Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

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Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Di März 01, 2011 5:06 pm

Hallo zusammen!

Da ich momentan keine Lust auf Sunset Valley habe, aber dennoch gerne spielen und schreiben möchte, starte ich eine Art „Spin off“. Bei der Durchsicht meiner Familientonne, habe ich drei ehemalige Bewohner von Sunset Valley gefunden, die ich fortan in Bridgeport, der LateNight-Nachbarschaft, spielen möchte.
Zunächst werde ich die Challenge nur mit einem Haushalt spielen – längerfristig werden aber wohl mehr Haushalte entstehen. Ich bin gespannt wie sich die drei Sims in Bridgeport entwickeln!


Zuletzt von Akki am Do Jun 09, 2011 4:12 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Di März 01, 2011 5:11 pm

Amy Cope
Amy ist die zweitälteste Tochter von Shane und June Cope. Sie war schon immer sehr selbstbewusst und steht gern im Mittelpunkt. Amy möchte von allen bewundert werden und versucht deswegen stets Eindruck zu schinden. Ihr großer Traum ist der Lebensstil der Reichen und Berühmten.



Jason Aldridge
Als zweites von sechs Kindern von Jacob und Lethe Aldridge, weiß Jason wie schwierig es ist, aus der Menge hervorzustechen. Wie seine Cousine Amy liebt er es, im Mittelpunkt zu stehen, aber er will dabei nicht um jeden Preis dorthin. Mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter stellte er fest, dass er von den drei Sims wohl der ausgeglichenste ist – etwas das niemand vermutet hätte.

Sammy Teitel
Der jüngste im Bund ist ebenfalls ein Cousin von Jason und Amy. Er ist das jüngste Kind von Ashley Aldridge und Mycroft Teitel. Sammy entdeckte schon früh sein musikalisches Talent und legt seitdem alles darauf an, ein erfolgreicher Musiker zu werden. Dabei ist er so cool, dass es schon fast weh tut.



Die drei jungen Erwachsenen haben nach der Flutkatastrophe in Sunset Valley beschlossen, ihre Zelte dort abzubrechen und in eine Großstadt-WG zu ziehen. Ihre erste Wahl war dabei New York, doch so weit kamen sie nicht. Stattdessen bezogen sie eine winzige Wohnung in der Metropole Bridgeport. Gemeinsam wollen sie als Band erfolgreich werden, jede Menge Geld scheffeln und das Leben in vollen Zügen genießen. Werden sie damit Erfolg haben und trotzdem das Wichtigste – ihre Freundschaft – nicht verlieren?
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Beitrag  Akki am Mi März 02, 2011 10:41 pm



„DAS ist ein verdammt hohes Haus.“, stellte Jason, den Kopf in den Nacken gelegt, fest. Er pfiff anerkennend durch die Zähne. „Hoffentlich gibt es einen Aufzug.“
„Natürlich gibt es einen Aufzug! In solchen Apartmenthäusern gibt es IMMER einen Aufzug.“, behauptete Amy und fuhr sich durch das Haar. „Wie sehe ich aus?“
Ihre beiden Cousins tauschten einen kurzen Blick und sparten sich eine Antwort.
„Was auch immer“, sagte Sammy in seiner besten Rockstar-Stimme. Er ging lässigen Schrittes auf die Eingangstür zu und die anderen beiden folgten nach kurzem Zögern.
„Wir haben ein Apartment im 10. Stock.“, informierte Amy sie, während sie auf den Aufzug warteten. „Und – äh …wir müssen uns ein Schlafzimmer teilen.“
„Wir müssen uns ein Schlafzimmer teilen?!“, entfuhr es Jason. Er starrte Amy entgeistert an. „Und wann wolltest Du uns darüber informieren?“
„Jetzt!“ Amy strahlte die beiden jungen Männer entwaffnend an – diesem Lächeln konnte doch niemand widerstehen!
Ihre beiden Verwandten aber, die sie seit frühster Kindheit kannten, waren mittlerweile immun gegen ihren Charme und so fuhren drei sehr mürrische junge Leute in den 10. Stock.



Das Apartment war wirklich klein. Hier sollten sie zu dritt leben? Ohne sich dabei auf den Geist zu gehen? Jason zweifelte nicht daran, dass sie sich früher oder später in die Haare bekommen würden – sei es wegen ungespülten Geschirrs, das er schon jetzt in Bergen vor seinem inneren Auge sehen konnte oder wegen der Belegung des Badezimmers. Letzteres war wenigstens sauber und mit modernen Anlagen ausgestattet, auch wenn er niemals ein so dunkles Badezimmer gewählt hätte.
Jason ließ sich in den Sessel plumpsen und fasste seine beiden Mitbewohner, die auf der Couch saßen ins Auge.
„Über kurz oder lang müssen wir uns was Größeres suchen.“, fasste er seinen Eindruck zusammen. „Wir können doch nicht alle in einem Zimmer schlafen.“
„Immerhin habe ich drei Betten organisiert!“, erwiderte Amy schnippisch. „Weißt Du eigentlich WIE TEUER hier ein schickes Apartment ist?“
Sammy verdrehte die Augen. „Ist doch alles cool. Wenn wir ersten Gigs hatten, wird das Geld schon fließen. Dann suchen wir etwas anderes.“
Jason zuckte mit den Schultern. „Wieviel Geld haben wir eigentlich noch?“
Alle drei sahen sich betroffen an. Mit Geld hatten sie sich bisher nie großartig beschäftigt. In Sunset Valley hatten ihre Eltern immer für alles gesorgt.
„Hab noch fünfzig Simoleons.“, sagte schließlich Sammy und kramte ein paar zerknüllte Scheine aus seiner Jeans. Daraufhin griff auch Amy an ihr Handtäschchen und zog zwanzig Simoleons hervor. Jason legte seine verbliebenen sechzig dazu. Wie hypnotisiert starrten die drei Sims den kleinen Haufen Geld an.
„Ich schätze wir müssen uns irgendeinen Job suchen, damit wir vorerst die Miete zahlen können.“, stellte Jason betrübt fest.
„Ich könnte meinen Dad fragen. Der kann mir doch nie was abschlagen!“ Amy setzte ein selbstgefälliges Lächeln auf.
„Das heben wir uns lieber für Notfälle auf! Ich will mir gar nicht die Standpauke meines Vaters vorstellen, wenn wir jetzt schon betteln kommen. Er war total gegen das hier.“ Jason deutete auf das Wohnzimmer. „Außerdem haben Dein Dad und Sammys Mom erstmal genug am Hals mit dem neuen Baby und so.“
Sammy setzte ausdrucksloses Gesicht auf und Amy verzog säuerlich den Mund. Jason musste einen Seufzer unterdrücken. Das könnte ja heiter werden!
„Wie wäre es, wenn wir unser Apartment mit einer kleinen Bandprobe einweihen?“, schlug er vor um die Stimmung zu heben. „Ich hole mein Keyboard.“


Zuletzt von Akki am Fr März 04, 2011 9:41 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Mi März 02, 2011 10:47 pm

Wenig später hatte er sein Keyboard aufgebaut und klimperte ein paar Takte.



„Wo soll ich denn hierhin, Mann?“ Sammy hatte seine Gitarre aus dem Schlafzimmer geholt. „Viel zu eng hier!“
„Ich pass mit meinem Bass auch nicht hierhin.“, maulte Amy.
„Bass? Ich dachte Du willst das Schlagzeug?!“, fragte Sammy.
„Bist Du verrückt? Ich habe mich dabei im Spiegel gesehen – das geht ja mal gar nicht!“
Jason schlug disharmonisch in die Tasten. „Wir brauchen einen anderen Ort zum Proben.“
Doch seine Verwandten hörten ihm gar nicht zu.
„Ach und der Bass ist cooler?“
„Natürlich! Ich kann da sogar etwas Hautenges tragen, weil ich stehen muss. Du weißt ja gar nicht, wie wichtig das ist!“
„Und wo sollen wir einen Drummer hernehmen?“
„Pfff…ob Drummer oder Bassist suchen, ist doch einerlei.“
„Was auch immer.“ Sammy hängte sich die Gitarre um. Es hatte einfach keinen Sinn mit Amy zu diskutieren.
„Unten ist ein Park. Da können wir bestimmt ein bisschen spielen.“, versuchte Jason es ein weiteres Mal. „Und über ein viertes Mitglied kümmern wir uns später.“


Nach einer knappen halben Stunde des Instrumente abbauens, verstauens und auf den Aufzug wartens, kamen sie im Park an und bauten dort ihre Instrumente wieder auf. Der Park war simleer und so fühlten sie sich ungestört. Mit den Melodien ihrer Songs stellte sich auch wieder Ausgeglichenheit ein und der schwellende Streit war vergessen.
Sammy hatte die Drums übernommen und Jason fand, dass er sehr viel besser darin war als Amy. Sie war oft zu zögerlich gewesen, aus Angst ihr Top könne verrutschen oder die Wimperntusche klumpen. Sammy aber gab richtig Gas und verlieh ihrem Spiel so viel mehr Rhythmus und Power. Am Bass wiederum war Amy nicht schlecht und sie schaffte es gleichzeitig den Takt zu halten und sich in Pose zu werfen, obwohl wirklich niemand zu schaute. Jason war erleichtert. Die Aufregung um den Umzug hatte sie alles etwas dünnhäutig gemacht, aber jetzt taten sie das, weswegen sie überhaupt hier waren: Musik machen. Und darin, waren sie echt gut!

