Riverview

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Riverview

Beitrag  Doggie am So Jun 05, 2011 3:42 pm

Vorwort

Da man mit Lebensfreude die Dauer der Alterstufen selber einstellen kann, hier eine kurze Übersicht meiner Einstellung:
Baby - 6 Tage
Kleinkind - 10 Tage
Kind - 15 Tage
Teenager - 30 Tage
Junger Erwachsener - 51 Tage
Erwachsener - 45 Tage
Knacker - 37 Tage

Außerdem die Übersicht der Familien. Riverview habe ich vorher komplett leer gemacht und lediglich selbst erstellte Sims einziehen lassen (mit einer Ausnahme). Davon spiele ich die folgenden:
1. Familie Sears; Anton und sein Sohn Damon
2. Familie Tinker; Esra und ihre sieben Kinder
3. Familie Howard; Diana & John mit ihren beiden Kindern Seth und Mary
4. Familie Seymour; neureich; Richard & Elaine mit ihren beiden Söhnen Scott und Ritchie
5. Familie Spencer; reich; Timothy & Constance mit ihren drei Kindern Vincent, Naomi und Sienna

Ich wünsche viel Spaß!
LG Doggie


Zuletzt von Doggie am So Jul 24, 2011 6:54 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet (Grund : Altersstufen geändert)
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am So Jun 05, 2011 3:45 pm

Damon



Ich habe lange um Mum getrauert.

Dad meint, das wär okay und das denke ich auch. Mum war cool, die beste Mum der Welt eben. Ich war noch 13, als sie im Auto starb. Der Fahrer aus dem Gegenverkehr war auf dem Weg zu seiner schwangeren Frau und hatte irgendwie die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. Er hat es überlebt, Mum nicht.

Am Anfang gab ich ihm die Schuld. Im Krankenhaus bin ich total ausgerastet, als Dad und ich ihn trafen. Später hab ich ihn mit seiner Frau und seiner neugeborenen Tochter gesehen, da tat es mir fast wieder leid. Aber eben nur fast. Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass es ein Unfall war. Die Zeit nach Mums Tod war trotzdem schwer.
Mum und Dad hatten mir zu meinem 13. Geburtstag ein Schlagzeug geschenkt. Ich war irre stolz. Jetzt konnte ich auch zu Hause spielen und nicht mehr nur in der Schule. Meine Eltern hat der Lärm nicht gestört und wenn sich die Nachbarn beschwert haben, hat Mum ihnen einen Kuchen gebacken und sie wieder beruhigt. Das konnte sie gut, niemand widerstand Mums Lächeln.
Auch Dad hat ihr Tod weit zurückgeworfen. Dad arbeitet seit ich denken kann im Labor und er ist ein wahres Genie. Sie haben ihn schon ein paar Mal ausgezeichnet, wir waren oft auf den Preisverleihungen und jedes Mal sah ich wie stolz Mum auf ihn war. Das hat ihm viel bedeutet.
Nachdem sie gestorben ist, fehlte ihm der Antrieb weiter zu machen.

Irgendwann fing Dad an nach einem Neuanfang zu suchen. Es machte mir nichts aus, auch ich wollte weg. Weg aus dem Haus das Mum eingerichtet hatte, weg aus der Stadt wo ich mich an jedem Ort daran erinnerte, was sie mit mir unternommen hatte. Ich zerstritt mich mit meinen Freunden, weil ich noch nicht bereit war, die Trauer allmählich in den Hintergrund zu schieben.
Oft hörte ich Dad nachts weinen. Sie hatten ein zweites Kind geplant. Mum wollte gerne noch einmal spät Mutter werden. Die Vorstellung noch einen Bruder oder eine Schwester zu bekommen war cool. Doch das war jetzt auch vorbei.
Als ich 14 wurde respektierte Dad, dass ich keine Feier und auch keine Geschenke wollte. Stattdessen sagte er mir einige Tage später, dass er ein neues zu Hause gefunden hatte. Ohne viele Worte packten wir unsere Sachen und verschwanden aus unserer alten Heimat.

Unser Neuanfang hieß Riverview.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am So Jun 05, 2011 3:48 pm

Woche 1



Riverviews Geschichte ist schon etwas bescheuert. Dad hat mir erzählt, dass hier viele Menschen gewohnt hatten, typisches kleines Städtchen eben. Der Bürgermeister, der damals im Amt war, verscherzte es sich immer wieder mit den Einwohnern. Nicht mit so Kleinigkeiten, der hat wohl richtig Mist gebaut und so. Überteuerte Steuern und extrem strenge Auflagen in allen Bereichen trieben die Leute auf die Straße. Über zwei Jahre lang tobte hier so was wie ein Bürgerkrieg – naja, nicht ganz so schlimm – doch die Politik änderte sich nicht. Also begannen die Menschen wegzuziehen und irgendwann war Riverview nur noch eine leere Stadt.

