Wohin der Wind mich bringt!

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Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Do Dez 29, 2011 3:41 pm

Kelly…
Ich seufzte noch einmal, bevor ich wohl nun zum dritten Mal um eine Ecke bog und immer noch kein kleines Gartenhäusschen erblickte.
„Du kannst einfach nichts richtig machen, Kelly Clade.“, murmelte ich mir selber zur, bevor er ich schließlich einen kurzen Blick auf die aufgeschlagene Karte neben mir warf.
Eigentlich war ich richtig, zumindest wenn die Karte Stimme. Gleich da vorne rechts müsste ein gemütliches kleines Haus sein, mit grünem Grundstück und einem winzigen Parkplatz. Mein neues zu Hause.
Ja, Menschen wie ich hatten oft ein neues zu Hause, sehr oft sogar.
Und wenn ich Menschen wie ich sage, dann meinte ich Menschen die es nicht besonders lange an einem Ort aushielten und nichts schöner fanden als den Geruch des Unbekannten. Das Gefühl endlich wieder wo anders zu sein und seine alten Sorgen einfach zurück zu lassen.

Menschen, die nicht so waren wie ich, würden es mit Sicherheit als Flüchten bezeichnen. Und wenn es das war, dann wollte ich es ganz einfach nicht hören.
Endlich hatte ich es gefunden und parkte meine alte Karre auf dem kleinen Parkplatz daneben, der lediglich aus einer kleinen Begrenzung bestand und somit auch schnell zu übersehen war.
Ohne noch einen weiteren Blick auf mein Auto zu verschwenden stieg ich aus, um mir das Haus genauer anzusehen. Es war hübscher, als ich es mir vorgestellt hatte, aber dafür auch irgendwie kleiner.
Die Haustür ging auf und heraus kam ein junger Mann in meinem Alter. Er fuhr sich durch das goldene Haar, blickte einmal gen Himmel und seufzte dann, er hätte er etwas erwartet, dass nicht eingetreten war.
Das musste Mick Cunningham sein, der junge Mann der sich mir angeschlossen hatte. Ob er auch einer dieser Menschen war, wie ich es war, wusste ich nicht.

„Hey!“, rief ich, nicht das kleinste bisschen Schüchtern, wie es schon immer gewesen war, und schlug die Autotür mit einem lauten Knall zu. „Hallo, ich bin Kelly, du musst Mick sein.“
Er nickte, ein freundliches Lächeln auf den Lippen. „Ja, dein neuer Mitbewohner.“ Er kam auf mich zu und gab mir die Hand, wie es sich gehörte. Seine blassen Augen betrachteten mein Gesicht, meine roten Haare und anschließend meine auffallenden Augen. Wieder lächelte er. „Schön dich kennenzulernen.“
„Ebenso.“; erwiderte ich. Irgendetwas in mir zwang mich dazu ihn genauer anzusehen.
Er hatte goldblondes Haar, einen kleinen Drei-Tage-Bart und blasse, blaue Augen. Er war ein Stückchen größer als ich, aber nicht viel und muskulös. Hätte ich nicht gerade mit den Männern abgeschworen, wäre er sicherlich etwas für mich gewesen, aber so waren die Tatsachen nun einmal. Männer waren tabu.
„Vielleicht sehen wir uns einfach mal das Haus an.“; schlug er mit seiner männlichen, tiefen Stimme vor. Mit seinem Arm deutete er auf den kleinen Kasten hinter sich und es sah aus, als würde er sich hier schon sehr wohl fühlen. Denn ein leuchten hatten seine Augen angenommen, als er nun auf das Haus sah
„Sicher.“, antwortete ich grinsend und folgte ihm in mein neues zu Hause herein.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Do Dez 29, 2011 4:13 pm

Drinnen war es noch ein wenig schöner als draußen. Ich fühlte mich in den ersten zwei Sekunden schon pudelwohl, obwohl ich nur das Wohnzimmer, die Küche und den Ess-Bereich gesehen hatte.
„Es ist wirklich nicht besonders groß, aber ich denke es wird für uns beide reichen.“ Sein Lächeln war zaghaft und zurückhaltend, als wüsste er nicht wie er sich mir gegenüber verhalten sollte. „Was meinst du?“
Ich nickte eilig, um ihm nicht das Gefühl zu geben, dass ich zögerte. „Ich finde es sehr schön.“ Dass stimmte. Es war das hübscheste kleine Häusschen, dass ich je bewohnt hatte, und ich war mir sicher, dass ich hier eine schöne Zeit verleben würde, egal wie lange oder eher wie kurz ich blieb.
Mick holte mich aus meinen Gedanken, als er auf zwei Türen deutete die von dem großen Raum abgingen. „Da sind sie die beiden Schlafzimmer.“, erklärte er. „Sie sind gleich groß, also hab ich mir einfach eins ausgesucht, das ist doch in Ordnung oder? Sonst können wir auch tauschen.“

„Nein, das ist okay.“, erwiderte ich, ohne den Blick von ihm abzuwenden. Mick hatte sich durch seine Freundlichkeit schon in den ersten drei Minuten in mein Herz geschmuggelt, auf das Zusammenleben mit ihm freute ich mich sogar richtig, obwohl ich ihn eigentlich gar nicht kannte.
Mick ließ sich auf einem Stuhl nieder. Er sah erschöpft aus, als hätte er den ganzen Tag hartgearbeitet.
„Wohnst du schon lange auf der Insel?“ Ich ließ mich neben ihn nieder und beäugte ihn mit einem neugierigen Blick.
Lächelnd schüttelte Mick den Kopf. „Nein, ich bin vor einer Woche hier angekommen und hab in der Zeit bei einem befreundeten Bekannten gelebt.“ Nachdem er meinen fragenden Blick bemerkte hatte, fügte er hinzu: „Das Haus wurde noch renoviert, als ich ankam. Ich konnte auch erst gestern hier einziehen.“
Ich nickte. „Aber dann hast du sicher schon mehr gesehen als ich. Ist die Insel schön? Ich meine, alle schwärmen von Sunset Valley, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es auf Dauer schön ist hier zu wohnen.“
„Warum bist du dann hergezogen?“, hakte Mick nach. Er ließ mich nicht aus den Augen, während ich darüber grübelte was ich ihm sagen sollte.

„Ich habe so meine Gründe.“, antwortete ich schließlich vage und schenkte ihm ein beruhigendes Lächeln.
Daraufhin schwieg er, als würde er mir zeigen wollen, dass meine Privatsphäre auch meine Privatsphäre bleiben würde. Zumindest kam es so für mich rüber.
„Sunset Valley ist klein und sehr ruhig. Aber ich glaube keine Insel hat einen schöneren Strand als diese.“ Er lächelte, als ich ihn fragend ansah. „Um noch einmal auf deine Frage einzugehen.“
Errötend senkte ich den Blick und lachte leise auf. „Tut mir leid, ich bin wohl noch so geschafft von der langen Anreise.“ Ich sah zu der Tür, hinter der sich mein Schlafzimmer verbarg. „Ich hoffe die Möbelpacker haben mein Bett und mein Regal schon hergebracht, sonst muss ich auf den Sofa nächtigen und dazu habe ich keine Lust, wenn ich ehrlich bin.“ Wieder lachte ich, aber diesmal nicht aus Scham.
Mick schüttelte den Kopf ein wenig. „Sie waren gestern hier. Es ist alles aufgebaut, wenn du willst kannst du gleich ins Bett gehen.“ Wie auf ein Stichwort erhob er sich. „Ich denke ich werde noch ein wenig Fernsehen.“
Ich folgte ihm mit den Augen, wie er zum Sofa gehen wollte und passte ihn davor schließlich doch noch einmal ab. „Mick? Äh, kann ich dich etwas fragen?“

Diesmal nickte er und sah mich mit seinen treuen blauen Augen, abwartend an.
„Weißt du wo ich hier schnell einen Job bekommen könnte? Mein Bankkonto macht sicher nicht mehr lange mit…“ Ich verstummte und errötete wieder. Wieso musste ich auch allen von meinen Geldsorgen erzählen.
Doch Mick hin nicht einmal im Geringsten verstimmt oder neugierig zu sein. „Ja, der Imbiss neben dem Park sucht gerade dringend eine Aushilfe. Fahr morgen doch einfach mal da vorbei und stell dich vor.“
Ich nickte. „Danke, und gute Nacht.“ Ich schenkte ihm ein letztes dankbares Lächeln und verabschiedete mich in mein Schlafzimmer, wo ich mich eilig auszog unter die Decke schlüpfte.
Hier war es allemal besser als zu Hause. Vielleicht würde ich mich hier richtig wohl fühlen.


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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Do Dez 29, 2011 4:42 pm

Mick….
Als ich am nächsten Morgen die Küche betrat, es war noch Recht früh, trat sich mir ein neues Bild entgegen.
Das Licht war an, und auf dem Herd brutzelte es. Der verführerische Geruch von frischen Pfannkuchen drang mir in die Nase. Hätte am Herd nicht eine wunderhübsche junge Frau im BH und Pants gestanden, hätte ich fast meinen können ich wäre wieder zu Hause auf meiner Farm.
„Oh, entschuldige.“ Kelly hatte mich bemerkt, mit einem ertappten Blick auf ihr Outfit zuckte sie mit den Achseln. „Ich vergesse so schnell dass ich jetzt nicht mehr alleine wohne.“
Noch während ich darüber nach dachte, ob es frech wäre sie zu bitten so zu bleiben, schließlich war dass ein wirklich schöner Anblick, hatte sie sich schon wieder zum Herd gedreht und wendete die Pfannkuchen. Ich schwieg lieber, wollte nichts Falsches sagen und ging zum Spülbecken um dir die Zähne zu putzen. Denn im Badezimmer war die Leitung noch nicht erneuert worden.
„Magst du Pfannkuchen?“, fragte Kelly in die Stille hinein und warf mir einen schnellen Blick zu, bevor sie sich wieder auf das Essen konzentrierte. Und man musste zugeben, dass es wirklich grandios bei ihr aussah.

Ich nickte, den Mund voller Zahnpasta und kam so wieder nicht dazu, etwas zu sagen. Spätestens jetzt musste sie mich für den völligen Morgenmuffel halten. Eilig spukte ich den Schaum aus und spülte mir den Mund mit kalten Wasser aus, bevor ich zu einer ausführlichen Antwort ansetzte. „Ja, sehr gerne sogar.“
Zufrieden legte Kelly den Letzten auf einen großen Teller und hielt diesen mir vor die Nase, so dass der Geruch noch um einiges Intensiver war. „Aber solche wie diese, hast du mit Sicherheit noch nie gegessen. Dass ist ein Geheimrezept.“ Aber bevor ich noch einen weiteren Blick darauf werfen konnte, hatte sie sie schon wieder auf die Theke gestellt und teilte sie nun auf zwei Teller auf, die sie aus dem Schrank geholt hatte.

Fasziniert sah ich ihr eine Weile dabei zu, und nahm ihr schließlich die Teller ab, um sie zum Tisch zu bringen. Voller Vorfreude setzte ich mich hin und begann sie mit großem Appetit zu verschlingen.
„Sag mal hast du in den letztem Tagen nichts zu essen bekommen?“, fragte sie belustigt, mit einem Blick auf meinen schon halb leeren Teller.
Ich nickte, schluckte herunter und antwortete mit einem Grinsen. „Doch schon, aber davon hat nichts so herrlich geschmeckt wie diese Pfannkuchen.“ Ich nahm noch eine Gabel voll in den Mund und kaute genüsslich darauf herum. „Und morgens gab es entweder Müsli, oder ein Toast mit Marmelade.“
Kellys Gesicht verzog sich leicht angewidert, wobei sich ihre Nase kräuselte und ihre Sommersprossen zum Tanzen brachte. Es sah herrlich aus.
„Dann kannst du jetzt froh sein, dass du mich hast. Denn ab sofort wird nur noch selbstgekocht.“ Nickend kaute sie auf ihrem Pfannkuchen herum, und runzelte dann die Stirn. „Die sind nicht wirklich gut geworden. Dass kann ich besser.“ Nachdem sie noch eine Weile gegrübelt hatte, aß sie ihren Teller trotzdem auf.

Unbewusst hatte ich sie die ganze Zeit beobachtet. Vielleicht lag es daran, dass ich noch nie so eine wunderschöne Frau wie sie gesehen hatte. Oder daran, dass sie so außergewöhnlich war. Eins war klar, ich musste er größte Glückspilz sein, sie als meine Mitbewohnerin zu haben.
„Möchtest du noch mehr?“, fragte sie mit einem Blick auf meinen geleerten Teller. Ein Lächeln erschien auf ihrem Gesicht, etwas freundlicher als das, was sie mir am gestrigen Tag geschenkt hatte.
„Nein, danke.“, lehnte ich ab und deutete auf meinen Bauch. „Die füllen ganz schön.“ Ich erhob mich, schnappte mir die beiden Teller und spülte sie im Waschbecken ab, dass wir nutzen mussten, bis wir eine Spülmaschine hatten, und dass würde, nach unserem Konto stand noch etwas dauern.

Kelly erhob sich ebenfalls. „Ich geh jetzt duschen. Die Dusche geht doch, oder?“ Nachdem ich genickt hatte lächelte sie beruhigt. „Und anschließend fahr ich mal zu diesem Imbiss und bewerbe mich.“
„Wenn du denen einen Pfannkuchen mitbringst, werden die dich mit Kusshand annehmen.“, prophezeite ich schmunzelnd. Und handelte ein Kichern von ihr ein. Das schönste Kichern was ich je gehört hatte.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Do Dez 29, 2011 5:02 pm

Kelly…
Erleichtert ließ ich die Tür hinter mir ins Schloss fallen. Ich hatte den Job, und war somit finanziell wieder völlig unabhängig. Obwohl das nicht ganz stimmte. Erst einmal musste ja Gehalt auf mein Konto kommen.
„Mick?“, rief ich in die Stille des Hauses, aber es kam keine Antwort. Ich hatte ihn gar nicht gefragt, was er beruflich machte, fiel mir ein. Achselzuckend sah ich auf den Esstisch, auf der Suche nach der Zeitung, die ich heute Morgen dort zurückgelassen hatte und fand sie schließlich, mit einer kleinen Notiz meines Mitbewohners.
‚Danke für das herrliche Frühstück. Pass auf dass ich mich nicht daran gewöhne und jetzt nur noch dich kochen lasse. Das Waschbecken ist repariert, und neue Zutaten im Kühlschrank. Mick‘
Schmunzelnd ließ ich mich mit samt der Zeitung auf dem Stuhl nieder.
Mick war so ein freundlicher Kerl, den man einfach liebgewinnen musste. Er war so aufmerksam und gar nicht neugierig, wie es meine alten Mitbewohner immer gewesen waren. Für ihn war es selbstverständlich, dass er nicht in ihrer Vergangenheit herumhackte, und dafür war ich ihm sehr dankbar.