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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Fr März 04, 2011 10:00 pm

Dass Amy noch in anderen Dingen gut war, mussten ihre Cousins wenige Tage später herausfinden…



„Du hast unser letztes Geld WOFÜR ausgegeben?!“
Amy sah den erregten Jason geduldig an. Die Grimassen, die Sammy hinter ihrem Rücken schnitt, konnte sie nicht erkennen.
„Ich brauchte DRINGEND eine Maniküre! Ich mein: hast Du Dir mal meine Nägel in den letzten Tagen angeschaut?! Total schlimm. Eingerissen, abgebrochen und … uuuurgs am Schlimmsten: Richtig fiese Nagelhautwucherungen. Das ging einfach nicht mehr!“
„Eine Maniküre…“. Ungläubig schüttelte Jason den Kopf.
Seine Cousine setzte ein treuherziges Lächeln auf. „Ach komm schon. Für eine Maniküre war es echt günstig!“
Sammy schnaubte. „Es war trotzdem unser letztes Geld.“ Er stellte laut scheppernd die Teller vom Abendbrot zusammen, so dass Jason und Amy zusammenzuckten.
„Ähm ja, aber unsere Teller zu zerdeppern hilft auch nichts.“, wies Amy ihn mit der ihr eigenen Seelenruhe hin. „Aber das Ganze hat auch was Gutes!“ Wieder ein gewinnendes Lächeln und wieder reagierten die beiden jungen Männer nicht darauf, so dass Amy sich beeilte fortzufahren: „Die suchen im Spa eine Rezeptionistin. Ich habe mich direkt mal erkundigt und morgen kann ich zum Vorstellungsgespräch. Vielleicht habe ich bald einen Job!“
Überrascht wechselten Sammy und Jason einen raschen Blick. Ausgerechnet Amy war am Weitesten bei Jobsuche!
„Was denn? Ich dachte ich soll mir einen Job suchen?!“
„Das ist auch super, Amy!“, sagte Jason rasch und setzte ein versöhnliches Gesicht auf. Sammy nickte lässig und reckte den Daumen, bevor er – diesmal wesentlich sanfter – die Teller ins Spülwassern gleiten ließ. Jason und er teilten sich die Hausarbeit, denn auf wundersame Art und Weise war Amy immer dann verschwunden, wenn es darum ging etwas aufzuräumen oder zu säubern. Immerhin beteiligte sie sich am Kochen: Jeden Morgen stellte sie jedem eine Müslischale hin, kippte begeistert Frühstücksflocken und großzügig Milch hinein. Dabei war sie allerdings so enthusiastisch, dass es regelmäßig Milchfluten auf dem Tisch gab.
„So und jetzt geh ich erstmal duschen! Egal wie cool es hier ist, von den ganzen Abgasen hab ich immer das Gefühl total dreckig zu sein.“
Sie schlenderte aus dem Wohnzimmer und ihren Cousins blieb einmal mehr ein vielsagender Blickwechsel.
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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Do März 10, 2011 9:04 pm

Am folgenden Tag begleitete Jason seine Cousine zu dem Gebäude in dem das Spa war. Während Amy mit siegesgewissem Lächeln und offenbar nicht das kleinste bisschen aufgeregt zwischen den Schiebetüren verschwand, studierte er, die Hände in den Hosentaschen, die Liste der im Gebäude ansässigen Geschäfte und Büros. CDas Spa befand sich im 7. Stock des Hochhauses und nahm die gesamte Etage ein. Darüber befand sich eine Werbeagentur und eine Dienstleistungsagentur, die neben Sicherheits- und Reinigungskrften auch Winterräumdienste vermittelte. Jason wunderte sich, dass diese Agentur Schneeschieber im Angebot hatte - in diesem Teil des Landes, wie auch in Sunset Valley, schwankte die Temperatur doch höchstens zwischen angenehm warm und beinahe unerträglich heiß.



Unter dem Spa waren verschiedene Büros untergebracht und im Erdgeschoß befand sich ein Buchladen. Da Amys Gespräch gewiss länger dauern würde, beschloss Jason dem Laden einen Besuch abzustatten, Er war zwar längst keine Leseratte wie sein jüngerer Bruder Jason, aber vielleicht fand sich ja das ein oder andere Buch über Musik. Außerdem wollte er nach einem Finanzratgeber schauen. Selbst wenn fortan mindestens ein Gehalt in die Haushaltskasse floss, würden sie besser haushalten müssen. Sie musste Geld für die Miete und andere Fiskosten beiseite legen und Jason plante, dass jeder von ihnen einen festen Betrag zur persönlichen Verwendung erhalten sollte. Allerdings würde Amy – sofern sie den Job bekam – da nicht mitspielen, solange sie quasi der Alleinverdiener war. Doch eins nah dem anderen!
Jason schob die Gedanken an Amys kaum zu leugnen Selbstsucht von sich und betrat den Aufzug, auf den er eine ganze eile gewartet hatte. Im Erdgeschoß stieg er aus, während Horden von gut gekleideten und gestylten Menschen mit Aktenkoffern und Laptoptaschen an ihm vorbeidrängten. Jeder schien unglaublich wichtig und unglaublich beschäftig zu sein. Jason schüttelte mit sachtem Grinsen den Kopf. In Bridgeport war es so anders als daheim! Einerseits machte sich dadurch ein gehetztes Gefühl in ihm breit alle waren immer so zielstrebig – war er dabei etwas zu verpassen? Andererseits war es aufregend! IN Sunset Valley klappte man nach sieben Uhr abends die Bürgersteige hoch (Jason nahm an, dass es nach dem Wiederaufbau sogar noch schlimmer war). Hier war immer etwas los! An jeder Ecke war eine Party - ob in Kneipe, Club oder Lounge. Wenn man die Hot Spots kannte, stand einer durchfeierten Nacht nichts im Weg! Nichts, dass sie seit ihrer Ankunft schon aus gewesen waren; zum einen kannten sie die besagten Hotspots nicht, zum anderen war da die Flaute in der Kasse.


Zuletzt von Akki am Sa März 12, 2011 10:22 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Do März 10, 2011 9:06 pm

Jason betrat schlendernd den Laden, auf der Suche nach der Ratgeber– oder der Musikabteilung. Er kam dabei an einem älteren Ehpaar vorbei, dass hilflos vor einem Regal mit Kinderbüchern stand.



„Ich weiß nicht, Darling.“, sagte sie zu ihm. „Wir kennen das Kind ja nicht. Meinst Du das ist etwas für eine Dreijährige?“ Ihr Mann grunzte hilflos. Ein Verkäufer war nicht in Sicht so sehr er sich auch den Hals nach einem verrenkte.
„Entschuldigen Sie Ma’am.“ Jason trat an das Paar heran. Er nahm das Buch, das sie fragend in den Händen drehte und stellte es zurück. Zielsicher griff er nach einem anderen „Wenn sie etwas für ein Kleinkind suchen nehmen Sie diese.“ Natürlich war es eines von den vielen Büchern von seiner Tante, aber Ashley schrieb so gute Kinderbücher, dass man sie bedenkenlos weiterempfehlen konnte. “Das Buch ist kindgerecht geschrieben, eignet sich gut zum Vorlesen, aber wegen seiner schönen Illustrationen auch zum selber entdecken. Außerdem hilft es Kindern die Wichtigkeit von Hygiene nach dem Toilettenbesuch zu erkennen“ Jason drehte „Everybody has a bladder“ so, dass sie den ansprechend gestalteten Umschlag sahen. „Die Autorin hat schon viele Preise gewonnen.“ Und ist außerdem meine Tante, fügte er in Gedanken hinzu.
Das Paar sah erst ihn, dann das Buch ratlos an.
„Wenn Ihnen das Thema nicht zusagt, werfen Sie einen Blick hierauf.“ Er nahm ein zweites Buch aus dem Regal. „Das ist das neueste Buch von Ashley … Sanders. Es ist ein Abenteuerbuch, aber durchaus auch geeignet für jüngere Kinder. Meine Geschwister und ich sind mit den Büchern aufgewachsen.“ Klar, Ashley war immer sehr freigiebig mit Freiexemplaren.
Die Frau griff nach beiden Büchern und blätterte darin. „Oh Darling, guck nur! Die Bider sind goldig.“ Sie wendete sich Jason zu und erklärte: „Die Freundin unseres Sohnes ist drei. Wir haben sie noch nicht kennengelernt. Am Wochenende ist es so weit. Wir wollen ihr etwas mitbringen, aber nach zwei Stunden in der Spielzeugabteilung haben wir uns lieber für ein Buch entschieden. Bei dem ganzen Spielkram blickt man ja nicht mehr durch!“ Ihr Mann nickte bekräftigend.
„Wenn Sie mögen, stelle ich Ihnen noch ein paar andere Bücher vor.“; schlug Jason vor, der langsam richtig Spaß an der Sache bekam.
Nach einer guten Viertelstunde ging das Paar – über sämtliche Bücher von Ashley informiert und mit drei Büchern (man kann ja nie wissen!) im Gepäck – zu Kasse. Jason sah ihnen schmunzelnd nach. Er wollte sich gerade aufmachen, nach den Ratgebern zu gucken, als ein älterer Mann auf ihn zutrat. Er war groß und hager, mit einer großen Goldrandbrille und wirkte alles in allem wie einer dieser dürren afrikanischen Vögel. Jason kam nicht auf den Namen.
„Junger Mann.“, sprach der Vogelmann ihn an. „Ich habe Sie eben beobachtet.“
„Äh – ja?“
„Sie haben meinen Kunden sehr gut geholfen. Das hat mich beeindruckt.“ Dann machte er eine den Verkaufsraum umfassende Geste. „Ich führe diesen Laden schon fast mein ganzes Leben.“
Was eine halbe Ewigkeit sein musste, dachte Jason.
„Erst vor ein paar Monaten sind wir in diese Räumlichkeit gezogen, aber ich habe im Moment ein großes Personalproblem.“
Jason bedeutete ihm fortzufahren, hatte er doch eine leise Ahnung worauf Vogelmann hinauswollte.
„Die meisten jungen Leute wollten nicht in einer Buchhandlung arbeiten. Sie haben mit Büchern nichts am Hut – dauernd diese Handys oder diese winzigen Computer. Aber sie haben offenbar zumindest ein bisschen Interesse an der Materie.“
„Nun.“ Jason grinste und machte sich bereit aus der Verwandtschaft Kapital zu schlagen. „Ich bin zwar eigentlich Musiker, aber ich komme aus einer Schriftstellerfamilie.“
Der Vogelmann sah ein bisschen skeptisch drein, aber er war weiterhin aufmerksam.
„Vielleicht kennen Sie Hanna Sanders – das ist meine Großmutter gewesen. Ihren Bruder Louis kennen Sie vielleicht als Autor von Space Operas.“ Vogelmann machte große Augen. „Und was die Ashley Sanders-Bücher angeht – nun, da sie Hanna Sanders Tochter ist, ist sie logischerweise meine Tante. So wie auch June Cope.“ Die Skepsis verschwand aus Vogelmanns Augen. Jason beschloss noch einen draufzusetzen. „Und ich kann Ihnen verraten, dass mein kleiner Bruder auf dem besten Weg ist, die Familientradition aufrechtzuerhalten.“
Vogelmann räusperte sich und schluckte daraufhin trocken. „Vielleicht gehen wir in meinüro. Ich würde Ihnen gerne einen Job anbieten.“
Jason bedeutete ihn vorauszugehen. „Da bin ich ganz Ohr, Mr. …?“ Vogelmann konnte er ihn ja schlecht nennen.
„Rubinstein. Und Sie sind?“
„Jason Aldridge. Ich bin neu in der Stadt.“
„Dann kommen Sie, Mr. Aldridge.“
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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Do März 10, 2011 9:29 pm

Jason verließ eine halbe Stunde später und mit dem Gefühl demnächst seinen ersten Gehaltsscheck abholen zu können die Buchhandlung. Im Foyer des Gebäudes, wartete bereits Amy, die sich ungeduldig umsah. Als sie Jasons gewahr wurde, zog sie einen Schmollmund.
„Wo warst Du denn nur?“
„Hey Amy.“ Jason überging ihre Frage und zog sie aus dem Gebäude. „Wie ist es gelaufen?“
Sofort wurde aus dem Schmollmund – wie immer in Dark Berry, Amys Lieblingslippenstiftfarbe, geschminkt ein breites Lächeln. „Ich hab den Job! Aber was sollten die auch machen?! Ich kenne ALLE wichtigen Beauty- und Wellnessprodukte. Außerdem hat Ihnen mein Styling gefallen.“ Sie lachte und prüfte ihre Frisur. „Blöd nur, dass ich nur an der Rezeption stehe und keine Behandlungen machen darf. Das wäre sicher lustig.“
Ein Segen!, dachte hingegen Jason. Soviel Dark Berry würde nicht einmal Bridgeport vertragen!