Nach einem weiteren Jahr erneuerte der Staat das Städtchen und schrieb die Immobilien für Spottpreise aus. Dad hat ein kleines Haus am Rand erstanden, das von außen schäbiger aussieht als es ist. Mir gefällst.

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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am So Jun 05, 2011 3:49 pm

Außerdem gibt es hier Arbeitsplätze satt, so dass Dad wieder im Labor arbeitet. Allerdings weit unter seiner Qualifikation, doch das macht ihm nichts aus. Früher hat er sich eher mit den physikalischen Gesetzen oder so beschäftigt, aber hier will er sich in Biochemie versuchen. Ich hab da keinen Plan von, er wird schon wissen was er tut.



Wenige Tage nach unserem Einzug gab es ein kleines Willkommens-Buffet im Rathaus für die neuen Einwohner. Viele sind wir noch nicht, aber was ich bisher so sehen konnte, scheint es einige Neureiche hierher getrieben zu haben. Die halten ihre Nasen ganz schön hoch, dafür, dass wir doch alle wissen, dass ihre Villen nicht so viel gekostet haben, wie auf einem normalen Häusermarkt.
Auch egal. Noch zwei Tage dann geht die Schule wieder los. Hier ist vieles anders als damals, wir sind wirklich weit rausgezogen aufs Land. Daran werde ich mich noch gewöhnen müssen. Es gibt ein Schulprospekt (hier gibt es für alles ein Prospekt, Riverview wird beworben bis zum Abwinken), in dem stehen allerhand außerschulische Aktivitäten und sonstige Angebote für die Schüler. Was das angeht, da haben die hier richtig was auf die Beine gestellt.
Trotzdem, ich weiß nicht, ob ich mich auf die Schule freue, allerdings meint Dad immer, ich hätt es eh nicht so mit Vorfreude und Euphorie. Da hat er wohl recht, was das angeht, komme ich wirklich nicht auf meine Eltern.
So genial wie Dad ist, so viele Klischees erfüllt er als Wissenschaftler. Er ist ungeheuer zerstreut und faselt manchmal so viel Fachkram, dass keiner mehr mitkommt. Auf der anderen Seite, kann er sich auch für weniger großartige Dinge begeistert und da übertreibt er es aus Nettigkeit auch schon mal. Viele halten ihn für einen komischen liebenswerten Kauz und was soll ich sagen? Genau so ist er.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am So Jun 05, 2011 3:51 pm

Da ich noch frei hatte machten wir uns gemeinsam auf den Weg Riverview einmal genauer kennen zu lernen. Dafür, dass die Stadt lange unbewohnt war, gibt es hier verdammt viele Möglichkeiten seine Freizeit zu verbringen.
Auf einem der kleineren Spielplätze sprach mich ein Mädchen an, Mary Howard. Ich wusste gar nicht was los war, da quatschte sie mich schon voll, dass sie gerade hierhin gezogen ist, wer ich denn wäre, ob ich mit ihr spiele, ob ich eine Freundin hätte, sie hätte hier noch keine Freunde und immer so weiter. Anfangs fand ich sie echt nervig und wollte sie abwimmeln, aber mit der Zeit war sie doch recht lustig. Ziemlich fantasievoll die Kleine, sie zog mich mit und band mich in ihr kleines Mittelalter-Rollenspiel ein und eh ich es mich versah, spielte ich mit. Dad hatte ich fast vergessen, aber als ich mich zu ihm umdrehte, sah er mich nur sentimental an.
„Schön, dass du schon eine Freundin gefunden hast.“



Er meinte das ernst, keine Spur von Süffisanz oder so. Ich sagte Mary, wir müssten weiter und sie verabschiedete sich artig, um auch schon loszulaufen, einen neuen Spielpartner zu finden.

Mary blieb an diesem Tag meine einzige Bekanntschaft, Dad unterhielt sich noch mit einigen Erwachsenen, als wir in die Innenstadt gingen. In meinem Alter schien es hier nicht so viele zu geben und während Dad die Leute mit wissenschaftlichen Themen langweilte, ging ich in die Bibliothek und durchstöberte die Notenbücher. Ich ließ mir einen Ausweis erstellen und mit einem ausgeliehenen Buch unterm Arm, suchte ich Dad, damit wir uns auf den Heimweg machen konnten.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am So Jun 05, 2011 3:53 pm

Am nächsten Tag machte ich mich alleine auf den Weg in die Innenstadt. Dad bereitete sich auf seine neue Arbeitsstelle vor, die ebenfalls morgen beginnen sollte und da wollte ich ihm nicht den ganzen Tag mit dem Schlagzeug auf die Nerven gehen. Also griff ich mir mein Fahrrad und fuhr am Fluss entlang Richtung Innenstadt. Es war Sonntag und demensprechend die Geschäfte geschlossen. Dennoch waren einige Menschen unterwegs zu Kaffee und Kuchen im Bistro.
Etwas abseits entdeckte ich ein Mädchen in meinem Alter. Sie wirkte etwas verloren und zuckte zusammen, als ich sie ansprach.
„Äh, hi, ich bin Damon.“
Irgendwie kam ich mir blöd vor. Sie starrte mich einen Moment mit großen Augen an und hielt mir dann ihre Hand hin. Etwas verdutzt schüttelte ich ihre Hand.
„Mein Name ist Naomi Spencer.“



