Windy Willows

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Do Okt 06, 2011 10:25 pm

Eilig stolperte Antoinette die dunkle Wendeltreppe in ihrem neues zu Hauses herunter, machte einen letzten Hechtsprung zum Telefon und riss den alten Hörer von der Gabel.
"Antoinette Habotté". meldete sie sich, ein wenig außer Atem von dem kleinen Sprint durch die Wohnung.
"Oh, guten Morgen Antoinette, ich hoffe ich habe sie nicht geweckt." Die Stimme ihres freundlichen Chefs erreichte ihr Ohr und ließ sie glücklich auflächeln.
"Nein, nein.", erwiderte sie sanft. "Ich war schon früh wach, schließlich musste ich ja die ganze Wohnung einräumen. Ich danke ihnen übrigens noch einmal dafür."
"Ach dafür doch nicht. Dass war selbst verständlich. Sie sind meine beste Mitarbeiterin." Sie hörte ihn seufzen und konnte sich bildlich vorstellen, wie der alte Mann sich in seinem Stuhl zurücklehnte und aus dem Fenster sah. "Sie verstehen sicher, dass mich ihr plötzlicher Weggang geschäftlich schon in eine schwierige Lage gebracht hat, oder?"
"Natürlich." Mit schlechtem Gewissen biss sie sich auf die Unterlippe. "Und es tut mir wirklich schrecklich Leid, Herr Materius. Aber ich musste umziehen, es hatte persönliche Gründe."
"Ich weiß doch, meine Liebe.", erwiderte er mit seiner üblichen Herzlichkeit in der Stimme. "Ich verstehe ihr Beweggründe, und machen sie sich bitte keine Sorgen. Ich habe schon eine Nachfolgerin für ihren Posten hier. Eine nette ältere Dame, wissen sie." Er räusperte sich verlegen, bevor er weiterrredete und seine Stimme wieder einen geschäftlichen Unterton bekam. "Es gibt eigentlich einen ganz anderen Grund warum ich anrufe. Ich habe mit meinem Partner ins Belladonna Bucht telefoniert, ihr neuer Chef."
Neugierig horchte Antoinette auf. Sie war schon gespannt auf die Aufträge, die sie hier erhalten würde.
"Er schafft es leider nicht sie selber zu begrüßen und einzuweisen, weil er sich zeitweilig auf einer Geschäftsreise in den Drei Seen befindet. Er lässt sich entschuldigen und hofft, dass er sie sobald er wieder da ist sofort kennen lernen kann."
"Ich würde mich sehr freuen.", erwiderte Antoinette lächelnd.

"Dessen war ich mir bewusst, meine Liebe." Ihr Chef lachte leise. "Jetzt hören sie mir gut zu. Ihr neuer Chef schickt einen seiner höheren Mitarbeiter um seine Arbeit bei ihnen zu übernehmen. Sein Name ist Thomas Reim, er ist ein guter Freund von uns. Ich wäre ihn wirklich dankbar wenn sie ihn in einer Stunde empfangen würde. Wäre das in Ordnung?"
Antoinette warf einen Blick auf die Kartons die noch in der Mitte des Flures standen und seufzte innerlich. Aber durch die Dankbarkeit, die sie empfand, konnte sie wohl kaum nein sagen. "Natürlich. In einer Stunde, sagten sie? Dann werd eich jetzt noch eben kleine Häppchen machen, um ihn freundlich zu emfpangen."
"Ich danke ihnen wirklich sehr.", erwiderte ihr Chef. Er seufzte schwerfällig. "Ich wünsche ihnen alles Glück der Welt, meine Liebe. Und vergessen sie nicht sich ab und zu bei ihrem alten Chef zu melden, ja? Ich werde sie hier sehr vermissen."
"Natürlich werde ich mich melden." Sie schloß die Augen um sich das Bild des älteren Herrn hervor zu rufen. "Ich rufe sie an, sobald es etwas Neues gibt. Auf wiedersehen."
"Auf wiedersehen, Antoinette. Grüßen sie Thomans von mir." Und dann klickte es in der Leitung.
Antoinette legte den Hörer zurück auf die Station. Mit einem Blick auf das Chaos vor ihr wäre ihr beinahe ein weiterer Seufzer entglitten.
"Dann mal an die Arbeit.", machte sie sich selber Mut.

Eine Stunde später klingelte es an der Tür. Antoinette, die gerade die letzte Vase an ihren Platz gestellt hatte, fuhr sich noch einmal durch das rotte Haar, rückte ihre Spange zurecht und versuchte ein einigermaßen entspanntes Lächeln auf ihr Gesicht zu zaubern, bevor sie eine der drei Wendeltreppen hinunter in den Eingangsbreich nutzte.
Als sie die Tür öffnete, und diesen wichtigen Mitarbeiter mit einem freundlichen 'Guten Tag' begrüßen wollte, stand ein kleines Mädchen vor ihrer Tür. Dunkle Locken säumten dass rundliche Gesicht, in dessen Mitte zwei große blaue Augen zu Antoinette aufsahen.
"Sally, du solltest doch warten bis ich da bin." Ein großer Mann mit ebenso braunen Haaren und blauen Augen eilte herbei und legte dem Mädchen seine Hand auf die Schulter. Dann hob den Kopf und sah Antoinette mit einem entschuldigenden Ausdruck an. "Es tut mir wirklich Leid, Frau Habotté. Meine Name ist Thomas Reim." Er gab ihr locker die Hand. "Ich weiß, dass das hier ein geschäftlicher Termin ist, aber ich musste Sally mitbringen. Heute ist Schulfrei und der Babysitter hat leider abgesagt."
Antoinette schüttelte energisch den Kopf. "Aber dass macht doch nichts. Ich hab sicher noch ein paar alte Puppen in irgendeinem Karton." Sie warf dem Mädchen einen freundlichen Blick zu. "Am besten wir gehen gleich hoch, was hälst du davon Sally?"

Das kleine Mädchen nickte schüchtern, aber ein erfreutes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen, als Antoinette ihr ihre Hand anbat und die Kleine sie sofort nahm. Zusammen gingen die drei hinauf in ihre Wohnung. Wer sie nicht kannte, wäre mit Sicherheit davon ausgegangen, dass sie eine glückliche kleine Familie wären.
Oben angekommen hatte Antoinette schnell ein paar Puppen gefunden, die sie als Erinnerung mit nach Belladonna genommen hatte. Sally nahm die alten Puppen dankbar an und pielte ganz friedlich mit ihnen auf dem Sofa, während ihr Vater und Antoinette daneben saßen und sich unterhielten.
"Es tut mir wirklich Leid, dass ich hier mit meiner Tochter auftauche, ich weiß, dass sich dass nicht gehört." Verlegen räusperte sich Thomas und warf seiner Gastgeberin einen kurzen Blick zu. Ihre roten Haare, hatten ihn in den Bann gezogen, seid sie die Tür geöffnet hatte.
Kopf schüttelnd winkte Antoinette ab und warf einen Blick auf Sally. "Dass ist kein Problem. Ich finde Kinder toll und sie haben wirklich eine zauberhafte kleine Tochter." Lächelnd erwiderte sie den scheuen Blick des kleinen Mädchens. "Außerdem bin ich ganz froh, wenn dass Gespräch ein bisschen aufgelockert wird." Sie errötete.
Ebenso wie Thomas, der eilig den Blick senkte und versuchte sich daran zu erinnern, was er eigentlich hier wollte.
Schließlich ergriff Antoinette das Wort: "Sie sollen mich einweisen, habe ich gehört?"
"Oh, ja natürlich." Verlegen räsuperte er sich und nahm einen Stapel Papiere aus seiner Aktentasche, die er ihr feierlich überreichte. "Als aller erstes! Herzlich Willkommen in unserer Partei." Er nickte ihr kurz zu, bevor er den Blick wieder auf seinen Koffer richtete. "Sie fangen als Wahlkampfmitarbeiterin an, deswegen bekommen sie noch sehr kleine Aufgaben, wie sich um die Flyer zu kümmern und auf den Straßen mehr Wähler zu animieren. Verstehen sie dass?"
"Natürlich.", erwiderte sie und versuchte dabei mit einem Auge die Notizen auf den Blättern zu lesen. Aber irgendwie kam ihr alles Spanisch vor, was sie da las und von Minute zu Minute zogen ihre Augenbrauen sich näher zusammen, bis sie oben an der Nasenwurzel aneinander trafen.
Gutmütig ergriff Thomas ganz spontan ihre Hand. "Machen sie sich keine Sorgen, Frau Habotté. Ich bin immer da, wenn sie Fragen haben. Lesen sie sich dass erst einmal ganz in Ruhe durch und dann rufen sie mich an. Meine Nummer steht auf der letzten Seite ganz unten."
Als die beiden hochsahen und sich ihre Blicke trafen, zog er ganz schnell seine Hand zurück, als hätte er sich verbrannt. Wieder färbten sich die Wangen der beiden in einem angenehmen Rotton. Und ihre Blicke wandelten ziellos in der Wohnung herum, nur nicht zu dem anderen, der neben ihnen saß.

"Wir machen uns dann mal auf den Weg." Eilig erhob Thomas sich und wandte sich an seine kleine Tochter. "Sally komm, wir haben die nette Dame schon viel zu lange gestört."
Auch Antoinette sprang auf und eilte der quengelnden Sally zur Hilfe. "W-wenn sie möchten...ich meine...dann könnten sie ja zum Mittagessen bleiben. Ich mache Hawaiitoast."
"Nein, dass wär wirklich unhöflich.", bestritt Thomas und ergriff Sallys kleine Kinderhand. "Vielen Dank, aber dass kann ich nicht annehmen."
"Es wäre nur unhöflich, wenn sie jetzt gehen würde.", erwiderte Antoinette, mit einer Kühnheit, die sie sich selber nicht zugetraut hätte. "Bitte bleiben sie zum Essen. Sally hat sicher großen Hunger, und dann kann sie noch ein wenig mit den Puppen spielen. Tun sie mir doch bitte den Gefallen?"
Hilflos nickte er schließlich und folgte Antoinette in die Küche, in der sie sich gleich daran machte die Zutaten feinsäuberlich zusammen zu mischen.
"Und sie wohnen alleine hier?" Thomas nahm sich ein Messer und schnitt den Käse in gleichgroße Scheiben, während er Antoinette immer wieder einen Blick zu warf.
"Mh.", machte sie und legte den Käse auf das Brot. "Für viel mehr Leute reicht dieses Apartment auch nicht. Ich hab zwei Zimmer oben, dass eine ist noch leer, aber ich überlege mir eine Mitbewohnerin zu suchen." Sie sah Thomas fest in die Augen. "Und sie? Haben sie noch mehr Kinder?"
Diesmal schüttelte Thomas den Kopf. "Nein, Sally und ich wohnen alleine." Er seufzte leise. "Meine Frau und ich haben uns vor ein paar Monaten scheiden lassen. Sally wohnt bei mir und besucht ihre Mutter alle zwei Wochen übers Wochenende."
Antoinette ließ der traurige Blick in seinen Augen nicht los, und sie tätschelte sanft seinen Arm. Sie konnte sich vorstellen wie schwierig es als alleinerziehender Vater sein musste.
"Manchmal denke ich, dass ich kein guter Vater bin. So ganz alleine...ich meine...ein Mädchen braucht auch seine Mutter und..." Er verstummte und schüttelte den Kopf, so dass ihm zwei Strähnen ins Gesicht fielen. "Es tut mir Leid, dass ich sie mit meinem privaten Kram nerve. Ich sollte nicht immer so...es tut mir wirklich Leid."

"Dafür müssen sie sich nicht entschuldigend.", entschied Antoinette energisch und stellte die Pfanne auf den Herd. Ihr Gesichtsausdruck wurde sanft, als sie Thomas wieder ansah. "Wir alle haben solche Momente, wo es einfach raus muss. Und ich höre ihnen gerne zu. Schließlich sind sie jetzt ja meine Vertrauensperson."
Er lachte etwas bescheiden, und nahm ihr dann höflich die Pfanne aus der Hand. "Lassen sie mich dass doch bitte machen. Sicher wird das Fett gleich spritzen und ich möchte nicht, dass sie sich verbrennen." Er warf einen kurzen Blick auf ihre weiße Hose. "Oder dass sie ihre Sachen schmutzig machen."
Dankbar überließ sie ihm die Führung und nahm stattdessen die Teller aus dem Schrank. "Na gut, dann werde ich jetzt den Tisch decken. Bis gleich."

Zehn Minuten später saßen sie zu dritt am Esstisch und verspeisten, sich ab und zu unterhaltend die Hawaiitoast, die wirklich gut gelungen waren.
"Und Sally? Wie alt bist du denn?", fragte Antoinette schließlich freundlich nach.
Dass kleine Mädchen schluckte guterzogen den Bissen herunter, den sie im Mund hatte, bevor sie antwortete. "Ich bin sieben und gehe in die zweite Klasse. Meine Schule heißt Bright-Brown-Hight und liegt im Süden von Belladonna Bucht."
Thomas belächelte seine Tochter und warf Antoinette dann einen stolzen Blick zu. "Sally liebt die Schule, nicht wahr?" Er sah seine Tochter fragend an, die daraufhin nickte.
"Und wo bist du zur Schule gegangen?", fragte das Mädchen und sah Antoinette mit großen blauen Augen an, wie am Anfang des Tages.
Diese überlegte kurz, bevor sie ihre Gabel beiseite legte und sie Hände faltete. "Ich bin New Age geboren. Dass ist eine kleine Insel, ganz umgeben von schönem blauen Wasser." Sallys Blick wurde neugieriger, und brachte ihre Erzählerin zum lachen. "Auf der Insel gibt es viele, viele Bäume und Blumen in den verschiedensten Farben, wie der Regenbogen. Ich hab mit meiner Mama, meinem Papa und meinem Hund Streuner in einem gaaanz winzigen Haus auf einem Berg gewohnt..."
"Du hattest einen Hund?", hakte Sally ganz verzückt nach. "Ich hätte auch so gerne ein Hund, aber Daddy sagt dass es in Belladonna Bucht nicht erlaubt ist einen Hund zu haben."
Thomas nickte eilig. "Dass ist ein Programm Punkt unserer Partei.", flüsterte er Antoinette halblaut zu, um ihr eine Erklärung zu geben. "Ich werde ihnen Morgen im Büro noch ein wenig mehr darüber berichten. Es ist eine wirklich schwierige Sache und sehr kompliziert..."

