hindurch, aber alles was ich sah, war der blaue Himmel.
„Nicht besonders interessant.“; flüsterte ich mir selber zu und richtete das Rohr auf unsere Nachbarschaft. Vielleicht konnte ich ja irgendetwas herausfinden, was diesen Ort doch nicht so öde machte.
„Ich dachte ihr Vater hätte es ihnen verboten, das Teleskop zu nutzen.“
Erschrocken wandte mich um und entdeckte unsere Haushaltshilfe, Ty. Errötend trat ich einen Schritt zurück und verschränkte die Arme hinter dem Rücken, wie ich es als Kind schon getan hatte. „Er muss es ja nicht erfahren.“
„Ich schweige wie ein Grab.“ Er zwinkerte mir verschwörerisch zu. „Aber jetzt sollten sie da weg kommen. Ihre Großmutter wollte sich gleich für einen kurzen Moment hinlegen.“

Gehorsam folgte ich ihm bis in den Flur. „Danke.“; murmelte ich halb beschämt, halb dankbar.“
„Ich habe als Kind auch viele Dinge getan, die ich nicht durfte.“, erwiderte er sorgenlos. „Das sind halt Kinder.“
„Ich bin kein Kind mehr.“; protestierte ich verwirrt. „Ich hatte heute Geburtstag.“
„Meinen Glückwunsch.“ Er drückte mir kurz die Hand. Seine Augen schauten mich liebevoll an, aber ich konnte sehen, dass er immer noch anderer Meinung war. Für ihn war ich ein Kind.
Ich errötete unter seinem Blick erneut. Was passierte mit mir? So war ich doch sonst nie gewesen.
„Was haben sie denn gesucht, als sie durch das Teleskop schauten, Sophie?“
„Planeten.“, erwiderte ich hastig. Er sollte nicht auch noch wissen, dass ich versucht hatte die Nachbarschaft zu bespitzeln, dann würde er mich wirklich als kindlich abstempeln.
Ty lachte leise. „Dafür haben sie das Rohr nun wirklich zu tief gehalten. Vielleicht sollten sie das noch einmal üben.“ Er zwinkerte mir erneut zu.
Ich nickte eilig. „Klar, ich werde es üben.“; stotterte ich verlegen. „Kann ich ihn den als Dankeschön, einen Kuchen und einen Kaffee spendieren?“ Ich hatte im Fernsehen gesehen, wie die Frauen das immer gefragt hatten und anschließend war der tolle Kerl mit ihnen ausgegangen. War das mein Ziel?
Doch ich brauchte mir darüber gar keine Gedanken machen. Ty winkte ab. „Ich hab noch viel zu tun, und danach muss ich nach Hause. Aber vielen Dank für das Angebot, das war nett von ihnen.“ Er hob die Hand, nahm seinen Putzeimer mit der anderen und spazierte die Treppen hoch, wahrscheinlich um sich um mein Zimmer zu kümmern.
Ich blieb zurück, verwirrt und mit klopfendem Herzen. Hatte ich mich etwa verliebt?

