Gone with the wind - Die O’Hara-Legacy [ab Gen 2]

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Kapitel 2.8

Beitrag  Doggie am Do Jan 19, 2012 7:01 pm

Kapitel 2.8 – No Change On One Side

Ich kann sagen, ich war erfolgreich an diesem Abend. Thorntons Bemühungen in unserem Schulwesen fanden Anklang bei Miss Knautschgesicht und die Tatsache, dass sie mich mochte, machte sie schließlich zu einem wichtigen Parteimitglied.

Bevor ich Su davon erzählen konnte, war sie schon auf den Weg nach Ägypten. Sie blieb nicht lange und ich brannte darauf, ihr von dem Abend zu erzählen. Fast vergaß ich allerdings davon zu berichten, als sie mir ihre Geschichte erzählte. Von den weitaus spannenderen Gruften in Al Simhara und von Mumien – ja, Mumien.



Wirklich geglaubt hab ich es ihr nicht. Sowas gibt es nicht, oder?

Da war mir Luc, das kleine Minikrokodil lieber. Der kleine Kerl fand ein neues zu Hause in unserer Küche.



***

In den nächsten Wochen half Su mir bei der Organisation meiner ersten Spendenparty. Ich wollte es persönlich gestalten, nahbar, nicht in allzu formeller Kleidung, sondern leger in unserem kleinen netten Haus.

Neben meinen Kollegen waren noch einige andere Parteianhänger eingeladen. Es ging um die Förderung von Austauschprojekten an unserer Schule. Ich nehme an, dass Su deswegen selber gerne bei der Organisation mithalf.

Zu meiner Überraschung hatte sie anscheinend auch an der Gästeliste gefeilt. Gerade servierte ich den Nektar, als ich Davy erblickte.



Ich muss zugeben, ich war überfordert. Warum hatte sie ihn eingeladen. Unsicher nickte ich ihm höflich zu und kümmerte mich weiter um meine Gäste. Dabei versuchte ich mein Möglichstes, um ihm aus dem Weg zu gehen.

Die Spendenkasse füllte sich großzügig. Allmählich machten sich die ersten Gäste auf dem Heimweg, als ich mich Davy alleine gegenübersah.

„Hi Ellen.“ Er lächelte mich freundlich an.


Zuletzt von Doggie am Fr Jan 27, 2012 1:20 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Doggie
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Kapitel 2.8

Beitrag  Doggie am Do Jan 19, 2012 7:03 pm

„Tut mir leid, dass ich so frei heraus frage, aber was machst du hier? Ich dachte nicht, dass du noch Kontakt zu mir wünschst. Ist es wegen der Partei?“



Er lachte leise.

„Nein, ich bin schon wegen dir hier. Bin auch grad nicht so flüssig, also verzeih mir, wenn ich nicht allzu viel in die Spendenkasse werfe.“

Ich schwieg, was sollte ich auch sagen? Er räusperte sich.

„Ahm, weißt du Ellen, du warst diejenige, die den Kontakt abgebrochen hat. Ich hab nie gesagt, dass ich gar nichts mehr mit dir zu tun haben will. Wie kommst du darauf?“



Ich fühlte mich behandelt, wie ein kleines Kind und wurde sauer.

„Erzähl mir nicht, dass du nie gecheckt hast, was damals wirklich hinter unserer Beziehung stand. Solltest du nicht also sauer sein?“

„Klar, ich war enttäuscht. Aber ich bin darüber hinweg. Ich möchte gerne, dass wir Kontakt halten.“

„Warum?“



Er blickte kurz nach unten.

„Weißt du, ich war tatsächlich richtiggehend wütend, dass es nur um Katharina gegangen war. Wir hatten einen so schönen Abschlussball und ich bin mir sehr sicher, dass es dir auch gefallen hat. Ich kenne dich ganz gut, Ellen, auch wenn du immer glaubst, du versteckst dich hinter einer Maske. Manchmal war es nicht so und ich halte unsere Beziehung noch heute für etwas Besonderes.“

Er seufzte und ich bemerkte, wie mein Herz pochte.

„Eben weil ich dich kenne, weiß ich, dass ich mir keine Hoffnungen machen darf. Aber während der Zeit, in der wir nicht sprachen, wurde mir klar, dass ich lieber eine freundschaftliche Beziehung mit dir habe, als keine.

Das ändert aber nichts an meinen Gefühlen zu dir.



Ich liebe dich immer noch, Ellinor.“

***


Zuletzt von Doggie am Fr Jan 27, 2012 1:22 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Kapitel 2.8

Beitrag  Doggie am Do Jan 19, 2012 7:05 pm

Die Nacht danach saß ich mit Su noch sehr spät auf Sus Bett. Ich war überrascht gewesen, dass Davy mir so offen seine Gefühle gestand. Nicht, dass es nicht seiner Art entsprach, aber es kam so unerwartet in dieser Situation. Einer Freundschaft hatte ich zugestimmt, wenn auch mit sehr benebeltem Kopf.

Es war ganz gut, dass wir noch so lange wach blieben, denn plötzlich vernahmen wir Geräusche aus dem Erdgeschoss.



Ein Einbrecher!

Gott sei Dank, die Spendenkasse hatte ich direkt nach der Party zur Bank gebracht.

Der Alarm ging nicht los und Su rief sofort die Polizei an, während ich die Zimmertüre abschloss.



Ob der Kerl auf die Kasse spekuliert hatte? Die Party war schließlich kein Geheimnis gewesen.