Ich hatte nicht mit einer dunklen Stimme gerechnet, eher mit einem Flüsterstimmchen oder so. Außerdem stand sie komisch gerade da. Ich glaubte mich zu erinnern, dass sie zu einer dieser neureichen Familien gehörte. Vielleicht hätte ich sie besser nicht angesprochen.
Eine Weile standen wir etwas blöd herum, während ich noch überlegte, ob ich mich nicht lieber wieder aus dem Staub machen sollte. Ich mag keine komplizierten Bekanntschaften.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am So Jun 05, 2011 3:56 pm

„Meine Eltern sind gerade im Bistro essen.“
Ich sah sie etwas irritiert an.
„Warum bist du nicht mit?“
Das verwirrte mich wirklich, das war nicht nur so eine Höflichkeits-Frage. Ich war es von meinen Eltern gewöhnt, zusammen zu essen, wenn wir unterwegs gewesen sind.
Sie zögerte einen Moment mit ihrer Antwort.
„Ich mag diese Nobel-Restaurants nicht. Die machen selbst aus einem Kuchenbuffet einen Staatsakt.“
Einen Moment lang sah ich sie verdutzt an, dann musste ich lachen. Damit war das Eis gebrochen und Naomi erzählte mir, dass ihre Eltern nicht durch Riverviews Miniaturpreise neureich waren, sondern dass ihr Vater an der Börse einiges an Geld verloren hatte und sie ihr Herrenhaus hatten verkaufen müssen. Ihr war es recht, sie mochte die gehobenen Kreise nicht, permanent irgendwelche Partys und alle mussten sich schick anziehen.
Da sie so redselig wurde, erzählte ich ihr ebenfalls von Dad. Von Mum erzählte ich nur kurz, eher beiläufig, und sie fragte auch nicht nach. Ich wollte noch nicht mit Fremden über sie reden.
Im Großen und Ganzen war Naomi eine angenehme Person, würde mein Dad sagen. Wir unterhielten uns lange, während wir im Park auf einer Bank saßen und den Leuten zusahen. Ihre Eltern tauchten leider nicht auf, ich hätte sie gern mal gesehen, aber ich war schon irgendwie froh, bereits jemanden zu kennen, mit dem ich ab morgen zur Schule gehen würde.

Auf einmal sah ich die kleine Mary vor dem Lebensmittelgeschäft. Sie spielte anscheinend Rennfahrer, jedenfalls musste sogar Naomi bei ihrem Anblick herzhaft lachen. Stand ihr gut, das Lachen meine ich.



„Ich hab auch eine jüngere Schwester, Sienna, aber sie spielt lieber Prinzessin. Mum und Dad verwöhnen sie zu sehr, aber sie sind eben stolz auf ihre kleine Society-Lady.“
Naomi schien sich echt nicht wohl zu Hause zu fühlen. Jedes Mal wenn sie über ihre Familie sprach, verzog sie leicht das Gesicht zu einer Grimasse. Geld war eben doch nicht alles.
Wir gingen rüber zu Mary und alberten etwas mit ihr rum. Sie schaffte es sogar, Naomi ein wenig zu animieren.



Etwas später machte ich mich mit Naomis Telefonnummer auf den Weg nach Hause. Wir hatten uns für morgen verabredet und wollten uns vor der Schule treffen. Ich bin einmal gespannt, wie viele Klassen es hier gibt und ob ich überhaupt mit Naomi in dieselbe zugeteilt werde. Wobei ich da irgendwie optimistisch bin, viele Oberstufenschüler scheinen hier ja nicht rumzulaufen.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am So Jun 05, 2011 3:57 pm



Was soll ich sagen, unsere Klasse ist wirklich überschaubar. Es gibt eine Oberstufenklasse und eine Klasse mit Grundschülern. Unser Klassenlehrer ist noch recht jung und ziemlich klasse drauf. Mr. Watson unterrichtet die Hauptfächer und er meinte es würden in den nächsten Wochen noch der ein oder andere Schüler zu uns stoßen, da noch einige Familien in Riverview erwartet werden.

