Wohin der Wind mich bringt!

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Mo Jan 02, 2012 3:29 pm

Als ich ins Schlafzimmer betrat lag Mick auf dem Bett. Er hatte die Augen geschlossen, eine dicke Falte hatte sich zwischen seinen Augenbrauen gebildet und ließ ihn unzufrieden aussehen.
Ich seufzte leise. „Mick, ich will mich nicht mit dir streiten.“, flüsterte ich leise, Tränen in meinen Augen.
Eilig öffnete er seine Augen und richtete sich ein Stück auf. Seine Falte verschwand und sein Gesichtsausdruck wurde besorgt. „Mir tut es auch leid, Tamara. Komm, setz dich zu mir.“ Er klopfte auf die Seite neben sich.
„Und warum streiten wir dann?“, fragte ich, während ich mich neben ihn legte. Verunsichert über unseren ersten Streit, wusste ich nicht recht wie ich mich verhalten sollte.

Jetzt war es Mick der seufzte. Er fuhr sich durch sein blondes Haar, wie immer wenn er im Stress war. „Ich hab darüber nachgedacht, was du gesagt hast. Wegen Kelly.“ Er sah mich nachdenklich an. „Tamara, bitte versuch mich doch zu verstehen. Kelly und ich verbindet eine sehr, wirklich sehr tiefe Freundschaft. Ich brauche sie und sie braucht mich, und gerade jetzt wo sie ein Kind bekommen hat und ohne Vater da steht, will ich für sie da sein. Ich muss ihr helfen, kannst du das nicht verstehen?“
Wieder musste ich mich zusammen reißen. Was sollte ich darauf auch antworten, ohne dass ein Streit entstand? Ich liebte Mick, aber Kelly gehörte nicht in unsere Beziehung. „Okay.“, antwortete ich seufzend.
Mick legte seine Arme um mich und zog mich näher an ihn heran. „Ich liebe dich für dein Verständnis, weißt du dass eigentlich?“ Verliebt gab er mir einen Kuss und sah mir tief in die Augen. „Danke.“
„Dafür nicht.“, erwiderte ich, ein Lächeln auf den Lippen

Doch am liebsten hätte ich ihm gehörig den Kopf gewaschen. Es war nicht das erste Mal, dass ich es akzeptierte, denn ich wusste, dass es keine andere Chance für mich und Mick gab. Müsste er sich entscheiden, ich war mir nicht im Geringsten sicher ob er sich für mich entscheiden würde.
Genauso war es auch gewesen, als ich ihm verkündete dass ich schwanger war. Als er ging hatte ich fürchterliche Angst, dass er nicht wiederkommen würde. Irgendetwas in mir, sagte mir, dass es etwas gab, das ihn zurückhalten konnte. Etwas, was ihn mir nehmen konnte.
Bedrückt kuschelte ich mich noch etwas enger an Mick. „Ich liebe dich wirklich, dass weißt du doch, oder?“
Er lachte leise an meinem Ohr, so dass es kitzelte. „Ich dich doch auch, Tamara.“ Dann hielt er einen Moment die Luft an. „Sei mir nicht böse, Tamara, aber ich hab Kelly versprochen heute noch zu ihr zu kommen.“
Ich versteifte mich in seinen Armen, im Versuch meine Maske der Freundlichkeit nicht zu verlieren. „Kein Problem, grüß sie lieb von mir.“ Ich löste mich von ihm und drehte mich auf die andere Seite. Eigentlich wollte ich jetzt einfach schlafen. Und wenn Mick weg war könnte ich auch ruhig ein wenig weinen.
Ich hörte wie Mick aufstand und das Schlafzimmer verließ. Na toll!

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Mo Jan 02, 2012 4:25 pm

Mick…

Kelly öffnete mir die Tür, ein erfreutes Lächeln bildete sich auf ihrem ermüdeten Gesicht. „Mick, was machst du denn hier?“, fragte sie überrascht. Ihr Blick glitt kurz an mir vorbei, als suchte sie jemanden.
„Ich dachte ich besuch dich nochmal.“ Ich lächelte. Es freute mich wirklich sehr, dass sie so glücklich war, wenn ich hier auftauchte, dass zeigte mir, das unsere Freundschaft nicht so ganz verloren war. „Wie geht es dir?“
Kelly zuckte mit den Achseln, und trat ein Schritt zur Seite um mich herein zu lassen. Es war ordentlich wie immer in der Wohnung, abgesehen von dem Spielzeug, dass hier und da lag. „Ganz gut eigentlich.“ Erst als sie das kleine Mädchen, das auf dem Boden saß hochnahm, erkannte ich Cecilia darin. Sie war ordentlich groß geworden. „Uns geht es gut, wenn man mal von dem ganzen Stress absieht?“
„Wow.“, erstaunt kam ich ein Stück näher und fuhr dem kleinen Mädchen über das blonde Haar. „Sie ist ja riesig geworden und so wunderhübsch, ich kann’s gar nicht fassen.“
Cecilia lachte, als verstand sie was ich meinte. Als sie den Mund öffnete, zeigte sie mir zwei kleine Schneidezähne. „Da!“, rief sie erfreut aus, und zeigte auf meine Haare.

Kelly erfasste ihre Hand, bevor sie meine Strähne erfassen konnte. „Cecilia, nicht an den Haaren ziehen.“
Cecilia zog ihre Hand zurück und sah ihre Mutter entschuldigend an. Dann schenkte sie mir ein freudiges Lächeln, als wollte sie auch mich um Verzeihung beten.
„Ich find’s schade, dass sie nicht meine Haarfarbe bekommen hat.“, murmelte Kelly und fuhr ihrer Tochter durch die lange Mähne. „Klar, blond ist auch hübsch, aber so rote Haare hätten ihr noch besser gestanden.“
Ich dachte einen Moment nach. „Aber war dieser Typ, mit dem du ausgegangen bist nicht brünett?“
Kellys Blick wurde hektisch. Sie zuckte die Achseln, und wandte sich wieder Cecilia zu. „Keine Ahnung, kann sein. Mein Vater war blond, wahrscheinlich hat sie es von ihm.“ Sie setzte ein zufriedenes Lächeln auf.
Und ich nickte. Es kam mir merkwürdig vor, aber ich versuchte mir darüber keine Gedanken zu machen. Liebevoll strich ich dem kleinen Mädchen über die Wange. „Sie ist wirklich zauberhaft.“
„Danke.“, erwiderte Kelly. Einige Sekunden schwiegen wir, dann sah sie mich fragend an. „Wie geht es Mason und Tamara? Wollten die beiden nicht mitkommen?“

„Mason und Tamara geht es gut, aber der Tag war anstrengend und sie haben sich früh hingelegt.“, beeilte ich mich zu sagen. Von dem kleinen Streit über Kelly selbst erzählte ich lieber nichts. „Ich kann auch nicht besonders lange bleiben, ich muss morgen auch arbeiten, aber ich wollte mal nachsehen, wie es euch geht.“
„Wie gesagt, und geht es gut.“ Sie drückte mir das kleine Mädchen in den Arm. „Kannst du sie mal kurz halten, ich hab noch ein kleines Geschenk für Mason, bin gleich wieder da.“ Und schon verschwand sie.
Ich sah ihr nur einen Moment nach, dann richtete ich meine vollkommene Aufmerksamkeit auf Cecilia, die mich neugierig betrachtete. Ich grinste. „Na meine Kleine, erinnerst du dich noch an mich? Ich bin dein Onkel Mick. Ich hab dich ins Krankenhaus gefahren, als du auf die Welt wolltest und ich hab dich anschließend gleich besucht. Ich bin der beste Freund deiner Mama, und wahrscheinlich werde ich auch dein bester Freund werden.“

Cecilia gluckste erfreut und klatschte in ihre kleinen Patschhändchen, als stimmte sie mir zu.
„Ich hab einen Sohn, der ist am gleichen Tag wie du geboren. Mason heißt er. Dass nächste Mal wenn ich vorbeischaue, werde ich ihn mitbringen. Ich bin mir ganz sicher, dass du ihn mögen wirst.“
Kelly kam zurück, in der Hand ein kleines Quietsche Entchen. „Hier, das ist für den Kleinen.“
Ich nahm das Geschenk entgegen und gab ihr Cecilia zurück auf den Arm. „Vielen Dank, er wird sich sicher darüber freuen.“ Etwas zögerlich küsste ich sie sanft auf die Stirn und anschließend Cecilia auf das blonde Haar. „Bis dann ihr beiden, ich komm bald wieder.“

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Mo Jan 02, 2012 5:09 pm

Als ich am nächsten Abend von der Arbeit kam, war das Haus auffallend ruhig. Zwar leuchtete das Licht im Flur und auch im Wohnzimmer, aber der Krach der mich ansonsten begrüßte blieb aus.
„Schatz?“, rief ich halblaut, falls Mason schon schlief. „Ich bin zu Hause.“
„Wir sind im Wohnzimmer.“, erklang es aus der Richtung, und als ich das Zimmer betrat entdeckte ich Tamara und Mason auf dem Boden, in den Händen ein Buch. Tamara lächelte mir zu. „Er wollte dieses Buch unbedingt haben, also hab ich es ihm gekauft. Es ist wirklich schön, willst du weiterlesen?“
Ich schüttelte den Kopf und setzte mich auf das Sofa, so dass ich mir dieses Bild genauer einprägen konnte. Meine kleine Familie in trauter Zweisamkeit. Es fühlte sich wundervoll an.
„Wie war dein Tag?“, fragte Tamara liebevoll, während sie Mason über das blonde Haar strich.
Mein Sohn sah mich ebenfalls interessiert an, als wollte er auch wissen wie mein Tag war.

Ich zuckte die Achseln und streckte mich ein wenig. „Normal eigentlich. Es ist nichts Besonderes passiert, nur ein Haufen Papierkram. Und Ursine hat mich mal wieder seit langem besucht, dass gab Ärger.“
Verständnislos sah Tamara mich an, bis mir einfiel, dass sie nicht wissen konnte, wer Ursine ist, denn damals war sie noch kein Teil meines Lebens gewesen. Weder sie noch Mason.
„Ursine ist eine alte Freundin von mir.“, erklärte ich kurz und bündig. Es war nur ein kleiner Moment, aber es schien als würde Tamara ein wenig verstimmt sein bei diesen Worten. Plötzlich hatte ich nicht besonders Lust ihr lang und breit zu erklären, wer Ursine war und was sie mit mir zu tun hatte, also wechselte ich das Thema. „Und wie war dein Tag, mein kleiner Liebling.“, fragte ich meinen Sohn und struppelte ihm durch das Haar.
Mason klatschte in die Hände, erfreut endlich auch in das Gespräch mit einbezogen worden zu sein. „Spaß!“, rief er aus, wobei er ein kleines bisschen lispelte.
Ich lachte und nahm ihn auf den Arm. „Hast du schön mit deinem Babysitter gespielt, hm? War das lustig?“
Mason nickte, legte seine dicken Ärmchen um meinen Hals und begann mir aufgeregt von seinem Tag zu berichten. Dass ich nur die Hälfte verstand, machte ihm nichts aus, so lange ich begeistert nickte.

Aus den Augenwinkeln sah ich, wie Tamara das Zimmer verließ, einen nachdenklichen Ausdruck in den Augen. Ich folgte ihr in Masons Schlafzimmer, wo ich ihn eilig auf den Boden setzte, um Tamara zu beruhigen.
Doch anstatt mit mir zu reden, setzte sie sich vor Mason und begann ihm eine Geschichte zu erzählen.
Ich sah den beiden eine Weile schweigend zu. Tamara brauchte mich nicht, dass wurde mir in diesem Moment klar. Sie kam gut alleine mit Mason zu Recht, und ich sollte mich ab sofort hüten, sie nicht ordentlich in mein Leben einzuführen. Denn irgendwann würde es zu spät sein und ich würde sie verlieren.
„Es ist Bettzeit, Mason.“, sagte ich liebevoll.
Mein Sohn sah mich mit seinen lilanen Augen bedrückt an. „Nein! Mason nist slafen. Nist müde!“
Tamara grinste, und erhob sich. Noch bevor sie ihn auf den Arm nehmen konnte, hatte ich sie an der Hüfte ergriffen und zog sich fest an mich heran. „Ich liebe dich Tamara.“
Sie lächelte zaghaft. „Ich dich auch, Mick.“ Liebevoll legte sie ihre Hände an meine Wange. „Aber jetzt lass mich den Kleinen ins Bett bringen, bevor er uns auf dem Teppich einschläft.“

„Nist müde!“, ertönte es erneut vom Boden, wo der trotzige kleine Mason seine Arme wütend verschränkte.
Ein Lachen konnte ich mir nicht verkneifen, bevor ich mir wieder Tamara zuwandte. „Lass uns morgen ins Theater gehen? Was hältst du davon? Wir ziehen uns schick an und genießen eine Aufführung.“
„Klingt wundervoll, aber was machen wir mit Mason?“, schob Tamara seufzend ein. „Der Babysitter kann abends nicht, sie besucht die Abendschule und hat Unterricht um diese Zeit.“
Ich verdrehte die Augen, darüber dass sie sich immer solche Sorgen machte. „Kelly passt sicher gern auf ihn auf. Dann können Cecilia und Mason sich endlich mal kennenlernen, okay? Und wir beide verbringen mal wieder einen Abend einfach nur zu zweit, verstanden?“ Ich grinste.
Auch wenn sie etwas zögerlich wirkte, nickte Tamara schließlich einverstanden