Die Polizei kam schlussendlich zu spät. Su regte sich ganz schön auf, da wir doch extra eine Alarmanlage für solche Fälle hatten, die aber offensichtlich nicht richtig an die Balkontüre angeschlossen worden war. Der Polizist war allerdings auch nicht der höflichste und Su wollte sich am nächsten Tag auf der Wache beschweren



Vielleicht sollte ich Thornton ein neues Thema für die Kampagne vorschlagen.
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Kapitel 2.9

Beitrag  Doggie am Sa Jan 28, 2012 12:26 pm

Kapitel 2.9 – Up

„Die Kampagne zur Bürgermeisterkandidatur ist die wichtigste bisher. Ich brauche mehr als 100 % von euch, um sie zum Erfolg zu führen. Ein Scheitern können wir uns nicht erlauben, nun wo Landgraabs Amtszeit endgültig vorbei ist. Ich kann auf keinen Fall gegen den Kandidaten dieser Schwätzer-Partei verlieren!“



Thorntons Nominierung zur Kandidatur unseres nächsten Bürgermeisters war eigentlich schon vorher zu erwarten gewesen. Ich war allerdings der Meinung, dass sein Gegner nicht wirklich ernst zu nehmen war. Hätte Landgraab nicht bereits den neuen Gouverneur-Posten sicher, hätten wir uns mehr Sorgen machen müssen.

Thorntons Beliebtheitsumfragen waren in der letzten Zeit gestiegen, die Menschen in Sunset und Umgebung mochten ihn.

Dennoch war es natürlich seine Aufgabe unsere Motivation zu puschen und die beste Leistung von uns abzufragen.



Ich würde alles geben, denn jetzt war meine Chance da. Normalerweise war es Christopher, der an dieser Stelle saß und gemeinsam mit Ethan die Gespräche mit Thornton führte. Seit der Sache mit Ms. Knautschgesicht hatte ich Thorntons volle Aufmerksamkeit sicher.

Jetzt musste ich mich nur gut anstellen.



***

Nur weil Thornton mich öfters in seine Nähe wollte, bedeutete das noch lange nicht, dass ich auch in der Hierarchie gestiegen war. Tamara und ich teilten uns weiterhin die administrativen Aufgaben und oft brachte ich noch heute Unterlagen ins Archiv.

Wo Ethan mich eines Tages abfing.



Er fuhr sich gestresst durchs Haar.
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Kapitel 2.9

Beitrag  Doggie am Sa Jan 28, 2012 12:27 pm

„Thornton ist Feuer und Flamme. Ich habe ihn selten so ehrgeizig erlebt.“

Ich lächelte ihn freundlich an.

„Bürgermeister zu werden, ist eben etwas Besonderes.“

Er nickte langsam und sah mir dabei tief in die Augen.

„Seit wir zusammen arbeiten, Ellen, hast du mich verzaubert. Du bist eine wundervolle Frau und ich kann nicht leugnen, dass ich etwas mehr für dich empfinde, als ich sollte.“

Nun war es soweit. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht, dass Ethans Selbstbeherrschung und Ehrgefühl gegenüber seiner Frau am Ende doch noch im Weg standen.

Verlegen drehte ich mich von ihm Weg.

„Du solltest das nicht sagen, Ethan.“

Ich sprach leise und mit einem Ton, der genau das Gegenteil ausdrückte. Ethan trat hinter mich und ich spürte wie er seine Hand auf meine Hüfte legte.



Sanft berührte ich seine Hand und ließ es zu, dass er mich zu sich umdrehte.

„Schlägt dein Herz für mich?“

Intensiv sah er mir dabei in die Augen und mir blieb tatsächlich für einen Moment die Luft weg. Ich nickte und er ergriff meine beiden Hände.



Verlangen lag nun in seinen Augen und ich versuchte eben so viel Verlangen in meinen Blick zu legen. Es fiel mir nicht sehr schwer.

Im nächsten Moment spürte ich, wie mich Ethan nach hinten drängte und mich sein kräftiger Griff an meinen Oberschenkeln auf den Tisch hob.

***
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Kapitel 2.9

Beitrag  Doggie am Sa Jan 28, 2012 12:28 pm

Die Affäre mit Ethan wurde sehr intensiv. Während wir gemeinsam alle Termine für die Kampagne planten und mit Thornton durch die Gemeinden reisten, genossen wir viele Stunden zu zweit. Das erste Mal im Archiv war nicht unser letztes Mal und Ethan fand noch viele interessante Plätze für uns.

Ethan war von dieser Affäre so benebelt, dass ich viele Gelegenheiten hatte mich im Team zu beweisen. Ich gab Thorntons Reden eine besondere Note, die ihn bei den Wählern noch beliebter machte.



Ich hatte oft die Termine besser im Blick als Ethan und übernahm hin und wieder seine Aufgaben. Offiziell blieb natürlich er unser Wahlkampfleiter und vielleicht war das der Grund, warum ihm alles nicht aufzufallen schien.

Wenn ich diese Situation bis zur Wahl durchsetzen konnte, hatte ich gute Chancen von Thornton einen guten Posten zugeteilt zu bekommen.

Wenn nicht sogar den Stellvertreterposten, den Ethan seit Jahren anstrebte.
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Kapitel 2.10

Beitrag  Doggie am So Jan 29, 2012 12:11 pm

Kapitel 2.10 – Not This Man

In der langen Zeit, in der ich nun schon Ethans Geliebte war, war mir immer bewusst gewesen, dass ich ihr früher oder später begegnen werde.

Holly Bunch.



Die Stimmung war etwas angespannt. Nicht am ganzen Tisch, nur zwischen Ethan, seiner Frau und mir. Oder bildete ich mir das nur ein?



