Bluegacy - Heute mach ich blau!

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am So Jun 03, 2012 5:30 pm

Seit dem Schnute seine Sachen gepackt hatte, war meine Welt nicht mehr die gleiche. Ja, natürlich! Ich hatte mit ihm Schluss gemacht, ihn verletzt und sogar irgendwie gedemütigt, aber ganz ohne ihn zu leben kam mir schrecklich falsch vor. Er fehlte mir.
Die Anderen gingen liebevoll mit mir um, versuchten mich zum lachen zu bringen und keiner von ihnen schaute mich vorwurfsvoll an, oder sagte: Selber Schuld, Ava.
Aber genau das fühlte ich. Und dass ich mich nicht einmal verabschieden konnte, machte mir zusätzlich zu schaffen. Denn als wir nach Hause kamen, lag da nur dieser Brief von ihm, in dem stand, dass er eine Auszeit brauchte und für eine Weile zu Ricky fliegen würde. Wann er wiederkomme, oder ob er überhaupt wiederkommen würde, dass wusste er noch nicht.
Gedankenverloren rupfte ich das wenige Unkraut raus, dass sich um meine Salatpflanze gebildet hatte. Seit ich im Wissenschaftlichen-Institut arbeitete, war mein Interesse an Pflanzen geweckt und ich verbrachte jede freie Minuten bei meiner ersten Pflanze.

Sie war super Ablenkung gegen den Kummer von Schnute. Außerdem lernte ich etwas.
„Hey, Ava.“ In meiner ganzen Gedankenwelt, hatte ich gar nicht bemerkt, dass Lance Auto am Straßenrand gehalten hatte. Aber plötzlich stand er vor mir. „Wie geht’s?“
Eilig wischte ich mir die Hände an meiner Hose ab, und versuchte meine Haare unter dem Hut etwas zu richten. Ich musste schrecklich aussehen. „Lance.“ Überrascht lächelte ihn trotzdem an. „Was machst du denn hier?“
Er zuckte die Achseln, die Hände wie ein kleiner Junge in die Hosentasche gesteckt. „Ich wollte dich besuchen.“ Er schluckte und lugte mich vorsichtig von unten an. „Ich hab gehört, dass du und Dave...dass ihr euch getrennt habt. Verzeih mir die Frage, aber ist es wegen mir?“

Ich nickte. Was hatte es jetzt noch für einen Grund es zu leugnen. Ich war Rettungslos in Lance verliebt und daran würde sich nichts ändern, auch wenn er nur mit mir gespielt haben sollte.
Ein zartes Lächeln stahl sich auf seine Lippen. „Das freut mich, weißt du?“ Als ich ihn fragend ansah, errötete er ein wenig. „Natürlich tut es mir leid, dass...dass das zwischen euch zu Ende ist. Aber wenn ich weiß, dass es wegen mir ist, dann fühle ich mich gut, weil ich mich in dich verliebt habe.“ Er nahm meine Hände und drückte sie sanft. „Von Anfang an.“
Lächelnd erwiderte ich den Händedruck. „Und ich mich in dich. Aber ich kann jetzt nicht einfach so weiter machen, Lance.“ Ich seufzte leicht. „Es tut mir leid, aber wir können jetzt nicht einfach...“
„Zusammen sein.“, unterbrach er mich lächelnd. Er schien mich zu verstehen. „Kein Problem, ich warte. Versprochen. Lass uns morgen Essen gehen. Wir gehen das Ganze ganz langsam an.“
„Okay.“, stimmte ich lächelnd zu. „Hol mich morgen um Acht Uhr ab, ja?“
Er nickte, dann warf er einen Blick auf mein Haus. „Ich würde gerne noch mit reinkommen und deine ganze Familie kennenlerne, aber ich muss zur Arbeit. Bis morgen.“ Zärtlich küsste er mich auf die Wange und respektierte meinen Wunsch so.
Ich sah ihm eine Weile nach. Ich hatte doch dich richtige Entscheidung getroffen, oder nicht?

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am So Jun 03, 2012 6:05 pm

Dalia-Rose P.O.V

Seufzend ließ ich mich vor meinem Computer nieder, um endlich mal wieder etwas zu schreiben. Meine standhaften Fans warteten mit Sicherheit auf einen neuen Liebesroman, aber seit dem ich den Herzinfarkt hatte, kam ich selten zum schreiben. Es gab so vieles was wichtiger war in meinen Augen, insbesondere meine Kinder. Gerade jetzt, wo sie alle in neue Lebensabschnitte eintraten, musste ich für sie da sein. Die Tränen trocknen, die Mutter sein, die sie brauchten.
Betrübt dachte ich an die leidende Ava, mit ihrem schlechten Gewissen. Und gleichzeitig dachte ich an meinen verlorenen Sohn, Dave. Denn das war Schnute für mich in den letzten Jahren geworden.
Kopfschüttelnd versuchte ich die schlechten Gedanken zu verscheuchen und an etwas Schönes zu denken. Nur so konnte ich die Liebe rüber bringen, die in meinen Romanen so gelobt wurde.
Doch gerade als ich das Schreibprogramm öffnen wollte, ertönte der Ton einer Mail, und ich klickte erfreut drauf, als ich erkannte, dass sie von meinem Sohn Ricky war.
„Liebe Mama.“, schrieb er und ich konnte mir vorstellen, wie er dabei erholt vor sich hin lächelte. „Dein letzter Brief klang wirklich besorgniserregend, aber als ich Dave dann hier am Flughafen empfing, ist mir fast das Herz stehen geblieben. Der arme Junge sah aus, als hätte man ihm bei lebendigen Leib verbrannt. Mehr als ein schlechtes Lächeln hab ich nicht aus ihm herausbekommen. Wie geht es Ava mit der Situation? Ich hoffe sie kommt klar, aber ich denke dass wird sie. Und sag ihr, dass ich ihr nicht böse bin oder so etwas. Wo die Liebe hinfällt, nicht wahr?
Übrigens, wo wir schon einmal bei Liebe sind. Ich denke Lou hat schon längst geplaudert oder? Ich weiß, dass du im letzten Brief versucht hast es aus mir herauszukitzeln, aber Iris und ich hatten einfach noch nichts sagen wollen, so lange wir uns nicht zu hundert Prozent sicher waren. Jetzt sind wir es, Mama, und deswegen erzähle ich es dir auch.

Wir haben uns auf einem meiner Zwischenstationen kennengelernt. Oder eher wiedergesehen. Ich war froh jemanden zu sehen, den ich kenne, denn ich muss zugeben, dass ihr mir alle ziemlich fehlt. Und sie war froh Nachrichten aus der Heimat zu bekommen, dass geht in Sim-Afrika nämlich gar nicht so leicht. Also haben wir uns zusammen gesetzte und geredet, bis es dunkel wurde.
Anschließend hab ich mich entschieden dort zu bleiben und meine Forschungen an diesem Ort weiterzuführen, und Iris hat mich bei sich wohnen lassen. Eins kam zu andere und wir haben uns verliebt. Mehr gibt es eigentlich dazu nicht zu sagen. Außer eine kleine Sache, die gestern Abend passiert ist. Ich habe niemanden davon erzählt, weil es mir wichtig war, es erst einmal zu machen. Ich hab Iris um ihre Hand gebeten und sie hat ja gesagt. So wie es aussieht, wird Iris deine neue Schwiegertochter, Mama.“ Für einen Moment erstarrte ich regelrecht. Die Freude, die sich in mir aufbäumte war kaum zu bändigen und brach schließlich aus mir heraus. Mit einem lauten Schrei sprang ich von meinem Stuhl auf und stürmte in die Küche, in der der Rest der Familie kochte.
„Ihr glaubt nicht, was ich gerade erfahren habe.“, rief ich außer Atem und drückte dem verdutzten Chris einen Kuss auf den Mund. „Iris und Ricky werden heiraten. Die beiden haben sich verlobt.“
„Wow.“ Ava schnibbelte weiter die Gurke für das Abendessen klein, aber man konnte die Überraschung in ihrem Gesicht lesen. „Wie kam es dazu?“
„So lange hab ich nicht gelesen.“, erwiderte ich abwinkend und richtete mich dann wieder an Chris. „Kannst du das glauben, Liebling? Iris und Ricky? Die Tochter meiner besten Freundin und mein Sohn. Ich kann es wirklich kaum fassen! Erst Lou und Elliot und jetzt auch noch Ricky und Iris.“

Chris lachte leise, drückte mich kurz und wendete sich dann wieder dem Kühlschrank zu. „Liebe liegt in der Luft.“, flötete er in rauem Ton. „Unsere Kinder werden erwachsen.“
Aaron, der neben mir stand, lächelt mich an. „Langsam musst du dir doch wirklich alt vorkommen.“
Kosmo schlug ihn mit einem warnenden Blick auf den Oberarm.
Ich lachte, kniff meinem Sohn die Wange und schüttelte den Kopf. „Ihr macht mich jünger, Kinder nicht älter. Zumindest ab jetzt. Ihr alle werdet mehr oder weniger kleine Familien gründen.“
„Ja.“, antwortete Kosmo gedehnt, und wischte sich die Hände an ihrer Hose ab. Zweifelnd sah sie zwischen mir und Aaron hin und her. „Da gibt es noch etwas, was wir dir sagen wollten, Dalia.“
Mein Herz setzte einmal kurz aus, bevor es schneller weiter zu schlagen schien. Ich wurde an die Schwangerschaft von Molly erinnert, obwohl es diesmal ja völlig normal wäre. Schließlich waren Kosmo und Aaron erwachsene Menschen und lebten ihr eigenes Leben.
Aaron legte den Arm sanft um ihre Taille und zog sie ein Stück näher zu sich heran. „Genau, Mum. Da gibt es etwas sehr Wichtiges, was wir dir unbedingt sagen wollten.“
In der Küche wurde es still, alle schienen gespannt darauf, was nun passieren würde.
Kosmo hob ihre Hand und hielt sie mir mit einem Strahlen hin. An ihr glitzerte ein hübscher Ring. „Bevor wir zurückgekehrt sind, hat auch Aaron mich gefragt, ob ich ihn heiraten will und ich habe natürlich ja gesagt.“ Verliebt warf sie ihrem Partner einen Blick.
Ich lachte erleichtert und schloss meine Schwiegertochter in spe in die Arme. „Ach ihr Lieben.“ Ich seufzte. „Alle heiratet ihr, wie soll ich dass denn bewältigen, mit den Feiern, hm?“
Aaron lachte, nachdem auch ich ihn umarmt hatte. „Mach dir keine Sorgen, wir wollen ein ganz kleines Fest. Nur die engste Familie, weißt du? Außerdem...“ Er lächelte Kosmo an. „Außerdem wollen wir in den nächsten Tagen ausziehen. Eine kleine Hütte, hinten an den Klippen.“
Verstehend nickte ich, kuschelte mich an Chris und antwortete. „Dass versteh ich natürlich, auch wenn ich euch schrecklich vermissen werde.“ Mir war von Anfang an klar gewesen, dass dieses Haus nur eine Übergangslösung für Aaron und Kosmo gewesen war.
„Ach wir sind doch nicht aus der Welt.“, erwiderte Kosmo und lachte erfreut.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Di Jun 05, 2012 5:27 pm

Lance. Wie sollte ich ihn begrüßen? Ein Kuss auf die Wange? Eine Umarmung? Was würde heute passieren? Warum wartete ich überhaupt, ich war doch verliebt. All diese Fragen gingen in meinem Kopf herum, als ich die Straße herunter zu dem kleinen Restaurant in der Nähe des Strandes schlenderte. Dass Date heute, versetzte mich in eine anstrengende Gefühlswelt, denn ich wusste einfach nicht was ich wollte. Beziehungsweise, wann ich es wollte.
Als ich Lance erblickte, blieb ich einen Moment auf der anderen Straßenseite stehen. Mein Herz klopfte und in meinem Bauch schwirrten die Schmetterlinge und ich wusste, dass ich die Richtige Entscheidung getroffen hatte. Das was ich für Lance fühlte, hatte ich zum Ende hin für Dave nicht mehr gefühlt und es wäre unfair ihm gegenüber gewesen, nichts zu sagen.
Selbstsicher trat ich über die Straße und lächelte meine Verabredung an, die mich schließlich sah.
„Ich dachte du kommst nicht mehr.“, gab Lance verunsichert zu und küsste mich zur Begrüßung auf beide Wangen, wie alte Freunde es taten.

Entschuldigend sah ich ihn durch meine langen Wimpern an. „Ich musste meiner Mutter und meiner Schwester bei den Hochzeitsvorbereitungen helfen, tut mir wirklich leid.“ Als Entschädigung küsste ich ihn sanft auf den Mund, und genoss das Gefühl der Verliebtheit, dass mich augenblicklich durchströmte. Als ich Lance überraschten Blick bemerkte, lachte ich leise. „Ich weiß, dass ich gesagt habe, dass ich das alles noch nicht kann, aber...ich weiß was ich will. Und was ich will bist du, Lance, weißt du? Das hilft es auch nicht mehr zu warten.“
Erfreut sah er mich an, den altbekannten Glanz in seinen blauen Augen. „Wow...“, murmelte er, leicht überfordert. „Damit hätte ich nicht gerechnet. Aber du weißt, dass ich dir alle Zeit der Welt gegeben hätte, Ava, oder nicht?“
Nickend sah ich an ihm vorbei. „Natürlich. Aber ich hab für mich entschieden, dass mein Leben weitergeht. Und du bist der Teil, der ab sofort eine Hauptrolle spielt.“ Lachend sah ich zu Boden. „Ich weiß gar nicht, was ich hier reden, Lance. Ich weiß nur, dass ich dich will.“
„Und ich will dich.“, hörte ich ihn murmeln, bevor er seine Hände sanft an mein Gesicht legte und mich zwang ihn anzusehen. „Ich will nur dich, Ava. Und nichts kommt mir richtiger vor, als mit dir zusammen zu sein, weißt du dass?“ Sanft küsste er mich auf die Lippen und es fühlte sich an wie ein Stromstoß voller Elektrizität. Da war etwas zwischen uns, dass es bei mir und Dave nicht so gegeben hatte. Leidenschaft. „Lass uns essen.“, murmelte er schließlich und deute mit den Kopf auf einen Tisch, der mit Kerzen bedeckt war. „Ich hab schon bestellt.“

Als wir am Tisch saßen und auf das Essen warteten, konnte Lance den Blick nicht von mir abwenden, während ich fröhlich von meiner Familie zu erzählen begann. „Molly hat ein schickes Haus am Wasser gefunden, dass sie nun mit Arek bewohnt. Die Mutter-Kind-Hilfe, hat dass organisiert, ist das nicht toll? Für einen wahren Spottpreis hat Molly es bekommen und jetzt arbeitet sie das Geld ab, dass sie sich bei Mum und Dad geliehen hat.“ Ich lächelte, als ich an meine Schwester dachte, die so ein eigenständiges Leben führte. „Und Lou erst! Die Hochzeitsvorbereitungen sind im vollen Gange, aber manchmal habe ich wirklich das Gefühl, als wäre Lou gar nicht so begeistert, wie Mum. Sie redet immer davon es so klein wie möglich zu halten, bis Mum dann wieder einfällt, wen sie noch alles einladen muss. Da ist Mum wirklich Unbarmherzig weißt du? Es würde mich nicht wundern...“ Ich stockte, als mir auffiel, dass mein Gespräch in einen Monolog verfiel. Errötend wandte ich den Blick von Lance Gesicht ab. „Tut mir Leid, Lance, dass ich die ganze Zeit von mir rede. Du musst dich schrecklich langweilen.“
„Nein, nein.“, wehrte er eilig ab und ergriff meine Hand. „Ich höre dir gerne zu Ava-Mercy. Ich will alles über deine Familie wissen, schließlich will ich irgendwann dazu gehören.“
Mein Herz machte einen Hüpfer, als er diese Worte sprach. „Du willst wirklich zu dieser merkwürdigen Familie gehören?“, fragte ich leicht verächtlich.