Neben Naomi und mir gehen noch 11 weitere Schüler in unsere Klasse – bisher. Darunter ist ihr Bruder Vincent und um zu erkennen dass er der größte Mistkerl ist, dem ich je begegnet bin, hab ich nicht mal bis zur ersten Pause gebraucht. Allein wegen dem versteh ich schon, warum Naomi nicht gerne zu Hause ist.
Und es kommt noch besser. Ihr Vater ist unser Nebenfachlehrer in Geschichte und Politik und auch da habe ich nicht lange gebraucht, um Naomi noch eine Ecke besser zu verstehen. Was ist das bloß für eine Familie?
Ich bin jetzt nicht so der Typ, der gerne Konflikte sucht, aber dieser Vincent hat es echt drauf angelegt. Da hat der den ganzen Schultag nichts anderes zu tun, als jedes Mal, wenn der Lehrer sich umdreht, seine Schwester zu ärgern. Über Zettel mit bescheuerten Sprüchen und Werferei mit irgendeinem Mist, über richtig fiese Ansagen in der Pause. Und da ich die meiste Zeit bei Naomi war, bekam ich hin und wieder auch einen blöden Spruch zu hören. Ich hab selber mit einem Spruch zurückgeschossen, ich bin schlagfertig genug, um mir solche Typen auf Dauer vom Hals zu halten, aber als er Naomi auf dem Weg zum Bus ein Bein stellte und sie die Treppe runtergefallen wäre, hätte ich sie nicht noch gehalten, da ist mir der Kragen geplatzt.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am So Jun 05, 2011 3:59 pm



Eine Prügelei am ersten Tag ist kaum der beste Weg Eindruck zu schinden, aber bei einem SOLCHEN ersten Tag, kann man nichts anderes erwarten. Vincents Grinsen verschwand ziemlich schnell aus seinem Gesicht, als ich mich umgedreht hatte und zielsicher mit meinem Handballen seine Stirn traf. Er taumelte rückwärts, doch bevor er was sagen konnte, hatte ich ihn am Kragen.
„Mir ist scheißegal zu wem du jetzt rennst und petzt, aber wenn du in Zukunft diese Sperenzien nicht in meiner Gegenwart lässt, werde ich beim nächsten Mal deine Nase treffen, hast du das verstanden?“
Ich stieß ihn weg und er landete auf seinem Hintern. Ohne ein weiteres Wort drehte ich mich um und zog Naomi mit zum Bus.
„Das hättest du nicht tun sollen…“
Ich hob abwehrend die Hand.
„Normalerweise halte ich mich ja auch lieber raus, aber dein Bruder hat eine Art, da schießt mir echt die Wut in den Kopf. Das ist unser erster Tag verdammt und er schikaniert hier erst dich und zwischen durch alle anderen. Er ist nicht unser Anführer oder so.“
Wir stiegen ein und ließen uns hinten im Bus auf die Sitze fallen. Ich spürte die Blicke der anderen und schnaubte.
„Außerdem kann ich gut mit Konsequenzen umgehen, soll er mir kommen, der Vollidiot.“
Und mit einem letzten bösen Blick in den Bus war das Thema für mich durch.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am So Jun 05, 2011 4:01 pm

Vincent petzte anscheinend nicht, denn weder unsere Lehrer noch mein Vater sprachen mich auf die Sache an. Dafür hatte ich mir einen Feind geschaffen und auch wenn Vincent die nächsten Tag seine Sticheleien auf andere Schüler beschränkte, bemerkte ich die Blicke, die ich von ihm kassierte. Vielleicht hatte ich mir da echt Ärger geschaffen.
Ich bin wirklich nicht der Konflikt-Typ, ich erwähne es gerne immer wieder. Eigentlich bin ich eher der ‚Ist-mir-doch-egal-Typ‘. Mum war die Konfliktlöserin in unserer Familie, während Dad immer klein bei gibt. Aber irgendwie hatte ich es geschafft, mir gleich am ersten Tag Probleme einzuhandeln, auch wenn nun anscheinend die Ruhe vor dem Sturm eintrat.
Was ich nicht ganz verstand war, warum Naomi sich etwas distanzierte. Entweder sie wollte mich aus der Schusslinie ihres Bruders halten oder meine Reaktion hatte ihr wirklich nicht gepasst, aber im Endeffekt bemühte ich mich nicht es heraus zu finden.

„Und wie läuft es in der Schule?“



Dad half mir bei Chemie. Es ist meine Faulheit, wegen der ich in diesem Fach scheitere. Was sollen auch immer diese bescheuerten Versuche, immer diese Aufbauerei und Mixerei, ich will ja überhaupt nichts mit Chemie machen, wenn ich meinen Abschluss habe. Zum Glück hilft Dad mir immer in diesem Fach, genau genommen sagt er mir vor, denn er kann es eh nicht so erklären, dass ich es verstehe – wir haben es versucht…
„Ganz gut, denke ich.“
Ich hatte Dad nichts von der Sache mit Vincent erzählt, auch Wochen später nichts. Es war nichts weiter passiert und ich wollte deswegen keine Welle machen. Naomi hing mittlerweile mit einer anderen aus unserer Klasse ab, deren Namen ich immer wieder vergesse. Freakiges Weib, läuft echt komisch rum. Egal.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am So Jun 05, 2011 4:03 pm

Meine Freizeit verbringe ich meist mit Seth Howard und seit kurzem hat sich Scott Seymour uns angeschlossen. Scott hing anfangs immer mit seinem Bruder Ritchie rum, aber der hat sich wohl seit dem Umzug echt verändert. Fährt jetzt die Gothik-Schiene, obwohl Scott meint, er wäre früher immer der Klassenclown gewesen. Kann ich ihm nicht so ganz glauben.