"Daddy!", unterbrach Sally ihn, ganz im Gegenteil zu ihrem sonst so schüchternen Wesen. Ihre Wangen glühten vor Aufregung. "Frau Habotté soll bitte weitererzählen." An Antoinette gewandt rief sie aus: "Bitte erzählen sie noch ein bisschen weiter? Ich möchte noch etwas über New Age hören. Gab es da Feen? und Elfen?"
Antoinette lachte leise über den Übermut und die Fantasie der kleinen Sally. "Na ja, wenn du dich ganz ruhig auf die Wiese gelegt hast und dich nicht bewegt hast, dann konntest du kleine Feen über die Wiese laufen sehen und sich über die schönen Blumen freuen sehen. Aber sobald du dich bewegt hast..." Sie machte eine schnelle Handbegung. "Waren sie weg."
Noch bis in den späten Abend erzählte Antoinette eine Geschichte nach der anderen, die meisten saugte sie sich mit viel Freude aus den Fingern. Aber so lange es Sally gefiel, machte ihr das keine Mühe. Dass kleine Mädchen sollte einen schönen Tag haben, wenn es schon mit seinem Vater zur Arbeit musste.
Schließlich schlief Sally auf dem Schoß ihres Vaters ein.
"Tut mir Leid, dass wir sie so lange belästigt haben."; flüsterte er ihr zu, während er versuchte Sally lautlos zur Tür zu tragen. "Ich hoffe wir haben ihnen nicht den Abend verdorben."
"Ach nein, ich fand es sehr schön.", erwiderte Antoinette ebenso leise. Liebevoll strich sie dem kleinen Mädchen über das braune Haar. "Soll ich sie vielleicht nach Hause fahren?"
Entschieden schüttelte Thomas den Kopf. "Dass wäre wirklich zu viel verlangt. Es ist nicht besonders weit von ihnen und Sally ist Gott sei Dank noch ein Fliegengewicht." Sie beide lachten leise. "Dann wünsch ich ihnen noch einen schönen Abend. Bis morgen, Frau Habotté. Bis morgen und vielen Dank."
"Sehr, sehr gerne." Sie lächelte den beiden noch einmal zu und schloß schließlich die Haustür hinter ihnen.
Erschöpft, aber glücklich ließ sie sich auf dem Sofa nieder, schaltete den Fernseher an und entpannte sich bei warmen Zimmerlicht.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Do Okt 06, 2011 11:43 pm

Total übermüdet stieg sie am nächsten Tag aus dem Bett. Hatte keine besonders gute Nacht gehabt, so ganz alleine in dem großen Apartment. Mehr und mehr hatte sie sich entschieden eine Mitbewohnerin anzuwerben. Ein Zimmer war schließlich noch frei und Miete würde das auch sparen.
Gähnend schlürfte nach unten in den Flur, warf einen Blick auf die Küchenuhr und seufzte. Sechs Uhr in der Früh. Jetzt hatte sie schon einen Job, bei dem sie ausschlafen konnte und dann stand sie schon morgens um sechs hier. Dabei war noch nicht einmal die Sonne aufgegangen.
Gerade hatte sie beschloßen erst einmal einen Kaffee zu trinken, als das Telefon und sein schriller Ton sie schon an ihrem Vorhaben hinderte.
Überrascht nahm sie den Hörer ab. "Antoinette Habotté?"
"Oh, Antoinette, wie schön, dass ich dich erreiche." Jessica klang wirklich bedrückt. "Es tut mir Leid, ich weiß, es ist noch früh, aber ich musste einfach anrufen. Hab ich dich geweckt?"
"Nein, hast du nicht.", erwiderte sie wahrheitsgemäß und ließ sich samt Hörer auf dem Sofa nieder. "Was ist den los? Du klingst völlig aufgedreht?" Innerlich fragte Antoinette sich was einen denn um sechs Uhr morgens so sehr aufregen konnte, dann man eine fast Fremde anrief.
"Ich hab mich mal wieder mit meinem Verlobten gestritten." Jessica seufzte tief und schwer in den Hörer. "Ach Antoinette, ich halt das ganze einfach nicht mehr aus. Ich will auch nicht mehr. Ich weiß, wir beide kennen uns noch nicht so lange, aber du bist die einzige in der Stadt, bei der ich noch nicht in Ungnade gefallen bin."
Antoinette tat die arme Frau Leid. Obwohl sie Jessica noch nicht besonders lange kannte, hatte sie die Blonde ziemlich schnell ins Herz geschloßen und sie jetzt so völlig am Boden zu hören, ließ sie Mitleid fühlen. "Jessica, erzähl mir doch bitte was passiert ist. Vielleicht kann ich dir helfen?"

"Nein, ich denke nicht. Dass ist alles schon viel zu...kompliziert." Sie schluchzte leise auf. "Ich weiß nicht, was dass alles hier noch bringt. Am besten ich hau einfach ab. Jetzt!"
"Und deine Kinder?", erinnerte Antoinette sie erschrocken. "Denk an deine Kinder. Du liebst die drei doch, oder etwa nicht? Und mitnehmen kannst du sie auch nicht." Sie hielt einen Moment inne und überlegte, wie sie Jessica erst einmal beruhigen konnte. "Hör zu, am besten du kommst gleich rum, und dann erzählst du mir alles, okay?"
Jessica schluchzte noch einmal kurz. "Ich hatte gehofft, dass du das sagst, denn ich sitze seid einer halben Stunde im dunklen Park. Bis gleich." Und weg war sie.
Seufzend fuhr Antoinette sich über die Stirn, die andere Hand hatte sie sich in die Hüfte gestempt. "Von einem Chaos-Leben ist dass nächste.", flüsterte sie sich selber zu und lachte leise. Aber anders hatte sie sich das ganze auch nicht vorgestellt. Also tapste sie in die Küche und machte sich daran Frühstück vorzubereiten.

Fünfzehn Minuten später stand Jessica dann vor ihrer Tür. Mit rotgeweinten Augen und einem zerknüllten Tatschentuch sah sie Antoinette an. "Hallo."
"Ach Jessy." Liebevoll legte sie die Arme um ihre neue Freundin und drückte sie erstmal an sich, damit sie sich beruhigte. "Alles wird wieder gut."
Genau dass hatte ihre Mutter auch immer zu ihr gesagt, wie sie sich erinnerte und es hatte ihr immer gut getan dass zu hören, selbst als sie es irgendwann dann besser wusste.
"Am besten du erzählst mir einfach was passiert ist, von Anfang an und dabei essen wir ein bisschen was." Sie warf einen Blick auf ihre Beine, die unter dem baigen Morgenmantel hervorlukten. "Aber am besten besprechen wir dass alles oben, weil mir nämlich langsam kalt wird und die Nachbarn schon gucken." Sie hob die Hand zum Gruß, als sie ihren Nachbarn Angelo Mendoza entdeckte, der gerade seinen Weg zur Arbeit antrat.
Jessica folgte ihr in das geräumige Apartment und ließ sich ohne zu Murren auf das Sofa setzen. "Du wartest hier.", befahl Antoinette mit erhobenem Finger. "Ich zieh mir erst mal etwas Ordentliches an. Hast du Hunger? Sonst kannst du auch ruhig schon in die Küche gehen."
"Nein.", erwiderte Jessica etwas tonlos, völlig zusammen gesackt auf dem grünen Sofa. "Ich warte hier."
So schnell sie konnte, zog Antoinette sich um und erschien bald wieder unten, in einem warmen Pullover und einer weißen Hose. Sie seufzte leise, weil Jessica sich kein bisschen verändert zu haben schien. "So, jetzt erzähl mir was los ist.", bat sie sie sanft.

Jessica holte tief Luft und begann zu erzählen. "Du musst wissen, mein Verlobter hat ziemlich viel Geld. Seine Familie war schon immer wohlhabend, und nachdem seine Eltern gestorben waren, hat er eben das gesamte Vermögen bekommen. Wir beide lernten uns ein zwei Jahre nachdem er Tara adoptiert hatte kennen. Tara war da schon sechs und wahrlich kein einfaches Kind." Sie runzelte bedauernd die Stirn. "Aber ich habe immer versucht mich mit ihr anzufreunden, aber dass hat nie geklappt weißt du? Sie wollte einfach nicht, nie. Schließlich sind wir drei hier hergezogen, mein Verlobter ist hier geboren und fand, dass es für Tara der perfekte Ort war um aufzuwachsen. Dass ich alles zurücklassen musste, hat ihn gar nicht interessiert.", fügte sie kühl hinzu. "Aber ich bin mitgegangen, weil ich ihn liebe. Und ich habe wirklich alles versucht, alles! Aber Tara wurde älter und damit auch schwieriger. Immer und immer wieder hat sie sich neue Gemeinheiten einfallen lassen, bis ich nicht mehr konnte. Ich suchte mich andere Hobbys, ging öfters weg. Fand eben neue Freunde. Und dann begangen die Leute über mich zu reden. Ich sei keine verantwortungsvolle Mutter, ich würde meinen Verlobten betrügen, all solche Sachen." Ihre Augen wurden wieder glasig, als sie weiter erzählte: "Dass hat unsere Beziehung dann nicht mehr ausgehalten. Mein Verlobter und ich haben uns getrennt und ich musste in diesen elendlichen Trailerpark ziehen. Es war schrecklich, Tony. Mein einziger Trost war mein Vermieter, der sich anfangs wirklich liebevoll um mich kümmerte. Leider wollte er mich nur ins Bett bekommen und so naiv und verletzlich ich war, er hats geschaft. Von ihm ist meine Älteste. Mein Verlobter kam mich öfters besuchen, hat gesehen wir schrecklich es mir ging und bat mich wieder zu ihm zurückzukehren. Mit meiner Tochter. Ich stimmte natürlich zu und ein paar Monate später hab ich die Zwillinge bekommen. Wir sind umgezogen und alles begann wieder von vorne. Tara....Tara ist ein wahres Biest."
Antoinette war empört. "Was fällt den Leuten ein, so über dich zu reden? Die, die kennen dich doch gar nicht."Wütend stempte sie die Hände in die Hüfte. "So etwas...fieses."
"Ach sollen sie doch reden, Tony." Jessica wischte sie die Tränen aus den Augen. "Darum geht es mir nicht. Es geht um Tara und um meinen Verlobten. Und die Kinder."
Antoinette nahm ihre Hand und zog sie sanft, aber bestimmt in das kleine Esszimmer, wo ein paar Brote schon auf dem Tisch standen. "Jetzt essen wir erstmal."
Die beiden setzten sich an den Tisch und verschlangen mit mäßigen Appetitt die Sandwiches.
"Ich glaube ich zieh erst einmal von zu Hause aus.", murmelte Jessica bedrückt. "Ich pack meine Sachen und die Kinder und dann zieh ich irgendwohin." Verzweifelt rieb sie sich über das Gesicht. "Aber wo soll ich denn hin? Ich habe keine Geld. Dass ganze Geld gehört ihm."
"Im Notfall ziehst du zu mir." Tröstend strich sie Jessica über den Arm. "Aber versuch es doch erstmal zu klären, hm? Fahr nach Hause, setz dich mit ihm hin und diskutier das aus."
Jessica nickte, wenn auch nur wenig überzeugt. "Ich denke nicht dass es etwas bringt, aber du hast Recht. Am besten mach ich das jetzt gleich." Sie erhob sich von ihrem Platz und drückte Antoinette einen Kuss auf das rote Haar. "Danke und ich werd dich anrufen."

Den ganzen weiteren Tag verbrachte Antoinette damit zu putzen, ein paar Sachen aufzuräumen und zu arbeiten. Immer und immer wieder glitten ihre Gedanken zurück zu Jessica und ihrem schwierigem Leben. Wie unfair es doch von den ganzen Leuten war, so über Jessica zu reden. Sie war doch auch nur ein Mensch.