Die Bürgermeisterwahl stand bald an und heute waren wir alle auf einer Gala zu Ehren unseres momentanen Bürgermeisters Mr. Landgraab, der bald endgültig den Posten verlassen würde.

Die Sitzordnung an unserem Tisch hätte nicht ungünstiger sein können. Ich konzentrierte mich während des Essens auf Agnes, die neben mir saß und primär mit mir ihre Ideen für ein neues Buch teilte. Sie war noch immer nicht sonderlich angetan von politischen Themen und Thornton war natürlich klug genug, nicht immer davon anzufangen.



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Kapitel 2.10

Beitrag  Doggie am So Jan 29, 2012 12:13 pm

Dennoch rasten meine Gedanken jedes Mal, wenn wir alle in Schweigen aßen.

Bildete ich es mir tatsächlich ein oder war Ethan ungewohnt schweigsam heute?



Innerlich fluchte ich, warum musste er sich in dieser Situation so offensichtlich unwohl fühlen. Er war nie so wirklich vorsichtig gewesen, was unsere Affäre anging, aber ich konnte ihn gut lenken, so dass auch unsere Kollegen keinen Verdacht geschöpft hatten.

Bei ihm zu Hause hatte ich natürlich keinen Einfluss auf sein Verhalten und ich hoffte inständig, dass uns das jetzt nicht zum Verhängnis wurde.



***

Nach dem Essen kamen die Ehrung und danach die Musik und die Drinks. Ich stand mit Christopher und Tamara etwas abseits. Normalerweise wäre ich nicht von Thorntons Seite gewichen, aber da dort auch immer Ethan und seine Frau waren, hielt ich es für klüger, die Taktik zu ändern.

Ich bereute es nicht, es war schön mal einen Abend zu verbringen ohne immer nur die Politik im Vordergrund zu halten. Die Gespräche mit Tamara und Christopher waren angenehm und lustig und mir wurde zum ersten Mal bewusst, dass ich in den beiden gute Freunde gefunden hatte.

Ich war sogar auf Tamaras Hochzeit eine ihrer Brautjungfern gewesen. Sie hatte einen älteren Herrn geheiratet, Gobias Koffi, und war schwanger. Von der Schwangerschaft wusste bisher allerdings nur ich, es war noch zu früh es ihren Vorgesetzten zu erzählen.
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Kapitel 2.10

Beitrag  Doggie am So Jan 29, 2012 12:17 pm

Leider lenkte mich am späten Abend Hollys ständiger Blick ab.



Ich entschuldigte mich und flüchtete auf die Damentoilette. Hollys Blick war immer intensiver geworden und mir war nicht wohl dabei gewesen. Ich hörte, wie noch jemand die Toilette betrat und seufzte tief. Da hatte ich mich wohl selber in die Ecke getrieben, oder?

Ich straffte die Schulter und ging zu den Waschbecken. Als eine der Türen hinter mir aufging, musste ich nicht aufsehen, um zu wissen, wer dort war.



Im Spiegel beobachtete ich, wie Holly Bunch um die niedrige Wand herum ging und auf mich zukam. Ihr Blick war zornig.

„Nun, Sie sind also die Göre, die neuerdings die Beine für meinen Mann breit macht?“



Ich drehte mich langsam zu ihr um, mein Herz pochte verräterisch, aber ich versuchte so ruhig zu wirken, wie es ging.

„Ich weiß nicht, was Sie…“

Mit einer forschen Handbewegung brachte sie mich zum Schweigen.

„Halten Sie mich nicht für dumm, Ms. O’Hara! Glauben Sie wirklich Sie sind die erste Affäre, die ich überdauert habe. Wie all die anderen Mädchen, werden Sie von ihm fallen gelassen, wie eine heiße Kartoffel und er kommt zu mir und den Kindern zurückgekrochen!“

Geschockt sah ich sie an und in mir wuchs ein eigenartiges Gefühl heran. War das Empörung?

Sie deutete meine Miene falsch und fuhr fort.

„Natürlich glauben Sie er wird mich irgendwann verlassen. Welche Versprechungen macht er Ihnen, hm?“

Sie schnaubte verächtlich.

„Ich bin eine Alto, mich verlässt er nicht!“

Es war keine Empörung, das war Wut und ich wollte diese nicht zurückhalten.



„Ich weiß nicht, von welchem Mann Sie sprechen, Mrs. Bunch, aber wenn Sie tatsächlich glauben, dass Ethan jeder Verehrerin nachgibt, dann kennen Sie Ihren Mann, weniger als all seine Kollegen. Ethan ist ein guter Wahlkampfleiter und vor allen Dingen kein Schürzenjäger. Er ist verantwortungsbewusst und würde niemals das Verhalten an den Tag legen, dass Sie ihm nachsagen!“

Ich redete mich in Rage, denn ich war so unglaublich wütend, wie diese Frau Ethan beschrieb. Okay, ich bin seine Affäre, aber ich hatte auch alles dafür getan, seine Bedenken zu durchbrechen. Und ich war die Einzige, der er jemals nachgegeben hatte. Er war kein notorischer Ehebrecher!

Bevor seine Frau irgendetwas erwidert konnte, hob ich die Hand und brachte sie zum Schweigen.

