Lake Silent

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Lake Silent

Beitrag  Sunny am Do Mai 12, 2011 7:20 pm

Joa, also das hier ist mein kleines Geschichten-Tagebuch. Weniger eine Challenge, mehr ein Tagebuch über eine einzige Person...nämlich der Jada Very Happy Ich hoffe es gefällt euch! Viel Spaß und so weiter^^


Sunny
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Re: Lake Silent

Beitrag  Sunny am Do Mai 12, 2011 7:33 pm



Also gut, okay…hier bin ich also…Jada Coleman aus Randomville, einer kleinen, gemütlichen, wirklich tollen Kleinstadt in Nordamerika. Nein, falsch. Jetzt müsste es heißen: die genervte Jada Coleman aus Lake Silent, einer nervtötend lauten, großen, stinkenden, in Abgas getränkten Großstadt. Das Einzige, was gleich geblieben ist, ist die Tatsache, dass ich noch in Nordamerika bin – juhu. Kaum drei Tage hier und schon geht mir Lake Kotz auf die Nerven! Überall Lärm, Autos, blinkende Reklametafeln und – lichter, von denen man beinahe blind wird, wenn man am Abend durch die vermüllten Straßen spaziert. Gestern hätte ich beinahe das Zeitliche gesegnet, weil so ein obercooler Ghetto-Typ im neongrünen Sportwagen wahrscheinlich seinen Führerschein irgendwo gewonnen hat. Was ich eigentlich sagen will – ich hasse diese Großstadt. Ich will zurück nach Randomville und zu meinen Freunden. Tja, aber als Teenie hat man sich an das zu halten, was die lieben Eltern wollen und meine Eltern wollten nach Lake Silent. Mom sagt, die Jobchancen seien hier besser. Also haben meine Eltern ein Haus gekauft, in dem es kaum Möbel gibt (und die paar bestehenden Möbel stammen mit Sicherheit aus dem Mittelalter!) und neue Möbel können wir uns momentan noch nicht leisten. Mom hat eine Stelle in einem Wirtschaftsunternehmen angenommen und Dad sucht einen Job als Beikoch.
Vielleicht sollte ich einmal versuchen meine Eltern ein wenig zu beschreiben…
Ich fange mal mit Mom an. Meine Mom heißt Erin. Sie hasst es zu kochen, das Einzige, was sie uns mal auf den Tisch gestellt hat war eine grüne, schleimige Pampe, die nach Unbeschreiblichem roch und nach etwas noch Unbeschreiblicherem schmeckte. Dad hatte zwei Tage lang über der Kloschüssel gehangen und seitdem lässt er Mom nicht mal mehr in die Nähe des Herdes – sehr zum Gefallen von ihr. Das, was meine Mom aber am besten beschreibt ist das Wörtchen ARBEIT. Mom liebt ihre Arbeit, sie ist ein absolutes Arbeitstier. Dass sie wegen dem Umzug ihren geliebten Laptop verkaufen musste hat sie bis heute nicht überwunden – die Arme (Vorsicht, Ironie!).
Ja und nun zu Dad. Peter Coleman. Der liebt im Gegensatz zu Mom das Kochen und er kocht wirklich gut, das muss ich ihm schon lassen. Hin und wieder bekommt er einfach mal so einen Lachanfall, weiß der Geier warum. Eine echte Frohnatur eben und immer optimistisch. Allerdings geht mir diese immer-optimistisch-sein-Art mittlerweile tierisch auf die Nerven und erst recht, seit wir hier sind. Das ist sie – meine Erzeugerfraktion:



Heute hatte ich dann auch noch meinen ersten Schultag in Lake Kotz und durfte Bekanntschaft machen mit meinem neuen Sitznachbarn. Der musterte mich die ganze erste Schulstunde, ganz ohne Hemmungen, offen und direkt. Am liebsten hätte ich ihm noch eine Lupe in die Hand gedrückt und gesagt: „So, jetzt kannst du auch die kleinsten Poren in meinem Gesicht begutachten.“ Am Ende der Stunde hatte ich die Nase voll davon. Ziemlich aufgebracht fragte ich ihn, ob er vielleicht beim nächsten Mal versuchen könnte mich so zu beobachten, dass ich es nach Möglichkeit nicht mitkriege. Aber diese Ansage schien ihn nicht zu stören. Ziemlich unbeeindruckt entgegnete er: „Ich habe versucht herauszufinden, was du denkst.“
So so, ein Gedankenleser also, was?
„Ach ja? Und David Copperfield – was denke ich?“
„Du findest Lake Silent zum kotzen!“ antwortete er und fügte anschließend hinzu: „da braucht man kein David Copperfield zu sein, um das herauszufinden…sorry, aber man sieht´s dir einfach an.“
„Super, dann weißt du ja nun, was ich denke.“
„Ich bin übrigens Wybie. Wybie Seaborn.“
Wybie…? Also seine Eltern waren entweder sehr beschäftigt oder hatten Langeweile als sie seinen Namen ausgesucht haben. Aber gut, dafür kann ja der Wybie Copperfield nichts. Aber für seinen Kleidungsstil kann er sehr wohl was…und der ist ziemlich…äh…sagen wir originell. Vielleicht hat er ja eine Vorliebe für Papageien?
Originell sind auch seine Hobbies! Er sammelt Edelsteine, Meteoriten und Schrott. Ach und nebenbei arbeitet er noch als Teilzeitkraft auf dem Friedhof. Gibt bestimmt nichts Schöneres als Gräber zu harken, die Gruft zu putzen und umgeben zu sein von toten Menschen. Im Ernst – irgendwie hat dieser Wybie einen Knall! Das hier ist er übrigens:



Na ja, das da oben ist Wybie bei der Arbeit…normalerweise schaut er aber eher so aus:



Wybie erzählte mir, er lebe bei seinem Großvater. Seine Eltern sind vor einigen Jahren und seine Großmutter vor zwei Monaten gestorben.
„Aber das mit Oma ist nicht so schlimm, weißt du?“ erklärte er mir fröhlich. Hä? Nein, weiß ich nicht. Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder sie war ein Drache oder Wybie ist noch ein wenig traumatisiert, dachte ich mir, aber die fortführende Erklärung von ihm ließ mich eher dazu tendieren, dass er wirklich einen Knall hat, und zwar einen ziemlich großen!
„Es ist nicht schlimm, dass deine Oma gestorben ist?“
„Nein, sie besteht halt nur nicht mehr aus fester Materie, ansonsten ist sie ganz die Alte.“
„???“
„Auf dem Friedhof gefällt es ihr sogar sehr gut, hat sie gesagt und sie hat auch schon Freunde gefunden dort. Am besten versteht sie sich mit Lady Hope, die ist irgendwann im 17. Jahrhundert dort beerdigt worden. Hin und wieder spielen sie zusammen Schach.“
So langsam hatte ich das Bedürfnis die weißen Männer zu verständigen…
„Schach, ja? Deine tote Oma spielt also auf dem Friedhof Schach…mit einer Lady, die seit drei Jahrhunderten unter der Erde liegt, habe ich das richtig verstanden?“ fragte ich so ernst wie nur möglich. „Genau und manchmal spielt Oma auch mit Opa Schach. Ich kann Schach leider nicht, aber Oma bringt es mir gerade bei.“
Okay, das wurde mir nun eindeutig zu blöd. Ich packte meine Schulbücher in meine Tasche und verließ den Klassenraum. Tote Omas, die Schach mit dreihundert Jahre alten Ladys spielen – ich glaub, ich spinne. „Hey warte Jada…“ hörte ich den Knallfrosch hinter mir rufen und wenige Sekunden darauf lief er auch schon wieder neben mir her.
„Ehrlich Copperfield, entweder du verarschst mich schon die ganze Zeit oder du solltest dir professionelle Hilfe suchen.“ „Hä? Wie meinst du das?“ fragte mich der Typ doch allen Ernstes. So langsam riss mir wirklich der Geduldsfaden. „Ja, ja, spiel das Spiel ruhig weiter…mit einem Neuling kann man´s ja machen, nicht?“ entgegnete ich ärgerlich, „grüß deine Oma schön, wenn du das nächste Mal eine Schachstunde bei ihr hast okay?“
„Ja mach ich, ich glaube sie würde dich mögen.“ rief Wybie Blödkopf mir noch hinterher und noch lauter: „ach und übrigens – weder verarsche ich dich, noch brauche ich einen Psycho-Doc.“ Ja nee, ist klar und ich bin die Queen von England…


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