Gerade beschloß sie ihre Freundin noch einmal anzurufen um zu fragen wie es gelaufen war, als das Telefon ihr zuvor kam.
"Na endlich, ich dachte schon du rufst gar nicht mehr an.", meldete sie sich lachend am Telefon, in der festen Überzeugung, dass es Jessica war.
Aber es war nicht Jessica. "Ähm...tut mir Leid...ich...ich wusste nicht, dass ich sie anrufen sollte. Meine Sekräterin hat mir leider nichts ausgerichtet." Thomas Reim.
Errötend zwirbelte Antoinette ihren dicken Pferschwanz und biss sich auf die Unterlippe. "E-es tut mir wirklich sehr Leid. I-ich dachte sie wären...jemand anderes."
"Kein Problem.", erwiderte er freundlich. Aber man konnte die Unsicherheit praktisch aus seiner Stimme hören. "Es tut mir auch Leid, dass ich sie so spät noch störe, aber ich habe sie heute nicht im Büro gesehen. Deswegen rufe ich sie an. Weil ich sie nicht im Büro gesehen habe." Er macht eine kleine Pause um Luft zu holen. Er war nervös. "Morgen hat unser Chef, Herr Colonia, ein Geschäftsessen geplannt. Er hat mich gebeten sie einzuladen, damit er sie endlich kennen lernen kann. Passt es ihnen?"
"Natürlich." Antoinette lächelte zaghaft. Sie hatte goße Lust mal wieder Essen zu gehen. Dass letzte Mal war schon sehr lange her. "Ich würde mich sogar sehr freuen. Wann soll ich denn da sein? Also um wieviel Uhr? Und welches Restaurant." Sie nahm sich vor Jessica gleich anzurufen und schon einmal nach dem Weg zu fragen.
"Wenn es ihnen Recht ist, hol ich sie um acht Uhr ab? Sie wohnen schließlich ganz in meiner Nähe und da wäre es doch...unnötig wenn wir mit zwei Autos kommen würden." Thomas räusperte sich verlegen. Er fühlte sich unwohl in seiner Haut, obwohl er nur telefonierte.
"Dass wäre wirklich sehr liebenswert von ihnen." Sie schloß kurz die Augen. "Dann freue ich mich, dass sie mich morgen um Acht abholen."
"Ich freue mich auch sehr." Seine Stimme wurde wieder normaler, als entspannte er sich. "Bis morgen."
"Bis morgen." Erleichtert und glücklich legte Antoinette auf und lehnte sich für einen Moment gegen die Wand.
Es war wirklich schön, dass wieder einmal Essen zu gehen. Und dann auch noch mit Thomas Reim. Dass es kein Date war, wusste sie, schließlich hatte er das ausdrücklich erwähnt, aber irgendetwas in ihr, freute sich trotzdem darüber, mit diesem schüchternen Mann wegzugehen. Er schien wirklich nett und aufmerksam zu sein

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Fr Okt 07, 2011 10:54 am

Den ganzen Weg waren Antoinette und Thomas schweigend dahin gefahren, denn irgendwie wollte sich ein wirkliches Gespräch nicht einbringen. Ein paar belanglose Flosskeln wechselten von Zeit zu Zeit den Besitzer, aber etwas Besonderes kam nicht hinzu.
Schließlich hielt das Taxi vor einem kleinem Restaurant mitten im Herzen von Downtown. Es war im Stil der 50ziger gehalten, und in den beliebten Farben Rot, weiß und Schwarz.
"Da sind wir.", murmelte Thomas und stieg eilig aus, um einmal um das Auto herum zu laufen und Antoinette höflicherweise die Tür zu öffnen. "Darf ich bitten?"
Sie warf ihm einen scheuen, aber dankenden Blick zu. "Dass ist sehr liebenswert von ihnen." Dann hakte sie sich bei ihm unter, nachdem er ihr seinen Arm angeboten hatte und maschierte mit ihm durch die Herbstkälte, die sie immoment nicht störte, hinüber zum Eingang des Restaurants.
Gleich hinter der Tür wartete ein blonder Mann. Mit geschäftlichen Blick studierte er ein paar Akten, die er auf den Schoß gelegt hatte. Thomas und Antoinette, die gerade in diesem Moment durch die Tür traten bemerkte er nicht einmal. Bis Thomas ihn ansprach.
"Herr Colonia?" Er tippte ihn freundlich auf die Schulter. "Tut uns Leid für die kleine Verspätung, dass Taxiunternehmen ist eben nicht besonders verlässlich."
Der Mann mit dem blonden Haar sprang auf. Die Akten verschwanden in seiner Tasche und er hielt erst Antoinette freundlich die Hand hin. "Ach, dass ist doch nichts Erwähnungswertes. Sie sind dann sicher Frau Habotté. Schön sie endlich kennen zu lernen."
Sein Griff war fest, aber nicht zu fest. Er erschien Antoinette auf dem ersten Blick freundlich und herzlich. Fast so wie ihr alter Chef. "Guten Tag, ich freue mich auch sie endlich kennen zu lernen." Sie warf Thomas einen kurzen Blick zu, der ihr aufmunternd zu lächelte.

"Und Herr Reim, wie schön sie mal wiederzusehen." Er schüttelte auch Herrn Reim die Hand, bevor er die beiden eingehender betrachtet. "Sie sehen sehr erhollt aus. Dass ist ja super, dann kann ich sie gleich mit neuen Aufgaben benetzen." Die Papiere die er eben so sorgfälltig studiert hatte, fanden ihren Weg zurück in seine Hand und von da aus gleich in die Hände von Thomas und Antoinette. "Hier sind schon einmal ein paar Ideen für das nächste Wahlkampfprogramm." Sein Handy begann zu klingeln. "Sie entschuldigen?"
Antoinette und Thomas nickten und sahen ihm nach, wie er sich langsam in eine Ecke verzog und leise am Telefon diskutierte.
"Er scheint sehr nett zu sein.", murmelte Antoinette schließlich und warf Thomas einen schnellen Blick, den er ebenso schnell erwiderte.
"Ja, besonders wenn er von Geschäftsreisen kommt, sonst ist er das reinste Monster.", witzelte der sonst so schüchterne Mann. Erfreut über das helle Lachen von Antoinette sprach er weiter. "Mit seinen Blicken kann er einen fast umbringen, zumindest hat man manchmal das Gefühl. Sally hat wirklich tierische Angst vor ihm."
"Ist Sally bei einem Babysitter untergekommen?", hakte sie nach, um das Gespräch am Laufen zu halten. "Oder ist sie bei ihrer Mutter?"
Gerade wollte Thomas antworten, als Herr Colonia wieder auf sie stieß, einen entschuldigenden Ausdruck im Gesicht. "Es tut mir sehr Leid, aber ich muss sie schon wieder verlassen. Ein Notfall in der Partei, ich muss da sofort hin." Er sah Antoinette freundlich an. "Am besten sie nehmen den Tisch, den ich reseriviert habe. Wäre ja schade drum."
"Natürlich.", antwortete Thomas und ging schon einmal vorraus, um mit der Dame am Emfpang zu reden.
Herr Colonia ergriff noch einmal Antoinettes Hand, aber statt sie zu schütteln, küsste er sie vorsichtig. "Ich wünsche ihnen noch einen angenehmen Abend. Ich hoffe wir beiden werden und sehr bald wiedersehen. Wenn sie Fragen haben, rufen sie mich einfach an. Herr Reim hat meine Nummer." Und schon verschwand er aus der Tür.
Antoinette sah ihm einen Moment nach, bevor sie den Kopf eilig schüttelte und Thomas zu dem kleinen zweier Tisch in der Mitte des Restaurants folgte.
"Dass ist das Lieblingsrestaurant von Herrn Colonia.", erklärte Thomas, nachdem sie eine Weile geschwiegen hatten und dass Essen schon vor ihnen auf dem Tisch stand. "Ich finde es manchmal etwas gewöhnungsbedürftig, aber im großen und ganzen ist es wirklich sehr nett hier. Und dass Essen ist wirklich fabelhaft."

Antoinette lächelte ihn sanft an. "Ich finde es herrlich.", gestand sie und sah sich noch einmal um. "Dass erinnert mich sehr an meine Mutter, müssen sie wissen. Sie hat die 50ziger geliebt und unser Haus war vollkommen mit solchen Dingen ausgestattet. Ich bins also mehr oder weniger gewöhnt."
"Also leben sie gar nicht in einem verzauberten Wald, umgeben von kleinen Elfen?", scherzte er fröhlich. "Dass wird Sally sicher sehr traurig machen."
Jetzt lachte Antoinette schallend, als sie an die vielen kleinen Geschichten dachte, die sie seiner Tochter erzählt hatte. "Ach dass. Ich fands einfach sehr schön, ihre Tochter lachen zu sehen. Sie schien so schüchtern, und ich hatte das Gefühl ein paar Märchen würden sie schnell aus ihrem Schneckenhaus holen."
Thomas nickte langsam. Dann hob er den Blick und sah ihr unverwandt ins Gesicht. "Ich danke ihnen wirklich sehr, dass sie das getan haben. Sally ist...ich habe das Gefühl, das Sally sich manchmal etwas einsam fühlt. Sie hat viele Freundinnen, ja, aber ich denke ihr fehlt die Mutter." Sein Blick wurde ein wenig eisig. "In den letzten Wochen hat ihre Mutter auch ständig die Wochenenden abgesagt. Ich weiß nicht was ich tun soll. Sally ist jedesmal am Boden zerstört."
"Dass tut mir sehr Leid.", erwiderte Antoinette bewegt. In ihr machte sie Wut auf die Mutter breit, die ihr Kind einfach so im Stich ließ.
"Ihnen muss dass nicht Leid tun, sondern ihr. Was sie dem armen Mädchen damit antut, ich glaube das versteht sie gar nicht." Thomas seufzte bedrückt. "Sally ist ein wirklich liebes und einfaches Mädchen. Ich kann nicht verstehen, dass sie so zu ihr ist. Und dass erst seid der Scheidung. Vorher war alles...gut."
Antoinette ergriff seine Hand. "Wissen sie, wenn sie Hilfe brauchen können sie Sally auch gerne einmal zu mir bringen. Wir haben uns ja gut verstanden, und dann..." Sie stockte.
Thomas warf einen kurzen Blick auf ihre verschränkten Hände, wagte es aber nicht sich zu bewegen. Er wollte nicht dass sie ihre warme Hand wieder wegzog. "Dass wäre wirklich sehr nett, wenn sie das tun würden. Ich denke Sally kann sie sehr gut leiden und dann hätte sie auch endlich mal wieder eine weibliche Bezugsperson. Dass wäre schön."

Antoinette lachte leise. "Dass war wirklich ein wunderbarer Abend." Sie warf einen schnellen Blick auf ihre Armbanduhr und erschrack: "Um Himmelswillen. Es ist schon bald 12 Uhr."
Auch Thomas war nun aufgeschreckt, dabei hatte er sich den ganzen Abend so gut amüsiert. "Dass war sehr unhöflich von mir, sie so lange hier zu halten. Sicher sind sie müde."
"Eigentlich nicht.", erwiderte Antoinette errötend. "Ich hatte einen wirklich ausgsprochen schönen Abend mit ihnen und wenn ich morgen nicht arbeiten müsste, würde ich noch sehr gerne bleiben. Aber morgen steht ein wirklich anstregender Tag im Park bevor. Neue Wähler animieren."

Thomas lachte, und erhob sich. "Ich verstehe dass wirklich. Ich bezahle sofort und rufe ihnen dann ein Taxi. Was halten sie davon?"
Antoinette nickte und erhob sich, doch der Sekt, den sie getrunken hatte machte sich schon bald bemerkbar und ließ sie schwanken. Sofort war Thomas da und legte die Arme um sie, um sie aufzufangen. Sie fühlte sich seltsam leicht in seinen starken Armen.
"Oh, ich hab wohl ein wenig zu viel Sekt getrunken. Ich vertrage nicht so viel von diesem Zeug." Antoinette faste sich an Stirn und schloß die Augen. Denn vor ihren Augen drehte sich alles. "Dass tut mir wirklich Leid. Dass ist jetzt wirklich sehr peinlich."
"Ach, dass passiert jedem doch mal." Mit der einen Hand stützte Thomas sie, mit der anderen griff er in seine Hosentasche um nach dem Geld zu suchen. "Ich bezahle jetzt, dann bring ich sie zum Taxi und dann fahre ich mit ihnen nach Hause. Nicht dass ihnen noch etwas passiert."
"Ach mir geht es doch gut.", beteuerte Antoinette, mit Blick auf Sally, die zu Hause bei dem Babysitter war. "Sie müssen nach Hause. Ihr Babysitter wartet und Sally sicher auch."
"Ich hoffe doch sehr, dass Sally schläft, sonst muss ich mir dringend einen neuen Babysitter suchen." Er lachte und Antoinettes Herz begann zu klopfen.
Was war in sie gefahren? Sie kannte diesen Mann doch erst ein paar Tage, aber wieso zeigte ihr Körper dann schon solche extrem Reaktionen auf ihn? Was war mit ihr los? Sie konnte sich doch schlecht in diesen hübschen, wirklich lieben und freundlichen, sehr aufmerksamen jungen Mann verliebt haben. Nicht nach dieser kurzen Zeit. oder doch?
Ihre Augen suchten seine und kurze Zeit später hatten ihre Lippe seine verschloßen.
So standen sie da, küssten sie sanft, mitten im Restaurant und versuchten nicht darüber nachzudenken, was das bedeutete.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Sa Okt 08, 2011 12:15 pm

Vorsichtig löste Thomas sich von Antoinette, nachdem sie eine halbe Stunde später in ihrem Wohnzimmer standen und da weiter machten, wo sie im Restaurant begonnen hatten. Er sah verlegen zu Boden. "Wissen sie, ich-"
"Du.", unterbrach Antoinette lächelnd. "Ich glaube es ist jetzt wirklich an der Zeit, dass wir uns duzen. Oder?"
Thomas nickte eilig. "Ja, tut mir Leid, du hast Recht, Antoinette." Er nahm ihre Hand und spielte zärtlich mit ihren Fingern. "Ich-ich wollte nur sagen, dass das eigentlich nicht meine Art ist." Beklommen sah er sie an. "Ich steige eigentlich nicht mit fast fremden Frauen ins Bett, ich muss schließlich auch an Sally denken."
"Ich doch auch nicht.", beeilte Antoinette sich zu sagen. Die ganze Schüchternheit, mit der sie Thomas sonst begegnete war wie davon geflogen, jetzt wo sie wusste, dass er sie mochte. "Ich bin selber über mich erstaunt. Dass ist eigentlich ganz und gar nicht meine Art." Sie errötete unter dem verständnsivollen Lächeln von Thomas.
"Da bin ich aber froh." Er lachte leise. Plötzlich schien er ganz befangen. "Vielleicht sollte ich nach Hause gehen. Der Babysitter und Sally..." Er verstummte.