„Außerdem finde ich es sehr mitleidserregend, dass Sie nicht mit Ihrem Mann darüber sprechen, sondern einer Vermutung folgen und einer Ihnen fremden Frau diese Vorwürfe machen. Wie viele Frauen haben Sie schon mit diesem Unsinn konfrontiert? Fälschlicherweise konfrontiert?“

Und damit griff ich nach meiner Handtasche und ließ sie dort ohne weiteres Wort zurück.
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Kapitel 2.11

Beitrag  Doggie am Mo Feb 13, 2012 7:09 pm

Kapitel 2.11 – Oh My

“Uah, schon wieder…”



Ich würgte erneut. Mir ging es seit gestern ziemlich schlecht. Zum Glück war Sonntag und ich musste mich nicht krank melden. Was hätte mein Arzt auch schreiben können? Schwanger?

Nun ja, schwangerschaftsbedingte Übelkeit war wohl tatsächlich ein Grund für einen Krankenschein. Ich war gelinde gesagt, geschockt gewesen, als der Test positiv gezeigt hatte. Dass das ausgerechnet mir passierte, war eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Ethan und ich verhüteten doppelt, ich nahm die Pille und wir hatten nie ungeschützten Sex. Es hatte Ausnahmen gegeben, nach denen ich immer einen Schwangerschaftstest gemacht hatte, um meine penible Seite zu beruhigen.

Meine Frauenärztin fand schnell die Lösung. Die Tabletten, die ich zum Stressabbau nahm, vertrugen sich nicht mit meiner Pille. Da ich sie aber nicht regelmäßig und auch noch nicht lange nahm, hatte ich keine Gelegenheit gehabt, mit meiner Ärztin darüber zu sprechen. Einmal geschludert…
Su war einfach nicht zu erreichen gewesen an diesem Abend, dabei brauchte ich sie dringend, sie war die Einzige, mit der ich darüber sprechen konnte.

Stattdessen lud Ethan mich abends zum Essen ein. Eigentlich wollte ich nicht, aber mir fiel keine Ausrede ein und es war wohl das Beste, es ihm direkt zu sagen, auch wenn ich den positiven Test selber kaum verdaut hatte.

Die Art und Weise wie wir so öffentlich privat gemeinsam auftraten, hätte mich stutzig machen sollen.

„Ich habe mich von Holly getrennt.“

„Bitte?“



Ich hatte nicht richtig gehört, oder? Er lächelte mich strahlend an.

„Wir werden uns scheiden lassen.“

„Aber ich habe nie gesagt, dass du dich von ihr trennen sollst!“

Ich stand auf, ehrlich wütend. Ethan sah mich mit großen Augen an.

„Wir haben doch nie darüber gesprochen, warum dachtest du, dass ich mehr als eine Affäre wollte? Ich möchte keine Beziehung mit dir, ich dachte, es wäre gut so wie es ist.“
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Kapitel 2.11

Beitrag  Doggie am Mo Feb 13, 2012 7:13 pm

Nun stand Ethan auf.



„Was soll das heißen? Du hast mir all die Gefühle nur vorgespielt?“

„Nein, ich habe die Zeit lediglich so genossen, wie sie war. Und es war nicht mehr als eine Affäre. Wenn ich mehr gewollt hätte, hätten wir darüber gesprochen!“

Mir wurde etwas schwindelig und ich fasste mir an den Kopf.

„Warum jetzt? Warum musst du ausgerechnet jetzt damit kommen? Warum kommt alles auf einmal?“



Verwirrt ließ ich Ethan zurück, zum ersten Mal die Tränen meiner Verzweiflung zulassend.

***

Wie in Trance wartete ich auf Susan, ich konnte keinen klaren Gedanken fassen. In einem Tag hatte sich mein ganzer Lebensplan über den Haufen geworfen. Als sie endlich zur Tür hereinkam, setzte sie sich ähnlich apathisch neben mich.

„Ich bin schwanger, Su.“

„Ich auch.“



Erstaunt sah ich sie an. Mir fielen keine Worte ein, bis wir beide in schallendes Gelächter ausbrachen, so lange, bis wir beide weinten.

„Was sagt Mortimer dazu?“, fragte ich vorsichtig.

„Ist nicht von ihm.“

„Oh.“

„Sein Name ist Jules Fournier. Ich habe ihn bereits bei meinem zweiten Besuch in Frankreich kennen gelernt.



Seine Eltern besitzen den Kramladen dort, wo er hin und wieder aushilft. Wir haben uns sofort richtig gut verstanden und blieben in Kontakt. Als ich letzt wieder in Frankreich war, lud er mich ein, mit ihm gemeinsam das Museum zu besuchen. Kaum zu glauben, wie oft ich dort war, ohne je…“

Sie räusperte sich.

„Wie auch immer. Es war wirklich schön.



Danach gingen wir spazieren und er zeigte mir die Gegend. Ich glaube nicht, dass es Zufall war, dass er mir dieses kleine Camp am See zeigte, aber ich genoss die Zeit so sehr, dass ich einfach alles weitere geschehen ließ.



Mortimer ist nicht dumm. Es ist einfach zu errechnen, dass er nicht der Vater ist, die letzten Wochen waren wir nicht sehr intim miteinander.“

Wir seufzten beide tief. Sie fragte nicht, wer der Vater meines Babys ist, sie wusste es sowieso.

Eine Weile schwiegen wir uns an, versunken in den eigenen Gedanken.



„Und was machen wir jetzt?“

Ich straffte die Schultern.

„Jetzt – jetzt bringen wir alles wieder in ordentliche Bahnen!“

***
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Kapitel 2.11

Beitrag  Doggie am Mo Feb 13, 2012 7:17 pm

Die Bürgermeisterwahl war gewonnen, Thornton hatte Landgraabs Nachfolge angetreten.

Meine Hände waren schweißnass und die Worte, die Thornton an die Partei richtete wollten sich in dem Moment nicht zusammen fügen.



