Windy Willows

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Sa Feb 19, 2011 11:21 am

von Lichtenherz (1) / Bells (1) / Graziano (1)

Nachdenklich biss Isabella noch einmal von ihrer Rosinenschnecke ab und ließ sie anschließend mit einem Seufzer wieder auf ihren Teller gleiten.
In ihr wüteten Gefühle, von denen sie nicht einmal geahnt hatte, wie stark sie sein könnten. Sie war wütend, auf sich auf Pinto, auf Suni. Sie war eifersüchtig auf Suni und auf Pinto. Sie war traurig, wegen Pinto und Suni. Und vorallem war sie gleichzeitig auch noch glücklich, wegen Suni und Pinto und deren kleiner Familie.
Mit Leichtigkeit zerupfte sie die Schnecke auf ihrem Teller, ohne wirklich drauf zu achten, was sie tat.
Ihre Gedanken kreisten um den Nachwuchs der Sujamís. Sie hatten jetzt einen kleinen Jungen und ein kleines Mädchen. Genau dass hatte Isabella auch immer gewollt. Und jetzt kam ein drittes Kind und sie hatte das Gefühl das Pinto und Suni bei jedem Kind mehr und mehr zusammen geschweißt wurden. Auf der einen Seite freute sie dass natürlich. Sie mochte glückliche Ehen und liebte ihre beste Freundin zu sehr, als dass sie ihr jemals Pech wünschen konnte. Und trotzdem liebte sich auch Pinto, den Mann ihrer besten Freundin.
Sie würde aus ihren Gedanken gerissen, als die Küchentür aufging und eine verschlafene Holly hereinkam. Sie trug ihr rosanes Nachthemd, was gleichzeitig auch als Abendkleid hätte durchgehen können. Aus besten Satin, wie man sofort sehen konnte.
"Guten Morgen.", wünschte ihr Isabella freundlich. Sie hatte noch ein schlechtes Gewissen, wegen dem Abend der letzten Woche. "Hast du gut geschlafen?"
Holly nickte, nahm sich eine Rosinenschnecke und ließ sich auf dem Platz neben Isabella nieder. Schweigend begann sie ihr Frühstück zu sich zu nehmen.
"Du bist gestern Abend ja sehr spät nach Hause gekommen.", bemerkte Isabella und versuchte gleichzeitig einen zweiten Versuch der Versöhnung zu starten. "Hattest du denn einen schönen Abend mit deinem Freund? Wie war noch gleich sein Name...Bernhard?" Sie sah sie fragend an.
"Burkhard.", verbesserte Holly sie spitz und nahm dass erste Mal den Blick von ihrem Teller. "Was interessiert es dich eigenlich, Isabella?", fragte sie scharf. "Du bist nicht meine Mutter und ich bin alt genug um entscheiden zu können, wann ich nach Hause komme. Wenn man das zu Hause nennen kann."
Isabella hatte Mitleid mit dem sonst so taffen Model und es tat ihr sehr Leid, wie Henry und sie letzte Woche mit ihr umgesprungen waren.

"Hör mal, Holly.", begann sie in einem freundlichen Ton und lächelte als Unterstützung. "Es tut mir sehr Leid, wenn du dich letztens von mir und Henry beleidigt gefühlt hast. Dass war nicht unsere Absicht. Wir waren es einfach nicht gewohnt gesunde Kost zu uns zu nehmen. Irgendwie hätten wir aber natürlich nicht so beleidigend sein müssen."
Holly biss zögerlich von der Rosinenschnecke ab, kaute und tupfte sich feinsäuberlich den Mund ab. "Okay.", sagte sie schließlich. Mehr nicht.
"Okay?", fragte Isabella überrascht nach. Sie hatte mit allem gerechnet, außer einem 'Okay'. "Heißt dass, du bist nicht mehr sauer?"
"Natürlich bin ich dass noch." Fast feindselig sah die Rothaarige in die grünen Augen von Isabella. "Wenn wir mein Essen nicht zu schätzen wisst, dann ist dass ein Sache. Aber ihr beide klebt zusammen, als hätte man zwischen euch Sekundenkleber befestigt. Ihr grenzt mich total aus, dabei bin ich ebenso eure Mitbewoherin. Die Regale zum Beispiel." Sie deutete hinter sich. "Habt ihr mich dazu einmal gefragt? Vielleicht wollte ich sie in einer anderen Farbe, oder Höhe! Nein, ich würde nicht gefragt, wie immer." Sie schob laut den Stuhl zurück und erhob sich so würdevoll wie es ging. Mit schnellen Schritten verließ sie die Küche und eine verdutzte Isabella.
Immer noch etwas perlext stand sie ebenfalls auf, räumte die Teller zusammen und stellte sie in den Geschirrspüler. So welche Auftritte schienen Hollys Spezilität zu sein und Isabella konnte sich nicht entscheiden, ob sie nun entrüstet oder belustigt sein sollte. Beides kam ihr nur halb richtig vor.
Seufzend trat sie aus der Küche und klopfte an die Badezimmertür, die gleich neben an war. Dass Badezimmer von Henry.
"Henry? Bist du angezogen?", fragte sie scherzhaft und klopfte abermals. Als weiter nichts ertönte öffnete sie die Tür einen kleinen Spalt und luscherte herein.

Henry stand vor dem Spiegel, und zog verschiedene Grimassen, die wohl cool wirken sollten, doch stattdessen erinnerten sie stark eine wahre Gesichtsentgleitung.
Erschrocken fuhr er herum, als er sie aus dem Spiegel entdeckt hatte. Halb verägert, halb peinlich berührt fuhr er sie an. "Kannst du nicht warten bis man ja sagt?"
"Heute scheinen alle eine schlechte Laune zu haben." Geschickt überging sie seinen Ärger und ließ sich auf dem Badewannenrand nieder. "Hast du das eben mitbekommen? Holly hat mal wieder einen Ausraster bekommen, dabei hab ich mich ja bei ihr entschuldigt." Nachdenklich musterte sie ihre nackten Füße. "Ich versteh es wirklich nicht."
Henry hatte durch die Badezimmerwand einiges verstehen können. Es hatte ihn geschmeichelt, dass Holly gesagt hatte, wie gut die beiden harmonierten, deswegen hatte er sich keine Gedanken darüber gemacht, wie es Holly wohl dabei ging. So alleine zu sein. Er musterte die überlegende Isabella.
"Sie hat schon Recht.", gab er schließlich zu und drehte sich zu ihr um. Mit verschränkten Armen lehnte er sich gegen das Waschbecken. "Wann haben wir sie jemals so richtig eingebunden, Bella? Ich meine, seid sie Abends nicht mehr mit uns isst, sehen wie sie höchstens, wenn wir über den Flur laufen."
"Aber dass ist doch nicht unsere Schuld.", beharrte sie. "Sie hat einen neuen Freund und mit dem geht sie fast jeden Abend aus, was sollen wir denn da machen?"
Henry nickte leicht, ein lächeln bahnte sich an, als er Isabella so aufgeregt sah. "Was glaubst du warum sie immer mit ihrem Freund abhaut? Weil sie hier niemanden hat, der ihr Gesellschaft leistet. Ich glaube wir lassen sie ziemlich im Stich und dass ist nicht fair. Wie sollten versuchen uns mit ihr anzufreunden."
Als sie etwas erwidern wollte hob er die Hand um ihr zu zeigen, dass es da kein Widerwort gab. Ein wenig bedrückt erhob Isabella sich und trottete in ihr Badezimmer, um sich anzuziehen

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Sa Feb 19, 2011 12:53 pm

"Du hörst dich wirklich nicht gut an, Henry.", murmelte Valeria in den Hörer, sie klang besorgt.
Henry seufzte und fuhr sich einmal durch das braune Haar. Was sollte er ihr denn sagen? Dass es sich auch keineswegs gut fühlte? Das ihn alles aus der Hand zu gleiten schien und er nicht wirklich wusste, wie er es bewältigen sollte? Dass konnte er Valeria schlecht sagen. Sie war eine liebe Frau, hübsch und schlau auch noch. Aber sie war eben nicht seine beste Freundin und er hütete sich ihr irgendetwas über Isabella und seinen Gefühlen ihr gegenüber zu erzählen.
"Ich hab mir wohl einen leichten Schnupfen eingefangen.", log er also unsicher. "Dass wird in den nächsten Tagen schon wieder weg sein."
Am anderen Ende blieb es zwei Atemzüge still. "Falls du irgendwie Hilfe brauchst oder ich sonst irgendetwas für dich tun kann, brauchst du nur anrufen. Oder du klingelst einfach.", schlug sie hilfsbereit vor und brachte damit Henry sich zu schämen, dass er ihr nichts anvertraute. "Ich bin eigentlich immer da, oder auf dem Handy erreichbar."
"Dass ist nett." Abermals fuhr er sich durch Haar und unterdrückte den Seufzer, der seine Kehle empor kletterte. "Aber du klingst irgendwie auch nicht besonders gut. Ist etwas?"
"Nein.", antwortete sie rasch. "Nur dass übliche. Kleine Streitereien mit Cecilia aber dass legt sich wieder." Bei diesen Worten klang sie mehr als betrübt und dass fiel auch dem feinfühligen Henry auf, obwohl er nicht einmal ihren Gesichtsausdruck sehen konnte.
"Möchtest du darüber reden?", fragte er also besorgt um seine neu gewonnene Freundin, die eine Etage über ihm lebte.
"Nein.", sagte sie wieder, dann schluckte sie schwer. "Es ist nichts weltbewegendes. Dass renkt sich wieder ein."
Die Haustür wurde aufgeschlossen und im nächsten Moment stand eine bedrückt aussehende Isabella im Flur. Als sie gerade Henry begrüßen wollte, entdeckte sie den Telefonhörer, an seinem Ohr und schloß den Mund wieder. Sie winkte und trat dann in die Küche.

Henry sah ihr kurz nach, dann räusperte er sich entschuldigend. "Ich denke ich komm morgen Abend mal hoch, was hälst du davon?"
"Dass wäre schön.", antwortete sie erfreut. "Wie wäre es mit sieben Uhr? Dann mach ich uns Abendessen."
"Okay. Wir sehen uns dann, bis morgen." Er drückte auf den roten Knopf und legte das Telefon zurück auf seine Station. Nachdenklich folgte er Isabella in die Küche.
Die junge Italienerin stand am Fenster und schaute träumerisch in die Dunkelheit, vor ihr eine Schüssel mit Keksen. Sie schien ihn nicht zu bemerken.
"Ist alles in Ordnung, Isabella?", fragte er besorgt. Mit leisen Schritten trat er näher an sie heran, dann warf er einen Blick auf die Uhr. "Wolltest du nicht zu Suni?"
Sie drehte sich um, so dass er die Tränen in ihren Augen sehen konnte. Unfähig etwas zu sagen nickte sie und fiel ihm anschließend in die Arme.
"Ach Henry, es ist alles so schrecklich.", schluchzte sie an seiner Schulter. "Ich bin so ein dummes Mädchen und hinterhältig bin ich auch noch. Wie kann ich nur?"
Liebevoll strich er über ihren Rücken und versuchte zumindest sich annähernd denken zu können, was passiert war, aber ihm wollte nichts einfallen. Es musste etwas mit Suni zu tun haben, schließlich wollte sie doch bei der vorbeischauen. Oder war etwas auf der Arbeit passiert?
Doch bevor er fragen konnte, redete sie schon weiter. Wenn auch etwas erstickt von den Tränen. "Ich darf mich einfach nicht in den Mann meiner besten Freundin verlieben, und was tue ich? Genau dass! Die beiden sind so glücklich und immer wenn ich sie sehe, bin ich so neidisch, dass ich am liebsten anfangen würde zu weinen. Verstehst du?"
Er nickte. Und wie er es verstand. Am liebsten hätte er sich jetzt los gerissen, und wäre auf sein Zimmer gegangen um diesem Schmerz aus dem Weg zu gehen. Isabella, seine Bella liebte also Pinto. Wieso war er nicht schon vorher darauf gekommen? Bilder durchfuhren seinen Kopf, Bilder von Beispielen, wo er es hätte merken müssen. Blicke, Telefonate, der Glanz in ihren Augen, wenn sie von ihm sprach, die Bedrücktheit, wenn sie von einem Besuch bei den Sujamís kam.

Isabella sah auf. Henry hatte nichts gesagt, und als sie nun in sein Gesicht sah, schien es so als würden seine Augen glänzen. "Alles okay, Henry?", fragte sie besorgt, doch er nickte.
Der Glanz in seinen Augen verschwand augenblicklich wieder und er räusperte sich. "Was ist denn passiert?" Er klang angestrengt.
Isabella wandte sich leicht aus seinen Armen und sah zu Boden. Es war ihr schon wieder etwas peinlich, so ausgebrochen zu sein. Eilig wischte sie sich die Tränen aus dem Gesicht und richtete ihr Oberteil. Verlegen schaute sie ihn wieder an und begann zu erzählen.
"Eigentlich nichts besonderes. Ich bin nach der Arbeit zu Suni gefahren, um sie zu besuchen, weil Pinto mal wieder ein paar Tage weg musste." Sie schniefte leicht. "Ich hab also geklingelt und Pinto hat mir aufgemacht. Er hat mir erzählt, dass Suni schläft und dass es ihr nicht besonders gut geht, weswegen er auch nicht gefahren ist. Wir haben uns an den Tisch gesetzt und uns unterhalten und es war so wunderbar. Es war, als würden wir zusammen gehören." Henry schauderte bei den Worten. "Und dann habe ich es ihm gesagt, dass ich ihn liebe und habe ihn geküsst, einfach so. Natürlich hat er mich sofort weggestoßen und..." Ihre Stimme kippte und hinderte sie weiter zu sprechen.
Henry nahm ihre Hand ganz leicht in seine. "Deswegen bist du kein schlechter Mensch, Bella.", erklärte er leise. "Du liebst ihn und dafür kannst du nichts. Am besten du rufst morgen bei ihm an und entschuldigst dich. Er wird dir nicht böse sein, ihr seid Freunde." Er räusperte sich, als seine Stimme ebenfalls zu kippen drohte.
Nickend schmiegte sie sich eng an ihren besten Freund und schloß für einen Moment die Augen. Es war ein gut gemeinter Rat, aber in den nächsten Tage würde sie wohl er nicht mit Pinto oder Suni sprechen. Dass konnte sie nicht. Sie fühlte sich zu schlecht dafür.
Henry ließ Isabella gewähren und hielt sie ganz zärtlich in seinen Armen. Die Frau, die er so sehr liebte, liebte einen ganz anderen Mann, der wiederrum eine ganz andere Frau liebte. Wenn er nicht so bedrückt gewesen wäre, hätte er sicherlich über diese Konstelation gelacht. Es schien ihm ein wenig wie in einer Soap aus Amerika.Nur dass das hier bittere Realität war.


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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Sa Feb 19, 2011 1:14 pm

"So meine Lieben." Henry stellte beiden Frauen und anschließend auch sich selber einen Teller mit Eier Benedikt hin. "Ein Versöhnungsfrühstück."
Er hatte sich in den letzten zwei Tagen so darauf konzentriert nicht zu zeigen, wie sehr er verletzt war, dass es ihm bis heute morgen ziemlich leicht gefallen war. Er hatte sich zusammen gerissen und gehofft, dass niemand merken würde wie bedrückt er über die Tatsache mit Isabella und Pinto war.
Auch Isabella hatte versucht nicht allzuviel preiszugeben. Sie hatt egeweint, ja, aber nur heimlich in ihrem Zimmer, wenn alle anderen schon schliefen. Oder ab und zu im Badezimmer, wenn sie duschte. Sie hatte versucht sich abzulenken. Sport, fernsehen, feiern, Arbeit. All dass brachte sie dazu nicht im Selbstmitelid zu versinken.
Holly beäugte die beiden misstrauisch. Es schien als hatten sie ein Problem, und als sie gerade zum meckern ansetzten wollte, dass die beiden sie mal wieder außenvorließen, bemerkte sie, dass jeder der beiden ein eigenes Problem hatte, was er vor dem anderem versteckte.

Dass sie selber gerade litt, wie ein blutender Hund, behielt sie für sich. Als ob es Isabella oder Henry interessierte, dass Burkhard sie verlassen hatte, nachdem sie zwei Nächte das Bett geteilt hatten. Sie warenbeide zu beschäftigt mit ihrem Kram, als dass sie es hätten merken können.
Henry ließ sich neben Isabella nieder und begann zu essen. Schweigend. Ebenso wie Isabella.
"Wenn dass hier ein Versöhnungsfrühstück werden soll, dann sollten wir reden.", unterbrach Holly die Stille wenig einfühlsam. "Ich meine, es muss einiges besprochen werden."
Henry hob den Kopf, ein zartes Lächeln zierte seinen Mund. "Tut mir Leid, Holly. Dass war wohl die Müdigkeit. Du hast natürlich Recht. Wir sollten reden."
Isabella nickte, ebenfalls lächelnd. "Gute Idee."
"Okay." Abwartend legte sie die Gabel weg und musterte die beiden anschließend eine Weile. Sie wollte gerade eine Standpauke halten, als ihr urplötzlich die Tränen in die Augen trat und sie schluchzen musste, wie ein Schloßhund. Alles übermannte sie.
Isabella streckte sofort den Arm nach der Rothaarigen aus und tätschelte beruhigend ihrem Arm. "Was ist denn los, Holly?", fragte sie leise.
Henry der ihr gegenüber saß nahm ihre andere Hand und begann sie ebenfalls zu streicheln. "Ist etwas passiert?"
Holly schüttelte den Kopf, anschließend nickte sie wieder. "Burkhard hat mit mir Schluß gemacht.", flüsterte sie verzweifelt. "Und dass Schlimmste is dass..." Mit der Hand vor dem Mund sprang sie auf und lief aus der Küche, um sich im Badezimmer zu übergeben.

Henry und Isabella wechselten einen besorgt und ebenfalls überraschten Blick miteinander.
"Vielleicht hat sie sich eine Magen und Darm Grippe eingefangen.", murmelte Henry und runzelte die Stirn. "Oder sie ist bulemisch."
Isabella schüttelte den Kopf. "Nein, ich habe einen ganz anderen verdacht.", murmelte sie. Besorgt fasste sie sich an die Stirn. "Ich glaub wir haben hier bald ein Platz Problem."
Seine Augen wurden groß, als er zwischen Isabella und der Tür hin und her sah. "Du meinst. Sie bekommt ein Baby?", fragte er entgeistert.
"Ich denke schon.", erwiderte sie und folgte seinem Blick. "Und wenn ich logisch überlege muss dann dieser Burkhard der Vater sein." Sie seufzte schwer. "Dass wird ja super."
Zwei Minuten später ging die Küchentür auf und eine blasse Holly trat herein. Sie ließ sich auf dem Stuhl nieder und schob den Teller ein Stück von sich weg.
"Ich glaube ich hab mir etwas eingefangen.", klagte sie und tupfte sich mit der Servierte die Stirn ab. "Ich hab mich gestern schon nicht besonders gefühlt, aber ich dachte dass würde an der Trennung von Burkhard liegen. Da lag ich wohl falsch." Sie ließ ihren Kopf in ihre Hände gleiten.
"Ich glaube, du liegst schon wieder falsch." Verlegen strich Isabella ihrer Freundin über den Arm. "Hast du mit Burkhard eigentlich immer verhütete?"
Holly sah augenblicklich wieder auf. Sie sah entsetzt aus. "Du meinst...ich konnte...ein Baby?" Fragend sah sie Henry und Isabella abwechselnd an, wie sie nickten. "Dass würde bedeuten, dass Burkhard und ich zusammen ein Baby bekommen würden." Einige Sekunden war es still, dann sprang Holly abermals auf und lief ins Bad, um sich zu übergeben.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Do Feb 24, 2011 3:35 pm

"Sie ist wirklich wundervoll." Isabella stand lässig gegen die kleine Fensterbank gelehnt da und betrachtete dass traute Bild vor sich. Holly stand da, in den Armen ihre zwei Tage alte Tochter, die friedlich die Augen geschlossen hatte. "Aber eine Blondine, ich dachte deine Haare würden sich durchsetzen."
Holly kicherte über die Bemerkung. Mit einer liebevollen Bewegung zupfte sie das Kleidchen zurecht. "Stimmt, sie ist ein kleines Blondchen. Da kommt sie wohl er nach ihrem Vater." Sie seufzte leise. "Ich hoffe, dass ist die eigene Eigenschaft die sie von ihrem Vater hat. Ansonsten sollte sie sein wie ich."
In Isabellas Herz stach es kurz, bei dem Wort Vaterm, anschließend pochte es normal weiter. Sie musste an Pinto denken, der ebenfalls ein Vater war. Ein vater von drei Kindern und der Mann ihrer besten Freundin. Und sie hatte ihn einfach geküsst, obwohl sie wusste, dass er mit Suni sehr glücklich war. Wie hatte sie so ewtas tun können?