Antoinette legte sanft ihre Hand an an sein Gesicht und streichelte ihn beruhigend. "Du brauchst nicht so nervös sein, Thomas. Setz dich hier auf das Sofa und komm erstmal zur Ruhe. Ich werde ich der Zeit kurz nach oben gehen und mich frisch machen, hm?" Er nickte, sie drückte ihm einen Kuss auf den Mund und stieg die Wendeltreppe nach oben.
Sicher braucht er noch etwas Zeit, dachte sie, entledigte sich ihrer Klamotten und stieg unter die Dusche.
Das heiße Wasser ließ auch sie sich völlig entspannen und einen Moment dachte sie nicht über die Konsequenzen nach, die aus diesem Abend vielleicht folgen könnten. Thomas und sie waren Arbeitskollegen, und dass Wichtigste, er hatte eine kleine Tochter. Antoinette konnte also nicht einfach in ihr Leben steigen und dann von dem einen auf den anderen Tag wieder verschwinden. Wenn sie sich heute mit ihm einließ, dann musste sie sich sicher sein, dass sie sich auch eine Zukunft mit ihm vorstellen konnte, oder nicht?

Dass sie das können würde, daran zweifelte sie keine Sekunde. Thomas war der weitaus liebste Mensch, den sie seid einiger Zeit kennengelernt hatte. Und Sally war ein wirklich tolles Mädchen, die Chemie zwischen ihnen drei stimmte doch von der erste Sekunde an. Also warum denn nicht?
Glücklich stieg sie aus der Dusche und beeilte sich abzutrocknen. Jetzt konnte sie es gar nicht mehr erwarten Thomas wiederzusehen. Sie trat vor den Spiegel über dem Waschbecken und warf einen Blick darein. Mit dem rosa Handtuch um den Kopf sah sie vielleicht nicht besonders anziehend aus, aber Haare föhnen würde nur Zeit nehmen. Und sehr lange konnte Thomas sicher nicht mehr bleiben. Bestimmt wollte er zu Hause sein, wenn Sally aufstand.
Also frischte sie nur kurz ihr Make Up auf und eilte dann in Unterwäsche und mit dem gemütlichen rosa Handtuch um den Kopf die Treppe wieder herunter.
Zu ihrer Belustigung hatte auch Thomas sich schon seiner Kleidung entledigt und saß nun im Unterhemd und Unterhose auf dem Sofa. Die Finger nervös auf seinem Knie tippend.
"Oh.", machte Antoinette und lachte verhalten. "Da hatten wohl zwei Dumme den gleichen Gedanken."

Thomas erhob sich, rot wie eine Tomate und kam auf sie zu. Zärtlich, ja fast vorsichtig nahm er ihre Hände und legte seinen Arm um ihre Taile. "I-ich wusste nicht genau...also...nicht dass du jetzt denkst ich will dich nur rumbekommen...ich find dich wirklich toll, Antoinette." Schüchtern sah er sie an, mit seinen blauen Augen.
Antoinette erwiderte den scheuen Blick selbstbewusst wie nie. "Dass weiß ich doch, Thomas.", sagte sie sanft. "Du musst vorallem an Sally denken, wenn wir jetzt wirklich..."
"Dass tue ich.", rief er wie aus der Pistole geschoßen. "Ich denke an Sally, und ich glaube sie mag dich sehr. Sie wäre sicher sehr glücklich wenn...also...wenn du und ich..."
"Zusammen wären.", vollendete sie seinen Satz kichernd und zog ihn zu sich aufs Sofa. "Und jetzt entspann dich bitte, Thomas! Wir werden jetzt einen schönen Abend verbringen."

Als sie am nächsten Morgen aufwachte, war der Platz neben ihr fast leer. Nur ein einsamer Zettel lag auf dem Kissen, beschrieben mit Thomas unordentlichen Buchstaben.
Ein Lächeln stahl sich auf ihre Lippen als sie ihn hochnahm und unter dem künstlichen Licht ihrer Nachttischlampe las. "Liebe Antoinette. Es tut mir Leid, dass du aufwachst und ich schon weg bin, aber Sally braucht mich Morgens noch. Ich wollte dich nicht wecken, du sahst so süß aus, wie du geschlafen hast, verzeih mir. Die nächsten Tage werden etwas eng, ich rufe dich an, sobald ich etwas Luft hab, wenn es für dich in Ordnung ist. Bis dann, Thomas."

Wie glücklich sie doch war. Ihr Herz schien fast aus dem Brustkorb zuspringen, so wohl fühlte sie sich. Thomas war ein liebervoller Mann und Liebhaber. Nie hätte sie gedacht, dass sie nach ihrem Ex-Freund soo schnell einen neuen Mann in ihr Leben lassen würde, aber dann kam Thomas und hat alles verändert.
Sie hatten gestern noch lange geredet. Fest aneinander gekuschelt lagen sie hier, in ihrem Bett und haben sich unterhalten. Über Antoinettes Vergangenheit, und über Thomas Vergangenheit. Über Sally und ihre Mutter, über Antoinettes Ex-Freund und ihre schrecklich komplizierte Familie.
Sie hatte sich so gut gefühlt in seinen Armen. Es war einfach tierisch schön gewesen, und jetzt wo er weg war, vermisste sie ihn schon. Und wie bald würde er anrufen?
Kopfschüttelnd stand sie auf und begab sich ins Badezimmer, um sich erst einmal anzuziehen. Und dann würde sie arbeiten gehen, beschloß sie und versuchen einen ganzen Tag mal nicht an Thomas zu denken. Er würde vielleicht heute noch anrufen, wenn sie es sich ganz doll wünschte.


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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Sa Okt 08, 2011 2:18 pm

"Jessica." Überrascht sah Antoinette ihre Freundin an, die in relativ leichter Kleidung vor ihr stand, während sie selber schon ihren dicken Winterparker anhatte.
"Tut mir Leid, Tony, dass ich dich mal wieder so überfalle." Sie lächelte ihr entschuldigend zu. "Armand, Tara und ich waren gerade einen Kaffee trinken und dann habe ich vorgeschlagen dich besuchen zu kommen, passt es dir?" Sie rückte etwas näher an sie heran und flüsterte: "Vielleicht kannst du mal mit Tara reden."
Antoinette nickte kurz. "Natürlich.", antwortete sie langsam und warf einen kurzen Blick über ihre Schulter. Ein gutaussehender, großer blonder Mann stand da, in einem feinen und wahrscheinlich auch sehr teuren Anzug, vor ihm ein Mädchen im Teenager Alter. Rote Haar, die zu einem stylischen Bob geschnitten worden waren, und einen Rock, der zu kurz für den zierlichen Körper zu sein schien. Mit verschränkten Armen stand sie da und betrachtete das Haus vor ihr abschätzig.
"Tara.", rief Jessica jetzt und drehte sich zu dem Mädchen um. Mit einem freundlichen Lächeln winkte sie sich zu ihr heran. "Komm doch mal her, ich will dir meine Freundin vorstellen." An Armand gewandt: "Du natürlich auch Liebling, na kommt schon."

Antoinette hielt Tara ihre Hand hin, die sie zu ihrer Überraschung sogar nahm und kurz schüttelte. "Hallo Tara, ich bin Antoinette, aber du kannst mich Toni nennen."
Tara zuckte mit den Achseln. "Wenn du meinst, Tony." Dann drehte sie sich um und betrachtete weiterhin die Gegend um sich herum.
Armand war da weitaus höflicher. Mit einer erhobenen Augenbraue kam er auf Antoinette zu und gab ihr die Hand. "Ich muss mich für meine Tochter entschuldigen. Sie ist in einem schwierigen Alter." Er seufzte kurz, dann glätteten sich die Falten auf seiner Stirn wieder und er lächelte. "Sie sind also Antoinette Habotté von der meine Verlobte immer redet."
"Ja, dass bin ich wohl", erwiderte Antoinette lachend. "Und sie sind also der unbekannte Verlobte, von dem ich noch nicht einmal den Namen gehört habe."
"Tut mir Leid, Tony." Jessica gesellte sich wieder zu ihnen und ergriff Armands Hand. "Aber jetzt sind wir ja hier, um dich endlich kennenzulernen." Sie blinzelte Armand verliebt zu. "Die tollsten Personen in meinem Leben lernen sich endlich kennen, dass finde ich wunderbar."
Armand nickte zustimmend. "Ich auch, Liebling. Deine Freunde sind natürlich auch meine Freunde." Er zwinkerte Antoinette schmunzelnd zu.
Hinter ihnen hüstelte Tara ironisch. "Wie niiieeedlich.", spunkte sie unsanft heraus und warf den dreien einen verächtlichen Blick zu. "Heile, heile Familie nicht wahr?"
Jessica ignorierte ihre Aussage, man sah ihr aber an, wie wütend es sie machte. Und Antoinette konnte sie verstehen. Taras ganze Austrahlung war wirklich schwer zu erstragen.
"Tara, jetzt benimm dich doch bitte.", bat Armand sie freundlich, nahm sie am Arm und zog sie ein Stück vor. "Wir haben gesagt wir werden einen schönen Tag miteiander verbringen. Ohne Streit und Ärger. Weißt du noch, dass du es mir versprochen hast?" Tara nickte widerwillig.

"Wie wäre es wenn wir erst einmal reingehen? Es ist schon spät und wird gleich Dunkle, habt ihr nicht Lust zum Abendessen zu bleiben? Ich mach Spagettie."
Jessica nickte eilig und sah Armand fragend an. "Dass wäre doch wunderbar, oder nicht? Dann müssten wir nicht kochen heute und du kannst dich ein bisschen unterhalten."
Armand schien hin und her gerissen, als er antwortete: "Liebling, die Zwillinge sind zu Hause bei einem Babysitter, lass uns doch lieber nach Hause gehen, hm?"
Jessicas Blick wurde ein wenig kühler und ihre Stimme schärfer. "Ersten, Armand, ist auch Ozeane zu Hause bei dem Babysitter, aber das scheint dich ja wenig zu interessieren. Und zweitens brauch ich auch mal eine Auszeit. Ich habe die Zwillinge jeden Tag, lass uns einen Abend entspannt bei einer meiner Freundinnen verbingen, hm?"
Armand nickte seufzend. Er warf Tara einen kurzen Blick zu, die immer noch ziemlich desinteressiert neben ihm stand. "Na gut.", sagte er schließlich sanft an Jessica gerichtet. "Wenn Antoinette dass nicht zu viel Arbeit ist, dann bleiben wir zum Abendessen. Dass wird schön, nicht wahr Tara?"
"Dann kommt doch erstmal rein." Antoinette schloß die Haustür wieder auf und ging der kleinen Familie voraus in die Wohnung.

Als sie am Tisch saßen und die Spagettie aßen, entsprang ein wunderbares Gespräch zwischen den Vieren. Selbst Tara war ein wenig interessierter und beteiligte sich zeitweilen.
"Jessica hat mir erzählt dass ihr beide noch mehr Kinder habt, außer Tara, nicht wahr?", fragte Antoinette interessiert.
Armand nickte eilig und schluckte den Happen herunter, den er im Mund hatte. Purer Vaterstolz glänzte in seinen Augen. "Ja, die Zwillinge sind gerade neugeboren. Aber du müsstest sie mal sehen, Antoinette. Zwei kleine Engel liegen da in ihren rosa Betten. Hat Jessica ihnen schon gesagt was für wunderbare Namen sie haben?" Antoinette schüttelte den Kopf. "Die Erstgeborene, nur zwei Minuten, aber trotzdem, heißt River und ihre Schwester Heavenly. Sind dass nicht zwei tolle Namen?"

Bevor Antoinette etwas antworten konnte, warf Jessica sich dazwischen. "Du hast unsere kleine Ozeane vergessen, Liebling.", erinnerte sie ihn mit einem strengen Blick.
"Mh, ja.", antwortete Armand eilig. "Aber die Zwillinge, ich weiß dass das ware Wunderkinder werden, wie meine große Tara hier." Er deutete auf den Teenie, der inwzischen schon wieder sehr still war und ihren Teller langsam leerte. "Tara ist wirklich sehr intelligent, nur Einsen hat sie in der Schule. Ich bin schrecklich stolz auf sie."
"Danke Dad.", murmelte Tara und warf Antoinette einen verlegenen Blick zu. "Aber so gut bin ich gar nicht in der Schule. Du sollst nicht immer so prahlen."
"Ich prahle doch nicht Tara." Er lachte und wandte sich wieder an Antoinette. "Ich bin mir ganz sicher, dass aus Tara mal etwas ganz Großes wird. Wie aus den Zwillingen."
"Und aus Ozeane.", fügte Jessica eilig hinzu. Ihr Blick war kalt als sie Armand jetzt tief in die Augen sah. "Du vergisst immer wieder deine Tochter, Armand."
"Weil sie nicht seine Tochter ist.", rief Tara messerscharf dazwischen. Alle Blicke richteten sich auf sie, die aber fixierte nur Jessica. "Ozeane ist nicht Dads Tochter, als muss er auch nicht von ihr erzählen. Nur weil du überall deine Beine breit machst, muss er es doch jetzt nicht ausbaden, oder?"
Antoinette war geschockt von den harten Worten einer Sechzehnjährigen. Fassungslos sah sie von Jessica, zu Armand und von ihm wieder zurück zu Tara. Ihr fehlten die Worte.
"Tara, dass war sehr respektlos." Jessica sah ihre Ziehtochter mit einer Menge Zurückhaltung an, Antoinette konnte sehen wie sehr ihre Hand zitterte. "Ich möchte so etwas nie wieder von dir hören. Hast du mich verstanden Tara? Hast du mich verstanden, hab ich gefragt?"