„Ich freue mich für Dich. Und stell Dir vor: Ich hab auch einen Job gefunden!“
„Oh wirklich?“
Jason sah ihr an, dass sie gerne weiter über das Spa gesprochen hätte und verspürte den Anflug eines schlechten Gewissens. „Ja, unten im Buchladen. Aber erzähl erstmal von Deinem Job im Spa!“, sagte er deshalb während sie in Richtung U-Bahn gingen.
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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Do März 10, 2011 9:30 pm

Als sie im Apartment ankamen – und Jason nichts mehr über Peelings, Lotions oder Conditioner hören wollte, stellten sie fest, dass Jason ausgeflogen war. Amy ließ sich auf die Couch plumpsen und streifte die Schuhe von den Füßen. Sie schlug eine Zeitschrift auf, die sie in der U-Bahn gekauft hatte. „Wir brauchen einen Fernseher.“, ließ sie sich noch vernehmen, bevor sie sich darin vertiefte.
Jason erwiderte nichts – das war lange nicht drin. Er öffnete die Kühlschranktür, doch da herrschte gähnende Leere. War ja klar!
„Wir haben nichts mehr ihm Kühlschrank.“
Amy machte ein paar zustimmende Geräusche.
„Ich werde mal zum Supermarkt gehen.“
Wieder ein Brummeln.
„Willst Du mit?“
Amy brummte erneut dieses Mal unwillig. Sie wollte offenbar nicht gestört werden.
„Vielleicht renne ich auch nackt über die Straße und schmeiße mich vor die U-Bahn.“
„Mhmm, klingt gut.“
Jason schnitt Amy eine Grimasse, auf die diese er nicht achtete. Er zuckte die Achseln und verließ die Wohnung. Auf den Aufzug musste er – natürlich – ewig warten. In Bridgeport schien man dauernd auf einen Lift zu warten. Mit quälender Langsamkeit schob sich der Aufzug nach oben. Jason begann mit dem Fuß zu wippen.
Endlich ertönte ein scharfes „Pling“, dass die Ankunft des Aufzuges in der 10. Etage ankündigte. Die Türen öffneten sich und heraus sprang Sammy, beladen mit zwei braunen Papiertüten. Er beeilte sich möglichst viel Platz zwischen sich und den Aufzug zu bringen. Seit er am vergangenen Tag beinahe von den Türen eingeklemmt wurde, stand er auf Kriegsfuß mit dem Lift.



„Hey.“, sagte Sammy gedehnt. „War einkaufen.“
„Yo, das sehe ich. Gute Sache.“
„Und hab mir nen Job im Supermarkt gesucht: Kisten stapeln. Uncool, aber ordentlich bezahlt.“
„Oh, wow.“ Die beiden jungen Männer waren wieder in die Wohnung getreten. Amy las nach wie vor noch auf der Couch und quittierte ihre Wiederkehr mit einem kurzen Winken.
„Amy, Sammy hat auch einen Job.“
Brummen von der Couch. Die Jungs wechselten einen Blick und packten aus. „Ich mach uns Radio an und dann kochen wir was.“

Später am Abend, nach einem leckeren Essen, veranstalteten die drei jungen Leute eine, kleine Spontanparty. Sie hätten bestimmt bis in die Morgenstunden getanzt, wenn nicht der Mieter unter ihnen irgendwann mit einem Besenstiel gegen die Decke geklopft hätte. Schulbewusst kichernd stellten sie das Radio aus und fläzten sich auf Couch und Sessel, wo sie noch lange herumalberten und quatschten.

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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Di März 15, 2011 8:21 pm

Diese spontane Wohnzimmer-Party sollte für viele Tage die einzige Abwechslung der drei bleiben. In Sunset Valley hatte nur Amy neben der Schule gearbeitet – das war eine erzieherische Maßnahme ihres Vaters gewesen, deren Wirkung verpufft war, denn Amy nutzte den Supermarkt nicht als Arbeitsplatz, sondern als Knutschhöhle. Mehrere Stunden am Tag zu arbeiten war also für alle neu.
Am lautesten klagte natürlich Amy: ihre Füße schmerzten (worüber die beiden Männer sich nicht wunderten – Amy verachtete flache Schuhe) und manch eine Kundin war einfach eine Zumutung (eigentlich fast jede). Sammy brummte nur über seinen schmerzenden Rücken, den das Kistenschleppen im Supermarkt mit sich brachte. Jason hielt sich mit seinen Beschwerden zurück. Ihm machte der Job Spaß, aber nach einem langen Tag merkte auch er jeden Schritt und vor allem jedes Wort, dass er von sich gegeben hatte.
Weil ihm die Beschwerden seiner Mitbewohner wirklich auf den Geist gingen, beschloss er schließlich sie am kommenden Wochenende abzulenken. Er erkundigte sich bei Kunden und in der Zeitung wo man feiern konnte.



Am Freitag schließlich verfrachtete er Sammy und Amy in ein Taxi und fuhr mit ihnen zu der Disco The Grind.
Die erwartete Dankbarkeit blieb bei Amy zunächst aus …



„Ich bin doch gar nicht richtig angezogen!“, maulte sie. „Guck Dir meine Klamotten an!“
Sammy verdrehte nur die Augen und ging zielstrebig an die Bar.
„Komm schon Amy! Du siehst gut aus.“ Er schob sie Richtung Toilette. „Und Du hast bestimmt irgendwelches Schminkzeugs dabei.“ Dabei musste er schreien, denn die Lautstärke der Musik war ohrenbetäubend.
Amy streckte ihm die Zunge raus und stolzierte davon. Jason gesellte sich zu Sammy an die Bar und ließ sich ebenfalls einen Drink kommen. Daheim hatten sie noch nicht trinken dürfen, aber inzwischen waren sie alle einundzwanzig und keiner der Eltern konnte noch kritisch zugucken.
Als die beiden Männer auf den Abend angestoßen hatten, kam Amy, die Lippen in frischem Dark Berry glänzend, dazu. Sie deutete auf die Tanzfläche und gestikulierte wild. Sammy und Jason wechselten einen Blick und nickten ihr zu. Amy schob ab und begann zu tanzen.

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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Di März 15, 2011 8:24 pm

Amy tanzte nicht lange allein. Schon bald hatte sie einen Tanzpartner gefunden, mit dem sie rumzappelte. Sammy blieb vorerst an der Bar kleben und zischte ganz schön was weg. Jason machte sich ein bisschen Sorgen, aber er war ja nicht das Kindermädchen! Er schnappte sich schließlich drei Drinks und ging damit zu Amy und ihrer neuen Bekanntschaft. Dankbar nahmen die beiden die Drinks entgegen.



„Das ist Harry!“, stellte Amy vor, doch Jason musste dreimal nachfragen, bis er den Namen verstand. So ging es ihm auch mit dem Rest des Gesprächs, das sie schließlich an die Bar verlegten, wo es wenigstens etwas leiser war.
„Harry ist auch Musiker.“, schrie Amy dort. „Er spielt Bass.“
Jason sparte sich ein: Ich dachte Du willst Bass spielen, denn er ahnte worauf sie hinaus wollte.
„Ich habe gehört ihr sucht noch einen vierten Mann.“, brüllte Harry. „Wir können ja mal zusammen jammen um rauszufinden, ob wir zueinander passen?!“
Jason nickte – mehr als ein Schlag ins Wasser würde es schon nicht werden. Er musste dann nur noch zwischen Sammy und Amy vermitteln, wer nun welches Instrument spielen würde.
„Wo ist übrigens Sammy?“ Amy sah sich fragend um und auf einmal weiteten sich ihre Augen. Sie fing an zu grinsen. Jason folgte ihrem Blick und traute seinen Augen kaum. Am anderen Ende der Bar kletterte Sammy gerade auf den Tresen und begann zu tanzen. Amy exte daraufhin ihren Drink, pfiff laute und sprang Sammy zur Seite. Harry sah der jungen Frau schmunzelnd nach. Er nickte Jason zu und ging wieder zur Tanzfläche. Jason beugte sich über die Bar und rief: „Ein Wasser bitte!“

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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Mi März 16, 2011 6:01 pm

Obwohl er eigentlich nicht das Kindermädchen spielen wollte, war Jason froh auf Wasser umgestiegen zu sein. So war wenigstens er nüchtern als The Grind um drei Uhr nachts die Pforten schloss und Jason sich mit zwei mehr als angeschickerten Mitbewohnern auf den Heimweg machen musste. Als Sammy und Amy endlich in den Betten lagen, sprang ein erleichterter Jason unter die Dusche. Er ließ sich viel Zeit unter der Dusche, um den Discodunst loszuwerden und machte sich eine innere Notiz, dringend in den Waschsalon zu gehen.
Lautes Schnarchen aus Sammys Bett schlug Jason entgegen, als er porentief sauber aus dem Bad trat. Er verzog das Gesicht. Sie brauchten dringend eine neue Wohnung – eine mit getrennten Schlafzimmern! Auch Amy schnorchelte vor sich hin. Ihr Mund stand offen und sie sabberte auf das Kopfkissen. Schon jetzt erfüllte Schlafmief und Schweißgeruch das Zimmer. Naserümpfend raffte Jason sein Bettzeug zusammen und verzog sich in den Wohnbereich. Lieber eine Nacht auf der Couch, als von Schnarchen und Gerüchen belästigt.