"Sie werden dir verzeihen.", sprach Holly, als hätte sie ihre Gedanken gelesen. "Suni scheint mir ein Mensch voller Liebe zu sein und ganz sicher nicht nachtragend."
"Dass ist nicht dass Problem.", stellte Isabella bedrückt fest. "Ich kann mir nicht verzeihen. Es tut mir so schrecklich Leid, ich fühl mich wie ein Monster." Langsam trat sie ein paar Schritte nach vorne, bis sie bei Holly angekommen war und betrachtete das schlafende Gesicht von Scarlett. "Sie haben eine Familie und ich habe darauf gesetzt sie parktisch zu zertsören, in dem ich ihn geküsst habe. Ich kann es mir nicht verzeihen, dass ist einfach herzlos."
Holly tat ihre, nun nicht mehr nur mitbewohnerin, sondern Freundin, sehr leid. Sie wusste wie sehr sie darunter litt, dass Suni und sie nicht mehr miteinander redeten. Dabei war Holly sich sehr sicher, dass Suni ebenfalls so litt. Zumindest zeigten dass tausenden Anrufe, die sie hier her machten.
"Am besten du rufst die mal an.", erklärte sie schließlich. Liebevoll küsste sie dass erwachende Mädchen in ihrem Armen auf den Kopf. "Soll Tante Isabella ihre Freundin mal anrufen und sie um Verzeihung bitten? Soll sie dass?", fragte sie in weicher Stimme am Ohr ihrer Tochter.
Schmunzelnd strich Isabella dem kleinen Mädchen über den Rücken. "Ich würds versuchen meine Lieber, aber dass würde mir selber zu verlogen vorkommen."

Holly nickte leicht, zum Zeichen, dass sie Verständnis zeigte. Vorsichtig legte sie das kleine blonde Baby in die rosa Grippe und drehte sich wieder zu Isabella um. "Vielleicht lässt du dir erst einmal Zeit. Irgendwann wirst du es dir selber verzeihen. Und dann rufst du Suni endlich mal zurück." Sie machte den Vorhang etwas weiter über dass Bett und drehte sich zu ihrer Freundin um. "Und so lange hilfst du mir eine passende Wohnung zu finden. Was hälst du davon?"
Überrascht blikcte Isabella auf. "Du willst ausziehen?", fragte sie nach.
Holly nickte leicht lächelnd und mit dem Blick auf ihr Baby. "Scarlett und ich müssen ein eigenes Leben führen.", erklärte sie lächelnd. "Dass hier ist ja keine Lösung. Henry schläft auf dem Sofa und Scarlett lebt mit uns dreien in eine klitze kleinen Wohnung? Nein, am besten ich such mir eine eigene Wohnung, meine Bezahlung ist ja auch nicht schlecht."
"Aber du wirst doch hier auf der Insel bleiben oder?", fragte Isabella besorgt. Sie hatte das rothaarige Model schon seid einer geraumen Zeit ins Herz geschlossen.
"Natürlich." Holly lachte. "Ich werde diese Insel wohl kaum wieder verlassen. Ich hab mich praktisch in sie verliebt." Sie nickte zur Bestätigung. "Außerdem kann ich mir kaum einen schöneren Ort vorstellen, als diesen hier, um Scarlett aufwachsen zu sehen."

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Do März 17, 2011 6:32 pm

Familie Majestätia (1)

Die dunkle Haustür fiel ins schloß und schenkte den beiden jungen Frauen somit wieder genug Privatsphäre um weiter über ihre Situation zu streiten. Wie sie es schon die gesamte Fahrt getan hatten und während sie die Möbel eingeräumt hatten. Es war wirklich laut gewesen.
"Ich verstehe nicht, warum wir gerade DIESES Haus kaufen mussten." Mit verächtlichem Blick sah Cecilia sich in dem großen Raum um, in dem sie sich gerade befand und biss sich missmutig auf die Unterlippe. Ihr graute Schlimmes. "Wieviele Zimmer hat dieses Haus? Genau, zwei. Ein Wohnbereich, ein Schlafzimmer."
"Ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer.", äffte Valeria ihre Schwester lautlos nach, bevor sie sich zu ihr umdrehte. "Ein Badezimmer haben wir auch, du kannst dich freuen." Den genervten Blick ignorierend, versuchte sie es ihr zu hundersten Mal zu erklären. "Cecilia. Die alte Wohnung muss von Grund auf neu saniert werden, und das Geld haben wir nun einmal nicht. Und da unser Konto ebenfalls so gut wie leer ist, ist dieses Häusschen ungefähr das einzige was wir uns leisten konnten. Und so schlimm ist es auch wieder nicht."
Bekräftigend stellte sie den Stuhl hinter das Schachbrett und wischte mit der flachen Hand darüber, um den unsichtbaren Staub zu entfernen.
Für Valeria hatte dieses Haus etwas magisches. Es war wirklich wunderschön, musste man zugeben. Es lag an dem kleinen See, der im Herzen von Windy Willows lag, so dass man jeder Zeit ein paar Fische angeln konnte. Außerdem hatte man eine prächtige Aussicht, wenn man aus dem Fenster sah. Und die Fenster erst, die waren riesig. Okay, es hatte nur ein winziges Schlafzimmer, wo gerade mal zwei Betten und ein Schrank seinen Platz fanden und auch das Badezimmer war eher winzig als üppig, aber allem im allem war es ein gelungenes Häusschen.
"Es ist zu klein.", begann die Schwarzhaarige von neuen. Wütend ließ sie sich auf einen der vier Küchenstühle nieder und betrachtete die alte Tischplatte. "Und unsere Kessel sind auch weg. Nur wegen dieser dämlichen Wohnung. Wo sollen wir so schnell neue Sachen auftreiben, Valeria?"
"Wo wollten wir sie überhaupt hinstellen?" Die Gefragte ging zum Kühlschrank und wühlte eine Weile darin herum, bis sie etwas Essbares fand. "Wir haben keinen Platz für unsere Zaubersachen, oder willst du sie auf die Terasse stellen, damit jeder sieht das wir anders sind?", fragte sie im ironischen Tonfall.
Cecilia schüttelte den Kopf. "Natürlich nicht.", gab sie zu und lehnte sich nach vorne. Mit den Ellbogen stützte sie sich auf die Tischplatte und schloß für einen Moment die Augen. "Manchmal wünschte ich echt, wir hätten ein einfacheres Leben. Nicht so kompliziert und geheimnisvoll." Sie seufzte leise.

Valeria warf einen Blick über ihre Schulter und biss sich schuldig auf die Lippe. Ja, manchmal träumte sie auch davon, nie weggegangen zu sein. Dann wäre alles anders gewesen. Sie hätte einen Elf kennegelernt und sie hätten sich verliebt, irgendwann geheiratet und anschließend viele kleine Babys bekommen. Und was hatte sie jetzt? Nichts.
Wütend über die Tatsache und wütend darüber, dass sie sich über die Tatsache ärgerte begann sie Tomaten für eine Soße zu schneiden und versuchte all die schlechten Gedanken auszublenden, die sie manchmal Nachts in ihren Träumen verfolgten. Nicht aufgeben, hatte sie sich gesagt.
"Da gibt es noch etwas, worüber ich mit dir reden wollte, Valeria.", holte Cecilia ihre ältere Schwester aus ihren trüben Gedanken. "Reiß mir nicht gleich den Kopf ab, hör es dir nur an."
Valeria nickte, immer noch leicht abwesend und beeilte sich die geschnittenen Tomaten in einem Topf auf den Herd zu stellen. Kochen lenkte sie ein wenig ab.
"Wir befinden uns immer noch in einer Notlage wie du weißt." Mit dem Finger malte sie unsichtbare Kreise vor sich. "Ich habe viel nachgedacht und recherchiert, ich war mir sicher, dass es eine Möglichkeit für uns geben muss, zu überleben." Die letzten Worte sprach sie anders aus, als meinte sie besonders Valeria, doch diese bemerkte es nicht einmal. "Ich hab mich schlau gemacht und tatsächlich etwas gefunden, was uns definitiv retten würde."
Die Schlanke, Blasse hörte auf mit dem monotonischen rühren der Tomtaensuppe und hielt inne. Innerlich gewappnet, egal was ihre Schwester vorschlug mit einem entschiedenen Nein zurück zu weisen. Doch dann erinnerte sie sich an die Geburt der kleinen Scarlett, bei der Cecilia geholfen hatte, da sie die einzige Ärztin weit und breit war. Und an Henry Gesicht, als er das kleine blonde Mädchen auf den Arm nahm. Und urplötzlich hatte sie sich vorstellen müssen, wie es wäre mit ihm eine Familie zu gründen.
"Es gibt nur diese Möglichkeit, ich hab wirklich lange gesucht, und ehrlich gesagt ist sie verlockend." Cecilia hatte den von den subtilen Gedankengängen ihrer Schwester nichts mitbekommen. Mit einem Lächeln saß sie da und wartete das Valeria ihr das Essen hinstellte. "Wir würden überleben und nicht einmal unsere Kräfte benutzen. Nicht so ganz."
Mit zwei Tellern ließ ihre Schwester sich auf dem anderen Stuhl nieder und nickte, um zu zeigen, dass sie zu hörte. "Und was wäre diese tolle Möglichkeit?"

"Vampire!", brach es aus der überzeugten Cecilia heraus und sie grinste. Dass ihre Schwester es sofort abgelehnt hatte, konnte sie da noch nicht ahnen. "Super oder?"
"Nein." Es war entschieden. Zumindest für Valeria. "Nein, keine Vampire. Niemals werde ich zu lassen, dass du dich in die Nähe von so...schlechten Wesen gibst." Sie schluckte und machte sich daran ihr Mittagessen zu sich zu nehmen, um das Thema nicht zu vertiefen. "Schmeckt es dir?"
Doch Cecilia machte ihr einen Strich durch die Rechnung. "Was meinst du mit Nein?", fragte sie forsch. Den bannenden Blick auf die grauen Augen ihres Gegenübers gelegt. "Valeria, diese Wesen sind unsere einzige Chance, verstehst du? Wir MÜSSEN uns mit ihnen paaren. Es bleibt uns nichts anderes übrig."
"Paaren.", stieß Valeria wütend aus. "Wie sich das schon anhört, als b wir Tiere wären. Ich habe Nein gesagt, ende der Diskussion." Sie erhob sich und stellte ihen fast vollen Teller in die Spüle mit großen Schritten eilte sie zur Terassentür und betrat die Terasse um Luft zu holen.
"Nur weil du in einen elenden Menschen verliebt bist.", murmelte Cecilia so leise, dass ihre Schwester es nicht hören konnte.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Do März 17, 2011 6:34 pm

"Henry." Überrascht trat Valeria einen Schritt zur Seite und ließ ihren uneingeladenen Gast eintreten. Unauffällig zupfte sie ein wenig an ihrer kurzen Schlafhose herum.
"Tut mir Leid, dass ich dich so überfalle, Valeria wirklich." Unbeabsichtigt warf er einen Blick auf ihre langen Beine, die aus der grünen Hose heraus guckten. "Ich meine, ich wollte eigentlich gar nicht her kommen. Ich bin nur so...Man, ich hab keine Ahnung was ich machen soll."
Henry sah so verzweifelt aus, dass Valeria nicht lange überlegte und ihre zarten Arme um seinen Hals schlang. Liebevoll drückte sie ihn an sich und versuchte ihn zu beruhigen. Sie konnte es einfach nicht sehen, wenn es ihm schlecht ging, deswegen hatte sie sich auch gegen den Plan entschieden ihn und Isabella auseinander zu bringen.
Er erwiderte ihre Umarmung nur zu gerne. "Ich bin total durch den Wind, was eigentlich gar nicht meine Art ist. Normalerweise weiß ich, was zu tun ist. Oder hab zumindest eine vage Vorstellung, was ich tun sollte. Aber diesmal ist alles anders. Diesmal bin ich machtlos." Er seufzte betrübt.
"Was ist denn passiert?", fragte sie schließlich. Das erste Wort was sie an diesem Morgen herausbrachte. Langs möste sie sich wieder von ihm und sah ihm in die blauen Augen. "Ist etwas mit Scarlett, oder Holly? Oder hast du dich mit Isabella gestritten?" Ihr Herz klopfte.
"Isabella ist in Pinto verliebt.", stieß er schließlich heraus. Traurig und gleichzeitig wütend machte er ein paar Schritte nach vorne und anschließend wieder nach hinten. "Sie ist in Pinto verliebt. Schon so lange. Sie hat es mir nie gesagt und ich hätte es nie gedacht."
Valeria erstarrte innerlich. Isabella war in Pinto verliebt. Aber wie konnte sie, nachdem sie doch mit Henry verheiratet war? Wie konnte eine Frau so Ehrelos sein und ihren Mann erzählen, dass sie sich in einen anderen verliebt hatte? Warum waren Menschen nicht wie Elfen? Sie verliebten sich einmal für den Rest ihres Lebens.

"Ich weiß nicht was ich tun soll, Valeria! Wie kann ich damit umgehen. Immer wenn ich sie weinen höre, weil Pinto ihre Liebe nun einmal nicht erwidert, dann zieht sich mein Herz zusammen und ich will ihn zusammen schlagen. Weil er ihr so schrecklich weh tut. Und dann möchte ich sie trösten, aber sie lässt es nicht zu." Hilflos hob er die Hände, um sie anschließend tatenlos wieder sinken zu lassen. "Ich liebe sie, ich liebe sie so sehr, ich kann es nicht beschreiben."
"Ich mach uns Frühstück.", murmelte Valeria entschieden und wandte sich dem Kühlschrank zu, damit er die Tränen die sich in ihren Augen gebildet hatten nicht sehen konnte. Wie wild begann sie ein paar Hörnchen mit Marmelade zu schmieren. Sie wollte nicht sehen wie sehr Henry Isabella trotz allem liebte.
"Vielleicht muss ich sie gehen lassen." Henry hatte einen verwirrten Blick auf seine beste Freundin geworfen, als die sich schließlich daran machte Hörnchen zu schmieren. Doch jetzt war er schon wieder ganz in seiner eigenen Welt, so dass er nicht sehen konnte, wie sie litt. "Ich muss sie ziehen lassen und versuchen ohne sie zu leben." Er seufzte betroffen, dann zischte er missmutig: "Es ist nur nicht fair, dass ich nie eine richtige Chance bekommen habe, ihr zu zeigen, dass ich perfekt für sie wäre."
Innehaltend in ihrer Bewegung drehte sie den Kopf, um Henry einen fragenden Blick zuzuwerfen. "Aber...du hättest ihr doch jeden Tag zeigen können." Vorsichtig balancierte Valeria die beiden Teller auf den Tisch und ließ sich neben dem trauernden Henry nieder. Sie zitterte noch ein wenig während sie sprach. "Außerdem wusste sie es, denke ich. Ich meine, zumindest am Anfang. Da liebt jeder Ehemann seine Ehefrau und jede Ehefrau ihren Ehemann. Dass ist selbstverständlich."

Henry hob den Kopf und sah sie mit geweiteten Augen an. "Wie meinst du dass? Ehemann, Ehefrau...Isabella und ich, wir waren nie verheiratet." Ungläubig musterte er sie, innerlich einen Funken Glücks, darüber, dass es für manche Menschen so auszusehen schien. "Wir sind nur Mitbewohner."
Valeria Herz klopfte für ein paar Sekunden zu schnell, anschließend verlangsamte sich ihr Herzschlag um einiges. Mit ihren großen grauen Augen sah sie den Mann neben sich an, den sie schon vor so langer Zeit für verheiratet abgestempelt hatte. Und nun war er es nicht? Er hatte nicht Isabella geheiratet und sie, dumme Kuh, hatte es die ganze Zeit angenommen.
"Ihr seid nicht verheiratet.", stieß sie heiser heraus. "Nur Mitbewohner."
"Ja.", antwortete er, höchst verunsichert, über die gesichtslose Miene von Valeria. "Ich hab mich nur in sie verliebt." Er wartete einige Sekunden die Stille ab und mümmelte lautlos sein Hörnchen in sich hinein, um ihr die Chance zu geben, etwas zu sagen. Doch sie blieb stumm. "Ich räume die Teller ab.", entschied er schließlich.
Sie nickte abwesend und stellte ihren Teller auf seinen. Mit den zierlichen Händen für sie sich an den Hals. Sie hatte also noch eine Chance alles in die Hand zu nehmen. Vielleicht wirklich mit ihm glücklich zu werden. Vergessenw aren doe Gefahre, vergessen Cecilia und vergessen Isabella.
Als Henry zurück an den Tisch kam, um sie erneut anzusprechen, hatte sie sich schon erhoben. Ohen Vorwahnung stürtzte sie sich auf ihren Freund und verschloß seinen Mun dmit ihren Lippen. Und zu ihrer Freude erwiderte er den leidenschaftlichen Kuss, wenn Anfangs auch etwas zögerlich.