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Fr Jun 07, 2013 8:54 pm

Avas P.O.V
Ich schloss das Auto sorgfältig ab, bevor ich mich unserem Anwesen zu wand. Ich freute mich auf einen entspannten Abend und die ein oder andere Rückenmassage von Dave. Mein Nacken und mein Rücken schmerzten, als hätte sie jemand mit dem Messer attackiert.
Das Projekt war härter, als ich geahnt hatte, aber gleichzeitig machte es mir ungemeinen Spaß.
Doch kaum hatte ich den Briefkasten erreicht, sprang die Haustür auf und Sophie stürmte heraus. Ihre Augen leuchteten, ob vor Aufregung oder Freude konnte ich nicht sagen.
„Mum!“, rief sie aus, noch bevor sie mich erreicht hatte. „Wir müssen unbedingt in die Stadt.“
„Jetzt?“, fragte ich irritiert. Vorsorglich machte ich ein paar kleine Schritte zurück, um nicht umgerannt zu werden.
Doch meine Tochter hielt rechtzeitig an. „Jetzt!“, beantwortete sie meine Frage kompromisslos. „Du hast doch gesagt, ich darf mir heute etwas wünschen. Ich wünsche mir in die Stadt zu fahren.“
„Okay, okay. Nochmal von Anfang.“; bat ich sie, und versuchte den Widerwillen in mir gering zu halten. Sie hatte Recht, ich hatte ihr versprochen, dass sie sich etwas wünschen durfte. „Du willst jetzt sofort mit mir in die Stadt?“ Sophie nickte. „Und was genau wollen wir in der Stadt?“
„Zum Stylisten.“ Sie lächelte glücklich. „Ich will mich umstylen lassen. Etwas ganz neues, Mum.“
„Und wieso?“, harkte ich immer noch sichtlich irritiert nach. „Ich meine, wie kommst du darauf. Du bist...“
„Bildhübsch, aber das musst du als meine Mutter sagen.“ Ihr Gesicht wurde eine Spur ernster. „Bitte, Mum. Ich möchte nur etwas anders aussehen. Ich...will auch einen Neuanfang.“

Mit diesen Worten hatte sie mich, denn das gleiche hatte ich ihr unter anderem erzählt, als wir umgezogen waren. Ich konnte ihr den Wunsch nicht mehr abschlagen.
„Okay.“, seufzte ich und verabschiedete mich gedanklich von meiner Massage. „Dann steig mal ins Auto.“
Wir fuhren den nicht gerade kurzen Weg in die Stadt und fanden einen Parkplatz direkt neben dem Stylisten Salon. Während ich das Auto noch abschloss, war Sophie schon hinein gelaufen.
„Hier, Mum!“, zischte sie mir leise zu, als ich das Gebäude betrat und mich nach ihr umsah.
Sie hatte auf einen Stuhl mit hellblauer Polsterung Platz genommen. Ihre Wangen glühten vor Aufregung.
„Was machen wir jetzt hier?“, fragte ich leise, nachdem ich mich neben sie gesetzt hatte.
Sophie rollte mit ihren Augen. „Wir warten bis wir dran sind, Mum.“ Mit ihrem zierlichen Finger deutete sie auf einen älteren Herren, der sich gerade in seinen scheinbar neuen Klamotten zu bewundern schien.
Ich nickte, verständnisvoll. Oder ich versuchte es so auszusehen zu lassen. In Wirklichkeit machte sich in mir der Gedanke breit, dass es keine sonderlich gute Idee gewesen war, Sophie so etwas zu erlauben.

Ich betrachtete mein kleines Mädchen so unauffällig wie möglich. Ihre langen blonden Haare, die ihr wie Gold über die Schultern vielen, oder das niedliche Röckchen und der gelbe Oberteil. Ich wollte nichts davon verändern.
„Sophie?“ Sie drehte den Kopf zu mir. „Versprichst du mir etwas?“
„Kommt drauf an was.“, murmelte sie misstrauisch. „Also, was soll ich dir versprechen?“
Ich schluckte. „Verändere deine Haare nicht, ja? Sie sind so wunderschön lang und blond. So niedlich.“
„Eben.“ Sie rollte wieder einmal mit den Augen. Eine lästige Angewohnheit, wie ich fand. „Ich will nicht mehr niedlich sein, Mum. Ich bin jetzt dreizehn! Ein Teenager, und will auch wie einer rum laufen.“
Ich hätte es ihr verbieten können, aber ich wusste, dass das nichts bringen würde. Dann würde sie es irgendwann heimlich machen und ich wäre gezwungen ein ernstes Wörtchen mit ihr zu reden. Das würde zu einem Streit führen und dazu hatte ich gerade am wenigsten Lust.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Fr Jun 07, 2013 9:00 pm