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Mo Jan 02, 2012 10:52 pm

Tamara…

Ein paar Tage später, nach ein paar Nächten die ich geweint hatte, ein paar Wutausbrüche, die ich unterdrückt hatte und ein paar liebevollen Stunden mit Mick, beschloss ich mich endlich mit Kelly abzufinden.
Wollte ich Mick nicht verlieren, musste ich Kelly akzeptieren, so einfach war das.
Also schnappte ich mir meinen Sohn an einem meiner freien Tage und machte einen langen Spaziergang zu Kelly nach Hause, in der Hoffnung sie dort zu erwischen. Und ich hatte Glück.
Kelly öffnete mir die Tür. Sie trug eine alte Schürze und eine merkwürdige Mütze über ihrem auffallend roten Haar. Und obwohl das alles schrecklich aussah, konnte ich nicht bestreiten, dass Kelly immer noch eine Naturschönheit war, die nichts verunstalten konnte.
„Tamara.“ Sie schien deutlich überrascht über meinen spontanen Besuch.
Ich lächelte entschuldigend. „Tut mir leid, dass ich vorher nicht angerufen habe, aber ich war gerade in der Gegend und dachte ich besuch dich.“ Ich schob Mason ein Stück nach vorne, damit sie ihn besser sehen konnte. „Und Mason ist schon ganz schrecklich gespannt auf die kleine Celina.“

„Cecilia.“, berichtigte Kelly mich leicht kühl, dann trat sie einen Schritt zur Seite. „Wenn du schon einmal hier bist, komm doch rein. Ich muss aber in einer halben Stunde los zur Arbeit.“
Ich nickte und betrat das kleine Haus, in dem ich so oft zu Besuch gewesen war. Es hatte sich nichts verändert, außer das Micks Sachen nicht mehr hier waren. Ich setzte Mason vorsichtig auf den Boden, neben das kleine Mädchen, das mit einem kleinen Hasen spielte und sah zu, wie die beiden sich miteinander bekannt machten.
„Hat Mick dich geschickt um ein Auge auf mich zu werfen?“, holte Kelly mich unsanft aus meinen friedlichen Gedanken. Sie hatte die Arme vor der Brust verschränkt, wie Mason, wenn er wütend war.
Ich schüttelte den Kopf und kam ein paar Schritte auf sie zu, um nicht durch den ganzen Raum schreien zu müssen. „Ich bin von ganz alleine gekommen, Kelly. Und zu Mick, er macht sich nur Sorgen.“ Ich hob eine Augenbraue. „Das solltest du erst einmal ein wenig mehr zu schätzen wissen.“

Sie seufzte, verließ ihre aufreibende Haltung. „Ich weiß“, erwiderte sie geschlagen. „Aber er braucht sich keine Sorgen mehr um mich machen. Ich komm zu Recht, mir und Cecilia geht es gut.“ Sie warf einen Blick auf ihre Tochter und das Lächeln, das nur eine Mutter tragen konnte lichtete sich auf ihren Lippen ab. „Wir sind wirklich glücklich, auch ohne Mann im Haus. Cecilia braucht nur mich.“
Ich folgte ihrem Blick und sah meinen eigenen Sohn an, der fröhlich mit Cecilia und dem Stoffhasen spielte. Ein Leben ohne Mick konnte ich mir nicht vorstellen und Mason ohne Vater aufzuziehen noch weniger.
Aber Kelly war nicht ich. Sie war eine eigenständige, selbstbewusste Frau. Sie brauchte niemanden.
„Gibt es noch einen besonderen Grund warum du gekommen bist, außer mir die Meinung zu sagen?“ Sie zwinkerte mir ertappt zu, während sie in ihrer Handtasche nach etwas wühlte.
Errötend schüttelte ich erst den Kopf, um anschließend wieder zu nicken. „Mick und ich würden heute gern ins Theater gehen.“, erzählte ich glücklich. Ich freute mich schon die ganze Zeit darauf. „Würdest du auf Mason aufpassen, bis wir wieder zurück sind? Das würde uns viel bedeuten.“

Kelly nickte. Leichtfertig förderte sie ihren Schlüssel zu tage, beugte sich zu Cecilia runter und gab ihr einen sanften Kuss. „Mama muss jetzt arbeiten, Liebes. Bis nachher.“ Sie richtete sich wieder auf und nickte mir noch einmal zu. „Natürlich, bringt ihn einfach vorbei wenn ihr los wollt. Daisy kümmert sich um ihn.“
Jetzt war ich es die nickte. Langsam nahm ich Mason wieder auf den Arm, der sich gar nicht von seiner neuen Spielkameradin trennen wollte und drehte mich zur Tür. Doch bevor ich hinausging, sah ich Kelly noch einmal fest in die Augen. „Ich wollte nicht zu hart sein, mit meinen Worten, Kelly. Tut mir leid.“
Kelly winkte ab, als sei es nicht der Rede wert. „Schon gut. Ich kann dich verstehen. Mick ist ein toller Mann, pass bloß auf ihn auf, dass ihn dir keiner wegschnappt.“ Sie grinste mich freundlich an.
Doch mir selber fuhr wieder dieser kalte Schauer über den Rücken.


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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Di Jan 03, 2012 11:25 am

Mick…

„Wow, das Stück war atemberaubend, nicht wahr?“ Tamara ergriff meine Hand, während wir aus dem kleinem Theater der Stadt traten, in die warme Nachtluft, die uns draußen erwartete.
Als ich sie ansah, musste ich kurz schlucken, so hübsch sah sie aus. Ihre Augen glänzten und ihre Wangen waren gerötet vor Emotionen. Ein beeindrucktes Lächeln hatte sich auf ihrem Gesicht gebildet.
„Ich habe wirklich schon lange nicht mehr so einen wunderschönen Abend gehabt.“, gestand sie mir lachend, den Kopf auf meine Schulter gelegt. „Ich wünschte er wäre noch nicht zu Ende, weißt du das?“
„Er muss auch noch nicht zu Ende sein.“, erwiderte ich lachend, und drehte meine Freundin so um, dass sie vor mir stand. „Kelly hat gefragt ob es okay wäre, wenn Mason die ganze Nacht bleiben würde. Cecilia und er können sich gar nicht mehr voneinander losreißen.“ Ich lachte leise. „Und ich habe zugestimmt.“
„O-okay.“, stammelte Tamara unsicher. Ich spürte wie sie sich ein wenig verkrafte und schließlich zu Boden sah. „Was ist los, Tamara?“, fragte ich besorgt nach. „Ist etwas nicht in Ordnung.“

Sie seufzte leise, fuhr sich mit der Hand an ihrem langen Haar zusammen und sah mich schließlich entschuldigend an. „Ich möchte den schönen Abend nicht verderben, es ist nur…Mason hat noch nie außerhalb geschlafen. Er ist es doch nicht gewöhnt und vielleicht…na vielleicht fürchtet er sich.“
Ich musste ein Lachen unterdrücken, denn das war typisch für eine Glucken Mutter. Ich hatte nicht geahnt, dass Tamara so etwas sein würde. „Es wird ihm bestimmt schrecklich gefallen.“, antwortete ich ihr eilig, um sie nicht noch mehr zu verunsichern. „Kelly sagt die beiden sind so ineinander vernarrt, dass es da keine Probleme geben würde.“ Liebevoll strich ich ihr über die Wange. „Entspann dich, Tamara.“
Nachdem sie einmal lautlos ein und ausgeamtet hatte, setzte sie wieder ein Lächeln auf. „Du hast Recht. Lass uns diesen wundervollen Abend genießen. Wo wollen wir hingehen? Zum Strand?“
Ich schüttelte den Kopf. Ohne ein weiteres Wort ging ich vor ihr auf die Knie und nahm aus meiner Jackettasche eine kleine Schatulle heraus, die ich öffnete und Tamara lächelnd hinhielt. „Ich weiß nicht warum, aber ich finde das hier ist nicht nur der perfekte Moment, sondern auch der perfekte Ort um dich, Tamara Donner, zu fragen, ob du meine Frau werden willst. Willst du?“

Tamara hatte sie die Hände erstaunt vor den Mund geschlagen und sah einige Sekunden nur sprachlos auf den funkelnden Ring, so dass ich mir ernsthaft Sorgen machte, ob sie noch Ja sagen würde.
Doch dann tat sie es Gott sei Dank. „Natürlich möchte ich, Mick.“, flüsterte sie unter Tränen. „Ich möchte so schrecklich gern deine Frau werden, ich kann es kaum erwarten.“
Ich steckte ihr den Ring an, den ich zusammen mit Ursine ausgesucht hatte und rappelte mich wieder auf, um ihr fest in die Augen zu sehen. „Damit hast du mir gerade das zweite Mal in meinem Leben das größte Glück der Welt bereitet, Tamara, weißt du das eigentlich?“
Mit einem kleinen Quietschen fiel sie mir um den Hals und küsste meine Wange. „Du machst mir grad das größte Geschenk was ein Mann einer Frau machen kann, Mick. Ich danke dir.“
„Ich liebe dich.“; flüsterte ich ihr verliebt ins Ohr.
„Und ich dich. Mehr als alles andere.“, antwortete sie grinsend

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Di Jan 03, 2012 6:14 pm

Mason…

Nachdem ich dem Mann mit der Cappy eine Weile angeschaut hatte, beschloss ich, dass er der einzige in diesem Haus war, der es wirklich wert war sich neben ihn zu setzen und somit in die Gefahr zu kommen, vollgelabert zu werden. Denn der große Rest dieser Gäste bestand aus den merkwürdigen Freundinnen meiner Mutter.
Und natürlich Kelly. Aber Kelly war in ein Gespräch mit meinem Vater vertieft, dass ich auf gar keinen Fall stören wollte, denn es sah aus, als ginge es um etwas Wichtiges, denn die beiden schauten immer wieder besorgt zu Kellys kleiner Tochter Cecilia, die fröhlich an meinem Spieltisch kniete.
Als ich mich nun neben den Mann saß, warf er mir einen kurzen Blick zu und grinste. „Hey Kleiner, du musst wohl das Geburtstagskind sein, hab ich Recht?“ Seine Brille spiegelte, so dass ich seine Augen nicht sehen konnte. Aber dass machte ihn noch viel cooler, in meinen Augen.
„Jap.“, erwiderte ich stolz und deutete auf die Armbanduhr, die ich von meinem Vater bekommen habe. „Und ich hab das coolste Geschenk bekommen, was es gibt. Willst du sehen?“
Er nickte, sah meine Uhr an und grinste wieder. „Voll cool, Alter, die muss ich mir auch unbedingt kaufen.“
Ich war noch stolzer und bestimmt und zwanzig Zentimeter gewachsen vor Freude. Ich musste Mama nachher unbedingt bitten mich noch einmal zu messen. Dass musste festgehalten werden!
„Mason, Schätzchen.“ Urplötzlich tauchte meine Mutter hinter mir auf, meinen Vater im Schlepptau, der meinen neuen Freund skeptisch betrachtete. Doch meine Mutter warf ihm einen strengen Blick zu. „Das ist Mamas alter Freund, Xavier. Sei höflich ja, Mama möchte ihr Freunde gern behalten.“

Ich rollte mit den Augen, die die gleiche Farbe wie die meiner Mutter hatten. „Mama!“, rief ich beleidigt aus. „Blamier mich doch nicht vor meinem neuen Freund. Er ist so cool.“
Sie lachte, und dass machte mich ein kleines bisschen wütender. Wieso lachten die Erwachsenen immer über mich? Ich war doch keine Witzfiguren. Und außerdem und sechs Jahre alt! Ein bisschen mehr Respekt, bitte.
Xavier lachte und wuschelte mir mit seiner großen Hand durch das blonde Haar. „Schon okay, Kleiner. Was hältst du davon, wenn ich dir mal mein Geschenk gebe.“ Er warf meiner Mutter einen kurzen Blick zu, den sie, wie ich eben gerade, Augen rollend erwiderte. „Hier bitte.“ Er gab mir ein großes, blaues Geschenk, mit einer dunklen Schleife drum herum, das ich dankbar annahm.
Sicherlich war es die Eisenbahn, die unbedingt haben wollte, etwas anderes konnte der coole Typ mir nicht schenken, denn dann würde er lange nicht mehr so cool sein.
Doch was ich sah, als ich das Geschenk öffnete, war noch viel cooler. Eine weiße Baseballmütze, mit blauem Schirm, fast so cool wie die, die Xavier trug. „Wow!“, rief ich aus.
Xavier grinste und wuschelte mir noch einmal durch das Haar. „Die wird dir super stehen, setz sie gleich mal auf.“ Er nahm sie und wollte sie mir auf den Kopf setzen, doch meine Mutter war schneller.
„Die nehme ich.“, meinte sie mit einem gutmütigen Blick in Xavier Richtung. Sie Mütze verschwand hinter ihrem Rücken, noch bevor ich sie genauer betrachten konnte. „Die passt doch überhaupt nicht zu seinem Anzug, Liebling.“; versuchte sie mich lächelnd zu trösten, aber das Half nicht.
Ich stand auf, schob die Unterlippe vor und verschränkte die Arme vor der Brust. Für den Rest des Abends redete ich kein Wort mehr mit meiner Mutter.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Di Jan 03, 2012 6:32 pm

„Mason! Liebling!“, rief meiner Mutter aus der Küche, in der sie gerade das Geschirr den heutigen Tages abwuscht und dabei leise vor sich hin summte.
Ich hatte es mir gerade vor dem Fernseher gemütlich gemacht. Meine Lieblingsserie lief und ich hatte erfolgreich die restlichen Süßigkeiten meiner Party in meiner Jackettaschen gebunkert. Also warum zum Henker, musste sie mich genau jetzt rufen? Aber da ich wusste, dass wenn ich nicht in zwei Minuten dort aufkreuzen wurde, meine Mutter höchstpersönlich ins Wohnzimmer kommen und den Fernseher ausschalten würde, rappelte ich mich aus dem gemütlichen Sessel auf und schlenderte zu ihr in die Küche.
Sie lächelte mich liebevoll an, als sie mich erblickte. „Hilfst du mir beim abwaschen, Liebling? Du kannst abtrocknen.“ Sie warf mir ein Handtuch zu, das ich leichtfertig auffing.
„Mama?“, fragte ich, nachdem wir eine Weile schweigend abgewaschen hatten.
Meine Mutter hob den Blick von dem Schaum im Waschbecken und sah mich fragend an.
„Weißt du eigentlich, dass ich Cecilia echt gerne hab?“ Ich trocknete einen großen Teller ab, was mir nicht leicht fiel, so schwer war er. Doch irgendwie schaffte ich es ihn sicher und trocken auf der Anrichte zu deponieren. „Ist sie eigentlich mit uns verwandt, Mama? Papa kümmert sich immer so lieb um sie.“