Lance nickte überzeugt. „Natürlich. Wer eine so wundervolle Tochter aufzieht, kann nur ein wunderbarer Mensch sein.“ Er zwinkerte mir verschwörerisch zu. „Außerdem hab ich all ihre Bücher gelesen, und verehre sie als Autorin wirklich. Deine Mutter ist berühmt!“
Ich lachte über die kleine Übertreibung, denn wenn ich an Berühmtheiten dachte, dann dachte ich an Musikstars. „Ach quatsch.“ Ich sah auf unsere Hände, die verschränkt auf dem Tisch lagen. „Wir sind schwierig, weißt du? Aber wir halten alle zusammen, auch wenn wir über den gesamten Erdball verteilt sind.“ Ich lachte, als ich sein verdutztes Gesicht sah. „Na mein älterer Bruder Ricky befindet sich zur Zeit in Sim-Afrika auf einer Forschungsreise und Dave...“, schluckend wandte ich mein Gesicht kurz ab. „Dave verweilt ja auch für eine ganze Zeit dort.“
„Dass ist nicht einfach für dich.“, stellte Lance fest und entgegen meiner Befürchtung hörte er sich nicht verärgert an. Er lächelte mich sogar aufmunternd an. „Ich verstehe das Ava. Du und Dave, ihr wart eine ziemlich lange Zeit zusammen und jetzt ist er einfach weg. Das ist nicht einfach.“

Ich seufzte, weil ich es immer noch nicht schaffte die Vergangenheit auszublenden. Dass war Lance gegenüber nicht allzu fair. „Es tut mir wirklich leid, Lance.“, entschuldigte ich mich und schob meinen Burger abwesend hin und her. „Er fehlt mir, aber als Freund. Und ich hab ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber. Aber ich denke mit der Zeit wird es besser werden.“
Lance nickte, aber das überzeugende Lächeln war verschwunden. Er legte seine Gabel beiseite. „Ich dränge dich zu nichts, Ava-Mercy. Wie gesagt, du hast alle Zeit der Welt.“
Dankbar sah ich ihn an, bevor ich meinen Teller von mir wegschob und ihm einen kurzen Blick zu warf. „Lass uns gehen. Irgendwie hab ich keinen Hunger mehr. Bringst du mich nach Hause?“
Lance nickte und erhob sich von seinem Platz. Er legte ein paar Scheine auf den Tisch und hielt mir seine Hand hin. „Komm Prinzessin, ich bring dich zurück in dein Schloss.“
Lächelnd folgte ich ihm. Doch gerade als wir die Terrasse verlassen wollte, hielt ich ihn noch einmal zurück, zog ihn zu mir heran und presste meine Lippen leidenschaftlich auf seine. „Ich liebe dich, Lance. Wirklich. Und ich verspreche dir, dass es sich alles richten wird.“
Er erwiderte meinen Kuss, bevor er zu einer Antwort ansetzte. „Ich weiß, Ava. Ich weiß.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Di Jun 05, 2012 8:07 pm

Dalia-Roses P.O.V

Als ich hörte, wie das Auto meiner Tochter auf den Parkplatz fuhr, eilte ich zum Fenster und sah hinaus. Vergessen war der Abwasch, der eigentlich auf mich wartete, viel interessanter fand ich die Begleitung meiner Tochter.
Ich wusste bloß, dass er Lance hieß, etwas älter als sie war und dass sie sich vom Abschlussball kannten. Und ich wusste, dass er der Grund war, dass Dave nicht länger den Platz an der Seite meiner Tochter halten konnte. Er war ersetzt worden, was ich mit Zweifeln betrachtete.
Natürlich sagte ich Ava gegenüber nichts, denn es war ihr Leben. Ich durfte mich nicht einmischen.
Die Autotüren klappten auf und wieder zu und ein blonder Mann stieg auf der Fahrerseite aus. Er warf Ava den Autoschlüssel zu, lächelte und folgte ihr zum Haus.
In der Dunkelheit konnte ich ausmachen, dass er relativ groß war, langes, verwuscheltes blondes Haar hatte und ungefähr den gleichen Klamottenstil, wie auch Dave.
Ich wartete, bis die Haustür aufging und stellte mich dann leise in den Türrahmen der Küche. Von dort aus konnte ich die beiden sehen, aber sie mich nicht, es sei denn sie sahen nach.
„Dass ist also dein Haus.“, stellte Lance fest und sah sich mit seinen blauen Augen interessiert um. „Ziemlich groß, könnte fast sagen, dass es ein richtiges Herrenhaus ist, oder?“

Ava lachte ihr entzückendes Lachen, was mich schon als Kind ständig beeindruckt hatte. Aber aus dem kleinen Mädchen war eine adrette junge Frau geworden, die die Aufmerksamkeit der Männer einfing, wie ich damals. „Für mich bleibt es immer die kleine Hütte, von damals.“, holte mich meine Tochter aus meinen Schwärmereien aus der Vergangenheit. Sie ergriff Lances Hände und sah ihn schüchtern von unten herauf an. „Ich bin hier geboren, weißt du? Dass hier ist mein Heimat-Ort, mein Zufluchtsort, egal wie sehr es sich in den letzten Jahren verändert hat. Für mich bleibt es immer die drei Zimmerhütte, zu der ich jeden Tag nach der Schule nach Hause kehrte.“
Lance nickte bedächtig, ohne den Blick von Ava zu nehmen. Er schien sie geradezu zu vergöttern.
„Hast du so etwas nicht?“, hakte Ava lachend nach. Ich konnte erkennen, dass sie ein wenig errötete. „Einen Ort der in deiner Vorstellung immer der selbe bleibt?“
„Doch, natürlich.“; erwiderte Lance, mit einer Ernsthaftigkeit, die in seinem Alter ungewöhnlich war. Ich vermutete, dass dies einer der Gründe war, warum Ava sich so sehr in ihn verliebt hatte. Er zog Ava ein Stück näher zu sich heran. „Als ich ein kleiner Junge war, haben wir in einem Dorf ganz in der Nähe gelebt. Dort kam es einen ganz kleinen Wasserfall, der aussah wie aus dem Märchenbuch, weißt du?“ Selig lächelnd sah er Ava tief in die Augen. „Heute ist dort eine Fabrik, eine Art Wasserwerk. Aber für mich bleibt es der magische Wasserfall.“

Ich verlagerte das Gewicht, stieß dabei jedoch hörbar an den Türrahmen, so dass die beiden sich umdrehten und mich natürlich augenblicklich erblickten.
Ava seufzte lächelnd. „Und die Spionin dort ist meine Mutter.“ Sie deutet mit der Hand ausladend auf mich. „Sie konnte natürlich nicht warten, bis ich dich vorstelle.“
„Tut mir Leid.“, erwiderte ich bekümmert und kam ein paar Schritte näher um den Gast die Hand zu geben. „Du musst Lance sein. Ich wollte euch beide nicht stören, aber ihr habt so...“
„Süß ausgesehen?“, beendete Ava Augen rollend den Satz.
Lance schüttelte höflich meine Hand, ein charmantes Lächeln auf den Lippen. „Ja, und sie sind die wundervolle Frau, die so eine wundervolle Tochter aufgezogen hat?“
Ich konnte mir ein mädchenhaftes Lachen nicht verkneifen, als ich mit der Hand abwinkte. „Ach, sagen sie doch nicht so etwas. Ich bin eine ganz normale Frau, die eben alles gegeben hat als Mutter.“ Liebevoll strich ich meinem kleinen Mädchen über das Haar. „Und anscheint hat es wirklich gut funktioniert. Ava ist etwas ganz Besonderes.“
Lance nickte zustimmend und betrachtete die errötende Ava. „Da haben sie Recht, Mrs. Mojica.“
In seinen Augen konnte ich etwas sehen, was mich verstehen ließ, warum Ava sich so unheimlich in ihn verliebt hatte. Da war Lebenserfahrung, die ich bisher nur in den Augen von älteren Menschen gesehen hatte. Es war, als sah er die Welt auf eine ganz andere Weise, als die jungen Menschen es taten und das passte zu Ava. Denn auch Ava sah alles eher anders.

Eilig versuchte ich den Blick von dem hübschen jungen Mann abzuwenden, bevor einer merkte, dass ich ihn analysierte. „Ach Ava.“, richtete ich mich schließlich wieder an meine Tochter. „Molly hat mir Fotos von Arek geschickt, und ich hab sie gleich in meine Geldbörse gesteckt, wollt ihr mal sehen?“ Grinsend sah ich Lance an. „Arek ist der zweijährige Sohn meiner Tochter, Avas Drillingsschwester, müssen sie wissen. Entzückend, der Kleine. Mögen sie Kinder?“
Lance nickte eilig und schielte begeistert auf das Foto, dass ich ihm hinhielt. „Wirklich ein süßer Kerl.“, gab er zu und betrachtete die Fotos noch eine Weile, bevor er schließlich Ava ansah. Mit einer Mischung aus Neid und Verlangen nach einer eigenen Familie. „Wenn das Kind deiner Schwester so hübsch ist, dann wird deins mit Sicherheit ebenso hübsch.“
Ava wandte den Blick von seinem Gesicht ab und sah sich die Fotos etwas genauer an. Sie schwieg.
Und da war es, als würde ich Avas gesamte Zukunft vor meinem inneren Auge sehen. Lance war ein Mann der Standhaftigkeit. Er schien sich Familie zu wünschen. Eine Frau und Kinder.
Und Ava war der Mensch, der Reisen wollte. Ob das miteinander kompatibel war?
Ein wenig schien sich die Geschichte zu wiederholen. Ava war ich und Lance war Chris.
Ein Familienfluch?

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Do Jun 07, 2012 10:44 am

Ich stieg die wenigen Treppen zur der kleinen Terrasse vor Mollys Haus hinauf und klingelte bei ihr. Seitdem meine Schwester ausgezogen war, sahen wir uns natürlich weniger als vorher, und ich vermisste sie. Sie und meinen kleinen Neffen Arek.
Molly hatte ebenfalls einen Job angenommen, und Arek ging halbtags in den Kindergarten. Nach der Arbeit machte Molly viele Kurse mit dem Kleinen, und hatte kaum noch Zeit für anderes.
Doch als sie mir heute die Tür aufmachte, schien sie erholt und erfreut. Ihre Wangen glühten in einem aufregenden Rot. „Ava.“, begrüßte sie mich überrascht. „Was machst du denn hier?“
„Stör ich?“, fragte ich vorsichtig, in der Vermutung, dass sie vielleicht jemanden kennengelernt hatte. Schließlich hatte Molly den Männern nicht abgeschworen.
Eilig schüttelte sie den Kopf und ließ mich eintreten. „Du störst nie. Wir sind gerade erst nach Hause gekommen und ich hatte heute Abend keinen Besuch erwartet.“, erklärte sie mir und deutete auf Arek, der leise mit seiner Puppe spielte. Dann richtete sich ihr Blick wieder auf mich. Neugierde stand darin geschrieben. „Ist etwas passiert?“

Ich schüttelte lächelnd den Kopf. „Nein, nicht wirklich. Ich wollte dich einfach nur sehen.“
Molly nickte, schien aber nicht wirklich beruhigt. Sie setzte ein erwartendes Gesicht auf. „Jetzt hast du mich gesehen, aber dafür hättest du dir auch ein Bild ansehen können.“ Sie lachte. „Also was ist los, Schwesterherz? Ich sehe es doch an deinem Gesicht. Es beschäftigt dich etwas.“
Seufzend ließ ich die Schulter ein Stück hängen. Wie sollte ich das erklären? Ich wusste ja selber nicht warum es mich beschäftigte. „Ich wollte etwas fragen.“, begann ich zögerlich und vermied es sie anzusehen. Dass Ganze war komplett falsch. „Hast du etwas von Dave gehört?“
Molly nickte. Sie sah nicht anklagend aus, bloß etwas überrascht. „Ich wusste nicht, dass es dich interessiert was er so sagt, sonst hätte ich dich angerufen.“; erklärte sie mir, während sie die Kindergartentasche von Arek auspackte. „Und seit wann nennst du ihn Dave?“
„Seit ich versuche eine Distanz aufzubauen.“, murmelte ich und fuhr mir durch die Haarspitzen. „Aber irgendwie klappt es nicht so richtig. Er fehlt mir. Als Freund. Als Puppe.“
Molly zuckte die Achseln und konnte sich diesmal ein Seufzen nickt verkneifen. „Was willst du von mir hören, Ava?“, fragte sie vorsichtig. „Du hast deine Entscheidung gefällt und damit solltest du jetzt auch Leben. Insbesondere damit, dass Dave keinen Kontakt zu dir sucht.“

„Ich weiß.“, quängelte ich gedehnt. „Aber was soll ich denn tun? Sag mir bitte wie es ihm geht.“
„Den Umständen entsprechend gut.“; erwiderte Molly zaghaft und wich meinem Blick aus. „Er leidet immer noch unter der Trennung aber die Luftveränderung scheint ihm gut zu tun.“ Sie hielt einen Moment inne und sah mich an. „Er scheint jemanden kennengelernt zu haben.“
In mir zuckte es einmal, aber ich ignorierte es gewissenhaft. Leichthändig schnappte ich meinen Neffen, der das mit einem Kichern quittierte und versuchte meine Aufmerksamkeit auf ihn zu legen. „Ach wirklich? Dass hört sich doch wunderbar an.“
Molly ging in die offene Küche und wusch eilig Areks Brotdose ab. „Du hörst dich unglaubwürdig an.“, teilte sie mir leise mit, den Blick beunruhigt auf mich gelegt. „Bereust du es?“
„Nein!“, erwiderte ich eilig, während ich damit beschäftigt war Arek zu kitzeln. Über sein Lachen hinweg rief ich: „Ich liebe Lance und ich weiß, dass ich mich richtig entschieden hab. Zwischen mir und Dave hat es nie die Leidenschaft gegeben, die zwischen mir und Lance herrscht.“
„Aber Freundschaft.“ Molly sah mich durchdringend an. „Dass ist, was du und Lance nicht teilt. Eine Freundschaft, die über alle Ebenen hinausgegangen ist, Ava.“ Seufzend trocknete sie die beiden Teile in ihrer Hand ab und stellte sie in den Schrank zurück. „Ich will dich gar nicht sagen, dass du dich falsch entschieden hast, denn das ist dein Leben. Alles was ich will ist, dass du dich entschieden hast, verstehst du? Quäle Dave nicht, in dem du dich nach ihm erkundigst. Er wird es erfahren und er wird darunter leiden.“

Ich schwieg. Was sollte ich darauf sagen? Dass er mir immer noch wichtig war? Dass er mir fehlte und ich ihn als Freund nicht verlieren wollte? Das war egoistisch.
„Ich...ich werde ihn übrigens besuchen.“, erklärte Molly mir leise. Schuldbewusst sah sie mich an, als wüsste sie, dass ich innerlich explodierte. „In einer Woche werde ich nach Sim-Afrika fliegen und dort eine Weile bleiben. Dave hat mich gebeten zu kommen.“
Ich nickte, drückte Arek einen kurzen Kuss auf die Wange und versuchte ein überzeugendes Lächeln auf meine Lippen zu zaubern. „Ich muss los. Lance und ich gehen ins Kino.“ Vorsichtig setzte ich meinen Neffen auf den Boden und hob die Hand zum Gruß.
Molly folgte mir seufzend zur Tür. „Ava, bitte sei mir nicht böse, ja? Es ist nur...er ist ein guter Freund er braucht mich. Und so lange Arek noch klein ist passt es besser.“
„Ich verstehe.“ An der Tür blieb ich stehen und drehte mich nochmal zu meiner Schwester um. „Ich versteh das wirklich, Molly. Wir müssen unsere eigenen Leben leben. Und mein Leben gehört zu dem von Lance. Und dein Leben ist eben mit Daves Leben verflochten. Flieg hin und sei ihm eine gute Freundin.“ Ich seufzte, aber lächelte trotzdem. „Es tut mir wirklich leid.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Do Jun 07, 2012 11:21 am

Christophers P.O.V

Während ich in der Küche stand und den Kühlschrank nach etwas durchforstete, dass nicht rein biologisch war, klingelte mein Handy in meiner Hosentasche. Überrascht kramte ich es heraus und sah auf den Display, auf dem in großen Buchstaben 'Ricky' stand.
„Sohnemann!“, rief ich erfreut aus, nachdem ich auf den grünen Hörer gedrückt hatte. „Wie schön, dass du dich bei mir meldest. Wie geht es dir?“
„Gut.“, ertönte es von der anderen Seite etwas stöckelnd. Der Empfang in Sim-Afrika war reichlich schlecht, dass wusste ich. „Mir geht es wirklich gut, Dad. Und dir?“
„Mir auch.“, erwiderte ich, ohne den Kühlschrank aus den Augen zu lassen.
Ricky am anderen Ende schwieg einen Moment, was ziemlich ungewöhnlich war, denn wenn Ricky aus der Ferne anrief, plapperte er meistens ununterbrochen, um die wenigen Minuten zu nutzen, die uns blieben. Telefonieren war teuer, dort. „Ich ruf an, weil ich etwas mit dir besprechen wollte.“, begann er schließlich leicht zögerlich. „Sag, ist Mama in der Nähe?“
„Nein, nein.“; beruhigte ich meinen Sohn, als ich an seiner Stimme erkannte, dass er wohl ein Männergespräch führen wollte. „Sie ist mit Lou ans Festland gefahren um ihr Hochzeitskleid zu kaufen. Meine Güte freut die sich auf die Hochzeit. Mir ist das ja alles etwas zu viel Tara, ich meine..“

„Ich will dich nicht abwürgen, Dad, aber du weißt ja, Zeit ist in Sim-Afrika gleich Geld.“ Er lachte nervös. „Aber es ist gut, dass du das Thema schon einmal angesprochen hast. Darum geht es.“
Ich hob überrascht eine Augenbraue. Von Dalia wusste ich, dass Ricky sich verlobt hatte, und das die beiden planten in nächster Zeit zu heiraten. Mehr nicht. „Was gibt es denn?“
„Ich weiß, das Mum sich tierisch freut auf die Hochzeit, zumindest hat sie es im letzten Brief so geschrieben, aber Iris und ich haben entschieden hier zu heiraten.“
Ich seufzte mitleidig. Mitleidig für mich, weil ich Dalia nun wieder einen ganzen Abend beruhigen durfte. „Du weißt, dass deine Mutter enttäuscht sein wird.“, teilte ich meinem Sohn mit, musste aber auf der anderen Seite zugeben, dass ich ihn verstand.
„Ich weiß, Dad.“, erwiderte er sichtlich unwohl. „Und es tut mir auch Leid, aber Iris hat sich doch hier ihr Leben aufgebaut und nicht in Sunset Vally. Ihr könnt gerne hier her kommen, aber es ist ein anstrengender Flug, dass sag ich euch gleich.“ Er hielt einen Moment die Luft an. „Und da gibt es noch etwas, was Mum mit Sicherheit nicht gefallen wird. Wir wollen hier leben.“
Geräuschvoll atmete ich aus und fuhr mir durch das graue Haar. Etwas, dass ich schon lange nicht mehr hatte machen müssen. „Wow. Ihr beide kehrt also nicht nach Sunset Valley zurück?“
„Nein.“ Es raschelte und er schien den Kopf zu schütteln. „Zumindest erst einmal nicht. Wir haben hier Arbeit und ein Haus. Und ich liebe diesen Kontinent, weißt du?“
Verstehend nickte ich, konnte aber einen weiteren Seufzer nicht unterdrücken. „Ich werde es deiner Mutter heute mitteilen, aber mach dich auf einen ziemlich groben Brief gefasst.“