Seth ist Ms. Mary Rollenspiels großer Bruder. Erst fand ich es ziemlich gruselig, wie ähnlich Seth und ich uns sind, mit der Weile habe ich aber gemerkt, dass das nur oberflächlich so ist. Seth ist schon eine Ecke verantwortungsbewusster als ich und kann total gut mit kleinen Kindern. Außerdem ist er weniger gleichgültig mit den Dingen als ich und führt im Gegensatz zu mir eine offene Feindschaft mit Vincent. Und genialer Weise verliert Vincent so gut wie jeden Schlagabtausch mit Seth. Daraus lernt er allerdings nicht.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am So Jun 05, 2011 4:05 pm

Oh, beinahe hätte ich vergessen, von Willow zu erzählen.



Willow ist irgendwie sowas wie meine beste weibliche Freundin geworden. Sie ist die zweitälteste von sieben Geschwistern, von denen – sie eingeschlossen - vier in unsere Klasse gehen. Sie lebt in einer ähnlichen Situation wie ich, allerdings ist das auch eine längere Geschichte und vielleicht sollte ich erst mal zum werdenden Gespräch mit meinem Vater zurückkehren. Ich bin etwas abgeschweift.
„Ich bin froh, dass du dich hier so gut eingelebt hast. Gefällt es dir wirklich hier?“
„Absolut, Dad. Es war die richtige Entscheidung.“
Er nickte gedankenverloren.
„Manchmal hatte ich Angst, überstürzt gehandelt zu haben. Aber Riverview kam genau zur richtigen Zeit, die Beerdigung deiner Mutter hat uns finanziell ganz schön schwer belastet.“
Ich schwieg dazu, Dad kannte meine Meinung. Als es an die Organisation der Beerdigung ging, wollte ich nur in einem sehr kleinen Kreis feiern. Natürlich hatte Dad Recht gehabt, als er sagte, wir müssten auch Mums Familie einladen, aber im Ernst, Mums Familie ist das Grauen. Sie mochten Dad nicht, es wäre ihnen lieber gewesen, sie hätte einen gut verdienenden Mann geheiratet und nicht so einen Träumer wie Dad. Denn so viele Auszeichnungen er auch bekommen hat, gerade verdientes Geld wurde immer wieder in neue Projekte gesteckt. Versteht mich nicht falsch, uns ging es nie schlecht, aber nachdem Mums Verdienst wegfiel und Dad auch immer weniger verdiente, ist uns für einige Zeit nicht mehr viel geblieben.
„Na ja, ich wollte damit nur sagen, dass ich froh bin, dass es für uns beide gut läuft.“
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am So Jun 05, 2011 4:07 pm

Er stand auf und kramte ein kleines Päckchen aus seiner Tasche. Es war als Geschenk verpackt.
„Was ist das?“
Er kam zurück und zog mich auf die Beine. Dann drückte er mir das Geschenk in die Hand.



„Es ist ein verspätetes Geburtstagsgeschenk. Da wir deinen 14. Geburtstag nicht gefeiert haben, wollte ich zumindest das Geschenk nachholen. Es war ursprünglich die Idee deiner Mutter.“
Kurz musste ich schlucken, als ich begann das Geschenk auspacken. Ich fand darin eine Miniatur-Gitarre.
„Die große Version davon steht in deinem Zimmer.“
Ich wusste nichts zu sagen. Mum hatte meine musikalische Begabung immer gefördert und träumte früher davon, wie ich die Menge mit meiner Musik verzaubere. Sie wollte mir immer eine Gitarre oder ein Klavier kaufen, um mich dazu zu bewegen sanftere Musik zu spielen, aber dann hatten sie mir doch das Schlagzeug gekauft. Jetzt war ich fest entschlossen, auch Gitarre zu lernen, um Mums Wunsch noch zu erfüllen.

Gleich am nächsten Tag schrieb ich mir für den Musikverein unserer Schule ein.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am Mo Jun 13, 2011 12:33 pm

Kommen wir zu Willow und ihrer Familie.

Sie leben in einem ehemaligen Farmhaus weiter südlich in Riverview. Das Haus ist weitaus kleiner als das frühere, auch die Tinkers mussten einige Abstriche machen.