"Nein." Tara schüttelte ihren roten Schopf und verschränkte die Arme vor der Brust. "Du hast mir nichts zu sagen. Du bist nicht meine Mutter, Jessica."
Hiflos sah Jessica zu Armand, in der Hoffnung er würde endlich etwas gegen seine aufsässige Tochter tun.
Er räusperte sich. "Ich denke nicht, dass das hier der richtige Ort ist dass zu besprechen." Dann wandte er sich wieder an Antoinette. "Es tut mir sehr Leid, dass wir dir den Abend so verdorben haben. Am besten wir gehen jetzt nach Hause. Danke für das Abendessen."
"Nein Armand." Jessica schien völlig vergessen haben dass sie nicht zu Hause war, sondern bei Antoinette. Denn ihre Stimme war lauter geworden. "Du musst endlich mal etwas gegen deine Tochter sagen. Hörst du nicht wie sie mit mir redet?" Als Armand weiterhin schwieg sprang sie auf und verließ fluchtartig das Esszimmer, Armand hinter her.
Antoinette warf einen kurzen Blick auf Tara, der tadelnd wirken sollte. "Dass war nicht besonders nett, Tara. Dass weißt du oder?"
"Klar weiß ich dass. Aber ich hab ja recht.", antwortete sie frech und aß weiter ihre Spagettie.
Antoinette schüttelte über dieses bösartige Mädchen nur den Kopf, stand auf und ging dem streitenden Paar hinter her ins Wohnzimmer.
"Es ist immer das selbe, Armand.", schrie Jessica ihren Verlobten wütend an. "Du hast Ozeane aufgenommen und gesagt, dass du sie wie eine eigene Tochter behandeln wirst."
"Sie ist aber nicht meine Tochter, Jessica. Verstehst du dass? Sie ist von einem anderen Mann!", schrie er zurück.
"Na und?" Jessica hatte Tränen in den Augen. "Ich halte dass nicht mehr aus, Armand. Du verlangst von mir, dass ich mich um Tara kümere, wie um meine eigene Tochter, obwohl sie sich benimmt wie...wie ein verwöhntes Kind! Aber Ozeane kannst du nicht einmal ansatzweise annehmen. Ich habe die Nase gestrichen voll." Und dann ging sie.
Armand seufzte und zwickte sich entnervt in Nasenwurzel. "Tut mir Leid, Antoinette. Am besten wir gehen jetzt." Er seufzte noch einmal. "Tara! Komm jetzt, wir gehen nach Hause."
Antoinette nickte hilflos und geleitete die beiden höflicherweise zur Tür. "Auf wiedersehen.", murmelte sie zum Abschied und sah den beiden noch eine Weile nach.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Sa Okt 08, 2011 3:08 pm

Nachdem sie die Tür geschlossen hatte, stieg sie die Treppen wieder hinauf und überlegte was nun zu tun war. Sie war doch Jessicas Freundin und sie musste ihr helfen, so viel stand ja wohl fest. Aber was konnte sie tun? Vielleicht Jessica beten für eine Weile zu ihr zuziehen? Mit Ozeane? Zwar hatte sie noch ein Zimmer frei, aber die Wohnung war sowieso schon so eng. Sicher würden sie sich hier ständig auf die Füße treten.
Gerade beschloß sie erst einmal eine Nacht darüber zu schlafen, als das Telefon sie daran hinderte ins Schlafzimmer zu gehen.
Seufzend nahm sie ab. "Antoinette Habotté?"
"Tony." Thomas sanfte Stimme drang an ihr Ohr und ließ sie erschaudern. "Tut mir Leid, dass ich mich erst jetzt melde. Ich kam nicht früher dazu."
"Dass macht doch nichts.", erwiderte Antoinette und lächelte in den Hörer. "Ich hab mit dir sowieso erst morgen gerechnet. Frühestens. Wie geht es dir denn?"
"Es geht.", antwortete er seufzend. "Ich bin fertig von dem Tag und...und ich vermiss dich."
"Ich dich auch." Röte erschien auf Antoinettes kalten Wangen. "Sehr sogar. Wann können wir uns wiedersehen?"
"I-ich weiß nicht.", erwiderte Thomasn nachdenklich. "Ich würd dich am liebsten jetzt gleich sehen, aber Sally ist gerade erst ins Bett gegangen und der Babysitter hat heute frei." Er macht eine kleine Pause. "Vielleicht können wir uns am Montag sehen? Nach der Arbeit, in einem Kaffee um die Ecke?"

Enttäuschung machte sich in ihr breit, als sie daran dachte, dass es noch zwei Tage bis dahin waren.
"Es tut mir wirklich Leid, Tony. Aber ich hab momentan wirklich viel zu tun. Wir sind mitten in den Vorbereitungen für den Wahlkampf. Und um Sally mus sich mich auch noch kümmern, dass ist alles...nicht so einfach. Verstehst du dass?"
Antoinette nickte. Bis ihr einfiel, dass er das gar nicht sehen konnte. "Natürlich.", fügte sie also rasch hinzu. "Sally steht an erster Stelle."
Eine Weile schwiegen sie beide, unsicher was nun gesagt werden sollte. Eigentlich dachten sie das selbe, aber keiner wagte es auszusprechen.
Doch nach einer halben Ewigkeit riß Antoinette sich am Riemen. "Thomas? Sind wir jetzt eigentlich fest zusammen?" Sie kam sich vor wie ein dummer Teenager, als sie das fragte.
Doch Thomas schien das sehr ernst zu nehmen. "Ja, also wenn du willst natürlich nur. Willst du?"
"Natürlich will ich." Antoinette lächelte beruhigt. "Und was ist mit Sally? Ich meine, wirst du es ihr sagen oder nicht?"
"Natürlich werde ich es ihr sagen.", beeilte Thomas sich zu sagen. "Ich werde es ihr sagen, auf jedenfall. Aber nicht jetzt. Lass uns erst einmal ein bisschen warten." Er seufzte leise. "Sie hat gerade irgendwie ihre Mutter, im Prinzip, verloren. Ich möchte sie nicht unter Druck setzen. Sie ist noch ein Kind."
"Ich weiß doch und ich versteh dich, Thomas.", antwortete sie liebevoll. "Nimm dir Zeit um ihr das zu erklären. Aber ich denke sie wird nichts dagegen haben."
"Nein bestimmt nicht. Sie vergöttert dich praktisch." Thomas lachte glücklich. "Ich muss jetzt auflegen, Tony. Wir sehen uns Montag, oder?"
"Ja, bis Montag. Ich freue mich sehr." Antoinette legte auf. Ein glückliches Lächeln erschien auf ihrem Gesicht, als sie daran dachte, was die Zukunft ihr noch bringen konnte.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Sa Okt 08, 2011 4:17 pm

"Thomas." Diesmal ärgerte Antoinette sich wirklich über den Überraschungsbesuch. In ihren alten Hosen und der Schürze um die Hüfte, sah sie bestimmt wenig atraktiv aus. Dabei hatte sie sich doch schon heraus gelegt, was sie morgen anziehen wollte, wenn sie Thomas traf. "Was machst du denn hier?"
"Tut mir Leid, Tony." Er unterdrückte ein Grinsen, als er die Dame seines Herzens in diesem Outfit sah. "Ich war mit Sally in der Nähe, weil sie zu einer Freundin wollte. Jetzt sind wir aber zu früh und Sallys Freundin ist noch gar nicht da. Dürfen wir herein kommen, obwohl wir dich offensichtlich stören?"
Sally drängte sich an ihrem Vater vorbei und viel Antoinette freudig in die Arme. "Oh bitte bitte bitte. Sonst müssen wir vor der Tür warten und ich wollte doch Cassy noch begrüßen."
Als Antoinette Thomas einen fragenden Blick zuwarf, flüsterte er halblaut: "Deine Puppe, sie hat sie Cassy genannt."
"Oh natürlich." Antoinette ging einen Schritt zur Seite um die beiden ungeplannten Besucher herein zu lassen. Sally verschwand sofort nach oben, so dass Thomas und sie alleine waren. Mit hochgezogener Augenbraue sah sie ihn an. "Du findest dass auch noch witzig wie ich hier aussehe? Ich war grad am putzen."
Thomas lachte leise. Zärtlich zog er sie näher an sich heran und küsste sie sanft auf die Nasenspitze. "Du siehst wunderbar aus mit der bunten Schürze und dem grünem Handtuch."
Fast alarmmäßig fasste sie sich an den Kopf und stöhnte dann ergeben. "Na toll. Ich sehe wahrscheinlich aus wie eine billige Putzfrau, oder?"

"Nein, du siehst wunderschön aus, wie immer." Er hielt sie noch ein wenig fester an sich gedrückt. "Verzeih mir den plötzlichen Überfall, aber ich habs einfach nicht mehr ohne dich ausgehalten. Ich musste hier her kommen und dich sehen, wenn auch nur für fünf Minuten." Sein Kuss wurde leidenschaftlicher.
Doch Antoinette beendete ihn eilig. "Sally ist oben.", erinnerte sie ihn sanft. "Du hast doch selber gesagt sie brauch ein bisschen Zeit. Ich will nicht dass sie es so erfährt."
Thomas nickte zustimmend. "Du hast Recht. Wir sollten warten bis sie weg ist." Sein Lächeln würde intensiver. "Und dann gehen wir schön Essen, okay?"
"Oder ich koch einfach für dich." Sie nickte mit dem Kopf in Richtung Küche. "Ich hab frische Kottlets gekauft, und alleine essen macht kaum Spaß. Also?"
"Okay.", erwiderte Thomas einverstanden und löste sich voll und ganz von ihr. Mit einem gemütlichen Seufzer ließ er sich auf der grünen Couch nieder.
Keine Sekunde zu spät, denn schon im nächsten Augenblick kam Sally die Treppe herunter. Mit einem freundlichen Grinsen sah sie zu Antoinette und ihrem Vater. "Mara ist da.", erklärte sie ihrem Vater. "Ich geh jetzt rüber, Daddy. Holst du mich um Neun Uhr ab?"
"Soll ich dich nicht hinbringen?", fragte Thomas erstaunt und sah zu wie seine Tochter ihren Rucksack schulterte.
"Der Weg ist doch ganz kurz, ich geh einmal um die Ecke und dann bin ich schon da. Bleib du mal hier." Sie kam zum Sofa und gab ihn einen Kuss auf die Wange, anschließend umarmte sie Antoinette. "Danke, dass ich immer mit deinen Puppen spielen darf, Tony. Bis bald."

"Kein Problem, viel Spaß.", rief sie ihr hinter her, während sie schon nach unten lief und man keine drei Sekunden später die Haustür hörte. "Deine Tochter ist etwas Besonderes."
"Ich weiß." Thomas erhob sich und legte seine Arme wieder besitzergreifend um Antoinette. "Und wir können jetzt unbeobachtet forfahren, was hälst du davon?"
Lachend zwang sie sich aus seiner Umarmung und trat den Weg zur Küche an. "Ich werde jetzt kochen gehen, mein Lieber. Du kannst mir ja helfen."
Ohne zu murren folgte er in die Küche, wo sie beide dann lachend und schwatzend den Kochlöffel schwangen.
Nach einer halben Ewigkeit saßen sie endlich mit zwei Tellern am Tisch und verspeisten die frischen Kottlets fröhlich. Antoinette dachte nicht mal mehr daran, wie sie aussah.
"Ich bin wirklich froh, dass du hier hergezogen bist.", sagte Thomas plötzlich und ergriff Antoinettes Hand. "Wirklich. Mir hätte nichts Besseres passieren können."
Errötend lachte Antoinette in ihr Weinglas. "Du Spinner." Aber es tat ihr gut das zu hören. "Ich bin auch sehr glücklich mit dir."

"Genau, und ich finde deswegen sollten wir es Sally bald sagen." Mit einem Leuchten in den Augen sah er sie an. "Sobald wie möglich. Wir gehen mit ihr Essen, oder bowlen und dann erzählen wir beide ihr von uns. Zusammen, was hälst du davon?"
Antoinette war etwas überrumpelt. Sie hatte sich darauf eingestellt, dass sie noch eine Weile warten würden, schließlich war Sally erst sieben. Trotzdem schmeichelte ihr die Dringlichkeit, mit der Thomas es offiziell machen wollte. "Dass ist sehr lieb, aber bist du dir sicher, dass es der richtige Zeitpunkt ist?"
"Ja.", erwiderte Thomas feslenfest überzeugt. "Sally wird es gut aufnehmen, sie mag dich wirklich sehr. Oder hast du Zweifel?" Besorgt sah er sie an.
"Nein, ich hab keine Zweifel." Antoinette drückte seine Hand zur Überzeugung. "Ich möchte ihr es gerne sagen. Und wenn du denkst, dass es der richtige Zeitpunkt ist, dann lass es uns tun." Sie beugte sich über den Tisch und küsste ihn zärtlich auf den Mund. "Ich freue mich wirklich sehr darüber."


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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Do Nov 03, 2011 2:51 pm

Antoinette stieg aus ihrem Auto aus, schloß die Tür hinter sich und verriegelte alles. Ihr Blick glitt hinauf zum zweiten Stock des großen Gebäudes und ein wohliges Gefühl machte sich in ihr breit. Ein Gefühl von zu Hause zu sein, obwohl sie es doch gar nicht war.
Aber Sally und Thomas waren in dieser kurzen Zeit immer mehr zu ihrer Familie geworden. Sie verbrachte manchmal ganze Tage bei ihnen, machte Spieleabende mit und ging mit Sally in den Zoo. Schulausflüge durfte sie mitplanen und zum shoppen bestand Sally sowieso nur auf sie. Es war perfekt.
Oben wurde das Fenster aufgerissen und ein blonder Lockenkopf erschien. "Tony! Da bist du ja endlich, komm schnell hoch, ich will dir mein neues Schulprojekt zeigen."
"Ich komm ja schon.", erwiderte Antoinette lachend und beeilte sich die paar Stufen hinauf in den ersten Stock zu kommen.
Lächelnd betrat sie die geräumige Wohung und ließ die Haustür hinter sich ins Schloß fallen und sah sich um. Thomas kam selten zum aufräumen, da er neben der Kanzlei auch noch als Arzt arbeitete. Und wenn er dann da war, versuchte die verbliebene Zeit für Sally zu nutzen, damit sie nicht zu kurz kam in seinem Leben. Antoinette nahm sich vor demnächst vorbeizuschauen und ihr eine Grundreinigung zu machen. Auch wenn sie innerlich hoffte, dass die beiden vielleicht bald zu ihr ziehen würden.
"Hier Tony, schau doch mal." Sally hielt ein Plakat hoch, dass über un düber mit Fotos beklebt war. Es sah sauber und sorgfälltig aus, wie alles was das kleine Mädchen anfasste. "Wir haben eine Colage übe runsere Familie gemacht, und anschließend müssen wir ein Referat darüber halten.", erklärte sie stolz. "Guck mal, ich hab alle aufgeklebt.