Dass ich ihn irgendwann, wie alle meine Freunde bisher, wieder verlassen musste, schmerzte mich jetzt schon. Aber ich verdrängte den Gedanken daran, bis es soweit war.
Jetzt war ich erst einmal hier, hatte einen Job und ein zu Hause. Und schon einen Freund gefunden. Was wollte ich mehr? Nichts eigentlich, außer, dass es in meinem Job bergauf ging.
Die Haustür ging auf und riss mich unsanft aus meinen Gedanken. Mit einem angespannten Ausdruck auf dem Gesicht kam Mick herein, doch der Ausdruck verschwand wieder, sobald er mich entdeckt hatte. „Hey Kelly.“
„Hey.“, begrüßte ich ihn fröhlich und legte die Zeitung wieder weg. Ich sprang von meinem Platz auf und hüpfte auf ihn zu, als sei ich ein kleines Mädchen. „Rate mal wer den Job im Imbiss bekommen hat und somit die erfolgreichste Köchin der gesamten Welt wird?“
Mick lachte. „Nach deiner Laune zu urteilen wirst es wohl du sein, oder?“ Er legte die Akten, die er in der Hand hielt auf das Sofa und fuhr sich durch das goldene Haar. Es sollte aussehen wie eine normale Bewegung aber ich entdeckte den Stress, der dahinter lag. Mick war wie ein offenes Buch.

„Ist was passiert?“, fragte ich besorgt. Ich war nicht besonders gut in so etwas. Problemen und unangenehmen Dingen ging ich lieber aus dem Weg.
„Nein, nein.“, beruhigte er mich eilig und lächelte noch einmal. „Es war nur ein anstrengender Tag gewesen auf dem Revier. Schreibtischarbeit ist gar nicht so einfach, wie die Leute immer denken.“
Ich nickte zustimmend, auch ich hatte mal am Schreibtisch gearbeitet. Dann machte ich große Augen. „Revier? Heißt das, du bist ein Bulle?“ So sah er nämlich nicht aus!
Jetzt lachte er schallend. „Ich höre den Begriff Polizist lieber, aber ja, so könnte man es sagen. Ich bin noch in der Anwärterphase.“ Ein wenig Stolz leuchtete in seinen hellblauen Augen auf.
Anerkennend klopfte ich ihm auf die Schulter. „Hätte ich nicht gedacht, mein Lieber. Dann hab ich es ja wirklich gut getroffen mit meinem Mitbewohner.“
„Und ich mit meiner Mitbewohnerin.“, antwortete er grinsend. „Was kann besser sein als eine Köchin im Haus?“


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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Do Dez 29, 2011 5:57 pm

Ein paar Wochen später, fand ich Mick in der gleichen Stimmung auf. Er war überarbeitet, verspannt und unausgeglichen. Und weil ich mir immer sicher gewesen war, dass nichts einem den Tag so verschönern konnte, wie ein Besuch im Theater, kaufte ich auf dem Rückweg von meiner Arbeit zwei Karten für die heute Vorstellung, in dem Theater neben dem Park.
„Komm schon, Mick. Ich freu mich schon den ganzen Tag darauf.“, bettelte ich, während Mick völlig geschafft auf dem Sofa saß. Er hatte sie Sportshow angemacht und einen ruhigen Abend geplant.
„Ich bin müde, Kell.“ Den Namen hatte er sich in den letzten Wochen für mich überlegt, und er gefiel mir. Es gab mir das Gefühl von der sicheren Vertrautheit, die inzwischen zwischen mir und Mick bestand.
„Lass uns zu Hause bleiben oder geh du alleine.“, Er seufzte wieder.

Ich zog eine Augenbraue empor und verschränkte die Arme vor der Brust. „Alleine will ich nicht gehen, denn ich habe zwei Karten, mein lieber Schlauberger! Und mit wem sollte ich sonst gehen? Ich kenne hier in Sunset Valley noch niemanden. Bitte, Mick! Ich verspreche dir dann auch morgen ganz toll und groß für dich zu kochen.“ Mit meinem Essen brachte ich ihn eigentlich immer dazu, dass zu tun, was ich wollte.
Wie auch diesmal. Mit einem letzten schweren Seufzer erhob er sich von der Couch und nickte in Richtung Haustür. „Na gut“, murmelte er ergeben. „Du hast gewonnen. Aber wehe du musst dich jetzt noch drei Stunden umziehen, bis dahin bin ich nämlich mit Sicherheit eingeschlafen.“
Lachend schüttelte ich den Kopf und packte ihn am Arm. „Die Vorstellung beginnt gleich. Außerdem sehe ich doch top aus, oder etwa nicht?“ Gespielt entrüstet sah ich ihn an, doch er nickte eilig zustimmend.
„Du siehst wunderbar aus, Kell.“ Plötzlich hatte seine Stimme einen merkwürdigen Ton angenommen, den ich bei ihm so noch nicht gehört hatte. Seine Augen waren fest auf mich gerichtet und versursachten ein merkwürdiges Gefühl in meinem Bauch. Doch ich verdrängte es eilig.

Mit neuer Selbstsicherheit lächelte ich ihn an. „Siehst du, dann ist ja alles gut. Jetzt komm.“
Es war eine Atemberaubende Vorstellung. Ich fieberte die ganze Zeit mit, während der Schwans ich den Flügel brach und halbtot auf dem Boden zusammen sackte. Und als die beiden sich endlich gefunden hatten, brach ich in feuchte Tränen aus, was mir ein Grinsen von Mick bescherte, aber das störte mich nicht. Sollte er doch lachen.
„Das war toll, nicht wahr?“, flötete ich immer noch berührt und hakte mich bei meinem besten Freund unter, denn das war Mick in den letzten Wochen für mich geworden.
„Ja.“, antwortete er und nickte. „Eine schöne Vorstellung, danke dass du mich überredet hast.“ Er grinste mich schelmisch an, als er sich daran erinnerte, wie er sich angestellt hatte hier her zu kommen.
Ich seufzte. „Ach was, dafür nicht. Ich bin froh, dass ich dich ein bisschen ablenken kann von deinem harten Beruf.“, erklärte ich theatralisch und wich anschließend schnell einem Schlag aus. „Eigentlich hab ich das auch eher für mich getan Mick. Du bist unerträglich, wenn du so abgespannt bist.“

Lachend warf er mir einen entschuldigenden Blick zu. „Ich weiß, und es tut mir leid. Ab sofort werde ich die Sanftheit in Person sein, versprochen.“ Er sah mir tief in die Augen und beugte sich ein Stück vor.
Eilig schlang ich meine Arme um ihn und drückte ihn fest. „Das war ein Versprechen, oder?“
Ich spürte ihn leicht seufzen, aber ignorierte es. „Ja, natürlich.“, antwortete er und klang schon wieder, wie mein bester Freund.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Do Dez 29, 2011 6:21 pm

Mick….
Es war wirklich ein schöner Abend gewesen gestern, dass musste ich zugeben. Und das, obwohl ich eigentlich gar nicht hatte mitgehen wollen, schließlich war ich einfach nur erschöpft von der harten Arbeit.
Doch diese zwei Stunden mit Kelly waren einfach unglaublich gewesen.
Sie war so einzigartig in ihrer ganzen Art und dass faszinierte mich jedes Mal auf ein neues. Nie hätte ich gedacht, dass ich eine Frau jemals so gern haben könnte, und trotzdem ging unsere Beziehung nicht über eine normale Freundschaft hinaus. Obwohl, dass tat sie schon. Kelly war meine beste Freundin.
Gähnend betrat ich an diesem Morgen die Küche und fand Kelly, ganz in Gegenteil zu dem, wie sie sonst war, völlig angezogen am Herd. Der bekannte Geruch von Pfannkuchen schlug mir ins Gesicht.
„Morgen, Schlafmütze.“, begrüßte sie mich grinsend. „Gut geschlafen?“

Ich nickte und warf dann einen Blick auf den Herd. „Wieso bist du schon so früh wach? Du kannst doch ausschlafen, oder nicht?“
Kelly nickte, während sie mit hoher Konzentration den Pfannkuchen in der Luft wendete. Freudestrahlend sah sie mich an. „Mir ist ein tolles Rezept für Pfannkuchen eingefallen, und dass wollt ich gleich ausprobieren.“ Der Pfannkuchen flog auf den Teller und der Teller in meine Hand. „Los! Probiere.“
Ich ließ mich neben ihr nieder und betrachtete das Kunstwerk auf meinen Teller einen Moment, während sie schon längst angefangen hatte zu essen. Mein Blick blieb an ihr hängen, wie sie abwesend auf ihrem Pfannkuchen herumkaute. Es sah einfach zu schön aus.
Als sie bemerkte, dass ich sie anstarrte, wechselte der Ausdruck auf ihrem Gesicht von zufrieden oder nachdenklich zu besorgt. „Schmeckt er nicht?“, fragte sie, ohne zu bemerken, dass ich noch nicht einen Bissen genommen hatte und somit gar nicht beurteilen konnte, ob er schmeckte.
„Doch.“, beeilte ich mich zusagen und nahm ein Stück. Und er schmeckte wirklich traumhaft, wie ich es erwartet hatte. Wenn Kelly etwas beherrschte, dann das Kochen.

Aber bevor ich ein wirkliches Gespräch anfangen konnte, war sie schon wieder aufgesprungen und hastete zum Kühlschrank, in dem sie den Rest des Frühstücks verstaute.
„Du kannst sie dir heute Mittag im Ofen noch einmal warm machen.“, rief sie mir über die Schulter hinweg zu. „Nicht zu heiß den Ofen machen, sonst werden sie trocken. Nimm dazu noch ein bisschen Sirup, dann sind sie genau so gut wie heute Morgen, verstanden?“
„Ja, Mama.“, antwortete ich scherzhaft und leerte den Teller. Ich konnte aus den Augenwinkeln sehen, wie sie mir eine Grimasse schnitt und lachte leise in mich hinein.
„Ich weiß ja einfach nur, dass du ohne mich kaum etwas auf die Reihe bekommst.“, urteilte sie weiter und klang jetzt eher wie eine Lehrerin, als wie meine Mutter. „Und ich werde heute Abend wohl nicht da sein.“
Ich sah auf. „Wo bist du denn?“

Kelly zwinkerte mir spitzbübisch an und setzte zu einer Erklärung an, als ihr Handy klingelte, das auf dem Sofatisch lag. Sie sprintete hin und nahm ab, noch bevor es zweimal geklingelt hatte: „Hallo? Hey, ja was gibt es denn? Nicht? Ich weiß nicht, vielleicht können wir ans Festland fahren? Ja, es soll eine große Galerie dort geben. Natürlich, möchte ich das sehen, sonst hätte ich es nicht vorgeschlagen.“ Sie warf mir einen entschuldigenden Blick zu und formte mit den Mund die Worte: ‚Wir reden später nochmal!‘, dann verschwand sie im Bad.
Ich seufzte leise in mich hinein, während ich meinen Teller abwusch.
War doch klar, was hier lief. Kelly hatte heute ein Date und dass nicht mit mir. Sie hatte sich verliebt, einen Typen gefunden und würde jetzt einen schönen Abend mit ihm verbringen.
Wem machte ich hier eigentlich etwas vor? Einer wie ich, würde niemals eine wie sie bekommen.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Fr Dez 30, 2011 12:23 am

„Ähm, Mr. Cunningham?“ Eine korpulentere Frau trat an mich heran. Sie hatte kurzes rotes Haar und trug eine scheußliche Mütze darüber. Aber ihr Gesichtsausdruck war freundlich und sie war eindeutig schwanger.
Ich drehte mich also ganz zu ihr um und lächelte sie ebenfalls freundlich an. „Kann ich was für sie tun?“
Sie lachte. „Sie können sich sicher nicht mehr an mich erinnern. Mein Name ist Ursine. Ich war letztens bei ihnen auf der…Wache.“ Ihre Stimme wurde gebrechlicher, als sie das Wort aussprach.
Und da fiel es mir wieder ein. Natürlich, vor mir stand die Frau es berühmten Ganoven, den meine Kollegen letztens festgenommen hatten und der bei der anschließenden Schießerei ums Leben kam.
Und dass war nun das was er zurückließ. Eine Frau und ein ungeborenes Baby.
„Ich erinnere mich. Und es tut mir sehr leid.“, antwortete ich mitleidsvoll.
Sie nickte kurz, zog die Nase dezent hoch und lächelte tapfer. „Vielen Dank, das ist wirklich nett von ihnen.