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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Do März 17, 2011 7:08 pm

"Ich hab alles noch einmal gelesen, Valeria, und ich habe immer noch nicht einen einzigen Grund dagegen gefunden.", rief Cecilia laut, als sie die kleine Haustür aufschloß und den großen Wohnbereich betrat. "Okay, Vampire sind hinterlistige...Wesen, aber sie müssen sich ebenso fortpflanzen wie wir, deswegen würden sie uns nicht linken.", erklärte sie, während sie ihre Jacke an den Haken neben der Tür hängte. Mit Schwung drehte sie sich um, um ihre Schwester fragend anzusehen, doch von ihr fehlte jede Spur.
Cecilia seufzte leise. Das war nichts Neues in den letzten Tagen. Valeria wirkte in letzter Zeit immer sehr in sich gekehrt, die sonst zwar schüchterne, aber trotzdem Lebensfrohe, verchancte sie nun immer öfter in dem gemeinsamen kleinen Schlafzimmer. Sie ging nicht mehr raus, der Garten draußen, den Valeria so geliebt hatte, verwilderte langsam. Und immer öfter musste Cecilia ihre Mahlzeiten alleine einehmen. Ihre Schwester schlief entweder oder duschte stundenlang, als hätte sie im Schlamm gebadet.
"Valeria?", rief Cecilia nun etwas lauter. Sie hatte keine Lust wieder alleine zu esse. Trotz allen Streitigkeiten, vermisste sie ihre Schwester. "Hallo? Wo bist du?"
"Im Schlafzimmer." Ihre Stimme klang leise und viel zu zerbrechlich. Sie wirkte so schwach, als hätte sie die Grippe. "Ich...ich komme gleich heraus. Mach dir etwas zu Essen."
"Wie immer.", flüsterte Cecilia genervt und schlenderte zum Kühlschrank. Sie öffnete die Tür und schaute hinein. Den Auflauf hatte sie schon aufgegessen. Jetzt musste sie sich selber etwas kochen und dazu hatte sie wenig Lust. "Wir haben nichts mehr im Kühlschrank.", rief sie ihrer Schwester zu. "Soll ich bestellen?"
"Nein, ich koch etwas." Valeria war schon aus dem Zimmer getreten und gesellte sich nun zu ihrer kleinen Schwester an den Kühlschrank.
"Na endlich, ich dachte schon..." Mitten im Satz hielt Cecilia inne und starrte Valeria an. Ihr Blick wich hinunter zu den Klamotten, die eindeutig neu waren und blieb schließlich an dem gewölbten Bauch hängen, der sich deutlich abzeichnete.
"Ich hab versucht es zu versteckten.", flüsterte die Schwangere und wich dem zornigen Blick ihrer Schwester aus. "Ich hab auch überlegt es abzutreiben, aber ich kann einfach nicht."
"Bitte sag mir, dass es ein Kind eines Vampires ist...oder von mir aus auch von einem Pflanzenmenschen, aber sag nicht, niemals, das Henry der Vater ist." Sie sah ihre Schwester flehendlich an. Wut und Angst spiegelten sich in den dunklen Augen. "Bitte, Valeria."

Doch diese schüttelte wortlos den Kopf und presste beide Hände gegen den Bauch.
Das Kind war von Henry. Valeria hatte nach ein paar Tagen festgestellt, dass sie ein Baby in sich trug und somit die einzige Nacht, die sie mit diesem Mann verbracht hatte, zu Nachwuchs geführt hatte. Sie hatte sich selber betrauert, aber andererseits auch beglückwünscht. Das war doch, was sie immer wollte. Ein Baby mit Henry.
So schien es auch Cecilia zu sehen, denn sie murmelte scharf: "Na hoffentlich bist du glücklich. Du hast doch jetzt was du willst. Eine glücklich kleine Familie oder?" Sie holte tief Luft. "Dass du deinen eigenen Tod nun besiegelt hast, dass ist dir völlig egal oder? Na gut, dann sterbe eben, wenn du es unbedingt willst."
"Ich will doch gar nicht sterben.", versuchte die Arme sich zu erklären, doch Cecilia schnitt ihr das Wort ab.
"Das wirst du aber. Guck dich an, wie schwach du bist." Mit einer Handbewegung schnellte der Spiegel von der Wand auf die beiden zu und stoppte vor Valeria. "Du hast kaum noch Farbe im Gesicht, du musst dich an der Theke abstützen. Du wirst sterben, Valeria. Das Kind wird dir den ganzen Saft herausziehen und ohne deine Kräfte bist du tot."
Tränen rannen über Valerias blasse Wangen, als sie sich selber im Spiegel sah. Es stimmte. Sie hatte sie verändert. Sie schien dürrer und kränklich und sie hatte auch nachgelesen warum. Es bedeutete, dass das Kind in ihrem inneren magisch werden würde. Und es dies zu werden, musste es so lange Zaubenergie aus der Mutter ziehen, bis es vollends aufgefühlt war. Wenn man ein Kind mit einem Hexer oder magischen Wesen zeugte, dann hatte das Kind schon durch den Vater die Hälfte der gebrauchten Zauberkraft.
"Wie konntest du nur so dumm sein?" Mit ebenfalls feuchten Augen schüttelte Cecilia den Kopf. Sie betrachtete die dürre Gestalt vor sich. "Ich hatte dich immer für schlau gehalten, weißt du dass? Du warst mein Vorbild, meine große Schwester." Sie lachte verächtlich. "Und jetzt stürzt du dich einfach in den Tod."

"Ich schaffe es.", flüsterte Valeria entschieden. "Ich kann es wirklich schaffen, ich weiß das. Und ich glaube daran." Liebevoll strich sie sich über den Bauch. "Ich liebe dieses Baby jetzt schon und ich könnte mir niemals vorstellen es zu töten. Es ist mein eigen Fleisch und Blut. Es gehört zu mir. Zu uns."
"Nicht zu uns." Sie fuhr sich durch das schwarze Haar. "Dieses Wesen gehört alleine zu dir und diesem Bastard. Weiß er es? Weiß er, dass er dein Todesurteil unterschrieben hat?"
Valeria schüttelte den Kopf und senkte den Blick. "Nein, aber ich werde ihm noch sagen, dass wir ein Kind bekommen." Sie taummelte ein wenig und musste sich noch mehr an der Küchentheke fest klammern. Vor ihren Augen begann die Welt sich zu drehen und ihre Augen wurden schwer. "Nur nicht heute ich bin müde."
Cecilia hob eine Augenbraue und musterte ihre Schwester. Als Allgemeinmedizinerin konnte sie sehen, dass diese vor einem Ohnmachtsanfall stand. "Du bist nicht müde, du bist erschöpft. Wegen diesem Ding in dir drinn. Es raubt dir deine Kraft."
"Kann schon sein." Es war zu anstregend weiter zu streiten, mit langsamen und taumelnden Schritten wollte sie in das kleine Schlafzimmer, doch nach einer Weile gaben ihre Beine nach.
Sofort war Cecilia da, um ihre Schwester aufzufangen. Obwohl sie so sauer auf sie war, konnte sie unmöglich zu lassen, dass ihr etwas passierte.
"Ich bring dich ins Bett.", murmelte sie leise.
Mit langsamen Schritten machten die beiden Frauen sich auf zu dem Schlafzimmer. Vorsichtig legte Cecilia die schwächliche Valeria in ihr Bett und zog die Decke hoch. Sie musste ihr helfen zu überleben, sie konnte Valeria nicht einfach so sterben lassen.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Sa März 19, 2011 4:49 pm

"Mir geht es besser.", krächzte Valeria. Schon alleine das Sprechen strengte sie so sehr an, dass sie es vermied. Am liebsten schlief sie die ganze Zeit einfach nur. "Wirklich."
Cecilia nickte, doch nur um zu zeigen, dass sie es gehört hatte. Aber die Testergebnisse und Monitoren zeigten etwas anderes an.
Sie überwachte den Zustand ihrer Schwester schon seid einigen Tagen. Bald würde das Ding auf die Welt kommen und Valeria wäre gerettet. Wenn sie die Geburt überstand und dass war keinesfalls sicher. So viele Anstrengungen würde Valeria höchstwahrscheinlich nicht überstehen, weshalb Cecilia auch daran dachte, sie in den nächsten Tagen ins Krankenhaus überzusiedeln, um einen Kaiserschnitt vorzunehmen. Sie wusste das ihre Schwester nicht begeistert davon war, aber wenn sie überleben wollte, hatte sie keine andere Chance.
Seufzend warf Cecilia noch einen Blick auf ihr Klemmbrett und dann auf das blasse Gesicht ihrer Schwester, die die Augen geschlossen hielt.
"Die Medizin, die ich zusammen gebraut habe, aus den verschiedenen magischen Sachen, scheint ein wenig geholfen zu haben.", teilte sie schließlich in ihrem gewohntem Arztton mit. Etwas herablassend und keineswegs zu persönlich. "Ich denke wenn du die noch weiterhin nimmst, dann stehen die Zeichen nicht schlecht, dass du die ganze Tortur überlebst."
Valeria lächelte schwach und öffnete die Augen. "Danke.", flüsterte sie heiser. "Danke, Cecilia, dass du für mich da bist."
Cecilia nickte bloß stumm. Nach einigen Sekunden ließ sie sich vorsichtig auf der Bettkannte die nieder und starrte auf ihre Füße. "Es tut mir Leid, dass ich so überzeugt davon war, dass du sterben wirst." Sie schluckte schwer. "Ich hatte nur so eine schreckliche Angst, ich wüsste nicht, was ich ohne dich tun sollte, weißt du?"
Sie spürte Valerias Hand, die liebevoll ihre nahm. "Ich lass dich nicht alleine. Dass verspreche ich dir. Wir sind Schwester." Sie lächelte und Cecilia erwiderte dieses Lächeln. Dann verzog sie das Gesicht ein wenig. "Tut mir Leid, Schwesterherz, aber ich müsste dringend mal auf die Toilette. Könntest du mir helfen?"

Nickend erhob Cecilia sich und schlug die Decke weg. Der große gerundete Bauch streckte sich ihr entgegen und sie konnte nicht anders, als kurz die Hand darauf zu legen. Anschließend half sie ihrer Schwester vorsichtig hoch und stützte sie schließlich als sie stand. Doch als die beiden losgehen wollte, hielt Valeria plötzlich die Luft an.
"Uff.", stieß sie heraus und griff sich an den Bauch. "Dass war ein Schmerz, dass hatte ich noch nie."
Cecilia warf misstrauisch einen Blick auf den Bauch. "Vielleicht ein besonders großer Tritt oder..."
Sie wurde von einem schrillen Schrei ihrer Schwester unterbroch, die sich anschließend vor Schmerz krümmte. Eilig warf Cecilia einen ärztlichen Blick auf den Monitor und anschließend wieder auf ihre Schwester. Anscheint hatte das Baby sich entschieden jetzt zu kommen. Genau in diesem Moment.
"Okay, ruhig bleiben.", begahl sie Valeria streng und drückte sie zurück auf das Bett. Mit einem weiteren Handgriff hatte sie die Beine der schwangeren hochgehievt, damit ihre Schwester nun wieder vollend wagerecht lag. "Dann lass uns beginnen dein Baby auf die Welt zu holen." Valeria nickte unbeholfen.
Die Unsicherheit, die in Cecilia aufstieg, versuchte diese gewissenhaft zu ignorieren. In Gedanken versuchte sie sich auf jede mögliche Situation gefasst zu machen. Auch auf die, dass ihre Schwester diese Geburt vielleicht nicht überleben würde und somit Cecilia und das Kind für immer alleine lassen würde.
"Wir schaffen dass.", hörte Cecilia sich schließlich selbstsicher sagen. "Wir beide werden es jetzt schaffen."
Fünfzehn Stunden später hielt Cecilia ein kleines schreiendes Baby in den Armen. Sanft wiegte sie es hin und her.
Valeria lag auf dem Bett, die Decke bis zum Kinn gezogen. Ihre Augen flatterten angestrengt, als sie nach dem kleinen Wesen Ausschau hielt. "Was ist es?", röchelte sie.

"Ein Mädchen.", antwortete Cecilia ruhig. Das Mädchen, mit den weißen Haaren, wie die ihrer Mutter strampelte nervös, als wüsste sie, dass die falsche Frau sie in den Armen hielt. "Es ist ein kleines gesundes Mädchen. Wie willst du es nennen?"
"Henrietta." Es kam so schnell aus der schwachen Frau heraus, dass sie anschließend erst einmal nach Luft schnappen musste. "Ich nenne sie Henrietta, und fals ich sie nicht aufwachsen sehen sollte, musst du mir versprechen dich gut um sie zu kümmern." Cecilia wollte etwas einwerfen, doch ihre Schwester schüttelte den Kopf. "Und stell sie bitte ihrem vater vor. Er soll wissen das er eine wundervolle Tochter hat, um die er sich ebenfalls kümmern sollte."
Nun nickte Cecilia beruhigend. "Ich verspreche es dir. Aber es wird nicht dazu kommen. Du hast den schwierigsten Teil hinter dir und jetzt müssen wir dich nur noch ein wenig aufpeppen, dann kannst du schon bald eine kleine Henrietta in den Armen halten." Sie lächelte. "Aber jetzt schlaf, ich gehe so lange mit der Kleinen ins Badezimmer, um sie zu waschen."
Nachdem Valeria nickend die Augen geschloßen hatte, verließ Cecilia lautlos das Schafzimmer. Mit langsamen, weichen Schritten schlich sie im Wohnzimmer herum, das kleine Mädchen immer fest an sich gedrückt. Sie summte eine Melodie, die das kleine Mädchen dazu brachte müde ihre Augen zu schließen.
"Was wohl mal aus dir wird?", fragte Cecilia eher sich, als Henrietta. "Ob du wohl eine sehr mächtige Elfe werden wirst? Magischt scheinst du schon jetzt zu sein, kleine Henrietta, sonst hätte ich dich nicht so in mein Herz geschlossen, weißt du? Du hast deine Mutter fast das leben gekostet, aber trotzdem hat sie dich geliebt, mit allem was sie hatte. Und jetzt, erst jetzt kann ich es verstehen. Es ist als würdest du mich verzaubern." Sie kicherte leise, als sie ihren Gedanken folgte. "Vielleicht ist es dass. Vielleicht ist dieses verzaubern der Menschen deine besondere Gabe. Wäre doch witzig oder. Du hättest immer einen Freund an deiner Seite." Liebevoll küsste sie das Mädchen auf die warme Stirn. "Und jetzt schlaf, kleine Henrietta."

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Sa März 19, 2011 11:21 pm

Nervös schlich Cecilia an der geschloßenen Schlafzimmertür vorbei. Sie horchte kurz, bevor sie weiter ging.
Valeria war immer noch sehr erschöpft nach der Geburt und verbrachte die meiste Zeit schlafend in ihrem Bett. Noch immer war sie nicht so weit, das kleine Mädchen zu stillen, weshalb Cecilia sich soweit um Henrietta kümmerte. Es war nicht besonders leicht ein kleines Baby zu versorgen, aber Cecilia fand, dass sie ihre Sache gut machte.
Wenn Valeria mal wach war, fragte sie ständig nach Henrietta, und so oft sie konnte, brachte Cecilia ihr ihre Tochter, damit sie etwas Zeit verbringen konnten. Doch für lange Zeit war Valeria einfach noch zu schwach. Es war ein wenig traurig, dass ihre Tochter so wenig sehen konnte, aber eben noch nicht zu ändern.
Als Cecilia das Telefon erreicht hatte, warf sich noch einmal einen Blick über ihre Schulter und überzeugte sich, dass Valeria wirklich schlief, bevor sie die eigentlich so unbekannte Nummer wählte und das Freizeichen abwartete.
"Henry am Aparat.", ertönte die tiefe Stimme des jungen Mannes, dem ihre Schwester so unendlich verfallen war. "Hallo?"
Cecilia hollte tief Luft, bevor sie leise die ihr bekannte Formel sprach.
Am anderen Ende wurde es still und ein dünner, kaum sichtbarer Faden zog sich aus dem Telefonhörer direkt in Cecilia Finger. Sie schnappte kurz nach Luft, als sie all die Bilder sah, die Henry vorher in seinen Gedanken hatte.
"Nichts von alle dem hat dir etwas bedeutet.", flüsterte sie leise in den Hörer und drehte dabei ihren Finger im Uhrzeigersinn. "Du liebst Isabella mit allem was du hast. Henrietta wirst du ein guter Vater sein, aber deine Liebe niemals mit Valeria teilen."

Der weiße Faden glitt wieder in den Hörer und verschwand anschließend.
Mit einem zufriedenen Lächeln legte Cecilia auf.
"Wer war dass?" Die noch etwas zaghafte Stimmte ihrer Schwester ertönte hinter ihr und ließ sie zusammen zucken.
"Ein Freund.", log Cecilia eilig und drehte sich mit einem aufgesetztem Lächeln zu ihrer Schwester um. Sie würde ihr nie vezeihen, wenn sie wüsste, was sie getan hatte. Dabei war es nur zu ihrem besten. "Wir wollen uns in den nächsten Tagen mal nach einer Schicht treffen und na ja, dafür mussten wir telefonieren."
Valeria nickte und stützte sich an der Wand ab, doch sie wirkte deutlich wohlgenährter. "Schön dass du anscheinend von der Idee einen Vampir zu suchen, abgekommen bist. Ich hatte mir wirklich große Sorgen gemacht, weißt du?" Seufzend kam sie noch ein paar Schritte näher und warf schließlich einen Blick auf die Leiter, die zum Obergeschoß führte. "Schläft Henrietta? Es müsste doch langsam Zeit sein sie zu füttern oder?"
"Deswegen bist du aufgestanden?" Liebevoll legte Cecilia den Arm um ihre Schwester um sie ein wenig zu stützen. "Du weißt doch, dass ich dir die Kleine bringe."
"Ich weiß, ich weiß" Kopfschüttelnd ließ Valeria sich auf dem gemütlichen Sofa nieder. "Ich will nur einfach nicht, dass ihre ersten Erinnerung von mir in einem Bett statt finden. Außerdem geht es mir schon viel besser. Ich fühle mich gut." Zum Beweis hob sie ihre Hände, als wäre es ein Zeichen von Stärke. "Am besten ich gehe nach oben und schau nach ihr."
Cecilia nickte einverstanden und folgte ihrer Schwester, die Leiter nach oben.
Sie hatten den 'Dachboden' ausbauen lassen, damit Henrietta ihr eigenes kleines Reich bekommen konnte. Es war mit einer Blumentapete tapiziert worden und Cecilia hatte ihrer Schwester zu Liebe überall Blumen und Pflanzen aufgestellt. Genau wie die Möbel, die der Natur auf glücklicher Weise entrissen schienen.

"Wow.", murmelte Valeria beglückt, als sie sich in dem großen Raum umsah. "Das hast du wirklich fabelhaft hinbekommen. Ich danke dir." Ohne einen Blick an Cecilia zu verschwenden eilte sie zu dem Bett, dass aussah wie eine Blume, und hob das kleine Mädchen heraus, was friedlich darin lag. "Du scheinst ein ganz ruhiges Baby zu sein, meine Kleine. Bestimmt bist du das liebste Baby in ganz Windy Willows. Dein Vater wird dich sicher lieben, sobald er dich sieht." Sie drehte sich zu ihrer Schwester um. "Oder weiß er es schon?"
"Nein." Cecilia lehnte sich achselnzuckend gegen das Fenster. "Ich dachte mir, dass du es sicher selber machen willst. Oder lag ich da falsch?"
Kopf schüttelnd richtete Valeria ihren Blick wieder auf ihre Tochter. "Nein, da liegst du ganz richtig. Ich werde ihn nächste Woche anrufen, und ihn bitten her zu kommen." Sie seufzte leise, als sie an den Tag dachte, an dem Henrietta entstanden war. "Ich hoffe seine Gefühle haben sich nicht geändert."
"Du solltest nicht zu viele Hoffnungen darein setzten, er ist immerhin noch ein Mann." Mit erhobener Augenbraue drehte Cecilia sich um und sah auf das ruhende Windy Willows. "Ich meine, vielleicht hat er auch einfach nur Trost gesucht. Wegen Isabella. Schließlich ist sie die Liebe seines Lebens."
Valeria musste sich zwingen die Tränen zurück zu halten, die sich in ihren Augen ausbreiteten. Sie hatte sich in der Zeit, wo sie nur im Bett gelegen hatte, schon viele Gedanken gemacht, wie es nun weiter verlaufen würde. Ihre Liebste Zukunft wäre die, dass sie und Henry zusammen bleiben würden. Das wäre fabelhaft. Aber sie wusste dass er Isabella liebte. Aber hatte sie nicht genau gespürt, dass er auch sie liebte? Sie und nun auch seine Tochter, dass war die Hauptsache.
"Wir werden es sehen.", murmelte sie schließlich etwas bedrückt und schaukelte das schlafende Mädchen in ihrem Armen. "Hautpsache er tut niemals unserer gemeinsamen Tochter weh, dass würde ich ihm nämlich niemals verzeihen."