Antoinettes Augen füllten sich mit schimmernden Tränen, als sie genauer hinsah. Fast das gesamte Plakat war mit Fotos von ihr und Thomas bedeckt. Wie sie im Zoo waren, wie sie zusammen Kaffee tranken, wie sie einen Film anschauten, ja selbst wie sie einfach nur zusammen lachten. Sie konnte sich gar nicht mehr daran erinnern, dass Sally all diese Fotos gemacht hatte. "Dass ist wirklich wunderschön, Sally.", murmelte sie immer noch tief berührt.
Sally lachte. "Danke, ich hab mir auch ganz viel Mühe gegeben." Leichthändig plazierte sie das Plakat auf dem Wohnzimmertisch und fiel ihrer Ziehmutter in die Arme. "Und eigentlich hab ich dass auch nur für dich gemacht, Tony. Weil dich so schrecklich lieb habe."
Antoinette drückte das zierliche Mädchen an sich, wie nur eine Mutter es eigentlich tun konnte. Un dgenauso fühlte sie sich bei Sally. Wie ihre Mutter. Dass das arme Mädchen von ihrer richtigen Mutter nichts mehr hörte, verstärkte das Gefühl bei Antoinette nur noch. Nichts könnte ihnen noch dazwischen kommen, da war sie sich sicher.
"Ach du bist schon da." Mit einer Schürze um die Hüfte betrat Thomas den Raum und entdeckte das niedliche Paar. Sein Gesicht leuchtete kurz auf, wie immer wenn er Antoinette sah. "Ich dachte du müsstest länger arbeiten, da hab ich Hotdogs gemacht. Für Sally. Ich wollte nachher mit dir Essen gehen."
Abwehrend schüttelte sie den Kopf. "Ich geb mich voll und ganz mit Hotdogs zufrieden."
"Okay.", antwortete Thomas erleichtert und wandte sich wieder in Richtung Balkon. "Sie sind in zehn Minuten fertig, okay? Sally, du kannst gleich mal den Tisch decken."
Artig nickte das Mädchen, aber als ihr Vater wieder nach draußen verschwunden war rollte sie ein wenig genervt mit den Augen.
"Na, na , na.", ermahnte Antoinette sie mit den Händen in den Hüften. "Zieh nicht so ein Gesicht, Sally. Du musst dein Vater ein bisschen unterstützen, du weißt doch dass er viel arbeitet. Da kann er sich zu Hause doch nicht auch noch um alles kümmern, hm?"

Reuevoll nickte Sally. "Ich weiß doch. Aber vielleicht muss er dann einfach weniger arbeiten Er ist eh so wenig zu Hause." Niedergschlagen ließ sie sich auf das braune Sofa nieder. "Dad sagt immer, er muss so viel arbeiten, damit wir Geld haben und er mir bald die Privatschule bezahlen kann. Aber ich würde viel lieber was mit ihm unternehmen, Tony."
Verständnisvoll sah Antoinette das kleine Mädchen an, dass ihren Vater unheimlich vermisste. Si ekonnte beide Seiten verstehen, Thomas, der einerseits total Spaß an seinem Beruf hatte und andererseits seiner Tochter alles ermöglichen wollte und Sally, die sich nichts sehnlicher wünschte, als noch von den Familienausflügen.
"Und als Entschädigung möchte er eine große Geburtstagsparty machen."; berichtete Sally weiter. "Aber ich möchte das gar nicht. Ich möchte keinen blöden, gekauften Kuchen der wie Plastik schmeckt. Und ich möchte auch nicht die doofen Gänse aus meiner Klasse einladen. Viel lieber würde ich mit ihm feiern." Sie sah Antoinette hilfesuchend an. "Einen ganz tollen Geburtstag nur mit euch beiden. Hier zu Hause. Ich will ja nicht einmal essen gehen. Nur hier zu Hause sitzen."
Lachen strich Antoinette ihr über das braune Haar. "Ich rede mit deinem Vater, okay? Er kann sich bestimmt einen Tag frei nehmen. Un djetzt hopp, der Tisch deckt sich nicht von alleine." Und zusammen machten die beiden sich daran den Esszimmertisch ein wenig schöner herzurichten.

Als sie schließlich alle mit befülltem Teller am Tisch saßen, brachte Antoinette das Thema zur Sprache. "Thomas? Hast du schon etwas für Sally Geburtstag geplannt?"
Thomas nickte und schluckte eilig den Bissen herunter, den er gerade kaute. "Die Bowlingbahn bietet ein ganz tolles Sepcial an. Sie haben drei ausgebildete Kindergärtnerinen, die die Mädchen einen ganzen Tag mit Bowling und anderen Dingen bespaßen. Essen Inclusive, dass wäre doch sicher schön, nicht war Sally?" Er sah seine Tochter glücklich an.
Doch vor lauter Glück, konnte er die gelangweilte Miene von ihr nicht sehen. Es war als schaute er in einen falschen Spiegel.

Antoinette lächelte ebenfalls, erwiderte aber: "Dass klingt gut, aber wie wäre es, wenn wir einen ganz kleinen Geburtstag machen? Ich backe einen schönen Kuchen, wir leihen ein paar Filme aus und setzen und gemütlich auf euer Sofa. Oder sogar auf meins." Sie hob eine Augenbraue und warf Thomas einen vielsagenden Blick zu.
"Ähm...ich denke...also...ich meine...", stotterte er nun etwas verwirrt und sah immer wieder zwischen Sally und Antoinette hin und her. "Aber dass ist doch Sally 14. Geburstag. Ich denke den möchte sie mit Sicherheit ganz groß feiern, und Bwoling ist doch perfekt, nicht war meine Süße?" Er sah Sally fragend an.
Doch das Mädchen schüttelte kleinlaut ihren Kopf. "Ich finde es ganz toll, Dad, dass du dir dass ausgedacht hast, aber ich würde doch lieber zu Hause bleiben. Mit euch."
Thomas war nun wirklich verwirrt. "Ich dachte immer, du würdest dich so darauf freuen. Ich dachte du wolltest deine ganzen Freundinnen einladen."
"Eigentlich nicht, Dad. Du hast mich ja auch nicht wirklich gefragt. Ich hab eigentlich gar keine Lust die einzuladen." Sally sah ihn mit fester Überzeugung an, bevor sie noch einmal vom Hotdog abbiss und mit vollem Mund hinzufügte. "Mit euch beiden wird es bestimmt viel lustiger."
"Wenn ist das ist, was du möchtest." Thomas sah sie eine Weile verständnislos an, dann lächelte er. "Wir machen das genau so, wie du es möchtest, Kleines." Dann sah er Antoinette an und formte mit den Lippen. "Dankeschön."
Antoinette lächelte nur. Es war schön wenn sie helfen konnte. Und dass hatte sie wohl getan. Vielleicht brauchte Thomas sie jetzt noch öfter, denn Sally würde nun in eine schwierige Phase kommen, da war sie sich sicher. Die Pubertät war für keinen Vater einfach.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Sa Nov 19, 2011 3:57 pm

"Danke, dass du den Kuchen backst. Du bist meine letzte Rettung." Thomas warf einen Blick auf den Ofen, in dem gerade der Kuchen aufging, den Antoinette auf den letzten Drücker noch gebacken hatte. Sally und Thomas zu Liebe.
Jetzt winkte sie ab, als wenn es alltäglich wäre. "Dafür musst du dich nicht bedanken, Thomas." Ihr Blick glitt auf das verkockelte Etwas, das seinen Platz auf der Küchenanrichte gefunden hatte. "Nicht jeder Mann kann ein super Koch sein." Sie kicherte hinter vorhgehaltender Hand.
Thomas warf ihr einen verärgerten Blick zu, packte sie und kitzelte sie drohend: "Ich bin ein super Koch! Ich habs nur einmal verhauen.", rief er immer wieder, während Antoinettes Kichern in einen wahren Lachanfall ausgeahrtet war.
"Schon gut, schon gut!", beeilte sie sich zu sagen, um Thomas daran zu hindern sie weiter zu kitzelnd. Vorsichtig nahm sie sein Gesicht in ihre Hände und drückte ihm einen schnellen Kuss auf. "Wir beide kochen jetzt einfach öfter zusammen. Wenn wir dann irgendwann mal zusammen wohnen."
Thomas lächelte. Er wusste worauf sie anspielte. "Ich sag's ihr bald, Tony. Wirklich." Er küsste sie sanft auf die Nasenspitze. "Sie ist jetzt alt genug, ich werde es ihr in den nächsten Tagen aufjedenfall sagen! Versprochen!"
"So war das nicht gemeint." Antoinettes sah ihm fest in die Augen, während sie eher verspielt an seinem Hemdknopf spielte. "Ich will dich gar nicht drängen, Thomas. Nur, ich dachte eben, dass wir es bald sagen. Es war schließlich auch deine Idee und da dachte ich eben...dass wir es ihr bald sagen. Aber wenn du-"

"Nein, wir warten nicht.", unterbrach er sie lachend. Ein letzter Kuss folgte, bevor die Küchenuhr zu klingeln begann.
Eilig löste sich Antoinette von Thomas und nahm den Kuchen heraus. "Schau doch schon mal, ob Sally fertig ist. Ich verzier ihn jetzt ein bisschen, steck die Kerzen drauf und dann kann der Geburtstag starten." Während Thomas Sally suchte, verfolständigte Antoinette ihren Kuchen.
Sally trat zwei Sekunden später in die Küche. Ein gelbes Kleid, das Hübscheste, was Sally hatte, an ihrem Leib. Zur Feier des Tages hatte sie ein bisschen Lipgloss aufgelegt, den sie von Tony schon vorher bekommen hatte. Sie sah wirklich fabelhaft aus, und dazu noch um eines erwachsener als vorher.
"Wow, Tony hast du den nur alleine für mich gebacken?", fragte sie mit großen Augen, als sie das Monstrum von Torte auf der Küchenanrichte erblickte.
Stolz und Freude flammten in Antoinettes auf, als sie spürte wie glücklich sie ihre Ziehtochter damit gemacht hatte. "Ja, alleine für dich. Aber wenn du teilen willst, hab ich auch wirklich nichts dagegen. Und dein Vater bestimmt auch nicht." Sie zwinkerte verschwörerisch.
Sally ging zur anrichte, betrachtete die brennenden Kerzen nachdenklich und pustete sie schließlich aus. Dabei wünschte sie sich, dass sie endlich wieder eine richtige Familie haben würde. Mit Tony als ihre neue Mama und Thomas als ihren Vater.
"Alles Liebe zum Geburtstag, Sally." Antoinette legte ihre Arme sanft um das Teenagermädchen. In ihren grünen Augen sammelten sich ein paar sentimentale Tränen, als sie daran dachte wie groß die kleine Sally jetzt war. Aus dem kleinen Mädchen war ein hübscher Teenager geworden. Lächelnd löste sie sich wieder von ihr und hielt sie ein Stück von sich weg. "Ich wünsche mir, dass all deine Wünsche und Träume in Erfüllung gehen und du deinen Weg finden wirst."

Sally legte den Kopf schief, aber ein paar Tränchen hatten sich auch in ihren Augen gebildet. "Danke, Tony. Dass ist lieb von dir."
Auch Thomas kam jetzt dazu. Er strich Sally solz über die nun nicht mehr so kindliche Wange und betrachtete seine einzige Tochter eine Weile stumm. "Wie konnte aus meiner niedlichen Tochter so schnell eine junge Frau werden, hm?", fragte er scherzhaft. "Dass bedeutet für mich ja, dass ich jetzt bald alt sein werde."
Lachend drückte Sally ihm einen Kuss auf die Wange. "Mach dir keine Sorgen, Daddy. Ich glaub graue Haare werden dir super stehen." Die Zwei stimmten fröhlich in ihr Gelächter ein, dass dann die gesamte Küche erhellte. Ein wunderbarer Auftak für den Geburtstag.
Nachdem Sally sich ins Wohnzimmer verabschiedet hatte, um eine ihrer Freundinnen anzurufen, machte Antoinette sich leichthändig daran die Küche wieder etwas herzurichten.
"Du hast sie schrecklich ins Herz geschloßen, nicht wahr?" Thomas nahm ihr sanft den Handfeger aus der Hand und machte sich daran dass bisschen Konfetti aufzufegen, während sein Blick immer noch fragend auf Antoinette gerichtet war.
Sie nickte flüchtig, wandte sich aber ab, um die kleinen Tränchen von ihrer Wange zu wischen. Diese schreckliche Sentimentalität. "Natürlich.", gab sie zögernd zu. "Sally ist mir ans Herz gewachsen, wie meine eigene Tochter, Thomas. Das bestreite ich gar nicht." Seufzend wischte sie über die Arbtsfläche der Küche, die schon bessere Tage gesehen hatte. "Abe rweißt du worüber ich mir gerade heute Gedanken mache?" Thomas schüttelte den Kopf und erhob sich ein Stück. "Was ist mit ihrer Mutter?"
"Sie hat sich nicht gemeldet, gar nichts.", erwiderte er trocken. Das Konfetti fand seinen Weg in den Mülleimer und Thomas sah ihm fast etwas traurig nach. Aber Antoinette wusste, dass dieser Blick eher Sally galt als dem Müll. "Ich dachte zumindest dazu würde sie sich durchreißen, aber nein. Sally trifft das, da bin ich mir sicher." Nach einer kurzen Pause seufzte er und sah sie lächelnd an. "Aber sie hat ja dich."