Meine Mutter schüttelte gutmütig den Kopf, bevor sie sich zu mir herunter beugte. Sanft nahm sie meine Hände in ihre, die so viel größer wirkten in dem vergleich. „Weißt du, Cecilias Mama, Tante Kelly, ist die aller, allerbeste Freundes deines Papas. Und deswegen kümmert sich Papa auch ganz viel um die kleine Cecilia. So wie Kelly sich auch manchmal um dich kümmert, wenn Mama und Papa abends mal ausgehen.“
Ich erinnerte mich dunkel daran, dass ich früher oft bei Cecilia geschlafen hatte. Aber ich war noch so klein gewesen, dass es mir nicht richtig einfallen wollte. Also nickte ich bloß zufrieden. „Also ist Cecilia nicht meine Schwester, oder meine Cousine oder meine…“ Ich dachte einen Moment nach. „Tante?“
Jetzt lachte meine Mutter aus vollem Halse. Sie richtete sich wieder auf und hielt sich den Bauch. „Nein, Liebling. Deine Tante sowie so nicht.“ Liebevoll strich sie mir über die Wange. „Aber wenn du dich fühlst, als wenn Cecilia deine Schwester ist, ist das vollkommen okay, verstanden?“ Sie küsste mich sanft auf die Stirn. „Manchmal bedeuten uns Menschen uns so viel, dass wir wünschten sie wären mit uns verwandt.“
Das verstand ich und genauso fühlte ich mich bei Cecilia auch. Ich hatte sie ganz einfach schrecklich lieb. Aber meine Mutter auch, als fiel ich ihr dankbar um den Hals. „Ich hab dich lieb, Mama.“
Ich spürte sie Lächelnd. „Ich dich auch, Liebling. Und jetzt ab ins Bett, morgen ist dein erster Schultag.“ Sie löste sich von mir und schob mich schmunzelnd in Zimmerrichtung.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Di Jan 03, 2012 6:55 pm

Haushaltswechseln…

Haushalt 1 Clade
(Kelly, Cecilia)



Kelly…

„Es ist spät, Cecilia.“ Ich nahm meine Tochter bei der Hand und zog sie sanft in ihr Zimmer. „Du hast morgen deinen ersten Schultag, und ich habe keine Lust darauf dich aus dem Bett schmeißen zu müssen.“, murmelte ich mit erhobenen Zeigefinger, was mir jedoch nur einen skeptischen Blick meiner Tochter einfing.
„Mama!“, erwiderte sie seufzend. „Nicht ich bin hier die ohne Disziplin, sondern du!“ Es klang wie einer Erinnerung daran, dass in diesem Haus nicht ich die wirklich Erwachsene war.
Ein Schmunzeln konnte ich mir nicht verkneifen, bei diesen weisen Worten, obwohl ich in sämtlichen Erziehungsratgebern etwas anderes gelesen hatte. Mit viel Ernst und Reife, machte man aus seinem Kind ein Genie, aber das schien bei Cecilia keinesfalls nötig zu sein.
Liebevoll strich ich ihr über das blonde Haar, das so wunderschön lang geworden war. Ich hatte es nie abgeschnitten, ich konnte es einfach nicht. Es erinnerte mich von Tag zu Tag an Mick. „Ich weiß.“, antwortete ich schließlich leise. „Ich weiß, mein Schätzchen.“
Lächelnd sah Cecilia mich an. „Du bist trotzdem die beste Mutter, die man auf der ganzen Welt haben kann!“
„Besser als Tamara?“, fragte ich scherzhaft. Das war ein kleines Ritual von uns, dass sich irgendwann einmal eingebürgert hatte und ihr riesen Spaß zu bereiten schien.

Cecilia schloss ihre kurzen Kinderarme um meinen Hals. „Millionen Mal besser als Tamara!“
Grinsend drückte ich ihr einen liebevollen Gute-Nacht-Kuss auf das blonde Haar und schob die anschließend zum Bett herüber. „Und jetzt ab ins Bett, sonst bekomm ich schon an deinem ersten Schultag einen Brief, dass meine intelligente Tochter mitten im Unterricht einschläft.“
Cecilia lachte leise bei der Vorstellung, schlüpfte aber artig in ihren Schlafanzug und legte sich in ihr Bett. „Aber Menschen brauchen nur acht Stunden Schlaf, Mama, aber wenn ich jetzt einschlafe habe ich 11 Stunden Schlaf.“, erklärte sie mir, dann gähnte sie einmal, bevor sie ihre hübschen Augen schloss und friedlich einschlief.
Ein paar Minuten stand ich noch vor ihrem Bett, und sah zu wie sie ins Land der Träume glitt, bis ich mich schließlich losriss und in die Küche verschwand. Dort schnappte ich mir einen Becher Eis und ließ mich am Tisch nieder, um ihn wehleidig zu verdrücken.
Mick hatte sich verlobt. Mit Tamara. Dass hatte er mir heute erzählt, als wir zu Masons großer Geburtstagsparty antanzten. Er hatte mich mit einem schelmischen Grinsen beiseite genommen und gesagt: „Du wirst es nicht glauben, Kelly, aber Tamara und ich werden heiraten, ist das nicht wundervoll?“

Und ich hatte genickt, auch wenn ich es überhaupt nicht wundervoll gefunden hatte. Es kotzte mich ehrlich gesagt an. Nicht nur, dass Mick noch viel zu jung war, um sich so fest zu binden, nein, denn wenn er sich so fest band, dann sollte doch eigentlich ich die Frau an seiner Seite sein, oder nicht?
Ich schluckte einen Löffel Vanille Eis hinunter und seufzte. Ich hatte mir das alles selbst eingebrockt. Vielleicht hätte es etwas geändert, wenn ich Mick erzählt hätte, dass er Cecilias Vater war, aber ich hatte es einfach nicht übers Herz gebracht sein junges Glück zu zerstören.
Und daran klammerte ich mich jetzt. Ich war ein guter Mensch und ich hatte das Richtige getan.
Dass ich mit Cecilia nun alleine da saß, war nebensächlich. Wir beide brauchten keinen Mann in unserem Haus. Manchmal befürchtete ich sogar, Cecilia brauchte nicht einmal mich, als ihre Mutter, so intelligent wie mein Mädchen war. Und das Schlimmste daran war: Ich brauchte Cecilia mehr als alles andere.
Sie war das Einzige, was mir wirklich von Mick geblieben war.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Di Jan 03, 2012 7:12 pm

Cecilia…

Ich schlüpfte aus dem Bett, noch bevor der Wecker einen Ton von sich geben konnte. Hatte ich meiner Mutter nicht erklärt, dass 11 Stunden viel zu viel waren? Und dann so was: Ich wachte um halb sechs auf.
Vor Aufregung kribbelte mein Magen und hinderte mich daran noch einmal ein Auge zu zumachen und zu schlafen. Ich wollte aufstehen und am liebsten gleich in die Schule gehen. Aber bis dahin dauerte es noch etwas.
Also schlich ich lautlos, und auf nackten Füßen in die Küche, schaltete das Licht an und sah mich um. Alles war sauber, bis auf den Eisbecher, den meine Mutter wohl stehen lassen hatte. Er war leer.
Ich seufzte leise. Dann hatte meine Mutter sich bestimmt wieder die halbe Nacht die Augen ausgeheult, warum, dass wollte sie mir nicht sagen. Sie wollte ja nicht einmal, dass ich bemerkte, dass sie weinte. Aber ich hörte es immer. Die Wände waren viel dünner als sie zu glauben schien und so vernahm ich jeden Schluchzer.
Und manchmal, wenn sie sich dann wieder etwas beruhigt hatte, schlüpfte ich zu ihr ins Bett und nahm sie fest in die Arme. Damit sie nichts merkte tat ich so, als hätte ich Angst im Dunkeln und sie nahm es mir jedes Mal ab.
Wie blöd von ihr, denn ich war schließlich kein Baby mehr und wusste, dass Monster nur in der Fantasie existierten. Und manchmal, wenn ich zu spät noch etwas aß auch in meinen Träumen.
Während ich darüber nachdachte, was diesmal der Grund für ihre Trauer war, schmierte ich mir ein Marmeladenbrot und setzte mich damit an den Tisch, um es zu verspeisen.

Kaum hatte ich drei Happen genommen, ging die Schlafzimmertür auf und meine Mutter betrat, völlig verschlafen den Raum. Sie gähnte einmal laut, bevor sie mich erblickte. „Du bist schon wach?“, fragte sie fassungslos, dann viel ihr Blick auf meinen Teller und sie stöhnte. „Ich wollte dir ein ordentliches Frühstück mache, Cecilia. Pfannkuchen mit Apfelstücken drin, oder so. Warum machst du dir ein Brot?“
„Ich hatte Hunger?“, fragte ich mit ironischem Unterton. Um sie etwas besser zu Stimmen fügte ich anschließend hinzu: „Wie wäre es, wenn du mir heute Nachmittag Früchtekuchen machst? Onkel Mick kommt doch auch zu Besuch, dann kannst du ihm mal zeigen wie herrlich dein Kuchen ist.“
Meine Mutter schlug sich noch einmal stöhnend gegen die Stirn. „Natürlich, Mick kommt ja heute zu Besuch.“ Sie hatte sich neben mir niedergelassen und begann mir ein Schulbrot zu machen. „Das hatte ich total vergessen! Wenn ich dich nicht hätte, Liebes.“ Grinsend schob sie mir das, in eine braune Papiertüte eingepackte Brot herüber. „Ich geh jetzt duschen, Schätzchen. Denk dran, der Schulbus kommt gleich, als zieh dich schnell an okay?“ Sie gab mir einen sanften Kuss auf das Haar und erhob sich. „Viel Spaß an deinem ersten Schultag.“
„Werde ich habe, Mama.“, erwiderte ich lächelnd und sah ihr kurz nach, wie sie im Badezimmer verschwand, bevor sich mich selber erhob um mir mein blaues Blumenkleid anzuziehen.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Di Jan 03, 2012 7:49 pm

Kelly….

Ich hörte laute Stimmung von draußen, während ich einen letzten Blick auf den Früchtekuchen warf, den ich zu Feier des Tages gebacken hatte. Ich wusste, dass es Cecilias Lieblingskuchen war und nach ihrem ersten astregenden Tag in der Grundschule von Sunset Valley, brauchte sie den sicher.
Die Tür ging auf und Cecilia betrat den Raum, im Schlepptau hatte sie den fröhlich vor sich hin plappernden Mick, der ihr wohlerzogen die Tür aufhielt.
„Mama!“, rief Cecilia fröhlich aus, bevor der Schulranzen auf dem Boden landete. „Es war so cool in der Schule! Meine Klassenlehrerin heißt Mrs. Wolkenick. und sie ist total nett.“ Cecilias Augen leuchteten, während sie mir von der Schule erzählte. „Und ich sitze neben Mason, so wie ich es mir gewünscht habe.“
Ich belächelte meine Tochter. „Das freut mich wirklich sehr Schätzchen. Willst du erst ein Stück Kuchen, oder lieber etwas spielen?“, fragte ich sie und deutete auf das Essen auf der Anrichte.
„Ich esse später etwas.“, verkündete sie nach kurzem Nachdenken. „Zu allererst will ich meine Hausaufgaben machen.“ Und schon verschwand sie samt Ranzen in ihrem Zimmer.