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am So März 20, 2011 12:22 am

3. Woche

Sujamí (1)

Seufzend schloß Suni die Tür des Wohnwagens hinter sich, den kleinen Emilio leichthändig auf der Hüfte balancierend. Sie schüttelte sich kurz, als sie den warmen Raum betrat und machte sich anschließend daran, Emilio seine Winterjacke auszuziehen. "Der Winter ist wirklich kalt. Ich hatte ihn nicht so kalt in Erinnerung.", bemerkte sie dabei beiläufig. "Durch den warmen Sommer hier, hab ich wohl schon die Kälte des Winters vergessen." Sie setzte Emilio auf den Boden und entlädigte sich selber ihrer Jacke.
Pinto grinste leicht, obwohl ihm überhaupt nicht danach zu Mute war. Mit einer liebevollen Handbewegung begann er seine Tochter in dem Küchenwaschbecken zu baden.
"Ach Pinto." Mit raschen Schritten war sie bei ihrem Ehemann und drückte ihm mitleidig einen Kuss auf die unrasierte Wange. "Mach es dir nicht so schwer."
"Ich soll es mir nicht so schwer machen?" Kopfschüttelnd drehte er sich halb zu Suni um. "Ich habe deine beste Freundin so sehr verletzt, dass sie nicht mehr mit dir redet? Und..."
"....und es war nicht deine Schuld.", unterbrach sie ihn energisch. "Sie hat dich geküsst, und du hast es nicht erwidert. Weil du mich liebst und dafür kannst du nichts." Entschlossen setzte sie den kleinen Emilio auf den Boden und kniete sich daneben, um mit ihm und den Teddy zu spielen, den Pinto ihm vom Festland mitgebracht hatte. "Was willst du tun?"
Enttäuscht machte sich Pinto daran Karmelita mit Seife einzuschäumen. "Aber sie war deine einzige Bezugsperson. Wer passt jetzt auf dich auf, wenn ich weg muss?" Er warf einen Blick auf ihren gerundeten Bauch. "Ich will nicht das du schwanger alleine bist. Nicht hier, so weit weg von Krankenhaus."
Suni schenkte ihrem Mann einen ungläubigen Blick. "Jetzt mal im Ernst, Pinto. Hatten unsere Vorfahren immer Ärzte in der Nähe? Ich glaube nicht. Und trotzdem sind nicht alle Baby ständig gestorben oder? Es gibt heutzutage so viele Frauen, die es alleine hinbekommen müssen, weil sie es nicht mehr schaffen den Notarzt anzurufen." Sie nickte bekräftigend. "Und genau so werde ich es auch im Notfall machen. Oder ich ruf Isabella an, irgendjemand wird da sein und rüber kommen.", beeilte sie sich zu sagen, als sie Pintos besorgten Blick bemerkte.

"Ich meine ja nur." Er hatte es aufgeben mit seiner überzeugten Frau zu diskutieren, am Ende würde sie ihren Dickkopf durchsetzen, ob er wollte oder nicht. "Ich liebe dich, Suni."
"Ich dich auch.", antwortete sie mit ihrem altbekannten Lächeln, hob Emilio hoch und setzte ihn in seinen Hochstuhl. "Isabella wird sich schon wieder beruhigen."
Nickend hob Pinto Karmelita aus dem Waschbecken, trocknete sie ab und zog ihr ihr Kleidchen wieder an. Er hoffte es sehr, denn auch er hatte die junge Italienerin sehr ins Herz geschlossen. Praktisch hatte er sie in die Familie aufgenommen, und wenn er ehrlich war, fehlte sie ihm ein wenig. Außerdem fragte auch Emilio ständig nach seiner 'Tante'.
"Oh Emilio!" Mit den Händen in den Hüften schaute sie den kleinen Kaspar an, der gerade mit einem einzigen Blick dafür gesorgt hatte, dass das gesamte Paket mit dem Babybrei zu Boden fiel. Mit großen Augen schaute er seine Mama an.
"Ich hab dir tausend Mal gesagt, dass du abwarten musst, bis ich dir etwas mache, hast du verstanden." Emilio nickte leicht, und richtete sein Augen wieder auf die Theke, zwei Sekunden später fiel der Lappen zu Boden. "Nein, Emilio, dass mach ich lieber selber." Lachend hob Suni den Lappen auf und begann damit den Boden zu wischen.
Pinto folgte ihr mit einem spitzbübischen Ginsen. "Nicht so einfach, wenn der Sohn solche Fähigkeiten hat, was?" Er schmunzelnde, ging zum Kühlschrank und nahm eine Flasche heraus. Liebevoll legte er sie an den Mund seiner Tochter. "Gott sei Dank bist du völlig normal, meine Liebe. Wir beide und dein kleiner Bruder, was?"
"Pinto!" Mit funkelnden Augen schaute Suni zu ihm hoch. "Hör auf so zu reden, wenn Emilio dabei ist. Du vermittelst ihm das Gefühl unnromal zu sein."

Plötzlich begann der kleine Emilio in seinem Hochstuhl zu wimmern. Augenblicklich erhob Suni sich, warf den Lappen ins Waschbecken und widmete sich ihrem Sohn.
"Papa ist blöd, mein Kleiner. Du bist der tollste Junge in ganz Windy Willows. Und deine Kräfte sind etwas besonderes. Du bist etwas besondere."
Schuldig nickte Pinto und trat an seinen Sohn heran. Mit der freien Hand strich er ihm durch das pechschwarze Haar. "Natürlich, Emilio. Papa hat nur Spaß gemacht."
"Dass will ich auch hoffen." Schnaubend richtete Suni sich auf, die Hände auf ihren Bauch gelegt. "Dieses Baby macht mich wirklich müde." Sie gähnte.
"Es wäre alles leichter, wenn du Isabella noch an deiner Seite hättest. Dann könntest du sie anrufen und..."
"...Sie ist aber gerade nicht an meiner Seite." Genervt rollte sie mit den Augen und nahm ihm die gemeinsame Tochter ab. "Ich muss Isabella etwas Zeit geben, das spüre ich. Sie wird mich anrufen, wenn sie so weit ist." Karmelita hin und her wiegend, richtete sie den Blick in die Ferne. Ihr Gesicht wurde ausdruckslos. "Und das wird genau nächste Woch sein.", murmelte sie leise, anschließend folgte ein hohes: "Oh!"
"Was?" Pinto stellte Emilio sein Frühstück hin und drehte sich zu Suni um, doch bevor diese etwas sagen konnte, ertönte von draußen die Hupe. "Tut mir Leid, Liebling. Erzähl es mir später, ich muss los." Er schnappte sich seine Sporttasche, strich Emilio übers Haar, küsste Sui und Karmelita und rannte hinaus.
Suni sah ihm sanft lächelnd hinter her. "Bis heute Abend, Pinto."

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am So März 20, 2011 11:55 am

"Du siehts nachdenklich aus." Pinto warf Suni einen besorgten Blick zu. "Ist irgendetwas passiert?"
"Nein.", antwortete sie abwesend. "Eigentlich nicht." Sie versuchte die zappelnde Karmelita auf ihren Arm zu behalten, was nicht besonders leicht war, seid sie um einiges gewachsen war. "Ich habe nur nachgedacht, weißt du. Über dies und das."
"Dies und das?", wiederholte Pinto ungläubig, während er zu ihr rüber schlenderte und sich neben ihr auf der Stufe niederließ. "Über das Wetter un deinen Job? Oder über etwas anderes, was eigentlich viel bedeutsamer ist?" Er grinste halbherzig. "Deine Kräfte zum Beispiel."
Ertappt wandte Suni den Blick ab. "Nicht nur. Außerdem, welcher Job?", versuchte sie das Thema zu wechseln, und lachte nervös. "Ich habe keinen Job, Pinto. Ich bin dauer schwanger, am besten ich rufe dort heute mal an und erkläre ihnen, dass ich wohl kündigen werde." Sie seufzte ein wenig bedrückt.
Mitfühlend legte er den Arm um ihre Schulter und drückte sie fest an sich. Er konnte ahnen was für ein Opfer es für Suni war, diesen Beruf aufzugeben, sie hatte es gerne gemacht. Aber Recht hatte sie auch. Emilio und Karmelita waren jetzt in einem schwierigen Alter und Romano, der zweite Sohn, gerade erst geboren. Da blieb keine Zeit für einen Job.
"Tut mir Leid." Er küsste sie sanft auf die weichen Lippen. Mit einer schwungvollen Bewegung erhob er sich. "Aber ich wünschte nicht, dass es anders wäre."

Lachend ließ Suni ihre Tochter aus ihren Armen und auf den kalten Boden krabbeln. Sie sah ihr sehlig nach. "Ich auch nicht, wenn ich ehrlich bin."
Auch Suni erhob sich und machte sich auf den Weg zu Emilio, der fröhlich im Gras saß und Halme heraus zupfte, ohne seine Hände zu benutzten. Lachend klatschte er in die Hände.
"Mein kleiner Emilio. Ich hoffe so sehr, dass du dich nicht mehr fragen musst, warum du solche Kräfte hast." Sie küsste den Jungen auf den schwarzen Schopf. "Ich hoffe ich werde heraus finden, warum du und ich auf einmal soo besonders sind. Ich hoffe es wirklich." Emilio nickte leicht, als hätte er sie verstanden.
"Also ging es doch um deine Kräfte." Unbemerkt hatte Pinto sich hinter seine Frau gestellt und legte nun seine Arme um ihre Hüfte. "Du hast ein Problem."
Suni schüttelte eilig den Kopf und löste sich aus seiner Umarmung, um Emilio an den Händen hochzuziehen und zum Gehen zu bewegen. "Es gibt kein Problem, Pinto."
"Es tut mir Leid, wenn du denkst es würde mich nicht interessieren, was mit deinen Kräften ist. Weil ich immer so abwertig darüber rede, aber so ist es nicht.", versuchte Pinto sich entschuldigend zu erklären. "Ich möchte alles wissen, worüber du nachdenkst, wovor du Angst hast, was dich beschäftigt. Verstehst du?"
Suni lächelte ihn glücklich an, Emilio in ihrem dunklen Armen. "Ich danke dir wirklich, Pinto." Wieder ließ sie Emilio stehen und schlich ein paar schritte zurück, die Arme immer auffangbereit. "Ich denke nur darüber nach, in wie weit die Nachbarn mich beeinflussen." Sie hob den Kopf. "Ich meine, auf welcher Seite sie stehen. Vielleicht sind sie eine Gefahr für uns alle und dann...dann würde es in meiner Macht liegen euch alle zu beschützen. Aber vielleicht bilde ich mir alles auch nur ein...ich...ich weiß nicht."

Pinto schüttelte den Kopf. "Ich glaube nicht dass du dich irrst. Du hast dich noch nie geirrt, Suni."
"Ich hab ihre Namen heraus gefunden, weißt du. Valeria und Cecilia Majestätia. Sie sind in das kleine Häusschen am Fluß gezogen und...ich weiß nicht, es umgibt sie eine besondere Aura das spüre ich." Suni fing Emilio leichthändig auf und wiederholte die Tortur. "Ich muss näher an sie heran, um zu sehen, welche Aura und warum sie mich und Emilio so sehr beeinflusst. Aber seid ein paar Tagen habe ich die beiden nicht mehr gesehen. Sie halten sich wohl nur im Haus auf, ich bin wirklich...ich weiß nicht."
Erschöpft fasste die junge Mutter sich an den Kopf, und musste kurz darauf von Pinto aufgefangen werden. Ihre Augenlieder flatterten gefährlich.
"Am besten du legst dich etwas hin, ich komm schon klar mit unseren beiden hier." Er half ihr hoch und gab ihr dann einen zärtlichen Schubs in Richtung Wohnwagen. "Schlaf dich aus, du bist noch zu erschöpft von der Geburt von Romano. Ich kümmere mich schon um alles."
Dankend küsste Suni ihren Ehemann und schlenderte anschließend langsam in Richtung des Wohnwagens, mit den Gedanken schon ganz woanders.
Pinto half Emilio aufzustehen und hielt seine kleinen Patschehändchen in seinen. "Du wirst mal ein ganz großer Emilio, mit deinen Kräften. Und dann unterstützt du deine Mama." Er drückte seinen Ältesten Sohn an sich und küsste ihn sanft auf das schwarze Haar. "Versprochen?"

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am So März 20, 2011 12:29 pm

Gähnend drehte Pinto sich in seinem Bett von einer Seite auf die andere. Er war gerade aus einem wunderbaren Traum erwacht und wünschte sich nichts mehr als wieder dahin zurück zu kehren. Natürlich liebte er die Realität ebenso, aber in letzter Zeit wurde sie zunehmend stressiger.
Karmelia und Emilio gaben sich zu jeder Tages und Nachtzeit einen wahren Wettbewerb des lauteren Schreiens und wenn es Nacht war, ließ auch Romano, der noch ein Baby war sich darauf ein. Und er stand seinen Geschwistern um nichts nach.
Pinto und Suni versuchen sich abzuwechseln mit ihrer Pflege, damit wenigstens einer immer etwas Schlaf bekam, doch gestern waren er und Suni beide abends, nachdem Suni Karmelita ins Bett gelegt hatte, totmüde ins Bett gefallen und in weniger als zwei Minuten eingeschlafen.
Pinto seufzte leise, als er daran dachte, wie wenig er seine Frau doch am Tag sah. Entweder er arbeitete, oder sie schlief. Es gab kaum einen Zeitpunkt, wo sie beide zusammen irgendwo saßen und sich um die Schar kümmerten. Sofort wenn Pinto aus dem Auo stieg, drückte Suni ihm eins der Kinder in den Arm, gab ihm ein paar Anweisungen und verschwand eilig im Schlafwohnwagen, um dort für mindestens drei Stunden ins Träumeland zu verschwinden.
Suni neben ihm bewegte sich langsam. Streckte ihre Arme und gähnte fast lautlos. Sie richtete sich kaum merklich auf und sah ihn an. "Du bist schon wach?"
Pinto nickte und drehte sich zu ihr um. "Ja, irgendwie bin ich wohl wach geworden." Er warf einen Blick auf die Uhr an der Wand. "Eigentlich ist doch jetzt auch Fütterungszeit."
Kichernd ließ Suni sich wieder in die Kissen fallen und schloß noch für einen Moment die Augen. Auch ihr fehlte der Schlaf.
"Suni, Suni, Suni." Liebevoll zog er Suni an seine starke Brust, von den Decken hatte er sie und sich befreit. "Unsere kleinen Monster nehmen und zwar ganz und gar in Anspruch, aber ich finde wir sollten auch mal wieder ausschlafen können." Er küsste sie sanft auf die Stirn. "Wie wäre es wenn du Isabella anrufst."

Kopfschüttelnd wollte Suni sich aus seiner Umarmung lösen, doch er hielt sie zu fest, als das sie es schaffen konnte. "Pinto, ich hab es dir doch schon erklärt. Ich werde Isabell anicht mehr drängen mit mir zu reden. Sie soll selber kommen, wenn sie sich bereit dafür fühlt." Nickend schmiegte sie ihren Kopf an seine Schulter und summte leise.
Pinto ließ es so stehen. Er konnte verstehen, dass Suni sie nicht drängen wollte, aber wenn Isabella wieder da wäre, dann könnte sie vielleicht für einen Abend auf die Kinder aufpassen und er und Suni könnten in das kleine Cafe etwas essen gehen, was unten neueröffnet worden war. Nur für eine halbe Stunde oder so.
"Ich weiß, dass die Zeit knapp ist, Liebling. Ich vermisse dich auch, aber wir müssen da durch. Unsere Eltern haben es auch geschafft und wir werden es auch schaffen." Sie strich ihm sanft über das weiße Shirt. "Außerdem habe ich nicht daran gedacht, dass unsere Kinderplannung jetzt schon vorbei ist. Wir haben immerhin erst drei."
"Reicht dass nicht erstmal.", lachend erhob sich Pinto von dem Bett, um das Gesicht von seiner Frau abzuwenden. "Ich meine, wir könnten ja warten, bis Romano aus dem Größtem raus ist. Dann haben wir ein wenig mehr Freizeit und können uns auf neue Babys konzentrieren."
Suni erhob sich ebenfalls aus dem weichen Bett, wenn auch etwas widerwillig, aus dem Nebenzimmer drang Karmelitas Gesang. "Okay." Achselzuckend schlüpfte sie aus ihrem Schlafanzug. "Meinetwegen. Aber wir sollten nicht zu lange warten, wäre doch blöd, wenn der Abstand zwischen Romano und dem neuem Baby so groß wäre."
Er antwortete nicht, sondern machte sich im Schlafanzug auf in den anderen Wohnwagen, um dem Streitgespräch aus dem Weg zu gehen. Momentan wollte er bloß nicht an ein weiteres Kind denken. Nicht bei all dem Stress.