Sophies P.O.V
Ich hörte es im Kopf meiner Mutter rattern, aber ich ignorierte es wissentlich. Eigentlich war es mir vollkommen egal, was sie davon halten würde. Es waren meine Haare, mein Körper. Und ich wollte etwas neues.
Eine ziemlich dürre Dame mit einem Klemmbrett kam vor uns zum stehen. „Sophie Harper?“
Ich nickte. Durch die Aufregung war mir fast meine Sprache abhanden gekommen. „Ja.“, krächzte ich.
Die Dame lächelte. „Dann komm doch mal mit. Meredtih erwartet dich.“
Ich sah meine Mutter kurz an. Sie hatte ein Lächeln aufgesetzt.
„Viel Spaß.“, hauchte sie leise. Ich konnte die Angst in ihren Augen lesen.
Aber das spornte mich an. Ich nickte ihr kurz zu und folgte der anderen Frau dann in den hinteren Teil des Ladens, wo ein Podest und viele andere Dinge aufgebaut waren.
Eine Frau mit schwarzen Haaren kam mir entgegen und drückte meine Hand. „Du musst Sophie Harper sein.“
„Nur Sophie.“; bat ich und schüttelte ihre Hand.
„Sehr gut.“; erwiderte Meredith mit einem freundlichen Lächeln. „Dann duzen wir uns also. Ich bin Meredith.“
'Ich weiß.', wäre mir beinahe raus gerutscht, aber ich verkniff es mir gekonnt. Stattdessen nickte ich bloß, wie ein kleiner Wackeldackel.

„Am besten du stellst dich hier rauf.“ Sie deutete auf das kleine Podest. „Dann kann ich dich etwas genauer anschauen und mal gucken was deine Figur so hergibt, ja?“
Einverstanden machte ich einen Schritt auf das Podest und betrachtete mich im Spiegel. Ich sah wirklich wie ein Kind aus, Ty hatte Recht gehabt. Ich trug langweilige Klamotten und meine Haare waren auch langweilig. Ich drehte mich ein Stück, um auch meine Rückseite betrachten zu können. In mir steckte so viel mehr!
„Ich glaube ich weiß was du siehst.“ Meredith hatte den Finger nachdenklich an die Lippen gelegt und sie sah damit unglaublich selbstbewusst aus. Ich nahm mir vor es zu Hause vor dem Spiegel zu üben.
Sie lächelte mich an. „Diese Sachen lassen dich verblassen, merkst du dass?“
Ich nickte erneut. „Der Rock müsste kürzer sein, und das Top enger.“
Meredith lachte diesmal. „Ach nein. Dass würde ich nicht sagen, Sophie. Du bist noch jung, du brauchst nicht wie ein Vamp aussehen.“ Sie ging einmal um mich herum. „Ich denke es ist das Gelb, dass dich blass macht.“
Ich mochte Gelb. Gelb war meine Lieblingsfarbe. Mein Zimmer war Gelb.

„Du brauchst etwas anderes.“ Sie eilte zu einer Garderobe und nahm ein paar Sachen heraus. „Ich dachte da an etwas Pinkes, oder Lilanes. Das würde sich wirklich gut zu deinen blonden Haaren machen. Und dazu vielleicht eine moderne Blue Jeans.“
„Und meine Haare?“, fragte ich erwartungsvoll. Wenn ich schon keine kurzen Sachen tragen durfte, dann musste wenigstens etwas mit meinen langweiligen Haaren gemacht werden.
Meredith drehte sich zu mir um. „Wenn es für dich in Ordnung ist würde ich sie auf Schulterlänge abschneiden.“
„Klar.“ Ich war noch nicht zufrieden. „Vielleicht können wir sie braun färben.“
Wieder lachte Meredith. „Du hast so ein schönes, helles blond, Sophie. Es wäre wirklich schade drum. Wie wäre es denn, wenn wir unten in die Spitzen etwas Lila färben? Wäre das gut?“
„Klingt aufregend.“, gab ich zu. Jetzt konnte ich es kaum noch abwarten, bis ich fertig war!