Überraschenderweise stellte sich die Couch als gar nicht so unbequem heraus. Sie war zwar etwas kurz, aber Jason fühlte sich trotzdem erholt. Er machte sich in Ruhe Frühstück und aß seine Pfannkuchen während er die Zeitung las. Erst als er die Badezimmertür hörte, wagte er sich in die Schlafhöhle. Sammy setzte sich gerade mit zerknittertem Gesicht auf und sah sich fragend um.
„Was? Was ist denn los?“, fragte er mit lahmer Zunge.
„Ihr habt zuviel getrunken gestern Abend.“, erklärte Jason ihm und stürzte zum Fenster um es auszureißen. Sobald es offen war, drang der geschäftige Lärm der Großstadt udn frische Luft ins Zimmer.
„Was ist mit Dir?“, fragte Sammy und rieb sich das Gesicht. Seine sonst eher dunkle Gesichtsfarbe war blässlich.
„Ich war vernünftig.“ Ein kleines bisschen Spott schlich sich in Jasons Stimme. Geschah den beiden Recht!
„Mir ist voll schlecht.“, erwiderte Sammy nur und ließ sich wieder auf sein Kissen sinken. Er zog die Decke über den Kopf.
Die Toilettenspülung war zu hören und wenig später kam Amy ins Schlafzimmer. Sie hatte sich in der Nacht nicht abgeschminkt und sah deswegen wie ein kranker Waschbär aus. Sie wiederholte Sammys Statement in abgewandelter Form: „Mir ist so schlecht, ey.“
„Du siehst auch so aus.“, sagte Jason mitleidlos.
„Schrei nicht so!“, fuhr Amy ihn heiser an. „Ich hab Kopfschmerzen.“
Sie ging zu ihrem Bett und sank darauf nieder. Ganz langsam begab sie sich in Embryonalhaltung.
„Hm, will jemand Pfannkuchen?“
„Bloß nicht!“, stöhnte Sammy. „Kannst Du mir was Wasser holen?“
„Mir auch. Und Alka-Seltzer!“
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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Mi März 16, 2011 6:06 pm

Gegen Nachmittag fühlten die beiden sich wieder halbwegs menschenähnlich. Jason hatte den halben Mittag im Waschsalon verbracht und dabei absichtlich herumgetrödelt, damit er nicht allzu bald wieder mit den beiden Diskoleichen in eine Wohnung gesperrt war. Amy versuchte ihm deswegen ein schlechtes Gewissen einzureden, doch mit süffisantem „Selbst schuld.“, schmetterte Jason diesen Vorwurf ab.
Am Abend meldete sich Harry telefonisch. Er hatte von Amy, bevor diese die Kontrolle verloren hatte, noch die Nummer bekommen. Jason hatte den Bassisten schon fast vergessen, aber er freute sich, als er anrief. Die beiden sprachen eine Zeit lang am Telefon und machten für den kommenden Abend ein Treffen im Park aus.

Es dämmerte bereits als Jason, Sammy und Amy sich in den Park aufmachten um dort Harry zu treffen. Zwischen Amy und Sammy herrschte dicke Luft. Das hatte Jason schon erwartet und deswegen schaltete er auf Durchzug.
„Du kannst doch nicht dauernd um entscheiden, was Du spielen willst!“, fuhr Sammy Amy an. „Wir brauchen Stabilität in der Band.“
„Und wir brauchen einen vierten Mann! Und darum hab ich mich gekümmert! Im Gegensatz zu Dir! So wie ich mich schon um die Wohnung gekümmert habe! Außerdem habe ich mir als erste einen Job gesucht.“
„Ich hör immer nur ‚ich’.“, sagte Sammy spitz.
Daraufhin würdigte Amy Sammy keines Blickes mehr und Jason sah sich genötigt einzugreifen. „Reißt euch mal zusammen. Wir sind da.“
Harry wartete bereits mit seinem Bass. Er begrüßte die drei und half ihnen beim Aufbau der Instrumente. Kurz darauf begannen sie zu spielen.
Amy hatte sich die Gitarre genommen. Jason fand sie am Bass eigentlich besser, aber sie war längst nicht so gut wie Harry, der die Gruppe gut ergänzte. Jason beobachtete die Mienen seiner Verwandten: eben noch im Streit, hellten sich die Gesichter nun auf. Es tat ihnen gut Musik machen zu können.



Sie spielten den ganzen Abend im Park und hatten sogar ein bisschen Publikum, das artig applaudierte. Sowohl Harry als auch die drei aus Sunset Valley waren der Meinung, dass sie zusammen bleiben sollten.
„Wie nennt ihr euch übrigens?“, fragte Harry, schon im Aufbruch begriffen.
Amy setzte zu einer Antwort an, doch Sammy kam ihr zuvor. „S-A-J.“ Er zuckte mit den Schultern, als wolle er sich für den Namen entschuldigen.
„S-A-J.“, sprach Harry es langsam nach. „Klangvoll. Gefällt mir.“ Entweder bekam er Amy zornige Blicke nicht mit oder er ignorierte sie.
Der Bandname war von dem Moment da sie eine Band gegründet hatten, ein Problem gewesen. Jason war es ziemlich egal wie sie hieß, aber sowohl Amy als auch Sammy hatten sehr genaue Vorstellung von dem Namen für ‚ihre’ Band. Amy wollte etwas in dem ihr Name vorkam: also etwa „Amy and her Cousins“ oder so was. Sammy hingegen wollte einen kurzen Namen, bei dem am Besten jeder Buchstabe seine eigene Bedeutung hatte. Jason hatte S-A-J als Kompromiss irgendwann auf der Fahrt nach Bridgeport vorgeschlagen, aber sowohl Amy als auch Sammy hatten sich nicht begeistert gezeigt. Es wunderte ihn, dass Sammy ihn jetzt aufgegriffen hatte.

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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Mi März 16, 2011 6:10 pm

Ein paar Wochen und unzählige Proben später hatten sie ihren ersten Auftritt in Waylon’s Haunt. Das war inzwischen ihre Stammbar geworden, nachdem Harry sie eines Tages nach der Probe dorthin mitgenommen hatte. Es war keine Szenebar, sondern eher eine gemütliche Eckkneipe (nur ohne Ecke), mit günstigen Drinks und halbwegs genießbarem Essen. Jason hatte den Barkeeper solange in den Ohren gelegen, bis der ihnen einen Auftritt an einem Freitagnachmittag zusicherte.


(hrmpf, das ist der zweite Auftritt, da habe ich vergessen sie umzuziehen ... aber unten haben sie das an was sie anhaben sollten Razz)

Die Tage vor dem Freitag waren für Sammy und Jason sehr anstrengend, denn Amy war der Ansicht, dass sie alle ein neues Outfit bräuchten. Sie hätte am liebsten Harry auch davon überzeugt, doch der wehrte sie charmant ab. Jason und Sammy hingegen mussten mit ihr shoppen gehen, was das kleine Budget noch mehr strapazierte. Aber irgendwann war Amy zufrieden und der Gig konnte stattfinden.
Obwohl es ein Nachmittagsauftritt war, hatten sie viele Gäste. Die meisten waren Stammgäste im Waylon’s und sie kannten S-A-J schon vom sehen. Die Resonanz war positiv und jeder konnte anschließend gute zweihundert Simoleons einstecken. Der Barkeeper versprach ihnen, sie bald wieder zu buchen und spendierte ihnen noch ein Bier aufs Haus.

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Beitrag  Akki am Mi März 16, 2011 6:27 pm

Nach dem erfolgreichen Gig in Waylon’s Haunt, entspannte sich die Lage zwischen Sammy und Amy etwas. Die Proben verliefen sehr gut und im Waylon’s traten sie unregelmäßig auf und erarbeiteten sich langsam ein Stammpublikum.
Eines Abends interviewte sie sogar eine Musikjournalistin für ein Onlinemagazin. Sie bekamen zwar nur einen knappen Fünfzeiler, aber das Interview sollte einen Wendepunkt markieren.
Kurz darauf erhielten sie die Anfrage in ein paar Wochen im Eugi’s zu spielen, einer Art Irish Pub, das im Moment sehr angesagt war.



Außerdem hatte Amy einen Mann kennengelernt: Barry Tenderlove, der in dem Diner arbeitete, indem sie oft aßen. Sammy und Jason fanden ihn ganz sympathisch, aber er war viel zu bodenständig für Amy, wie sie beide fanden. Dennoch ließ sich Barry von Amy zu jedem Auftritt im Waylon’s schleppen. Amy schien von den Zweifeln ihrer Cousins nichts zu ahnen und stürzte sich mit der ihr eigenen Begeisterung in die Beziehung.



So wunderte es Jason und Sammy auch nicht, dass sie eines Tages erklärte, mit Barry zusammen ziehen zu wollen. Was die beiden allerdings überraschte, war Amy Erklärung, einfach die WG erweitern zu wollen.
„Was hältst Du davon?“, fragte Jason Sammy kurz nach dieser Eröffnung.
„Hm … hast Du Lust Amy dabei zuzuhören, wie sie mit Barry ins Bett geht?“
„Ähm … nein, aber die Aussicht ein eigenes Zimmer zu haben, finde ich sehr verlockend.“
„Hm.“, machte Sammy nur.
„Es gibt Zimmerwände. Und Oropax.“
Sammy hob die Schultern. „Was auch immer.“
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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Mi März 16, 2011 6:28 pm

Und so suchte Amy eine geeignete Stelle für die Vierer-WG. Sie wurde etwas außerhalb der Stadt fündig: Ein günstiges Haus, mit drei Schlafzimmern und einer Kochzeile im Wohn- und Essbereich.



„Aber es ist rosa.“, sagte Jason angewidert.
„Es ist günstig.“, hielt Amy ihm entgegen.
„Rosa!“
„Günstig!“
„Von ihnen siehst Du die Farbe ja nicht, mein Freund.“, warf Barry freundlich ein.
Sammy, der hinter ihm stand, verdrehte die Augen. Barry hatte die Angewohnheit alle Männer mit ‚mein Freund’ anzusprechen. Frauen durften sich bei ‚meine Liebe’ angesprochen fühlen.
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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Do März 17, 2011 6:46 pm

„Was meinst Du … wie lange halt die Beziehung der beiden?“, wisperte Jason Sammy zu. Er kochte, während sein Cousin das Frühstücksgeschirr abspülte.
Sammy hob die Schultern. „Was weiß ich!“ Er überlegte noch einen Moment, dann fügte er hinzu: „Ich finde er passt nicht zu Amy.“
„Seh ich auch so.“ Jason betrachtete nachdenklich die Maccaroni. „Ich glaube er dachte auch eher, er zieht mit Amy zusammen und nicht mit Amy und ihren Cousins.“
Sammy grinste schaubend. „Yeah. Das ist eines der Probleme.“



„Ähm, Freunde … also ich will mich ja nicht beschweren … aber …ich kann bei diesem Krach nicht lernen.“
Sammy warf Jason einen schiefen Blick zu und trommelte nur noch energischer.
„Barry, wir haben übermorgen einen Gig. Wir müssen nun mal üben.“, erklärte Jason dem Mitbewohner.
„Du weißt doch, wir sind Musiker. Und es ist kein Krach. Es ist Musik, Schatz.“, fügte Amy ohne von ihrer Zeitung aufzusehen hinzu. Dann legte sie die Zeitung weg und holte ihre Gitarre.
Vielsagend sah Sammy noch einmal Jason an. Der zuckte nur mit den Schultern.