Es war nicht weiter schlimm, wir waren unsere Reden mehrmals miteinander durchgegangen.

Nachdem ich herausgefunden hatte, dass ich schwanger war, blieb mir nicht viel Zeit alles zu planen. Die Bürgermeisterwahl war im Gange und die Umfragewerte hatten positiv für uns ausgesehen. Thornton arbeitete bereits an seiner Siegerrede und verkündete mir, dass er seinen Stellvertreterposten an mich und nicht an Ethan geben wollte.

Normalerweise hätte ich innerliche Luftsprünge gemacht, stattdessen erzählte ich ihm die ernüchternde Wahrheit – die ganze Wahrheit.

Zu meiner Verwunderung stand er noch immer hinter mir, wenn er es auch schade fand. Er wollte seine Wahl dennoch verkünden – heute – und dann würde ich meine erste Rede halten.

„Und damit gebe ich das Wort an Miss Ellinor O’Hara.“

Applaus brandete auf und ich trat ans Pult.



„Ich danke Ihnen.

Natürlich kommt diese Nominierung für mich nicht überraschend, Mr. Wolf hatte bereits mit mir darüber gesprochen. Ich bin ihm und Ihnen allen sehr dankbar für Ihr Vertrauen und ich würde alles tun, um diesem gerecht zu werden.



Würde. Ja, leider.

Ich kann den Posten nicht annehmen, zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt.“

Ein Raunen ging durch die Reihen, ich mied mit aller Macht Ethans Blick.

„Ich kann Ihnen versichern, dass ich mich über die Nachricht gefreut habe. Aber es gibt noch eine Nachricht in meinem Leben, die genauso erfreulich für mich kam. Ob der Zeitpunkt der Richtige ist, wird sich zeigen, aber auf mich wartet die Herausforderung der Mutterschaft.“

Für einen Moment sahen mich nur erstaunte Gesichter an, bis der Saal erneut applaudierte und ich Glückwünsche zugerufen bekam. Ich lächelte erleichtert und fühlte, wie mir ein Stein vom Herzen fiel.

„Bis zu meinem Mutterschutz werde ich gerne weiter in Mr. Wolffs Team arbeiten und ich freue mich, nach meiner Elternzeit wieder zurückzukehren.“



Thornton übernahm erneut das Wort, doch ich bekam nur am Rande mit, wie er mir dankte, versicherte, dass für mich immer ein Platz im Wahlkampfteam sein würde und den Posten des Stellvertreters an Christopher übergab.

Ich hatte mich bereits damit abgefunden und ich freute mich auf mein Baby. Leicht legte ich eine Hand auf meinem Bauch, wo sich noch kein Zeichen für das neue Leben regte. Ja, ich war bereit meinem Kind den Vorrang zu geben, den es verdiente.
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Kapitel 2.12

Beitrag  Doggie am Do März 15, 2012 7:35 pm

Kapitel 2.12 – Old Friendship, New Plans

Es war noch nicht viel Zeit vergangen, seit ich den Stellvertreterposten abgelehnt hatte. Noch immer arbeitete ich im Team in meinem üblichen Aufgabengebiet. Weder bei Su, noch bei mir war die Schwangerschaft sichtbar. Dennoch informierten wir nach und nach Familie und Freunde.

Mum war total begeistert. Obwohl sie in meinem Fall wusste, dass ich in keiner festen Beziehung war, hielt sie sich mit der Frage nach dem Vater nicht lange auf. Sie ließ lieber Seitenhiebe auf Ashley fallen, der mit seiner Bella bisher noch keinen Nachwuchs hatte.

Die anderen Reaktionen waren gemischt, aber keine wirklich negativ. Da der Kontakt mit Davy wieder enger geworden war, luden wir ihn an einem Sonntag zum Frühstück ein.



Nach ein bisschen Smalltalk und Erzählungen über seine Kindertagesstätte erzählten wir ihm von unserem doppelten Mutterglück. Er war sehr verblüfft.



Kurz darauf wurde er nachdenklich und ich hakte nach, woher der plötzliche Stimmungsumschwung kam.

„Mit der Tagesstätte läuft es nicht wirklich so, wie ich mir das vorstelle.“, gab er zu.

„Mein Haus ist zu klein um mehr als zwei Kinder zu betreuen. Die Agentur verweigert mir die Beförderung, obwohl die Eltern der beiden Kinder bereits geschrieben haben, wie zufrieden sie sind.“

Den Rest bekam ich nicht mehr mit. Su redete ihm gut zu, aber mir war plötzlich eine Idee gekommen. Vielleicht etwas gewagt, aber…

Wir wechselten ins Wohnzimmer – Davy bestand darauf den Tisch abzuräumen, dabei sind wir schwanger, nicht krank – und ich zögerte nicht mehr mit meiner Idee.

„Du könntest bei uns einziehen.“



Ich erntete verwunderte Blicke, ließ mich aber nicht beirren.

„Su und ich müssen umziehen. Das Haus ist zu klein, wir haben nicht mal ein Zimmer, das wir als Kinderzimmer einrichten können. Wir haben sogar ein Haus unten am Strand gefunden, was uns gefällt, aber alleine können wir es nicht finanzieren.
Außerdem ist da noch das Problem, dass Su noch immer reist und ihren Teilzeitjob hat und ich ja auch nach einem Jahr Elternzeit wieder in den Job zurück will.
Wenn du jetzt bei uns einziehst, lösen wir mehrere Probleme. Gemeinsam können wir das Haus finanzieren, es ist groß genug für uns und unsere Kinder, sowie für deine Tagesstätte und du bist zu Hause, wenn wir wieder arbeiten.“
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Kapitel 2.12

Beitrag  Doggie am Do März 15, 2012 7:38 pm

Davy starrte mich eine Weile mit offenem Mund an. Su war begeistert.