Ein bescheidenes Lächeln trat auf Antoinettes Lippen. Mit weit geöffneten Händen kam sie auf Thomas zu und drückte ihm einen Kuss den Mund. "Du bist so lieb, Thomas."
Und dieser erwiderte den Kuss liebevoll. "Mir hätte nichts besseres passieren können, Tony. Ich liebe dich, wirklich." Im nächsten Moment zuckte er erschrocken zurück, als er hochsah und Sally dort stand, die Hand auf den Mund gelegt. "Sall...", begann er zögerlich.
Antoinette drehte sich überrascht um und sah dem jungen Mädchen fast ängstlich in die blauen Augen, die eben so überrascht zurücksahen. "Oh, Sally. Liebes, dass...", stottere sie.
Sallys gesichtsausdruck wandelte von überrascht zu, erleichtert, und schließlich nahmen auch ihre blassen Wangen wieder einen normalen Ton an. "Schon gut ihr beiden.", erwiderte sie schließlich freundlich. "Als wenn ich mir dass nicht schon die ganze Zeit gedacht habe. Dass ihr beide euch liebt, sieht doch ein blinder mit einem Krückstock." Sie lachte leise
Erstaunt sah Antoinette zwischen den beiden hin und her, unsicher, was sie darauf antworten sollte.
Thomas fing sich ein wenig schneller, auch wenn das Lächeln auf seinem Gesicht etwas zittrig wirkte. "Du wusstest es also?", fragte er und Sally nickte gelassen. "Und es stört dich nicht?", fragte er weiter, immer noch etwas fassungslos.
"Nö." Sally schüttelte den Kopf, so dass ihre Locken fröhlich durch die Gegend schwangen. "Kann ich mir eine bessere Mutter vorstellen, als Antoinette?"
Gerührt kam Antoinette nun ein paar Schritte auf ihre Ziehtochter zu und küsste sie sanft auf die Stirn. "Und ich kann mir keine bessere Tochter vorstellen, als dich, Sally. Und deswegen haben wir auch noch etwas für dich." Sie stieß Thomas mit dem Ellbogen an, der daraufhin ein Päckchen hinter sich hervorhollte. "Dass ist von Thomas und mir."
Sally nahm es erwartend entgegen und öffnete es. Ein Autoschlüssel und ein Umschlag kamen hervor. "Dad? Ist es dass was ich denke, was es ist?", fragte sie nervös.
Thomas legte seine Arme um Antoinette und nickte lächelnd. "Ich glaube schon. Wenn du denkst, dass es um deinen Führerschein und um dein eigenes Auto geht."
Lachend fiel Sally ihm und Antoinette in die Arme und drückte ihnen beiden Küsse auf. "Ihr seid die besten."

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Mo Nov 21, 2011 5:22 pm

Ein paar Wochen später, waren Sally und Thomas bei Antoinette in das kleine Apartment eingezogen. Thomas hielt das für besser, einfach weil das andere Apartment auch mehr kostete.
Antoinettes ganzes Leben stellte sich um, aber gerade dass freute sie am meisten. Sie liebte ihre kleine Familie.
"Komm rein." Sally hielt Achim die Tür auf und schloß sie nach ihm wieder. "Meine Eltern sind noch arbeiten, passt also perfekt mit dem lernen oder?"
Der Junge mit dem weißgeschminktem Gesicht nickte und folgte ihr die Treppe hinauf ins Wohnzimmer. Vorsichtig legte er seine Tasche auf das Sofa und sah sich um. "Und dass ist jetzt also dein neues zu Hause?", fragte er lächelnd. Er kannte Sally schon seid der ersten Klasse und hatte den Werdegang der kleinen Familie verfolgt.
Sally nickte gelassen und folgte seinem Blick kurz. Sie hatte sich hier schon prima eingelebt. "Ist nicht so groß wie zu Hause, aber dafür aber irgendwie gemütlicher." Sie seufzte leise. "Ich bin froh, dass mein Dad endlich jemanden gefunden hat. Tony ist wirklich toll."
"Und ich freu mich für dich." Lächelnd sah Achim sie an. "Du hast auch endlich jemanden gefunden, der den Platz deiner Mutter eingenommen hat."
Dass stimmte. Sally dachte gar nicht mehr an ihre Mutter, die jeglichen Kontakt abgebrochen hatte. Tony war ihr Ein und Alles geworden. Nie wieder würde sie sie eintauschen.
"Hey, Sally? Alles okay?" Achim hatte sie beobachtete, wie sie völlig in Gedanken versunken da stand und über ihre Familie nachdachte. Er machte sich immer Gedanken um Sally. Er mochte sie, schon immer.

Sally schüttelte kurz den Kopf, um ins Hier und Jetzt zurück zu kommen. Ein zartes Lächeln begab sich auf den pink geschminkten Mund. "Tut mir Leid, ich habe gerade nachgedacht." Eilig wechselte sie das Thema, bevor er noch etwas dazu sagen konnte. "Dein Auftreten heute war übrigens klasse."
Geschmeichelt lachte Achim, als er an all die Blicke dachte, die seine Mitschüler ihm heute Morgen zugeworfen hatten. "Naja, ich dachte es wäre mal an der Zeit, mein Leben zu ändern." Er sah Sally einen Moment forsch an, dann richtete er den Blick wieder zur Seite. "Ich will zeigen, wer ich wirklich bin. Ich will auffallen."
"Dass hast du aufjedenfall geschafft.", antwortete Sally. Vorsichtig fuhr sie ihm mit dem Finger über da weißgepuderte Gesicht, fast etwas ungläubig. "Ich kann noch immer nicht fassen, dass unter der ganzen Schminke mein bester Freund Achim sein soll. Der Junge, den ich seid der ersten Klasse kenne. Wow."
Achim winkte lachend ab. Es gefiel ihm zwar, wenn es Sally gefiel, aber trotzdem war das Lob genug. Er war auch nur ein Mensch. Ein viel schlechterer als Sally. "Schon gut."
"Nein, nicht gut." Sally fuhr ihm mit den Finger. "Dass du so cool damit umgehst anders zu sein, macht dich irgendwie atraktiv" Sie blinzelte ihm schelmisch zu, bevor sie ihre Schulsachen nahm und nach oben deutete. So viel ihr gar nicht auf wie Achim sie heimlich anschmachtete. "Lass uns nach oben gehen."
Oben angekommen ließ Achim sich auf das kleine Sofa in ihrem Zimmer nieder und sah zu, wie Sally ein paar Klamotten zurück in den Schrank hängte.
"Mein Vater will heute mit uns Essen gehen.", erzählte sie dabei nachdenklich. "Ich frag mir worum es geht. Wir gehen nie einfach so Essen. Dad liebt das Essen was Tony kocht."
Achim zuckte mit den Schultern und fummelte unbeholfen an der Fernbedienung herum. "Vielleicht ist Tony schwanger.", scherzte er halblaut.

Sally, die immer noch den Schrank füllte, erstarrte in ihrer Bewegung und sah ihren besten Freund einen Moment sprachlos an. "Schwanger?", brachte sie erschrocken heraus.
Jetzt hatte auch Achim bemerkt, was er angerichtet hatte. "Ach, dass war doch nur ein Witz, Sall.", versuchte er sie zu beruhigen. Er sprang auf, und zog sie an den Händen fest zu sich. "Ich hab doch nur Witze gemacht. Glaubst du Tony wird so schnell schwanger? Ich meine ihr Job ist ihr doch relativ wichtig, oder?"
"Mh.", machte Sally unbeholfen. Sie wusste selber nicht mal warum sie so reagierte. Ein kleines Geschwisterchen wäre doch nett, oder nicht?
Achim zog das aufgewühlte Mädchen fest in seine Arme. "Macht dir dass vielleicht ein bisschen Angst, dass sie ihre eigene kleine Familie gründen könnten?", hakte er vorsichtig nach.
Während er ihren Rücken streichelte dachte Sally darüber nach. Sie mochte Tony. Sie war für sie wie eine Mutter, aber was würde dass denn ändern, wenn sie ein Halbgeschwisterchen bekommen würde? Nichts. Sie hätte immer noch Tony und ihren Dad. Und dazu noch eine Schwester oder einen kleinen Bruder.
"Tut mir Leid, dass ich mich gerade so benommen hab.", murmelte sie schließlich und löste sich von ihm. Mit ihrem blaugen Augen sah sie ihn liebevoll an. "Ich hab mich nur für einen Moment erschrocken. Ein Baby wäre dann ja nochmal ein ziemlich heftiger Schritt, weißt du?"

"Ich versteh dich." Eher widerwillig ließ Achim sie los und betrachtete seine beste Freundin voller Mitgefühl. "Ich würd's im ersten Moment auch komisch finden."
Sally nickte. "Du hast sicher Recht. Es war nur der erste Schock." Ein kleines Lächeln traute sich schon wieder auf ihr Gesicht, als sie Achim nun direkt in die Augen sah. "Danke übrigens dafür, dass du immer für mich da bist, Achim."
Dass war der richtige Zeitpunkt, dachte er bei sich. Langsam und vorsichtig beugte er sich nach vorne und drückte seine Schwarz geschminkten Lippen sanft auf ihre.
Sally erwiderte den Kuss, eher aus Überraschung als aus Überzeugung. Für sie war Achim immer nur der beeste Freund gewesen. Der Kuss fühlte sich gut an, aber nicht so, wie es sein sollte. Keine Schmetterlinge im Bauch, und auch keine weichen Knie. Nichts davon.
Eilig löste sie sich von ihm. "Achim hör zu...", begann sie zögerlich, doch er hatte schon verstanden.
"Ich weiß schon.", unterbrach er sie freundlich. "Du fühlst nichts für mich, richtig?" Sally nickte entschuldigend. "Hab ich mir gedacht.", fuhr er bedrückt fort. "Aber ich wollte es wenigstens versuchen. Am besten ich gehe jetzt. Wir sehen uns morgen Sall."
Sally sah ihm nach. Am liebsten hätte sie ihn noch gefragt, ob es nun etwas an ihrer Freundschaft änderte, aber der Satz blieb ihr im Hals stecken.


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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Mi Nov 23, 2011 3:44 pm

"Ihr seht wunderschön aus." Thomas ließ sich nun als letzter, wie es sich für einen Gentleman gehörte, an dem Tisch nieder, den er für den heutigen Abend bestellt hatte. Neben sich seine Tochter, in einem niedlichen weißen Abendkleid und vor sich seine Freundin, ebenso hübsch angezogen.
Antoinette errötete etwas hinter ihrer Karte und ein erfreutes Lächeln drang auf die rot geschminkten Lippen. "Danke, Thomas.", hauchte sie verliebt und warf ihm einen Luftkuss zu, den er liebevoll empfing. "Ich danke dir sehr für den heutigen Abend. Aber was ist denn der Anlass?"
Auch Sally spitze nun die Ohren. Neugierig schaute sie zwischen Antoinette und ihrem Vater hin und her. Was war nun der Anlass?
Thomas zuckte, in seine Karte vertieft, die Schultern. "Darf ich nicht einmal einen schönen Abend mit meinen Lieblingsfrauen verbringen." Liebevoll ergriff er erst Sallys, dann Antoinettes Hand. "Wir feiern heute Abend unser wunderbares Zusammenleben, und dass ist schön, oder nicht?"
Antoinette nickte kurz. Ein merkwürdiges Bauchgefühl machte sich in ihr breit. "Na gut.", murmelte sie lächelnd und tippte mit dem Finger auf ein Gericht. "Ich nehme einen hausgemachten Chefsalat, darauf hab ich wirklich Hunger. Und ihr?"
"Ich nehme den Lachs.", erwiderte Sally halblaut, die Augen immer noch auf ihren Vater gerichtet. Auch sie traute seiner Aussage nicht. Irgendetwas war doch im Busch.

"Und ich die Rippchen." Thomas winkte den Kellner herbei und eine halbe Stunde später hatten alle ihr Essen vor sich stehen.
"Und wie war dein Tag, Sally?", richtete Antoinette das Wort an ihre Stieftochter. Ihr war nicht entgangen, dass das sonst so lebhafte Mädchen heute Abend sehr still wirkte, und kaum von ihrem gefülltem Teller aufsah. "Habt ihr die Mathearbeit wiederbekommen?"
Sally schüttelte ihren Kopf. "Nein, Herr Schreiber braucht noch eine Woche." Ein schlecht geschauspielertes Lächeln trat auf ihre geschminkten Lippen, als sie nun Antoinette direkt in die Augen sah. "Sonst war der Tag eigentlich ganz gut. Nur etwas...anstrengend."
Nachdem sie den Kopf wieder gesenkt hatte, warf Antoinette Thomas einen fragenden Blick zu, der daraufhin bloß die Schultern zuckte.
Um bessere Stimmung an den Tisch zu bringen, ließ Thomas seine Gabel sinken und hob das Sektglas, was er zu dem Essen bestellt hatte. Mit einem Nicken in Antoinettes Richtung sagte er: "Ich möchte auf dich, Antoinette anstoßen. Los, hebt eure Gläser."
Sally und Antoinette taten es ihm gleich. Sally neugierig, wie zuvor, und Antoinette errötend, wie zu Anfang des Abend. Mal wieder stand sie ohne Grund im Mittelpunkt.