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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Do März 17, 2011 6:46 pm

„Kann man sich von seiner Cousine scheiden lassen?“ Sammy starrte sein eigenes Spiegelbild auf der Herrentoilette im Eugi’s an. Jason lehnte an der Wand daneben und wünschte sich einen Drink.
„Sie kann doch nicht einfach so bestimmen, dass sie und Harry die Instrumente SCHON WIEDER tauschen!“ Sammy schrie fast.
Irgendwie war Jason mit ihm einer Meinung, aber Sammy echauffierte sich echt eine Nummer zu stark. Und das noch vor dem Auftritt.
„So schlecht spielt Harry nicht Gitarre.“, warf er ein, aber Sammy ignorierte ihn. „Bestimmt findet sie, dass der Bass besser zu ihrem Kleid oder ihrem scheiß Lippenstift passt. Ich hasse Dark Berry!“
„Komm, jetzt krieg Dich wieder ein. Wir müssen noch spielen.“
„Jaja. Was auch immer. Aber noch so’nen Ding und ich raste aus!“
Jason schluckte eine ätzende Bemerkung und schob Sammy aus der Toilette.

Amy und Harry stimmten bereits die Instrumente. Harry warf einen dankbaren Blick zu den beiden Männern. Jason rang sich ein Grinsen ab, aber Sammy stapfte zu den Drums ohne Amy oder Harry eines Blickes zu würdigen. Als Jason zum Flügel ging, hielt Harry ihn kurz auf.
„Hey, tut mir leid wegen des Tausches. Ich dachte Amy hätte es mit euch abgesprochen.“, flüsterte er.
Jason zuckte mit den Achseln. „Lass das später bequatschen. Jetzt rocken wir erst mal!“ Hoffentlich, fügte er stumm hinzu und sandte noch einen strengen Blick zu Sammy. Der nickte nur und Jason musste sich daraufverlassen, dass der wütende Drummer nicht alles vermasselte.



Zum Glück lief der Auftritt sehr gut. Es schien, als würde sich Sammy bei den ersten beiden Songs seine Wut loszutrommeln, um danach zu Höchstform aufzulaufen. Jason war überrascht wie gut Harry auch die neusten Songs auf der Gitarre spielte. Er und Amy mussten heimlich geübt haben.
Eine Fotoreporterin machte ein paar Bilder und tippte eifrig Notizen auf ihr Handheld. Hoffentlich gab das eine gute Kritik, aber wenn die Frau nicht vollkommen taub war, sollte das kein Problem werden.
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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Fr März 18, 2011 4:26 pm

Tatsächlich bekamen sie eine gute, wenn auch sehr knappe Kritik in einem Musikmagazin. Strahlend blätterte Jason es in einer kurzen Kaffeepause auf der Arbeit zu.
„Sie sehen heute sehr zufrieden aus, Jason.“ Unbemerkt war der Vogelmann – nein Mr. Rubinstein, korrigierte sich Jason in Gedanken – an ihn herangetreten.
„Oh, hallo Chef. Hier: Das ist meine Band.“, sagte er in einem Tonfall, als würde er Mr. Rubinstein ein Bild seines Erstgeborenen zeigen.
Interessiert rückte der dünne, alte Mann seine Brille zurecht und betrachtete die Fotos und den Artikel.
„Ich bin beeindruckt, junger Mann.“ Eine kleine Sorgenfalte stahl sich auf seine Stirn. „Ich gönne Ihnen den Erfolg.“
„Keine Sorge Chef.“ Jason grinste ihren spitzbübisch an. „Bis wir von unseren Auftritten leben können, dauert es noch! So schnell werden Sie mich nicht los.“
Für einen Moment schien Mr. Rubinstein überrascht. „Ach, ich bin wohl leicht zu durchschauen.“, schmunzelte er dann.
Jason zwinkerte ihm zu. Er mochte den alten Knaben, egal wie kauzig er war.
„Ich hätte da noch eine Frage, wenn Sie gestatten, Jason.“
„Nur zu, Chef.“
„Sie sind doch umgezogen, nicht wahr? In die Edgewood Road?“
„Jo. Ins rosa Haus.“
Mr. Rubinstein nahm an der Farbe offenbar keinen Anstoß, sondern fuhr – ein bisschen verlegen – fort: „Sehen Sie, meine Nichte wohnt ganz in Ihrer Nähe. Sie hat nicht viele Kontakte neben der Arbeit und ich dachte … also ich dachte, Sie könnte mehr Kontakte zu Menschen ihres Alters haben.“
Irrte sich Jason, oder wurde der blasse Vogelmann ein bisschen rot?
„Taylor wohnt zwar mit einer Freundin zusammen, aber sie geht so selten aus! Ihre Eltern machen sich deswegen große Sorgen.“
„Ich verstehe.“ Das tat Jason zwar eigentlich nicht, sollte diese Taylor halt in ihren eigenen vier Wänden versauern, wenn sie das wollte. „Hm, wir geben demnächst eine verspätete Einweihungsfete. Ich lade ihre Nichte und deren Mitbewohnerin einfach dazu ein.“
Erleichtert nickte Mr. Rubinstein so heftig, dass seine Brille ein bisschen verrutschte. „Oh, das wäre großartig! Sie tun mir – und Taylors Eltern – damit einen großen Gefallen.“



Und so stand Jason am Nachmittag vor dem Haus in dem die Nichte seines Chefs wohnte. Es war blau und hatte damit eine eindeutig gefälligere Farbe als das ihre.
Er schellte. Kurz darauf hörte er zwei Frauenstimmen im Inneren und schließlich öffnete eine schlanke Rothaarige Tür.
„Hi. Ich bin Jason. Dein neuer Nachbar.“, begrüßte Jason sie. Den Teil mit Onkel Vogelmann behielt er zunächst für sich. Am Ende war das gar nicht Taylor, sondern deren Freundin.
„Hi. Ich bin Taylor.“ Sie reichten einander die Hände.
„Ich wollte mich nur kurz vorstellen und Dich und Deine Mitbewohnerin zu unserer Party morgen einladen.“
„Woher weißt Du, dass ich nicht alleine wohne?“
Jason zuckte mit den Schultern und deutete auf den Briefkasten. „Da stehen zwei Namen drauf.“
„Oh. Ähm … ok. Vielleicht kommen wir.“ Taylor wand sich zum gehen, als eine Stimme aus dem Haus rief: „Wir kommen auf jeden Fall, neuer Nachbar!“
Taylor zuckte zusammen. „Das war Mae. Meine Mitbewohnerin.“
Jason grinste sie unverschämt an. „Bis morgen, Taylor!“ Dann rief er ins Haus. „Ich erwarte, dass ihr kommt, Mae!“ Er winkte Taylor noch einmal zu und Mae antwortete: „Darauf kannst Du Gift nehmen!“
Als er die Straße überquerte, dachte Jason, dass Mae sicher eine interessantere Bekanntschaft werden würde, als Taylor, die doch ein bisschen langweilig wirkte.
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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Fr März 18, 2011 4:30 pm

„Hast Du schon unsere Nachbarinnen gesichtet?“ Amy sah ein bisschen gestresst aus und Jason vermutete, dass sie wieder Streit mit Barry gehabt hatte. Dem schmeckte eine so große und laute Party in den eigenen vier Wänden gar nicht.
„Nö. Ihr Pech wenn sie nicht kommen.“ Ein bisschen ärgerte sich Jason schon. Er wollte unbedingt diese Mae kennenlernen, außerdem hatte er Mr. Rubinstein ja quasi versprochen sich etwas um Taylor zu kümmern. In diesem Moment schellte es. „Wahrscheinlich sind sie das.“
Da Sammy näher an der Tür stand, ließ er die neuen Gäste herein.
„Hi! Ich bin Mae aus dem blauen Haus.“, rief eine etwas pummelige Blondine. Sie hatte eine kräftige und ein bisschen zu laute Stimme. Vielleicht wollte sie aber auch nur gegen die Musik anbrüllen. „Bist Du Jason?“
„Nope. Ich bin Sammy. Mein Cousin ist irgendwo dahinten.“
„Cool. Danke für die Einladung übrigens. Dein Hut gefällt mir.“
Damit wirbelte sie tiefer ins Haus hinein. Sie sah sich fragend um und Jason winkte sie heran. „Ich bin Jason. Super, dass ihr gekommen seid!“
„Man, ich bin so froh, dass es auch mal hier ne Party gibt. Taylor muss man immer zwingen mal mit in die Stadt zukommen.“ Sie wandte sich an Amy. „Hi, ich bin Mae.“
„Amy. Jasons und Sammys Cousine.“
„Wohnst Du auch hier?“
„Ja. Und mein Freund. Barry. Er ist irgendwo da.“ Amy machte eine unbestimmte Handbewegung. „Ähm … ich such ihn mal.“
Mae legte den Kopf schief und sah ihr nach. Vertraulich flüsterte sie Jason zu: „Beziehungskrise?“
Jason grinste. „Eher Krisenbeziehung. Egal. Willst Du was essen?“



Derweil hatte Sammy auch Taylor kennengelernt. Er führte die etwas verschüchtert wirkende Rothaarige in den Wohnbereich. Jason trat zu den beiden, nachdem er Mae mit einem Teller Salat versorgt hatte.
„Geh mal was zu trinken holen.“, murmelte Sammy und machte sich aus dem Staub.
Jason und Taylor sahen ihm nach. „Ich glaube Dein Cousin mag mich nicht.“
„Nö. Er weiß nur nicht wie man mit schüchternen Leuten umgeht.“, sagte Jason leichthin. Als er Taylors Gesichtsausdruck sah, verzog er entschuldigend das Gesicht.
„Wer sagt denn ich sei schüchtern?“, fragte sie, die Hände in die Hüfte gestemmt.
„Schätzchen, Du BIST schüchtern.“ Mae war mit dem leeren Teller in den Händen an die beiden herangetreten. „Außerdem arbeitet Jason für Deinen Onkel, der hat ihm bestimmt was geflüstert.“
„Wohow, woher weißt Du das?“
Mae zwinkerte verschwörerisch. „Ich bin Journalistin. Und mein bester Freund ist Google.“ Sie sah auf ihren Teller. „Naja, mein zweitbester Freund. Mein bester Freund ist definitiv Essen! Habt ihr auch richtiges zum Beißen da?“
„Mae!“ Taylor sah ihre Freundin schockiert an. „Tut mir leid, sie ist immer so … so offen.“
„Du musst Dich nicht für mich entschuldigen, Schätzchen. Ich bin wie ich bin.“
Sammy trat mit einem Sixpack Bier in der Hand zu der Gruppe. „Wir haben auch Grilled Cheese da.“
„Mein Lebensretter! Und Bier hat er auch noch! Gibst Du mir eins?“ Mae sah Sammy so treuherzig an, dass er loslachen musste. Er gab ihr eine Flasche, Mae setzte sie an und trank sie fast in einem ganzen Zug leer. „Aaaah. Sehr gut. Wenn Du mir jetzt noch einen Grilled Cheese bringst, könnte ich Dich knutschen.“ Lachend und Bier trinkend zogen die beiden Richtung Küchenzeile.