Aber ich habe sie wegen etwas anderen angesprochen. Die wenigen Habseligkeiten meines Mannes, ich würde sie gerne haben, aber die Polizei gibt mir keine Auskunft darüber. Vielleicht können sie…“ Sie verstummte als sie meinen hilflosen Blick bemerkte. „Sie können nichts machen.“, schlussfolgerte sie betrübt.
„Ich denke nicht.“ Die arme Frau tat mir Leid. Sie war schwanger und hatte ihren Mann verloren. Was dachte ich mir dabei, ihr nicht helfen zu können. Ich fühlte mich wie der schlechteste Mensch der Welt.
Plötzlich hielt Ursine die Luft an und fasste sich an den Bauch. Auf meinen erschrockenen Gesichtsausdruck sagte sie schnell: „Keine Wehen. Sie tritt nur. Sie ist sehr stark.“ Ein glückliches Lächeln trat auf ihr Gesicht.
Ich sah auf den großen Bauch, der sich mir entgegen streckte. „Ein Mädchen also?“

Sie nickte. „Sie sehen sehnsüchtig aus, wollen sie mal fühlen?“ Ursine lächelte immer noch.
„Gerne.“, antwortete ich ehrfürchtig und legte meine Hand sanft auf den Bauch. Etwas Kleines trat mit viel Kraft gegen meine Hand, als wollte es sie wegstoßen. „Wow.“, murmelte ich. „Atemberaubend.“
„Nicht wahr?“ Ursine legte ihre Hand neben meine und genoss die Tritte zufrieden. „Wenn sie mich tritt, hab ich das Gefühl, als wenn er noch da wäre, wissen sie.“ Sie seufzte leise, den Blick abwesend auf den Boden gerichtet. Erst nach einiger Zeit sah sie mich wieder an. „Mögen sie Kinder?“
Ich nickte eilig. „Ja, ich bin in einer Großfamilie aufgewachsen, ich liebe Kinder.“
Ursine grinste. „Ich auch, und deswegen bin ich auch so schrecklich froh, dass ich trotz allem damit gesegnet bin ein Kind zu bekommen.“ Sie sah mich einen Moment nachdenklich an. „Werden sie in nächster Zeit Vater?“
„Nein, nein.“, beeilte ich mich zu sagen und lachte, aber glücklich klang es nicht. „Dafür müsste erst einmal die richtige Frau über meinen Weg laufen und dass ist sie bisher nicht.“ Ich dachte an Kelly, und es schmerzte.
Ursine zuckte mit den Achseln. „Die Richtige wird kommen, da bin ich mir sicher.“ Sie nahm eine kleine Karte aus ihrer Handtasche und reichte sie mir. „Rufen sie mich doch bitte an, wenn sie etwas hören, ja? Ich muss jetzt nach Hause, der Bauch bereitet mir Rückenschmerzen.“
Ich nickte ihr zum Abschied zu. „Natürlich, ich werde mich melden sobald ich etwas erfahre.“

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Fr Dez 30, 2011 12:51 am

Kelly…
Als ich aus dem Bistro trat, abgespannt von der harten Arbeit an diesem Tag, überraschte mich der Anblick von Mick, der vor der Tür stand und auf jemanden zu warten schien.
„Hey, was machst du denn hier?“, fragte ich lächelnd und berührte ihn sanft an der Schulter. Ich war zwar überrascht aber auch erfreut ihn zu sehen. Denn es gab kaum jemanden, den ich so gerne sah wie ihn.
Mick fuhr sich durch das goldene Haar, wie er es oft tat, wenn er verlegen war. „Ich dachte, du hättest vielleicht Lust etwas zu unternehmen. Ich muss dringend mit dir reden.“ Es schien als brannte ihm etwas auf dem Herz.
Ich war besorgt, weil es eigentlich nicht viel gab, dass Mick umhaute. Aber jetzt sah er aus, als litt er innerlich grad große Qualen. „Natürlich, ist etwas passiert?“ Ich wusste dass Mick noch Familie besaß. Eine Mutter und vier Geschwister, die alle auf dem Festland wohnten. Nicht auszudenken, wenn etwas mit ihnen passiert war.
Er schüttelte den Kopf und nickte anschließend wieder. „Ich weiß nicht…also nicht direkt. Es ist nur…“
„Nun sag schon.“, drängte ich ihn vorsichtig. Ohne es zu bemerken hatte ich meine Hand auf seinem Arm ruhen lassen, so sehr befürchtete ich einen Ausbruch. Oder brauchte ich Halt?

„Ich habe gerade Ursine getroffen.“, murmelte er und sah zu Boden. Sein Gesicht war blass und ermüdet. Als ich immer noch nichts sagte, fuhr er fort. „Sie ist die Frau eines großen Ganoven. Der, den wir letztens…“ Er stockte, bevor er sich eilig berichtete. „Der den meine Kollegen letzten in einer Schießerei tödlich verunglückten. Erinnerst du dich?“
Ich nickte nachdenklich. Ich hatte davon gehört, als ich mir letztens die Nachrichten ansah. Sie redeten von der größten und gefährlichsten Festnahme der ganzen Stadt und das schon seit Jahren. Aber von einer Frau hatte ich nie etwas gehört. Und schon gar nicht wusste ich, dass Mick sie kannte.
Mick fuhr fort, ohne mich weiter anzusehen. „Sie ist schwanger, weißt du? Sie bekommt ein kleines Mädchen.“
Ich wusste das Mick Kinder liebte, aber warum litt er so darunter? Wollte er womöglich eigene Kinder? Oder war er der Vater des Ungeborenem Babys und wusste jetzt nicht was er tun sollte? Meine Fantasie fuhr Achterbahn in diesem Moment.
„Und das einzige, was sie sich wünscht sind die Habseligkeiten ihres Mannes. Und ich kann sie ihr nicht geben.“ Kopfschüttelnd blickte er mich an und seige Augen leuchteten vor Leid.

Liebevoll legte ich meine Arme um ihn und drückte ihn fest an mich. „Du kannst doch nichts dafür, Mick. Geisel dich doch nicht für Dinge, mit denen du nichts zu tun hast.“ Ich sah ihm tief in die Augen. „Tu, was in deiner Macht steht und dann hast du alles getan, was du tun konntest. Aber bitte leide nicht so.“
Mick sah mich an, erwiderte meinen Blick nachdenklich. „Ich denke ich kann nicht viel tun, ich bin schließlich nicht einmal vollwertiges Mitglied der Polizei. Aber ich möchte mich…um sie kümmern.“
Eine Idee tauchte in meinem überarbeiteten Kopf auf und nahm langsam Gestalt an. „Dann mach das!“, rief ich erfreut über diese Idee aus. „Kümmre dich um sie, Mick. Bring ihr ab und zu etwas zu Essen, besuch sie öfter, um sie zu fragen wie es ihr geht und sei immer erreichbar. Sei sozusagen das Mädchen für alles.“
Sein Blick wurde hoffnungsvoller, als er mich nun ansah. Sogar ein wenig Freude schien wieder aufgeflammt zu sein. „Das ist gut, Kell.“, antwortete er leise. „Eine wirklich gute Idee, danke.“ Er blinzelte mir freundlich zu.
Gestört wurde dieser ereignisreiche Moment von meinem knurrenden Magen. „Tut mir leid, ich hab das letzte Mal heute Morgen etwas zwischen die Zähne bekommen, lass uns nach Hause gehen.“
Mick lachte und legte einen Arm um mich. „Wieso gehen wir nicht einfach hier etwas essen? Erstens, arbeitest du hier, zweitens stehen wir schon vor einem Restaurant. Na los, ich lad dich ein.“
„Das musst du auch.“, beichtete ich mit unschuldigem Blick. „Mein Konto ist nämlich so gut wie leer.“
Lachen schob Mick mich zurück in das Bistro in dem ich arbeitete, wie setzten uns in eine schöne Nischen und bestellten Fish and Ships, die wir uns genüsslich schmecken ließen.
Mick war der Beste, egal wie man es sah. Ich konnte mir kaum einen besseren besten Freund vorstellen, als ihn und das einzige was sich uns nun noch in den Weg stellen konnte, waren größere Gefühle, als die einer Freundschaft.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Sa Dez 31, 2011 8:42 am

Mick…
„Hey, ich bin zu Hause.“, begrüßte ich Kelly, die am Herd stand und das Haus mit dem Geruch von frischer Carbonare füllte. „Das riecht gut.“
Kelly drehte sich halb zu mir um, ein erfreutes Lächeln auf den bepinselten Lippen. „Danke. Warst du bei Ursine?“ Ich nickte. „Und wie geht es ihr und dem Baby?“
„Ganz okay denke ich. Das kleine Mädchen schläft viel und so kann Ursine auch recht viel Schlafen.“ Ich setzte mich an den Tisch und stützte das Gesicht in die Hände. „Ich denke sie werden es schaffen.“
„Aber dass auch nur durch deine Hilfe, Mick.“ Kelly füllte die Spagetti auf zwei Teller und brachte sie zum Tisch, bevor sie sich selber auf ihren Stammplatz setzte. „Du hast eine gute Tat vollbracht.“
„Sag dass mal meinen Kollegen.“; murmelte ich bedrückt und nahm eine Gabel voll Nudeln in den Mund. Eine Weile kaute ich, bevor ich fortfuhr. „Sie sind der Meinung das Ursine sicher auch etwas mit der Unterwelt zu tun hat. Sie wollen meinen guten Kontakt ausnutzen um sie zu beschatten.“

Erschrocken sah Kelly mich an. Sie schien Ursine von all meinen Erzählungen her, langsam auch ins Herz geschlossen zu haben. „Aber dass tust du doch nicht oder? Dass kannst du ihr nicht antun, Mick!“
„Ich weiß, ich weiß!“, erwiderte ich schnell, um sie zu beruhigen. „Das habe ich ihnen auch gesagt. Sie ist jetzt eine Freundin und ich werde sie nicht hintergehen.“ Zuversichtlich kratze ich den Rest meiner Nudeln zusammen und kaute darauf herum. Schmeckte mal wieder toll. „Du wirst immer besser, Kell.“
Dankbar sah sie mich an. „Findest du? Bessie hat gesagt, dass ich vielleicht bald auch mal an den Herd dürfte.“ Sie warf einen wehleidigen Blick auf ihre Hände. „Länger halte ich das Spülwasser auch nicht mehr aus. Bald sehen meine Hände aus, wie die einer 60 Jährigen.“
Ich lachte über ihre herrliche Übertreibung. „Als ob deine Hände nicht immer noch die Schönsten sind, die ich je gesehen habe.“ Nachdenklich sah ich erst auf ihre Hände und anschließend in ihre türkisen Augen.

Sie folgte meinen Blick, aber als sie sich trafen, schaute sie schnell wieder auf ihren Teller. „Hauptsache ich darf bald wieder koche, deswegen hab ich da ja überhaupt angefangen.“ Sie fuhr sich durch die lockigen Enden ihres roten Haar und seufzte leise auf. „So viel mehr bietet das Leben hier auch nicht.“
„Vielen Dank.“, murmelte ich gespielt beleidigt, und fügte hinzu, als ich ihren entschuldigenden Blick sah: „Schon gut, Kell. Ich glaub ich verstehe was du meinst.“
„Bist du dir sicher?“ Lächelnd erhob sie sich um den leeren Teller gleich abzuspülen. Ihr Lächeln hatte etwas mitleidiges, als sie mich so ansah.
Ich drehte mich auf meinem Stuhl um, um sie anzusehen. „Wie meinst du das? Hab ich dich jemals nicht verstanden?“ Ich war ihr bester Freund, ich verstand alles, was sie sagte.

Kelly seufzte noch einmal. Wieder sah sie mich entschuldigend an. „Ich meinte dass nicht böse Mick, aber es ist nur…du bist eine Person die Familie will. Verstehst du was ich meine? Dein Traum besteht darauf ein Einfamilienhaus zu haben, eine Frau, die zu Hause auf dich wartet und eine ganze Horde Kinder.“ Sie machte mit den Händen eine ausschweifende Bewegung. „Das ist dein Traum, und das ist auch schön so, aber ich denke nicht dass du so verstehen kannst, was ich meine. Was ich mir wünsche um glücklich zu sein.“
Ich erhob mich von meinem Platz tat es ihr gleich meinen Teller abzuspülen. „Du willst sagen ich will ein klassisches Leben führen. Spießermäßig?“
Sie lachte. „Das hast du jetzt gesagt, Mick.“ Grinsend legte sie die Arme um meinen Hals und umarmte mich fest. „Du bist der Beste, Mick. Der tollte Mensch den ich kenne, aber wir haben eben nicht die gleichen Vorstellungen, verstehst du was ich meine?“ Mit ihren intensiven Augen sah sie mich an, als versuchte sie mich von ihrer Ansicht zu überzeugen. „Ich will frei sein, weißt du? Das ist mein Traum. Wie ein Vogel.“
„Wie ein Vogel also.“, wiederholte ich leicht verächtlich und löste mich von ihr.

Es war nicht so, dass ich beleidigt war, weil sie mich als Spießer bezeichnete, sondern eher weil ich wusste, dass sie solche Ansichten hatte. Ich wollte dass sie so dachte wie ich. So fühlte wie ich…
„Mick hör zu!“ Kellys Stimme hatte einen harten Unterton angenommen, wie so oft, wenn sie wütend wurde. „Du bist mein bester Freund, ja? Und ich bitte dich nicht auch so zu leben wie ich, aber du könntest wenigstens eine Einsicht hab, dass ich so bin, wie ich bin. Das machen Freunde schließlich.“ Sie zog eine Augenbraue hoch und sah mich an, doch schon im nächsten Moment veränderte sich ihre Haltung und sie sah mich bedrückt an. „Ich will nicht mit dir streiten. Lassen wir es darauf beruhen okay?“
„So lange du mir wenigstens Bescheid gibst, wenn du vorhast in einer Nacht und Nebel Aktion zu verschwinden.“, murmelte ich halblaut und wusste im nächsten Moment, dass ich mich blöd benahm.
„Das Gespräch ist beendet.“, antwortete sie und verschwand in ihrem Zimmer.
Wie dumm ich doch war.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Sa Dez 31, 2011 3:03 pm


Um mich abzuregen schnappte ich mir meine Schlüssel und verließ das Haus. Ich konnte jetzt nicht da drin sitzen, wenn ich wusste dass Kelly im Nebenzimmer war und über mich nachgrübelte.
Warum hatte ich mich auch so blöd benommen, schließlich wusste ich von Anfang an wie Kelly war. Und ich wusste auch von Anfang an, dass sie nicht für eine richtige Beziehung gemacht war. Oder einfach nur nicht für eine richtige Beziehung mit mir? Dass war die Frage, die ich mir innerlich stellte.
Nachdem ich eine Weile ziellos durch Sunset Valley gestreift war, beschloss ich etwas essen zu gehen, denn mein Magen knurrte schon. Die Spagetti Carbonare hatte ich schon verdaut. Den Streit mit Kelly jedoch nicht.
Gedankenverloren betrat ich das hübsche Bistro, in der Nähe vom Alten Pier und stieß prompt mit einer jungen Frau zusammen, die das Bistro wohl gerade wieder verlassen wollte.