Ich lachte leise über den Übermut meiner sechsjährigen Tochter, aber gleichzeitig machte es mich stolz.
„Na hoffentlich bleib das so.“, schaltete sich jetzt auch Mick ein und kam zu mir rüber um mir einen Kuss auf die Wange zu geben. Anschließend sah er auf den Früchtekuchen. „Das sieht himmlisch aus.“
„Nimm dir ein Stück.“, erwiderte ich. Mick vor mir zu haben, machte es komplizierter nicht an ihn zu denken und daran zu glauben, dass ich das Richtige getan hatte. Mit seinen blauen Augen verursachte er bei mir weiche Knie und mit seiner rauen Stimme ein klopfendes Herz. Es war zum Verzweifeln.
Wir ließen uns am Esstisch nieder und verspeisten eine Weile den warmen Früchtekuchen, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Es war eine bedrückende Stille, die eingetreten war, seit dem er sich verlobt hatte.
„Wie geht es Mason?“, fragte ich schließlich, als es mir zu dumm wurde.
Mick schluckte eilig seinen Bissen herunter. „Sehr gut, aber er mag die Schule nicht.“ Sein Lächeln wurde ein Stück breiter, als er an seinen Sohn dachte. „Er sagt er findet es ziemlich blöd so lange still zu sitzen. Zu meinem Leidwesen ist er wohl nicht so Schulvernarrt wie deine Tochter.“ Er grinste mir zu.
Ich erwiderte das Grinsen, wenn auch nicht so stark. Am liebsten hätte ich ihn korrigiert. Unsere Tochter. Stattdessen sagte ich: „Ich weiß auch nicht von wem sie das hat. Ich habe die Schule gehasst.“
Mick grinste immer noch. „Doch nur weil du da ständig an einem Ort bleiben musstest.“
„Musste ich nicht.“, erwiderte ich leise. Ich hob den Blick und sah ihn eine Weile unverwandt an. „Ich bin schon als Kind des Öfteren umgezogen, Mick. Ich bin nie lange an einem Ort geblieben. Meine Eltern sind wie ich.“
„Cecilia anscheint nicht.“ Mick sah mich durchdringend an mit seinen blauen Augen, als wollte er mir zu verstehen geben, dass ich nun nicht mehr einfach so weggehen konnte. „Sie liebt Sunset Valley.“

Ich nickte gelassen. Als wenn ich das nicht gewusst hätte. Sobald ich Cecilia das erste Mal in meinen Armen gehalten hatte, war mir klar geworden, dass ich niemals mit ihr durch die Weltgeschichte trampen würde. Dafür liebte ich sie einfach zu sehr. „Ich hatte nicht vor zu gehen.“; antwortete ich also, etwas unterkühlt. „Cecilia hat hier ihre Wurzeln, und die werde ich ihr auf gar keinen Fall nehmen, Mick.“
Er schien zufrieden, denn er atmete erleichtert aus. „Gut dass wir uns da einig sind.“, murmelte er lächelnd. „Ich wüsste nämlich auch nicht, was ich ohne meine beste Freundin machen sollte.“ Ich spürte seine Hand auf meinen Arm, wie er ihn zärtlich drückte, bevor er sich wieder seinem Kuchen widmete.
Ich erhob mich eilig von meinem Platz und versuchte mir nicht anmerken zu lassen, wie viel mir diese Worte bedeuteten. Es war doch eh nur alles dahin gesagt.
„Mason würde natürlich auch sehr um seine beste Freundin trauern.“ Auch Mick hatte sich erhoben. Er trug seinen Teller zur spüle und ließ ihn dort verweilen, während er mich ansah. „Die beiden sind wie Pech und Schwefel, ist dir dass eigentlich mal aufgefallen?“
Ich nickte. Hinter meinem Lächeln versuchte ich zu verbergen, dass ich das gar nicht so gut fand. Denn in meinen Augen war es einfach nur riskant. „Ja.“, sagte ich trotzdem. „Sie haben sich richtig lieb gewonnen.“
Ich spürte wie Mick meine Arme für einen Moment festhielt und mich zu sich umdrehte, so dass ich ihm ins Gesicht gucken musste. „Ist wirklich alles okay, mit dir Kelly?“, fragte er.
Beruhigend schenkte ich ihm ein Nicken. „Mit mir ist alles in bester Ordnung, Mick. Du brauchst nicht mehr jeden zweiten Tag hier aufkreuzen. Cecilia und ich kommen gut zu Recht.“
Er lachte. „Also eigentlich komme ich nicht wegen dir, sondern wegen der kleinen Prinzessin.“ Sein Lachen verebbte, was blieb war nur der liebevolle Ausdruck auf seinem Gesicht. „Ich bin froh, dass ich dich hab.“ Und dann schloss er mich in seine Arme, wie er es früher schon getan hatte.
Ich erwiderte die Umarmung und versuchte nicht daran zu denken, dass wir nur Freunde waren. Es tat zu weh.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Di Jan 03, 2012 10:52 pm

Cecilia….

„Wo ist denn deine Mama jetzt?“ Mason versuchte vergeblich auf seinem Rad mit mir mitzuhalten. Normal schaffte er das auch, aber da er heute mindestens drei Lunchpakete von seinen Verehrerinnen bekommen hatte, war sein Bauch zu voll gestopft, als dass er sich ordentlich bewegen konnte.
Ich grinste ihm über die Schulter hinweg zu, und gab noch ein kleines bisschen mehr Gas. Ausnutzen war angesagt, schließlich passierte es nicht jeden Tag, dass ich schneller war als Mason Donner. „Sie arbeitet.“, rief ich als Antwort, in der Hoffnung er würde es trotzdem verstehen, auch wenn ich gegen den Wind sprach.
Aber da ich keine weitere Frage oder Antwort von ihm bekam, schloss ich daraus, dass er es nicht gehört hatte.
Endlich hielten wir vor seinem Haus, das auf dem Hügel lag, nur zwanzig Minuten von meinem Haus entfernt. Aber es war um einiges größer und irgendwie wirkte es auch verwunschener. Doch nichts auf der ganzen Welt würde mich dazu bringen hier einzuziehen und meine geliebte Bruchbude zu verlassen.

Neben mir tauchte Mason aus, ein wenig außer Atem. Er schlug mir freundschaftlich auf die Schulter. „Gar nicht schlecht, Sissy.“ Ich hasste diesen Kosenamen und dass wusste er. „Vielleicht steckt in dir doch ein richtiger Kerl. Ich meine hinter all dieser Klugheit und dem Kleidchen.“
Mein Blick viel auf mein Blumenkleid, das ich heiß und innig liebte. „Ich bin kein Kerl“, murmelte ich scharf. „Und ich will auch nie einer sein, vielen Dank trotzdem.“ Und schon marschierte ich an ihm vorbei ins Haus.
„Wir sind da, Mama.“, rief Mason, der mir eilig nachgekommen war. Ohne eine Antwort abzuwarten zog er mich in sein Zimmer, das gleich neben dem Flur lag. Es war ordentlich wie immer und ich vermietete schon sehr lange, dass Tante Tamara einen kleinen Putzfimmel hatte. Mason deutete auf ein Kuscheltier, das ordentlich gegen seine Spielkiste gelehnt auf den Boden saß. „Das ist Ahmad.“, erklärte er mir. „Den hab ich gestern von Papa bekommen. Sieht er nicht toll aus? Er ist ganz neu.“
Ich betrachtete den Bären eine Weile und nickte dann. „Ganz süß eigentlich.“ Aber so wirklich interessierte er mich nicht. Viel lieber spielte ich mit dem Puppenhaus, dass Mason fast nie benutzte.
„Wo ist denn jetzt deine Mama?“, hakte Mason schließlich nach, als ihm die Frage wieder einfiel.
Ich sah ihn verdutzt an. „Wo wohl? Arbeiten natürlich. Wo soll sie denn sonst sein, Mason?“
„Meine Mama ist doch auch immer zu schon zu Hause, wenn ich komme.“, gab er mir zu bedenken.

Mason war mein bester Freund und eigentlich ein ganz liebevoller Kerl, aber feinfühlig ganz und gar nicht, wie mir mal wieder auffiel. Trotzdem hätte ich ihn gegen nichts dieser Welt eingetauscht.
„Sie fängt erst an, wenn ich aus der Schule komme.“, erklärte ich achselzuckend. „Ich würd ja einfach zu Hause bleiben, mir ein Müsli machen und so. Aber Mama ist es lieber, wenn ich zu euch gehe.“ Und ich wusste auch warum. Tamara machte ein warmes Essen für mich, und meine Mutter bestand darauf, dass ich mindestens einmal am Tag warm aß. Und wenn sie nach Hause kam, schlief ich meistens schon.
Mason sah mich einen Moment an, dann grinste er. „Also ich bin froh, dass du hier bist. Solange du da bist muss ich nämlich keine Hausaufgaben machen.“ Grinsend sah er mich an, und ich konnte nicht anders als dieses spitzbübige Lächeln zu erwidern. Mason war der Beste.
„Ich könnte dir helfen.“; schlug ich gutmütig vor. Die Hausaufgaben waren ein Nichts für mich. Länger als dreißig Minuten brauchte ich nie, und die auch nur, wenn ich trödelte und vor mich hinträumte.
Masons Augen blitzen gefährlich auf. „Das wäre voll cool, dann kann ich nachher noch meine Lieblingsserie sehen. Los, lass uns anfange, umso schneller sind wir fertig.“
Wenigstens eine Sache hatte er gelernt, dachte ich belustigt bei mir.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Mi Jan 04, 2012 3:21 pm

Als ich an diesem Samstagmorgen die Küche betrat, war meine Mutter schon auf. Der Duft von frischen Apfelpfannkuchen verteilte sich in der ganzen Wohnung und ließ sie duften wie eine Bäckerei.
Heute musste einfach ein schöner Tag werden. Nicht nur, dass die Sonne draußen am blauen Himmel heiß hinunter schien, nein, es war auch noch Samstag und somit Schulfrei. Das bedeutete, dass ich den ganzen Vormittag etwas mit meiner Mum unternehmen konnte. So gern ich die Schule auch hatte, nichts ging über die Zeit, die ich einfach nur mit meiner Mutter verbringen konnte.
„Guten Morgen mein Schatz.“, begrüßte sie mich lächelnd und küsste mich sanft auf mein blondes Haar. „Hast du gut geschlafen?“ Sie drückte mir einen Teller in die Hand und ließ sich auf einen Stuhl plumpsen.
„Mhh.“, machte ich und setzte mich neben sie. Dass stimmte nämlich nicht so ganz. Ich hatte mich die halbe Nacht herumgewälzt und über vieles nachgedacht. Insbesondere über meinen Erzeuger.
Meine Mutter schien zu merken, dass irgendetwas nicht stimmte, denn ihr Blick wurde sorgevoll. „Ist alles in Ordnung, Schätzchen? Du siehst so nachdenklich aus.“

Langsam schluckte ich den Happen in meinem Mund herunter und sah sie an. Nein, ich durchlöcherte sie fast mit meinem starren Blick, damit sie es ja nicht wagte zu lügen! „Wer ist eigentlich mein…Vater?“ Ich entschied mich für dieses Wort, weil Erzeuger in meinen Augen nicht genug nach Kind klang.
„Weißt du…Schätzchen…also…“, stotterte meine Mutter eine Weile vorsichtig herum, bis sie schließlich tief Luft holte und aus vollem Munde seufzte. „Ich hatte gehofft du würdest mit der Frage noch ein paar Jahre warten.“, erwiderte sie lächelnd, aber es war kein fröhliches Lächeln.
„So ungefähr bis nie?“, fragte ich. Wir beide grinsten und an, weil wir wussten, dass sie genau das gemeint hatte.
„Na gut.“ Sie seufzte noch einmal, legte die Gaben beiseite und drehte sich so zu mir, dass sie mir direkt in die Augen sehen konnte. „“Hör zu, Schätzchen. Ich weiß, dass du es sicher komisch findest, dass du nicht so einen Vater wie Mason hast. Der dir Geschenke bringt und mit dir spielt und dich von der Schule abholt.“
Darüber hatte ich mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken gemacht. Eigentlich wollte ich es aus bloßer Neugierde wissen, aber dass konnte ich meiner Mutter ja schlecht erzählen. Also nickte ich einfach brav, wie kleine Mädchen in meinem Alter das wohl machten.

„Dein Vater ist…“ Sie hob eine Augenbraue. „Anders würde ich das nennen.“ Kopfschüttelnd fischte sie wieder nach der Gabel und begann nervös mit ihr zu hantieren. „Er ist ein sehr lieber Kerl gewesen, aber nun einmal nicht dazu bestimmt…Vater zu sein. Und das liegt mich Sicherheit nicht an dir.“, fügte sie eilig hinzu.
Ich konnte mir ein breites Grinsen nicht verkneifen, bei der niedlichen Geschichte die meine Mutter da erzählte. Im Klartext hieß das eigentlich: Dein Vater war ein One Night Stand, mit folgen.
Aber um sie nicht zu verunsichern nickte ich wieder. „Das bedeutet er lebt nicht hier?“
„Nein.“ Meine Mutter erhob sich, schnappte die beiden Teller und stellte sie in die Spüle. Mit einem liebevollen Lächeln drehte sie sich zu mir um. „Aber bitte nimm dir das nicht zu Herzen, ja? Er hat es gar nicht verdient dich als Tochter zu haben, Cecilia.“ Sie kam zu mir, nahm mich fest in den Arm und bedeckte mein Gesicht mit Küssen. „Du bist eine wundervolle Tochter, und ich fühle mich geehrt, dass ich dich habe.“
„Danke, Mama. Ich hab dich auch lieb.“, erwiderte ich und drückte ihr als Unterstreichung einen dicken Schmatzer auf die Wange. Dass ich im Hinterkopf schon einen neuen Plan durchging, um nach meinen Vater zu suchen, verriet ich ihr natürlich nicht. Das würde ich ganz alleine schaffen. Mit Mason.
„Jetzt geh noch ein bisschen spielen, bis ich mich angezogen hab, ja?“ Sie schubste mich sanft in Richtung Zimmer. „Dann fahren wir in die Stadt und gehen einkaufen. Wir haben nichts mehr im Haus.“
Artig nickte ich und verließ die Küche, um mich in mein Zimmer zu begeben. Ich musste unbedingt mit Mason reden und ihn von meinem Plan unterrichten.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Mi Jan 04, 2012 3:44 pm

Ich stieg aus dem Auto, und das Erste was ich sah, war Mason, der gelangweilt auf dem Kantstein saß und vor sich hin starrte. „Mum, guck mal, da ist Mason.“ Ich deutete mit dem Finger auf ihn. „Darf ich zu ihm?“
Meine Mutter nickte, nachdem sie kurz überlegt hatte, warf mir dann aber einen warnenden Blick zu. „Aber bleibt hier in der Nähe, damit ich euch nachher nicht suchen muss.“ Ihr Blick wurde wieder sanfter als sie mir hinter her rief: „Frag ihn doch, ob er heute zum Essen kommen will. Es gibt Käsemakaronie!“
Ich winkte nur noch und beeilte mich dann zu meinem besten Freund zu kommen, der sich schon erhoben hatte, kaum dass ich in seinem Sichtfeld aufgetaucht war. „Hey Mason.“, begrüßte ich ihn lachend.
„Was machst du denn hier?“ Irritiert sah er mich an, dann an mir vorbei. „Bist du mit Tante Kelly da?“
Ich nickte. „Sie ist kurz einkaufen gegangen.“ Mit erhobener Augenbraue sah ich ihn an. „Und warum sitzt du hier ganz alleine? Haben deine ganzen Verehrerinnen keine Zeit für dich, oder was?“ Ich kicherte.
Mason zog eine Grimasse, bevor er antwortete. „Ich hab keine Lust heute mit den zu spielen.“, gestand er mir Achselzuckend. „Es ist total langweilig in Sunset Valley. Ich würd viel lieber woanders hin.“

„Und wo?“, fragte ich belustigt. Im Gegensatz zu ihm wusste ich, dass es praktisch unmöglich war hier wegzuziehen, und ganz und gar unmöglich in unserem Alter. Es sei den Onkel Mick und Tante Tamara entschieden sich dafür, was ich stark bezweifelte, schließlich war Tante Tamara hier geboren.
Mason steckte seine Hände in die Hosentasche und sah in den Himmel, mit dem Blick der sämtliche Mädchen zum Schmelzen brachte „Weiß nicht.“, nuschelte er. „Vielleicht nach China, oder so. Oder New York!“ Seine lilanen Augen begangen zu glänzen vor Aufregung. „Man, was man in New York alles sehen könnte.“
Ich rollte mit den Augen. „Du bist acht Jahre alt, Mason. Die Polizei hätte dich aufgegriffen bevor du auch nur ein Buis betreten könntest.“ Gewissenhaft ignorierte ich seinen wütenden Blick, den er mir zuwarf und wechselte das Thema. „Aber ich hab eine Idee, was wir machen könnten, damit dir nicht mehr so langweilig ist!“
Jetzt schien er interessiert, denn der aufgebrachte Ausdruck war verschwunden und stattdessen sah er mich fragend an. „Und das wäre?“
Ich machte eine Pause, um die Stimmung zu steigern. „Ich will meinen Vater kennenlernen.“, rief ich aus.
Mason zeigte nicht die von mir erwartete Reaktion. Perplex sah er mich an. „Dann ruf ihn dich an.“ War sein wenig hilfreiches Kommentar zu meiner Aussage und sein Interesse schien auch nicht mehr geweckt.