Taylor sah aus, als würde sie am liebsten im Boden versinken.
„Nimm’s nicht so schwer. Mae ist nur Deine Freundin. Ich bin zwei solchen Kalibern verwandt!“, versuchte Jason sie aufzuheitern.
„Sie ist nun mal so.“, seufzte Taylor.
„Also ich find sie irgendwie bombig.“
„Ja, das ist sie.“ Taylor lächelte leicht. „Aber leider auch ziemlich anstrengend.“
Jason lachte, um zu überspielen, dass er keine Ahnung hatte, worüber er mit ihr sprechen sollte. Doch Taylor mochte zwar schüchtern erscheinen, aber sie hatte ihre Benimmregeln gelernt.
„Ich habe mit Onkel Wilki telefoniert.“
„Onkel Wilki? Achso Du meinst Mr. Vo … äh Rubinstein.“
„Ja.“ Taylor runzelte kurz die Stirn und fuhr fort. „Er hat mir erzählt, Du seist eigentlich Musiker. Erzähl mal.“
Und ehe er sich versah, machte Jason mit Taylor astreinen Smalltalk, der unmerklich in ein angeregtes Gespräch über Musik überging.
„Vielleicht kommst Du einfach zu unserem nächsten Gig. Dann kann ich Dich davon überzeugen, dass Rock gar nicht so übel ist.“, schlug Jason schließlich vor. Taylor stand auf Klassik.
„Ich bin dabei!“, rief Mae, die sich unbemerkt dazugesellt hatte. „Komm Taylor, dass wird lustig!“
„Du bist es definitiv.“, sagte Taylor streng und spielte auf Maes Alkoholspiegel an. „Steig mal auf Wasser um.“
„Spielverderberin!“, prustete Mae. „Aber komm, lass uns hingehen. Wann tretet ihr das nächste Mal auf?“
„Ähm … ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Wir kriegen immer recht kurzfristig Bescheid. Ich sag es euch, sobald ich es weiß.“
„Cool.“ Mae grinste und ließ sich auf die Couch plumpsen. „Hm, vielleicht ist Wasser doch nicht so schlecht.“
Taylor zog sie wieder auf die Beine. „Wir gehen besser.“
„Och Tayloooor.“, maulte Mae.
„Keine Widerrede! Ciao Jason, danke für die Einladung.“ Sie zögerte. „Es hat Spaß gemacht.“
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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Fr März 18, 2011 5:01 pm

In den folgenden Wochen hatte S-A-J wiederholte kleinere Auftritte. Wie Mae es angekündigt hatte, besuchten sie und Taylor einen dieser Auftritte im Waylon’s Haunt. Mae war begeistert von der Band. Noch begeistertet war sie davon endlich mal wieder in einer Kneipe abhängen zu können, ohne dauernd Taylor unterhalten zu müssen. Die stellte sie einfach neben Jason und zog dann ab um zu trinken, zu tanzen und sich anschließend auf dem Klo zu übergeben. Da war für Taylor Schluss mit lustig und sie verfrachtete Mae in ein Taxi um mit ihr heimzufahren.



Jason hatte deswegen ein schlechtes Gewissen. Vielleicht hätte er auch ein bisschen auf Mae achten sollen und sie vor allem nicht mit Sammy um die Wette trinken lassen! Was Jason zu der Überlegung führte, dass Sammy Alkoholverträglichkeit bedenkliche Ausmaße angenommen hatte.
‚Und schon spiele ich gedanklich wieder Kindermädchen!’, dachte er und stieß einen langen Seufzer aus, bevor er die Haustür hinter sich zu zog. Im Haus hielt sich nur Barry auf, der vor seiner Schicht noch allein fernsah. Das tat er oft: alleine fernsehen oder auch alleine essen. Die beiden Cousins fanden einfach kein Gesprächsthema mit Barry und Sammy trieb sich sowieso lieber außerhäusig rum (Jason vermutete, dass er igendwo was mit einem Mädchen am Laufen hatte. Aber Sammy verlor kein Wort darüber.). Amy hatte bei den vielen Auftritten eine Menge neuer Leute kennengelernt und hatte irgendwie dauernd eine Einladung. Manchmal kam sie nachts erst gar nicht nach Hause. Jason nahm an, dass man von Barry eigentlich schon als zukünftigem Ex-freund und nicht mehr als Freund sprechen konnte.



Jason schüttelte diesen Gedanken ab und ging über die Straße zu Talyors und Maes Haus. Er schellte und schon bald ließ Taylor ihn mit strafendem Blick ein.
„Hi Taylor.“
„Hallo.“, erwiderte sie kühl. „Mae liegt noch im Bett. Sie hat einen ziemlichen Kater.“
‚Und daran soll wohl ich Schuld sein?!’, dachte Jason. Zu Hause hatte er nie die Verantwortung übernehmen müssen – das hatte immer sein älterer Bruder Jasper übernommen. Hier in Bridgeport sah er sich immer häufiger damit konfrontiert, dass Jasper eben nicht da war um die Kastanien aus dem Feuer zu holen und er selbst dafür gerade stehen musste.
„Ähm – ja. Sie hat es ein bisschen übertrieben, ja?“
„Ein bisschen? Sie hat sich auf der Toilette von dieser Kaschemme die Seele aus dem Leib gekotzt! Und das nur, weil Dein Cousin mit ihr um die Wette gesoffen hat!“ Taylor Miene und Stimmer verriet jedoch ganz eindeutig, dass es nicht nur Maes und Sammys Schuld, sondern – warum auch immer – Jasons Schuld war.
„Also ich würde das Waylon’s nicht als Kaschemme bezeichnen.“ Sofort wusste Jason, dass das nun nicht das war, war Taylor hören wollte. „Ok. Ok. Nächstes Mal pass ich ein bisschen auf, was sie trinkt.“
„Wenn es überhaupt ein nächstes Mal gibt!“, schnappte Taylor, doch da hörte man schwach aus dem ersten Stock: „Sei keine Spaßbremse, Taylor. Hi Jason.“
„Hie Mae. Wie geht’s Dir?“
„Ich lebe. Und jetzt exe ich einfach ein Glas Orangensaft und esse eine Packung Aspirin. Dann können wir weiterfeiern!“
Könnten Blicke töten, wäre Jason in diesem Moment hingerichtet worden. „Ähm Mae, ich glaube, dass ist heute keine so gute Idee. Ich muss morgen früh arbeiten.“
Schwere Schritte ertönten von oben. Bettfedern quietschten. „Ja. Ja, ich glaube das ist gar nicht so dumm.“
Taylor wies mit dem Kopf zur Tür.
„Du bist wirklich eine Spaßbremse, Taylor. Und außerdem ist Mae erwachsen und Du nicht ihr Kindermädchen!“, sagte Jason knapp.

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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Mi März 23, 2011 6:20 pm

Am nächsten Morgen schämte sich Jason für das, was er gesagt hatte. Außerdem hatte er ein bisschen Angst, dass Taylor ihrem Onkel erklärte, er sei ein verantwortungsloser Mistkerl, den der Vogelmann besser nicht in seinem Laden beschäftigen sollte. Deswegen plumpste ihm auch das Herz in die Hose, als ein Chef ihn an diesem Morgen ansprach.
„Guten Morgen, Jason.“
„Ähm … guten Morgen Chef.“, würgte Jason hervor.
Der Vogelmann legte skeptisch den Kopf schief und Jason wurde noch ein bisschen unwohler.
„Sind Sie krank, Jason? Sie sehen ein bisschen blass aus.“
„Nein. Nein alles ok.“
Mr. Rubinstein lächelte. „Meine Schwester hat mir erzählt, dass Taylor am Wochenende auf einem ihrem Konzerte war. Sie und ihr Mann freuen sich so, dass die Kleine etwas mehr unternimmt.“
„Oh. Ähm …“. Spontan entschloss sich Jason seinem Chef die Wahrheit zu sagen. „Ich glaube allerdings nicht, dass Taylor viel Spaß hatte. Rockmusik ist nicht so ihre Sache. Und…naja Mae, ihre Freundin, hat ein bisschen zuviel getrunken, deswegen endete der Abend nicht so angenehm.“ Er senkte den Kopf.
Doch zu seiner Überraschung lachte Rubinstein leise. „Mae kennt nicht immer das rechte Maß. So war sie schon als Kind! Sie und Taylor kennen sich seit der ersten Klasse und sind seitdem unzertrennlich.“
„Wirklich? Sie sind so unterschiedlich!“, rutschte es Jason heraus.
„Das sind sie. Taylor ist … introvertiert. Sie war schon immer sehr zurückhaltend, aber es ist nach der Schule schlimmer geworden.“ Der Vogelmann sah hinter seiner Brille sehr betrübt aus. „Ich mache mir Sorgen, dass irgendetwas passiert ist. Vielleicht ist es aber nur eine normale Entwicklung?“
„Sie übernimmt meiner Meinung nach auch viel zu viel Verantwortung für Mae.“, warf Jason ein, der sich langsam für das Gespräch erwärmte. „Mae ist doch genauso alt wie Taylor, aber sie führt sich auf, als sei sie ihre Mutter.“
Mr. Rubinstein nickte weise. „Taylor übernimmt gerne Verantwortung. Sie haben Mae kennengelernt: Hat man nicht wirklich das Bedürfnis sie ein bisschen zu Bremsen?“ Als Jason halb zustimmend nickte, fuhr er fort: „Mae hat schon ein paar Mal über die Strenge geschlagen. Ich weiß nicht was genau passiert ist, aber es hat sie sehr mitgenommen. Seitdem verhält sich Taylor sehr beschützend. Sie will nur Maes Bestes.“
„Ok, dass kann ich verstehen, aber sie muss dabei doch nicht so eine … ähm.“
„Spaßbremse sein?“, schlug sein Chef kichernd vor. „Ein neumodischer Begriff! Mae benutzt ihn gerne für Taylor, nicht wahr?“
Zögernd nickte Jason. Sein Chef lächelte. „Vielleicht können Sie ja Taylor … - wie sagen die jungen Leute immer? – lockerer machen?“
Jason fühlte sich ein bisschen so, als wäre er von einem Zug überrollt worden und konnte deswegen nur betäubt nicken.
„Wunderbar! Taylor ist nicht nachtragend. Sie werden schon sehen!“

Da sollte sich Taylors Onkel irren! Auch ein paar Tage später, als Jason bei den beiden Frauen vorbei schaute, zeigte Taylor ihm zunächst die kalte Schulter. Mae versuchte das Verhalten ihrer Freundin auszugleichen und lud Jason zum Essen ein.
Die Mahlzeit verlief schweigend. Jason fiel auf, dass Mae kaum etwas aß und schließlich den halb vollen Teller von sich schob.