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Fr Jun 07, 2013 9:07 pm

Avas. P.O.V
„Und, Mum?“ Meine Tochter trat um die Ecke, so dass ich sie nach geschlagenen zwei Stunden endlich erblicken konnte. „Wie gefällt es dir?“
Meiner Meinung nach war dies eine rhetorische Frage, denn etwas anderes als gut, würde sie wohl kaum zufrieden stellen. „Sehr hübsch.“, sagte ich also, mit einem anstrengendem Lächeln im Gesicht.
Es war auch nicht so, dass es mir nicht gefiel, aber meiner Meinung nach passte es einfach nicht zu so einem jungen Mädchen. Gerade aus den Kinderschuhen raus, musste sie nicht aussehen wie eine Sechzehnjährige.
Die Lila Spitzen, die die Stylistin ihr gemacht hatte, stachen mir am meistens ins Auge. Ihre schönen blonden Haare, nicht nur deutlich gekürzt, sondern auch noch so bunt.

„Wirklich?“, fragte Sophie nochmal nach, sich selbst im Spiegel bewundern. „Ich war am Anfang etwas unsicher mit der Frisur, aber Meredith hat gesagt sie steht mir ausgezeichnet.“
Meredith, also, so so. Ich warf der Frau, die neben meiner Tochter aufgetaucht war einen recht unfreundlichen und kühlen Blick zu, um ihr zu verstehen zu geben, dass ich ihre Arbeit keineswegs schätzte.
„Hier, Sophie.“ Sie reichte ihr eine Tüte. „Und einen schönen Tag noch.“
„Danke.“ Meine Tochter umarmte die Stylistin voller Freude und kam dann mit der Papiertüte auf mich zu. Erst jetzt konnte ich erkennen, dass auch ihr Gesicht dezent geschminkt war. „Richtig cool, oder?“
„Was ist in der Tüte?“, fragte ich, um mich vor einer ehrlichen Antwort zu drücken.
Sophie folgte meinem Blick. „Ach so, dass sind noch ein paar Sachen, die ich mir ausgesucht hab. Waren nicht teuer, ehrlich.“ Sie sah so glücklich aus, dass ich kaum böse sein konnte.
„Bist du denn zufrieden?“, fragte ich stattdessen mit einem kleinen Seufzer.
Sophies Nicken war so heftig, dass ich es akzeptieren musste. „Sehr! Ich sehe endlich nicht mehr wie ein kleines Mädchen aus, sondern wie eine fast erwachsene Frau, oder?“

„Aber warum willst du dass denn?“, fragte ich besorgt nach. „Lass dir doch Zeit, Sophie.“
„Mum.“ Sie rollte schon wieder mit den Augen, wie sehr ich es langsam hasste. „Die Schule hier ist ganz anders, als in Sunset Valley. Da sehen alle Mädchen älter aus. Ich will mich doch nur anpassen.“
Ich setzte an eine Erläuterung abzugeben wie schön es war ein Individuum zu sein, aber ich brach ab, bevor ich auch nur ein Wort heraus gebracht hatte. Es würde nichts nützen.
„Wollen wir dann nach Hause fahren?“, fragte ich, resigniert. „Die anderen fragen sich bestimmt schon wo wir bleiben.“
Sophie nickte. Sie harkte sich bei mir unter, als wären wir alte Freundinnen. „Danke, Mum.“, raunte sie mir grinsend zu. „Das war eins der schönste Geschenke, die ich in meinem ganzen Leben bekommen habe.“
Natürlich traf sie damit bei mir voll ins Schwarze. Und plötzlich fand ich ihre pinken Spitzen gar nicht mehr so schlimm.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Mi Jun 12, 2013 12:14 pm