Fünfzehn Minuten später kam auch Suni in den Wohnwagen, auf dem einem Arm Karmelita, auf dem anderen Emilio. Eilig setzte sie die beiden auf den Boden, nahm zwei Flaschen aus Kühlschrank und reichte sie dem Kindern. "Hier ihr beiden, guten Appetit."
Anschließend setzte sich sich an den Tisch, an dem Pinto schon saß und ein warmes Croissant in sich hinein stopfte. Er wirkte leicht abwesend, was für den tatkräftigen Mann neu war.
"Alles in Ordnung?" Suni biss genüsslich von dem Croissant ab und ließ es anschließend wieder auf den Teller gleiten. "Du fühlst Zweifel."
"Suni, du weißt dass ich es hasse, wenn du weißt was ich fühle, bevor ich es weiß.", antwortete er gereizt. "Ich fühle keine Zweifel, ich bin nur...unsicher."
"Mal wieder was." Suni überging Pintos gereizten Ton großzügig. Sie hatte keine Lust auf einen Streit am Morgen.
Fragend sah Pinto sie an. "Was meinst du mit, mal wieder?", fragte er. "Ich kann dir sagen, es ist nicht besonders leicht mit zwei magischen leuten unter einem Dach zu wohnen, und sich da nicht ab und zu verägert oder unsicher zu fühlen weißt du?" Wütend hatte seine Stimme sich erhoben.
"Ist schon gut." Suni berührte beruhigend seinen Arm. "Ich verstehe dich, aber was soll ich tun?" Sie warf einen Blick auf den spielenden Emilio. "Ich kann die Kräfte ja nicht wegzaubern. Schließlich gehören die zu uns und du liebst uns so, hoffe ich." Zweifelnd sah sie ihn an, doch Pinto nickte.
Er wirkte schon wieder liebevoller. "Tut mir Leid, Suni." Von draußen ertönte die Hupe der Fahrgemeinschaft. "Ich muss los, wir reden nachher noch mal."
Eilig erhob er sich, küsste Suni und zog sich im gehen um, um den Fahrer nicht zu lange warten zu lassen.
Suni sah ihm nach, wie er sich auf einen weiteren halben Tag auf der Arbeit vorbereitete, und machte sich gedanklich für ihren stressigen Tag mit den drei Kinder bereit.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am So März 20, 2011 1:04 pm

von Lichtenherz (1) / Bells (1) / Graziano (1)

"Danke dass du auf Scarlett aufgepasst hast, ich musste dringend zu diesem Moedelauftrag, sonst wäre meine Karriere echt den Bach runter gegangen." Ein wenig gehetzt stürmte Holly durch die Wohnzimmertür auf Henry zu, der mit den ruhigen Scarlett auf dem Arm, am Fenster stand. Liebevoll beugte sie sich zu dem kleinen Mädchen hinunter. "Hallo meine kleine Schönheit, hast du deine Mama vermisst? Ja, hast du dass? Ich verspreche dir, dass ich absofort ganz für dich da sein werde."
Henry schaukelte das kleine Mädchen hin und her. Er hatte sich mit seiner Rolle als Babysitter, an seinem freien Tag ganz gut abgefunden und die kleine Scarlett war wirklich ein einfaches Baby. Sie schlief viel und ließ Henry verschont eine volle Windel wechseln zu müssen. Und sie lächelte, ziemlich viel sogar.
"War sie artig?", fragte Holly, nun wieder an Henry gewandt. "Hattest du viel Stress mit ihr?"
"Nein, sie war ganz ruhig." Grinsend beobachtete er die kleine Blondine in seinem Armen. "Ich habe noch nie so ein tolles Baby gesehen."
Stolz fuhr Holly über den Kopf, des Mädchens, der nur mit ganz wenig Haaren bedeckt war. Sie liebte ihre kleine Tochter wirklich sehr, dass hatte sie sich nie vorstellen können. Als sie schwanger war, hatte sie immer wieder den Gedanken, das Kind zu Adoption freizugeben, aber als sie es dann in den Händen gehalten hatte, konnte sie es nicht mehr weggeben. Auch wenn ihr Vater ein Mann war, den Holly nie wieder sehen wollte.
Vorsichtig nahm sie Henry das Baby ab. "Der Auftrag war wirklich anstregend, aber ich musste die ganze Zeit an Scarlett denken und so ist er ganz schnell vorbei gegangen. Es war wirklich einfach. Und im Auto hab ich mich wie wild gefreut, wieder nach Hause zu kommen." Sie warf einen Blick auf das abwesende Gesicht ihres Freundes. "Und dich scheint auch etwas ganz anderes zu beschäftigen , als meine Modelaufträge was?"

Er schüttelte kurz seinen Kopf, um wieder an der Realität teil zu nehmen. Er seufzte. "Ich weiß nicht, ich bin nur in Gedanken. Mir geht vieles im Kopf herum.", murmelte er.
"Zum Beispiel Isabella?" Holly setzte ein mitleidiges Lächeln auf, als sie das überraschte Gesicht ihres Mitbewohners sah. "Tut mir Leid, Henry, aber ich denke dass kann jeder sehen, wie sehr du in sie verliebt bist. Und das schon ewig. Ich glaube seid dem Tag, an dem wir hier eingezogen sind oder?"
Widerwillig nickte er. "Ist das so offensichtlich." Nun war sie es die nickte. Und er seufzte. "Ich finde sie einfach wundervoll. Ihre Art, ihr Aussehen, ihr Lachen. Es ist einfach mehr als wunderbar. Ich liebe sie, aber sie liebt mich nicht." Grimmig starrte er auf den Boden. "Sie liebt Pinto."
"Aber Pinto liebt Suni." Holly drückte Henry das Baby wieder in den Arm und machte sich daran die Zeitschriften auf dem Tisch ordentlich hinzulegen. "Und das hat Bella eingesehen. ich habe mir ihr darüber geredet und sie ist gerade auf dem besten Weg sich zu entlieben." Mit einem zufriedenen Lächeln betrachtete sie ihre Werk. "Ich denke es ist das Beste für dich, wenn du dich jetzt um sie kümmerst. Dass gibt dir praktisch den Schlüssel zu ihrer Liebe."
Sanft schaukelnd dachte Henry nach. Natürlich hatte Holly sicher Recht, er war schon darauf gekommen, aber er fand es auch nicht ganz Recht. Nicht nachdem einem Abend bei Valeria.
"Ich hab mit Valeria geschlafen.", sprudelte es augenblicklich aus ihm heraus und er musterte schuldbewusst Scarlett, als er hätte er sie betrogen.

"Wie bitte?" Überrascht hielt Holly inne und bedachte Henry mit einem prüfendem Blick. "Du hast mit Valeria Majestätia geschlafen? Wieso und wann und warum?"
Beschämt verlagerte Henry das Gewicht von dem einem Fuß auf den anderen, bevor er mit der Sprach heraus rückte. "Ich war so traurig, weil Isabella so in Pinto verliebt war und dann bin ich zu Valeria gegangen um mir mal alles von der Seele zu reden. Irgendwie hatte Valeria gedacht ich und Isabella wären verheiratet und als ich ihr sagte, dass es nicht so sei, hat sie mich geküsst. Und ich hab es aus Trauer wohl erwidert. Ich weiß auch nicht, es war dumm...aber trotzdem..." Er verstummte.
Seufzend strich Holly ihrer Tochter über den Arm, während sie darüber nachdachte was es hieß. "Es war aber nur einmal oder?" Er nickte. "Dann hat es wohl nicht viel zu bedeuten. Liebst du Isabella immer noch, oder hat es etwas an deinen Gefühlen geändert?", fragte sie schließlich ernsthaft.
Henry schüttelte eilig den Kopf. "Im ersten Moment dachte ich, es wäre so, aber es war nicht so. Meine Gefühle für Isabella sind die selben." Errötend wandet er den Blick von Hollys nachdenklichem Gesicht ab. "Du sagst es ihr doch nicht, oder?"
"Nein.", entschied Holly schließlich, und nahm Scarlett wieder an sich. "Ich behalte es für mich, es wird sie nicht interessieren. Kümmer dich einfach um sie." Mit einem kindlichem Lächeln sah sie ihre Tochter an und begann in einer höheren Oktave zu sprechen. "Mama und Scarlett wechseln jetzt Windeln, oder? Das wird toll, ganz toll wird das Gutschi, Gutschi."

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Mo März 21, 2011 7:51 pm

Mit einer tiefen Sorgenfalte stürmte Isabella durch die Tür ihres Zimmer und erinnerte sich eilig daran leise zu sein, als sie schließlich im Raum stand. Ihr Blick wanderte zum Bett, in dem Henry lag, seine Augen waren geschloßen und sein Atem ruhig und flach.
Er öffnete die Augen, als er hörte wie die Tür geschloßen wurde. Ein schwaches Lächeln erschien auf seinem blassem Gesicht. "Bella? Hey, wie gehts?"
"Das sollte ich wohl eher dich fragen.", murmelte sie mitleidig und kam ein paar Schritte näher heran. "Was machst du bloß für Sachen, Henry." Sie strich ihm liebevoll über die Stirn.
Als er versuchste sich aufzurichten, merkte er erst wie schwach er war. "Tut mir Leid, ich würde mich ja aufrichten, aber irgendwie..."
"Schon gut, schon gut." Lächelnd ließ sie sich auf der Bettkannte nieder. "Hättest du nicht warten können, bis ein Elektroniker gekommen wäre?"
Henry schüttelte lachend den Kopf. "Nein, ehrlich gesagt wollte ich es gleich reparieren. Und der Elektroniker hätte erst am Donnerstag Zeit gehabt, bis dahin wollte ich nicht warten. Wir kommen ja kaum zum saubermachen, wir brauchen den Geschirrspüler." Er lachte leise. "Außerdem war es auch ein wenig witzig. Wusstest du das die Haare leider nicht so abstehen, wie in all den Comicsendungen und Illustrationen? Schade oder?"
Isabella musste trotz ihrer Besorgnis gegenüber Henry, schmunzeln. "Du Blödmann." Leicht haute sie ihm auf die Schulter, wobei er gespielt aufstöhnte. "Pass einfach besser auf ja?"
Henry nickte, und nahm ganz vosichtig ihre Hand, bereit loszulassen, wenn er Widerwillen spürte. "Und wie geht es dir?", fragte er schließlich.
Isabella senkte den Kopf, um ihre glasigen Augen etwas zu verstecken. "Ganz gut eigentlich. Es ist nur...ich weiß nicht. Ich fühle mich eigentlich ganz gut."

Henry beäugte seine Freundin genauer. Sie sah immer noch ein wenig blass um die Nase aus, aber die Röte, die meistens in ihr Augen lag, war verschwunden. Sie schien nicht mehr zu weinen und auch lachen tat sie oft genug. Henry entdecke einen Hoffnungsschimmer.
"Hast du eigentlich mal mit Suni geredet?", fragte er schließlich interessiert. "Ich meine, sie ist deine beste Freundin und ich finde ihr solltest euch aussprechen."
Isabella schüttelte zögernd den Kopf. "Ich weiß, aber ich kann irgendwie nicht." Sie musste an die tausenden Versuchen denken, bei denen sie den Hörer in der Hand gehalten hatte, aber sich nicht traute die Nummer zu wählen. "Ich werde es noch machen, aber nicht jetzt. Irgendwie fühl ich mich noch nicht bereit."
Henry nickte, immer noch die weiche Hand seiner Mitbewohnerin in seiner. "Du schaffst das, ich bin immer für dich da, das weißt du, oder?"
"Ja, natürlich." Lächelnd drückte sie seine Hand und erhob sich anschließend. "Jetzt ruh dich noch ein bisschen aus, der Arzt hat gesagt du brauchst viel Schlaf. Ich bringe dir nachher etwas zu essen ja? Eine Nudelsuppe werd ich wohl noch hinbekommen." Sie lachte.
Nickend schloß Henry die Augen um in einen ruhigen Schlaf zu verfallen, während Isabella noch ein paar Sekunden vor seinem Bett stand, und ihn ansah. Henry war wirklich ein toller Mensch, dass hatte sie nie bezweifelt. Und auch sie hatte bemerkt, dass er wohl mehr als freundschaftlich für sie fühlte. Aber sie liebte Pinto, oder?
Nachdem sie sich umgezogen hatte, betrat sie die Küche, in der schon Holly am Tisch saß und etwas dunkle Spagettie in sich hineinschaufelte.
"Hey.", murmelte sie mit vollem Mund. Freundlich deutete sie auf ihren Teller. "Willst du auch etwas essen? Ist ein bisschen dunkler geworden, schmeckt aber trotzdem irgendwie."
Isabella schnappte sich einen Teller, füllte sich auf und ließ sich neben Holly am Tisch nieder. Gedankenverloren stocherte sie in den Nudeln herum.

"Du scheinst nicht ganz bei der Sache zu sein." Holly lachte über ihre Feststellung und musste an Henry denken, der vor ein paar Tagen ebenfalls so ausgesehen hatte. "Ist etwas?"
"Nein, eigentlich nicht." Unsicher nahm Isabella eine Nudel hoch und aß sie. "Ich weiß nur einfach nicht so richtig, wie ich mit Henry umgehen soll. Ich will ihn nicht verletzten, aber ich bin noch nicht so weit, mit ihm zusammen zu sein, weißt du? Ich hab ihn wirklich gern, aber...ich...also meine Gefühle...Pinto..." Hilflos hob sie die Hände.
Verständnisvoll nickte Holly, ohne den Blick von ihrem Teller zu heben. "Aber Pinto liebt nun einmal nur Suni, Bella. Du musst ihn aufgeben, egal wie sehr es weh tut. Henry ist ein guter Mensch, ein liebevoller Mann. Ein Glücksgriff." Sie kicherte über ihre Wortwahl. "Eigentlich perfekt für dich, weißt du?"
Erschrocken sah Isabella sie an. Meinte sie das ernst? Sie sollte sich einfach so, Knall auf Fall, in Henry verlieben? "Das ist nicht dein Ernst."
"Doch, doch. Warum denn nicht? Henry ist toll und er liebt dich, dass sieht ein Blinder."
"Und wenn ich ihn nicht liebe?"
Holly schnaubte verächtlich. "Du lässt dich einfach nicht darauf ein, dass ist alles." Entschieden legte sie die Gabel auf den Teller. "Du gibst euch nicht einmal eine Chance. Immer siehst du Henry nur mit den Augen einer Freundin, versuch ihn mal anders zu sehen. Als einen Mann, dass ist, was er ist."
Sie erhob sich und zwinkerte Isabella lächelnd zu, bevor sie ihren Teller abwusch und nach draußen verschwand.
Zurück ließ sie eine nachdenkliche Isabella.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Di März 22, 2011 9:03 pm

"Hey." Isabella drehte sich auf ihrem verspielten Hocker soweit um, dass sie Henry ansehen konnte, der mit einem zarten Lächeln neben der Tür stand. Die Hand noch auf der Klinke, als wollte er jeden Moment wieder flüchten. "Was gibt's denn?"
"Hast du kurz Zeit?", fragte er unsicher, mit einem Blick auf ihre Arbeit am PC. Isabella arbeitete an einem Familienfall. "Wenn nicht kann ich auch ein anderes mal wieder kommen..."
Lächelnd schüttelte sie den Kopf und erhob sich, um es ihm leichter zu machen. "Ich wollte eh gerade aufhören. Was gibt es denn? Du siehst irgendwie...nachdenklich aus."
Henry wandte den Blick von ihren durchdringend grünen Augen und suchte sich einen neutralen Punkt an Wand, was in diesem Zimmer nicht gerade leicht war. Isabella liebte das Chaos und wenn man mit ihr anbelndeln wollte, musste man sich etwas darauf einlassen.
Er wusste nicht genau wie er anfangen sollte. Wie sagte man der Frau seiner schlaflosen Nächte, dass man sie vom ersten Moment an geliebt hatte? Direkt, dass konnte und wollte er nicht, aber lange um den heißen Brei zu reden, das war auch falsch. Plötzlich fühlte er sich wieder wie sechzehn, kurz vor der entscheidenen Frage.
Doch jetzt war alles anders. Sie waren nicht mehr sechzehn. Sie waren erwachsene Menschen, die zusammen in einem Haus lebten und Freunde waren. Das Leben hatte sich geändert.
"Ich bin hier, um mit dir zu reden.", murmelte er schließlich leise, und hob wieder den Blick, um sie anzusehen. "Es ist ein wichtiges Thema, und ich bitte dich zuzuhören."
Isabella nickte. In ihren Augen konnte man, wenn man genau hinsah, die Angst vor seinen folgenden Worten sehen. Es war für sie unerträglich in der Gewissheit zu sein, gleich wahrscheinlich sein Herz brechen zu müssen. Er war ein zu lieber Mensch.

"Du bist wirklich eine wundervolle Frau, Bella." Er lächelte schüchtern, als er ihrem Blick begegnete. "Ich weiß nicht wieso, aber ich wollte dich. Ich wollte dich vom ersten Moment, in dem ich dich gesehen hatte. Wie du da standest, am Fenster und ganz überrascht war, als du noch jemanden im Zimmer gesehen hast. Da war es einfach passiert. Ich erinnere mich als wäre das erst gestern gewesen." Sein schüchternes Lächeln verwandelte sich in ein leisen Lachen. "Du warst schon damals wunderschön."
"Henry...", zögerlich unerbrach sie ihn, obwohl sie es versprochen hatte nicht zu tun. Sie konnte ihn nicht weiter reden lassen. "Henry, du bist mein bester Freund, weißt du dass eigentlich?" Ein sicheres Lächeln erschien auf dem eben so besorgten Gesichts von Henry. "Ich bin unendlich froh dich zu haben und würde wirklich alles tun, damit du glücklich bist. Aber diese eine Sache, die du von mir verlangst, die kann ich nicht tun, verstehst du?"
"Nein.", antwortete er ehrlich, die Augen fest auf ihre gerichtet. "Ich liebe dich, Isabella Graziano, und wenn du mir die Chance geben würdest, dann wären wir wirklich glücklich."
"Ich denke nicht, dass es klappen würde, Henry..."
"Doch, es würde klappen!" Zufrieden über seine Erkentniss nahm er ihre Hände sanft, aber bestimmt in seine. "Du musst uns nur eine einzige Chance geben. Nur eine!"
"Eine Chance?", fragte sie zweifelnd. Eine tiefe Falte hatte sich zwischen ihren Augenbrauen gebildet, und ihre Augen begangen leicht zu glänzen. "Ich würde es mir selber nicht verzeihen, wenn es nicht klappen würde. Mit deinen Gefühlen zu spielen, dass kann ich einfach nicht. Bitte akzeptiere es einfach."
Er schüttelte den Kopf und zog sie ein Stück näher an sich heran. "Meinetwegen nehme ich dass auf mich, Bella. So lange du mir nur die Chance gibst, dir zu zeigen, dass ich der Richtige bin." Er seufzte leise. "Pinto und du, dass hatte nie eine Zukunft weißt du. Aber ich mach es anders. Ich liebe dich, wirklich."

Mit tränenreichen Augen schaute sie zu ihm hoch, unsicher was sie nun tun sollte. Henry war wirklich ein lieber Menscht, sie hatte selten so einen lieben Menschen gesehen. Aber das mit Pinto war noch ganz frisch, und sie wusste noch nicht genau, ob sie etwas neues anfangen konnte. Andererseits fand sie Henry toll, schon immer. Vielleicht schlummerten die Gefühle noch tief in ihr drinn und mussten nur heraus gelockt werden. Vielleicht war es so...
Doch bevor sie ihm eine Antwort geben konnte, hatte er sich schon an sich heran gezogen, die Lippen sanft auf ihre gelegt und sie geküsst. Einfach so. Und sie und er hatten es beide genoßen. Schon lange nicht mehr, hatte Isabella sich so wohl in ihrer Haut gefühlt. Und auch Henry, wiegte sich in Sicherheit, an dem Ziel seiner Träume, endlich Isabella seins nennen zu können. Lange genug hatte er darauf gewartet und nun schien es mehr als greifbar.
Als er sich wieder von ihr löste, schaute er ihr sanft in die Augen und hob fragend die Augenbraue, als erwartete er eine Bewertung.
"Vielleicht, vielleicht können wir es versuchen.", hauchte sie schließlich und legte ihre zarten Arme um seine Schultern. "Vielleicht könnten wir glücklich werden."
Er lachte leise, und heiser. "Vielleicht?", fragte er. "Natürlich werden wir glücklich, Bella. Ich zweifel nicht daran. Du musst uns nur die Chance geben."
Sie nickte, ohne die Augen zu öffnen, die sie verträumt geschloßen hatte. "Natürlich."
Isabella dachte gerade nicht an die Zukunft. Sie wollte diesen Moment glücklich in Erinnung behalten, und wenn es nicht klappte mit ihnen beiden, würde sie sich einfach wieder an diesen Abend erinnern, und hoffen Henry nicht allzusehr zu verletzen. Schließlich war er der liebste Mensch den sie kannte.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Sa März 26, 2011 5:41 pm

"Spagettie sind nicht deine Stärke.", bemerkte Henry mit einem belustigtem Blick auf seinen Teller, der mit dunkler Spagettiesoße überzogen war. Er musste schmunzeln.
Lachend nickte Holly. "Nein, kochen ist allgemein nicht besonders meine Stärke." Sie warf einen Blick auf ihre Tochter, die statt des Abendessens einen Bananenbrei bekommen hatte. Ihre Augen leuchteten hell auf, bei dem Anblick des blonden, schon ziemlich groß gewordenen Mädchen. "Aber ich denke Scarlett und ich werden das schon meistern."
Isabella folgte dem Blick ihrer Freundin, und statt des Leuchtens trat in ihren Augen der Ausdruck des Bedauerns. Sie hatte das kleine blonde Mödchen so sehr in ihr Herz geschloßen, dass es ihr unendlich schwer fiel, die beiden jetzt gehen zu lassen. Praktisch war Scarlett zu Isabellas Tochter geworden, die sie nicht hatte.
Henry bemerkte den wehmütigen Blick seiner Freundin und legte beruhigend die Hand auf ihren Arm. "Sie sind nicht aus der Welt.", erinnerte sie leise.
"Genau." Lächelnd nahm Holly die andere Hand ihrer Freundin und drückte sie leicht. "Das Wohnhaus ist nur zwanzig Minuten zu Fuß von hier entfernt. Du kannst uns jeder Zeit besuchen kommen. Außerdem brauch ich bestimmt auch öfters mal einen Babysitter, dann lade ich sie bei euch ab." Sie zwinkerte spitzbübisch.
Hinter ihnen erklang ein erfreutes Lachen, als hätte sie den Witz mitbekommen, doch stattdessen saß die Kleine in ihrem Stuhl und mahlte mit beschmierten Patschehändchen Muster auf den Tisch ihres Hochstuhl. Wobei ihre Augen vor Freude nur so glitzerten.
Augenblicklich hatte sie auch drei Erwachsenen in ihren Bann gezogen, die mit einem Schmunzeln zusahen, ohne einzugreifen. Es war zu niedlich.
"Ihr werdet das schon schaffen, ihr beiden." Nickend richtete Henry den Blick wieder auf Holly. "Du und deine Tochter, ein eingespieltes Team."