„Die Idee ist genial!“

„Kommt das nicht was plötzlich?“, meinte Davy etwas verunsichert.

Ich stand auf und reflexartig folgte Davy mir.



„Du musst dich nicht sofort entscheiden, schlaf drüber, denk in Ruhe drüber nach. Wir müssen ja nicht sofort Nägel mit Köpfen machen. Aber ich denke, die Idee, so spontan sie auch ist, hilft uns wirklich allen weiter.

Und wir geben bestimmt eine gute WG ab.“

Ich lächelte ihn an und sah, wie Davy die Vor- und Nachteile gedanklich abwog. Mal wieder konnte ich bei ihm nicht so genau sagen, in welche Richtung er tendieren würde. Irgendwie hatte ich ihn schon vermisst.

Ich lächelte noch breiter und umarmte ihn.



„Denk drüber nach, ja?“

Davy zögerte einen Moment und erwiderte dann die Umarmung.



„Okay.“

Mir wurde bewusst, dass er mir vor nicht allzu langer Zeit noch gestanden hatte, was er für mich empfand. Und ich fragte mich plötzlich, ob es noch immer so um seine Gefühle stand.

***
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Kapitel 2.12

Beitrag  Doggie am Do März 15, 2012 7:40 pm

Bereits am nächsten Tag stand Davy wieder vor der Tür und stimmte meinem Vorschlag zu. Danach ging alles sehr schnell. Die Abwicklung des Hauskaufes und der Umzug waren abgeschlossen, als ich im 5. Monat schwanger war.



Ich liebte das Haus, es war wie für uns gemacht. Su und ich hatten oben unsere Zimmer und jeweils ein kleines Kinderzimmer nebenan. Davy bezog das Zimmer unter mir, das direkt in unseren Wohnbereich mit Küche führte. Und der große Raum unter Sus Balkon war allein für die Tagesstätte eingerichtet worden.

Su zögerte nicht lange und legte erneut einen Garten an.



Außerdem war der gesamte Keller voll von ihren Entdeckungen. Neben Nektarpresse und Schlagpuppe konnte sie nun endlich all ihre Relikte ausstellen.



Es sah wundervoll aus. So wundervoll, wie dieses Haus war und so wundervoll, wie ich mir das Leben hier ausmalte. Mit Su und mit Davy. Und sehr bald, mit unseren Babys.
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Kapitel 2.13

Beitrag  Doggie am So März 18, 2012 4:24 pm

Kapitel 2.13 – Time Flies By

Ich hatte Davy nie gefragt, welche Kinder er eigentlich betreute und es überraschte mich positiv sowie negativ, dass es Harvey Wolff und Franz Bunch waren.



Im Fall von Holly gab ich darauf acht, ihr nicht über den Weg zu laufen. Nach meiner „Trennung“ von Ethan war ich mir nicht sicher, ob die beiden noch verheiratet waren oder nicht. Die Gerüchteküche hielt sich in dieser Hinsicht sehr bedeckt.

Jedenfalls hatte Davy wirklich ein Händchen für Kinder.



Er schien keine Probleme zu haben, die Kinder mit dem zu versorgen, was sie gerade brauchten und bekam sie immer wieder pünktlich zum Mittagschlaf. Das diese ohne großes Murren verlief, konnte man aber auch auf die neuen Schaukel schieben, die Davys Agentur ihm gestellt hatte.



Zwischen Su und Mortimer war noch nicht alles geregelt. Die erste Zeit nach Entdeckung ihrer Schwangerschaft war sie ihm aus dem Weg gegangen. Es hatte Streitigkeiten gegeben, da Su ihm von Anfang an reinen Wein eingeschenkt hatte.

Erst spielte er den großmütigen, der ihr verzieh. Su legte darauf allerdings keinen Wert, für sie war klar, dass sie mit Jules geschlafen hatte, war ein Zeichen, dass ihr an der Beziehung mit Mortimer nicht genug lag. Dennoch wollte sie nicht Schluss machen, es erschien ihr falsch.

Schlussendlich tat sie es doch, da Mortimer unerträglich wurde, aber keine Anstalten machte, die Beziehung zu beenden.

Erneut machte er ihr eine riesige Szene in unserem Flur, bis Davy und ich ihn rausschmissen.



Su nagte unerwartet lange an diesem heftigen Ende ihrer Zeit mit Mortimer. Ich glaube, es lag auch daran, dass sie sich in Jules verliebt hatte. Da sie wusste, wie leicht ich sie durchschauen konnte, suchte sie Trost bei Mum, die ihr vorbildlich zur Seite stand.



Beide wussten, dass ich bereits die größte Hilfe hatte.
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Kapitel 2.13

Beitrag  Doggie am So März 18, 2012 4:25 pm

Ohne, dass es mir wirklich bewusst wurde, verbrachte ich viel Zeit mit Davy. Zwar unterstützte er Su auch in einigen Dingen, aber er ging mit mir zu den Vorsorgeuntersuchungen und las gemeinsam mit mir Bücher über Schwangerschaft und Erziehung.



Es fühlte sich alles sehr richtig an und ich konnte nicht verhindern, dass ich ihn mehr und mehr mochte. Das verwirrte mich, ich war noch nie gut mit Männern klar gekommen. Thornton hatte ich zwar bewundert, aber immer angestrebt ihn eines Tages zu überflügeln. Und Ethan, nun ich denke ich hatte einen großen Teil dazu beigetraten sein privates und berufliches Leben zu zerstören.