Ricky lachte leise. „Ja, dass werde ich. Danke Dad.“ Und dann war die Verbindung weg.
Keine Sekunde zu früh, denn schon im nächsten Moment hörte ich die Haustür. „Chris?“
„Ich bin in der Küche.“, erwiderte ich halblaut und lehnte mich gegen die Theke.
Meine Frau kam herein, ein erfülltes Lächeln auf den geschminkten Lippen. Ihre Augen glänzten, fast so sehr wie an Tag unserer eigenen Hochzeit. „Wir haben das perfekte Kleid, Liebling.“, flötete sie erfreut. „Lou sah aus wie...wie eine Prinzessin, und dass obwohl sie eher zum sportlichen Typ neigte, weißt du? Aber wir haben DAS Kleid gefunden und...Wow!“ Sie kicherte leise, bis sie meinen angespannten Gesichtsausdruck bemerkte. Augenblicklich war sie besorgt. „Was ist los, Chris?“
„Nichts.“, versuchte ich sie eilig zu beruhigen und legte meine Hände sanft um ihre Taille. „Also...nichts wirklich schlimmes. Nur etwas...nicht so angenehmes vielleicht.“ Ich seufzte bekümmert, als ich meine Frau so sah. Wenn sie sich bei Lou schon so hinein gehangen hatte, dann würde sie es bei Iris und Ricky auch am liebsten machen. Stellvertretend für Vicky. „Ich habe ich gerade mit Ricky telefoniert.“
„Schön.“ Das Lächeln auf Dalias Gesicht war nicht überzeugend. „Was ist denn mit ihm, hm?“
„Es geht um Iris und ihn, weißt du.“ Ich versuchte es so ruhig wie möglich zu machen. „Er hat mir erzählt, dass sie sehr glücklich sind und sich schrecklich auf die Hochzeit und das Eheleben freuen.“

Dalia seufzte und rollte mit den Augen. Das unsichere Lächeln verschwand und an dessen Stelle trat ein wissendes. „Ich kann mir denken, was du mir sagen willst.“, murmelte sie halblaut. „Ricky und Iris haben sich entschieden dort zu heiraten, oder nicht?“ Ich nickte überrascht und sie kicherte über meinen Gesichtsausdruck. „Ach, Chris! Das habe ich mir doch gedacht. Die beiden leben dort. Warum sollten sie für die Hochzeit extra wieder hier her fliegen? Das ist zu viel Arbeit. Ich denke, wir werden einfach für die Hochzeit zu ihnen fliegen. Dass ist besser.“
„Und du bist nicht böse?“, hackte ich besorgt nach.
Sie schüttelte den Kopf. „Nein, niemals. Ich verstehe die beiden, außerdem hab ich hier doch genug zu tun, mit zwei Hochzeiten. Lou und Elliot heiraten nächste Woche, und wir müssen noch einiges machen. Und dann kommen natürlich noch Aaron und Kosmo. Das reicht.“
Erleichtert zog ich meine Ehefrau zu mir und küsste sie leidenschaftlich auf den Mund. „Ich liebe dich, Dalia. Blue-Rose. Du bist die tollste Ehefrau und Mutter der ganzen Welt.“
Errötend wandte Dalai den Blick ab. „Ach, hör doch auf, Chris. Hör auf damit.“
Dass Ricky mir noch etwas gesagt hatte, verschwieg ich aufs Erste.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Do Jun 07, 2012 12:43 pm

„Was für eine wundervolle Hochzeit.“, stellte meine Mutter nun zum zehnten Mal fest, während mein Vater das Auto sachte auf den Parkplatz fuhr.
Ich saß auf der Rückbank und nickte abwesend.
Es war wirklich wunderschön gewesen. Meine Schwester hatte hinreißend ausgesehen und Elliot hatte sie so stolz angesehen, dass es mich tief berührt hatte. Nach der Trauung, die von vielen Tränen von Mum, Molly und zu meiner Verwunderung auch Kosmo, begleitet wurde, wurde die Stimmung ausgelassen. Die Leute tanzten, bedienten sich am Buffet und führten anregende Gespräche über den Klatsch und Tratsch von Sunset Valley. Ich lernte viele neue Leute kennen.
Zum Ende hin klappte sogar eine Zuschaltung nach Sim-Afrika, die zwar sehr schlecht war, aber sich trotzdem lohnte. Iris und Aaron sprachen zuerst ihre Glückwünsche aus, dann kam Schnute ins Bild. Er sah besser aus, als ich ihn in Erinnerung hatte, und er wirkte fast erwachsener. Für einen Moment hatte ich mich an die alte Zeit erinnert und war froh, dass Lance mich nicht zur Hochzeit begleitet hatte. Ich war nicht in der Stimmung für ihn gewesen.
„Gute Nacht, ihr beiden.“, murmelte mein Vater, mit einem kurzen Blick auf mich, als wir schon im Flur standen. Er küsste erst mich sanft auf die Stirn, dann meine Mutter auf die Lippen.

Sie sah ihm nach, bis der um die Ecke verschwunden war und wir Sekunden später die Schlafzimmertür schließen hörten. Dann drehte sie sich zu mir um, den Kopf schief zur Seite gelegt. „Geht es dir gut, Liebes?“, hakte sie vorsichtig nach.
Ich machte mir nicht die Mühe, wie bei anderen Menschen, eine Maske aufzusetzen. Es war meine Mutter und sie würde sowieso alles merken. „Ich weiß es nicht.“; erwiderte ich wahrheitsgemäß und nestelte schuldbewusst an dem langen Saum meines Kleides herum.
Nickend sah meine Mutter mich noch etwas genauer an, als könnte sie in meinem Gesicht nach der Antwort lesen. „So siehst du auch aus, Kind. Und ich wünsche mir nichts mehr, als dass ich dir helfen kann weißt du?“ Sie griff sich besorgt ans Herz. „Ich leide mit dir.“
Ein paar Tränen kullerten über meine Wange und ich hasste mich dafür. „Ich weiß doch auch nicht, Mum! Ich bin unglaublich traurig, ich vermisse ihn und ich hasse mich dafür. Dass ist einfach nicht fair. Ich bin doch ein unglaublich schrecklicher Mensch.“; schluchzte ich leise.
Tröstend nahm meine Mutter mich in den Arm und strich mir über das blaue Haar, wie sie es früher auch getan hatte. „Mein armes kleines Mädchen.“, flüsterte sie leise. „Du machst gerade eine schwierige Sache durch, Schätzchen. Und das nennt man Liebeskummer.“

„Ich kann keinen Liebeskummer haben.“, fluchte ich mich selber an. „Ich bin in einer glücklichen Beziehung mit Lance, und ich liebe ihn. Aber Dave fehlt.“, murmelte ich leise.
Meine Mutter nickte, löste sich wieder von mir und zwang mich, sie anzusehen. „Liebes, du liebst Lance, dass bestreite ich gar nicht. Aber du liebst auch Dave. Oder hast ihn geliebt. So etwas geht nicht von heute auf Morgen weg. Es ist normal dass du trotzdem Schmerz fühlst.“
Ihre Worte kamen mir logisch vor, aber ich fühlte mich trotzdem noch miserabel. Dass war weder Lance gegenüber, noch Schnute fair. Ich schniefte leise. „Ich vermisse ihn, weil er mein bester Freund ist, Mum. Dass ist es. Und weil ich weiß, dass er nie zurückkommen wird.“
„Sag das nicht.“, bat meine Mutter leise. „Er wird irgendwann zurückkommen, da bin ich mir sicher. Und bis dahin, musst du ausharren. Er kann dich momentan nicht um sich herum haben und das ist verständlich oder nicht? Schließlich hast du jetzt Lance und er hat niemanden.“
„Doch hat er.“, erklärte ich und spürte zu meinem Leidwesen den kleinen Schmerz in der Herzgegend. „Er hat ebenfalls jemanden gefunden. Molly hat es mir erzählt, weißt du?“
Überrascht sah meine Mutter mich an, bevor sie eine Weile nach einer Antwort suchte. „Dass tut dir weh?“, fragte sie schließlich in die bedrückende Stille.

Ich zuckte mit den Achseln und versuchte den Schmerz etwas zu verbergen. „Nicht wirklich. Ich weiß auch nicht.“ Seufzend schüttelte ich den Kopf. „Vielleicht habe ich einfach nur Angst. Angst, dass sie meinen Platz einnehmen könnte, weißt du was ich meine? Ich will das nicht.“
„Dass wäre egoistisch. Gönne ihm das Glück, Schätzchen, nur so kannst du auch Glück haben.“
Ich wusste, dass sie Recht hatte, aber ich konnte es ihm nicht gönnen. Noch nicht! Erst einmal musste ich einen Schlussstrich ziehen, und da kam mir eine Idee. „Ich werde in den nächsten Tagen mein Zimmer um räumen, wenn das okay ist?“, fragte ich meine Mutter leise.
Sie nickte, schien aber erstaunt. „Natürlich, Liebes. Schließlich ist es dein Zimmer.“
„Gut.“, erwiderte ich mit einem Lächeln, küsste meine Mutter auf die Wange und drehte mich um. „Ich muss mein Leben aufräumen, Mum. Gute Nacht.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Do Jun 07, 2012 1:21 pm

Ein paar Tage später war es dann endlich soweit. Lance und ich hatten all meine alten Möbel und natürlich auch die von Molly auseinander gebaut. Manche hatten wir auf den Speicher gebracht, und manche hatten wir Molly für ihr Haus gegeben. Jetzt war der Raum so gut wie leer.
So gut wie. Nachdenklich viel mein Blick auf das gerahmte Bild, dass seit ich es erhalten hatte an seinem Platz hing. Ich erinnerte mich daran, wie ich stundenlang am Schreibtisch gesessen und dieses Foto angestarrt hatte. Schwärmend.

Das Bild war auf dem Abschlussball geschossen worden. Ich und Dave, eng umschlungen und glücklich, mit breiten Grinsen auf den Gesichtern. Der Höhepunkt unserer Beziehung.
„So, der letzte Schrank ist verstaut. Wollen wir streichen?“, fragte Lance, der gerade den Raum betreten hatte. Als er meinen abwesenden Blick bemerkte, folgte er ihm und entdeckte das Foto an der Wand. Ein halbherziges Lächeln bildete sich auf seinem Gesicht. „Was machst du?“
„Nichts.“, winkte ich eilig ab, eilte zu der Wand und nahm das Bild herunter. Es gehörte jetzt nicht mehr zu meinem Leben. „Ich hab nur überlegt, ob ich dieses Bild nach Sim-Afrika schicke.“
Lance nickte bedächtig. „Findest du dass nicht reichlich grausam?“
„Wieso?“, fragte ich erschrocken, aber im selben Moment fiel es mir ein. „Es muss einen Grund gegeben habe, warum er seinen eigenen Abzug hier gelassen hat.“, flüsterte ich halblaut und seufzte, das Bild bedauernd betrachtend. „Natürlich. Das hätte ich mir denken können.“
Ich spürte Lance besorgten Blick auf meinem Gesicht. Aber er schwieg.
Du musst weiterleben, dachte ich innerlich und zwang mich das Bild in den letzten Karton zu tun, der neben der Tür stand. Schnute ist Vergangenheit. Vielleicht kommt ein Dave irgendwann wieder in deine Zukunft. Anschließend drehte ich mich zu Lance um und lächelte. „Das wars oder? Alles was nicht mehr gebraucht wird, ist jetzt auf dem Speicher und jetzt können wir streichen.“

„Mh.“, machte Lance. Er hatte seine Hände in die Hosentaschen gesteckt und sah mich fast verbittert an. Er erinnerte mich ein Stück weit an Dave, als ich die Beziehung mit ihm beendete. „Bist du dir sicher, dass du dieses Bild auf den Speicher tun willst?“, hakte er leise nach, aber ich konnte den scharfen Unterton hören. „Bist du dir sicher, dass du ihn hinter dir lassen kannst?“
„Natürlich.“, rief ich eilig aus, und stürmte auf ihn zu. Besitzergreifend schlang ich meine Arme um seinen Nacken. „Ich liebe dich, Lance. Von ganzem Herzen! Und das mit Dave, dass ist vorbei. Ich meine, ich hab doch mit ihm Schluss gemacht, oder nicht?“
„Ja.“, gab Lance zu, aber er schien nicht vollends überzeugt. „Aber ich sehe dein Gesichtsausdruck, wenn wir über ihn reden, wenn ein Brief von ihm angekommen ist oder wenn du alte Fotos siehst.“
„Er war mein bester Freund, Lance. Seit dem ich geboren bin war er an meiner Seite und...“ Ich stockte. Lance durfte ich nicht sagen, dass Schnute meine Puppe gewesen war. Offiziell war er doch mein Adoptivbruder. Und dass erst seit einem Jahr.
Wie erwartete hob Lance überrascht eine Augenbraue. „Wie meinst du dass? Seit der Geburt?“

Ich zuckte die Achseln und ergriff seine Hände um ihn abzulenken. „Dass sagt man doch so! Ich wollte damit sagen, dass Dave mein bester Freund war. Und den hab ich verloren.“
Verstehend nickte Lance, ein tröstendes Lächeln auf den Lippen. „Ich will nur, dass du dir sicher bist.“, gab er mir zu verstehen, zog mich zu sich heran und küsste mich sanft auf die Lippen. „Ich will nicht irgendwann neben dir aufwachen und in deinen Augen sehen, dass du es bereust.“
„Dass wirst du nie.“, flüsterte ich. Ich spürte seinen warmen Atem auf meinen Lippen und mich durchfuhr dieses übliche Prickeln, was ich bei Lance immer fühlte. „Ich bin mir sicher.“
„Okay.“, erwiderte Lance lachend, bevor er sich von mir löste und sich umsah. „Wenn wir uns beeilen schaffen wir es noch heute dein Bett aufzubauen, also los.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Sa Jun 09, 2012 8:32 am

Dalia-Roses P.O.V

Ich wandte das Gesicht ab, von dem wunderschönen Bild, das sich mir bot. Meine Tochter, mal wieder ganz ausgelassen beim Streichen, umgarnt von dem höflichen Lance. Ich freute mich für sie. Schließlich hatte sie lange genug ein schlechtes Gewissen gehabt.
Gerade als ich ins Wohnzimmer gehen wollte, um die letzte Folge meiner Lieblingsserie zu sehen, klingelte es an der Tür, und durch die kleinen Fenster konnte ich Aaron ausmachen. Überrascht eilte ich hin, um ihn zu fragen, was er so spät hier noch wollte. Dass war noch nie vorgekommen.
„Hey, Mum!“, rief er aus, einen Ausdruck im Gesicht, der aus vielen Emotionen zusammengewürfelt wurde. „Es tut mir wirklich Leid, dass ich so spät noch störe, aber kann ich reinkommen?“
Leicht überfordert nickte ich und trat einen Schritt zur Seite, um ihn einzulassen. „Was ist denn los, Aaron, Liebling? Du siehst total aufgewühlt aus.“
Er nickte, ein zitterndes Lächeln auf den Lippen, die den seines Vaters so unglaublich glichen. „Wir sollten uns in die Küche setzen.“, beschloss er aufgeregt, und schob mich in die Richtung unseres Esstisches. „Du solltest dich unbedingt setzen, Mum.“
Angst stieg in mir auf. Wenn mein Sohn meinte, ich sollte mich hinsetzen, dann musste es etwas sein, was mir den Boden unter den Füßen wegreißen würde. Und dass konnte nur mit meinen Kindern oder aber mit Chris zusammen hängen. Erschrocken fasste ich mir ans Herz, als ich daran dachte, dass mein Mann sich gerade auf dem Festland befand.