Wie bereits gesagt, sind Willow und ich sowas wie beste Freunde geworden, also anders als meine Freundschaft zu Seth oder Scott, ich kann das nicht ganz beschreiben.
Willow ist, wie ich finde, schon sehr erwachsen, zumindest tut sie manchmal so. Sie hat einen älteren Bruder und noch fünf jüngere Geschwister.
Ihr Vater ist vor fast einem Jahr plötzlich an einem Herzinfarkt gestorben. Da war Willow 12 Jahre alt. Sein Tod kam absolut unerwartet und genauso unerwartet kamen die Schulden. Offensichtlich hatte ihr Vater das Haus belastet, um seiner Familie ein gutes Leben zu ermöglichen. So hat es auch ihnen an nichts gefehlt, bis er verstarb. Ein Jahr lang kämpfte Willows Mum um das Haus, doch zuletzt fiel es an die Bank und wurde zwangsversteigert. Als alleinerziehende Mutter kann man einfach nicht so viel verdienen, dass es für ein Leben reicht, dass vorher auch noch von einem gut verdienenden Geschäftsmann gehalten wurde.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am Mo Jun 13, 2011 12:34 pm

Genau wie bei uns kam die Ausschreibung aus Riverview zum richtigen Moment und Esra, Willows Mum, kaufte das Farmhaus.
Ich finde es sehr faszinierend, wie die Familie mit der Situation umgeht. Ich meine im Ernst, Esra hält sieben Kinder von 4 bis 16 Jahre über Wasser. Die Kinder teilen sich alle jeweils zu zweit ein Zimmer – mit Ausnahme der Jüngsten, Thea, die bei ihrer Mutter im Zimmer schläft.

Auf der anderen Seite, Esra ist einfach eine geniale Mum.



In ihrem damaligen zu Hause führte Esra eine Kindertagesstätte mit zwei Angestellten. Hier in Riverview setzt sie an diese Zeiten an und passt tagsüber auf die Kinder der Nachbarschaft auf. Hin und wieder verdient sie Geld dazu, wenn sie im Krankenhaus auf der Kinderstation aushilft, aber im Großen und Ganzen lebt die Familie momentan noch von dem, was ihnen aus ihrem früheren Leben geblieben ist.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am Mo Jun 13, 2011 12:37 pm

Ich bin oft bei den Tinkers eingeladen. Willow hat nicht viel Zeit auszugehen, dafür ist sie ihrer Mutter die größte Stütze. Sie kann genauso gut mit Kindern umgehen und kümmert sich an den Nachmittagen um ihre jüngeren Geschwister. Ich denke ohne Willow würde in diesem Haushalt ein ziemliches Chaos herrschen. Dort ist es immer laut und geschäftig, aber es ist sehr angenehm die Zeit in dieser Großfamilie zu verbringen.



Valentin ist Willows älterer Bruder. Ich habe ehrlich gesagt noch nicht viel von ihm gesehen, er hängt eigentlich immer vor dem alten Fernseher oder zieht sich mit einem Buch zurück. Hin und wieder beschäftigt er sich mit den jüngeren Geschwistern und manchmal steht er auch in der Schule unbemerkt bei uns. Bisher habe ich mich glaube ich einmal mit ihm unterhalten und er ist so echt nett, aber so extrem langweilig, dass keiner so richtig was mit ihm anfangen kann, außer seiner Familie.


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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am Mo Jun 13, 2011 12:40 pm

Dann ist da noch Lope, das vierte Kind der Tinkers. Lope ist das, was man einen sanften Riesen nennen würde. Wenn er auf dich zu kommt, siehst du nur Muskeln und erwartest irgendwie Ärger, aber Lope ist die Freundlichkeit in Person. Gut, manchmal hat er echt ein Brett vor dem Kopf, aber das ist eher witzig als nervig oder so. Genial ist es ihn mit Kindern zu beobachten, wo er quasi selber wieder zum Kind wird. Außerdem ist er der Einzige, der es anfangs einigermaßen mit dem Schnösel – also Vincent – konnte, wobei sich das auch bald legen wird, denke ich.



Lorelei und Lethe gehen beide noch zur Grundschule und genießen eigentlich viele Freiheiten in der Familie. Dennoch sind beide echt angenehme Kinder (nicht ganz so verrückt wie Mary Howard) und stehen eigentlich nie still.
Lethe, die jüngere von beiden, erinnert mich hin und wieder ein bisschen an Lope. Von weitem kann man sie auch schon mal gerne mit einem Jungen verwechseln und Lethe braucht Action von früh bis spät. Ob nun Wasserrutsche oder klettern am Baumhaus, dieses Mädchen schaltet selten mal runter.