„Verzeihung.“, entschuldigte ich mich eilig. Als ich in ihr Gesicht sah, hielt ich einen Moment den Atem an.
Die Frau vor mir war bildhübsch. Sie hatte lilafarbene Augen, umrandet mit dichten Wimpern und ein freundliches Lächeln auf den vollen Lippen. Auch wenn sie im Gegensatz zu Kelly eine blasse Erscheinung war, hatte sie dennoch etwas sehr Hübsches, Aufregendes an sich.
„Ach, das war meine Schuld.“ Sie lächelte noch breiter. „Ich war in den Gedanken noch bei meinem Buch, da habe ich sie einfach nicht gesehen. Mir tut es sehr leid.“ Sie hielt ein rotes Buch hoch, dass ich selber schon in der Hand gehalten hatte, als ich vor einigen Tagen in der Buchhandlung war.
Ich erwiderte ihr Lächeln ebenso freundlich. „Das Buch ist sehr gut, ich kann also verstehen, dass sie so vertieft waren. Mein Name ist übrigens Mick Cunningham.“ Ich reichte ihr meine Hand.
„Tamara Donner.“, erwiderte und drückte meine Hand mit einem sehr leichten Händedruck. Ihr Gesichtsausdruck wurde einen Moment nachdenklich. „Ich glaub ich kenne sie. Ihre Freundin arbeitet doch in dem kleinen Bistro, gleich um die Ecke, oder nicht? Ich hab letztens gesehen, wie sie sie abgeholt haben.“
Ich blinzelte. Kelly war nicht meine Freundin, aber das andere das so sahen, schmeichelte mir. „Sie ist nicht meine Freundin.“, antwortete ich und sah kurz zur Seite. „Meine Mitbewohnerin bloß.“

Als ich wieder aufsah, bemerkte ich das kurze Aufleuchten ihrer Augen. Galt das mir?
„Tut mir leid, dass ich das aufgestellt habe. Es sah halt so aus für viele Menschen. Sunset Valley ist eben klein und Gerüchte machen schnell die Runde.“ Sie biss sich auf die Unterlippe. Es sah süß aus, wie sie da stand, so völlig verlegen. Hatte ich Kelly schon einmal so verlegen gesehen?
„Wissen sie, Mick, als Entschädigung lade ich sie am Freitag auf einen Kaffee ein, passt ihnen das?“
Überrascht sah ich sie an. Fragte sie mich gerade nach einem Date?
Als mir auffiel, dass sie immer noch auf eine Antwort wartete nickte ich eilig. „Sehr gerne, sogar.“
„Sehr schön-„ Tamara drückte mir einen Zettel in die Hand, auf den sie eben schnell ihre Handynummer gekritzelt hatte. „Wenn noch etwas ist, rufen sie mich einfach an, ja? Ich muss jetzt los. Bis Freitag.“
„Ja, bis Freitag.“ Ich nahm den Zettel entgegen und sah ihr nach, wie sie davon rauschte.
Vielleicht musste ich mir Ablenkung suchen. Schließlich liebte Kelly mich nicht. Nicht ein bisschen.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Sa Dez 31, 2011 6:01 pm

Kelly….
Ich war so schrecklich verirrt, noch ein paar Tage später. Etwas in mir wollte mit Mick reden und dieses blöde Gespräch aus der Welt schaffen, aber ein anderer Teil war zu stolz um auch nur ein Wort an ihn zu richten.
Also hatte ich mich entschieden zu Bessie zu gehen, einer netten Arbeitskollegin. Sie verstand mich gewiss.
Ich klingelte und wartete, bis ein älterer Mann mir die Tür öffnete.
„Hallo, ich bin Kelly Clade. Eine Arbeitskollegin von Bessie, ist sie vielleicht zu Hause?“
Der Mann, der anscheint Bessies Ehemann war schüttelte bedauernd den Kopf. „Sie ist kurz zum Supermarkt gelaufen.“ Er betrachtete mich eine Weile, dann deutete er hinter sich. „Vielleicht möchten sie warten? Sie sehen aus als könnten sie dringend einen Gesprächspartner brauchen. Kommen sie doch rein und spielen sie eine Partie Schach bis sie kommt.“ Er streckte mir seine Hand entgegen. „Ich bin übrigens Cliff.“
Dankbar nickte ich und trat an ihm vorbei ins Haus. Es war schön und gemütlich eingerichtet, aber nicht zu groß für zwei alte Eheleute. Ich sah mich suchend nach Bildern um und fand ein paar von zwei kleinen Mädchen, die von Foto zu Foto älter zu werden schienen. Das mussten Bessies Töchter sein.

„Unsere Kinder sind beide ausgezogen.“, erklärte er, als er meinen Blick bemerkte. Ein väterliches Lächeln hatte sich auf seinem Gesicht gebildet und ließ ihn wie einen fröhlichen Großvater aussehen. „Sie sind beide ausgezogen, aber Bessie und ich bringen es nicht übers Herz ihre Zimmer auszuräumen. Elterliche Sentimentalität, sie werden das noch kennenlernen.“ Er deutete auf das Schachbrett, das unter dem Fenster aufgebaut war. „Lassen sie uns eine Partie spielen, das lenkt mich immer sehr ab.“
„Ich bin nicht besonders gut in Schach…“, gab ich zu bedenken, doch er winkte ab, also setzte ich mich auf den einen Stuhl, den er mir hingeschoben hatte und sah auf meine Schachfiguren, die ordentlich auf ihren Plätzen standen. „Spielen sie mit Bessie Schach?“, fragte ich neugierig.
Cliff nickte. „Sie ist eine sehr gute Spielerin, auch wenn sie gerne mal schummelt“ Ein Lächeln trat auf sein Gesicht und ich konnte mir bildlich vorstellen wie er Bessie verliebt ansah, wenn sie wieder schummelte.
„Bessie erzählte mir, dass sie eine sehr gute Köchin sind.“ Er sah mich fragend an, und wartete bis ich artig genickt hatte. „Meine Frau kocht sehr gerne und schätzt Leute die kochen können. Sie kann sie gut leiden.“
„Ich kann sie auch sehr gut leiden.“, erwiderte ich fröhlich.

Dass stimmte, Bessie war in sehr kurzer Zeit meine zweite Bezugsperson neben Mick geworden. Obwohl sie so viel älter und so viel reifer war und auch ganz andere Ansichten hatte, nahm sie mich so, wie ich war. Ohne den Versuch mich zu ändern. Das tat gut. Ich wünschte Mick wäre genauso.
„Sie schauen bedrückt aus.“ Cliff sah mich nachdenklich an. „Wissen sie, ich bin nicht Bessie und sie müssen auch nicht mit mir reden, aber ich war auch einmal ein junger Mann, auch wenn man es nicht mehr sieht.“ Er schmunzelte bei seinen Worten und erinnerte mich noch ein wenig mehr an einen Großvater.
Ich sah ihn ungläubig an. „Woher wissen sie dass es um einen Mann geht?“
„Junge Frauen sehen immer gleich aus, wenn sie auf uns sauer sind. Sie haben diese Falte zwischen den Augen, Bessie hat es heute noch. Finden sie nicht aus dass sie herrlich jung aussieht in ihrem Alter?“
„Ja.“, antwortete ich lächelnd. „Sie haben wirklich einen Glücksgriff mit ihr gemacht.“
Cliff nickte gelassen und setzte seinen Bauern auf eine andere Position.
Es war ein schönes Bild, wie er da saß und einfach nur sein Leben genoss. So wollte ich auch einmal sein, wenn ich alt und grau war. Nur wo, da war ich mir noch nicht sicher.
Die Haustür ging auf und Bessie kam herein. In den Händen zwei braune Tüten voller Lebensmittel. Erstaunt betrachtete sie mich. „Kelly, was machst du denn hier? Waren wir verabredet?“
„Nein.“ Ich lächelte ihr zu. „Eigentlich war ich spontan vorbei gekommen und dein Mann hat mich gebeten herein zu kommen. Wir spielen Schach.“ Ich deutete auf das Brett.

Cliff stöhnte einmal hörbar auf. „Ich werde mich vor den Fernseher setzen, Ladys. Leistet ihr mir Gesellschaft?“
Ohne ein weiteres Widerwort folgte ich Cliff in das kleine Wohnzimmer. Bessie gesellte sich zu uns, nachdem sie die Einkäufe verstaut hatte. Besorgt betrachtete sie mich einen Moment. „Ist etwas nicht in Ordnung?“
Ich seufzte leise. „Mick. Er ist so…verändert. Ich weiß nicht wann, aber unsere Freundschaft aufgehört einfach und leicht zu sein, verstehst du was ich meine Bessie?“
„Ihr habt euch verliebt, Liebes.“ Bessie lächelte, schüttelte den Kopf und sah dann Cliff an. Ein leuchten trat in ihre Augen. „Liebe macht alles komplizierter, aber auch schöner, wenn man sie richtig auskostet.“
Obwohl ich diesen Augenblick zuckersüß fand, und am liebsten einfach den beiden gelauscht hätte, musste ich es richtig stellen. „Nein, das haben wir nicht. Ich zumindest nicht.“ Kopfschüttelnd sah ich aus dem Fenster. „Mick und ich sind beste Freunde. Wenn wir uns verlieben würden, würde das alles kaputt machen.“
„Das kannst du aber nicht steuern, Kelly.“ Mit liebevollem Blick sah sie mich einen Moment an, bevor sie sanft meine Hand in ihre nahm. „Liebe steuert uns und nicht wir die Liebe. Genieß es so lange du kannst.“
„Aber ich bin nicht in Mick verliebt.“, erwiderte ich störrisch.
Ich war nicht in ihn verliebt. Er war mein bester Freund und daran wollte und konnte ich nichts ändern. Warum musste das alles so kompliziert sein? Ich war in der Versuchung meine sieben Sachen zu packen und zu gehen, aber dann würde Mick Recht behalten. Mein Stolz rebellierte.
Bessie drückte meine Hand noch einmal, bevor sie sie los ließ und sich auf das Sofa setzte. „Schätzchen, wenn du es dir selber nicht eingestehen kannst, dann kann ich dir auch nicht helfen. Geh auf die Suche nach dir selbst.“
„Ja.“, erwiderte ich nachdenklich. Vielleicht hatte sie Recht.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Sa Dez 31, 2011 6:50 pm

Mick…

Tamara lächelte mich freundlich an, als ich mit 5-minütiger Verspätung endlich in dem Park auftauchte.
„Ich dachte schon ich werde versetzt.“, scherzte sie und umarmte mich sanft.
Damit hatte ich nicht gerechnet, aber doch fühlte es sich gut an sie in meinen Armen zu spüren. Sie roch ganz anders als Kelly und sie bewegte sich auch ganz anders, aber irgendwie genauso anmutig.
„Nein.“, antwortete ich schnell, nachdem ich mich wieder gefangen hatte. „Ich musste nur noch etwas auf der Arbeit erledigen. Mein Chef wollte mich nicht gehen lassen, tut mir leid.“
„Muss es nicht.“, antwortete sie sanft und berührte dabei meinen Arm. Ihre Hand, diese kurze Berührung fühlte sich warm an. „Ich kenne das. Als Stimmenauszählerin hat man es auch nicht sonderlich leicht.“ Sie zwinkerte mir verschwörerisch zu.
„Sie arbeiten also im Rathaus?“, fragte ich interessiert nach. „Vielleicht spreche ich ja mit der nächsten Bürgermeisterin.“ Wir lachen und es fühlte sich gut an.

Tamara schüttelte den Kopf, während sie mit den Augen einen Schmetterling verfolgte, der fröhlich zwischen uns hin und her flog, als könnte er sich nicht entscheiden. „Ich weiß nicht, ob das meine Berufung ist.“, erwiderte sie leise. Ein schüchternes Lächeln hatte sich auf ihre Lippen gelegt. „Ich möchte Mutter sein, verstehen sie? Ich möchte jemanden haben, um den ich mich kümmern kann, der mich braucht.“ Sie verstummte, hielt einen Moment inne und kicherte anschließend leise. „Es tut mir schrecklich leid. Sie müssen denken ich bin verrückt, gleich bei meinem ersten Date mit ihnen von Kindern zu schwärmen.“
Doch das traf nicht zu. Ich war schon im ersten Moment von ihren Worten verzaubert gewesen. Ich wollte auch eine Familie, Kinder, eine Frau die mich liebte. Ein Spießerleben, wie Kelly sagen würde.
„Ich finde es großartig, dass sie so offen sind.“, erklärte ich also, um sie schnell zu beruhigen, denn ihr Blick war besorgt geworden. „Kinder sind etwas sehr Schönes, da stimme ich ihnen zu. Ich möchte auch welche, denke ich.“ Meine Stimme verlor sich, als ich in meinem Kopf kleine Kinder mit roten Haaren sah. Roten Haaren und türkisen Augen. Kellys Kinder und nicht Tamaras.

„Das freut mich.“ Tamara lächelte jetzt wieder selbstsicher wie zu vor. Ihre lilanen Augen strahlen, als sie in Richtung Sonne sah und erfreut seufzte. „Ich liebe die Natur, wenn ich ehrlich bin. Am liebsten würde ich den ganzen Tag im Park verbringen, die doof das auch klingen mag.“
Dass ich die offene Natur eigentlich hasste, verschwieg ich eisern. Zu berauscht war von der natürlichen Ehrlichkeit, die Tamara mit sich brachte. Vielleicht war sie wirklich ein Mensch, den man einfach mögen musste. Aber warum zum Teufel war sie dann nicht verheiratet?
Sie sah mich durch ihre dichten Wimpern aufmerksam an. „Du siehst heute schon wieder so verschlossen aus.“ Nur am Rande bekam ich mit, dass sie ins Du übergegangen war. „Was meinst du damit?“
„Du denkst die ganze Zeit über etwas nach, vermute ich. Es beschäftigt dich.“ Sie fuhr mit der Hand sanft über meine Wange. „Und dann bekommst du hier eine Falte. Und letztes Mal war sie auch da.“
Unbewusst nahm ich ihre Hand von meinem Gesicht und behielt sie in meiner, während ich noch nach der anderen griff. „Ich denke darüber nach, wie es kommt dass du nicht verheiratet bist, Tamara.“
Sie lächelte zaghaft. „Ich denke ich hatte einfach noch nicht den Richtigen gefunden.“, erklärte sie, den Blick auf unsere verschränkten Hände gerichtet. „Aber vielleicht ändert das sich jetzt ja…“
Ich sah ihr in die Augen, lächelte und spürte wie sie eine Hand wieder los ließ und an meine Wange zurücklegte. „Wer sagt dir, dass ich der Richtige bin, hm?“, flüsterte ich.