Selbst Davy hatte ich einst übel mitgespielt und dennoch war er an meiner Seite und ich bekam Angst, mich daran zu gewöhnen. Ich hatte mir einst geschworen, niemals von einem Mann abhängig zu sein.

Aber hatte ich Davy nicht selber ins Haus geholt?

***
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Kapitel 2.13

Beitrag  Doggie am So März 18, 2012 4:27 pm

Sowohl bei Su, als auch bei mir, zeichnete sich deutlich der Babybauch ab. Die Geburt unserer Babys rückte näher und ich war bereits in Mutterschutz. Davy spannte uns bei der Kinderversorgung in seiner Tagesstätte ein, als Vorbereitung auf unsere eigenen Kinder, als auch als Hilfe, weil er nun noch ein drittes Kind versorgte.

So las ich oft den Kindern vor.



Und Su spielte ausgelassen mit ihnen.



Meistens kümmerten wir uns um Harvey, den er war das angenehmste Kind. Davy hatte keine Probleme mit anstrengenden Kindern, aber vor allem der kleine Bunch-Sprössling hatte nur Blödsinn im Kopf.

Dann kamen die Tage, bei denen schon das Aufstehen anstrengend wurde und ich wusste, dass mein kleines Baby bald auf die Welt wollte.
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Kapitel 2.14

Beitrag  Doggie am So März 18, 2012 4:29 pm

Kapitel 2.14 – Never To Be Lost Again

Es war früher Morgen als die Wehen einsetzten, genau auf dem errechneten Geburtsdatum. Ich war gerade aus dem Bad zurück um das Bett zu machen, als ich das Ziehen spürte.



Leicht panisch rief ich nach Davy, aber es war Su, die zuerst die Tür zu meinem Zimmer öffnete und so hilflos aussah, wie ich mich fühlte.



Keine Sekunde später stürmte Davy rein und bugsierte mich souverän zum Auto. In seinen Augen sah ich dir Vorfreude auf mein Baby und steckte mich an. Obwohl es mir vor der Geburt graute, würde ich das Kleine bald in den Armen halten.

Das Geschlecht hatte ich nicht wissen wollen, Su und ich waren überein gekommen, dass wir uns beide überraschen lassen wollten, obwohl es mich Überwindung gekostet hatte, die Ausstattung meines Babys nicht besser planen zu können.

Mein Baby ließ sich noch etwas Zeit, erst am späten Nachmittag hielt ich meine kleine India in den Armen.

Ein Mädchen!



Ich weinte vor Glück, als der Arzt sie mir zum ersten Mal in die Arme legte. Davy war bei mir geblieben, weil ich es so wollte und auch ihm sah ich die Freude an.
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Kapitel 2.14

Beitrag  Doggie am So März 18, 2012 4:31 pm

India war für mich natürlich das schönste Baby der Welt und sie war absolut traumhaft. Natürlich schlief sie die Nächte nicht durch, aber sie weckte mich immer mit einem sanften Wimmern und sofort war ich bei ihr, sie zu füttern, zu wickeln oder einfach nur etwas durch unser Haus zu tragen.



Su liebte ihre Nichte und ich sah ihr an, wie sehr sie sich auf die Geburt ihres Babys freute. Auch Davy kümmerte sich gerne um die Kleine und Su ließ hin und wieder Bemerkungen fallen, dass es so wirkte, als wären wir eine kleine glückliche Familie, wären da nicht die getrennten Schlafzimmer.

Es war, als hätte es bei mir ‚Klick‘ gemacht…

***

Su gönnte sich viel Ruhe und stand oft an ihrer Staffelei auf dem Balkon.



Gute zehn Tage vor ihrem ausgerechneten Geburtstermin sagte sie der Schule zu den Kindern persönlich etwas zu ihrem neuen Sachbuch „Wundervolles Frankreich“ zu erzählen, dass sie kurz nach Indias Geburt fertiggestellt hatte.

Natürlich platzte ihr auf dem Weg nach Hause die Fruchtblase.



Ich wurde sofort informiert nachdem ein Lehrer sie ins Krankenhaus gebracht hatte und ich kam gerade rechtzeitig dort an, um meine Nichte Olivia zu begrüßen, die es um einiges eiliger gehabt hatte, als meine India.

***
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Kapitel 2.14

Beitrag  Doggie am So März 18, 2012 4:37 pm

Nach Olivias Geburt blieb Su wie es üblich war noch über zwei bis drei Tage im Krankenhaus. Ich nutzte die Gelegenheit, um mit Davy zu sprechen. Es machte keinen Sinn mehr, vor mir selbst zu leugnen, was ich vielleicht schon vor Jahren hätte erkennen sollten.

„Davy?“

Er war gerade auf dem Weg in sein Zimmer, um sich umzuziehen. Die Kinder waren eben erst abgeholt worden. India schlief tief und fest und die Situation war passend genug.

„Können wir reden?“

Er sah mich ernst an.

„Ist etwas passiert?“

Ich nickte.

„Ja, ich denke schon.“

Mit großen Augen kam er näher zu mir und mein Herz raste, wie noch nie in meinem Leben zuvor.

„Ich habe erkannt, wie dumm ich bin. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die bereuen, was in der Vergangenheit geschehen ist, es lässt sich ja sowieso nicht mehr ändern. Aber ich ändere die Zukunft, wenn ich kann, deswegen bin ich Politikerin geworden.“

Davys Blick wechselte zu ernst in verwundert. Er ahnte nicht, worauf ich hinaus wollte.