Lorelei hingegen spielt lieber Prinzessin und bei ihr ist es eher der Mund der nie still steht. Es vergeht kein Tag, an dem sie am Tisch die Königin spielt und uns bei den Hausaufgaben Kommandos erteilt. Was das angeht, da erinnert sie mich mehr an Moira.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am Mo Jun 13, 2011 12:42 pm

Moira…



Sie ist das dritte Kind der Familie und so derbe Gegensatz zu Willow. Es hat mich von Anfang an gewundert, wie Moira so geworden sein könnte, dass sie sich so sehr von ihren Geschwistern unterscheidet.
Moira mag materielle Dinge und sonst eigentlich nichts. Sie kümmert sich nicht um den Haushalt oder ihre Geschwister und hat an allem was rumzukritteln. Zum Kotzen, im Ernst. Willow und sie geraten deswegen oft aneinander, deswegen bin ich echt froh, wenn Moira an den Nachmittagen, wo Willow mich einlädt, nicht da ist.
Wobei ich letztens mitbekommen habe, wie Moira und Willow in der Schule stritten, weil Willow ihr nicht gesagt hatte, dass sie mich eingeladen hat. Ich denke, Moira glaubt, Willow hält sie von ihren Freunden fern. Mir ist es recht.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am Mo Jun 13, 2011 12:44 pm

Wir sind jetzt schon über einen Monat in Riverview. Weder Dad noch ich bereuen den Umzug. Als ich letztens wieder früh angeln war, kam es mir so vor, als läge Mums Tod schon viel länger zurück. Ich komme mit der Trauer in Riverview viel besser zurecht, hier fühle ich mich wohler, als damals. Wahrscheinlich wird es daran liegen, dass mich nicht alles an Mum erinnert.



Ich hätte nie gedacht, dass ich so schnell gute Freunde finden würde. Da sind Seth und Scott und Willow mit ihrer Familie. Wir sind fast eine kleine Clique geworden. Die letzten beiden Samstag hatten wir uns abends im Park getroffen, gegrillt und ich habe auf der Gitarre gespielt. Mittlerweile kann ich ein paar kurze simple Lieder spielen, aber meinen Freunden gefällt es. Sie versuchen mir einzureden nach der Schule Musiker zu werden und ich muss sagen, die Idee ist nicht so verkehrt. Doch noch will ich nicht darüber nachdenken, was mal ist. Lieber genieße ich die Augenblicke, die im Moment besser nicht sein könnten.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am Mo Jun 13, 2011 12:45 pm

Seth

„Der Schulbus ist gleich da.“
„Du willst nur vom Spiel ablenken…“
„Warum sollte ich?“
„Weil du verlierst, Dad.“
Es war einer dieser üblichen Morgen.



Dad und ich hatten Schach als morgendliches Ritual eingeführt, weil er als Arzt im Kopf immer fit bleiben muss. Und Dad ist ein verdammt guter Arzt, aber eben ein miserabler Schachspieler.
Wir sind eigentlich nicht aus bestimmten Gründen nach Riverview gezogen. Wie so viele Entscheidungen meiner Eltern fiel auch diese spontan. Auf der einen Seite war es bitter, all die Freunde zurückzulassen, aber mittlerweile gefällt es uns allen so gut in Riverview, dass es vieles wieder wettmacht.
Dazu gehört auch das viel größere Haus.

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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am Mo Jun 13, 2011 12:47 pm

Wie gesagt, mein Dad ist Arzt. Er ist recht jung in den Beruf eingestiegen und in unserer damaligen Heimat, legte man ihm immer wieder Steine in den Weg. Vielleicht war das schon ein Grund, warum wir wegzogen, keine Ahnung. Hier im Krankenhaus ist das Kollegium überschaubar und bis jetzt arbeiten alle mehr zusammen als gegeneinander. Dad hat wieder viel Spaß auf der Arbeit. Wobei Dad eigentlich bei allem Spaß hat.

Mum ist etwas älter als er und Schriftstellerin. Sie schreibt Sci-Fi-Romane und mit ihrem ersten Teil einer Trilogie hatte sie einen kleinen Erfolg. Ich finde sie sollte Kinderbücher schreiben, weil sie selbst noch sehr Kind geblieben ist, auch wenn man ihr das nicht ansieht.



Meine kleine Schwester Mary und ihre Kostümkiste haben sich am schnellsten in Riverview eingelebt. Mary hatte mit sowas allerdings noch nie Probleme. Nach der ersten Woche hier kannte sie so gut wie alle Einwohner und im Grunde war Damon zuerst mit ihr befreundet, bevor wir Freunde wurden.

Ich liebe meine Familie, weil ich finde, sie ist cool. Keiner hat so lockere Eltern wie ich und Mary ist die beste kleine Schwester, die man sich wünschen kann. Meine Freunde haben kein Problem damit, wenn sie mal bei uns abhängt, denn sie gehört zum Glück nicht zu diesen ewig nervenden Kindern, die einem dann ständig auf der Pelle hängen.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am Mo Jun 13, 2011 12:48 pm

Marys mittlerweile beste Freundin ist Irene Funke. Die beiden spielen meistens bei uns, weil Mary so viele Spielsachen hat, dass man wunderbar immer wieder neue Welten erfinden kann. Zu Hause läuft Mary sowieso meist im Kostüm durch die Gegend.



Die beiden gehen neuerdings zwei Mal die Woche zum Ballett. Nicht das es Mary ermüden würde, so gut wie jeden Abend führt sie uns die neu erlernten Schritte beim Essen vor.