Wieder rollte ich mit den Augen. Aber es war ja meine eigene Schuld. Manchmal vergaß ich, dass Mason mit nicht besonders viel Hirn gesegnet schien. „Mason!“, erinnerte ich ihn seufzend. „Ich kann ihn nicht anrufen, weil ich seine Nummer nicht hab.“ Er machte den Mund auf, doch ich widersprach schon: „Und nein, ich kann auch meine Mutter nicht fragen, ob sie mir die Nummer gibt, weil sie sie nicht hat.“
Mason schloss seinen Mund wieder. Nachdem er eine Weile überlegt hatte, nickte er. „Na dann kann ich verstehen, dass du ihn suchen willst. Und wie willst du das machen?“
„Ich werde ins Rathaus gehen und meine Geburtsurkunde verlangen.“, entschied ich, erfreut über meine Idee.
Doch Mason machte mir schon im nächsten Moment mit seiner geistreichen Bemerkung einen Strich durch die Rechnung. „Du lachst mich aus, weil ich als acht Jähriger nach New York willst, bist aber der Meinung das die Leute im Rathaus dir, einer ebenfalls acht Jährigen einfach so deine Geburtsurkunde geben?“
Verblüfft sah ich ihn an. So viel Grips hatte ich meinem besten Freund gar nicht zu getraut. „Das stimmt allerdings.“, erwiderte ich nachdenklich. Ein anderer Plan muss her. „Und jetzt?“
„Keine Ahnung, du bist das super Hirn.“ Mason grinste und haute mir freundschaftlich gegen die Schulter. „Aber hey, egal welche Idee du ausheckst. Ich bin dabei und helfe dir. Versprochen.“
Dankbar viel ich ihm um den Hals. „Du bist der Beste, danke Mason.“
„Beste Freunde tun so was.“, erinnerte er mich gutmütig, bevor er mich von sich löste. „Aber auf so dolle Umarmung stehen coole Jungs wie ich ganz und gar nicht, Baby.“ Er grinste.
Obwohl ich ebenfalls grinsen musste, handelte er sich für sein ‚Baby‘ einen Schlag auf die Schulter ein. So etwas musste von Anfang an unterdrückt werden.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Mi Jan 04, 2012 4:03 pm

Kelly…

Ich schaltete das letzte Licht in der Küche aus, horchte noch einmal an der Tür meiner Tochter und ging dann ins Schlafzimmer. Sobald ich die Tür geschlossen hatte brach ich in Tränen aus, so wie letzte Nacht, die Nacht davor und die ganzen Nächte da vor. Es war unmöglich, aber ich konnte nichts dagegen tun.
Mick fehlte mir in jeder Sekunde. Es war als brauchte ich ihn zum Atmen, zum Leben. Ohne ihn war ich nicht wirklich da und so allein. Wenn ich Cecilia nicht gehabt hätte, wäre ich sicher nicht mehr hier.
Dass einzige was mir Trost spendete, war der Gedanke, dass ich Recht behalten hatte.
Mick war mehr als glücklich mit Tamara. Sie war von Anfang an die Richtige für ihn gewesen und nicht ich. Liebevoll kümmerte sie sich um ihn und ihrem gemeinsamen Sohn Mason. Hätte ich auch so sein können? Ich war nie die perfekte Hausfrau gewesen und meinen Job liebte ich auch über alles. Es hätte nicht geklappt.
Und nun bezahlte ich hart dafür, wer ich war und welche Entscheidungen ich getroffen hatte.

Bessie hatte mir bei unserem letzten Gespräch gesagt, dass es auch für mich jemanden geben würde, mit dem es mehr als passte. Und daran versuchte ich zu glauben. Für mich und für Cecilia.
„Mum?“, es klopfte zaghaft an meiner Zimmertür und im nächsten Moment stand Cecilia im Türrahmen, einen besorgten Gesichtsausdruck auf dem Gesicht. „Kann ich reinkommen?“
Unauffällig und schnell wischte ich mir die Tränen aus dem Gesicht und setzte ein mattes Lächeln auf. „Natürlich Schätzchen, hast du wieder schlecht geträumt?“
Sie nickte, schlug die Decke weg und legte sich vorsichtig neben mich in mein großes Doppelbett.
Ich nahm sie zärtlich in den Arm und strich ihr unaufhörlich über das lange Haar. „Erzähl mir von deinem Traum, Cecilia. Wenn man darüber spricht ist er meistens gar nicht mehr so gruselig.“
Cecilia drehte sich zu mir um und lächelte. Mein Lieblingslächeln, auf der ganzen weiten Welt. „Ich hab geträumt du würdest weggehen und nie wieder kommen.“, erzählte sie leise.
„Ich würde niemals ohne dich gehen, dass weißt du doch.“, klärte ich sie rasch auf, denn schon allein der Gedanke, sie könnte vor so etwas Angst haben, ließ mein Mutterherz schmerzen. „Ich liebe dich, meine Kleine und ich würde dich niemals alleine lassen. Das verspreche ich dir hoch und heilig.“

„Aber du bist nicht glücklich.“ Sie sah mich an, mit diesem Blick den ich schon des Öfteren bemerkt hatte. So erwachsen und klug, dass es einem Angst machen konnte.
„Wie kommst du darauf?“, fragte ich und versuchte sie durch mein überzeugendes Lächeln zu beruhigen. „Ich bin sehr, wirklich sehr glücklich so eine wundervolle Tochter wie dich zu haben. Warum sollte ich auch nicht?“
„Aber dann würdest du nicht jede Nacht weinen, Mum.“ Es klang nicht anklagend, aber es fühlte sich so an.
„I-ich…ich mache mir nur Sorgen.“ Beunruhigt nahm ich sie fest in meine Arme, auch um ihr nicht mehr in die Augen sehen zu müssen, wenn ich sie schon wieder anlog. Ich hatte nicht gewusst, dass sie das alles mitbekommen hatte und es tat mir unendlich leid. „Es gibt Dinge im Leben, Cecilia, über die musst du dich erst sorgen, wenn du erwachsen bist, hörst du?“ Ich spürte sie nicken. „Und bis dahin überlässt du es einfach mir, denn dafür bin ich ja da. Mütter sind das Schutzschild ihrer Töchter.“ Ich küsste sie sanft auf den Kopf. „Und jetzt mach die Augen zu und schlaf. Morgen musst du früh aufstehen.“

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Mi Jan 04, 2012 4:27 pm

Haushaltswechsel…

Haushalt 2 Cunningham / Donner
(Mick, Tamara, Mason)


Mick…

„Danke, dass du auf sie aufgepasst hast.“ Kelly lächelte mir zu, aber sie sah gestresst aus. „Ich verspreche euch, dass ich sie das nächste Mal nehmen werde, aber momentan sind meine Arbeitszeiten einfach schrecklich.“
„Mach dir keine Sorgen.“ Ich streichelte fürsorglich ihren Arm. „Cecilia ist bei uns in guten Händen, und glaube mir, wir verstehen das.“ Ich warf Tamara einen kurzen Blick zu, die im Türrahmen zu Schlafzimmer stand und zuhörte. Ihr Gesichtsausdruck war skeptisch. „Wir arbeiten ja auch Vollzeit.“
Kelly nickte leicht abwesend. „Cecilia ist auch so gerne hier, dass ich fast kein schlechtes Gewissen hab.“ Ihr Lächeln richtete sich wieder an mich. „Sie ist schrecklich vernarrt in dich.“
„Geht mir genauso.“, antwortete ich lachend. Cecilia war seit ihrer Geburt so etwas wie eine Tochter für mich geworden. Ich liebte das kleine Mädchen heiß und innig. Ihr Intelligenz, ihre Witzigkeit, ihre Schlagfertigkeit und das Lächeln, dass sie eindeutig von ihrer Mutter geerbt hatte. „Mach dir wirklich keinen Kopf.“, sagte ich noch einmal. „Wir haben Cecilia wirklich sehr gerne bei uns. Sie ist eine Bereicherung.“
„Nicht nur für euch.“ Kelly lachte leise. „Ich wüsste gar nicht mehr was ich ohne sie machen würde.“

„Und am Anfang wolltest du überhaupt nie Kinder.“, erinnerte ich sie mit einem Zwinkern. Ich verstellte meine Stimme um ein wenig weiblicher zu klingen. „Ich will kein Spießerleben, Mick. Hörst du?“
Kelly und Tamara lachten beide, über meine billige Imitation von Kelly, aber sie war wirklich sehr schlecht gewesen, dass wusste ich ja selber.
„So, wir machen uns dann mal auf den Weg.“ Kelly drehte sich zum Kinderzimmer. „Cecilia, kommst du? Wir wollen los. Zu Hause wartet noch ein nicht beendetes Brettspiel!“
Und im nächsten Moment tauchte das blonde Mädchen im Flur auf. „Oh ja, Mum.“ Sie sah mich und Tamara für einen Moment an und lächelte höflich. „Vielen Dank, dass ich hier sein durfte.“
„Immer wieder gerne.“, antwortete ich und schloss hinter den beiden die Haustür. Als ich mich umdrehte war Tamara verschwunden, aber ich hörte den Fernseher aus dem Wohnzimmer. Langsam folgte ich den Klängen und erblickte sie auf dem Sessel sitzend. „Alles gut?“, fragte ich.
Sie nickte, aber das Lächeln auf ihrem Gesicht war keinesfalls echt. Und als ich sie mit erhobener Augenbraue ansah, seufzte sie kurz. „Meckere mich nicht gleich wieder an, Mick, aber ich finde Kelly sollte ein größeres Augenmerk auf ihre Tochter haben, als auf ihren Beruf.“
„Sie hat beides im Griff.“, erwiderte ich kühl. Es machte mich praktisch wahnsinnig, wenn Tamara wieder die Supermutter spielen musste. Kelly war eine gute Mutter, dass konnte man an Cecilia doch ganz klar sehen.

„Du bist schon wieder wütend.“ Kopfschüttelnd wandte sie die Augen von mir ab und sah wieder auf den Bildschirm, als wäre das Thema für sie beendet.
Ich fuhr mir durch das blonde Haar. „Wie sollte ich das auch nicht sein, Tamara? Du hast ständig etwas an meiner besten Freundin zu meckern, das geht einfach nicht. Ich hab darauf keine Lust mehr!“
„Und weißt du worauf ich keine Lust habe?“, fauchte sie mich zu meiner großen Überraschung an. Tamara wurde nie besonders laut und fauchen tat sie sowieso nicht. „Ich habe keine Lust mehr mich ständig vor dir rechtfertigen zu müssen, Mick! Auf welcher Seite stehst du eigentlich? Auf die deiner Frau oder die deiner besten Freundin?“ Sie erhob sich und stampfte aus dem Wohnzimmer.
Bevor sie ganz aus meinen Augen verschwand rief ich hinter her: „Seiten? Wo gibt es denn da Seiten? Warum musst du so fürchterlich übertreiben?“ Seufzend ließ ich mich auf dem Sofa nieder, dass wohl für die heutige Nacht mein Begleiter sein würde.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Mi Jan 04, 2012 4:54 pm

Auch am nächsten Tag wurde die Stimmung zwischen mir und Tamara nicht besser. Während ich duschte, schminkte sie sich im Bad, wobei wir normalerweise in ein angeregtes Gespräch verfielen, diesmal aber nur schweigend unsere Dinge verrichteten. Es war ungewohnt.
Als ich zum Tisch kam, saß Mason schon da und schlang einen gefüllten Teller mit Salat in sich hinein. Als er mich bemerkte grinste er. „Hey, Dad. Salat zum Frühstück schmeckt megamäßig.“ Er hob den Daumen.
Ich erwiderte sein Grinsen, was mir trotz des Streites ungewöhnlich leicht fiel. Mason bracht einen immer zum Lachen, sei es wegen seiner Worte oder wegen seiner Taten. Auf den guten Rat von ihm hin, nahm ich mir ebenfalls einen Teller mit Salat und setzte mich neben ihn. „Gut geschlafen, Sohnemann?“
Er nickte. „Sehr gut sogar!“ Geräuschvoll ließ er die Gaben auf den Teller fallen, weil er seine Hände zum gestikulieren benötigte. „Ich war ein Profifußball Spieler, Dad! Also, natürlich nur in meinem Traum, aber es war schon verdammt cool. Nur durch mich konnten wir den Pokal holen.“ Er grinste stolz.
Schmunzelnd klopfte ich ihm auf die Schulter. „Wenn du willst können wir beide uns mal ein richtiges Spiel angucken, hm? Morgen an deinem Geburtstag spielen die Lamas gegen die Sharks.“