Aaron fuhr sich durch das braune Haar, dass zu allen Seiten ab stand. Er seufzte, schloss die Augen für einen Moment und schien sich zu fassen. „Kosmo ist im Krankenhaus, Mum.“
Mein Herz rutschte mir in die Hose. Da wo eine Sekunde lang Erleichterung aufgekeimt war, dass meine Angst bezüglich Chris sich nicht bewahrheitet hatte, stellte sich Angst um meine Schwiegertochter ein. „Um Gottes Willen, was ist denn passiert?“
„Sie hat schon seid ein paar Tagen über Schwindelgefühl, Übelkeit und Kopfschmerzen geklagt, aber wir haben uns keine großen Sorgen gemacht weißt du? Wir dachten, dass es vielleicht am Wetter liegt.“, Er schluckte schuldbewusst, als geißelte er sich für seine Unachtsamkeit. „Und dann war sie heute bei mir auf der Arbeit, wie sie es oft macht. Während ich die Bühne aufgebaut habe, hat sie sich an den Rand gestellt und mit dem Bandmanager geredet, als plötzlich alle wild durcheinander gerufen haben. Ich habe mich umgedreht, und dann lag sie auf einmal da. Bewusstlos.“ In Aarons Augen konnte man seine Angst um Kosmo sehen. „Ich bin natürlich sofort zu ihr, hab sie aufgeweckt und dann anschließend nach draußen getragen. Obwohl sie nicht wollte, hab ich sie ins Krankenhaus gebracht und sofort untersuchen lassen.“
„Dass war vollkommen richtig.“, stellte ich klar, die Hand leicht auf den Mund gepresst. „Und jetzt? Was hat sie, wie geht es ihr? Sag doch, Aaron!“, bat ich ihn ungeduldig.

Aarons Gesicht änderte sich. Ein seichtes Lächelnd entstand und ließ ihn vollkommen glücklich aussehen. „Ihr geht es gut, Mum.“; beruhigte er mich mit einem stolzen Unterton. „Ihnen beiden geht es gut, hat der Arzt gesagt, weißt du?“
Ich riss erstaunt die Augen auf. „Willst du damit sagen...“ Meine Stimme verlor sich, aber Aaron nickte schon erfreut. Erleichtert klatschte ich in die Hände, und konnte mir ein freudiges Kichern nicht verkneifen. „Ich werde zum zweiten Mal Oma. Wow. Kosmo ist schwanger.“
„Ja.“, bestätigte Aaron mit feuchten Augen und lachte. „Ich werde Vater, Mum. Kannst du dir das vorstellen? Ich und Kosmo werden jetzt eine richtige Familie. Wie aus dem Bilderbuch.“
Lautlos sprang ich von meinem Stuhl auf und schlang meine Arme fest um meinen Sohn. „Ich freue mich so unglaublich für dich, Aaron. Du erfährst das Glück der Erde.“
Ich erinnerte mich vage daran, wie ich mich um die Zukunft meines Sohnes gesorgt hatte. Immer hatte ich Angst um ihn gehabt, aber jetzt wusste ich, dass ich dass nie hätte haben müssen. Aaron war geboren um glücklich zu sein und das würde er. Sein Leben verlief in den richtigen Bahnen. Er hatte einen guten Job, in dem er sich hocharbeiten konnte, er hatte eine Verlobte, die bald seine Frau sein würde und er würde ein Kind bekommen.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Sa Jun 09, 2012 8:40 am

Lautlos schnappte ich mir Lances Hand, und schlich mit ihm aus dem Getümmel in der Küche. Molly und Arek waren gekommen, um das neue Baby in Kosmos Bauch zu bestaunen.
Meine Mutter hatte Tränen in den Augen, ebenso wie mein Vater, der seinem Sohn immer wieder stolz auf die Schulter schlug. Aaron hatte seine Geschichte immer und immer wieder erzählt und Molly hatte mit Arek auf ihren Armen an seinen Lippen gehangen.
Ich hatte mich natürlich auch riesig für meinen Bruder gefreut, weil ich wusste, dass es das Richtige war, aber andererseits verstand ich nicht, warum alle meine Geschwister, ausgenommen Lou, auf einmal Kinder in die Welt setzen mussten. Sicher würden wir bald eine Nachricht aus Sim-Afrika bekommen, dass auch Iris nun zu den Schwangeren gehörte.
„Ist es dir zu viel da drinnen geworden?“, neckte Lance mich, während wir Arm in Arm um das Haus herum schlenderten, um die Abendluft zu genießen.
Ich nickte leicht. „Irgendwie kam ich mir vor wie ein Alien.“; gestand ich lachend. „Alle sind die Hochzeits- und Kinder-verrückt. Nur ich...ich irgendwie nicht. Ich bin ganz anders.“
Lance lachte. „Du willst keine Kinder und auch nicht heiraten?“, fragte er belustigt.

Zu meiner eigenen Überraschung zuckte ich bloß mit den Achseln, bevor ich mich auf dem Rasen niederließ, mit einem Blick auf das Baumhaus, in dem wir als Kinder gespielt hatten. „Ich hab mir darüber ehrlich gesagt keine großen Gedanken gemacht. Erst einmal steht mein Beruf an erster Stelle. Eine berühmte Wissenschaftlerin zu werden, dass macht man nicht nebenbei.“
„Natürlich nicht.“, murmelte Lance, aber er klang nicht glücklich mit meiner Antwort.
Als ich ihn von der Seite ansah, konnte ich so etwas wie Nachdenklichkeit in seinem Blick lesen. „Du bist jetzt aber nicht sauer, oder?“, hackte ich beunruhigt nach.
Lance schüttelte den Kopf, wandte den Blick aber nicht vom Nachthimmel ab, als er antwortete. „Ich überlege gerade nur, wie du dir deine Zukunft vorstellst, weißt du? Wie ich da hineinpasse, wenn du doch eine berühmte Wissenschaftlerin werden willst.“
„So wie wir fünf Kinder in das Leben meiner Mutter gepasst haben.“, versuchte ich ihm lächelnd die Sorge zu nehmen. „Aber eins nach dem anderen, Lance. Ich bin kein Mensch, der schnelle Entscheidungen fällt. Wenn ich heirate, oder ein Kind bekomme, dann will ich es planen.“
„Aber warum?“, fragte Lance und klang dabei wie ein ungeduldiges Kind. Sachte rückte er näher zu mir heran, so dass er seinen Arm hinter mich legen konnte. „Lass das Leben doch einfach mal auf dich zukommen, Ava. Was wäre daran so schlimm, wenn du jetzt schwanger werden würdest?“

Entsetzt sah ich ihn an, als ich bemerkte, dass es kein Scherz zu sein schien. „Was redest du denn da?“, fragte ich mit erhobener Augenbraue. „Ich bin doch gerade erst in meinen Beruf eingestiegen. Und außerdem lebe ich noch bei meinen Eltern und...es geht eben nicht.“
„Dann zieh aus.“ Mit festen Blick sah mein Freund mich an, zog mich in seinen Bann. „Zieh mit mir in ein kleines Haus, und verbringe den Rest deines Lebens mit mir und dem Kind.“
„Ich bin nicht schwanger.“, erinnerte ich Lance ungeduldig und erhob mich aus meiner gemütlichen Position. Langsam machte er mir etwas Angst. „Lass uns reingehen. Schläfst du heute hier?“
Er nickte, als er bemerkte, dass die Diskussion für mich heute beendet war.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Sa Jun 09, 2012 9:01 am

Christophers P.O.V

„Was schreibst du denn da die ganze Zeit?“, murmelte ich leise, während ich meinen Blick langsam von meiner Frau abwandte und aus dem Fenster sah. „Schon den ganzen Vormittag, wie früher.“
Dalia lachte leise, hörte für einen Moment auf zu tippen und sah mich an. „Ich muss Ricky, Dave und Iris doch von der Neuigkeit in Kenntnis setzen, Liebling.“ Sie seufzte laut aus. „Seit meine Kinder meinen, dass sie alle auf einen anderen Kontinent fliegen müssen, ist es schwer Neuigkeiten zu verbreiten weißt du das? Ich bin froh, wenn Ricky und Iris mit Dave zurückkehren.“
Ich hielt einen Moment inne, als ich mich daran erinnerte, was Ricky mir gebeichtet hatte. Nun führte nichts mehr drum herum. Ich musste es meiner Frau sagen, also setzte ich mich vorsichtig aufs Bett, mit dem Rücken zu Dalia, die wieder angefangen hatte zu tippen. „Liebling, kannst du mir einen kurzen Moment zu hören? Es ist wichtig.“, fragte ich sie liebevoll.
Dalia hörte auf und drehte sich zu mir um. Ich konnte mir vorstellen, wie sich ihr Gesicht verärgert verzog. „Was ist denn, Chris? Du siehst doch, dass ich beschäftigt bin. Kann das nicht warten?“
„Nein.“, erwiderte ich überzeugt und sah über meine Schulter in ihr altes Gesicht, dass aber immer noch genau so hübsch war, wie an dem Tag, als ich sie kennenlernte. „Weißt du noch, als ich dir letztens erzählt habe, dass Ricky mich angerufen hat?“

Sie nickte, sich erinnernd. „Natürlich. Da hast du mir gesagt, dass die beiden in Sim-Afrika heiraten werden. Ach übrigens müssen wir noch einen Flug buchen und alles...“
„Darum geht es gerade nicht.“, unterbrach ich sie unsanft. „Es geht um Ricky und Iris und ich habe dir etwas verschwiegen, was ich dir jetzt in diesem Moment sagen will.“ Erleichtert, dass diese Last verschwunden war, atmete ich aus. „Bist du bereit es dir anzuhören?“
„Ja.“, antwortete Dalia tonlos, die Hände artig im Schoß gefaltet.
„Ricky hat mir berichtet, dass Iris und er, dass die beiden wohl dort bleiben werden.“, erklärte ich ihr im neutralen Ton. „Iris hat da ihre Arbeit und auch Ricky fühlt sich da wie zu Hause.“ Besorgt sah ich Dalia in die Augen, die mich bedrückt ansahen. „Liebling.“ Ich seufzte, kam zu ihr herüber und kniete mich ächzend vor ihr hin. „Ich weiß, dass du jetzt mit Sicherheit traurig bist, und ich bin es auch irgendwie. Aber wir müssen das akzeptieren, oder nicht?“
„Nein.“, erwiderte Dalia abwesend. Sie schien an mir vorbei zu sehen, mich gar nicht wahr zu nehmen. „Die beiden dürfen nicht da wohnen, Chris. Dann seh ich Ricky doch nie wieder. Sim-Afrika ist so unendlich weit weg. Der Kontakt hält hier doch schon kaum.“
„Natürlich wirst du ihn wieder sehen.“, beeilte ich mich zu sagen, zog sie an ihrer Hand hoch und bugsierte sie zum Bett. „Wir besuchen ihn und wir telefonieren und schreiben.“

„Dass ist nicht das selbe.“, schluchzte Dalia und lehnte sich sanft gegen meine Schulter. „Wenn sie mal Kinder bekommen, werde ich dass doch nie mitbekommen, Chris. Ich will meine Kinder bei mir haben! Alle. Ich bin doch ihre Mutter, und sie brauchen mich.“
Beruhigend streichelte ich ihr den Rücken, um sie zu trösten. „Ich weiß, dass das nicht leicht ist.“, murmelte ich leise. „Aber was willst du denn tun, Liebling? Deine Kinder sind alle erwachsen und leben ihr eigenes Leben. Und Rickys Leben ist nun einmal in Afrika. Kannst du das nicht akzeptieren?“ Liebevoll küsste ich sie auf das graue Haar.
Dalia zuckte die Achseln, wischte sich ein paar Tränen aus den Augen und sah mich dann unverwandt an. „Ich bin müde.“, teilte sie mir erschöpft mit. „Ich bin sehr müde, Chris.“
„Dann lass uns ein wenig schlafen.“ Besorgt sah ich ihr zu, wie sie sich mit dem Rücken zu mir auf ihrem Kissen niederließ. Dass war vor einiger Zeit schon einmal vorgekommen, und konnte nichts Gutes bedeuten. Angst stieg in mir hoch. Angst um meine geliebte Frau.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Sa Jun 09, 2012 10:07 am

Die nächsten Wochen waren aufregend, aber vergingen viel schneller als man es sich gedacht hatte.
Natürlich war die ganze Familie in freudiger Erwartung auf das Baby von Kosmo und Aaron.
Meine Mutter fuhr regelmäßig aufs Festland, auf den großen Babymark, und kaufte Strampler über Spielzeug bis hin zu Bettdecken. Unser Geld rann dahin.
Aber Dad schien das überhaupt nicht zu stören. Er sah sich die Sachen immer wieder begeistert an und war auch schon wie bei Molly damals, Feuer und Flamme für sein ungeborenes Enkelkind.
Oft fand man ihn bei seinem Sohn zu Hause, wo er viel Zeit mit Kosmo verbrachte und dafür sorgte, dass sie sich richtig ausruhte, wenn Aaron auf der Arbeit war. Es war wirklich rührend wie er sich um seine Schwiegertochter kümmerte, die keine ganz so leichte Schwangerschaft hatte, wie Molly damals. Kosmo musste viel das Bett hüten und sollte sich ja nicht so viel bewegen, was für die quirlige junge Frau echt eine Herausforderung darstellte. Noch schlimmer war jedoch für sie, dass sie von zu Hause kam etwas Politisches tun konnte. Und dass, obwohl sie sich mit Herz und Kopf vollkommen für die Dritte-Sim-Welt einsetzte. Oft lag sie unter Haufen von Papier auf ihrem Sofa und diskutierte wild am Telefon mit irgendwelchen Politikern. Bis Dad sie dann auf die Gesundheit des kleinen Babys hinwies, und sie sich wieder vollkommen beruhigte.

Als sich dann herausstellte, dass das Baby ein kleines Mädchen sein sollte, entdeckte ich Mum, Molly und Kosmo immer öfter am Küchentisch, wie sich darüber diskutierten, welchen Namen das Kind bekommen sollte. Schließlich gewann Kosmo, mit ihrer einzigartigen Art die Sachen herüber zu bringen, und so wurde festgesetzt, dass die Kleine Claudia heißen würde.
Ich hielt mich von dem ganzen Trubel eher fern. Natürlich freute ich mich für Kosmo und Aaron und ich erkundigte mich auch regelmäßig wie es Mutter und Kind ging, aber ein wirklich Verhältnis, wie bei Arek, konnte ich zu dieser Schwangerschaft nicht aufbauen. Es war, als hätte sich etwas in mir vollkommen verändert. Aus dem jungen Mädchen, dass von Familie träumte, war eine Frau geworden, die ihren Beruf als ihr einziges Baby ansah.

Lance verstand mich, oder versuchte es zumindest. Nie ließ er sich anmerken, wenn ihm etwas nicht passte. Er war einfach der liebevolle Freund, den ich jetzt brauchte.
Wir verbrachten viel Zeit miteinander, mehr als je zu vor. Fast regelmäßig führte er mich ins Kino aus, oder ging mit mir Essen. Strandspaziergänge gehörten zu unserem Tagesablauf wie das Atmen. An den Wochenenden blieben wir oft am Festland, buchten dort ein Zimmer in einem der Hotels, oder tanzten einfach nur eine Nacht durch, und fuhren früh morgens zurück.
Es war wirkliche in herrliches Leben, was ich da lebte. Und das schlechte Gewissen gegenüber Dave, verschwand von Tag zu Tag mehr. Allgemein geriet mein damaliger bester Freund immer ein Stück mehr in Vergessenheit, so dass ich mich manchmal erinnern musste, wer er gewesen war.
Ich war zufrieden und glücklich in dieser gesamten Zeit.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Sa Jun 09, 2012 10:47 am

„Ava!“, erfreut hob Molly eine Hand zum Gruß, als sie mich entdeckte. Ihr Gesicht strahlte und sie sah wirklich umwerfend aus in ihrem ziemlich engen Kleid.
Ich setzte eilig auch ein Lächeln auf und beeilte mich zur ihr herüber zu kommen. Im gehen versuchte ich mein eigenes, eher langweiliges blaues Kleid etwas glatt zu streichen.
„Wow, siehst du bezaubernd aus.“, rief meine Schwester aus und drückte mir zwei Küsschen auf die Wange. „Wo hast du dieses Kleid her? Dass hab ich noch nie an dir gesehen.“
„Lance hat es mir aus Sim-Paris mitgebracht.“, erklärte ich nebensächlich und winkte ab, bevor ich auf ihren grandiosen Stofffetzen deutete. „Dass muss aber auch Neu sein!“
„Ich habe es mir gegönnt.“, gestand Molly mir errötend. Und ich wusste was sie meinte.
Meine Schwester hatte nicht allzu viel Geld, und von unseren Eltern wollte sie sich nichts geben lassen. Ich verstand sie, wunderte mich aber jedes Mal wieder, wie gut sie alles regelte.
„Es hing im Schaufenster von einem Secondhandshop und hat mich angelächelt. Und ich hab mir doch so ewig nichts Schönes mehr gekauft.“ Sie seufzte. „Also hab ich meine letzten zwanzig Simeleons für dieses Kleid ausgeben.“
Ich lachte über das Gesicht meiner Schwester, die aussah als hätte sie einen Diebstahl begangen. „Ach, mach dir nichts draus. Jeder hat einmal schwache Momente.“ Ich deutete auf einen der Tische, der noch unbesetzt war. „Wollen wir uns hier hinsetzen?“