„Ihr verderbt mir den Appetit!“, verkündete Mae schließlich als handele es sich dabei um Mord.
Taylor zog die Stirn kraus und kniff den Mund zusammen. Mae rollte mit den Augen.
„Ich weiß ja nicht, was zwischen euch vorgefallen ist, aber ich finde ihr solltet euch wieder vertragen!“ Sie strahlte nacheinander Jason und Taylor an. „So schlimm wird’s wohl nicht gewesen sein. Los! Reicht euch die Hand und vertragt euch!“
Taylor machte keinerlei Anstalten der Aufforderung nachzukommen. Jason unterdrückte ein Seufzen und sagte lächelnd: „Es tut mir leid, dass ich Dich angefahren hab.“
Ha! Nun war Taylor am Zug. Jason war stolz auf sich, aber andererseits fiel es ihm leicht sich zu entschuldigen und sich zu vertragen – als zweites von sechs Kindern hatte er eine Menge Übung darin. Taylor als Einzelkind konnte sicherlich nicht auf eine lange Reihe von geschwisterlichen Kleinkriegen und Friedensverträgen zurückblicken.
Jason und Mae sahen Taylor erwartungsvoll an. Dermaßen im Fokus der Aufmerksamkeit, musste Taylor schließlich nachgeben. Sie reichte Jason die Hand. Er schlug sofort ein und nickte zu Taylors Worten. „Es ist in Ordnung, Jason. Ich … .“ Sie musste sich kurz räuspern. „Ich war vielleicht ein bisschen zickig.“
Jason lag schon ein spöttischer Kommentar auf der Zunge, aber Mae kam ihm zuvor.
„Prima! Dann können wir jetzt ja das Wochenende planen!“
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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Mi März 23, 2011 7:48 pm

In den nächsten Wochen erlang S-A-J einiges an lokaler Berühmtheit. Sie hatten jedes Wochenende einen Auftritt und manchmal sogar zwei. Mae und Taylor begleiteten die Band und lösten damit Barry ab, von dem Amy sich nach einem kurzen, aber heftigen Streit getrennt hatte.



Das Ende der Beziehung schien Amy überhaupt nicht zu stören: Sie genoss die allgemeine Aufmerksamkeit und flirtete mit jedem Mann, der sich nicht schnell genug in Sicherheit bringen konnte. Jason gab es auf sich die Namen der Männer zu merken, die Amy ihm immer wieder vorstellte. Sammy ignorierte seine umtriebige Cousine schließlich ganz, so dass sie oft nur gemeinsam zu den Auftritten und danach getrennte Wege gingen. Amy zog anschließend mit ihrer neusten Eroberung in eine Disco oder Lounge ab, während Jason, Sammy, Mae und Taylor im Waylon’s Haunt verschwanden. Häufig schloss sich ihnen Harry an.



Der Bassist war Jason wirklich angenehm: Er war ruhig und höflich. Außerdem hatte er immer einen trockenen Spruch parat, der Situationen entspannte. Nur sein Kleidungsstil war gewöhnungsbedürftig. Manches Mal war Jason versucht, Harry zu fragen, ob er schwul sei. Kaum zu glauben, dass er demnächst für den Stadtrat kandidieren wollte! Aber Bridgeport war eben eine weltoffene Großstadt.

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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Mi März 23, 2011 7:53 pm

Aber auch Sammy schien seine Geheimnisse zu haben. Als Jason ihn im Supermarkt besuchen wollte, wurde er dort darüber in Kenntnis gesetzt, dass Sammy nicht länger dort angestellt war. Jason wunderte sich sehr. Dank der Gagen zahlte Sammy jeden Monat seinen Beitrag, so dass bisher nichts aufgefallen war. Aber warum hatte er davon nichts erzählt? Steckte am Ende doch eine Affäre dahinter? Jason beschloss Sammys Verhalten mit Mae und Taylor zu erörtern.
„Eine Affäre?“, echote Mae ungläubig. Sie fasste in den Saum ihrer Bluse und zwirbelte ihn.
Jason kam nicht umhin festzustellen, dass Mae abgenommen hatte. Sie war ganz schmal im Gesicht geworden.
Taylor indes setzte ihr „Zickengesicht“ auf, das Jason so genannt hatte, weil Taylor immer so schaute, bevor sie in den Zickenmodus schaltete. „Ist doch egal! Was machen wir am Wochenende?“
Obwohl es für sie ausgesprochen ungewöhnlich war, sich in die Planung des Wochenende zu interessieren – sie kam einfach mit, mal mehr mal weniger begeistert – gingen weder Jason noch Mae darauf ein.
„Aber warum es geheim halten?“ Mae strich die Bluse wieder glatt. Das war so ein Tick von ihr: Erst den Saum zerknittern, dann alles glatt streichen.
Jason zuckte die Schultern. „Er ist vielleicht einfach diskreter um ein Gegengewicht zu Amy zu schaffen. Oder seine Affäre ist verheiratet oder so. Keine Ahnung.“
„Vielleicht gehen wir mal wieder tanzen.“, schlug Taylor vor, blieb aber ungehört.
„Meinst Du? Eine verheiratete Frau?!“
„Bei meiner Familie wundert mich nichts mehr!“
Mae griff wieder nach dem Saum, zwirbelte ihn und strich die Bluse glatt. „Ähm … auf was für einen Typ Frau steht er denn normalerweise?“
Erneutes Schulterzucken von Jason. „Ich weiß nicht. Hab nie mit ihm darüber gequatscht.“
„Klar.“ Mae lachte nervös. „Naja. Es wird Zeit; ich muss ins Büro.“
Sie verließ das blaue Haus und wenig später hörten Taylor und Jason ihren Wagen mit altersschwachem Husten anspringen.

„Warum hast Du nicht einfach den Mund gehalten?“, fauchte Taylor giftig. Sie sprang von der Couch und rannte zum Fenster, als wolle sie sich überzeugen, dass Mae wirklich gefahren war.
„Häh?“, machte Jason. „Hab ich was nicht mitbekommen?“
„Du verstehst auch gar nichts!“
„Dann sei so gut und klär mich auf.“, seufzte Jason. Für Gespräche mit Taylor brauchte man wirklich viel Geduld.
Taylor warf ihm noch einen zornigen Blick zu und fuhr sich durch das kurze Haar. Amy hatte ihr vor ein paar Tagen einen Pixie-Schnitt verpasst, an den sie sich noch nicht ganz gewöhnt hatte.



„Mae ist in Sammy verliebt, Du Blindfisch.“
„Oh. Davon wusste ich nichts.“
„Und mit Deiner Affärenvermutung hast Du sie verletzt.“ Sie funkelte ihn böse an.
„Woher hätte ich das denn wissen sollen? Du hättest mich ja mal warnen können.“
„Es ist jedes Mal dasselbe.“ Taylor ließ sich auf die Couch fallen. „Sie lernt jemanden kennen, verliebt sich und dann geht das Drama los!“
„Warum Drama? Und ich weiß ja nicht mit Sicherheit, ob er eine Affäre hat.“
Taylor sank tiefer in die Couch. „Selbst wenn es nicht so ist, hat dein Cousin ja mehr als klar gemacht, dass er nicht an ihr interessiert ist.“
„Hm? Weil er letztens meinte, sie sei ein echter Kumpel?“



„Ja.“ Taylor nickte. „Mae hat kein Glück mit Männern. Noch nie gehabt! Wenn sie sich verliebt, dann heftig und es geht immer schlecht aus.“ Sie rieb sich die Arme als sei ihr kalt. „Mae beginnt dann exzessiv zufeiern – das hast Du ja mitbekommen – und abzunehmen. Dabei würde niemand auf die Idee kommen, dass es ihr dabei schlecht geht.“
Jason nickte. Er hätte nicht im Traum daran gedacht, dass Mae nicht glücklich war. Allerdings, das musste er gestehen, war es ihm besonders in der letzten Zeit so vorgekommen, als sei sie etwas überdreht.
„Und dann, wenn sie mal wieder enttäuscht wurde, stürzt sie ab. Sie wird sich in ihrem Zimmer einschließen und wochenlang nur heulen und sich von Schokolade und Eis ernähren. Es wird von mal zu schlimmer und ich habe Angst, dass sie sich irgendwann nicht mehr erholt.“ Taylor sah inzwischen mehr bedrückt denn traurig aus.
„Davon hatte ich ja keine Ahnung! Ich hätte nie gedacht … Mae verhält sich überhaupt nicht so, als hätte sie Interesse an Sammy. Sie flirtet nicht, berührt ihn nicht überdurchschnittlich häufig, macht keine Andeutungen …bist Du Dir sicher?“
Taylor lachte bitter. „Glaub mir, ich kenne die Anzeichen. Das wird traurig enden.“ Sie dachte kurz nach und fügte hinzu: „Mae flirtet niemals, weil sie innerlich mit Ablehnung rechnet. Sie hat ziemlich ausgeprägte Komplexe, aber das weiß niemand außer mir.“
„Ich verstehe das nicht. Mae ist doch eine klasse Frau!“
„Tja, leider bist Du nicht ihr Typ.“, sagte Taylor ätzend. „Ich will sie nicht wieder so deprimiert sehen, aber ich weiß nicht was ich tun soll! Nach Deiner Affärenvermutung und Sammys Kumpel.Ansprache ist es wohl wieder soweit: Am Wochenende wird sie sich wahrscheinlich besinnungslos saufen. Ab nächste Woche wird dann vermutlich schon die Heulphase kommen.“
„Oje.“
„Oje? Ist das alles was Du dazu zusagen hast?!“, fauchte Taylor.
Jason machte eine Faust in der Jeanstasche. Taylor konnte unmöglich sein!
„Taylor ich mache mir auch Sorgen um Mae, nach dem was Du mir erzählt hast. Darf ich dich aber darauf hinweisen, dass ich nichts dafür kann? Such Dir ein anderen Punchingball.“
„Wenn Du uns nicht eingeladen hättest, hätte Mae Sammy nie kennengelernt!“
Jason überlegte noch, wie er Taylor darauf antworten sollte, als sie etwas kleinlaut zu einer Entschuldigung ansetzte: „Entschuldige. Ich weiß ich verhalte mich unsachlich.“
„Du sorgst dich eben um deine beste Freundin.“, erwiderte Jason mit mehr Diplomatie als er sich selbst zugetraut hätte.
„Du bist nachsichtig. Danke.“ Sie seufzte. „Was machen wir nun?“
Jason zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht. Vielleicht sollten wir dieses Wochenende mal nicht ins Waylon’s gehen und was anderes machen als zu saufen und zu feiern.“
„Was soll das bringen?“
„Im Zweifel Erholung für die Lebern von Mae und Sammy. Und wir können versuchen zu verhindern, dass Mae sich besinnungslos trinkt.“ Er überlegte. „Wie wäre es mit Kino?“
Bedächtig nickte Taylor. „Ich wäre für eine Abwechslung dankbar. Aber bitte keine Liebesgeschichte oder Drama! Wegen Mae, weißt Du?“
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Re: Akkis Bridgeport - Zusammenfassung des Endes auf Seite 4