Tamara lachte leise, wobei ich ihren sanften Atem auf meinem Mund spürte. „Ich weiß es nicht. Aber ich fühle es ganz tief in mir drinnen.“ Und dann legte sie ihre Lippen vorsichtig auf meine.
Es war als würde sie langsam sein, aus Angst ich würde doch zurück schrecken. Als wüsste sie, dass da noch jemanden war, der mein Herz besetzte. Doch Tamara verstand sich darin Kelly kleiner werden zu lassen, auch wenn sie nicht verschwand. Aber schon dafür war ich Tamara mehr als dankbar.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Sa Dez 31, 2011 7:24 pm

Kelly…
Überrascht drehte ich mich um, als die Tür aufging und Mick hereinkam, das Gesicht zu einer freudigen Grimasse verzogen. Er sah wirklich glücklich aus.
„Hey Kell.“, begrüßte er mich mit seiner natürlichen Gelassenheit, die seit unserem Streit verschwunden gewesen war. Herein kam hier der Mick, den ich so gern als besten Freund gehabt hatte. Er schnappte sich einen Schwamm, nachdem er sich kurz umgeguckt hatte und begann die Theke zu säubern. „Wie war dein Tag?“
Erstaunt sah ich ihn an. Er redete wieder wirklich mit mir. Nicht so oberflächlich, sondern richtig. „Gut.“, antwortete ich also freundlich und schenkte ihm ein vorsichtiges Lächeln. „Sehr gut sogar. Und deiner?“
„Der tollste, den ich bisher hatte, glaube ich.“ Er erwiderte meinen Blick standhaft, das Lächeln war nicht verschwunden, sondern noch größer geworden. „Nein, ich bin mir sicher.“

Ich war neugierig, aber zu feige zu fragen. Vielleicht wollte ich die Antwort nicht hören?
Aber er nahm mir die Aufgabe ab. „Ich habe jemanden kennengelernt.“
Mir wurde heiß und kalt im selben Moment. Die Freude, die ich für ihn empfand wurde überdeckt von einemanderen Gefühl. Unsicherheit, die sich in mir breit machte. „Jemanden?“, stotterte ich.
„Eine Frau natürlich.“ Mick lachte leise auf, warf den Schwamm zurück ins Waschbecken und lehnte sich gegen die gesäuberte Theke. „Sie heißt Tamara Donner und sie ist wundervoll. Ich…du musst die kennenlernen.“
Ich nickte und legte die Pfannkuchen auf einen Teller. Obwohl mir der Appetit vergangen war, zwang ich mich an den Tisch zu setzen und einen Bissen zu nehmen. „Das hört sich wundervoll an Mick.“, sagte ich und versuchte meine Stimmer sicher und fest klingen zu lassen.

Warum fühlte ich mich auf einmal zurück gewiesen? Ich sollte mich für meinen besten Freund freuen, schließlich hatte er endlich sein Glück gefunden, und dass war es doch, was ich wollte. Oder nicht?
Mick betrachtete mich von der Seite, ich spürte es. Er hatte neben mir Platz genommen, ganz still und leise. Aber er schwieg, als wollte er dass ich noch mehr sagte. Das Lächeln war verschwunden.
„Ich freu mich wirklich für dich.“, fügte ich eilig hinzu, die nächste Gabel schon vor meinem Mund. Aber ich ließ den Arm sinken, denn er zitterte. Ich spürte etwas Feuchtes auf meiner Wange und fasste mich eilig dahin. Eine einsame Träne hatte sich ihren Weg gebahnt.

Ich spürte im nächsten Moment Micks Finger auf meiner Wange, sanft und weich. „Warum weinst du, Kell?“
Ich erhob mich eilig, ließ den Teller das erste Mal einfach stehen und trat zum Sofa. „Es ist nichts. Ich hatte etwas im Auge. Es geht schon.“ Wieder wischte ich mir über die Augen und versuchte nicht zu weinen. Warum auch? Es gab keinen Grund. Alles war so, wie ich es mir gewünscht hatte.
Ich fühlte wie Mick hinter mich trat, seine Hände nahmen meine Arme und drehten mich sanft um. Seine treuen, blassen Augen sahen tief in meine und ein kleines Lächeln hatte sich auf seine Lippen gelegt.
Und ohne darüber nachzudenken küsste ich dieses Lächeln. Ich küsste Mick, spürte seine Lippen auf meinen und dieses angeregte Kribbeln in meinem Bauch. Es war wundervoll und gleichzeitig schrecklich.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am So Jan 01, 2012 12:53 am

Als ich die Augen öffnete, lag ich immer noch in seinen Armen. Er hatte sie sanft um mich gelegt, hielt mich nicht fest, sondern schütze mich eher davor von ihm wegzurollen.
Es fühlte sich schön an, ihm so nah zu sein. Seinen Geruch in der Nase zu haben und die Wärme seiner Haut zu spüren. Mein Gott, ich hatte nie geahnt, wie schön es war Mick bei mir zu haben.
Und doch fühlte ich mich schlecht. Zwischen all den Glücksgefühlen, die sich in meinem Bauch breit machten, kam ein anderes Gefühl hinzu.
Das Gefühl nach Freiheit und nach Unabhängigkeit quoll auf und bereitete mir Bauchschmerzen.
Außerdem gab es da doch noch Tamara. Mick war so glücklich gewesen mit ihr. Er hatte sich verliebt und ich blöde Kuh schlief mit ihm. Wie hatte ich das tun können?

Vorsichtig löste ich seine Arme von meinem Körper und rollte mich so weit hinaus, dass ich mich neben ihn auf die Decke legen konnte. Ich starrte sein Gesicht an und versuchte nicht zu sehen, wie schön er war, wenn er schlief. Oder wie liebevoll sein Lächeln war. Was träumte er wohl, dass er lächelte?
Seine Augen öffneten sich verschlafen und sein Blick fiel von dem leeren Kissen auf mich. Er lächelte noch breiter. „Guten Morgen, Schönheit.“
„Morgen.“, antwortete ich und konnte mein herzliches Lächeln nicht zurück halten. Aber ich musste mich besinnen. Musste klar im Kopf sein, wenn ich sagte, was ich sagen wollte. „Hör zu, Mick.“, begann ich. „Wir beide sind beste Freunde, dass weißt du doch oder? Und Tamara…ihr seid doch ein Paar, oder nicht? Und ich brauch meine Freiheit, ich bin nicht der Mensch für Beziehungen.“ Ich hielt inne.

Das Lächeln auf seinem Gesicht verschwand nicht, auch wenn es nachdenklicher wurde. „Ich weiß was du meinst, Kell. Und es ist okay.“ Er richtete sich auf und gähnte einmal laut. „Wir sind Freunde, ich hab es verstanden. Trotzdem.“ Er sah mich einen Moment unschlüssig an. „Es war schön.“
„Ja, sehr schön, Mick, wirklich“ Ich erhob mich von dem Bett, erleichtert über den Ausgang dieses Gesprächs. Ich hatte keinen Streit gewollt und jetzt war alles gut. Oder? „Ich werde Tamara nichts sagen.“
Er sah mich an, als hätte er daran noch gar nicht gedacht, dann nickte einverstanden. „Danke.“, antwortete er, während er wieder in seine Jeans schlüpfte. „Sie würde das nicht verstehen.“
Ich verstehe es ja selber nicht, dachte ich bei mir und zog mir mein Kleid über. Ich hatte mit meinem besten Freund geschlafen und ich fühlte mich wohl mit ihm. Aber ich liebte ihn nicht. Oder?
„Es wird sich zwischen uns nichts ändern, oder Kelly?“ Mick hatte sein Hemd wieder angezogen und sah mich nun mit seinen treuen Augen besorgt an. „So etwas zerstört Freundschaften.“
„Unsere nicht.“ Ich lächelte ihm aufmunternd zu. „Wir beide haben miteinander geschlafen. Aber wir sind erwachsen und können damit umgehen, nicht wahr? Wir schaffen das schon.“ Überzeugt davon setzte ich mir meinen Hut wieder auf und warf einen kurzen Blick in den Spiegel. „Ich will dich nicht verlieren.“
Mick nickte. „Ich dich auch nicht.“ Dann lächelte er mir zu. „Ich werde jetzt Frühstück machen, okay?“
Dankbar nickte ich ihm zu. Als er verschwunden war seufzte ich mein Spiegelbild an. Was war nur aus mir geworden, seit ich hier wohnte? Alles veränderte sich oder veränderte ich mich?
Beides gefiel mir nicht sonderlich, vielleicht war es mal wieder Zeit für Reise.
Vielleicht musste ich gehen…

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am So Jan 01, 2012 9:12 pm

Mick…
„Das ist mein bescheidenes Heim.“ Ich öffnete die alte Haustür und hielt sie auf, so dass Tamara eintreten konnte. „Nicht besonders groß, aber für mich und Kelly reicht es.“
Tamara sah sich einen Moment um, dann lächelte sie sanft. „Ich finde das Haus wunderschön, Mick. Wirklich. Es ist so gemütlich und liebevoll eingerichtet.“ Sie drehte sich zu mir um, schmunzelnd. „Und es riecht nach Frau.“
Ich erwiderte das Lächeln entschuldigend. Es roch nicht nur nach Kelly, nein überall waren Spuren von ihr. Ihre Schminke auf dem Wohnzimmertisch, ihr Rock über der Sofalehne und ein paar Schuhe gleich unter dem Schreibtisch. Kelly war noch nie besonders ordentlich gewesen.
„Wo ist denn deine Mitbewohnerin?“, fragte sie anschließend und sah sich suchend um, als erwartete sie das Kelly in irgendeiner Ecke saß und wartete das wir sie bemerkten, aber das wäre nicht Kelly.
Ich warf einen Blick auf die Uhr an meinem Arm. „Sie arbeitet bestimmt noch. Vom Herd ist Kelly wirklich nicht wegzubekommen.“ Grinsend deutete ich auf unseren Herd, der trotz der vieler Benutzung vor Sauberkeit glänzte. „Du wirst über ihre Künste begeistert sein.“

Tamara warf mir einen Blick zu, den ich nicht deuten konnte. Es sah als ob dachte sie über etwas nach, aber es schien nichts Erfreuliches zu sein. „Ich wusste nicht, dass sie heute für uns kocht.“, bemerkte sie nebenbei, aber ich hörte den skeptischen Unterton sofort heraus.
„Tamara, sie wohnt hier.“ Ich nahm ihre Hand sanft in meine. „Ich konnte sie schließlich nicht herauswerfen, dass wäre sehr unhöflich gewesen.“ Um sie zu besänftigen gab ich ihr einen kurzen Kuss, ohne besonders viel Leidenschaft. „Du wirst sie mögen, da bin ich mir sicher.“
Bevor Tamara noch etwas erwidern konnte, ging die Haustür auf und Kelly kam herein gestolpert. Sie trug noch ihre Arbeitsklamotten, und schien ein wenig außer Atem.

„Tut mir Leid, dass ich zu spät bin.“, rief sie aus und kam sofort auf uns zu. Mir drückte sie einen seichten Kuss auf, und Tamara gab sie freundlich die Hand. „Ich bin Kelly, seine Mitbewohnerin.“
Etwas überwältigt nickte Tamara. „Äh…ja. Tamara.“ Sie lächelte schüchtern.
„So, dann mach ich mich mal ans Kochen.“ Kelly eilte zum Kühlschrank, ohne Tamara noch eines Blickes zu würdigen und nahm ein paar Zutaten heraus. „Ich hab mir heute überlegt, dass es Sushi gibt.“ Sie warf Tamara einen fragenden Blick zu. „Magst du Sushi?“
„Sehr gerne sogar.“ Tamara versuchte das Lächeln zu festigen, aber sobald Kelly wieder wegsah, warf sie mir einen hilflosen Blick zu, den ich grinsend erwiderte.
„Ich hab nämlich gerade letztens ein neues Rezept gelernt. Es kommt aus China.“ Kelly kicherte leise, als erinnerte sie sich an etwas Schönes. „Ich hoffe es wird euch schmecken und es geht auch recht schnell.“

Ich zog Tamara kopfschüttelnd zum Tisch und drückte sie auf einen der Stühle, um mich gleich gegenüber von ihr niederzulassen. „Kelly ist ein wenig aufgedreht:“, flüsterte ich ihr über den Tisch hinweg zu. „Bitte mach dir nichts draus, wenn sie dich ein wenig…“Ich hielt inne um nach dem richtigen Wort zu suchen. „Überrumpelt.“
Tamara nickte, umschloss meine Hand eilig mit ihrer, als suchte sie an mir Halt.
Eine halbe Stunde später, voller oberflächlichen Floskeln stand das Essen auf dem Tisch und alle Menschen um den kleinen Wohnzimmertisch herum.
„Und fühlst du dich wohl in unserem kleine Dorf?“, fragte Tamara und sah Kelly freundlich an. Das Sushi schien ihr zu schmecken, denn im Gegensatz zu mir hatte sie es schon fast aufgegessen.
Kelly nickte, wenn auch eher zaghaft. „Das Meer ist wundervoll.“, berichtete sie mit schwärmerischen Blick. „Ich hab noch nie so…brausende Wellen gesehen und so eine wundervolle Farbe.“ Sie schüttelte den Kopf, als wollte sie wieder in die Wirklichkeit zurückkehren, und dass kecke Lächeln, was ich so liebte trat erneut auf ihre Lippen. „Wie gesagt, es ist wirklich wunderschön.“
Ich sah wie Tamara nickte, aber etwas an ihrem Ausdruck ließ mich darauf schließen, dass ich Unrecht gehabt hatte. Sie mochte Kelly nicht.
„Tamara arbeitet im Rathaus.“, berichtete ich, um die Stimmung etwas aufzulockern. Es war ein sinnloser Einwurf in das laufende Gespräch und brachte mir von beiden Frauen irritierte Blicke ein.
„Wirklich?“, stotterte Kelly etwas überrumpelt und das interessierte Lächeln was sie aufsetzte kam ein wenig zu spät für die Echtheit dieser Frage. „Erzähl doch mal, was machst du?“
„Ach, nichts Besonderes. Ich bin bloß Praktikantin.“ Tamara warf mir einen wütenden Blick zu, den ich großzügig übersah, dann sah sie Kelly wieder an. „Sozusagen Mädchen für alles. Ich versuche mich in der Politik, aber man weiß ja nie was das Leben sonst so bietet.“ Wieder ergriff sie meine Hand, wie ein Zeichen.
Kelly lächelte. „Ja, das wissen wir nicht. Da gebe ich dir vollkommen Recht, Tamara.“

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am So Jan 01, 2012 10:38 pm

Kelly…
In den nächsten Wochen kam ich nicht zu besonders viel Schlaf. Entweder war Tamara zu Besuch und sie und Mick verbrachten die Nächte damit sich ihre Liebe gegenseitig zu beweisen, ohne daran zu denken wie dünn die Wände in diesem Haus doch waren.
Oder ich lag die gesamte Nacht im Badezimmer auf dem Boden. Übergab mich über der Toilette oder presste meine heiße Stirn gegen die kalten Fliesen, um ihn etwas zu kühlen, kraftlos wie ich war.
Die ersten Wochen schob ich es auf den Stress auf der Arbeit und dem Schlafmangel, doch als schließlich auch meine Regel ausblieb machte ich mir ernstere Gedanken. Könnte es sein, dass ich schwanger war?
Und als ich es schließlich vom Arzt bestätigt bekommen hatte, rief ich sofort bei Bessie an. „Bessie? Hast du Zeit? Ich muss dich unbedingt sehen. Können wir uns im neuem Bistro treffen?“
Das konnten wir. Als ich dort ankam war sie schon da und kaum hatte sie mich erblickt, eilte sie auf mich zu.
„Kind, was ist denn passiert? Warum weinst du?“, fragte sie und fasste mich vorsichtig an die Wange.
Erst jetzt, wo sie es mir sagte, bemerkte ich es überhaupt. Ich weinte.