Holly lachte herzhaft, bevor sie ebenfalls den Blick abwandte und das Gesicht ihrer alten Mitbewohner eingehend studierte. Ihr waren die Geschehnisse der letzten Tage nicht entgangen. "Und ihr beide schafft dass auch ?", fragte sie lächlend.
Entrüstet wandte sich Henry an Isabella und dann wieder an Holly. Er verhakte seine Finger mit denen von Isabella. "Natürlich schaffen wir das. Wir sind ein glückliches Pärchen."
Isabella nickte zustimmend, doch wenn man sie genauer anschaute, konnte man die Unsicherheit erkennen.
Natürlich war sie gerade glücklich mit Henry. Wie konnte das auch anders sein. Er trug sie auf Händen, erfüllte ihr jeden Wunsch, denn sie noch nicht einmal ausgesprochen hatte. Aber irgendetwas in ihr konnte nicht aufhören zu arbeiten. Sie dachte viel nach. Über ihre Zukunft, über Henrys Zukunft. Sie kannte ihn, sie wusste was er vom Leben erwartete. Er wollte heiraten und Kinder bekommen und am liebsten eins dieser Bilderbuchfamilien darstellen. Aber konnte sie dass? Mit Henry?
Sie sah ihn an. In das markante Gesicht, mit den auffallend blauen Augen. Den zarten Lippen und den braunen Haar, was ihm immer ein wenig in die Stirn hing. Wie lange sie ihn jetzt schon kannte, und was für ein wunderbarer Freund er ihr immer gewesen war. Dann konnte sie ihm doch auch dankbar sein und ihm ihre Liebe schenken. Oder etwa nicht?
"Wir müssen los.", holte Holly sie aus den Gedanken und erhob sich schon. Ihr Augen glänzten auf einmal doch sehr verdächtig. "Tut mir Leid, dass ich nicht beim abwaschen helfe."
Kopfschüttelnd erhob sich nun auch Isabella. "Schon gut, wir schaffen das schon." Mit einem seligen Lächeln trat sie auf Holly zu, die Scarlett auf den Arm genommen hatte, um sie mit rauszunehmen. Sie strich der Blonden über die Wange und küsste sanft auf das goldene Haar. "Sei lieb zu deiner Mama, ja? Und ich komm dich besuchen."
Scarlett streckte ihren kurzen Arm aus, und umklammerte mit den Fingern, eine von Isabellas schwarzen Locken."Da!", rief sie mit Freude aus.

Lachend nickte die Italienerin, und befreite ihre Strähne wieder, damit Holly Scarlett zum Taxi bringen konnte. Sie vermisste die beiden jetzt schon.
Henry folgte den drei Frauen nach draußen, wo er erst Scarlett liebevoll Tschüss sagte und anschließend Holly, nachdem diese Scarlett noch einmal Isabella in die Arme gedrückt hatte.
"Mach's gut meine Liebe.", murmelte er freundlich und umarmte die Rothaarige. "Und wenn du Hilfe brauchst ruf an, dann kommen wir rüber."
Holly nickte. Freundschaftlich drückte sie Henry einen Kuss auf die Wange, bevor sie sich von ihm löste. "Ich werd euch echt vermissen."
Der Blick der beiden fiel auf Isabella, die gerade dabei war Scarlett in den Autositz zu verfrachten. Mit so einer Hingabe, das es fast wirkte, als sei sie die Mutter des kleinen Mädchens.
"Ich ruf dich an, sobald ich da bin.", verprach Holly ihrer langjährigen Freundin, bevor sie ebenfalls in das Taxi stieg und die Tür schloß.
Mit verschränkten Armen, und die Nähe von Henry im Rücken, sah Isabella ihren beiden Liebsten nach, wie sie langsamin ihr eigenes Leben verschwanden.
"Lass uns ins Bett gehen.", flüsterte Henry in die Nachruhe herein und schob Isabella sanft zurück in die Wohnung, in der die beiden sich umzogen und sofort ins Bett schlüpften.
"Sei nicht traurig, Bella.", versuchte Henry sie unsicher zu trösten. "Sie sind ganz in deiner Nähe, du kannst sie also jeden Tag besuchen. Außerdem..." Er küsste sie liebevoll in den Nacken. "Vielleicht wirst du bald deine eigene Tochter zum lieben haben."
Obwohl sie nickte, fühlte sie nicht das gleiche, wie Henry, bei diesem Gedanken. Natürlich wollte sie irgendwann Kinder. Aber nicht jetzt. Jetzt stand ihr Job im Vordergrund, und ihr war klar, dass sie ihn unmöglich mit Henrys Vorstellung einer Familie zusammen tun konnte.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Sa März 26, 2011 5:45 pm

Familie Majestätia (1)

"Danke, dass du gekommen bist." Mit einem freundlichen, und doch irgendwie kaltem Lächeln, ließ Valeria Henry herein und schloß hinter ihm die schwere Holztür. Aber nicht ohne sich an das letzte Mal zu erinnern, als er durch diese Tür getreten war und sie eine ganze Nacht mit ihm vereint war. Es schmerzte sie daran zu denken.
"Ich muss mich bedanken.", antwortete Henry eilig. Mit seinen treuen blauen Augen sah er seine beste Freundin an, das schlechte Gewissen praktisch auf die Stirn tätowiert. Er bereute es, mit Valeria geschlafen zu haben, obwohl er für einen Moment das Gefühl hatte mehr zu fühlen, als er dachte. Aber das war so schnell gegangen, wie es gekommen war. Was blieb war die Freundschaft und unendliche Dankbarkeit, die er für sie fühlte. Er wandte den Blick von der hellhaarigen Schönheit ab. "Ich hab mich wie blöd benommen."
Am liebsten hätte sie genickt und ihm tausend weitere Dinge an den Kopf geworfen, mit deren Aussprache sie sich besser gefühlt hätte, doch sie nickte nur verhalten. Es hatte ja doch keinen Sinn. Henry war anscheinend nicht gekommen, um ihr zu sagen, dass er sie liebte, sonst wäre er früher gekommen.
"Wir hätten früher darüber reden sollen, ich weiß. Aber irgendwie konnte ich nicht den Mut aufbringen, dir noch einmal ins Gesicht zu sehen, nachdem...nachdem passiert war, was eben passiert war." Er schluckte schwer und versuchte Valeria unveränderte Miene zu deuten, doch es war unmöglich. Sie glich praktisch einer Eiskönigin. "Es ist so viel passiert, dass ich es einfach ...verdrängt habe. Holly ist mit Scarlett ausgezogen, Isabella und ich sind zusammen gekommen, Suni und Isabella werden sie vielleicht demnächst vertragen..."
Valerias Augen schimmerten bei seinen Worten. Er und Isabella waren zusammen gekommen. Sie hatte es geahnt, und trotzdem nicht sehen wollen. Eine Zukunft, in der sie und Henry gemeinsam nebeneinander standen und ihrer Tochter in die Welt hinaus ließen, die würde es nie geben. Es wurde ihr schlagartig klar und fühlte sich an, als hätte ihr jemand den Boden unter den Füßen wegerissen. Und nun fiel und fiel sie und tat nichts um sich zu retten.

"Warte hier.", unterbrach sie ihn schließlich bei seiner Aufzählung. "Ich bin gleich wieder." Sie warf ihm einen kurzen Blick zu, drehte sich um un beeilte sich nach oben auf den Dachboden zu klettern, in dem die kleine Henrietta friedlich in ihrem Bettchen schlief.
Valeria schlich heran und legte sanft ihre Hand auf den Kopf ihrer Tochter. Wie gern hätte sie ihr all das erspart. Sie wollte nicht, dass ihre Tochter ohne Vater aufwachsen würde, und dass würde sie. Wie sollte Henry seine Tochter und seine zukünftige Frau vereinen. Isabella würde es niemals billigen, dass war Valeria klar.
"Am besten wir zeigen deinem Papa mal, was er für eine wunderbare Tochter hat, nicht war?", flüsterte sie leise, während sie Henrietta aus der Blume nahm und zärtlich an sich drückte. Mit einem liebevollem Lächeln beobachtete sie, wie ihre Tochter die Augen auf und zu schlug, als wäre sie erstaunt über diese Welt. "Du bist das Beste, was mir passiert ist, Henrietta. Und egal wie sich dein Vater entschieden hat, du bist und bleibst ein Teil von ihm, lass dir das niemals wegnehmen, hast du gehört?"
Statt einer Antwort gluckste das Baby in ihrem Armen vergnügt und umfasste mit ihren kleinen Hand den Finger ihrer Mutter, und dass genügte Valeria.
Sie trug Henrietta wie einen Schatz die Leiter herunter und ließ sich Zeit, beim herumdrehen. Lange und ausgiebig untersuchte sie Henrys Gesicht, als er seine Tochter zum ersten Mal sah.
"Du hast eine Tochter, Henry.", erklärte sie mit einem vorsichtigem Lächeln. "Wir haben eine Tochter."
Henry nickte, unfähig etwas zu sagen. Sein Blick blieb an dem kleinem Baby in ihrem Armen hängen, dass noch etwas müde vor sich hinstrampelte und die gesamte Welt um sich herum nur verschwommen war zu nehmen schien. Es war ein Moment, den er nie vergessen würde, da war er sich sicher.
Valeria kam zu ihm, und drückte ihn sanft, aber bestimmt das kleine Mädchen in den Arm, was er so vorsichtig wie möglich, als sei sie zerbrechlich, auf dem Arm nahm.
"Wie heißt sie?", fragte er abwesend, während er sie sanft hin und her schaukelte. Henrietta gähnte leise.

"Ich hab sie nach dir benannt. Sie heißt Henrietta."
Er sah auf und begenete ihrem Blick. All die Kälte, die er vorhin in ihrem Augen gesehen hatte, war einer Liebe gewichen, die nicht zu beschreiben war. Nur einmal hatte er einen Menschen einen anderen so anschauen sehen, und das war bei der Geburt von Scarlett. Reine und unermüdbare Mutterliebe.
"Henrietta.", flüsterte er lächelnd. Vaterstolz stieg in ihm auf, und ließ ihn sich unbesiegbar fühlen. "Ich habe also eine kleine Tochter, die Henrietta heißt. Dass ist einfach..."
"Wunderbar?" Valeria lachte leise, um das kleine Mädchen nicht zu erschrecken. Doch schließlich wurde ihr Gesichtsausdruck wieder ernster. Sie schaute ihn prüfend an, als suchte sie nach einer Lüge in seinen Worten. "Wie geht es weiter?", fragte sie schließlich.
Henry konnte den Blick nicht von dem Geschöpf in seinen Armen nehmen. "Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass Henrietta einfach wundervoll ist." Väterlich strich er ihr über die Wange und brachte sie damit zum Lächeln. "Sie hat mich angelacht.", rief er erfreut aus. "Sie erkennt mich!"
"Sie ist deine Tochter, sie wird dich immer erkennen." Erschöpft ließ Valeria sich auf dem Stuhl nieder. Sie beschloß die Geschichte erst einmal auf sich beruhen zu lassen. Henry und sie würden weiter planen, aber erst einmal musste er seine Tochter kennen lernen, so viel verstand sie.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am So März 27, 2011 11:04 am

Nachdenklich bearbeitete Valeria mit einem Schwamm die Küchenthe, den Blick aus dem Fenster vor sich gerichtet. Sie dachte an die letzten Tage, und wie schön es gewesenw ar, wenn Henry hier war. Er kam oft vorbei und kümmerte sich liebevoll um seine Tochter, man konnte in seinen Augen lesen, wie sehr er sie liebte.
Viel mehr hätte Valeria ihrer Tochte rnicht wünschen können, und doch fühlte sie sich manchmal aus der heilen Welt ausgeschlossen. Henry liebte Henrietta, aber er liebte nicht sie. Das spürte sie und tat von Tag zu Tag mehr weh. Was für eine wunderbare Familie sie sicher geworden wären, hätte man ihnen nur die Chance gegeben. Henrietta, Henry und sie. Vereint in einem kleinen Häusschen mit Garten und einem Spielpatz. Es wäre alles so wunderbar gewesen.
"Schläft Henrietta?" Cecilia sah nicht von ihrem Notizen auf, während sie die Frage an ihrer Schwester richtete, doch als die nach ein paar Minuten immer noch nicht geantwortet hatte, hob sie den Kopf. Sie blickte auf die verträumte Person am Fenster und hätte sich am liebsten fest auf die Lippe gebissen. Ihr war klar an wen Valeria dachte. Sie tat es oft, wenn sie sich unbeobachtet fühlte, ohne das Wissen, dass Cecilia sie ständig im Auge hatte. "Valeria?"
Die Hellhaarige sah erschrocken auf, als sie ihren Namen vernahm und wandte den Blick an ihre Schwester. "Tut mir Leid, ich bin wohl etwas müde."
"Müde, so so.", murmelte Cecilia, ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Krankenbericht in ihren Händen gelegt. "Kann es sein, dass du abwesend bist? Und nicht müde?"
Errötend schrubbte sie weiter an der Theke, als würde ihre gedanken fiese Flecken sein, die sich nicht entfernen ließen.

"Woran sollte ich denn denken, wenn ich abwesend bin, Cecilia. Es gibt nichts zu denken."
"Für dich schon.", antwortete Cecilia frech. "Du denkst ständig an diesen Mann. Was bringt es dir?" Valeria konnte die Wut aus ihren Worten hören, und es machte sie traurig. "Henry kommt jeden Tag vorbei und kümmert sich um seine Tochter, geb dich damit doch einfach zufrieden."
"Genau dass tu ich doch." Verstimmt ließ sie den Schwamm in das Waschbecken gleiten und trat an den Kühlschrank. Mit sicheren Handgriffen nahm sie die Lebensmittel heraus, während sie versuchte ihrer Schwester ihre Situation näher zu bringen. "Ich bin wirklich froh, das Henrietta so einen wunderbaren Vater an ihrer Seite hat. Sie hätte sich keinen besseren aussuchen können. Aber trotzdem. Es ist schwer für mich ihn jeden Tag zu sehen." Sie warf einen Seitenblick auf ihre Schwester. "Das verstehst du nicht."
Cecilia hob den Kopf. "Nein, ich versteh es wirklich nicht." Mit gezücktem Stift begann sie ein paar Zeichnungen in das Krankenblatt zu machen. "Du kannst jeden Mann haben, außer ihn. Und gerade ihn willst du. Dass ist für mich unverständlich. Reicht es nicht, dass du dank ihm fast gestorben wärst?"
"Er ist nicht daran Schuld!", zischte Valeria, etwas lauter als sie gewollt hatte.
Die beiden Frauen horchten kurz, ob Henrietta aufgewacht war, aber aus dem Obergeschoß drang nur dass friedliche Schnarchens, des kleinen Babys.
"Ich wollte mit ihm schlafen, Cecilia. Und ich habe ebenso wenig an Verhütung gedacht wie er. Die Schuld trifft mich ebenso wie ihn.", fuhr sie im sachlichen Ton fort. Doch an der Art, wie sie den Kochlöffel umklammerte, konnte man erkennen wie wütend sie war. "Ich bin froh das Henrietta geboren ist."

"Ich doch auch." Cecilia erhob sich seufzend von dem Sofa und legte ihre Notizen in das Regal, in dem schon die Bücher standen. Mit hilflosen Blick sah sie die immer noch zierliche Staur ihrer Schwester an, und versuchte die Bilder, an die fast tote Valeria zu verdrängen. "Ich liebe Henrietta, Valeria! Aber ich kann Henry niemals verzeihen, dass er dich fast umgebracht hat und anschließend auch noch so einfach im Stich gelassen hat. Zwei Dinge, die man der Frau seines Lebens nicht antut."
Kopfschüttelnd legte Valeria die Toast auf zwei Teller und brachte sie zum Tisch. Sie wollte nicht darüber nachdenken, dass sie fast gestorben war. Sie lebte und das war das einzige was zählte. Henry war für seine Tochter da, und damit musste Valeria sich zufrieden geben, dass wusste sie. Doch es fiel ihr schwer.
Cecilia setzte sich neben ihre Schwester und drückte ihr die Hand. "Es tut mir wirklich Leid, Valeria, dass es nicht so gekommen ist, wie du es dir gewünscht hast."
"Mir auch." Valeria lächelte schwach und machte sich dann daran ihr Abendessen zu essen.
Mit einem besorgtem Blick sah ihr Cecilia zu. Nein, sie hatte kein schlechtes Gewissen, wegen dem, was sie getan hatte. Es war alles nur zu Valeria Besten und irgendwann würde sie es verstehen. Denn Cecilia war sich sicher, das sie ihr damit das Leben rettete. Und Henrietta ihre Mutter bewahrte.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am So März 27, 2011 11:06 am

"Du lebst also alleine mit deiner Schwester hier?" Benjamin warf seiner Gastgeberin einen fragend Blick zu. "Oder lebt hier noch jemand?"
"Ja." Cecilia nickte. "Meine kleine Nichte, sie schläft oben, ich bin heute ihr Babysitter."
"Deine Schwester hat ein Kind?", fragte er interessiert, während er sich ein Stück Fisch in den Mund steckte und es genüßlich kaute.
Cecilia nickte noch einmal, bevor sie zu einer Antwort ansetzte. "Ja, sie wird in zwei Tagen zwei Jahre alt. Ihr Name ist Henrietta. Eigentlich müsstest du sie unbedingt mal kennen lernen." Selig schaute sie auf den Teller vor sich. "Man möchte sie nie wieder hergeben."
"Das kann ich mir vorstellen." Mit einem bezaubernden Lächeln betrachtete er die leuchtenden Augen seiner Gegenüber. "Kinder sind was wunderbares."
Verträumt nickte Cecilia, ohne jedoch ein weiteres Wort von sich zu geben.
Sie musste an Valeria denken, die den heuten Abend auf dem Festland verbrachte. Sie hatte gesagt sie brauchte etwas Freizeit, musste nachdenken, und bat Cecilia auf Henrietta aufzupassen, wenn Henry es nicht schaffte zu kommen. Henry hatte es nicht geschafft und Cecilia hatte sich der Kleinen angenommen. Sie hatte mit ihr gespielt und sie in ihren Armen gewiegt, bis sie eingeschlafen war, und selbst da konnte sie sich noch nicht von ihr trennen. Sie hatte nicht geahnt, dass solche Gefühle tief in ihr drinn schlummerten.
"Hast du noch mehr Familie hier? Oder außerhalb?", fragte Benjamin schließlich, um die Stille zu durchbrechen. "Es leben ja nicht viele Leuter auf dieser Insel."
"Nein, meine Familie ist..." Sie überlegte einen Moment. "Meine Familie ist leider schon tot. Die einzige die ich noch habe, ist Valeria." Mit einem gefestigtem Lächeln sah sie den jungen Mann neben sich an und versuchte sich vorzustellen, wie seine Familie wohl war. "Und du? Wo lebt deine Familie?"