Seine lilanen Augen wurden groß. „Du meinst wir können uns ein echtes Spiel angucken, Dad?“ Ich nickte. „Das wäre so megamäßig toll, danke Dad!“ Freudig fiel er mir um den Hals.
„Setz dich hin, Mason und esse dein Frühstück auf.“ Tamara hatte den Raum betreten. In der Hand hielt sie ein grünes Buch, das schon ganz zerflattert war. „Und was ist megamäßig toll?“ Ihr Blick huschte zwischen mir und Mason hin und her, die Augenbraue hochgezogen.
„Mason und ich werden morgen nach der Schule das Spiel der Lamas angucken.“, erklärte ich und schenkte ihr ein beruhigendes Lächeln. „Du brauchst also nicht zu kochen.“
„Ach ja?“, antwortete sie wütend. Zwischen ihren Augenbrauen hatte sich eine steile Falte gebildet. „Wie schön, dass ihr einen wunderbaren Nachmittag im Station verbringt, aber was ist mit mir?“
So hitzköpfig hatte ich meine Verlobte noch nie gesehen. Mason und ich warfen und gegenseitig verdutzte Blicke zu. „Wenn du mit willst, kannst du gerne mitkommen. Ich wusste nicht…“
„Eben!“, rief sie aus. „Du weißt nie etwas, Mick Cunningham.“ Mit einem lauten Knall landete das Buch auf dem Esstisch, der so erzitterte, dass Masons und meine Teller leise klirrten. „Vielleicht fragst du mich einfach erst einmal nach meiner Meinung, schließlich hat UNSER Sohn morgen Geburtstag! Vielleicht möchte ich auch mit ihm zusammen feiern, und das nicht im Stadion. Aber meine Meinung interessiert dich ja nicht!“

Darauf wollte sie also hinaus. Sie war mir immer noch böse wegen dem gestrigen Abend. Seufzend ließ ich den Kopf hängen. „Können wir das vielleicht nicht vor dem Jungen klären?“, fragte ich leise.
Tamaras Blick huschte zu Mason, der besorgt auf seinem Stuhl saß und das ganze Schauspiel mit ansah. Sie setzte eilig ein Lächeln auf. „Tut mir wirklich sehr leid, Mason. Mama ist nur etwas…gestresst.“
Ich unterstützte sie. „Am besten du gehst schon einmal raus, der Schulbus kommt gleich.“
Ohne ein weiteres Wort erhob sich Mason von seinem Platz und sprintete zur Tür. Keine Fünf Minuten später hielt er gelbe Bus vor der Haustür, ließ ihn einsteigen und brauste zum nächsten Haus los.
Ich sah Tamara skeptisch an. „Ich muss jetzt los, wir reden nachher.“ Und dann ging ich mich anziehen.



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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Mi Jan 04, 2012 8:00 pm


Tamara…

Ich fühlte mich den ganzen Tag schlecht wegen meines kleinen, oder eher großen Ausbruches am gestrigen Morgen. Was war mir eingefallen Mick so vor dem Jungen anzufahren? Er war doch noch so klein.
Dass heute sein Geburtstag, und somit auch sein Eintritt ins Teenageralter war, verdrängte ich erfolgreich.
Ich seufzte resigniert, setzte die letzten Kerzen auf den frisch gebackenen Kuchen und bedachte ihn mit einem strafenden Blick, als sei er ganz alleine daran schuld, dass ich so wütend war.
Was fiel Mick auch ein, ständig mich in Frage zu stellen und nicht auch mal Kelly? Wir wollten heiraten!
Noch eher ich mich wieder hineinsteigern konnte, ging die Haustür auf und meine beiden Männer kamen nach Hause. Ich hörte sie laut plappern über das Spiel und es erfüllte mich mit Zufriedenheit.
„Hey Mum.“, begrüßte Mason mich grinsend. Sein Blick fiel auf den bunten Kuchen, der immer noch auf der Anrichte stand. „Oh wow, der sieht ja super aus. Ist der für mich?“

„Für wen denn sonst, Geburtstagskind?“, fragte ich lachend, nahm seine Mütze ab und wuschelte ihm durch das blonde Haar. „Du hast doch Geburtstag heute, also hab ich dir einen Kuchen gebacken.“
Er schubste meine Hand genervt weg. „Mum, här auf damit, ich bin jetzt groß. Kein Baby mehr.“
Lachend warf ich Mick einen wehleidigen Blick zu, der ihn nur grinsend erwiderte. Der Streit schien vergessen zu sein. „Du wirst immer mein kleiner Junge sein.“ Ich küsste Mason sanft auf die Wange, was er natürlich eilig wieder weg wischte. Wie er es früher schon immer getan hatte. Mein Junge wurde erwachsen.
Seufzend nahm ich den Kuchen in beide Hände und trug ihn ins Wohnzimmer, wo ich ihn auf den Esstisch stelle. „Na, dann puste mal die Kerzen aus. Mein großer Junge.“ Ich lächelte sanft.
Mason ließ sich das nicht zweimal sagen. Ohne lange nachzudenken beugte er sich über den halben Tisch und pustete die Kerzen aus, die ich für ihn darauf gesteckt hatte. Und kaum hatte ich einmal geblinzelt war aus meinem kleinen Jungen ein großer junger Mann geworden.
Er sah wirklich wundervoll aus. Meine Augen, meine Nase, groß und gut gebaut. Das blonde Haar seines Vaters, das noch ein ganzes Stück länger geworden war. Mein großer Mason.

„Deine Geschenke liegen in deinem Zimmer.“, erklärte Mason und deutete mit den Kopf in die Richtung. „Sie werden dir gefallen, na los Junge, geh schon.“ Und auch das ließ Mason sich nicht zweimal sagen.
Mick hingegen verließ das Haus und ich folgte ihm auf leisen Sohlen. Als wir draußen waren hielt ich ihn sanft auf. Ich wollte das klären, ehe das Ganze in einen handfesten Streit ausartete. „Mick, lass uns reden.“
Er drehte sich zu mir um, die Lippen fest aufeinander gepresst. Wie damals, als ich ihm erzählte, dass ich schwanger sei. Es machte mir Angst. „Das sollten wir.“, antwortet er unsicher.
„Es tut mir Leid.“, flüsterte ich leise, kam ihm näher und schmiegte mich eng an seine durchtrainierte Brust. „Ich weiß selber nicht was in mich gefahren ist, aber irgendwie…ich war auf einmal so sauer.“
Mick schüttelte den Kopf. Ich spürte wie er seine Arme um meine Taille legte mich und mich noch enger an sich heran zog. „Mir tut es auch leid. Wir sollten einfach nicht mehr streiten, dass macht doch keinen Sinn.“ Liebevoll küsste er meinen Scheitel. „Und wenn ich ehrlich bin hast du mir schrecklich gefehlt letzte Nacht.“
„Und du mir erst.“, erwiderte ich kichernd, dann küsste ich ihn leidenschaftlich. „Lass uns nachholen, was wir letzte Nacht verpasst haben. Mason ist beschäftigt, also komm.“
Und diesmal war er es, der sich das nicht zweimal sagen ließ.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Mi Jan 04, 2012 9:05 pm

Mason…

„Mum?“ Ich nahm die große Schüssel mit Käsemakaronie vom Herd und behielt sie in der Hand. Ein Glück kaufte Mum immer das perfekte Termogeschirr. Nichts drang nach drinnen und nichts drang nach draußen.
Meine Mutter sah auf vom der Spüle, in der sie gerade die Tassen vom Frühstück abwusch.
„Mum, kann ich dich was Wichtiges fragen?“ Ich sah sie ein wenig beschämt an, so peinlich war mir das. „Aber bitte erzähl es nicht gleich deinen Freundinnen weiter, ja?“
Entrüstet sah meine Mutter mich an. „Als wenn ich das immer…“ Sie verstummte, als ich ihr einen skeptischen Blick zu warf, atmete einmal durch und nickte dann. „Erzähl schon, was ist los?“
Ich stellte die Schüssel zurück auf die Anrichtete und lehnte mich dann gegen diese. „Da gibt es so ein Mädchen, Mama.“ Ihre Augen begangen zu glänzen, aber ich ignorierte es. „Sie heißt Dietlinde und geht jetzt in meine Klasse. Vorher ist sie in meine Parallelklasse gegangen.“

Meine Mutter ließ sein ein Quietschen hören, bevor sie sich die Hände erschrocken auf den Mund presste. „Tut mir leid.“; murmelte sie. „Erzähl einfach weiter und ignorier deine alte Mutter einfach.“
Ich schmunzelte, bevor ich mich wieder auf das Thema konzentrierte. „Na ja, sie ist ganz cool eigentlich, weißt du was ich meine?“ Errötend fuhr ich mir durch das Haar, etwas, dass ich mir von meinem Vater abgeguckt hatte. „Lustig und nett, nicht so wie die anderen Mädchen. Ich weiß nicht…“ Ich verstummte.
Meine Mutter schüttelte den Kopf. Ein Lächeln hatte sich auf ihren Mund gelegt, dass mir zeigte, dass jetzt ein etwas längerer Vortrag kommen würde. „Ich dachte zwar immer, dass du und Cecilia mal ein niedliches Paar werden würde, aber wenn du ein anderes Mädchen lieber magst, ist das schon okay.“ Ich warf ihr einen entgeisterten Blick zu, den sie aber übersah. „Dietlinde ist ein wirklich außergewöhnlicher Name, woher kommst sie? Ich hab ihn wirklich noch nie gehört.“

„Mum!“, rief ich dazwischen. Das passierte immer, wenn man meiner Mutter eine normale Frage stellte. Es artete aus! „Ich will doch nur wissen, was ich jetzt tun soll!“ Ich rollte mit den Augen.
Meine Mutter seufzte, murmelte sich selber irgendetwas zu und brachte zwei gefüllte Teller zum Tisch. Ich folgte ihr unauffällig, bis sie sich hingesetzt hatte. „Wenn du ein Mädchen magst, zeig es ihr.“
Ich sah sie an, wartete auf noch mehr Tipps, aber da kam nichts mehr. „War das alles?“, fragte ungläubig.
Meine Mutter lachte schallend auf. „Mason, was soll ich dir denn sagen? Wenn du Dietlinde gern hast, dann sag ihr das und treffe dich mit ihr. Ein Date, weißt du?“
Ich seufzte leise. „Ich hätte doch Dad Fragen sollen.“, flüsterte ich mir selber zu, bevor ich meiner Mutter ein Nicken schenkte. „Das werde ich tun, Mum, eine fabelhafte Idee.“

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Mi Jan 04, 2012 9:41 pm

Dem Himmel sei Dank kam alles ganz anders. Ich verbrachte den Samstagvormittag nicht wie sonst zu Hause, denn dort war in letzter Zeit ständig dicke Luft, sondern beschloss ein wenig spazieren zu gehen. Am liebsten wäre ich zu Cecilia gefahren, aber die verbrachte ihr Wochenende mit einer Schulstudie, für die sie lernen musste. Es war zum Haare ausreißen wie verschieden wir waren.
Gerade als ich am Schwimmbad vorbei ging, hörte ich meinen Namen. „Mason! Hey, Mason!“
Erschrocken drehte ich mich um und sah nach, wer nach mir rief. Und als ich sie entdeckte, hob meine Stimmung sich augenblicklich. „Hey Dietlinde, was machst du denn hier?“ Ich betrat das Schwimmbad und sah mich suchend nach der Mädchenclique um, die normalerweise um sie herum stand. Doch sie schien alleine zu sein. „Bist du ganz alleine?“
Sie nickte und lächelte mich erneut an. Mit ihrem hübschen Lächeln, was mich schon vom ersten Tag an verzaubert hatte. „Ich wollte mir mal einen ruhigen Vormittag machen.“

„Dann will ich dich nicht stören.“, erwiderte ich eilig und wollte mich schon wieder umdrehen, als sie vorsichtig meinen Arm packte. Ich sah sie schüchtern an.
„Ich hätte dich nicht gerufen, wenn ich nicht mit dir Zeit verbringen wollte.“, erklärte sie mir schelmisch grinsend. Dann drückte sie mir eine Tube Sonnencreme in die Hand. „Außerdem bin ich etwas eigennützig. Würdest du mir vielleicht den Rücken eincremen, ich will keinen Sonnenbrand bekommen.“
Ich nahm die Tube entgegen, quetschte mir ein wenig auf die Hand und begann dann zärtlich ihren Rücken einzucremen. Noch nie war ich ihr so nah gewesen und ich konnte es kaum glauben. Dietlinde und ich standen leicht bekleidet, okay, zumindest sie, im Schwimmbad und ich cremte ihr fröhlich den Rücken ein. Man hatte ich ein Glück, dass musste ich Cecilia erzählen, sobald sie wieder erreichbar war.

„Hast du Geschwister, Mason?“, brachte sie mich aus meinen tiefen Gedanken. Sie klang neugierig.
„Na ja, so richtig nicht.“, erwiderte ich nachdenklich und erinnerte mich an den Tag, an dem ich meinen Vater fragte ob Cecilia meine Schwester sei. Ich musste ein Grinsen unterdrücken. „Cecilia ist so etwas, wie meine Schwester, aber das ist ein bisschen komplizierter.“
Dietlinde drehte sich lächelnd zu mir um. Lächelte sie eigentlich nur? Wie wunderbar. „Das kenne ich. Ich hab mich schon gefragt wie die Beziehung zwischen euch aussieht…ich meine…“ Sie kicherte verlegen.
„Wir sind eben so etwas wie Geschwister.“, beeilte ich mich zusagen, etwas nervös. „I-ich meine…also da gibt es niemanden…also…ich weiß ja nicht. Und bei dir?“
Dietlinde schüttelte ihren Kopf und strich sich eine Strähne ihres braunen Haares aus dem Gesicht. „Es gibt schon jemanden, aber…na ja…es ist nicht so, dass er es weiß.“ Sie zwinkerte mir zu.
Okay, dachte ich grinsend bei mir. Die hatte ich im Sack, aufjedenfall!