„I-ich bin schwanger.“, schluchzte ich. Gegen die Tränen war ich machtlos. „Von Mick.“
Bessies Ausdruck wandelte von besorgt zu erfreut, als hätte ich verkündet ich wäre verheiratet oder etwas anderes, dass die Menschen erfreute. Aber da war doch nichts. „Oh wie wundervoll, Kelly.“ Sie erfasste meine beiden Hände und drückte sie liebevoll. „Ihr habt es endlich geschafft. Ich freu mich so für euch.“
„Mick und ich sind nicht zusammen.“, erwiderte ich tonlos. Es war als würden meine Emotionen langsamer arbeiten, als versuchten sie etwas zu begreifen. Das was ich gerade ausgesprochen hatte.
„Aber du liebst ihn.“ Bessie nickte zustimmend. „Du hast bloß zu lange gebraucht um das zu sehen und jetzt hat er jemanden, der es vom ersten Moment an wusste, richtig?“ Sie schien alles zu wissen.
Und plötzlich schien auch ich alles zu wissen. Es war, als würde mit ihren Worten auch mein Herz etwas sagen wollen, nämlich dass sie Recht hatte. Dass ich Mick liebte, und dass ich Tamara hasste. Und dass ich verzweifelt war, auf Grund dieser ominösen Situation, die ich keinesfalls bewältigen wollte und konnte. Ich wollte am liebsten gehen, einfach abhauen, aber das war unmöglich, jetzt wo ich wusste, dass ich ihn liebte.

„Es tut mir so leid, meine Liebe, dass du so etwas fühlen musst.“ Mütterlich legte Bessie mir eine ihrer faltigen Hände an die Wange und betrachtete mich Häuflein Elend mit mitleidigem Blick. „Niemanden wünsche ich dieses Gefühl einen Fehler erkennen zu müssen, ehe man bereit dazu war.“
„Was soll ich denn jetzt tun, Bessie?“, fragte ich besorgt. Dass war alles was ich nun wissen wollte.
Sie zog mich hinüber zu einem der Tische und deutete auf den Stuhl. „Setz dich hin, Liebes. Die ganze Aufregung tut deinem Baby nicht gut." Sie selber setzte sich auf den anderen, und begann von dem Teller zu essen, den eine Bedienung vor sie hinstellte. „Tut mir leid, aber ich habe heute noch nichts gegessen.“, entschuldigte sie sich eilig, bevor sie mir endlich eine Antwort auf meine Frage gab. „Sag ihm dass du schwanger bist, Kind. Er wird sich freuen und ihr werdet zusammen kommen.“ Als sie meinen zweifelnden Blick bemerkte fügte sie hinzu: „Mick liebt dich und hat dich immer geliebt.“

Ich betrachtete meine Hände, als lag die Antwort in ihnen. Liebte Mick mich? Tat er es wirklich, oder hatte er es nur getan? Schließlich war er jetzt mit Tamara zusammen.
„Vielleicht sollte ich es ihm sagen.“, murmelte ich nachdenklich und schniefte schließlich ein letztes Mal, bevor ich mich aufraffte und aufstand. „Ich werde es ihm gleich sagen, wenn er von der Arbeit kommt.“
„Viel Glück, Liebes und ich weiß, dass er euch eine Chance geben wird.“
Ich warf ihr eine Kusshand zu, versuchte die Spuren meiner Tränen verschwinden zu lassen und beeilte mich nach Hause zu laufen, bevor Mick da war.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am So Jan 01, 2012 11:08 pm

Mick…

Ich kam nach Hause, als Kelly gerade zur Arbeit aufbrechen wollte. Sie trug schon ihre Arbeitsklamotten und war im Begriff das Haus in diesem Moment zu verlassen.
„Hey.“, begrüßte sie mich, ein nervöses Lächeln auf den frisch geschminkten Lippen. Unruhig zupfte sie an ihre alten Schürze herum, den Blick wachsam auf mich gerichtet.
„Hey, was machst du denn noch hier? Musst du nicht los?“ Ich ließ den Schlüssel in die Schlüsselschüssel neben der Tür gleiten. Ich war selber völlig neben der Spur, und dass Kelly total aufgewühlt schien, bekam ich nur am Rande mit. In meinem Kopf arbeitete es an einem ganz anderen Thema.
„J-ja, ich weiß.“, stotterte sie. Einmal holte sie tief Luft, bevor sie auf einen der Stühle deutete. „Kannst du dich vielleicht einen Moment setzen, Mick? Ich müsste dringend mit dir reden.“

Das passte mir gut. Mit wem konnte ich besser darüber reden, als mit Kelly? Schließlich war sie meine beste Freundin und würde schon einen guten Rat für mich haben, denn ich selber war völlig hilflos.
Ich setzte mich also auf einen der Stühle, gleich neben sie und sah sie einen Moment nachdenklich an. Dann brach es aus mir heraus, ohne dass ich etwas tun konnte. „Tamara ist schwanger von mir.“
Kelly neben mir schnappte hörbar nach Luft und als ich sie ansah, hatte ich das Gefühl sie würde grünlich anlaufen. Eilig beugte ich mich nach vorne, als wollte sie sie irgendwie auffangen oder so.
„Wirklich?“, brachte sie dann kaum hörbar heraus. Die Freude schien ihr im Hals stecken geblieben zu sein.
„Ja.“, antwortete ich zerstreut, meine Hand immer noch auf ihrem Arm. „Ist alles in Ordnung mit dir?“
Kelly nickte und erhob sich eilig von ihrem Platz. Wie eine Furie stürmte sie in Richtung Küche und klammerte sich dort an die Küchenanrichte, als ginge es um ihr Leben. „Mir geht es gut…“ Ihre Stimme versagte.
Ich erhob mich ebenfalls, besorgt um meine beste Freundin, die ich noch nie so aufgelöst gesehen hatte. „Kell, wenn etwas ist würdest du es mir doch sagen oder?“

Kelly fasste sich gestresst an den Kopf, dann drehte sie sich zu mir um. Ein falsches Lächeln hatte sich auf ihrem Gesicht gebildet und ließ mich erschrecken. So hatte ich Kelly noch nie gesehen.
„I-ich…ich freu mich für dich.“, erklärte sie, ihre Stimme belegt und in den Augen ein Glänzen. Sie kam auf mich zu und ergriff meine Hände. „Sehr sogar, du bekommst endlich das, was du haben wolltest.“
Ich nickte, immer noch völlig neben der Spur über ihr Verhalten. Ich war nicht mal fähig zu antworten.
„Tamara und du, ihr gebt ein wunderschönes Paar ab, weißt du das? Ihr passt perfekt zusammen.“, schluchzte sie, ohne mich richtig anzusehen. „Ich wünsche euch alles Glück dieser Welt.“ Und dann schloß sie die Arme um mich und drückte mir ein paar Küsse auf die Wange, während sie weiter schluchzte. „Ich hab dich unglaublich lieb, Mick. Dass musst du mir glauben. Wirklich. Du bist der beste Mensch den ich kenne und Tamara hat ein sau Glück dich bekommen zu haben. Wow.“

Ich erwiderte die Umarmung und wusste innerlich das dies ein Abschied war. Ein Abschied von meiner besten Freundin und dem Leben von hier. Ich würde ausziehen, würde mit Tamara ein neues Leben anfangen und Kelly würde nur noch ein alter Bestandteil meines alten Lebens sein. Alles würde sich ändern.
Und als ich das erkannte, küsste ich sie ebenfalls sanft auf das rote Haar. „Ich hab dich auch lieb, Kell.“

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am So Jan 01, 2012 11:32 pm

Noch am gleichen Abend packte ich ein paar Sachen ein und fuhr zu Tamara, die bisweilen noch in einer WG mit anderen jungen Leuten wohnte. Ich musste sie sehen, musste mich ablenken.
Sie erwartete mich schon unten, einen unseren Gesichtsausdruck auf den Lippen. „Schatz.“, begrüßte sie mich und schlang ihre dünnen Arme um meinen Nacken, als wäre ich Jahre fort gewesen.
Ich sagte nichts, hielt sie einfach nur fest und vergrub mein Gesicht in ihrem braunen Haar. Ich könnte nichts sagen, irgendetwas in mir blockierte meine Sprache, meine Gedanken.

„Ich habe mir schreckliche Sorgen gemacht.“, gestand Tamara mir im nächsten Moment.
Überrascht wachte ich auf, löste mich von ihr und sah sie an. „Warum?“, fragte ich.
Tamaras Lächeln wurde noch etwas unsicherer. „Ich weiß nicht genau, ich hatte ein merkwürdiges Gefühl, als du heute weggefahren bist. Du war so…überrumpelt. Um ehrlich zu sein, ich war mir nicht sicher ob du wiederkommen würdest. Nicht nach deinem Gesichtsausdruck zu urteilen.“
„Natürlich komme ich wieder.“ Mit gerunzelter Stirn betrachtete ich ihr sorgenvolles Gesicht. Mit meinen Fingern versuchte ich die Falten wegzustreichen, die sich gebildet hatten. „Wir bekommen ein Baby, Tamara.“
„Ich weiß.“ Ihre Augen begangen zu leuchten, wie schon heute Morgen, als sie es mir berichtete. „Wir beiden werden eine richtige Familie, Mick. Wir beide und unser kleines Baby.“
Ich lächelte bei der Vorstellung von einem Kind. Meinem Kind. Und Tamara würde eine herrliche Mutter sein, da war ich mir sehr sicher. Und ich liebte sie. Ich musste.

Liebevoll legte sie ihre Hände an mein Gesicht. „Ich bin so froh dich kennengelernt zu haben. Ich liebe dich.“
„Ich dich auch.“; erwiderte ich lächelnd. „Ich hab eine kleine Überraschung für dich, jetzt wo wir eine Familie werden.“ Grinsend betrachtete ich ihre lilanen Augen die aufgeregt funkelten. „Ich werde hier einziehen.“
Als Antwort küsste sie mich so leidenschaftlich, wie sie es noch nie getan hatte. Wir versanken praktisch in einem Kuss, der sich etwas länger hinzog, als ich es erwartet hatte.
Als wir uns wieder von uns lösten, flüsterte sie: „Ich freue mich sehr darüber. Und am besten wir bleiben nicht lange hier wohnen, sondern suchen uns bald ein eigenes kleines Haus, was hältst du davon?“
Begeistert über diese Idee nickte ich. „Wir suchen uns das schönste Haus, was es überhaupt gibt.“
Und einen Augenblick dachte ich nicht an Kelly und ihrem Ausbruch.


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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am So Jan 01, 2012 11:47 pm

Kelly...

Ich ließ mich auf der Schaukel nieder, die im Park stand. Es war sonnig und angenehm warm, so dass man gut draußen sitzen bleiben konnte, so lange man wollte.
Mick war erst einmal zu Tamara gezogen um ihr in der Schwangerschaft zur Seite zu stehen und ich gönnte es ihm. Ich wusste dass es nicht Schöneres in seinem ganzen Leben für ihn gab, als bald eine eigene Familie zu haben. Eine typische Familie Mutter, Vater, Kind. Ein Einfamilienhaus und vielleicht ein Familiencombie.
Alles was ich nie gewollt hatte. Und trotzdem würde ich es bekommen.
Zumindest einen Teil davon. Augenblicklich fasste ich mir an den Bauch, in dem gerade etwas in mir wuchs.
Was hatte ich mir nur dabei gedacht mit Mick zu schlafen? Und was zum Teufel hatte ich mir dabei gedacht mich in ihn zu verlieben, gerade jetzt, wo er doch so schrecklich glücklich war.

Und genau aus diesem Grund hatte ich nichts gesagt. Ich hatte Mick mit Absicht verschwiegen, dass ich ein Kind von ihm bekommen würde, denn ich wusste, dass es für ihn schrecklich werden würde.
Schließlich wusste bekam auch Tamara ein Kind von ihm und somit müsste er sich entscheiden. Dass wollte ich ihm nicht antun, deshalb hatte ich geschwiegen. Oder eher geheult.
Und jetzt war ich alleine. Mick hatte mich verlassen um bei Tamara zu sein und ich hatte ihn nicht aufgehalten. Jetzt musste ich die Konsequenten tragen. Ein Baby. Ich, Kelly Clade, die nie ein Baby bekommen wollte, würde ich knapp acht Monaten ein Kind in den Armen halten. Ein Kind von Mick.
Wieder rannen Tränen über meine Wange, aber ich ließ es zu. Seit ich schwanger war weinte ich oft und versuchte mir einzureden dass es nur daran lag, dass ich schwanger war.
Etwas anderes würde mir nicht übrig bleiben.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Mo Jan 02, 2012 12:35 am

Mick…

Ein paar Tage später wollte ich meine restlichen Sachen von Kelly holen und meinen Schlüssel bei ihr lassen. Tamara war zu Hause, ihr Bäuchlein schon ein ganzes Stück gewachsen, und sah sich die Zeitungen nach neuen Häusern an. Bald war es soweit und wir würden eine tolle Familie abgeben, das wusste ich.
Ich schloss die Haustür auf, zum letzten Mal, wie ich mir bewusst machte und trat ein.
Und dass was sich mir bot hatte ich in keiner Weise erwartet.
Kelly stand im Raum, sie trug ein neues Kleid, aber es passte nicht zu den Klamotten, die sie sonst trug. Es war lang und grün und überhaupt nicht ihr Schnitt, aber das war nicht das merkwürdigste daran.
Eher das, dass sich unter diesem neuen Fetzen, den sie trug ein kleines Bäuchlein gebildet hatte. Ein wenig größer als das von Tamara, aber eindeutig ein Schwangerschafstbauch.