Benjamin seufzte lange, als holte er zu einer langen Geschichte aus. "Es ist etwas komplizierter.", ewiderte er schmunzelnd. "Meine Eltern leben in Afrika, sie wollten nie aus dem Land gehen, in dem sie geboren sind. Und ich wollte hinaus, in die neue Welt." Mit einem wehmütigen Blick sah er Cecilia an. "Ich hab sie dort alleine gelassen, aber ich schicke Geld."
"Du musst sie vermissen." Sie blinzelte vorsichtig. "Ich meine, sie sind weit weg, sicher wünscht du dir manchmal bei ihnen zu sein."
"Aber sie leben." Er nickte, als wollte er es sich selber klar machen. Dann schenkte er ihr ein aufmunterndes Lächeln. "Du musst deine Elter nicht weniger vermissen."
Zum ersten Mal, seid sie hier in Windy Willows angekommen war, dachte sie an ihr altes zu Hause. An die vielen Elfen, und an ihre Eltern. An ihren Vater. An ihre Mutter. Trauer stieg für einen kurzen Moment in ihr auf, doch sie verscheuchte sie eilig wieder und verbarg sie mit einem zufriedenen Lächeln.
"Ich bin glücklich hier. Ich will nicht zurück." Überzeugt strich sie sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. "Als ich hier her gekommen bin, hatte ich nicht viel. Dementsprechen habe ich auch nichts was ich sonderlich vermisse." Sie lachte leise. "Außer vielleicht das Essen von zu Hause."
Benjamin stimmte in ihr Gelächter ein. Er hatte diese junge Frau gern. Obwohl sie versuchte immer taff und stark zu wirken, hatte er das Gefühl, als verbarg sich noch etwas ganz anderes hinter der festen Fassade. Eine verletzliche Frau, die sich nichts mehr wünschte, als zu Hause zu sein.
"Wir beide scheinen anders zu sein." Er senkt die Stimme, als plante er eine Verschwörung. "Wir sind Einzelgänger, lassen nicht viele Leute an uns heran." Ganz natürlich, als sei es das normalste der Welt, nahm er ihre Hand in seine. Es hatte nichts kitschiges an sich. "Vielleicht sollten wir uns verbünden."

Cecilia lachte herzhaft, wie sie es schon lange nicht mehr getan hatte. Benjamin war anders, als die anderen menschlichen Männer, die sie kannte. Er war witzig, lieb, aber nicht so überfreundlich, wie die anderen. Und er schien sich bewusst zu sein, dass man fats niemanden dieser Welt vertrauen konnte, dass liebte sie am meisten an ihm.
Wäre da nicht ihr Plan, zur Lebenserhaltung, dann würde sie sich sicher in Benjamin verlieben. Aber dass durfte sie nicht.
"Bist du glücklich?", fragte er sie aus dem Moment heraus, die blauen Augen auf ihrem Gesicht ruhend. "So richtig glücklich?"
Cecilia überlegte für einen kurzem Moment. Sie kannte ihn nicht, sollte sie alles anvertrauen? Alle ihre Gefühle? Nein, nein dass wollte sie noch nicht.
"Ja.", sagte sie also überzeugt, zog die Hand weg und beschäftigte sich wieder mit ihrem Teller. "Ich bin sehr glücklich hier. Wer wäre es nicht."
Einen Moment lang schien es, als wollte Benjamin ihr widersprechen, doch schließlich schloß er den Mund wieder und konzentrierte sich ebenfalls auf sein Essen, als sei alles gesagt.
Es dauerte nicht lange, da waren die beiden Teller still und heimlich leer gekratzt worden. Das einzige was man nun noch vernahm, war der sanfte Atem der beiden. Sie schwiegen, als hätten sie sich nichts zusagen, aber dass stimmte nicht. Cecilia wollte so viel fragen, er wollte so viel wissen. Doch niemand sagte etwas.
Als Cecilia schließ sich erhob um die Teller auf die Küchentheke zu stellen, tat er es ihr gleich, und ihre Hände berührten sich, als sie nach dem gleichen Teller griffen.
Cecilia sah auf und begenete seinem Blick, der so bannend auf sie wikrte, als würde er sie verzaubern.
Langsam und vorsichtig, als wäre Cecilia ein Reh, was er verschrecken könnte, beugte er sich nach vorne und legte seine Lippen sanft auf ihre. Immer darauf bedacht sofort zurück treten zu können, wenn er Abwehr von ihrer Seite spürte. Doch es gab keine Abwehr.
Im Gegenteil. Sie beugte sich nach vorne, schlang ihre blassen Arme um seinen Nacken und zog ihn fest an sich heran, als wollte sie ihn nie mehr los lassen. Oder, als ahnte sie, als müsste das der einzige Kuss bleiben, den sie jemals miteinander austauschen würden.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am So März 27, 2011 11:09 am

"Hallo Henry.", begrüßte Valeria den Vater ihres Kindes über die Schulter hinweg, während sie die letzten Handgriffe an der Geburtstagstorte von Henrietta betätigte. "Gut dass du so früh da bist, dann kannst du das kleine Monster ein wenig beschäftigen." Sie deutete auf die spielende Henrietta, die auf den Boden saß.
Henry nickte, und beeilte sich zu seiner Tochter hinunter zu knieen, die sofort angekrabbelt kam, als ihr Vater durch die Tür trat.
Er wirkte abwesend und nicht besonders glücklich, als er halbherzig seine Tochter bespaßte. "Valeria wir sollten reden."
Sie hob den Kopf und drehte sich um, um sein Gesicht zu betrachten. Er sah älter aus, fast so als wären tausende von Jahren vergangen. Tiefe Augenringe schmückten sein Gesicht und ließen ihn auch noch hilflos aussehen. Es war ein trauriger Anblick.
Er seufzte leise. "Ich habe noch nicht mit Isabella geredet.", erklärte er. "Ich habs noch nicht zur Sprache gebracht, weil das mit uns gerade erst angefangen hat. Ich will es nicht wieder kaputt machen." Er fuhr sich durch das braune Haar. "Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich weiter machen soll. verstehst du?"
"Ja." Sie nickte leicht. "Natürlich versteh ich dass, Henry. Und ich würde es dir gerne ersparren, aber es geht nicht." Sie legte den Kochlöffel beiseite und legte die Schürze ab, die sie um die Hüften geschnürrt hatte. "Du musst da durch, Henrietta zu liebe."

"Du weißt, dass ich sie liebe, vom ganzen Herzen. Sie ist meine Tochter." Er warf einen Blick auf die spielende Kleine. "Ich würde sie niemals aufgeben, meine oberste Priorität ist ihr ein guter Vater zu sein, aber ich will mein restliches Leben deswegen nicht aufgeben, weißt du? Ich will beides." Er seufzte hilflos.
"Ich möchte auch vieles." Sie lehnte sich gegen die Theke und versuchte seinen Blick zu meiden.
Sie konnte ihm schlecht erzählen, dass sie Henry und Henrietta am liebsten haben würde. Aber sie hatte sich damit abgefunden, dass es für sie wohl nicht beides gab. Und obwohl sie sich von Tag zu Tag schlechter und schwächer fühlte, wusste sie, dass ihr noch genug Zeit blieb um ihre Tochter wirklich zu lieben. Auch wenn sie das mit den Tod bezahlte.
"Nichts ist einfach oder?" Ohne das sie es bemerkt hatte, war er näher an sie heran getreten, sie konnte seine Wärme spüren. "Das Leben ist ein einziger Kampf."
Sie nickte, versuchte sich weg zu drehen und nicht darauf zu achten, wie alles in ihr danach sehnte ihn in den Arm zu nehmen und zu trösten.
Sie musste an sich denken. Nur einmal, seid sie ihn kannte, musste sie an sich denken. An sich und an Henrietta.
"Du musst dich entscheiden.", murmelte sie schließlich zögerlich. "Entweder du kämpfst um ein Leben mit deiner Tochter oder du lässt sie im Stich." Als sie seinen entsetzten Blick sah, seufzte sie leise. "Ich denke Isabella wird es verstehen. Sie ist kein Unmensch, Henry." Sie schluckte schwer. "Isabella liebt dich."

"Ja." Unsicher betrachtete er seine Tochter, als suchte er die Antwort in ihr. "Isabella wird sie mögen. Schau sie dir an, jeder Mensch, der sie sieht, verliebt sich in sie. Es ist Magie."
Valeria zuckte kurz zusammen, als er diese Worte ausprach.
Sie wusste, dass vor ihr noch der lange Weg der Offenbarung stand. Sie hatte Henry noch nichts von den magischen Kräften erzählt. Weder von ihren noch von den seiner Tochter. Schließlich gestand man nicht jeden Tag einem Vater, dass sein Kind eine besondere Fähigkeit hat und hexen konnte.
"Ich werd es ihr sagen.", holte Henry Valeria aus ihren Grübeleien und wechselte somit das Thema. "Sie wird es akzeptieren müssen, sonst klappt das mit uns nicht." Bevor Valeria etwas tun konnte, legte Henry die Arm um ihre Hüfte und zog sie an sich heran. "Ich danke dir, Valeria, dass du immer so verständnisvoll bist."
Fast mechanisch legte sie die Hände um seinen Hals und erwiderte seine Umarmung.
"Kein Problem.", erwiderte sie zaghaft. Auch wenn sie etwas anderes meinte.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am So März 27, 2011 12:11 pm

"Das kannst du nicht machen, Cecilia. Das wagst du nicht." Wütend lief sie hinter ihrer Schwester her, die Arme abwehrend vor der Brust verschrenkt. "Du hast mir einen langen Vortrag gehalten, darüber, was es heißt einen Menschen zu lieben. Willst du mir erzählen ihr werdet in der Enthaltsamkeit leben?"
"Ja." Die Schwarzhaarige schüttelte im Gegensatz zu ihren Worten den Kopf. "Ich meine nein. Natürlich werden wir dass nicht, aber ich werde kein Kind von ihm bekommen." Sie warf einen langen Blick auf die Leiter. "Ich werde mein Leben nicht wegen einer Liebe aufs Spiel setzen, Valeria."
Cecilia trat an ihrer Schwester vorbei zum Sofa und machte sich daran die Bücher einzusammeln, die Henrietta sich eben angeschaut hatte. "Ich möchte nur...in seiner Nähe sein. Verstehst du dass nicht?", flüsterte sie fragend. "Ich liebe ihn, warum auch immer. Und er liebt mich, was noch viel fragwürdiger ist."
"Fragwürdig?", echote Valeria bissig. "Was hattest du noch so nett zu mir gesagt: 'Du unterschreibst dein eigenes Todesurteil'." Als ihre Schwester sich immer noch nicht besinnen wollten fuhr sie fort. "Wenn du nicht auf mich hören willst, dann hör doch wenigstens auf dich. Bitte!"
Doch Cecilia schüttelte bloß den Kopf und fuhr fort mit ihrer Arbeit. Sie wollte nicht noch einmal darüber nachdenken. Sie wollte Benjamin, mehr als alles andere. Und so sehr sie versucht hatte sich dagegen zu wehren, um so stärker war das Gefühl tief in ihr drinnen geworden. Und dann hatte er sie noch einmal geküsst und alle ihre Bedenken über Bord geworfen.
Wortlos beobachtete Valeria das versteinerte Gesicht ihrer Schwester. "Ich will nur das Beste für dich, Cecilia."
"Das Beste?", schrie Cecilia ein wenig kopflos aus. "Nur weil du nicht in den Genuss deiner großen Liebe gekommen bist? Weil der Mann, dem du dein Herz geschenkt hast, eine andere liebt? Deswegen willst du mir kaputt machen, dass ich jemanden gefunden habe, mit dem ich glücklich sein kann?" Außer Atem stand sie ihrer Schwester mit geballten Fäusten gegenüber. "Ich lasse nicht zu, dass du mir das weg nimmst, Valeria. Hast du verstanden?"

"Darum geht es doch gar nicht, Cecilia, ich meine..."
"Doch genau, darum geht es.", unterbrach sie Valeria unwirsch. "Du kannst es mir nicht gönnen, dass ist alles. Nicht mehr und nicht weniger."
Valeria seufzte, die Hände hilflos an die Schläfe gedrückt. Ihr Kopf pochte. Sie wollte ihr doch nur helfen. Ihr das ganze Leid ersparren, was sie ertragen musste.
"Benjamin wird hier einziehen, ob du willst oder nicht." Überzeugt wandte sie sich wieder ab. "Ich liebe ihn. Und er mich. Dass ist alles."
"Und was willst du tun, wenn er ein Baby will? Wie stellst du dir das vor?", versuchte sie ihren letzten Kampf zu starten. "Willst du dich in die gleiche Gefahr bringen wie ich mich? Ich kann dir nicht helfen, ich habe keine ärztliche Ausbildung. Du wirst sterben. Cecilia verstehst du?"
Cecilia schloß für einen Moment die Augen, um das Bild von einer Kinderscharr um sich herum zu verdrängen. Mit fester Stimme antwortete sie dann: "Er wird mich verstehen, Valeria. Oder wir adoptieren Kinder. Ich könnte ihm erklähren, dass ich seid meiner Kindheit unfruchtbar bin." Cecilia seufzte leise. "Wir schaffen dass schon."
"Ich will nicht dass du verletzt wirst, dass ist alles." Valeria drehte sich um und machte sich auf den Weg zur Leiter, um die weinende Henrietta aus dem Bett zu holen.
"Dass wollte ich auch nicht, Valeria. Und trotzdem hast du dich gegen mich gewendet."
Valeria hielt in ihrer Bewegung inne. "Dass war etwas ganz anderes. Und es war falsch.", murmelte sie leise. "Aber ich kann es nicht ändern, und ich lebe mit den Konsequenzen." Ihr Blick glitt auf ihre weißen Hände, durch deren zarte Haut die bläulichen Adern schimmerten. "Ich werde nicht lange leben, dass weißt du."
"Aber nur weil du den Kampf aufgegeben hast." Cecilia trat ein paar Schritte auf sie zu. "Du könntest überleben, würdest du nur..."

"Würde ich nur was?", fragte sie verächtlich. "Würde ich mich nur in einen Vampir verlieben?" Valeria schüttelte bedauernd den Kopf. "Meine Liebe zu Henry würde es überschatten."
"Ich hab versucht dir zu helfen.", polterte es aus Cecilia raus, ohne dass sie darüber nachdachte. "Ich habe versucht es dir leichter zu machen, Valeria. Mehr kann ich nicht tun."
Misstrauisch wandte Valeria sich ihrer Schwester ganz zu, das Gesicht zu einer wütenden Grimasse verzogen. "Was meinst du damit?" Als sie den schuldbewussten Ausdruck ihrer Schwester sah, ballte sie die Hände zu Fäusten. "Was hast du getan, Cecilia?"
"Ich hab dich nur beschützt.", flüsterte sie nach kurzen Zögern. Betroffen strich sie sich die Haare aus den Gesicht. "Ich habe dafür gesorgt, das Henry dich nicht liebt. Es ist das Beste für dich, Valeria. Er ist jetzt mit Isabella zusammen und du kannst dich neu verlieben. Dann würdest du auch nicht sterben!"
"Du hast seine Gefühle manipulliert." Es war eine bloße Feststellung, als würden sie über das Wetter reden, aber es lag so viel mehr dahinter. "Du hast dafür gesorgt, dass er mich nicht liebt. Dass er nicht bei uns bleiben will, sondern bei ihr. Du hast Henrietta den Vater genommen."
"Nein, nein, das hab ich nicht." Mit erhobenen Händen stand sie da, als ergab sie sich. "Ich habe dafür gesorgt, dass er sich trotzdem gut um sie kümmert. Und das tut er doch. Oder?"
Valeria gab keine Antwort. Wortlos rauschte sie in das Schlafzimmer und riss die Klamotten heraus, die ihre waren. Alles wurde in einen Koffer gestopft, der seinen Platz sehr herzlos vor der Tür fand. Es sah traurig aus, wie er da so stand, ganz alleine, bereit mitgenommen zu werden.
"Was machst du da?", fragte Cecilia ängstlich, als Valeria nach oben eilte, und wenig später mit einer weiteren Tasche und Henrietta wieder kam.
"Ich gehe.", erklärte Valeria kurz, ohne ein Funken Mitleid. "Ich will dich nie wieder sehen, Cecilia. Du bist ein Monster. Dass warst du schon immer."


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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Sa Apr 02, 2011 5:06 pm

4. Woche

Sujamí (1)

"Ich bin unendlich froh, dass der Frühling kommt." Suni streckte ihr Wetter geerbtes Gesicht der warmen Frühlingssonne entgegen. Sie atmete tief durch.
Pinto nickte, während er mit höchster Konzentration versuchte Romano zu zeigen, wie man die Flasche selber halten konnte. Mit wenig Erfolg, immer wieder ließ der kleine Junge sie fallen und fing dann an zu weinen, bis Pinto sie ihm wieder gab. Neben den beiden saß Karmelita, mit einem nachdenklichen Gesichtsaudruck, beobachtete sie das Schauspiel.
"Ich habe den Frühling immer am meisten geliebt.", erzähle Suni weiter, immer noch die Augen geschlossen. "Dann hieß es Sachen packen und los fahren. Und wir Kinder durften so lange nebenher laufen, bis wir müde würden." Mit den Erinnerungen in ihrem Kopf musste sie schmunzeln. Damals hatte sie nicht im Traum daran gedacht sesshaft zu werden. "Manchmal vermisse ich die alten Zeit schon ein bisschen.", murmelte sie halblaut. "Aber hier ist es wunderbar."
Pinto hob den Kopf, als er seiner Frau einen überraschten Blick zu warf. "Du vermisst die alten Zeiten?", hakte er nach. Die Verwunderung stand ihm offen ins Gesicht geschrieben.
Suni lachte. "Pinto, ich vermisse die alten Zeiten natürlich! Meine Familie, meine Kindheit, all das gehört zu den alten Zeiten, und ja, die vermisse ich manchmal. Das ist menschlich." Entschlossen öffnete sie die Augen und klatschte die Hände aneinander, um den Dreck abzuklopfen. Sie wandte sich zu ihm. "Aber noch viel lieber, bin ich hier, bei euch."
Statt einer lieben Antwort schwieg Pinto eisern, kniete sich wieder zu seinem Jüngstem hinunter und half ihm, jedoch nicht so liebevoll wie eben, aus der Flasche zu trinken.
Suni sah ihn besorgt an. Sie konnte fühlen, dass er unsicher und hin und her gerissen war, ein weng schien es, als vermisse er eben so seine Heimat. Beziehungsweise, das Leben.