Nickend folgte Molly mir. „Ich darf aber keine schwachen Momente haben.“, stellte sie eigensinnig klar. „Ich bin Mutter von einem kleinen Jungen. Als allererstes muss ich an Arek denken.“
„Dass tust du immer, Molly. Ich hab noch nie eine so aufopfernde Mutter gesehen, weißt du das?“ Lächelnd ergriff ich ihre Hand über den Tisch hinweg und drückte sie kurz. „Außerdem...dieses Kleid könnte auch Arek helfen weißt du?“
Fragend sah Molly mich mit ihren hübschen Augen an. „Wie meinst du dass?“
„Na, mit Sicherheit finden dich hier so einige Männer attraktiv in diesem Traum von Lila. Vielleicht bekommt Arek dann ja einen neuen Papa.“ Ich blinzelte ihr verschwörerisch zu.
Meine Schwester lachte. Etwas zu laut und etwas zu unrealistisch, wie mir augenblicklich auffiel. Unsicher fuhr sie sich durch das braune Haar. „Weißt du...Männer...Ich meine...Männer sind nicht alles oder?“ Sie räusperte sich verlegen. „Bisher hab ich es auch ohne geschafft.“
Ich schwieg einen Moment, sah meine Schwester an und versuchte sie, genau wie es unsere Mutter immer tat, zu analysieren. Irgendetwas stimmte nicht, und das roch ich Meilenweit gegen den Wind. „Es gibt jemanden!“, platze es erstaunt aus mir heraus.
Überrascht riss Molly ihren Kopf hoch und sah mich an. Ungläubig. „Woher weißt du dass?“

„Ich sehe es in deinen Augen.“, erwiderte ich kichernd. Und stürzte mich mit Heißhunger auf das Essen, was ich bestellt hatte. „Und ich bin deine Drillingsschwester, Molly. Erzähl doch mal!“
Molly errötete im Kerzenschein. Es schien ihr sichtlich unangenehm zu sein, was für sie ganz untypisch war. „Ach, ich weiß nicht. Es ist noch nichts Festes. Du kennst das doch.“
„Nein.“, erwiderte ich lachend. „Lance und ich sind schon so ewig zusammen, dass ich mich kaum daran erinnern kann, wie es ist wenn es noch nicht sicher ist.“ Kopfschüttelnd fuhr ich mir kurz durch das Haar. „Wie heißt er? Wie sieht er aus? Wohnt er hier?“
„Nein.“, erwiderte Molly vage und lachte, als sie mein verdutzest Gesicht bemerkte. „Er wohnt nicht hier, Ava. Aber bitte lass uns über etwas anderes reden. Sobald ich mehr weiß, gebe ich dir Bescheid.“ Sie lächelte mich so bittend an, dass ich schließlich zustimmte.
„Freut Arek sich auf Sim-Afrika?“, fragte ich also, um das Thema zu wechseln. Morgen würde meine Schwester zu Dave und Iris und Ricky fliegen, um bei den Hochzeitsvorbereitungen zu helfen, während wir, dass hieß Mum, Dad, Kosmo, Aaron, Lou, Elliot und ich in zwei Wochen nachfliegen würden.
Molly nickte überschwänglich. „Total! Ich muss ihn jetzt ständig die Safari-Bücher vorlesen, die Dave uns geschickt hat. Und über deinen Löwen hat er sich auch riesig gefreut.“
„Ich werde meinen Spatz vermissen.“; murmelte ich betrübt.

„Ach, in zwei Wochen hast du ihn wieder.“, lachte Molly und warf mir einen tröstenden Blick zu.
Sie konnte leicht reden. Sie hatte ihren Sohn jeden Tag um sich, aber so oft konnte ich meinen Lieblingsneffen nicht sehen. „Aber die Kinder wachsen doch in diesem Alter so schnell.“, erklärte ich ihr quengelnd. „Was ist wenn ich ihn gar nicht mehr erkenne? Wenn er riesig ist.“
Molly lachte belustigt über meinen unmenschlichen Ängste. „Du wirst ihn sicher erkennen, Ava. Ansonsten mach ich ihm ein Namensschild auf die Brust, wenn ihr kommt, ja?“ Für einen Moment schwieg sie, dann sie sie mich besorgt an. „Und du bist sicher, dass du Lance nicht mitbringen willst?“
„Ja.“, erwiderte ich und nickte eilig. „Na klar, er gehört praktisch schon zur Familie. Aber ich muss doch Dave nicht unbedingt meinen Freund vor die Nase setzen, oder?“ Ich kam mir als ein guter Mensch vor, als dich so rücksichtsvoll war. Denn es fiel mir schwer Lance eine ganze Woche nicht zu sehen, zu Mal wir uns hier jeden Tag mindestens einmal sahen.
Molly hüstelte leicht. „Aber...ich meine...Ich hab dir doch erzählt, dass Dave auch eine Bekanntschaft hat, oder nicht?“, fragte sie unsicher. „Vielleicht bringt er sie mit.“
„Dann ist dass so.“, erwiderte ich überzeugt und schob meinen geleerten Teller ein Stück von mir weg. „Ich werde das schon gut aushalten, Molly. Warum machst dir so Sorgen?“
„Ach nur so.“; tat Molly eilig ab, aber als ich sie weiterhin zweifelnd ansah, seufzte sie. „Ich will einfach dass Ricky und Iris eine wunderschöne Hochzeit haben, ohne dramatische Zwischenfälle, verstehst du? Dass wäre den beiden gegenüber nicht allzu fair.“
„Sehe ich genau so. Und genau deswegen lasse ich Lance zu Hause und werde mich wie eine erwachsene Frau benehmen.“ Ich nickte mir selber zu. „Dave war einmal mein bester Freund. Ich werde mit ihm auskommen, egal wer jetzt die Frau an seiner Seite ist.“ Mein Handy begann zu klingeln, und ich fummelte so lange in meiner Tasche herum, bis ich es schließlich hatte. „Ja?“, meldete ich mich wie gewohnt. „Aaron? Was ist denn...Was?“ Ich machte Molly ein Zeichen, dass sie das Geld auf den Tisch legen sollte. „Oh, Gott! Und geht es den beiden gut?...Natürlich, wir machen uns gleich auf den Weg, sind in fünf Minuten da.“ Ich legte auf und zog meine Schwester eilig am Arm hoch. „Kosmo hat vorhin Wehen bekommen. Claudia ist auf der Welt.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Mo Jun 11, 2012 2:15 pm

Dalia-Roses P.O.V

„Liebling!“ Eilig lief ich auf meinen Ehemann zu, drehte mich einmal um mich selber und stellte mich dann in eine bezaubernde Pose. „Na, wie gefalle ich dir?“
„Du siehst bezaubernd aus.“, erwiderte er lachend. Sein Blick fuhr an meinem Körper herunter und blieben schließlich an meiner Hose hängen. „Wow, die ist ja braun. Und nicht weiß und blau.“
Spaßig schlug ich ihn auf die Schulter, bevor ich selber noch einmal an mir herunter sah, und mein Safari Outfit überprüfte. „Ich habe es gesehen und es sofort kaufen müssen. Ich freu mich ja so.“ Ich küsste ihn überschwänglich auf den Mund. „Dass wird so toll.“
Er lachte auch, aber er klang nicht so überschwänglich wie ich, und als ich in seine treuen blauen Augen sah, erkannte ich da etwas, dass nach Besorgnis aussah.
„Was ist denn los?“, fragte ich verblüfft. Dass ich für ihn auch etwas gekauft hatte, geriet in Vergessenheit. „Stimmt etwas nicht mit den Tickets?“
„Doch! Damit ist alles okay.“, erwiderte er, und zog eine Grimasse. „Ich...ich denke nur dass wir mit Ava reden sollten, bevor wir nach Sim-Afrika fliegen. Findest du nicht?“

Ich öffnete den Mund, um zu seiner Antwort anzusetzen, schwieg dann jedoch. Eigentlich hatte er Recht, aber ich konnte es nicht über mich bringen.
„Sie wird es sowieso erfahren.“, teilte er mir mit, als hätte er meine Gedanken gelesen. „Wäre es da nicht besser, wenn wir es ihr hier, in Sunset Valley sagen? Dann könnte sie selber entscheiden ob sie nicht vielleicht doch hier bleiben möchte.“, erklärte er mir sanft.
Ich runzelte nachdenklich die Stirn. „Eigentlich sollten wir uns daraus halten, so wie Molly und Dave uns gebeten hatten.“, gab ich vorsichtig zu bedenken. „Und außerdem ist Ava über Dave hinweg!“
„Ist sie nicht.“; erwiderte Chris überzeugt. „Du weißt dass, ich weiß das. Wir alle wissen es.“
Seufzend ließ ich meine Schultern hängen. „Dass wird Iris und Ricky die gesamte Hochzeit verderben.“, klagte ich, als sei Chris der Schuldige dafür. „Erst können Aaron und Kosmo nicht mit, wegen Claudia und dann soll auch noch Ava nicht mitkommen? Wie stellst du dir das vor?“
„Aber vielleicht kommt sie ja doch mit. Wenn sie...“, versuchte Chris mich zu beruhigen, aber ich unterbrach ihn mit meinen Zweifeln unsanft.
„Ava wird nicht mitkommen. Und sie wird nie wieder ein Wort mit Molly reden.“

„Dass weiß ich.“ Chris biss sich nachdenklich auf die Unterlippe. Ich wusste wie sehr er an seinen Kindern hing, und da Ava wie Einzige war, die noch zu Hause wohnte, hatte er irgendwie ein besonderes Verhältnis zu ihr. „Aber ich kann Ava nicht so in ihr Unglück fahren lassen.“
„Und ich kann mein Versprechen gegenüber Molly und Dave nicht brechen.“; erwiderte ich zerrissen, denn auch ich litt. Tränen traten mir in die Augen. „Ich bin in einer Zwickmühle, genau wie du, Chris. Aber wir müssen uns daraus halten. Schließlich bist du doch immer derjenige, der sagt, dass die Kinder ihr eigenes Leben leben, oder nicht?“
Mein Mann nickte bedacht. „Ja. Du hast Recht.“ Er zuckte die Schultern, mit einer verbissenen Miene. „Aber ihr werdet euer großes Wunder erleben. Die Hochzeit wird eine Farce werden, Dalia. Entweder für alle, weil Ava irgendetwas unüberlegtes tut, oder für Ava, weil sie sich zusammenreißen muss, obwohl sie innerlich verbrennt.“
Ich spürte seinen anklagenden Blick und hasste mich im selben Moment für meine Entscheidung. Aber meine Kinder mussten dass unter sich klären. Ich durfte mich da nicht einmischen.
Ich würde dann hinter her einfach die Scherben aufsammeln.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Di Jun 12, 2012 4:36 pm

„Danke.“, murmelte ich, reichte meinem Taxifahrer das Geld und stieg aus. Den Koffer, den ich die gesamte Zeit neben mir gehabt hatte, hievte ich heraus und stellte ich kurz auf den Gehweg, um die Autotür zuzuschlagen. Wie froh war ich, dass es kein besonders redseliger Taxifahrer gewesen war. Mir war nicht da nach auch nur ein Wort heraus zu bringen.
Seit dem ich in Sim-Afrika ins Auto gestiegen war, hatte ich kaum ein Wort gesprochen. Es war als hätte mir jemand die Kehle fest zugeschnürt und jeder Versuch etwas zu sagen, schmerzte sehr.
Fast stolperte ich über das bodenlange Kleid, dass ich immer noch am Leib trug. Ich hatte es für die Hochzeit auf einem sim-afrikanischen Markt gekauft, aber jetzt war es einfach nur wertlos. Unvorsichtig raffte ich den Saum zusammen, um die Stufen zu meinem zu Hause zu erklimmen. Es war wertlos, denn ich würde es nie wieder tragen. Kleider beinhalteten Erinnerungen und an diesen Tag, wollte ich mich nie wieder in meinem ganzen Leben erinnern.
Tief atmete ich durch, als ich die Haustür hinter mir geschlossen hatte und nun, in Ruhe umgeben, in meinem großen Flur stand. Alles war so, wie wir es verlassen hatten, aber irgendwie sah ich es nun mit ganz anderen Augen. Ich war wütend. Wütend und enttäuscht von allen.
Der Koffer flog unsanft in die nächste Ecke, und quittierte das mit einem Knall, bevor ich mich seufzend auf dem gemütlichen Sofa niederließ. Ich legte meinen Kopf in meine Hände, er schmerzte unglaublich, seit dem langen Flug. Alles tat mir weh.

So genau wusste ich nicht, was ich jetzt tun wollte. Nur in einer Sache war ich mir zu hundert Prozent sicher: Ich würde dieses Haus für immer verlassen, noch bevor meine Eltern zurückkommen würden. Mit diesen Verrätern unter einem Dach zu wohnen, war unvorstellbar für mich.
„Wie konntet ihr mir dass antun?“, fragte ich leise in die Stille, und war dabei nicht ganz sicher, ob ich meine Eltern, oder Molly und Dave meinte. Oder vielleicht beide.
Ich wusste nur, dass es höllisch weh tat, und ich nicht wusste ob ich irgendjemand aus dieser Familie jemals wiedersehen wollte oder konnte. Noch nie wurde ich so gedemütigt.
Molly und Dave. Und niemand hatte es für richtig befunden, es mir zu sagen? Niemand?
Ich stand da, wie vom Donner gerührt, als ich die beiden in der Küche erwischte. Und die Tränen, die Molly vergoss, während sie versuchte zu erklären, berührten mich keineswegs. Alles was ich sah, waren die Türkisen Augen von Dave, die mich fast herausfordernd ansahen.
Und dann war ich einfach gegangen. Ich hatte meinen Koffer gepackt, meine Dokumente genommen und war noch vor der Trauung abgehauen. Vorbei an Iris, die in ihrem Hochzeitskleid entgegen kam, und vorbei an meinem Vater, der mir noch folgte.
Hätte er es bloß nicht getan. Hätte er nicht zugegeben, dass er alles gewusst hatte!

Ich rutschte so weit auf dem Sofa zur Seite, dass ich mich wie ein Fötus darauf zusammen rollen konnte. Ich spürte mein eigenes Herz fast schmerzhaft gegen meinen Brustkorb schlagen.
Hör auf! Dachte ich bei mir leidend. Hör doch einfach auf zu schlagen.
Nicht dass ich sterben wollte, nein. Aber ich wollte bloß aufhören zu existieren. Nicht mehr denken, nichts mehr sehen und schon gar nichts mehr hören. Vor allem wollte ich nichts mehr von Molly und Dave hören. Jeden Anruf, der seit meinem Verschwinden von ihr eingegangen war, hatte ich ignoriert und dass würde auch so bleiben. Sie war gestrichen!
Wie konnte sie ihrer eigenen Drillingsschwester das antun? Sie wusste doch dass ich...
Im selben Moment spürte ich, dass ich nicht ganz im Recht war. Ich hatte Dave verlassen, ihn freigegeben. Aber davon wollte ich gerade nichts wissen. Nicht jetzt, nicht morgen.
Ich musste wohl eingeschlafen sein, wenn auch nur für Sekunden, aber ich erwachte, als jemand laut gegen meine Haustür klopfte. Durch die Fenster konnte ich Lance ausmachen.

Langsam erhob ich mich von meinem Platz, versuchte mein Kleid einigermaßen zu ordnen, dass nach dem spontanen Schläfchen völlig zerknittert war.
Ich öffnete die Tür einen Spalt, aber nicht so weit, dass Lance hätte eintreten können. „Was machst du hier?“, fragte ich verschlafen. Es musste vier Uhr in der Früh sein.
„Deine Mutter hat mich angerufen.“, erklärte er mir mit seiner sanften Stimme. Die Hand gegen die Tür gestemmt sah er mich bittend an. „Lass mich rein, wir müssen reden.“
Dass mussten wir, da hatte er Recht. Ich hatte alte Gefühle für Dave erkannt, und Lance spielte dabei eine entscheidende Rolle. Er war mein gegenwärtiger Freund. Und er plante eine Zukunft. Ich trat also nickend einen Schritt zur Seite, und ließ ihn eintreten.
„Wie geht es dir?“, fragte Lance, ohne auch nur im geringsten anklagend zu klingen.
Ich zuckte die Achseln, versuchte nicht in seine Augen zu sehen. Ich klagte mich selber an. „Ich weiß es nicht. Ich...ich kann mich nicht wirklich ausdrücken, Lance...es tut mir Leid.“
„Dir muss noch gar nichts leid tun, Ava, wenn du nichts Unüberlegtes tust.“ Er ergriff für einen kurzen Moment meine Hände, ließ aber sofort los, als er meine Anspannung bemerkte. „Ich liebe dich. Und ich kenne dich. Ich weiß, wie du dich fühlst, aber ich kann dir nur sagen...“
„Du kennst mich nicht.“, unterbrach ich ihn unsanft, aber im nächsten Moment tat es mir leid. Vorsichtig schlug ich einen sanfteren Ton an. „Ich bin nicht die Ava, die du denkst zu kennen. Ich bin...egoistisch und selbstsüchtig und verletzte alle Menschen in meiner Umgebung. Besonders, wenn sie mich so lieben wie du. Du hast was besseres verdient.“
Lance sah mich flehentlich an. „Ich will aber keine andere, als dich! Wann verstehst du dass?“ Seine Hände zogen mich überzeugt in seine Arme. „Ich liebe dich, Ava-Mercy.“