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Do Jan 05, 2012 12:50 pm

Mick…

„Liebling?“ Tamara steckte den Kopf in Masons Zimmer, in dem ich gerade die Spielkonsole reparierte, nachdem sie einen Tag zuvor zu Bruch gegangen war. Sie lächelte sanft. „Was machst du?“
Ich sah auf von meinem Schraubenzieher, warf ihr einen ironischen Blick und deutete auf die Konsole. „Wonach sieht das denn, aus Liebling?“ Grinsend richtete ich mich ein Stück auf und sah sie an.
Sie schien besorgt, denn obwohl sie lächelte, konnte ich den nachdenklichen Ausdruck in ihren Augen sehen.
„Können wir vielleicht reden?“, fragte sie zaghaft, schloss die Tür hinter sich und ließ sich auf das Sofa, dass ich Mason gestern zum Geburtstag gekauft hatte. Sie faltete ihre Hände kaum merklich in ihrem Schoß und sah mich abwartend an, als erwartete sie ein Widerwort.
„Natürlich.“ Ich ließ mich neben ihr nieder, nervös und ängstlich. Hatte sie vielleicht herausgefunden, dass sie ohne mich ganz gut konnte, und wollte sich trennen? Aber der Streit war geklärt, oder nicht?

Tamara sah mich an, immer noch lächelnd, aber leicht zitternd. „Du weißt doch noch, als ich so ausgerastet bin, oder?“ Besorgt sah sie mich an, einen entschuldigenden Blick in den Augen. Nachdem ich genickt hatte, fuhr sie fort, aber sie schaffte es nicht mehr mich anzusehen. „Wie gesagt, es tut mir leid. Und ich weiß selber nicht was da in mich gefahren ist…ich war irgendwie…neben der Spur, würde ich sagen.“
Kopfschüttelnd ergriff ich ihre Hand. „Wir haben das geklärt, Tamara. Ich bin dir nicht mehr böse.“
Jetzt war sie es, die den Kopf schüttelte und mich mit einer einzigen Handbewegung zum Schweigen brachte. „Ich weiß doch, Mick, aber darum geht es nicht.“ Sie atmete tief durch, bevor sie sich noch etwas gerader hinsetzte und sich so zu mir drehte, dass sie mir in die Augen sehen konnte. „Ich war beim Arzt Mick, und hab mich untersuchen lassen, weil mir seit Tagen schon des Öfteren schlecht war. Und, ich bin schwanger.“
Schon bei den ersten Worten hatte ich es geahnt, und trotzdem irgendwie nicht wahrhaben wollen. Noch ein Kind also. Natürlich liebte ich Mason, und ich war mir auch sicher, dass ich unser zweites Kind lieben würde, aber eigentlich wollte ich kein weiteres. Mason reichte. Mason und Tamara. Mehr nicht. Ich schluckte.

„Ich weiß, dass es nicht geplant war.“, beeilte sie sich zu sagen, einen ängstlichen Gesichtsausdruck in den Augen, wie damals bei Mason. „Aber Mason war auch nicht geplant, und er ist wundervoll.“
„Ja.“, antwortete ich abwesend. Zu Mehr war ich gerade nicht im Stande. Was sollte ich denn auch sagen? Sie war schwanger und dass würde sich nicht mehr ändern lassen, egal was ich tat.
Ich spürte wie Tamara sich eng in meinen Arm schmiegte und ihren Kopf an meine Brust drückte, als suchte sie Schutz. „Es tut mir leid, dass ich dich so damit überfall. Du scheinst dich nicht zu freuen.“
„Doch natürlich freu ich mich.“, sagte ich eilig, damit sie keinen falschen Verdacht schöpfte. Ich hob ihr Kinn mit den Fingern sanft, damit sie mich ansah und lächelte. „Du wirst bald meine Frau und was kann ich mir mehr wünschen, als noch ein kleines Kind mit dir?“
Sie erwiderte das Lächeln glücklich. Mutterglück stand in ihren feuchten Augen. „Ich freu mich auch, Mick.“

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Do Jan 05, 2012 1:06 pm

Mason…

Dietlinde hievte sich mit den Armen aus dem Wasser und drehte sich elegant um, so dass sie nur noch mit den Beinen im Wasser war. Sie beobachtete mich aus ihren braunen Augen, wie ich Runde um Runde schwamm und schließlich bei ihr zum Stoppen kam. Leichtfertig hielt ich mich am Beckenrand fest. „Schon müde?“, fragte ich schmunzelnd. Wir waren den ganzen Tag geschwommen, hatten kurz Pause zum Essen gemacht und sind dann weiter geschwommen. Ich selber kam schon langsam an die Grenzen meiner Müdigkeit.
Dietlinde grinste und spritze mit ihrem zierlichen Fuß ein wenig Wasser in meine Richtung. „Kann ja nicht jeder so sportlich und durchtrainiert sein wie du.“ Ihr Grinsen verebbte schließlich und auf einmal sah sie ernsthaft aus. „Ich hatte noch nie so viel Spaß, wie an diesem einen Tag, Mason.“
Ich lächelte. „Ich auch nicht.“ Und das stimmte. Dietlinde war wunderbar, perfekt würde ich fast sagen. Ihr Aussehen, ihr Charakter, dass passte einfach alles. Dass sie keinen Freund an ihrer Seite hatte wunderte mich von Minute zu Minute mehr. So ein Mädchen konnte man sich nicht entgehen lassen.

Ich hievte mich neben sie auf den Beckenrand und sah sie an. Die abendliche Dunkelheit konnte ihrer Schönheit keinen Abbruch machen. Das Licht schien es sogar noch zu verstärken. „Du bist eine gute Schwimmerin.“, murmelte ich schließlich, als die Stille fast bedrückend wurde, nur um Gesprächsstoff zu finden.
„Hör auf zu lügen, Mason.“ Lachend schlug sie mir auf den Arm und erhob sich nun ganz aus dem Wasser. Ihr schlanker Körper spiegelte sich vor mir im Wasser wieder, so dass ich nicht mal aufsehen musste. „Ich bin die schlechteste Schwimmerin der ganzen Welt.“, verkündete sie selbst ironisch. „Nicht so wie du.“
Mit einem leichtfertigen Sprung war ich auf den Beinen, und ehe ich darüber nachgedacht hatte, legte sich meine Hand liebevoll an ihre Wange und streichelte sie zärtlich. „Selbst wenn du überhaupt nicht schwimmen könntest, wäre ich fasziniert von dir, Dietlinde, dass weißt du doch, oder?“ Ich wusste selber nicht wo mein plötzliches Selbstvertrauen herkam. Das war ich von mir nicht gewohnt. Oder doch? Vielleicht war ich auch nur bei Dietlinde schrecklich nervös und schüchtern, weil ich sie gern hatte?

„Faszinierend?“, hakte sie leicht lächelnd nach. „Was ist an mir faszinierend? Ich bin wie jede andere.“
Kopfschüttelnd ergriff ich ihre Hände. „Ebene nicht.“, versuchte ich sie zu überzeugen. „Du bist wundervoll. Du bist lustig und intelligent. Charmant und Ernsthaft. Eigentlich bist du alles, was man haben will.“
Nur nach näherem Hinsehen konnte ich die leichte Röte auf ihren Wangen ausmachen, die meine Komplimente verursacht haben. Und es sah wundervoll aus.
Jetzt war der Moment, da war ich mir sicher. Ich beugte mich zu ihr nach vorne, langsam, falls sie noch den Kopf drehen wollte, aber sie tat es nicht. Also küsste ich sie. Mein erster Kuss, und das mit so einem wundervollen Mädchen wie Dietlinde. Ich musste ein Glückspilz sein.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Do Jan 05, 2012 1:47 pm

Mick…

„Falls du wieder nachsehen willst, ob es mir gut geht: Ja, tut es.“ Kelly schloss grinsend die Tür hinter mir und lehnte sich, mit gespielt vorwurfsvollem Blick dagegen. „Cecilia ist nur ein Wochenende weg, das halte ich schon. Außerdem telefonieren wie die ganze Zeit und…“ Ihr Lächeln erstarb, als sie meinen Gesichtsausdruck sah. Er musste schrecklich aussehen, denn sie hob besorgt eine Augenbraue. „Ist etwas passiert?“
Ich schüttelte den Kopf, fuhr mir einmal durch das blonde Haar und nickte dann etwas unschlüssig. „Tamara…Tamara ist erneut schwanger.“, berichtete ich mit verhärmten Ausdruck.
Kelly sammelte sich einen Moment, bevor sie ein Lächeln aufsetzte, das keineswegs überzeugend war. „D-das ist doch wundervoll, Mick. Herzlichen Glückwunsch.“ Blinzelnd sah sie zur Seite. „Das ist es doch, was du immer wolltest. Einen großen Stall voller Kinder.“
Ich nickte nachdenklich. Eigentlich wollte ich das immer haben, da hatte sie Recht. Aber irgendetwas an der ganzen Sache fühlte sich falsch an und hatte mich prompt hier her gebracht.

„Du scheinst dich nicht zu freuen.“ Kelly kam auf mich zu. Liebevoll legte sie mir eine Hand auf den Arm und sah mich fragend an. „Was ist los, Mick?“
„I-ich weiß nicht.“ Kopfschüttelnd fuhr ich mir erneut durch das Haar. „Wir haben Mason, und ich bin schrecklich froh, dass wir ihn haben…aber noch ein Kind…das passt einfach nicht.“ Ich sprach nur die Hälfte der Wahrheit aus, an die ich dachte. Obwohl Kelly meine beste Freundin war, würde sie es nicht verstehen.
„Du hast nur Angst.“ Kelly lächelte mich aufmunternd aus. „Erinnere dich, wie Mason auf die Welt gekommen ist. Du hast den kleinen Mann angesehen und gewusst, dass du ihn lieben wirst. Und das gleiche wird dir bei auch bei eurem zweiten Baby passieren.“ Als ich immer noch nichts sagte, seufzte sie. „Mach dir keine Sorgen Mick! Es wird alles super sein, so wie du es dir gewünscht hast.“
„Und wenn ich es mir nicht so gewünscht habe?“, herrschte ich sie wütend an. Und schon im selben Moment tat es mir wieder leid. Kelly konnte nichts für mein Gefühlschaos. „Tut mir leid, ich wollte dich nicht so anschreien. Ich bin nur so…“ Ich machte eine wilde Handbewegung in der Luft. „Durcheinander!“
Kelly nickte, immer noch ein freundliches Lächeln auf den auffallend roten Lippen. „Das ist okay, Mick.“

„Ich habe keine Angst, Kelly.“, erwiderte ich, fast flehentlich, dass sie mich endlich verstehen möge. „Ich habe keine Angst ein weiteres Baby zu bekommen, ich möchte einfach keins mehr bekommen, weil…“ Ich schluckte den letzten Satz hinunter. Weil sie ich Tamara nicht liebte. Das hatte ich sagen wollen und ich hasste mich dafür.
Kelly stand vor mir, sah mich immer noch fragend an. Sie erwartete dass ich etwas sagte, aber ich schwieg. „Hör zu, Mick.“ Sie kam noch ein Schritt näher auf mich zu und lächelte gefestigt. „Du bist etwas überfordert. Mason ist gerade in einem Alter, in dem man sich nicht wirklich um ihn kümmern muss, und jetzt soll ein neues Baby kommen? Ich kann verstehen, dass du lieber etwas Zeit mit Tamara verbringen willst, aber wenn dieses Baby dann erst einmal auf die Welt kommt, wirst du es so lieben, wie du Mason liebst.“
Ich sah Kelly an. Das alles hier war eine einzige Lüge, die ich erfolgreich versucht hatte am Leben zu halten. Bis jetzt. Dieses neue Kind, das auf die Welt kommen sollte, öffnete mir die Augen und sagte mir, dass das nicht in Ordnung war. Es waren schon so viele Menschen hineingezogen worden.
Da kam ich nie wieder raus, dachte ich nachdenklich bei mir. Nie wieder und ich musste so weiter leben.
„Ich muss los.“, murmelte ich energisch, und ohne eine wirkliche Verabschiedung verschwand ich aus Kellys Wohnung, stieg in mein Auto und fuhr zurück nach Hause.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Do Jan 05, 2012 2:40 pm

Mason…

„Mason!“ Ein Mädchen in einem schwarzen Rock und einem Blazer, das Haar offen über die Schultern und knallig türkisen Augen kam über den Strand auf mich zugelaufen, ein Lächeln auf den Lippen.
„Entschuldigung, ich warte auf meine beste Freundin, Cecilia.“, begrüßte ich sie und spielte den Ahnungslosen. Denn das was da vor mir stand, sah nicht aus wie meine Cecilia. Meine beste Freundin Cecilia, die eigentlich nur auf Hosen und Blusen stand. Und vor allem trug sie ihre Haare niemals offen, dass nervte sie bloß.
Cecilia zog eine Grimasse, bevor sie mir um den Hals fiel. „Sehr witzig, Mason.“ Sie seufzte zufrieden. „Ich bin so froh wieder zu Hause zu sein, dass glaubst du gar nicht.“
Nachdem ich die Umarmung erwidert hatte drückte ich sie Augenzwinkern ein Stück von mir weg. „Erste Regel: Ich bin ein Kerl und steh nicht auf Umarmungen. Zweite Regel.“ Ich zwang sie sich einmal um sich selbst zu drehen. „Was hast du mit meiner Hosentragenden besten Freundin passiert?“
Errötend wandte sie den Kopf zu Seite. „Hör auf damit. Ich musste mich heute…schick machen.“ Sie wühlte einen Moment in ihrer Tasche und holte eine hübsche Urkunde heraus. „Ich bin nämlich geehrt worden.“
„Wow, herzlichen Glückwunsch.“ Ich wuschelte ihr einmal durch das blonde Haar, das meinem so ähnlich war. Weswegen uns auch so viele für Geschwister hielten. „Ich hab auch eine super Neuigkeit.“