Mit wenigen Schritten stand sie neben ihn und legte ihre zarten Hände auf seine Schultern. Sanft begann sie sie zu massieren, um dabei noch mehr heraus zu finden, über das Durcheinander seiner Gefühlswelt. Vielleicht konnte sie ihm helfen, und ein paar der Knoten lösen.
"Ich weiß dass du mich durchleuchtest.", murmelte er schließlich und entzog sich ihrer Massage. "Und du weißt, dass ich es hasse wenn du das tust. Ich will wenigstens in meinem Kopf alleine sein, verstehst du? Alles andere nimmst du ja schon ein."
Verletzt ließ Suni die Hände sinken und wandte sich Emilio zu, der mit seinem Blick versuchte, die halbvolle Flasche vor ihm zu öffnen. Sie nahm sie ihm aus der Hand und schraubte sie wieder anständig zu, bevor sie ihm einen mahnenden Blick zu warf. "Emilio, du sollst nicht so einen Quatsch machen."
Der kleine Junge schob beleidigt die Unterlippe vor. "Ich will dass aber offen haben.", erklärte er ruhig, bevor er sich wieder der Flasche zu wand. "Ich hab Durst."
"Dann kannst du genau wie deine Geschwister daraus trinken." Pinto stellte sich hinter Suni. "Mit verschloßenem Verschluß!" anschließend legte er seine Hände um ihre Hüfte. "Es tut mir Leid Suni, ich bin nur...ich vermisse das herumziehen wohl auch sehr. Dass muss es sein."
Eilig entzog sie sich seinen Zärtlichkeiten. "Und ich vermisse die Art, wie du früher mit mir umgegangen bist. Bevor ich so starke Kräfte hatte.", murmelte sie so, dass nur er es hören konnte und stieg dann die wenigen Stufen zum Essenswagong hinauf.
Pinto sah ihr einen Moment nach. Das schlechte Gewissen plagte ihn. Er wusste selber, dass es nicht fair war, sie wegen ihrer Kräfte anzuschnauzen, aber manchmal hatte er das dumpfe Gefühl, als sei er all dem einfach nicht gewachsen. Und dann wollte er nicht, dass sie ihn analysierte. Dann wollte er für sich sein.

"Mama böse!", rief Karmelita zu seinen Füßen unschuldig aus und fesselte ihn mit ihrem durchdringendem Blick. "Du böse!"
Schuldig nickte er und kniete sich zu seiner einzigen Tochter herunter. "Du hast Recht, Liebling. Deine Mama ist ganz böse auf mich, weil ich gemein zu ihr war. Ich muss mich entschuldigen, heute Abend." Er strich dem kleinem Mädchen über das lockige Schwarze Haar, was sie eindeutig von ihrer Mutter hatte.
"Hast du jetzt Streit mit Mama?" Emilio war an die kleine Gruppe heran getreten und stützte sich nun auf dem Bein seines Vaters ab. "Weil Mama zaubern kann und du nicht?"
Pinto musste schmunzeln. Kinder konnten so ehrlich und direkt sein. Und vielleicht lag Emilio gar nicht so falsch mit seiner Behauptung, vielleicht war er einfach eifersüchtig.
Romano kam angekrabbelt und ließ sich neben Karmelita plumpsen. Die Aufmerksamkeit auf seinen Vater gelegt.
"Am besten ich entschuldige mich bei ihr.", sagte er schließlich, mehr zu sich selbst als zu seinen Kindern, die ihm begierig an den Lippen hingen.
Letztenendlich erhob er sich. "Ihr könnt weiter spielen, ich bring nur kurz den Inhalt eures Töpfchen weg." Mit angewiderten Gesichtsausdruck und unter dem Gelächter seiner Kinder säuberte er das kleine Töpfchen, was er selber gebaut hatte und prachte die kleine Tüte zum Müll.
Emilio, Karmelita und Romano wimdeten sich währenddessen wieder ihren Spielsachen.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Sa Apr 02, 2011 5:08 pm

Lauthals übergab sich Suni, über der Toilette und sakte anschließend kraftlos daneben zusammen. Ihr Kopf glühte, der Schweiß lief ihr über die Stirn, verklebt mit ein paar Strähnen ihres pechschwarzen Haares, die sich aus ihrem Zopf gelöst hatten. Ihre Hände zitterten, als sie sich erheben wollte, zu kraflos dafür.
So fand Pinto sie schließlich, als er duschen gehen wollte. Besorgt eilte er sofort zu ihr hin.
"Alles okay, Suni?" Zärtlich tastete er sie ab, als suchte er nach einem Grund für ihre Übelkeit.
Suni nickte verstohlen, sich immer noch an der kalten Wand abstützend. "Ja, ja. Ich glaub es ist alles okay." Sie wollte wiederaufstehen, doch auch diesmal schien sie kraftlos.
Pinto drückte sie sanft zurück auf den Boden, eilte zum Waschbecken und füllte einen Zahnputzbecher mit Wasser. "Hast du etwas Falsches gegessen? Vielleicht eine Lebensmittelvergiftung." Sein Blick fiel auf dem Schwangerschaftstest, der im Medizinschrank neben dem Waschbecken lag. "Oder etwas anderes."
Suni nickte, nahm das Glas dankbar entgegen und leerte es in zwei Zügen. "Ich denke wir bekommen Nachwuchs."
Pinto nickte. Er freute sich wirklich sehr, denn er liebte seine Kinder. Zwar war hier die Hölle los, mit drei kleinen Kindern, doch Emilio würde bald sechs werden und war sowieso die meiste Zeit schon sehr selbstständig, sie würden dass schon schaffen. Dann betrachtete er seine schwache Frau und bekam Zweifel. Was war, wenn Suni es nicht schaffen würde?

"Geht es dir schon länger so schlecht?", fragte er in die Stille hinein, die sich zwischen den beiden aufgebaut hatte.
"Nein." Suni schüttelte den Kopf. "Die Übelkeit ist erst seid zwei Tagen."
"Dass meine ich nicht."
Fragend sah sie ihn an, den Becher fest mit ihren Händen umklammert. "Was meinst du dann?"
"Suni, du warst schon öfter schwanger." Er räusperte sich verlegen. "Bisher ging es dir nie so schlecht, verstehst du? Es ist das erste Mal, dass ich dich so sehe. Dir geht es körperlich schlecht, aber psychisch scheint es dir noch schlechter zu gehen." Pinto machte eine kleine Pause, in der er die überraschte Suni eine Weile musterte. "Vielleicht ist ein weiteres Kind zu viel. Versteh mich nicht falsch, ich liebe unsere drei, aber..."
"Aber du willst kein weiteres.", unterbrach sie ihn kühl, die Hände schützend auf ihren flachen Bauch gelegt. Sie erhob sich, obwohl ihr noch schlecht war und stürtzte fast aus dem Badezimmer. "Du willst kein weiteres Kind, Pinto, dass ist alles. Du denkst wir schaffen es nicht, oder?"
Pinto folgte ihr, wenn auch langsamer. "Ich habe nie gesagt, dass wir es nicht schaffen. Ich meine einfach nur, dass es vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt ist." Als sie immer noch nicht versöhnlich reagierte, fuhr er fort. "Ich meine ja nicht, dass wir keine Kinder mehr bekommen sollten. Ich will noch mehr Kinder mit dir, aber nicht jetzt."
"Und genau dass ist es, Pinto." Wütend drehte sie sich zu ihm um. "Die Kinder richten sich nicht danach was wir wollen. Es passiert einfach, verstehst du?"

Er konnte ein verächtliches Lächeln nicht unterdrücken. "Und ich dachte ich hätte darauf Einfluss zum Beispiel mit Verhütung.", murmelte er halblaut. "Ich seh doch, wie fertig du bist, Suni. Du bist unausgeglichen, ständig müde und einfach überfordert mit der Erziehung unsere drei Kinder!"
Es wurde Still in dem Wohnwagen. Pinto stand da, die Hände bereit zur Abwehr. Er wusste, dass er etwas Unverzeiliches gesagt hatte. Suni zu unterstellen, wie wäre mit irgendetwas überfordert, war das Schlimmste, was man der jungen Frau sagen konnte.
"Ich bin nicht überfordert.", antwortete sie ruhig, mit der Betonnung auf jedem Wort. "Ich bin durch meine erneute Schwangerschaft einfach etwas geschafft, dass ist alles."
"Wenn du dich weiter selber belügen wirst, dann bitte." Pinto schritt zur Tür. "Aber dann ohne mich." Und mit einem lauten Knall verließ er den Wohnwagen.
Suni sah ihm nach, Tränen in den Augen, die sie sich jedoch eilig weg wünschte. Sollte er doch gehen. Wenn er ihr Kind nicht liebte, weil es gerade nicht passte, dann sollte er wohl da bleiben wo der Pfeffer wächst. So jemanden wollte sie nicht im Haus haben. Niemals.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Sa Apr 02, 2011 5:11 pm

Gedanken verloren stand Suni an diesem Mittag mit der Gartenschere an ihren Büschen und versuchte ein bis Ordnung in das große Chaos vor ihr und in ihr zu bringen. Die Kinder hatte sie gerade hingelegt, nun blieben ihr zwei drei Stunden, um aufzuräumen und sich mit sich selber zu beschäftigen.
Sie dachte viel über Pintos Worte nach, über alle Worte die gestern gefallen waren und beinahe hätte sie wieder angefangen zu weinen. Es hatte so weh getan, dass Pinto dachte, sie wäre überfordert, dabei war sie es gar nicht. Keine Frau in ihrer Familie war jemals mit den Kindern überfordert gewesen, und sie hatten mindestens sechs. Und Pinto war nun der Meinung sie war mit ihren drei Kindern und einem weiterem im Bauch schon überfodert? Was dachte er sich eigentlich dabei?
Sie war wütend, weil Pinto sowieso kaum zu Hause war, besonders in der Sommersaison. Da waren haufenweise Spiele im Ausland, und sie wusste, wenn er aufsteigen wollte, musste er spielen. Und sie wusste ebenso, dass er aufsteigen wollte. Schließlich liebte er seinen Beruf.
Aber dafür ließ er sie völlig alleine, mit den Kindern. Kein Wunder, dass sie dann müde war, wenn er nach Hause kam. Sie war schließlich auch nur ein Mensch und keine blind arbeitende Maschine. Sie brauchte Schlaf und Essen und Zuneigung. Genau wie er seinen Beruf brauchte.

Ein Seufzer entfuhr ihrer Kehle, als sie die Schwere beiseite legte und sich mit dem Handrücken über die Stirn fuhr. Was war nur los mit ihr und Pinto?
"Hallo Suni.", ertönte es schließlich hinter ihr schüchtern.
Überrascht drehte sie sich um, denn sie erwartete eigentlich keinen Besuch. Als sie Isabella entedeckte lächelte sie erfreut. "Bella, schön dass du vorbeikommst."
Isabella nickte. Den Blick stur auf den Boden gerichtet, als wäre er interessant genug dafür. "Ich bin gekommen...um mich...na ja...um mich zu entschuldigen."
"Dass ist lieb.", antwortete Suni sanft, ohne die geringste Spur von Ärger in der Stimme. "Aber ich denke nicht, dass das nötig ist." Sie seufzte einmal kurz und zog dann ihre beste Freundin so nah an sich heran, dass sie sie umarmen konnte. "Du hast mir wirklich gefehlt, dass glaubst du gar nicht Bella."
Sie erwiderte ihre Umarmung, ebenso herzlich. "Du hast mir auch gefehlt, aber ich hab mich einfach nicht getraut vorbei zu kommen. Es tut mir so Leid, dass ich Pinto geküsst habe. Ich hatte so starke Gefühle für ihn, ich weiß auch nicht was mit mir los war." Mit gläsernen Augen sah sie Suni an. "Kannst du mir wirklich verzeihen?"
"Natürlich, Bella." Suni lachte, als sei es schon längst Vergangenheit. "Du kannst für deine Gefühle nichts. Und jeder Mensch macht mal einen Fehler. Ich bin da um zu verzeihen."
Die beiden Freundinnen sahen sich eine Weile glücklich in die Augen, bevor noch eine Umarmung folgte, die jedoch deutlich länger anhielt, als die vohrige.

Isabella warf einen Blick auf das Gründstück. "Ihr habt wirklich viel Platz hier.", stellte sie erfreut fest. "Es muss ein wahres Paradies sein, nicht wirklich eingeengt zu sein."
Suni nickte flüchtig. "Es ist wirklich schön. Die Kinder können so lange und laut hier unten spielen wie sie wollen und ich hab immer ein Auge auf sie." Ihr Blick wanderte zu dem Schlafwohnwagen. "Aber ich bin auch schrecklich froh, wenn die drei mal schlafen."
Isabella schaute überrascht auf, als sie von dem drittend Kind hörte. "Ihr habt noch ein Kind bekommen? Ich dachte ihr hättet nur Karmelita und Emilio."
"Nein, seid einiger Zeit haben wir noch einen Jungen.", erzählte Suni stolz. "Er heißt Romano, ich kann ihn dir nachher mal vorstellen." Ihr Blick wurde weich. "Außerdem bekomme ich in nächster Zeit wohl noch ein Baby. Ich bin nämlich wieder schwanger."
"Wow, herzlichen Glückwünsch.", gratulierte Isabella ihr erfreut. Eine weitere Umarmung folgte. "Du musst mir alles erzählen. Ich war so lange nicht mehr da."
"Ja, da hast du Recht. Komm rein, ich mach uns etwas zu Essen und dann erzähl ich dir alles."

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Sa Apr 02, 2011 5:22 pm

Die beiden Frauen betraten den Wohnwagen. Isabella setzte sich nach dreimaliger Aufforderung auf einen der Stühle am Tisch, während Suni mit leichten Handgriffen ein Mittagessen vorbereitete, dass seid langem mal wieder nicht nur für eine Person war. Dabei erzählte sie ihr, was in den letzten Wochen passiert war. Und Isabella erzählte ihr von ihren letzten Wochen.
"Und bist du glücklich mit Henry?", fragte Suni, während sie das Hawaiitoast zubreitete.
Isabella dachte einige Sekunden nach, genug für Suni, um ihr Durcheinander zu bemerken. "Ich glaube schon.", antwortete sie schließlich etwas unbeholfen. "Ich mag ihn und ich bin sehr froh ihn zu haben. Aber ich habe das Gefühl..." Sie stoppte und seufzte leise. "Ich glaube wir haben nicht die gleichen Vorstellungen."
Suni nickte bedächtigt. "Du meinst er will mehr als du vielleicht jemals haben willst?" Isabella nickte leicht. "Darüber solltet ihr reden. Sonst gibt es später Streit."
Sie senkte den Kopf, als sie an Pinto dachte und dass er auch nicht die gleichen Ziele verfolgen zu schien wie sie. Dabei wahren sie mal einer Meinung gewesen. Damals.
Als beste Freundin entging Isabella diese Geste und der nachdenkliche Gesichtsausdruck ihrer Freundin natürlich nicht. "Stimmt irgendetwas nicht?", fragte sie also.
Suni hielt inne, in ihrer Bewegung. Und ließ die Hände sinken. "Es ist kompliziert.", antwortete sie leise. "Pinto und ich haben uns gestern gestritten."
Isabella nickte verständnisvoll, sagte jedoch nichts, damit Suni fortfahren konnte.

"Er will das Kind nicht, mit dem ich gerade schwanger bin.", erzählte sie mit zitternden Stimme. Das alles ging ihr immer noch sehr nah. Einen Augenblick später brach sie in hemmungsloses Schluchzen aus, so hatte Isabella sie noch nie gesehen. "Er will unser Kind nicht. Ich versteh dass nicht."
Sofort war sie bei ihr und legte Suni die Arme um die Hüften, um sie ansich zuziehen und fürsorglich zu streicheln. "Hat er einen Grund gesagt?"
"Nein nicht wirklich." Suni schüttelte den Kopf. "Er sagt nur ich sei überfordert mit der ganzen Situation hier zu Hause, aber dass stimmt nicht. Ich liebe meine Kinder."
"Überfordert zu sein, heißt nicht, dass du deine Kinder nicht liebst, Suni." Isabella hatte einen warmen Ton angeschlagen, um ihre Freundin nicht noch mehr aufzuregen. "Beruhig dich erstmal. Wenn du so aufgewüllt bist, tut das auch dem Kind nicht gut, dass weißt du doch. Setz dich hin, ich koch weiter."
Ohne ein Widerwort befolgte Suni den Rat ihrer Freundin, setzte sich auf den Stuhl und wischte sich mit einem Tuch ihres Kleides die Augen ab.
"Ich versteh ihn nur einfach nicht." Zu Tode betrübt zog sie die Nase hoch, fast wie ein kleines Mädchen. "Ich dachte immer, wir wollen das Selbe. Ich war mir immer sicher, dass er ebenso wie ich eine wirklich große Familie haben will. Und jetzt, nach drei Kindern sagt er auf einmal, dass wir kein weiteres Kind bekommen sollten."
"Ich bin mir sicher, dass er nicht gesagt hat, dass ihr nie wieder ein Kind bekommen solltet." Sie ließ sich mit zwei Tellern neben Suni nieder und schob einen zu ihr rüber. "Iss was."

Suni gehorchte. "Aber er will eines unsere Kinder umbringen, Bella. Er liebt es gar nicht." Sie schluckte schwer einen Brocken Hawaiitoast herunter, bevor sie fähig war weiter zu reden. "Wie soll dass denn werden, wenn das Kind auf der Welt ist. Will er es dann einfach nicht anerkennen. Ihm seine Liebe verweigern."
"Du weißt genauso wie ich, dass er das niemals machen würde.", widerpsrach Isabella ihr heftig. "Pinto liebt alle seine Kinder. Und er wird auch dieses Kind lieben." Sie seufzte leise, als Suni wieder in Tränen ausbrach. "Suni, er macht sich nur Sorgen um dich. Er liebt dich und will nicht, dass dir etwas passiert."
"Ich weiß ja." Sie nickte leicht. "Aber er kann doch nicht wollen, dass ich dieses Kind nicht bekommen. Ich meine, ich weiß dass ich es schaffe, oder seh ich so krank aus?"
Sie suchte den Blick von Isabella, der analysieriend an ihr hoch und runter glitt. Fast so als wäre sie eine Ärztin.
"Ich weiß, du willst es sicher nicht hören, aber du siehst wirklich ziemlich...labil aus.", schlußfolgerte Isabella vorsichtig. "Du bist blass, müde, unausgeglichen. Ich mach mir auch etwas Sorgen, wenn ich dich so seh. Du solltest lieber zum Arzt fahren, Suni und dich untersuchen lassen." Als Suni den Kopf schüttelte fügte sie hinzu: "Dem Baby zu liebe."
Dass überzeugte die selbstständige Frau und sie nickte zaghaft. "Na gut. Wenn du es für das Beste hälst."

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