Die Schule in Riverview bietet überhaupt viel mehr Abwechslung als meine frühere Schule. Letztens haben wir einen Ausflug ins Theater gemacht, wo wir sogar einige Darsteller kennen lernen und Fragen stellen durften. Später im Bus nach Hause gab es wieder einen Streit zwischen Vincent und mir, weil er mir mit seinem albernen Furzkissen echt auf die Nerven gegangen ist.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am Mo Jun 13, 2011 12:49 pm

Ich bin grundsätzlich nicht der Typ, der sich aus allem raushält. Das ist wohl auch der Grund, warum ich fast täglich mit Vincent aneinander gerate. Damon hat sich zwar am ersten Tag gleich handgreiflich mit ihm angelegt, aber seither herrscht zwischen den beiden Stille. Aber wenn ich sehe, wie Vincent auf dem Schulhof die Grundschüler schikaniert – ob Mary nun dabei ist oder nicht – kann ich das nicht einfach ignorieren. Da verstehe ich Damon auch nicht, der dann immer gleichgültig mit den Schultern zuckt. Der Rest der Clique will nur keinen Ärger mit Vincent, aber ich war schon einmal wegen einer Prügelei mit ihm bei der Direktorin.



Dad hat mir später auf die Schulter geklopft.
„Solchen Typen muss man immer zeigen, wo es lang geht.“
Dafür hat er einen missbilligenden Blick von Mum kassiert, aber ich hab ihr Schmunzeln trotzdem gesehen. Ziemlich locker, was? Dennoch glaube ich, würden sie es nicht akzeptieren, wenn ich über die Stränge schlagen würde. Es ist im Moment lediglich ein offenes Geheimnis, dass Vincent es drauf hat, mich zu provozieren und da ihn eh keiner leiden kann, habe ich die meisten Leute auf meiner Seite. Solange ich nicht anfange, ihn zu provozieren jedenfalls. Wie auch immer.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am Mo Jun 13, 2011 12:53 pm

Das mit Vincent und mir ist mittlerweile eben eine offene Feindschaft. Die andere Sache aus der ich mich nicht raushalten kann, heißt Ritchie. Er ist Scotts jüngerer Bruder und seit die Schule hier begonnen hat, hab ich seine Stimme glaube ich zwei Mal im Unterricht gehört. Ich glaube so Teens wie ihn nennt man Emo. Er strahlt immer eine düstere Aura aus und distanziert sich von uns anderen. Klar ist er dadurch gerade für Vincent ein perfektes Ziel für Sticheleien und weil ich mich mal wieder nicht raushalten kann, bin ich auf ihn aufmerksam geworden.
Immer öfter fällt mir auf, wie er alleine in der Stadt unterwegs ist.



Irgendwann hab ich Scott mal drauf angesprochen.
„Keine Ahnung, Ritchie ist so, seit unserer Eltern hierhin ziehen wollten.“

Bei Scotts Familie ist die Entscheidung wohl hauptsächlich wegen des Geldes gefallen.



Die Seymours gelten hier als neureich und seine Eltern tun alles, um noch mehr Geld anzuhäufen.
Jedenfalls hat Scott mir erzählt, dass Ritchie früher der Aufmerksamkeitsmagnet schlechthin war. Kann man sich schwer vorstellen, wenn man ihn heute so sieht. Nachdem ich aber ein paar Mal bei den Seymours zu Besuch war, kann ich mir zumindest zusammen reimen, warum Ritchie so geworden ist.
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Re: Riverview

Beitrag  Doggie am Mo Jun 13, 2011 12:54 pm

Dazu muss man sagen, dass Scott ein Chaot ist. Er ist nicht gerade begabt in der Schule, während es Ritchie trotz Verschwiegenheit nicht an guten Noten mangelt. Scott ist gerne abends länger unterwegs, als es ihm erlaubt ist, während Ritchie zwar den ganzen Tag außer Haus unterwegs ist, aber noch nie nach Sperrstunde von der Polizei erwischt wurde. Scott schwänzt auch schon mal die Schule, nur damit die ganze Klasse über ihn redet, während Ritchie noch nicht mal zu spät gekommen ist.

Ergo, es ist im Grunde immer Scott, der Mist baut und durchaus hin und wieder Strafen von seinen Eltern auferlegt bekommt, dem jedoch immer wieder verziehen wird.



Aber egal, wann ich da bin, es ist immer Ritchie der kontrolliert wird. Wenn es nicht seine Klamotten sind, dann ist es der fehlende Punkt im Mathetest. Ich hab in diesem Haus schon Streitigkeiten erlebt, das kenne ich nicht mal ansatzweise von anderen Familien. Während Scott lebt, wie es ihm passt, ist es nur Ritchie an den Erwartungen gestellt werden. Keine Ahnung, warum die Eltern nur von Ritchie erwarten, aber ich glaube nicht, dass das so ist, seitdem sie hierhin gezogen sind, sondern das war auch schon vorher. Der Umzug war nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.


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