„Mick.“ Überrascht oder entgeistert, ich wusste es nicht, sah sie mich an. „Was machst du hier?“
„I-ich wollte meine restlichen…“ Ich machte eine Pause und schüttelte den Kopf. „Du bist schwanger.“
„Ja.“, antwortete sie. Mehr nicht. Einfach nur ein einfaches ‚Ja‘.
„U-und wer ist der Vater dieses Babys?“, stotterte ich. In meinem Kopf arbeitete es, Bilder von unserer gemeinsamen Nacht tauchten vor meinem inneren Auge auf. Immer und immer wieder.
War ich der Vater dieses Kindes? Kellys Kind?
Sie schüttelte den Kopf. „Mach dir keine Sorgen, Mick. Du bist nicht der Vater.“ Lächelnd seufzte sie und fasste sicher erschöpft an den Kopf, bevor sie sich auf einen Stuhl plumpsen ließ. „Tut mir leid, mir wird nur so schnell schwindelig, seit das Baby da drinnen ist.“ Sie deutete auf ihren Bauch.
Ich nickte. Bei Tamara war es dasselbe. „Und wer ist der Vater, wenn ich es nicht bin?“ So schnell ließ ich nicht locker, es war als klammerte ich mich an den Gedanken Vater von ihrem Kind zu sein.
Doch Kelly nahm mir jegliche Illusion. „Er heißt Jack. Weißt du noch? Ich hatte ein paar Dates mit ihm und dann ist es passiert. Ich hab erst erfahren, dass ich schwanger bin, nachdem er gegangen war.“ Sie zuckte die Achseln und deutete auf den Stuhl vor sich. „Setz dich doch, Mick. Du bist weiß wie die Wand.“
Ich tat was sie mir sagte, aber mechanisch und ohne jegliche Emotion. „D-dann sag ich wohl herzlichen Glückwunsch, oder nicht?“ Ich lachte, aber es klang schrecklich. „Freust du dich?“

Es gefiel mir nicht, dass Kelly schwanger war, schließlich war es das, was sie nie gewollt hatte. Und wenn sie es war, dann hätte sie es wenigstens von mir sein sollen, oder nicht?
„Es geht.“ Diese beiden Worte waren Balsam für meine Seele. „Ehrlich gesagt habe ich schreckliche Angst, Mick. Wirklich schreckliche Angst.“ Tränen tauchten in ihren türkisenen Augen auf und liefen langsam ihre seichten Wangen hinunter.
„Hey.“ Eilig beugte ich mich über den Tisch und ergriff ihre Hand. „Es wird alles gut, Kelly. Du wirst ein wundervolles Baby bekommen und du wirst eine wundervolle Mutter sein.“ Das war die Wahrheit, denn obwohl ich wusste, dass sie kein Baby bekommen wollte, wusste ich, dass sie eine prächtige Mutter sein würde.
Kelly schniefte leise. „Aber ohne Vater, Mick.“ Verzweifelt fuchtelte sie mit den Händen in der Luft herum.
„Er verpasst etwas, Kell. Aber du wirst es schaffen. Ich weiß das.“, erwiderte ich überzeugt.
Gerade als sie den Mund aufmachte, um zu seiner Antwort anzusetzen, veränderte sich ihr Gesichtsausdruck und ein liebevolles Lächeln drängte sich auf ihre Lippen. „Es tritt mich.“, erklärte sie leise. „Weißt du, immer wenn es das tut, dann denke ich mir, dass es mir sagen will, oder eher mich daran erinnern will, dass wir es schaffen werden. Ich weiß, es klingt blöd.“ Sie lachte beschämt auf. „Aber für mich ist es so.“
Ich schüttelte den Kopf und stand auf. Vorsichtig half ich ihr ebenfalls aufzustehen und beugte mich zu ihrem Bauch hinunter. Ich legte meine Hand an die Stelle, an die sie eben gefasst hatte und ich spürte das Baby vorsichtig treten. "Kleiner Spatz.“, murmelte ich halblaut. „Bitte pass auf deine Mami auf, ja? Sie ist etwas ganz Besonderes und wird eine der besten Mütter sein, die es gibt. Also genieß es.“
Kelly kicherte und das erfreute mich mehr als ich geahnt hatte.
„Wenn du möchtest bleib ich noch etwas hier? In der WG ist es sowieso sehr eng und Tamara wird mit Sicherheit kein Problem damit haben.“, hörte ich mich sagen, ehe ich darüber nachgedacht hatte.
Mit ihren großen Augen sah Kelly mich an. „Dass würdest du wirklich tun, Mick?“ Nachdem ich genickt hatte, seufzte sie entspannt. „Ich danke dir vom ganzen Herzen, wirklich.“

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Mo Jan 02, 2012 1:08 am

Kelly…

Es ging mir von Tag zu Tag besser, jetzt wo Mick wieder hier wohnte. Natürlich wusste ich, dass es erstens nicht für immer war und zweitens ich mir großen Ärger mit Tamara eingefangen hatte, aber in diesen Monaten war mir das alles egal. Ich war einfach nur froh, dass Mick bei mir war.
„Ich hab Frühstück gemacht.“ Mick deutete lächelnd auf den Tisch, auf dem zwei Teller mit frischen Pfannkuchen standen. „Apfelpfannkuchen nach deinem Rezept, Hunger?“
Ich rieb mir über die große Kugel, die ich nun schon vor mir hertrug und nickte bekräftigend. „Aber richtig.“ Lachend ließ ich mich auf den nächsten Stuhl fallen und verschlang das Frühstück, als hätte ich sieben Jahre nichts zu essen bekommen und genauso fühlte ich mich auch.
Mick sah mir zu. Sein Gesichtsausdruck war erfreut, als belustigte es ihn, wie ich so zu langte.
„Sehr witzig nicht wahr?“ Ich rollte mit den Augen.

Doch Mick nickte lachend. „Du siehst übrigens wundervoll aus, hast du gut geschlafen?“, fragte er erfreut.
„Es geht.“ Ich rieb mir noch einmal über den Bauch. „Die Kleine hat die ganze Zeit getreten und mein Rücken tut auch schrecklich weh.“ Im nächsten Moment rieb ich mir das Kreuz. „Ich hatte nicht erwartet, dass es so schlimm sein würde. Und das Ziehen im Unterleib…schrecklich.“
Mick lächelte sanft. „Ein Baby zu bekommen ist nicht so leicht. Tamara beschwert sich auch in einer Tour.“
„Wann ist es bei ihr soweit?“, fragte ich nach. Tamara war zu einem festen Bestandteil meines Lebens geworden, dadurch dass Mick nun zu ihr gehörte. Sie war öfters hier, weil Mick mich nur ungern alleine ließ und sie der festen Meinung war Bewegung würde ihr gut tun. Also kam sie jeden Tag die zwanzig Minuten hier her gelaufen und verbrachte den Tag mit uns beiden. Aber ich wusste, dass es sie störte.
Mick rechnete im Kopf nach. „In einem Monat kommt das Baby.“, erzählte er schließlich glücklich. Ein Leuchten trat in seine Augen, wie immer wenn er von seiner neuen kleinen Familie sprach.
Dass ich keine wirkliche Familie für mein Baby hatte, versuchte ich zu verdrängen. Ich wusste, dass Mick immer da sein würde, wenn ich ihn brauchte, und dass musste reichen.

„Ich hab heute einen Ultraschall, würdest du mich hinfahren?“, fragte ich, während ich mich erhob und zum Sofa wankte. Ich musste mich hinlegen, die Schmerzen machten sich wieder breit.
Aus den Augenwinkeln sah ich, wie Mick nickte. „Natürlich um wie viel Uhr denn? Tamara hat heute nämlich auch einen Termin, soweit ich weiß. Ich kann euch zusammen hinfahren.“
Noch bevor ich antworten konnte, spürte ich, wie es zwischen meinen Beinen nass wurde und im nächsten Moment zog es in meinem Unterleib, als würden mir tausend Messer hineingestochen werden.
„Das Baby kommt.“, schrie ich aus Reflex und sah Mick entgeistert an. „Mick, meine Fruchtblase ist geplatzt.“
Mick sah mich ebenso entgeistert an. Seine Augen waren weit aufgerissen und seine Arme ausgestreckt, als wollte er mich auffangen. „Jetzt? Du meinst genau in diesem Moment?“
„Natürlich in diesem Moment.“, schrie ich zurück. „Meine Tasche steht im Schlafzimmer, los! Fahr im ins Krankenhaus oder soll ich das Baby hier bekommen?“
Mick schnappte sich meine gepackte Tasche, nahm mich an die Hand und zog mich zu seinem Auto. „Es wird alles wieder gut, Kelly. Mach dir keine Sorgen.“ Er warf mir einen schnellen Blick zu. „Ich bin da.“


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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Mo Jan 02, 2012 1:43 am

Erwartet wurde ich von einer Schwester in rosa Klamotten. Sie hatte ein freundliches Lächeln auf den Lippen, als sie mich vor dem Eingang des Krankenhauses empfing. „Kommen sie rein.“, sagte sie zu mir, dann wandte sie sich an Mick. „Der Vater des Kindes kann noch sein Auto auf dem Parkplatz parken, dann kommen sie einfach nach okay?“
Mick und ich warfen uns einen kurzen Blick zu, bevor ich eilig einwarf. „Er ist nicht der Vater, bloß ein mein bester Freund. Es gibt keinen Vater.“ Ich versuchte den skeptischen Blick der Schwester zu ignorieren und wandte mich an Mick. „Geh nur, ich schaff das schon.“
„Ich bin gleich zurück, Kell.“ Er drückte mir einen hektischen Kuss auf die Stirn. „Mach dir keine Sorgen.“
Die Schwester legte vorsichtig den Arm um mich. „Sie ist hier in den besten Händen, glauben sie mir.“ Dann sah sie mich liebevoll an. „Kommen sie, wir haben schon ein Zimmer für sie.“

Ich nickte und folgte ihr, geplagt von den Schmerzen konnte ich nicht einmal mehr darüber nachdenken, was ich tun sollte, wenn das Baby Mick glich wie ein Ei dem anderen. Wie sollte ich das erklären?
Doch das Problem sollte ich nicht haben. Mick wurde, kaum dass ich den Kreissaal betreten hatte von Tamara angerufen, dass auch bei ihr die Wehen eingesetzt hatten und so fuhr er zu ihrer WG um sie abzuholen und anschließend seine Zeit bei ihr zu verbringen. Seiner Freundin und der Mutter seines Kindes.
Und so kam die kleine Cecilia sechseinhalb Stunden später ohne Vater, aber dafür kerngesund zu Welt.
Mein kleines Mädchen das erste Mal in den Armen zu halten war unbeschreiblich für mich. Ich war noch nie in meinem ganzen Leben so glücklich gewesen, da war ich mir sicher.
Und als ich dann im Taxi saß, meine Tochter schlief ruhig in meinen Armen, konnte ich nicht aufhören sie anzustarren. Sie war so wunderschön und friedlich. Und erschöpft, wie die Schwester mir erklärt hatte.

„Du brauchst jetzt erst einmal ganz viel Ruhe, und dann zeig ich dir die Welt.“, flüsterte ich liebevoll. „Mit deinen kleinen Augen wird sie dir schrecklich groß und kompliziert vorkommen, und du kannst mir glauben, dass ist sie auch. Aber du brauchst dich nicht zu fürchten, Cecilia. Ich bin da. Immer und ewig.“
Zu Hause legte ich sie in ihr Bett, dass Mick vor zwei Tagen aufgebaut hatte und schaute ihr zu, wie sie schlief und ihre Brust sich immer wieder gleichmäßig hob und senkte. Es war erstaunlich, dass ich so etwas Wundervolles hervorgebracht haben sollte. Ich und Mick. Mick und ich.
Als ich ins Wohnzimmer trat, erblickte ich Mick, der gerade lautlos die Tür hinter sich schloss. „Hey, Mick.“, begrüßte ich ihn grinsend, und sah zu wie ordentlich zusammen zuckte.
„Ich dachte du würdest schlafen.“, gestand er leise und sah sich dann suchend um. „Wo ist sie?“
„Sie schläft in ihrem Zimmer.“, erklärte ich und kam ein paar Schritte auf ihn zu. „Sie ist wunderschön, Mick. Ich hab noch nie in meinem ganzen Leben etwas so…Wundervolles gesehen.“

„Ich habe nichts anderes erwartet, bei dieser Mutter.“, antwortete er und nahm mich fürsorglich in den Arm.
Ich genoss seine Nähe für einen Moment, bevor ich mich vorsichtig von ihm löste und fragend ansah.
Er lächelte, purer Vaterstolz in den Augen. „Es ist ein kleiner Junge.“, berichtete er erfreut. Tamara und er hatten sich überraschen lassen wollen mit dem Geschlecht. „Wir haben ihn Mason genannt und er ist…ein Traum, Kelly. Ich weiß gar nicht was ich dazu sagen soll. Es ist ein unglaubliches Gefühl.“
„Ich weiß.“ Ich kicherte leise. Dann ergriff ich seine Hand und zog ihn zu Cecilias Zimmer. Er musste sie sehen, zumindest einmal wollte ich sehen, was er zu seiner Tochter sagte.
Und zu meiner Überraschung war sie wach, als wir herein kamen. Sie lag in ihrem Bett, die türkisen Augen neugierig geöffnet und die Hände bereit zum Greifen.