Cecilia grinste, rollte mit den Augen und holte ihr Smartphone raus. „Du bist seid genau zwei Tagen mit deiner geliebten Dietlinde zusammen, richtig?“ Als ich sie ungläubig ansah, wedelte sie lachend mit dem Handy vor meiner Nase herum. „Wurde alles schon getwittern, mein Lieber. Big Brother is watching you!“
Stolz grinsend sah ich sie an. „Ja, kannst du mal sehen, wie wichtig ich bin.“ Zwar hatte ich das selber nicht gewusst, aber es schmeichelte mir, dass die Leute das als so informativ hielten, dass sie es twittern mussten. Gelobt sei das Internet und gelobt seine meine wunderhübsche Freundin Dietlinde.
„Und du glaubst sie ist die Richte?“ Cecilia sah mich an, und einen Augenblick schien ich so was wie Sorge zu sehen. Es sah fast aus, als wusste sie etwas, was ich nicht wusste.
Stirnrunzelnd sah ich sie an. „Was heißt die Richtige, ich will sie ja nicht gleich heiraten.“ Ich lachte laut bei der Vorstellung. „Ich bin jetzt mit ihr zusammen und sie ist eigentlich ganz toll. Wenn nichts Besseres vorbeikommt, darf sie noch eine Weile an meiner Seite bleiben.“ Ich zwinkerte Cecilia zu.
Die schüttelte jedoch nur seufzend den Kopf. „Du wirst es nie lernen.“ Dann veränderte sich ihr Gesichtsausdruck und ein fröhliches Lächeln trat auf ihr Gesicht. „Ich hab gehört du wirst Bruder?“
Ich wusste, dass Cecilia keine Kinder mochte, dass hatte sie mir von Anfang an erzählt, umso überraschter war ich, dass es sie zu freuen schien. „Ja.“, antwortete ich gelassen und kratze mich am Kopf. „Wird wohl so sein.“
Cecilia beäugte mich misstrauisch. „Du scheinst dich ja wirklich sehr zu freuen. Ich dachte du magst Kinder.“ Ihr Blick verriet mir, dass sie mich selber noch für ein halbes Kind zu halten schien, aber das war okay.

„Doch, klar.“ Ich zuckte die Achseln. „Aber was soll ich sagen? Ein Geschwisterkind nimmt bestimmt viel Zeit in Anspruch und so lange es mich nicht nervt, ist das okay. Außerdem.“ Ich sah zum Meer hinaus. „Ich bin mir gar nicht mehr so sicher, dass das noch so lange hält zwischen meinen Eltern.“ Ich konnte Cecilia nicht ansehen, denn obwohl sie meine beste Freundin war, auch vor ihr mochte ich meine Gefühle nicht zeigen.
Cecilia sah mich erschrocken an. „Ich dachte deine Eltern seien der Inbegriff der Liebe.“ Sie hob beide Augenbrauen. „Wollten sie nicht sogar bald heiraten?“
Ich nickte. „Ja, aber in letzter Zeit streiten sie häufiger. Ich weiß nicht…wie gesagt, ich bin mir nicht sicher.“ Wieder zuckte ich mit den Achseln. „Aber wenn sie sich trennen, ich wüsste nicht bei wem ich bleiben sollte.“
Cecilia nickte einfühlsam. Mit einem mitleidigen Lächeln streichelte sie mir über den Arm. „Im Notfall wohnst du bei Mum und mir. Wir haben zwar kein Gästezimmer, aber in mein Zimmer passt sicher noch ein Bett.“
Ich warf ihr einen ungläubigen Blick zu. „Als wenn ich bei deiner verrückten Mum und dir Streberin wohnen wollte.“ Lachend wich ich ihrem Schlag aus wuschelte ihr erneut durch das Haar. „Das war doch nur Spaß.“
Cecilia zog eine Grimasse, bevor sie aus ihren Schuhen schlüpfte und sie in die Hand nahm. „Lass uns ein bisschen spazieren gehen und dann erzählst du mir von deiner Dietlinde und dir ja?“
„Nichts lieber als das.“, erwiderte ich lachen und folgte ihr langsam den Strand hinunter.


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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Do Jan 05, 2012 6:42 pm

Mick...

Tamara lächelte selig, während sie vor dem Spiegel stand und die leichten Rundungen ihres Bauchs betrachtete. „Vielleicht wird es ja diesmal ein Mädchen.“, murmelte sie träumerisch. Sanft strich sie sich über den Bauch, der unter einem lilanen Schwangerschaftsoberteil steckte.
Ich stand ein paar Meter weiter neben ihr und betrachtete unser Spiegelbild. Man konnte fast meinen, wie waren die Schöne und das Biest, was unsere Charaktere anging. Sie war wundervoll, lieb und aufopfernd und ich war einfach nur scheußlich. Ich hatte einer Frau, die ich nicht liebte, zumindest nicht so, wie ich es tun sollte, einen Heiratsantrag gemacht und sie erwartete gerade das zweite Kind von mir.
Tamaras Blick, träumerisch und liebevoll traf im Spiegel auf meinen, besorgt und selbsthassend. „Was ist los mit dir, Mick?“, fragte sie leise. „Du freust dich nicht. Kein bisschen.“
„Doch.“, brachte ich hinaus, aber es klang nicht so ehrlich wie ich es mir gewünscht hätte. Gestresst fuhr ich mir durch das blonde Haar und kam ein paar Schritte weiter auf sie zu. „Hör mal, Tamara…“

„Du willst das Kind nicht.“, spukte sie tonlos aus. Ihre Augen glänzten und ihr Ausdruck wandelte von liebevoll zu verzweifelt. Sie blinzelte, während sie mich hilfesuchend ansah. „Warum nicht, Mick?“
Liebevoll nahm ich sie in den Arm. „Ich will dieses Kind, Tamara. Bitte mach dir keine Sorgen. Ich bin nur…“ Kopfschüttelnd suchte ich nach den richtigen Worten um sie zu beruhigen. „Erschöpft!“
„Und was soll ich sagen?“, schluchzte sie wütend. Mit einer Kraft die ich ihr nicht zugetraut hatte stieß sie mich von sich weg und verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich trage ein Baby in mir, Mick, und dass ist schon einmal aufwühlend und anstrengend genug, aber da dann ist da noch mein Verlobter, der sich nicht ein bisschen über das Kind freut? Und jetzt sag mir Mick, wie soll ich mich fühlen, wenn nicht erschöpft?“
„Es tut mir leid.“ Meine Stimme war ein einziges Flüstern. Ich schämte und hasste mich in diesem Moment mehr, als jemals zu vor. Wie konnte ich ihr das antun? Sie war schwanger von mir und ich benahm mich wie der letzte Penner. Nein, ich WAR der letzte Penner. „Es tut mir leid.“

Tamara nickte, die Hände fest auf ihren Bauch gepresst. Ihr Mund war zu einem einzigen dünnen Strich verzogen, als sie mich ansah. Träne über Träne floss über ihre Augen.
Und dann veränderte sich die ganze Szene. Ihr Gesichtsausdruck entspannte sich, der Griff um ihren Bauch wurde lockerer und verschob sich ein Stück. „Das Baby bewegt sich.“, flüstert sie ohne dass ich etwas dagegen tun konnte, hatte sie meine Hand ergriffen und auf die Stelle gedrückt.
Und ich spürte es. Etwas Kleines bewegte sich in ihrem Bauch, schien mich anzustupsen, als wollte es mich daran erinnern, dass ich als Vater da sein musste. Dass es nicht alleine schaffte auf der Welt zu sein.
„Wir brauchen dich.“ Tamara sah mich mit ihren lilanen Augen hilflos an. „Bitte verlass uns nicht, Mick.“
„Nein.“, erwiderte ich eilig, ein festes Lächeln auf dem Gesicht. „Natürlich nicht.“ Und dann küssten wir uns leidenschaftlich. Auch wenn mir alles daran falsch vorkam, ich musste hier bleiben. Bei Tamara und bei Mason und bei dem Baby. Etwas anderes blieb mir nicht übrig.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Do Jan 05, 2012 7:53 pm

Haushaltswechsel…

Haushalt 1 Clade
(Kelly, Cecilia)


Kelly…

Noch ein Baby, dachte ich noch am nächsten Tag, nachdem ich aufgestanden, geduscht und mich angezogen hatte. Mick würde noch ein Kind mit Tamara bekommen und für mich fühlte es sich an, als würde er sich immer mehr und mehr von mir entfernen. Oder verringerte sich einfach nur meine Chance?
Das Einzige was mich tröstete war der Gedanke daran, dass Mick keineswegs glücklich ausgesehen hatte.
Um mich abzulenken ging ich in die Küche und begann zu kochen. Kochen lenkte mich ab, so lange Cecilia nicht zu Hause war, und das war sie in letzter Zeit eher wenig. Mein kleines Mädchen hatte Flügel bekommen.
In der Küche traf ich auf unsere Haushaltshilfe, die ich mir auf Grund meines Jobs gesucht hatte. Sein Name war Grady Elfmann und er war wirklich freundlich. Ohne ihn wäre ich sicher aufgeschmissen.
„Guten Morgen, Miss Clade.“, begrüßte er mich, wie jeden Morgen, ein freundliches Lächeln auf den Lippen. Als hätte er nie etwas anderes gemacht, wischte er mit den Lappen ein paar Mal über den Herd, so dass alles wieder strahlte, als hätte ich es gerade neu gekauft.
Ich lächelte. „Guten Morgen, Grady.“ Er hatte mir schon früh angeboten in zu duzen, und auch wenn ich es ihm ebenfalls angeboten hatte, schien er es nicht einzuhalten. „Kann ich ihnen auch etwas zum Frühstück machen?“
Kopfschüttelnd sah er mich an. „Nein, danke. Ich bin hier um zu arbeiten, und nicht um zu essen.“ Er warf einen Blick auf mein angefangenes Ratatouille. „Aber es riecht wie immer fabelhaft.“

Ich grinste. „Danke.“ Nachdem ich mein Essen in den Ofen geschoben hatte, richtete ich mich wieder auf und warf Grady einen Blick zu. Ich brauchte die Meinung eines Unbeteiligten und er schien mir perfekt dafür zu sein. Verschwiegenheit war bei diesem Thema das A und O und ich dachte, dass er mir das bieten konnte. „Grady, ich will sie nicht von der Arbeit abhalten, aber kann ich sie etwas fragen?“
Überrascht drehte er sich zu mir um, und nickte, nachdem er eine Weile nachgedacht hatte. Der Lappen landete im Waschbecken und Grady veränderte seine Haltung so, dass er zuhören konnte. „Natürlich, Miss.“
„Wissen, sie ich hab eine sehr gute Freundin, sie wohnt außerhalb der Stadt.“, begann ich vorsichtig. Ich wollte ihm nicht zu viel verraten, vielleicht tratschte er ja doch gerne. „Sie ist unsterblich in jemanden verliebt, der es aber bei weitem nicht wert ist, dass man sich in ihn verliebt…da er eigentlich nur an sich selber dachte.“ Es tat mir im wesentlichen Leid, dass ich meinen besten Freund so runterzog, aber die Trauer hatte im selben Moment für die Wut Platz gemacht. „Ist ja auch egal. Auf jeden Fall bekommt er jetzt das zweite Kind mit der Frau, mit der er…verheiratet ist. Sind somit alle Chancen für sie verloren?“
Grady dachte einen Moment nach, seine Miene veränderte sich nicht im Geringsten. „Ja, dass denke ich schon.“
So eine einfache, klare Antwort und trotzdem riss sie einem den Boden unter den Füßen weg. Aber genau das hatte ich doch nur wissen wollen, und hier war meine Antwort. Mick war für mich verloren.

„Es tut mir leid wenn ich ihre…“ Grady machte eine kleine Pause und sah kurz zur Seite, bevor er sich wieder gesammelt hatte und mich ansah. „Wenn ich ihre Freundin damit eine Illusion geraubt habe, aber es ist so. Sie sollte sich schleunigst auf andere Dinge konzentrieren, wie auf ihren Job, oder andere Männer.“
Ich lächelte vage und nickte. Grady hatte Recht, ich musste mich auf andere Dinge konzentrieren, wie zum Beispiel meine Tochter, die immer und immer größer wurde. Ich dachte an Cecilia, und es tat gut.
„Wissen sie, wenn sie mich nach meiner Meinung fragen.“ Grady gab mir einen gefüllten Teller in die Hand. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass er das Essen aus dem Ofen geholt hatte. „Ich glaube ihre Freundin ist es überhaupt nicht wert einen Mann hinter her zu laufen, denn da draußen gibt es tausend Männer, die sie mit Kusshand nehmen würden, da bin ich mir sehr sicher.“ Er zwinkerte mir verschwörerisch zu, bevor er seine Putzutensilien wieder in die Hand nahm und pfeifend ins Badezimmer ging.
Ich sah ihn nach, nachdenklich. Natürlich zweifelte ich nicht daran, dass er meine kleine Lügengeschichte aufgedeckt hatte, aber gleichzeitig wusste ich irgendwie, dass er es auf jeden Fall für sich behalten würde.
Und vielleicht hatte er Recht. Vielleicht musste ich mich auf andere Menschen konzentrieren.

Finplay8
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