Beitrag  Akki am Sa März 26, 2011 7:04 pm

„Wer hatte die brillante Idee ins Kino zu gehen?“, zischte Mae. Sie gähnte herzhaft. „Der Film ist einfach zum Kotzen!“
Die vier Freund saßen in der Spätvorstellung einer Komödie, deren Pointen nicht zündeten und deren Humor sich generell jenseits des guten Geschmacks befand.
„Sollen wir gehen?“, schlug Sammy mit gequältem Gesicht vor. „Der Film ist so unterirdisch!“
Dankbar nickten die anderen. Leise erhoben sie sich und eilten aus dem Saal – nicht dass sie besonders viele Leute gestört hätten, die Vorstellung war nur schwach besucht.
Vor dem Kino atmete Mae hörbar aus. „Meine Güte war der Film SCHLECHT. Gehen wir was Trinken?“ Sie bemerkte nicht den schnellen Blick, den Jason und Taylor wechselten.
„Wie wärs wenn wir heute mal früher Schluss machen?“, schlug zur allgemeinen Verwunderung Sammy vor. Die anderen sahen ihn fragend an. „Mein ja nur.“ Er zückte sein Handy und warf einen Blick auf das Display. „Ehrlich gesagt mach ich mir Sorgen um Amy.“, gestand er, nachdem er es wieder verstaut hatte. Nun starrten ihn die anderen erst recht an. Sammy wendete sich an Jason. „Hast Du nichts mitbekommen? Sie sah in den letzten Tagen nicht gut aus.“
„Ähm … ehrlich gesagt hab ich das auf die ganze Feierei geschoben.“, bekannte Jason. Er sah Taylor und Mae an. „Vielleicht machen wir heute wirklich mal früher Schluss.“
Die beiden Frauen nickten: Mae etwas enttäuscht, Taylor erleichtert. „Suchen wir uns ein Taxi.“, sagte Taylor. Das Quartett setzte sich in Marsch.
„Seit wann geht das mit Amy so?“, erkundigte sich Mae, während Taylor versuchte ein Taxi heranzuwinken.
Jason zuckte mit den Schultern, aber Sammy antwortete: „Seit einer Woche ungefähr. Seit sie ihren letzten Flirt abgeschossen hat. Sie isst nicht mehr richtig und ist echt blass geworden.“
Taylor hatte ein Taxi auf sich aufmerksam gemacht und bedeutete den anderen einzusteigen. Mae hielt sie auf. Sie wirkte auf einmal sehr nachdenklich und traurig. „Wie wäre es, wenn ihr drei doch noch was unternehmt? Trefft euch doch mit Harry. Ich kümmer’ mich um Amy.“
„Mae!“, rief Taylor. Die beiden Frauen wechselten einen bedeutungsvollen Blick, dann machte Taylor Mae Platz, damit sie ins Taxi steigen konnte. Sammy drückte ihr seinen Schlüssel in die Hand.
„Danke, Mae.“, sagte er rasch. Mae nickte nur und zog die Tür zu. Schon fuhr das Taxi los.
„Was war das jetzt?“ Jason sah dem Taxi verwirrt nach.
Taylor seufzte. „Vielleicht erfahrt ihr es irgendwann mal. Dann lasst uns ins Waylon’s gehen.“ Sie fuhr sich durchs Haar. „Ich glaube ich brauche einen Drink.“

Mit zitternden Fingern öffnete Mae die Tür des rosafarbenen Hauses. „Amy?“, rief sie. „Hier ist Mae.“
„Ich bin im Bad.“, klang es schwach aus dem Badezimmer.



Mae zog ihre Jacke aus und warf sie achtlos auf die Couch. Mit einem Fußtritt schloss sie die Tür und ging ins Badezimmer.
Amy hatte ihr Nachthemd an und kniete vor der Toilette. Ihre schicke neue Frisur, die sie seit ein paar Tagen hatte, war ganz verstrubbelt. Die Lippen waren blutleer und ausnahmsweise mal nicht mit Dark Berry geschminkt. Es roch säuerlich nach Erbrochenem.
„Oh Amy!“ Mae ging neben ihr in die Hocke und strich ihr über den Rücken. „Du armes Schätzchen.“
Amy stiegen augenblicklich Tränen in die Augen. Sie wimmerte wie ein verwundertes Tier. Beruhigend sprach Mae auf sie ein und zog sie in ihren Arm. „Ist doch gut, Süße. Pssscht.“
Schließlich hatte sich Amy einigermaßen beruhigt und Mae schob sie auf Armeslänge von sich. Sei betrachtete Amys blasses Gesicht prüfend. „Du bist schwanger, nicht wahr?“
Amy nickte und begann erneut zu weinen. Mae nahm sie wieder in den Arm. „Ach, Schätzchen, dass ist ja doch kein Weltuntergang.“ Mae ließ sich aus der Hocke auf den Boden plumpsen. „Hm, dass kriegen wir schon hin.“
„Ich hab … ich h-hab mir überlegt, dass ich es wegmachen lassen, aber … aber seitdem könnte ich nur noch heulen!“, schluchzte Amy.
Mae stockte und atmete tief ein und aus. „Tu’s nicht.“, sagte sie so leise und knapp, dass Amy sich aus ihren Armen befreite und sie fragend ansah. Mae blickte zu Boden und begann ihren T-Shirt-Saum zu zerknittern. „Ich hab … Als ich siebzehn war, war ich auch schwanger.“ Maes Augen wurden feucht. „Ich habs wegmachen lassen.“ Sie sah vom Boden auf und Amy direkt in die Augen. „Ich hab noch nie etwas so bereut!“
Sofort schlang Amy die Arme um Mae. „Ach Mae!“ Die beiden Frauen hielten sich eine Weile im Arm, bevor Amys Magen erneut revoltierte und sie sich übergeben musste.
Mae half ihr anschließend sich sauber zu machen. Sie gingen in Amys Zimmer, wo sie sich auf das Bett setzten.
„Ich war in der Schule ein dickes, hässliches Mädchen. Kein Junge hat mich je angeguckt, geschweige denn ausgeführt.“ Mae lachte bitter. „Das hat mir ganz schön zu schaffen gemacht.“
Amy nickte, als verstünde sie Mae. Dabei konnte sie sich überhaupt nicht in ihre Lage als Schülerin versetzten. Amy war immer beliebt gewesen und hatte einen ganzen Haufen von Verehrern gehabt.
„Umso begeisterte war ich, als einer aus der Footballmannschaft – der Schwarm vieler Mädchen – sich auf einmal für mich interessierte. Er führte mich zwei Mal aus und nach dem zweiten Mal habe ich mit ihm geschlafen. Über Verhütung habe ich mir keiner Gedanken gemacht.“ Mae seufzte tief. „Später habe ich rausgefunden, dass er mich nur wegen einer Wette ins Bett bekommen wollte. Ich war am Boden zerstört. Und dann war ich auch noch schwanger … Ich hätte mich am liebsten umgebracht.“
Auch wenn es um Amys Empathie nicht zum Besten stand, so empfand sie doch Mitleid mit Mae. Sie tätschelte ihr etwas hilflos die Hand.
„Der Junge wollte natürlich, dass ich es abtreibe. Meine Eltern haben mich auch dazu gedrängt, also habe ich den Eingriff vornehmen lassen. Die Einzige die zu mir gehalten hat, war Taylor. Sie hat mir danach auch zur Seite gestanden, denn ich war wirklich sehr labil danach.“
„Das ist schrecklich!“, kommentierte Amy und sah sehr mitfühlend aus.
„Ich will Dich nicht zu etwas überreden, dass Du nicht willst.“, sagte Mae dann. Sie wischte sich die Tränen von der Wange. „Als du eben sagtest, du willst abtreiben, ist mir alles noch mal bewusst geworden. Ich … Amy, bitte überlege dir gut, was du tust und überstürze nichts!“
Amy nickte nachdenklich. „So ganz überzeugt bin ich von der Abtreibung auch nicht.“, gestand sie langsam. „Das war nur mein erster Gedanken: schnell weg damit, damit ich keinen Ärger hab.“ Sie langte nach dem Nachtischchen, auf dem sich ihre Schminktasche befand. Wie eine Süchtige holte sie ihren Lippenstift heraus und schminkte sich die Lippen. Dann sah sie Mae wieder an. „Weißt Du, als meine Mutter mit meinem kleinen Bruder schwanger war, da haben ihr alle davon abgeraten das Kind zu bekommen. Es war eine Risikoschwangerschaft.“ Sie seufzte. „Sie ist dann tatsächlich bei der Geburt gestorben.“
„Hast Du Angst deswegen?“
„Nein. Ich dachte nur … also wenn meine Mutter unter diesen Voraussetzungen ein Kind bekommen hat, dann kann ich das auch! Ich bin noch jung und ich habe ein bisschen Geld auf die Seite gelegt.“ Auf Maes erstauntes Gesicht erklärte sie verschämt. „Ich hab über eine Brust-OP nachgedacht, deswegen …aber was ich eigentlich sagen will: vielleicht sollte ich dem Kind doch ne Chance geben.“
Mae wirkte erleichtert. „Wir gehen nach dem Wochenende zu meiner Gynäkologin. Sie ist gut – und wenn es Dich beruhigt auch eine andere als die, die ich damals hatte.“
„Das ist wohl das Beste.“
Mae umarmte Amy noch einmal. „Ich lass Dir ein Bad ein und mache uns einen Tee. Habt ihr welchen da?“
Amy schüttelte den Kopf.
„Ok, dann hole ich welchen von drüben. Geh Du schon mal ins Bad, ja?“ Mae schob Amy ins Bad und beeilte sich dann in ihr Haus zu kommen. Sie schloss die Tür hinter sich und lehnte sich dagegen. Langsam rutschte sie zum Boden, wo sie ihren Kopf in den Armen vergrub.
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