Ich musste nichts sagen. Mick ließ meine Hand los, eilte zum Bett und nahm sie heraus. Sanft legte er sie sich an die Brust und küsste ihren kahlen Kopf. „Willkommen auf der Welt, kleine Cecilia.“, begrüßte er sie lächelnd. „Denk dran, das liebste Mädchen auf der ganzen Welt zu werden und deiner Mutter keinen Kummer zu machen, ja? Sonst muss ich ein ernstes Wörtchen mit dir reden.“
Ich lachte leise, ging zu den beiden hin und lehnte meinen Kopf gegen meine Schulter, nur um eine Weile zu spüren, wie es gewesen wäre, hätte ich früher gewusst, dass ich ihn mehr liebte als alles andere.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Mo Jan 02, 2012 12:41 pm

Haushalstwechsel…

Haushalt 2 Cunningham / Donner
(Mick, Tamara, Mason)


Mick…

Ich hängte das letzte Bild an seinen Platz und sah mich einen Moment stolz um. Das Haus war einfach perfekt. Ich hatte es gesehen und gewusst, dass ich und Tamara hier schrecklich glücklich werden würden. Und Mason natürlich. Mein Sohn, mein ganzer Stolz.
Es klingelte an der Haustür und holte mich somit unsanft aus meinen Gedanken. Seufzend eilte ich hin und öffnete sie, bereit neuen Nachbarn freundlich entgegen zu treten. Doch es waren keine Nachbarn, es war Kelly.
„Hey Mick.“, begrüßte sie mich lächelnd.
Sie hatte sich verändert. Es war zwar noch nicht so lange her, dass ich ausgezogen war, aber was da vor mir stand war nicht die Kelly, die ich mal gekannt hatte. Sie hatte Augenringe, ihr Blick war müde. Das Lächeln auf ihrem Gesicht nur ein schwacher Abklatsch von ihrem früheren. Ein wenig erschreckend war es schon.
Trotzdem setzte ich ein Lächeln auf, das Zuversicht ausstrahlen sollte. „Kell, wie schön dass du gekommen bist. Komm rein, und erzähl mal, wie geht es dir?“ Ich öffnete die Tür noch ein Stück, das sie eintreten konnte.

Kelly trat ein. Mit ihren hübschen Augen sah sie sich einen Moment um. „Ein hübsches Haus.“, murmelte sie und folgte mir in das geräumige Wohnzimmer. „Ihr habt wirklich viel Platz hier. Wie schön.“
Ich folgte ihrem Blick, immer noch das stolze Lächeln auf dem Gesicht. „Ja, Mason erobert mit seinen kleinen Beinen schon die ganze Welt, da brauchen wir Platz.“ Mein Blick wurde etwas sorgevoller, als ich Kelly wieder ansah. Oder eher die blasse Erscheinung von Kelly. „Und wie geht es dir? Läuft es mit Cecilia?“
Sie nickte. „Eigentlich schon. Kind und Job unter einen Hund zu bringen ist nicht besonders einfach.“ Ein erschöpftes Lachen drang aus ihrem Mund. Sie fasste sich an die Stirn. „Sie schläft nur nicht besonders gut.“
Dass kannte ich. Mason hatte die ersten Jahre auch nicht besonders gut durchgeschlafen, aber ich hatte Tamara und Tamara hatte mich. Wir konnten uns abwechseln, so klappte es dann auch. Kelly hatte niemanden.
„Möchtest du etwas trinken?“, fragte ich höflich. „Vielleicht einen Kaffee, oder einen Tee? Oder etwas essen?“
Kelly schüttelte den Kopf. „Nein, ich will gar nicht lange bleiben. Ich wollte nur mal dein neues Haus ansehen.“

Sie sah sich noch einmal um, als erinnerte sie sich gerade daran, warum sie hier war. „Ihr habt es wirklich schön eingerichtet. Tamara und Mason wird es hier wirklich gefallen, denke ich.“
„Das hoffe ich sehr.“ Ich lachte leise, dann sah ich Kelly wieder ernster an. „Wenn du Hilfe brauchst, dann meldest du dich doch mit Sicherheit bei mir, oder?“, fragte ich leise.
Kelly schien einen Moment nachzudenken, als sei sie unschlüssig. „Du hast jetzt deine eigene kleine Familie, Mick.“, begann sie vorsichtig. „Ich möchte mich nicht noch mehr bei euch einnisten. Ich danke dir sehr dafür, dass du während der ganzen Schwangerschaft bei mir warst, aber jetzt ist genug. Genieße jetzt dein Zusammensein mit Tamara und mit Mason. Okay?“ Sie sah traurig aus, auch wenn sie lächelte.
„Aber du bist und bleibst meine beste Freundin, Kell.“ Ich strich ihr sanft über die Wange. „Und ich bin immer für dich da, hast du gehört? Ja, Tamara und Mason sind jetzt ein Bestandteil meines Lebens, aber du bist es auch. Ich werde nicht das eine für das andere aufgeben. Versprochen.“
Kelly nickte, aber ich wusste dass sie mir nicht ganz glauben konnte. Irgendetwas hatte sich zwischen uns verändert, dass wusste ich ja auch.

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Mo Jan 02, 2012 1:04 pm


„Das Haus ist einfach wundervoll, Mick.“ Stolz sah Tamara sich einen Moment um, bevor sie auf mich zu stürmte und mir aufgedreht um den Hals fiel. „Danke, danke, danke.“
Lachend erwiderte ich die Umarmung. „Wieso bedankst du dich? Das ist jetzt unser zu Hause, Tamara.“
„Ich weiß.“ Sie schniefte gerührt. „Und ich bin so schrecklich froh, dich kennengelernt zu haben.“
Das war ich auch. Tamara war mein ganzes Glück und mit Mason wurde es perfektioniert. Nichts konnte meinem perfekten Leben noch etwas anhaben, da war ich mir sicher.
„Und Masons Zimmer, herrlich.“ Tamara ging ein paar Schritte zurück und sah in das geräumige Zimmer, dass ich für meinen Sohn ausgesucht hatte, der gerade fröhlich mit seinem Teddybären Ahmad spielte. „Ich glaube er wird sich da schrecklich wohl fühlen und ich auch. Mein Gott, es ist so groß.“

„Ich weiß“, erwiderte ich lachend. „Aber vom Geld her hat es gepasst und ich hab einfach gesehen, dass das unser Traumhaus sein wird. Es hat einfach alles gepasst, also hab ich zugestimmt.
Sie legte ihre Hand sanft an meine Wange, Tränen der Rührung in ihren Augen. Sie sah wunderschön aus. „Ich hatte schon die Hoffnung nach einer eigenen kleinen Familie aufgegeben, weißt du das?“, erzählte sie, immer noch lächelnd aber mit einem traurigen Unterton. „Alle Männer die ich kennenlernte waren nicht an einer festen Beziehung interessiert, und schon gar nicht an Kindern. Und dann traf ich dich. Und ich wusste, dass du anders bist. Bei dir hab ich mich sicher und angekommen gefühlt. Und dafür danke ich.“
Zwar war ich etwas überrumpelt von dieser Liebeserklärung, aber es schmeichelte mir. Ich küsste sie sanft auf ihre Lippen, und konnte nicht aufhören zu lächeln. „Du bist das Beste, was mir passieren konnte.“
Gestört wurde dieser Moment der Zweisamkeit von Masons lautem Gequengel.
Ich lachte leise auf und löste mich schließlich von Tamara. „Ich geh mal gucken was dem kleinen fehlt. Wie wäre es, wenn du schon einmal Frühstück machst, hm? Ich hab einen Bärenhunger.“

Sie nickte, gab mir einen letzten Kuss und verschwand schließlich in der Küche, während ich ins Kinderzimmer zu meinem Sohn Mason ging. „Na mein Kleiner, was gibt es?“
Mit seinen lilanen Augen sah er mich an, dann lachte er erfreut und klatschte in die Hände. „Dada.“
„Ja, Liebling, ich bin dein Papa.“ Ich nahm ihn hoch und drückte ihn sanft an mich. „Uns beide wird nie etwas trennen, das weißt du doch oder? Wir werden Ball spielen gehen, und zu Fußballspielen.“ Ich sah ihn an, wie er mir gebannt zuhören zu schien. Fast sah es so aus, als verstand er wirklich was ich sagte. „Und wenn du dann deine erste Freundin hast, werde ich der sein, der dich berät, okay?“
Mason legte den Kopf schief, runzelte die Stirn und griff nach einer meiner Haarsträhnen, dann lachte er wieder und fasste sich an den eigenen Kopf, der schon mit vielen Haaren bedeckt war.
„Ja, du wirst genauso sein, wie ich.“, schlussfolgerte ich grinsend. „Nur hoffe ich, wirst du nicht so lange brauche, wie ich, dein wirkliches Glück zu finden.“

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Re: Wohin der Wind mich bringt!

Beitrag  Finplay8 am Mo Jan 02, 2012 2:54 pm

Tamara…

Ich stellte erst Mason die Schüssel auf den kleinen Tisch seines Hochstuhls, dann stellte ich Mick seine Schüssel hin und ließ mich selber auf einen der Stühle nieder.
Erleichtert seufzte ich. „Ein wundervoller Ausblick, findest du nicht?“ Ich sah Mick nach Zustimmung heischend an. „Dieses Haus ist wirklich ein Traum. Wir hätten es nicht besser treffen können.“
Mick nickte, aber er sah gedankenverloren aus. Sein Blick war auf das Fenster gerichtet, aber er sah nicht aus, als sei er wirklich bei der Sache. Eher so, als dachte er über etwas anderes nach.
„Ist alles in Ordnung?“, fragte ich leise. Fürsorglich ergriff ich seine Hand.
„Kelly war heute da.“, murmelte er abwesend. Eine Sorgenfalte hatte sich auf seiner Stirn gebildet.
Am liebsten hätte ich geseufzt. Kelly. Immer war es Kelly, die mir einen Strich durch die Rechnung machte. Ich wusste, dass sie Micks beste Freundin war und dass sie zu unserem Leben gehörte, wie es auch Mason tat, aber meiner Meinung nach, war es etwas zu viel. Nicht nur, dass er während der gesamten Schwangerschaft bei ihr wohnte, und nicht bei mir, nein, er eilte auch gleich nachdem sein Sohn auf der Welt war zu Kelly nach Hause, um sich das Baby anzusehen, anstatt bei mir zu bleiben. Bei mir und seinem Sohn.

Trotzdem versuchte ich mich zusammen zu reißen, wie so oft und keine Miene zu verziehen, als ich nachfragte. „Ist etwas passiert? Geht es ihr oder der Kleinen nicht gut?“
Mick schüttelte den Kopf. Nachdenklich biss er sich auf seiner Unterlippe herum und hörte erst damit auf, als ich sie sanft berührte. Entschuldigend sah er mich an. „Ich weiß nicht.“ Mit dem Löffel fuhr er besorgt in der Schüssel voller Käsemakaronie herum. „Aber sie sieht etwas…überfordert aus.“
„Vielleicht ist sie es ja.“, antwortete ich gelassen und nahm einen Löffel von meinem Abendessen. „Das ist völlig normal, Mick. Sie ist alleinerziehend und hat gerade ein Baby bekommen. Das muss sich erst einmal einlaufen, lass ich etwas Zeit.“ Ich schenkte ihm ein Lächeln. Für mich war das Thema somit erledigt.
Für ihn anscheint nicht. „Aber sie braucht Hilfe, Kelly.“ Als er meinen skeptischen Ausdruck bemerkte, fügte er hinzu: „Hör zu. Du hast mich Tamara, ich kümmere mich um meinen Sohn, ich lebe bei dir. Aber Kelly hat niemanden. Der Vater von Cecilia lässt sich nicht blicken, sie ist also ganz alleine.“
Ich konnte mich zurückhalten. „Das hätte Kelly sich vielleicht einfach vorher überlegen sollen.“, murmelte ich halblaut, doch schon im nächsten Moment hätte ich mir am liebsten auf die Zunge gebissen.
Mick sah mich aus seinen blauen Augen schockiert an. Aber sagen tat er nichts.
„Tut mir Leid.“, beeilte ich mich zu sagen. Seufzend legte ich den Löffel beiseite und ergriff seine Hand. „Es ist nur so, Kelly übernimmt unser ganzes Leben, Mick! Sie ist immer da, selbst wenn sie eigentlich nicht da ist.“
„Kelly ist alleine, Tamara.“, herrschte er mich wütend an und erhob sich von seinem Platz. „Ich bin ihr bester Freund und muss ihr helfen, warum kannst du das nicht verstehen?“

„Das ist es nämlich, Mick“ Jetzt wurde ich selber laut, auch wenn ich es nicht wollte, aber es machte mich fertig, dass er mich nicht verstehen zu schien. „Du bist NUR ihr bester Freund, und nicht mehr. Du bist nicht für sie verantwortlich, warum verstehst du dass nicht einfach?“ Ich sah ihm nach, wie er sich auf das Sofa legte, als wollte er einfach einschlafen und mich so zurück lassen. „Ich glaub das jetzt nicht.“, fauchte ich wütend, schnappte mir beide Teller und den von Mason und polterte in die Küche, wo ich das Geschirr wütend in die Spüle knallte. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie Mason zusammen zuckte. „Tut mir Leid, Liebling.“, flüsterte ich und strich ihm über das blonde Haar. „Mama und Papa vertragen sie gleich wieder.“
„Für dich ist Kelly einfach nur eine Belastung, habe ich Recht?“, hörte ich Mick aus dem Wohnzimmer rufen. Seine Stimme klang verständnislos und wütend. So hatte ich ihn noch nie gesehen.
Ich holte tief Luft, um mich zu beruhigen und zwang mich im Kopf leise bis zehn zu zählen. Masons Augen lagen die ganze Zeit beunruhigt auf meinem Gesicht. „Können wir das vielleicht nicht vor dem Kind regeln?“, fragte ich freundlich, obwohl ich ihm am liebsten etwas an den Kopf geworfen hätte.
Mick erhob sich aus seiner Position und sah unseren Sohn an, als hätte er erst jetzt bemerkt, dass er hier war. „Natürlich.“, stammelte er reuevoll. „Es tut mir leid, ich wollte nicht dass er das hört.“
„Ich weiß.“, erwiderte ich tonlos, nahm Mason aus seinem Hochstuhl und küsste ihn liebevoll auf den Kopf. „Ich bring dich jetzt mal ins Bett, mein Kleiner, hm? Du bist ja ganz müde.“
Mason legte seine kleinen dicken Arme um meinen Hals, sah Mick noch einmal besorgt an und ließ sich dann ohne zu quengeln ins Bett bringen.

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