„Was ich früher nicht wusste, weiß ich heute und ich möchte nicht riskieren zu zögern und noch mehr zu verlieren.



Ich liebe dich, Davy.“

Davys Mund klappte auf und er erstarrte förmlich. Angespannt stand ich vor ihm und wartete auf eine Reaktion. Ich legte all meine Gefühle in meinen Blick, damit er mir auch glaubte, dass ich es wirklich, wirklich ernst meinte.

Und dann legte er seine Lippen auf meine.



Wieder hätte ich heulen können vor Glück.

Als wir uns voneinander lösten, fühlte sich mein Leben vollkommen an. Wenn auch ungeplant, wie unüblich für mich.

„Versprich mir“, begann Davy atemlos. „Wir reden nie wieder über das, was mal war. Dafür verspreche ich dir, Ellen O’Hara, dass ich niemals wieder zu lassen werde, dass wir uns verlieren.“


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Kapitel 2.15

Beitrag  Doggie am So März 25, 2012 12:07 pm

Kapitel 2.15 – Toddler-Time

Die Tatsache, dass Davy und ich nun in einer Beziehung waren – schon wieder – änderte nicht wirklich etwas an unserem Alltag. Eine Sache natürlich schon, denn wir schliefen nicht mehr in getrennten Schlafzimmern.

India wurde älter und weniger ruhig. Die Babyschaukel mochte sie nicht besonders, beim ersten Mal schrie sie wie am Spieß.



Sonst wurde sie lediglich aktiver, wobei sie bei weitem nicht so anstrengend war wie meine Nichte. Olivia schrie viel und oft wussten wir nicht warum. Meine Schwester Su konnte nicht mal darüber nachdenken zu verreisen, denn allein der Schlafmangel hielt sie von allem ab.

Davy blühte förmlich auf. Für India war er wie ein Vater und brachte sie fast schon öfters zum Lachen als ich.



Su unterstützte er ebenfalls wo er konnte. Bei Olivia hatte auch er kaum Erfolg, aber dafür übernahm er ihre Aufgaben im Haushalt oder half ihr im Garten.



Allzu schnell war das erste Jahr vorbei. Bald würde ich wieder in den Job einsteigen und Davy würde sich in der Tagespflege auch um India und Olivia kümmern.
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Kapitel 2.15

Beitrag  Doggie am So März 25, 2012 12:09 pm

Indias Geburtstag feierten wir unerwartet groß. Sehr viele hatten unsere unverbindliche Einladung angenommen, so dass unser Wohnraum gut gefühlt war.



Meine kleine niedliche India. Sie hatte zwar unverkennbare Züge der Bunches, aber auch ihr O’Hara-Erbe ließ sich nun wirklich nicht leugnen.



Was mir nach einiger Zeit immer mehr auffiel, war auch, dass India Bücher liebte. Jeden Abend las ich ihr vor und jeden Abend bettelte sie „Bu, Bu“, was hieß, dass sie noch ein Buch vorgelesen haben wollte.



Es dauerte wirklich lange, bis sie endlich schlief.
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Kapitel 2.15

Beitrag  Doggie am So März 25, 2012 12:10 pm

Su war unendlich froh, dass auch Olivias erster Geburtstag näher rückte. Sie war noch immer sehr ausgelaugt, obwohl ihre Kleine etwas ruhiger geworden war.



Su lehnte eine große Feier für Olivia ab, da es ihr zu viel Stress bedeutet hätte. Außer Mum und uns war also niemand da, als Su für Olivia die Kerze ausblies.




Olivia hatte die rote Haarfarbe der O’Haras geerbt. Etwas, was ich mir für India auch gewünscht hatte, aber sie war natürlich trotzdem mein hübsches Mädchen. Ansonsten erkannte ich viel von Su in ihr, außer die Augen, die musste sie von ihrem Vater haben, wo immer der auch gerade steckte.
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Kapitel 2.16

Beitrag  Doggie am So März 25, 2012 12:12 pm

Kapitel 2.16 – Mayoress O‘Hara

Anfangs hatte ich mir Sorgen gemacht, ob unser Konzept aufgehen würde. Ich stieg Vollzeit wieder in den Beruf ein und hatte mir schnell wieder die Anerkennung erkämpft, die ich vor meiner Schwangerschaft genoss. Vielleicht würde es mir gelingen, bei der kommenden Bürgermeisterwahl anzutreten, da Thornton bereits als nächster Gouverneur gehandelt wurde.

Davy kam tagsüber prima mit den Tageskindern, zu denen India und Olivia nun auch zählten, zurecht, so dass Su nach einem halben Jahr eine längere Reise nach Ägypten antrat.



Wir hörten nicht sehr viel von ihr, so sehr genoss sie ihren Trip fernab von uns. Olivia fragte oft nach ihrer Mutter und ich konnte nicht umhin, etwas wütend zu sein, aber bei meinen Telefonaten mit Su sprach ich das Thema nicht. Ich kannte sie gut genug, um zu wissen, dass sie diese Auszeit brauchte.

Nach drei Monaten kehrte sie zurück und vervollständigte ihre seltene Urnensammlung, womit ihre Sammlung an Relikten einen Wert von weit über 20.000 Dollar hatte.



Ich hatte Recht behalten, dass Su sich danach wieder intensiv um Olivia kümmerte. Wir brachten unseren Töchtern das Laufen und das Sprechen bei und genossen das Leben als kleine Patchworkfamilie.


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Re: Gone with the wind - Die O’Hara-Legacy [ab Gen 2]

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