Ich schloss die Augen, als ich seinen Armen lag. Ich roch seinen Geruch, der mir in den letzten Wochen so unglaublich vertraut gewesen war. Er war derjenige, der immer für mich da war, seit ich Dave weggeschickt hatte. Ich spürte das Feuer in mir, wenn ich an unsere Nächte dachte. Was war nur los mit mir? Warum konnte ich nicht einfach so überzeugt sein, wie Lance?
„Du weißt, dass ich dir alle Zeit der Welt lasse.“, erklärte er mir flüsternd. „Aber ich will mir sicher sein. Ich will dass du dir sicher bist. Dass war nur ein Rückschlag.“
Ich nickte, schon fast überzeugt. Lance war der Richtige, dass hatte ich vor einem Jahr entschieden, und dass entschied ich jetzt auch wieder. Lance war der Richtige...
Er löste sich von mir und sah mir tief in die Augen. „Was denkst du, Liebling?“
„Ich denke, dass ich du Recht hast.“, erwiderte ich tonlos. „Ich glaube, ich war einfach...überwältigt. Dave ist mein Ex-Freund. Er war meine erste große Liebe und jetzt gehört er zu Molly, dass war einfach...merkwürdig.“ Ich versuchte zu lächeln. „Ich liebe dich auch.“ Ich ließ seine Hände los und drehte mich um. „Ich packe meine Sachen, okay? Ich möchte heute bei dir schlafen, wenn das okay ist? Ich halte es hier nicht aus.“

Lance, nickte, hielt mich aber dann doch zurück. In seinen Augen glänzte es, als er vor mir auf die Knie fiel und eine schwarze Schatulle aus seiner Pullovertasche nahm. „Ava, bevor du jetzt entscheidest bei mir zu wohnen, muss ich dich um eine richtige Entscheidung bitten. Ganz oder gar nicht, denn ich will dich. Ich will dich aber nur, wenn du meine Frau wirst. Ich möchte mit Sicherheit sagen, dass diese Frau mein Leben lang an meiner Seite sein wird. Also: Willst du, Ava-Mercy Mojica, meine große Liebe, meine Frau werden?“
In meinem Gesicht musste der Schock zu lesen sein. Ich war überfordert, denn mit so etwas, hatte ich niemals gerechnet. Erst Molly und Dave, und dann auch Lance, ich fühlte mich urplötzlich emotionslos. Es war, als wäre kein Platz mehr in meinem Herzen gewesen, und stattdessen hat sich jegliche Emotion einfach in Luft aufgelöst. Und dann dachte ich an Molly und Dave, knutschend in der Küche. Ich musste daran denken, wie sie mit Arek eine Familie bilden würden, und Wut stieg in mir auf. Dass erste, was ich fühlte war bloße Wut.
„Ja.“, erwiderte ich schließlich, die Lippen anschließend fest aufeinander gepresst.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Di Jun 12, 2012 5:06 pm

Noch innerhalb von zwei Tagen hatte ich meine gesamten persönlichen Sachen in mein neues zu Hause gebracht. Lance war aus seiner WG, die er sich mit Freunden geteilt hatte, ausgezogen und hatte mich innerhalb von vierundzwanzig Stunden mit einem Haus überrascht. Direkt am Stadtkern von Sunset Valley war merkwürdigerweise bezahlbar, aber dafür nicht allzu schön. Mit drei Stöcken, wobei nur zwei bewohnbar waren, bot es zwar sehr viel Platz, fühlte sich in meinen Augen aber schrecklich ungemütlich an. Und leider fehlte uns das Geld, um es herzurichten.
„Was gibt’s heute zu Essen?“ Lance gab mir seinen sanften Kuss auf die Wange, bevor er sich seufzend an der Theke unserer großen Küche niederließ. „Ich hab einen Bärenhunger!“
„Makkaroni mit Käsesauce.“, erwiderte ich abwesend. Meine Gedanken schwirrten ganz woanders herum, und es fiel mir schon schwer genug mich aufs Kochen zu konzentrieren.
Lance schien meine Nachdenklichkeit zu bemerken. „Ist was, Ava?“, fragte er besorgt.
Ich schüttelte eilig den Kopf und warf ihm über die Schulter einen kurzen Blick zu. „Nein, nein alles in Ordnung. War nur etwas anstrengend im Labor. Ich bin halt müde.“

„Dann hättest du etwas zu Essen bestellen sollen.“, klagte Lance mich an. Er konnte es nicht leiden, wenn ich mehr tat, als mir lieb war. „Du musst nicht jeden Tag kochen, Ava.“
„Doch.“, erwiderte ich lachend und rührte erneut in dem dampfenden Topf herum. „Eine warme Mahlzeit am Tag ist wichtig, und ich weiß ja, dass du auf der Wache nichts Gescheites bekommst.“ Ich warf ihm einen Luftkuss zu. „Außerdem koch ich sehr gerne für dich, Lance.“
„Deswegen liebe ich dich.“, erklärte er mir, bevor er unseren Kalender zur Hand nahm, wo alle wichtigen Termine eingetragen waren. Ich hörte ihn leise Schmunzeln. „Du lügst mich an, Ava.“, erklärte er mich belustigt. „Du bist nicht müde, sondern du denkst nach!“
Ich zog eine Grimasse, und war froh, dass er sie nicht sehen konnte. Er hatte ja Recht. Meine Eltern waren heute, nach einem zweiwöchigen Aufenthalt in Sim-Afrika wiedergekehrt und es graute mir vor einem Wiedersehen. Ich hatte mich unmöglich benommen und ich schämte mich.
„Wann willst du sie treffen?“, fragte mein Verlobter, als sei es eine Nebensache. Er stand auf, und ging zum Schrank, um zwei Schüsseln heraus zu holen, ließ mich aber nicht aus den Augen.

Ich schwieg bedrückt. Am liebsten würde ich sie gar nicht treffen.
„Du weißt, dass du sie treffen musst.“, erinnerte er mich sanft, als hätte er meine Gedanken gelesen. „Sie sind deine Eltern, Ava und ihr müsst das klären.“
„Nein, dass muss ich nicht.“, erwiderte ich eigensinnig. „Ich kann einfach noch nicht, Lance. Ich hab die Hochzeit meines Bruders zerstört und bin einfach abgehauen. Sie sind sicher enttäuscht.“
„Nein, sie sind deine Eltern und die liebsten Menschen der ganzen Welt.“ Lance füllte die beiden Schüsseln. „Sie lieben dich und sie machen sich sicher Vorwürfe, wegen dem ganzen Kram.“
Ich nickte, und folgte ihm zurück zur Theke, um mich dort nieder zu lassen. Abwesend löffelte ich die dickflüssige Soße in meiner Schüssel. „Vielleicht werde ich sie morgen anrufen.“ Ich sah Lance nach Zustimmung heischend an. „Ich entschuldige mich einfach bei ihnen.“
Lance nickte. „Ja, genau. So einfach ist das.“ Er küsste mich sanft auf die Stirn.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Mi Jun 13, 2012 5:39 am

Nach dem Essen schnappten wir uns ein bisschen Popcorn und ließen uns auf der alten Couch nieder, die Lance mitgebracht hatte. Gemütlich war sie nicht, aber sie musste reichen.
Lance legte wohlig seufzend den Arm um meine Schulter und zog mich zu sich heran. „Genau dass habe ich erwartet, als ich mit dir zusammen gezogen bin.“, murmelte er.
Ich küsste ihn kurz auf seine Hauptschlagader, weiter nach oben kam ich leider nicht heran. „Ich auch.“ Diesmal seufzte ich, aber nicht wohlig. Fast betrübt sah ich mich um. „Aber ich hab mir das Ganze nicht in solch einer Wohnung vorgestellt.“
Lance lachte, folgte meinem Blick und nickte. „Ja, ich weiß was du meinst. Dieses Haus ist noch nicht gerade ein Prachtstück.“ Er vergrub seine Nase in meinem Haar. „Aber ich wollte ein Haus mit meiner Verlobten. Ein eigenes, und deswegen musste es dieses Haus hier sein.“

Ich fand es süß, dass er sich so darum gekümmert hatte, aber es musste etwas geändert werden. Nur leider fehlten die Finanziellen Mittel. „Wenn wir bloß am Ende des Monats etwas übrig hätten, um das ganze Haus etwas aufzupeppen.“
Lance zuckte die Achseln. Er wusste genau so über unsere Mittel Bescheid, wie ich. „Ich bewerbe mich schon auf die nächste Stufe in der Wache, vielleicht schaff ich es ja.“ Grinsend küsste er mich auf den Schmollmund. „Aber wir können ja schon mal ein bisschen anfangen, hm? Ich hab mit dem Vermieter geredet und der hat mir verraten, dass unter der Tapete Naturstein ist. Also...ich finde Naturstein sieht tausendmal schöner aus, als diese verblichene Tapete.“
Überrascht löste ich mich ein Stück von ihm, um ihn anzusehen. „Dass ist gar keine schlechte Idee.“ Tatkräftig sah ich mich um und hatte schon eine genaue Vorstellung. „Wir fangen gleich morgen nach der Arbeit an! Oder besser vor der Arbeit.“

Lance lachte über meinen Übermut, schüttelte dann jedoch den Kopf. „Nach der Arbeit sollst du dich mit deiner Mutter treffen, Ava.“ Er warf mir einen strengen Blick zu. „Darum führt nichts mehr herum, Fräulein. Wenn du magst können wir gleich mit dem Abreißen der Tapete anfangen.“
„Oh ja!“ Ich küsste ihn so stürmisch, wie ich konnte, bevor ich aufsprang. „Na los, Lance.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Mi Jun 13, 2012 6:10 am

Unsicher spazierte ich die leichte Anhebung zu meinem alten Elternhaus hinauf. Von weiten schon, konnte ich die ganzen Spielsachen erkennen, mit denen ich als Kind gespielt hatte. Meine kleine Pflanze, die ich kurz vor meinem Auszug gepflanzt hatte, gedieh schön. Meine Mutter musste sich wohl um sie kümmern. Dass passte zu ihr.
„Ava?“ Jemand war hinter mich getreten, und als ich mich erschrocken umdrehte, erkannte ich meinen Vater.
Nervosität stieg in mir auf. Ich konnte es nicht einschätzen, ob er böse war oder erfreut. Seine Miene war so teilnahmslos. „Hey, Dad.“, begrüßte ich ihn leise. „Wie geht es dir?“
„Mir geht es gut.“; erwiderte er, und ein freundliches Lächeln bildete sich auf seinen Lippen. Er betrachtete mich kurz. „Irgendwie hast du dich verändert, weißt du das?“
Ich lachte. „Dass kann doch gar nicht sein. Wir haben uns doch nur drei Wochen nicht gesehen.“
Das Lächeln meines Vaters verschwand und an dessen Stelle trat ein besorgter Ausdruck. „Einschneidende Ereignisse können Menschen erwachsen werden lassen, weißt du?“

Ich nickte, denn ich wusste was er meinte. Ja, Dave und Molly hatten mich verletzt, aber ich hatte weitergemacht. Jetzt hatte ich ein eigenes, geordnetes Leben.
„Es tut mir schrecklich Leid, dass ich dir nichts gesagt haben. Dass wir dir nichts gesagt haben.“ Er seufzte, strich mir sanft über den Arm, als entschuldigende Geste. „Aber deine Mutter und ich haben beschlossen, dass wir uns daraus halten sollten. Molly und Dave haben uns ebenfalls darum gebeten, und...vielleicht verstehst du mich? Ihr müsst euer Leben leben.“
„Dass weiß ich jetzt, Daddy.“, erwiderte ich nachdrücklich. „Es war nur so ein Schock für mich, da ist irgendetwas in mir durchgebrannt, weißt du? Es tut mir wirklich leid, dass ich die Hochzeit ruiniert habe. Ich hab Iris und Ricky auch sofort einen Brief geschrieben und mich entschuldigt.“
Mein Vater nickte nachsichtig. „Ich weiß, Liebling. Sie haben dich verstanden, waren halt nur traurig darüber, dass du an ihrem großen Tag nicht dabei sein konntest. Aber sie sind nicht böse.“ Er hob nachdenklich eine Augenbraue. „Molly macht sich Sorgen. Sie fühlt sich schrecklich.“
Ich wusste dass, die tausenden Briefe und Mails die sie mir schickte bewiesen es, aber dass änderte nichts an der Tatsache. „Ich kann mich damit abfinden, dass die beiden zusammen gefunden haben, Dad, aber ich kann nicht damit leben, dass sie mich fast ein ganzes Jahr angelogen hat.“ Ich sah meinem Vater fest in die Augen. „Ich möchte nichts mehr mit ihr zu tun haben, und dass sollte sie langsam wissen. Ich habe es ihr oft genug gesagt.“

„Ich verstehe dich, aber sie ist deine Schwester.“, erinnerte er mich mit seiner typischen väterlichen Sorge. „Und kluge Menschen verzeihen, Ava. Du bist doch klug.“
„Ja.“, erwiderte ich überzeugt. „Aber ich kann jetzt einfach nicht, dass muss sie verstehen.“ Mein Blick fiel auf meinen Verlobungsring, der in der Dunkelheit gut erkennbar war. „Außerdem möchte ich jetzt erst einmal mein eigenes Leben in Bahnen bringen, bevor ich mich mit ihrem beschäftige. Ich und Lance haben uns nämlich verlobt.“ Vorsichtig blinzelte ich meinen Vater an.
Sein Ausdruck war erstaunt. „Ihr habt euch verlobt?“, fragte er leicht ungläubig. „Meinst du, dass das die richtige Entscheidung ist, Ava, Liebling? Du bist doch wegen Dave...“
Ich unterbrach seine Bedenken unsanft: „Ich bin über Dave hinweg! Wie gesagt, dass war einfach nur ein Schock, verstehst du? Das hat nichts mit meinem Gefühlen für Lance zu tun. Ich liebe ihn und ich will eine Zukunft mit ihn. Kannst du dass nicht einfach verstehen?“
„Dass tue ich.“, gab er zurück. „Ich bin nicht überzeugt, Ava, aber ich halte Lance für einen guten Typen. Heirate ihn und sei glücklich.“ Er küsste mich sanft auf die Stirn.
„Danke, Dad.“ Ich wechselte erleichtert das Thema. „Ist Mum denn gar nicht zu Hause?“
Mein Vater schüttelte den Kopf. „Sie ist heute Abend bei Kosmo und passt auf Claudia auf, weil Aaron einen Auftritt auf dem Festland hat. Soll ich ihr etwas ausrichten, Kleine?“
„Ja.“ Ich nickte. „Sag ihr, dass ich sie lieb hab und dass ich sie und natürlich auch dich, herzlich einlade morgen zu Lance und mir zum Essen zu kommen. Okay?“
Mein Vater stimmte lächelnd zu, und umarmte mich sanft. „Na gut, dann mach's gut Kleine.“
„Mach's gut Dad.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Mi Jun 13, 2012 3:27 pm

„Lance?“ Ich stieg die Stufen zum Wohnbereich hinauf, in der Hoffnung meinen Verlobten am Herd zu sehen. Mein Magen knurrte unruhig. „Hallo? Ist jemand zu Hause?“
„Ja.“, ertönte es, entgegen meines Wunsches, vom Esszimmertisch, wo er saß und ein paar Akten studierte. „Ich bin hier, Liebling.“ Er sah nur kurz auf. „Wie wars?“
„Gut.“, erwiderte ich ebenso kurzgefasst wie er. Ich fuhr mir durch die spitzen meines blauen Haares und sah mich um. Da wo gestern noch gelbliche Tapete unsere Wohnung verschändet hatte, glänzte nun schöner Naturstein und verlieh dem ganzen etwas modernes. „Wow, du hast die ganze erste Etage von den Tapeten befreit?“, fragte ich überrascht und ging gleich hin, um die Steine zu berühren. Die raue Oberfläche war kalt.
Lance folgte mir mit seinen Augen und nickte. „Bis auf das Schlafzimmer und den anderen Raum, neben dem Schlafzimmer. Ich wusste nicht genau was du damit machen willst.“
„Dass weiß ich auch noch nicht.“, erwiderte ich grinsend. Als ich mich umdrehte viel mein Blick auf die Akten in seiner Hand. „Arbeitest du noch?“, fragte ich erstaunt.