Sophies. P.O.V
Hey Jesse.“ Erwartungsvoll präsentierte ich mich meinem kleinen Stiefbruder in einer Art Modelpose. „Und?“
Er sah von seinen Hausaufgaben auf. „Du siehst anders aus.“, stellte er nüchtern fest.
Ja, ich hab mich ja auch umstylen lassen, du Dummkopf.“ Ich rollte mit den Augen. „Wie findest du es.“
Er biss sich auf die Unterlippe, bevor er zögernd zu gab. „Früher fand ich dich besser.“

Klar, früher war ich ja auch noch ein Kind.“ Ich zuckte die Achseln. „Jetzt bin ich erwachsen.“
Jesse runzelte die Stirn. „Erwachsen ist man erst mit achtzehn, Sophie.“
Das sagt man so, Jesse. Aber davon kannst du gar keine Ahnung haben.“ ich warf ihm einen abschätzigen Blick zu. „Du bist halt noch ein ganzes Kind, aber das habe ich ja nicht anders erwartet.“
Ich finde du sahst früher nicht nur besser aus, du warst auch netter.“, erwiderte er mit zusammengekniffenen Augenbrauen. „So kann ich dich gar nicht wirklich leiden, Sophie.“
Das ist eine Phase, Jesse.“ Meine Großmutter hatte das Esszimmer betreten. Sie sah mich freundlich an. „In dieser Phase war deine Mutter damals auch gewesen. Sie war zickig und gemein, aber das geht vor rüber.“
Ich streckte ihr grinsend die Zunge raus. „Vielleicht bleibt es aber auch so.“. drohte ich belustigt.

Jesse sah unsere Großmutter an. „Mum soll mal gemein gewesen sein?“
Granny nickte leicht. Sie stand neben mir, die Hände auf den Stuhl gelegt. „Sie war eine richtige Giftspritze manchmal. Aber sie konnte gar nichts dafür. Dass waren die Hormone.“
Wegen der Pubertät.“: ergänzte Jesse neunmalklug. „Das haben wir gerade in der Schule gelernt.“
Genau deswegen.“; erwiderte Granny grinsend. „Sie war genau wie unsere kleine Sophie, nur auf der Äußere bedacht. Aber das hat sich geändert, kaum dass sie mit Arek schwanger war.“
Also muss Sophie auch ein Baby bekommen um wieder nett zu werden.“; witzelte Jesse und grinste zu mir herüber.
Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, so sehr ich es auch wollte. Fast lautlos setzte ich mich neben meine Granny. „Wie meinst du dass, Grandma? Hat Arek sie so verändert.“
Kinder verändern einen immer.“, teilte sie und gutmütig nickend mit. „Ihr seid noch zu klein um das zu verstehen, aber ich werdet es früh genug herauskriegen, wenn ihr eure eigenen Kinder habt.“
Dass dauert noch lange.“ Jesse verzog fast angewidert das Gesicht. „Bevor ich ein Mädchen küsse oder es heirate werde ich erst mal noch Pilot oder sonst etwas.“
Meine Grandma und ich kicherten und warfen uns wissende Blicke zu. Das würde sich schnell ändern.
Kannst du mir noch mehr von früher erzählen?“, fragte ich sie schließlich. „Ich würde so gern wissen wie Mum war. Und wie Onkel Aaron und Onkel Ricky waren.“

Nicht mehr heute.“, erwiderte sie Kopf schüttelnd. „Es ist spät und ihr beide solltet so schnell es geht ins Bett.“ Sie tätschelte liebevoll meine Hand. „Aber morgen werde ich dir eine Geschichte nach der anderen erzählen.“
Klasse.“ Ich erhob mich und ging zu Jesse herüber. „Komm, Kleiner. Heute bringe ich dich mal ins Bett.“
Jesse murrte ein klein wenig, ließ sich dann aber doch überreden. „Nacht Granny.“ Er küsste sie kindlich auf die Wange. „Ich will die Geschichten morgen aber auch hören, ja?“
Natürlich, mein Kind. Ich erzähle sie euch beiden.“

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