Wieder nickte Lance. „Wenn ich die Beförderung will muss ich mich anstrengen.“ Entschuldigend sah er mich an. „Tut mir übrigens Leid, dass ich nichts gekocht habe, aber ich war so vertieft in die Fälle hier, ich habs einfach total vergessen.“
„Macht nichts.“, log ich gutmütig, schlenderte zu seinem Stuhl und legte ihm meine Arme um seinen Hals. „Ich ruf gleich beim Bistro an und bestelle uns etwas Schönes, ja?“
„Klingt gut.“, murmelte er, schon wieder halb vertieft in seine Akten.
Ich quittierte das mit einem Lächeln, löste mich wieder von ihm und sah mich um. „Super dass du das heute schon gemacht hast. Morgen wollen meine Eltern zum Essen kommen.“
Lance blickte von den Dokumenten auf und sah mich an. „Du hast dich also vertragen?“
„Ja, und nein.“, erwiderte ich, den Kopf hin und her wiegend. „Mit meinem Dad hab ich mich ausgesprochen, aber meine Mum war nicht da. Aber Dad meinte, dass sie mich versteht und nicht böse ist.“ Lächelnd hielt ich ihm die Hand mit den Ring hin. „Außerdem weißt du doch, dass Mum bei Hochzeiten eh nicht Nein sagen kann. Mir graut es schon vor den ganzen Magazinen.“

Erst als ich mich umdrehte, bemerkte ich Lances Blick, der fest auf mir lag. Er schien über etwas nachzudenken. „Du bist dir also zu hundert Prozent sicher, dass du mich heiraten willst?“
Überrascht erwiderte ich diesen Blick. „Natürlich.“, war meine klare Antwort. „Warum fragst du?“
„Nur so.“, Er erhob sich von meinem Platz und zog mich in seine Arme. „Ich wollte es nur noch einmal von dir hören. Ava-Mercy, die schönste Frau von Sunset Valley wird meine Ehefrau.“
Ich lachte über seine Übertreibung. „Hör auf so einen Quatsch zu reden und lass uns schlafen gehen. Der Tag morgen wird schrecklich anstrengend.“ Ich küsste ihn leidenschaftlich auf den Mund. „Vielleicht bekommen wir ja ein neues Bett von meinen Eltern, denn das alte quietscht so.“
„Tut es das?“, fragte Lance gespielt überrascht. „Dass musst du mir aber zeigen.“ Unter großem Gekicher nahm er mich hoch und trug mich ins Schlafzimmer.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Do Jun 14, 2012 2:51 pm

Als es klingelte, eilte ich schnell nach unten, begleitet von Lance belustigten Lachen. Erst kurz vor der großen Glastür, die die Außenwelt von unserer Wohnung trennte, hielt ich an und sah hinaus. Da stand meine Mutter, einen nachdenklichen Blick auf unser Haus gerichtet.
„Hey, Mum.“, begrüßte ich sie leise, nachdem ich die Tür geöffnet hatte.
Meine Mutter wandte fast erschrocken den Blick von dem Gebäude ab, und sah mich an. Mütterlichkeit bildete sich in ihren alten und von Falten umringten Augen, die meinen so ähnlich waren. „Ava!“, rief sie erfreut aus, die Arme weit ausgebreitet. „Oh Gott, Kindchen, hab ich dich vermisst!“
Erleichtert ließ ich mich in die Arme schließen. Das wohlige Gefühl eine Mutter in seiner Nähe zu haben durchflutete mich und ließ mich den Verrat augenblicklich vergessen.
Meine Mutter seufzte, nachdem sie sich von mir getrennt hatte, und betrachtete mich eingehend. „Es kommt mir vor, als hätte ich dich ein ganzes Jahr nicht gesehen.“ Ein Küsschen auf die Wange folgte. „Es tut mir so unendlich Leid, was passiert ist.“

„Mir auch.“, gestand ich beschämt. „Ich wollte die Hochzeit nicht ruinieren.“
„Dass weiß ich.“, antwortete meine Mutter lächelnd und strich mir eine blaue Strähne aus dem Gesicht. Fast mitleidig sah sie mich an. „Ich kann dich wirklich verstehen, Schätzchen.“
Ich deutete auf mein zu Hause, um das Thema zu wechseln. Schon zu oft hatte ich darüber nachgedacht und jetzt wollte ich es einfach nur vergessen. „Lass uns reingehen. Ich will dir das Haus zeigen und Lance freut sich auch schon riesig auf dich.“ Ich schnappte mir ihre Hand und zog sie hinter mir her hinauf in den Wohnbereich, der gründlich von mir aufgeräumt worden war.
Während meine Mutter sich kurz umsah, viel mir auf, dass mein Vater fehlte. „Wo ist Dad?“
„Er lässt sich entschuldigen, Schätzchen. Es geht im nicht so gut.“ Für einen Moment schaute meine Mutter bekümmert und besorgt aus, aber dann verschwand es wieder, als wollte sie es nicht wirklich offen zeigen. „Aber mach dir bitte keine Sorgen. Es ist nichts Schlimmes.“
Gutmütig glaubte ich ihr, machte eine ausladende Bewegung und fragte: „Und? Gefällt es dir?“
Meine Mutter nickte langsam, während sie sich noch umsah. „Es ist wirklich sehr schön. Und sehr groß. Ganz anders als zu Hause, aber es gefällt mir!“ Stolz sah sie mich an. „Jetzt ist auch mein letztes Kind aus dem Nest geflogen. Du stehst auf eigenen Beinen.“

„Und ich helfe ihr!“, warf Lance lächelnd ein, der die gesamte Zeit still an der Theke gelehnt hatte.
Erfreut unterdrückte meine Mutter einen Freudenschrei und viel meinem Verlobten um den Hals. „Lance! Dich habe ich auch vermisst! Wie geht es dir? Gut siehst du aus!“
„Danke.“, er erwiderte die Umarmung meiner Mutter lächelnd. „Mir geht es wirklich gut, nachdem deine Tochter zugestimmt hat, meine Frau zu werden.“ Er warf mir einen kurzen Blick zu.
Ich schüttelte den Kopf, meinen Verlobten bloß belächelnd. Manchmal konnte er so übertreiben! Während die beiden sich in ein fröhliches Gespräch vertieften, machte ich mich daran ein Mittagessen herzurichten, schließlich war meine Mutter nur deswegen gekommen.
„Aber eigentlich hast du die Reihenfolge überhaupt nicht eingehalten.“, rief meine Mutter mit einem Mal missbilligend aus, den Zeigefinger drohend erhoben. „Erst einmal fragt man die Eltern, mein Lieber Schwiegersohn in spe und dann kann man das Mädchen fragen.“
Lance lachte schallend. „Obwohl das ja schon ein wenig altmodisch ist, werde ich dass natürlich augenblicklich nachholen, Frau Schwiegermama in spe!“ Er faltete seine Hände bittend zusammen, als wollte er beten. „Darf ich, ein einfacher Landsmann, ohne besonders viel Geld, ihre wunderhübsche Tochter zur Frau nehmen? Ich werde mein Bestes tun um sie glücklich zu machen, dass verspreche ich hiermit hoch und heilig.“

Einen Moment dachte meine Mutter gespielt hin und her gerissen nach. „Unter einer Bedingung.“, erklärte sie ihm zwinkernd. „Ich darf euch bei den Vorbereitungen helfen!“
Abwehrend hob Lance die Hände und deutete dann auf mich. „Dass musst du mit deiner Tochter besprechen, Dalia. Da muss ich mich leider heraushalten, sonst tötet sie mich.“
Über die Schulter hinweg warf ihm einen wütenden Blick zu, und drehte mich schließlich zu meiner Mutter um. Ich wusste ja, dass es ihr sehnlichster Wunsch war, also konnte ich ihn überhaupt nicht abschlagen. „Meinetwegen, aber die Gästeliste werde ich alleine herstellen, okay?“
„Dann sag ich: Herzlich Willkommen, Schwiegersohn.“ Sie breitete ihre Arme aus, und küsste Lance mütterlich auf beide Wangen, als er die Umarmung erwiderte. „Ich freu mich!“
„Und ich mich erst.“ Ich spürte wie Lance seine Hände sanft um meine Taille legte. „Schließlich heiratete ich wohl die beste und schönste und schlauste Frau der ganzen Welt!“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Fr Jun 15, 2012 12:20 pm

„Ich muss mich leider auf den Weg machen, meine Damen.“, verabschiedete sich mein Verlobter, kaum das die Gelee-Sandwichs fertig waren. Meinen enttäuschten Gesichtsausdruck quittierte er mit einem zärtlichen Kuss. „Tut mir Leid, Liebling, aber die Arbeit ruft. Du möchtest doch so bald wie möglich ein gemütliches Heim haben, oder?“, fragte er Augen zwinkernd.
Ich nickte, hin und her gerissen zwischen dem Wunsch, dass er hier blieb und mit uns aß und meinem Pflichtbewusstsein, was nun einmal eine höhere Priorität hatte.
Doch noch bevor ich etwas sagen konnte, schob meine Mutter ihn eilig zur Treppe. „Gar kein Problem, Lance!“, rief sie dabei freudig aus. „Ava und ich haben sowieso einiges zu besprechen. Und du verdienst jetzt erst einmal das Geld für eine große Hochzeit, hm?“
Das Letzte was ich von Lance sah, war ein besorgter Blick in meine Richtung, dann war er weg.
„So.“ Mit einem Teller ließ meine Mutter sich neben mir nieder und warf mir einen ihrer gespannten Blicke zu. Ihre auffallenden Augen leuchteten noch um einiges heller und stachen einem so sofort ins Augen. Augenblicklich fragte ich, ob ich auch so aussah, wenn ich über meine eigene Hochzeit sprach. „Weißt du schon wie du dir die Hochzeit vorstellst?“, fragte sie.
Den Kopf hin und her wiegend antwortete ich: „Ich hab mir gedacht, dass wir das Ganze im kleinen Kreis feiern, weißt du? Lance und ich haben momentan nicht all zu viel Geld...“

„Ach, was!“, unterbrach sie mich lachend. Voller Tatendrang fuchtelte sie mit ihren Händen in der Luft herum. „Dein Vater und ich haben so unglaublich viel Geld auf dem Konto, das wir gar nicht brauchen, darüber musst du dir also keine Sorgen machen.“ Aus ihrer Handtasche, die unbeachtet auf dem Boden gelegen hatte, nahm sie ein paar Fotos, die eine Art Kapelle zeigten. „Dass habe ich im Internet gefunden, Liebes. Die neue Hochzeitskapelle, die oben am Wasserfall erbaut worden ist. Super schön, findest du nicht? Wenn ich damals die Chance für so eine Kapelle gehabt hätte.“ Ihre Augen verdrehten sich genussvoll, als sie sich das vorzustellen schien.
In mir zog sich alles zusammen und mein Magen schmerzte ein wenig. Ich war einfach nicht der Typ, der auf so etwas abfuhr. Ich wollte nur meine Familie und engste Freunde bei mir haben, und dann hätte das alles auch auf unserem Balkon stattfinden können. Eilig versuchte ich das Thema zu wechseln, um mir etwas Zeit für eine fruchtende Ausrede zu verschaffen: „Wie war deine Hochzeit eigentlich, Mum? Du hast noch nie davon erzählt.“
Meine Mutter seufzte schwärmerisch, lehnte den Kopf nach hinten und lächelte abwesend in die Luft. „Ach, dass war ein wunderschöner Tag, Ava. Obwohl da schon deine Schwester unterwegs war und ich von Übelkeit geplagt wurde.“ Sie lachte leise. „Ich hatte ein schlichtes Hochzeitskleid in weiß an und dein Vater einen hellblauen Anzug. Und er hat gestrahlt, in Mitten von Blumen und Kerzen. Sonnenblumen, daran erinnere ich mich am besten. Warum auch immer.“
Ich belächelte meine Mutter, und musste fast ein wenig kichern, als ich mir meinen alten Vater in einem peppigen blauen Anzug vorstellte.

„Was lachst du denn?“, fragte meine Mutter überrascht. Der abwesende Blick war urplötzlich verschwunden, und stattdessen schien sie wieder auf das eigentliche Thema zu kommen. „Hochzeiten sind ein wichtiger Schritt in einem Leben. Man heiratet nur einmal.“
„Die meisten zumindest.“, erwiderte ich lachend. Vorsichtig wandte ich den Blick ab. „Wie wäre es denn, wenn wir es genau wie bei dir machen, Mum? Wir könnten hier im Garten ein paar Blumen in den Garten bringen, ein paar Sachen aufbauen und selber kochen. Ich finde dass das viel besser ist also seine aufgedunsene Party mit tausenden von Gästen.“
Die Stimmung meiner Mutter schwankte in Sekundenschnelle, als sie meinen Vorschlag hörte. „Aber...ich hatte mir für dich so ein großes Fest gewünscht. Schon deine Geschwister haben ihren Willen durchgesetzt und...“ Sie ließ den Kopf hängen und zuckte mit den Schulter. „Aber es ist ja auch deine Sache. Aber hätte ich damals die Wahl gehabt, ich hätte mich anders entschieden.“
Meine Mutter so traurig zu sehen tat mir weh, und ich fasste mir ein Herz. „Vielleicht kann ich mir die Kapelle ja mal ansehen.“, schlug ich freundlich vor.
Meine Mutter lächelte und klatschte erfreut in die Hände. „Sehr schön, ich mach gleich nächste Woche einen Termin und dann sehen wir uns das Ganze mal genauer an, okay?“
Ich nickte einverstanden und hoffte damit dem schwersten Teil aus dem Weg gegangen zu sein, aber dass war er noch lange nicht.
„Und das Kleid, dass suchen wir gleich morgen nach deiner Arbeit aus, Liebes.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Fr Jun 15, 2012 12:35 pm

Und natürlich hatte meine Mutter ihren Plan schon am nächsten Tag in die Tat umgesetzt. Kaum waren wir aus der Fähre gestiegen, schleppte sie mich in fünf verschiedene Brautläden und suchte schließlich das, ihrer Meinung nach, perfekte Kleid aus. Ich stimmte bloß zu.
„Tschüss, Mum.“, verabschiedete ich meine Mutter schließlich, das pompöse Kleid immer noch am Leib. Meine Mutter hatte es unbedingt noch einmal an mir sehen wollen.
Nachdem ich die Treppen wieder hinauf geschlendert war, so gut wie es mit diesem Kleid eben ging, stellte ich mich erneut noch mal prüfend vor den Spiegel, den wir provisorisch im Wohnbereich aufgebaut hatten.
Das Kleid war wundervoll, wirklich. Weiß, mit vielen kleinen Edelsteinen und Trägern aus klitzeklein Diamanten. Mit viel Tüll im Beinbereich, war das Kleid unglaublich schwer.
Ich seufzte, fuhr über den steifen Stoff und versuchte mich an meinen Anblick zu gewöhnen. Das war nicht ich. Niemals. Aber meiner Mutter zu Liebe würde ich dieses Kleid eben tragen. Einen Tag, was machte das schon? Und es war ja auch nicht hässlich, ganz im Gegenteil.
„Und dieses Kleid passt ja auch perfekt zu der riesigen Kapelle, Ava.“, ahmte ich meine Mutter nach, während ich mich vor dem Spiegel drehte und wendete. „Ja, Mum. Dass ist wohl so.“

Ich hörte unten die Haustür, und erwartete schon das Lance ist. Eilig raffte ich den Tüll zusammen, während ich nach unten rief: „Nicht hochkommen, Lance. Ich hab mein Hochzeitskleid an, und es bringt doch Unglück, wenn du mich vor der Hochzeit so siehst.“
„Ich wusste gar nicht dass du so abergläubisch bist.“, erwiderte eine weibliche Stimme belustigt und im nächsten Moment erschien meine Freundin und Arbeitskollegin Roberta am Fuß der Treppe. Grinsend sah sie zu mir hinauf. „Wow. Und ich hatte niemals geahnt, dass du mal so ein Kleid kaufen würdest, meine liebe Ava. Aber du siehst fabelhaft aus.“
„Ich sehe aus wie eine Witzfigur aus den Disney Filmen.“, erwiderte ich und schnitt eine Grimasse.
Roberta lachte laut heraus, kam die Stufen zu mir hoch und bedachte mich mit einem ihrer nachdenklichen Blicke. „Wohl eher eine Prinzessin aus dem Disney Filmen.“, korrigierte sie mich fachmännisch.
Ich zuckte gleichgültig mit den Schultern. „Witzfigur, Prinzessin, ist doch alles das Gleiche.“
„Wenn du dir dass alles nicht so vorgestellt hast, dann ändere es.“, bot meine Freundin mir die einfachste Lösung auf, die Hände zu einer offensichtlichen Geste. „Ist doch deine Hochzeit.“
Ich seufzte, schüttelte meinen Kopf und fuhr mir durch das blaue Haar. „Nicht ganz. Ich teile sie mir mit meiner Mutter.“ Und in dem Moment, in dem ich es aussprach, kam es mir ebenso belustigend vor, wie Roberta, so dass wir beide in ein lautes Gekicher verfielen.

Nach Luft japsend murmelte Roberta schließlich: „Du teilst dir also die Hochzeit mit deiner Mutter? Findet die Lance etwa genau so schnuckelig wie ich? Ich kann ihn auch heiraten, wenn du magst.“
Ich kicherte noch einmal, bevor ich mich schließlich beruhigt hatte und eine Antwort geben konnte. „Ach, nein, dass ist es nicht. Es geht mehr um den...sentimentalen Wert.“
„Und der ist wichtig für deine Mutter oder für dich?“, fragte Roberta ironisch.
Ich neigte den Kopf zur Seite und sah sie durch den Spiegel hindurch an. „Roberta! Es ist eben nicht so einfach. Ich mach mir nichts aus heiraten, meine Mutter aber schon. Also mach ich es doch einfach so wie, wie sie es will. Und hässlich sehe ich nicht aus, oder?“
„Absolut nicht!“, wehrte sie eilig ab, hob aber anschließend die Augenbraue. „Aber ich weiß nicht ob es so richtig ist, dass du Lance heiratest, wenn du dir nichts draus machst.“
„Ich liebe Lance. Und Lance möchte mich heiraten.“
„Und ich will eine riesige Torte, die niemals leer wird.“; scherzte Roberta nun und ließ sich auf einen der Stühle nieder. „Man kann nicht alles haben, was man möchte, Schätzchen.“
Ich trat zum Kühlschrank und nahm einen Teller mit Pfannkuchen heraus, denn ich unachtsam vor sie hinstellte. „Aber diesen Wunsch kann ich den beiden doch erfüllen. Also!“
„Also!“, wiederholte Roberta Achsel zuckend. „Dann ist das Problem natürlich gelöst.“
Ich hörte den ironischen Unterton klar heraus, entschied mich aber einfach in zu ignorieren. Es war ganz alleine meine Entscheidung wen ich heiratete und ob ich heiratete und wie ich heiratete!

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Fr Jun 15, 2012 1:31 pm

Zwei Tage später, als ich gerade die ganzen Stoffmuster und Blumenmuster von unserem neuen Esstisch geräumt hatte, hörte ich wie es klingelte. Überrascht warf ich einen Blick auf die Uhr, die an der Wand hing und leise vor sich hin tickte. Lance hatte gesagt, dass er heute spät kommen würde, die Kollegen wollten noch zusammen mit ihm in eine Kneipe.
Ich erwartete also niemanden und hatte erleichtert meine Mutter vor gut einer Stunde hinausgeworfen, nachdem sie mich fast vier Stunden mit den ganzen Sachen gequält hatte.
Neugierig spazierte ich also nach unten und warf einen Blick durch die Glastür, hinter der meine große Schwester LouAnn stand. Sie hob die Hand, als sie mich erblickte.
„Hey, Lou.“, begrüßte ich sie überrascht, nachdem ich die Tür geöffnet hatte.
Meine Schwester und ich hatten uns nie besonders Nahe gestanden. Sie war immer die große Schwester gewesen, die schon ihr eigenes Leben lebte. Fern von uns.
„Tut mir Leid, dass ich dich so spät noch störe, aber ich wollte dir noch gratulieren.“ Sie lächelte unbeholfen. „Das macht man doch, wenn jemand heiratet, oder nicht?“
Ich nickte lächelnd. „Danke, dass ist lieb.“ Unsicher deutete ich hinter mir in das Haus. „Möchtest du vielleicht hoch kommen? Ich hab viel zu viel Salat zum Abendessen gemacht, und Lance ist mit ein paar Kollegen aufs Festland gefahren. Hast du Hunger?“

„Gerne.“, erwiderte Lou lächelnd und folgte mir in den Wohnbereich. Dabei redete sie munter weiter. „Ich kenne das mit den Männern. Elliot ist auch häufig noch unterwegs, nachdem er seine Arbeit beendet hat. Aber dass ist okay, ich muss schließlich auch oft extra Training einlegen.“
„Und dass funktioniert bei euch?“, hakte ich interessiert nach, während ich zwei Teller mit frischem Salat füllte. „Fühlt sich keiner von euch vernachlässigt?“
Lou schüttelte den Kopf und setzte sich auf einen der Stühle. Dankend nahm sie ihren Teller entgegen. „Verständnis ist das Zauberwort einer funktionierten Ehe.“, verriet sie mir Augen zwinkernd. „Elliot versteht es, dass ich meine Zeit bei der Arbeit brauche und ich verstehe, dass er seine Zeit auf der Arbeit braucht. Und wenn wir uns beide gegenseitig brauchen, dann finden wir die Zeit um zusammen zu sein.“ Ihre Hand glitt hinunter zu ihrem Bauch. „Besonders jetzt.“
„Bist du etwa schwanger, Lou?“, fragte ich erstaunt, die Augen weit aufgerissen.
Glücklich nickte Lou und sah genau so aus, wie Kosmos damals, als sie es uns verkündete. Dass musste wohl die altbekannte Mutterliebe sein, von der ich noch nichts spürte.
„Wir wissen es seit ein paar Wochen.“, erzählte sie stolz. Ein wenig, wenn man darauf achtete, konnte man eine Wölbung unter dem weiten Shirt sehen.

Ich schluckte den Salat in meinen Mund herunter. „Ich freu mich wirklich für dich! Weiß Mum es schon?“ Kaum konnte ich mir vorstellen, dass meine Enkelkinder süchtige Mutter es nicht wusste.
Lou lachte schallend, als hätte sie meine Gedanken gelesen. „Elliot und ich haben es Mum und Dad und seinen Eltern als aller Erstes und zusammen gesagt, damit sich niemand vernachlässigt fühlt.“
Nickend wandte ich den Blick einen Moment von meiner großen Schwester ab.
„Ich hab ehrlich gesagt nie Kinder gewollt.“, platze es plötzlich aus ihr heraus. Als ich sie ansah, hatte sie den Blick abwesend auf einen unbestimmten Punkt vor sich gelegt. „Mein Sport war immer das Wichtigste für mich, und langsam bin ich auch auf dem aufsteigenden Ast. Eigentlich passt so eine Schwangerschaft da überhaupt nicht rein. Aber das ist mir plötzlich egal.“ Sie strahlte mich mit ihren blauen Augen glücklich an. „Auf einmal ist mir alles egal.“
Lächelnd sah ich sie an. Wollte sie mir damit etwas sagen? Sollte ich das auf mein eigenes Leben anwenden? Vielleicht meinte sie meine Hochzeit?
Kopf schüttelnd riss ich mich aus meinen eigenen Gedanken und deutete auf das Sofa, nachdem ich bemerkt hatte, dass wir aufgegessen hatten. „Wollen wir vielleicht noch etwas fernsehen?“

„Sehr gerne.“ LouAnn sprang auf und ließ sich auf eines der roten Sofas nieder. „Elliot kann auch mal einen Abend ohne mich auskommen. Du und ich machen so wenig.“
Zustimmend ließ ich mich neben ihr fallen und schaltete den TV auf einen Sender ein, wo ein romantischer Liebesfilm lief. Eine Weile waren wir in diesem Film vertieft, bis ich schließlich zögerlich murmelte: „Glaubst du ich tue das Richtige?“
Meine Schwester wandte den Blick vom Bildschirm und sah mich an. „Wie meinst du dass?“
„Die große Hochzeit, dass alles. Ich wollte das nie.“, erklärte ich ehrlicherweise. Das erste Mal sprach ich meine inneren Gedanken aus. „Heiraten ist nicht mein Ding, weißt du?“
Lachend warf Lou ihren Kopf in den Nacken, als hätte ich einen Witz gemacht. „Dass denkt man immer kurz vor der Hochzeit, Schwesterherz.“, erwiderte sie verschwörerisch. „Und selbst wenn es niemals dein Ding war, es wird sich lohnen, weißt du? Es wird sich wirklich lohnen.“
Ich erinnerte mich an die Hochzeit von Elliot und ihr, und ich erinnerte mich an ihren glücklichen Gesichtsausdruck, als sie die Ringe mit Elliot tauschte. Würde ich auch mal so aussehen?
„Wenn du dir nicht sicher bist, Ava, dann versuche nichts zu erzwingen.“ Besorgt betrachtete sie mein nachdenkliches Gesicht, als las sie meine offensichtlichen Zweifel.
„Ich bin mir sicher.“, hörte ich mich murmeln. „Dass war nur der übliche Zweifel. Die kalten Füße.“ Ich lachte gespielt und deutete dann mit den Kopf wieder zum Fernseher. „Lass uns einfach weiter gucken. Ich brauch mal eine Ablenkung von den ganzen Hochzeitskram.“

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am Sa Jun 16, 2012 11:58 am

Zweifelnd betrachtete ich mein Outfit. „Wie hast du es noch einmal geschafft mich in dieses...Ding zu stecken?“, fragte ich Kosmo, die grinsend ihr Werk betrachtete.
Ein letztes Mal zupfte sie an meinem - in Anführungsstrichen - Hut herum, bevor sie zufrieden war. „Ganz einfach. Ich hab dir keine Alternative gestellt.“
Meine Mutter kicherte, selber in einen schicken schwarzen Hosenanzug gekleidet. „Ich finde du siehst bezaubernd aus, Ava. Eigentlich kannst du auch so heiraten.“
Ich warf ihr einen ungläubigen Blick zu, bevor ich das Glas mit Nektar in ihrer Hand registrierte. Augen rollend wandte ich mich ab und bedachte erneut Kosmo mit einem zweifelnden Blick. „Ich hab ja wirklich nichts gegen einen Junggesellinnen-Abschied, Kosmo, aber muss ich mich wirklich so...verkleiden?“ Ich strich über den dünnen Stoff meines Kleides, dass mehr an einen hautengen Schlauch erinnerte. „Ich hätte auch einfach eins meiner Kleider...“
„Die sind aber langweilig.“, erwiderte Kosmo kichernd. Meinen verärgerten Ausdruck bemerkte sie gar nicht. Stattdessen hüpfte sie zu der Musikanlage, die auf der Theke stand und schaltete sie an. „Ich verspreche dir, dass ich die Fotos nur für dich machen werde und sie ansonsten niemand sehen wird, okay?“, versprach sie mir noch, bevor sie die Musik so aufgedreht wurde, dass ich fürchtete die Lampen würden gleich von der Decke fallen.
Meine Mutter begann ihre alten Hüften taktvoll zur Musik zu bewegen, während sie die Melodie leise mit summte. Den Text kannte sie nicht, schließlich war es etwas neues aus den Charts.
Wieder sah ich sie ungläubig an. „Seit wann kannst du so tanzen, Mama?“

„Ich war ein ganz hübscher Flitzer früher, Töchterchen.“, erklärte sie mir empört, die Hände in die Hüften gestemmt. Sie lachte, als sie mein entgeistertes Gesicht sah. „Ich hab getanzt, die ganzen Nächte durch, und erst als ich hier angekommen war, bin ich so langweilig geworden.“
Kosmo lachte lauthals, bevor sie sich meine Hände schnappte und mich ein wenig zur Seite zog. „Ich hab Dalia extra eingeladen, damit sie mal wieder etwas Spaß hat! Verderbe es nicht!“
Dankbar drückte ich ihr einen Kuss auf die Wange. „Dass ist lieb, Kosmo. Wirklich.“ Augenbrauen hebend warf ich dann jedoch ein Blick auf ihr Outfit. „Und du? Wolltest du auch Spaß haben?“
„Hey, was soll dass denn heißen? Ich finde ich sehe total heiß aus!“ Sie vollführte eine Bewegung die mich eher an eine Stripperin erinnerte, als an eine Mutter eines kleinen Mädchens. Sie schien zu merken, dass ich nicht überzeugt war, denn sie rollte wieder mit ihren Augen. „Lass mich einen Abend mal nicht die Mutter und Ehefrau sein, die den ganzen Tag arbeitet. Sondern einfach jung!“
Achselzuckend nickte ich schließlich. „Tu was du nicht lassen kannst, Kosmo.“
Gerade als ich das Sofa ansteuern wollte, schnappte sie sich meine Arme und begann mich fröhlich herum zu wirbeln. Ganz im Gegensatz zu meiner Mutter, war sie überhaupt nicht im Takt. „Lass uns jetzt Tanzen, als würde es kein Morgen geben. Du bist nur einmal unverheiratet.“
Nur dass es für mich kein wirklicher Abschied ist, dachte ich bei mir, erinnerte mich aber im nächsten Moment daran, dass auch Lance heute seinen 'Abschied' feierte, also sollte ich es auch tun. Dass war nur Gerecht! Also zappelte ich genau so wie die anderen beiden fröhlich zur Musik.

Im nächsten Moment zischten die Korken und der Nektar floss mir um die Ohren, wie ich es noch nie erlebt hatte. Auch dass ich dann vollkommen durchnässt war spürte ich kaum.
Mitten als die kleine Party schließlich voll im Gange war, und ich endlich los lassen konnte, klingelte es unten an der Tür. Kosmo und Roberta warfen sich Blicke zu und kicherten verschwörerisch.
Ich registrierte es zuerst gar nicht, nahm noch einen Schluck von dem herrlichen Nektar und machte mich daran meine Hüften genau so stilvoll wie die meiner Mutter kreisen zu lassen.
Erst als Kosmo aufschrie, vor Entzückung, öffnete ich die Augen und legte mein Interesse auf die Person, die gerade die Treppe hinauf gestürmt war. Ein Polizist.
Erschrocken eilte ich zur Musik und drehte sich eilig herunter. Zu so viel war mein Nektar durchflutetes Hirn noch im Stande.„Es tut mir unglaublich Leid, Officer. Die Musik ist sicher etwas zu laut, dass ändern wir sofort.“ Hilfe suchend warf ich meiner Mutter einen Blick. „Es ist nur mein Junggesellinnen-Abschied und deswegen...Es tut mir leid!“
Kosmo und Roberta lachten lauthals, obwohl ich es überhaupt nicht komisch fand.

„Ich glaube ich muss sie festnehmen.“, murmelte er Polizist, ein cooles Lächeln auf den Lippen und da keimte der Verdacht in mir auf, dass es sich hierbei mit Sicherheit nicht um einen richtigen Polizist handeln konnte. Das, was ich sich dort plötzlich von seinem Hemd trennte war ein leibhaftiger Stripper! Als Polizist verkleidet. Ich erstarrte erschrocken, so dass mir kaum auffiel, dass Roberta die Musik inzwischen wieder laut aufgedreht hatte.
Zu dem Beat des extrem schnellen Liedes bewegte der junge athletische Mann, der kaum älter als ich sein konnte, seinen ganzen Körper, warf mir und den anderen Mädels dabei Blicke zu, die ich schon öfters im Fernsehen gesehen hatte, aber niemals an mir. Ich war leicht überfordert.
Ganz im Gegensatz zu meiner Schwägerin, die sich kein bisschen wehrte, als der junge Stripper ihre Hand ergriff und sie damit dazu brachte ihn zu berühren. Ein entzückter Schrei, wie von Teenagern, wenn sie auf dem Konzert ihres Idols waren durchbrach die Musik und endete im haltlosen Gekicher von Roberta, Kosmo und meiner Mutter. Meiner eigenen Mutter!
Kosmo wieherte nun vor lachen, während sie einen eigenartigen Tanz mit dem Polizisten aufführte, der Ähnlichkeit mit einer Arobic Stunde hatte. Sie schienen sichtlich Spaß dabei zu haben.
„Na los, Braut in spe.“, forderte Roberta mich schließlich lachend auf. „Schwinge deine knochigen Hüften Fräulein, sonst macht dass alles hier doch gar keinen Sinn.“
Und ich tat was sie wollte, denn der Nektar brach erneut über mich herein. Leben und genießen.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

Beitrag  Finplay8 am So Jun 17, 2012 8:02 am

Als ich am nächsten Morgen wie gerädert aus dem Schlafzimmer tapste, hörte ich, wie jemand in der Küche rumorte. Als erstes erwartete ich Roberta, die auf Grund ihrer Verfassung bei mir übernachtet hatte, als ich aber um die Ecke bog und unsere Küche erblicken konnte, erkannte ich Lance, im gleichen Aufzug wie gestern.
„Was machst du da?“, fragte ich schläfrig und registrierte mit einem Kichern, wie er ordentlich zusammen zuckte. Ich hatte ihn wohl erschreckt. „Tut mir Leid.“, murmelte ich, immer noch schmunzelnd und küsste ihn sanft auf die unrasierte Wange.
Lance warf mir ein kurzes Lächeln zu. „Hast du mich erschrocken. Wieso bist du schon wach?“
„Wieso bist du hier?“, stellte ich die Gegenfrage und deutete dann auf die Eier, die er in er Hand hatte. „Machst du etwa Pfannkuchen?“
„Mh.“, machte Lance und schlug die Eier vorsichtig in einer Schale auf, bevor er zu meiner zweiten Frage kam. „Wir sind doch etwas eher nach Hause gekommen, als geplant. Stört es dich?“

„Nein, nein.“; erwiderte ich lachend, während ich mir meine Hände in der Spüle wusch. „Ich war nur etwas überrascht.“ Erneut küsste ich ihn zärtlich auf die Wange. „Und so lange du mir Frühstück machst ist sowieso alles gut, Liebling.“
Er warf mir einen gespielt wütenden Blick zu, bevor er damit fortfuhr Frühstück vorzubereiten.
Ich lehnte mich gegen die Theke und warf einen Blick auf das verschlafene Sunset Valley, dass sich direkt vor meinen Augen auftat. Wie spät war es? 9 Uhr vielleicht?
„Denkst du über die Hochzeit nach?“, fragte Lance. Sein Blick war besorgt.
„Ja.“, antwortete ich gedehnt, da es war nur die halbe Wahrheit war. „Es wird alles so...pompöse, ich glaub ich schaff das nicht.“ Unsicherheit stieg in mir auf, oder Übelkeit, ich wusste es nicht genau. „Ich bin nicht für so etwas gemacht, Lance!“
Lance ließ den Teig einen Moment in Ruhe und ergriff meine Hände. „Doch. Weil du nämlich die wunderhübscheste Braut der ganzen Welt sein wirst, Ava. Mach dir keine Sorgen wegen dem ganzen Drumherum. Dass überstehen wir beide schon zusammen.“

Zuversichtlich nickend wandte ich mich von ihm ab. „Ich geh vor dem Frühstück duschen.“, erklärte ich ihm wage. Ich brauchte ein wenig Zeit für mich alleine.
An mir vorbei tänzelte im nächsten Moment Roberta. Völlig durcheinander, und bloß in einer knappen Hot Pan und und einem BH. Sie gähnte laut. „Wow, war das ein Abend, Mäuschen.“ Als sie Lance am Herd erblickte grinste sie verführerisch. „Und dein Herr fast Ehemann, macht Frühstück, ich muss noch träumen. Ein bisschen weniger hätte er sich schon anziehen können.“
Während Lance etwas erschrocken über ihre Aussage sich daran machte die Pfannkuchen zu braten, musste ich kichernd. Roberta war unverbesserlich.
Sie stellte sich grinsend hinter Lance und rief Sachen wie: „Na los du heißen Hühnchen, Mama hat Hunger.“ Oder etwa: „Jetzt musst du mir erst einmal zeigen, was du als Mann drauf hast.“
Ich verabschiedete mich weiterhin kichernd in die Dusche.

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Re: Bluegacy - Heute mach ich blau!

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