"Ich bin schrecklich froh, dass du in unser Leben getreten bist, Tony. Ohne dich, wäre mein Leben nur halb so erfüllt, wie es jetzt ist. Du und Sally macht mein Leben komplett und ich muss sagen, ich war nie glücklicher." Er legte den Kopf schief, während er immer noch seine Frau betrachtete. "Und dafür will ich dir danken."
"Dafür nicht.", erwiderte Tony, mit zitternden Stimme. Ihre hübschen Augen hatten sich mit durchsichtigen Tränen gefüllt, während Thomas seine kleine Ansprache gehalten hatte. "Ich liebe dich Thomas. Dich und deine Tochter. IHR seid das beste was mir passieren konnte."
Sally, gerührt von den ganzen Emotionen, die hier stattfanden, hob das Glas noch ein Stück höher. "Auf uns.", rief sie halblaut aus und stieß mit den beiden Erwachsenen an.
Nie war sie glücklicher gewesen. Nie war einer von ihnen glücklicher gewesen, als in diesem Augenblick des totalen Familienglückes.
Der Gedanke an ein kleines Halbgeschwisterchen machte Sally nun keine Angst mehr. Sie wusste, dass dies ihre zarte Familie nur stärker machen würde.

"Wo gehen wir hin?", fragte Antoinette, nachdem Thomas schließlich ihre Hand ergriffen hatte, und sie damit höflich bat aufzustehen.
Sein Gesicht leuchtete, und seine Augen blitzten schelmisch auf. "Wir gehen ein bisschen an den Teich, den sie hier angebaut haben. Er ist spitzen mäßig."
"Ich geh kurz frische Luft schnappen." Sally deutete in die andere Richtung. Ihr war nach alleine sein. Der Gedanke an Achim, betrübte den gesamten Abend und sie wollte ihren Eltern nicht noch mehr Sorgen machen. Auch ihr waren die besorgten Blicke, die sie ihr zuwarfen nicht entgangen, aber darüber reden wollte sie nicht. Noch nicht.

Doch Thomas packte sie sanft am Arm, bevor sie noch einen Schritt zur Tür machen konnte. "Nein, Liebes. Komm doch mit." Als Sally ihn fragend ansah, stotterte er verlegen: "Na ja, ich sehe doch meine große Tochter so selten. Lass uns diesen Abend gemeinsam abschließen. Am Teich. Als Familie."
Sally nickte, auch wenn sie immer noch das Gefühl hegte, allein sein zu müssen. Nachdenklich trottete sie Antoinette und ihrem Vater hinter her, und dachte dabei doch immer nur an Achim und seine Reaktion. Warum passierte ihr so etwas? Sie wollte ihren besten Freund nicht verlieren.
"Der See ist wirklich, wirklich schön.", flüsterte Antoinette. Gegen Thomas Schulter gelehnt, stand sie da und betrachtete wie das kleine Genwässerchen klitzekleine Wellen schlug, die immer und immer wieder gegen den Rand schlugen und dabei ruhige Geräusche machten. Es war romantisch, auch wenn noch so viel Treiben um das traute Pärchen herrschte, sie merkten es fast nicht. Hand in Hand, Seite an Seite. Die beiden hatten sich gefunden für immer.
Und dass schien nun auch Thomas der richtige Moment zu sein. Sanft und vorsichtig löste er sich, von der völlig versunkenen Antoinette und drehte sich so zu ihr um, dass er sie ansehen konnte. Mitten in ihren grünen Augen.

"Schöner könnte der Zeitpunkt nicht sein.", stellte er fest und ging hinunter auf die Knie.
Antoinettes Knie, hingegen begangen merkwürdig zu zittern, während ihr Kopf erst langsam begriff, was ihr Herz schon den ganzen Abend geahnt hatte.
Mit Tränen in den Augen sah sie zu, wie er eine kleine Schatulle herausholte und sie geöffnet vor ihre Augen hielt. "Antoinette Habotté, alles was ich vorhin am Tisch gesagt hat, stimmt. Und ich liebe dich, mehr als alles andere. Ich möchte, dass du die Frau an meiner Seite bist. Bis zu dem Zeitpunkt, wo der Tod und scheiden wird. Möchtest du meine Frau werden?"
Sally sah etwas ungläubig zwischen ihrem Vater und Antoinette hin und her. Damit hatte sie nicht gerechnet, aber nichts freute sie mehr, musste sie zugeben.

Antoinettes Hände wanderten zu ihrem Mund, um einen erfreuten Schrei zu unterdrücken. Der Mann, in den sie sich so unsterblich verliebt hatte, wollte sie heiraten? Nie hätte sie sich träumen lassen, dass es so schnell gehen konnte, damit hatte sie nicht gerechnet.
"Ja, ich will.", hauchte sie schließlich unter den Bächen von Tränen, die über ihre Wangen strömten. "Ich will unbedingt, Thomas."
Mit zittrigen Fingern ließ sie sich seinen Ring anstecken, betrachtete ihn einen Moment und fiel Thomas dann mit einem Quietschen der Freude um den Hals. Noch nie im Leben war sie glücklicher gewesen. Und Thomas und Sally schien es nicht anders zu gehen.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Do Nov 24, 2011 5:30 pm

„Sall, was machst du denn hier?“, überrascht betrachtete Antoinette ihre Stieftochter, die mit einer Schüssel voll Müsli am Tisch saß und abwesend in die Luft starrte. Auch Antoinette hatte sie nicht sofort bemerkt.
„Ich hatte noch Hunger.“, erwiderte sie schließlich und ein kleines Lächeln huschte über ihres blasses Gesicht.
Besorgt ließ Antoinette sich vor ihr nieder. Schon den ganzen Abend hatte sie das Gefühl, als wäre etwas mit Sally nicht in Ordnung, und nachdem es nach der Verlobung immer noch nicht besser wurde, machte sich in ihr das Gefühl breit, dass Sally vielleicht doch nicht so ganz einverstanden war.
Sie seufzte leise. „Hör zu, Sally.“, begann sie vorsichtig. „Wenn es dir nicht gefällt, dass dein Vater und ich verlobt sind, dann warten wir noch ein wenig mit der Hochzeit. Wir machen alles ganz langsam, hörst du? Wir müssen nichts überstürzen, besonders nicht, wenn es dich so sehr belastet.“

Erschrocken hob Sally den Kopf. „Oh, Tony! Nein, nein nein. Dass meinte ich doch nicht.“, entschuldigte sie sich rasch. „Ich finde es wirklich toll, dass ihr heiraten wollt. Du bist eine Mutter für mich geworden in der letzten Zeit.“ Sie seufzte und senkte den Blick betrübt. „Dass ich heute nicht besonders gut drauf war, hat einen anderen Grund. Es tut mir wirklich Leid, dass ich euch den Abend so verdorben hab.“
Doch Antoinette winkte eilig ab und legte ihre Hand sanft auf Sallys Arm. „Ach quatsch, dass hast du doch gar nicht, Liebes.“ Nachdenklich betrachtete die erwachsene Frau ihre Stieftochter, auf der Suche nach der Wahrheit, die in dem jungen Mädchen schlummerte. „Wenn du mit mir über etwas reden willst, nur zu. Ich hör dir zu, Schätzchen.“
Jetzt war es Sally die nachdachte. Doch bevor sie zu Ende gedacht haben konnte, sprudelte die gesamte Geschichte aus ihr heraus. Sie erzählte von Achim, und wie er ihr indirekt seine Liebe gestanden hat. „Und was mach ich jetzt?“, fragte sie, den Tränen nah, nachdem sie geendet hatte.
„Eine heikle Situation.“, analysierte Antoinette betreten. Sie war noch nie Mutter gewesen, dass stimmte, aber dafür auch mal jung. Hatte sie die gleiche Situation nicht auch schon gehabt? Was hatte sie damals getan? „Lass ihm etwas Zeit, Sally.“, beschloß sie schließlich. „Achim braucht jetzt seine Zeit für sich, weißt du? Er ist natürlich verletzt, aber wenn ihr wirklich so gute Freunde seid, wird sich das einrenken.“ Zufrieden mit ihrem Rat erhob sie sich vom Stuhl und deutete mit dem Kopf zur Tür. „Lass uns auf dem Sofa Platz nehmen. Dass ist viel gemütlicher.“

Sally nickte und folgte ihrer Stiefmutter zu dem alten Sofa, dass im Wohnzimmer stand. Mit einem tiefen Seufzer ließ sie sich fallen. „Ich hoffe, dass sich alles wieder einrenkt. Ich mag Achim echt, er ist mir total wichtig.“
„Dass weiß er sicher, Liebes.“, erwiderte Antoinette eilig. Wieder nahm sie Sally Hand in ihre. „Vertrau mir, du sprichst mit einer gestandenen, und nun sogar verlobten Frau.“ Während sie ihren Verlobungsring betrachtete, kicherte sie leise.
„Ich freue mich wirklich für dich.“ Sally sah den Ring verzückt an. Er war wirklich wunderschön. „Ich bin so froh, dass gerade WIR eine richtige Familie geworden sind, weißt du? Dass einzige was noch fehlt, wäre ein Geschwisterchen.“

Jetzt lachte Antoinette ausgelassen, die Hand mit dem Ring auf ihren Bauch gelegt. „Ich hoffe, dass DAS noch etwas länger dauert Sally.“ Als sie Sallys fragenden Gesichtsausdruck bemerkte, fügte sie sanft hinzu. „Ich arbeite doch, dass weißt du. Und ein kleines Kind würde genau jetzt gerade nicht passen. Erst einmal heiraten Thomas und ich und dann sehen wir weiter.“ Sie legte einen Arm um Sally und drückte sie sanft an sich. „Außerdem hab ich doch eine Tochter.“
Dankbar drückte Sally ihr einen Kuss auf die Wange und erhob sich anschließend seufzend. „Ich glaub ich geh mal ins Bett, Tony. Morgen ist ja Schule und ich kann mir nicht leisten im Mathe-Unterricht einzuschlafen.“
Auch Antoinette erhob sich, umarmte ihre Stieftochter noch einmal sanft und murmelte. „Schlaf gut, Liebes. Und denk nicht zu viel über Achim nach. Dass wird sich alles schon richten.“

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Do Nov 24, 2011 6:09 pm

Stöhnend ließ Antoinette die Tasche zu Boden fallen und sich auf das Sofa. Endlich hörte die Welt um sie herum sich auf zu drehen, aber nur so lange sie die Augen geschlossen hielt. Also beschloß sie es dabei zu lassen.
Ihr ging es schlecht, sehr schlecht. Schon seid mehreren Tagen verspürte sie eine heikle Übelkeit, die sich Morgens breit machte, und bei verschiedenen Gerüchen ebenfalls.
Doch heute war es am Schlimmsten gewesen. Sie hatte sich auf der Toilette der Partei mehrmals übergeben müssen und war schließlich von ihrer Arbeitskollegin nach Hause befördert worden.
Was mit ihr los war, wusste sie nicht, aber es machte ihr Sorgen. Eine Lebensmittelvergiftung konnte sie sich gerade gar nicht leisten, bei all den Dingen die eh schon liegen blieben.
Plötzlich vernahm sie Schritte auf der Treppe und einen Augenblick später, stand Thomas im Wohnzimmer und schaute überrascht auf seine Verlobte, die leidend auf dem Sofa lag.
„Liebling, ist alles in Ordnung?“, besorgt trat er an das Sofa und kniete sich neben sie. Liebevoll ergriff er ihre Hand und küsste sie. „Du siehst blass aus, ist etwas passiert?“

„Ach nein, ich glaub ich hab mir nur eine kleine Lebensmittelvergiftung eingefangen.“, erwiderte Antoinette und versuchte ein glaubhaftes Lächeln aufzusetzen. Es misslang ihr gründlich, denn ein stechender Schmerz durchzog ihren Unterleib. „Ich musste mich nur für fünf Minuten hinlegen. Was machst du denn schon hier?“
Thomas zuckte die Achseln. Seufzend kniff er sich in die Nasenwurzel. „Der Tag war anstrengend, als habe ich meinen Kollegen gebeten meine Schicht zu übernehmen, er hat mir eh noch etwas geschuldet.“ Sein Lächeln wurde ein Stückchen breiter. „Ich wollte dich sehen, aber in der Kanzlei warst du nicht, also bin ich nach Hause gefahren.“
Antoinette richtete sich auf, dass Schwindelgefühl war so schnell verschwunden, wie es gekommen war. „Dafür mach ich dir jetzt etwas zu essen, okay?“ Sie erhob sich, riss Thomas mit und wollte in die Küche gehen.
Doch Thomas hielt sie auf. Mit besorgten, sogar fast ärztlichem Blick sah er ihr in die Augen, und durchleuchtete sie fast. „Geht es dir wirklich gut, Tony? Soll ich nicht lieber Essen machen? Oder wir bestellen, Sally bleibt heute eh etwas länger in der Schule. Sie hat noch Tennis AG.“
„Nein, ich koche. Bald bin ich deine Frau und dann wird jeden Tag etwas warmes auf dem Tisch stehen, wenn du nach Hause kommst.“ Antoinette küsste ihn sanft auf den Mund und eilte an ihm vorbei in die Küche, wo sie sich daran machte die Koteletts ordentlichen zuzubereiten.

Thomas war ihr gefolgt, schnitt Gemüse und dachte währenddessen über Antoinettes Krankheitsbild nach. Es kam ihm von der ersten Minute an bekannt vor, aber so richtig konnte er es nicht erfassen. „Tony? Dir ist übel hast du gesagt?“, fragte er nach und Antoinette nickte abwesend. „Und wann?“
„Morgens.“, antwortete sie und legte eins der Koteletts in die Pfanne. „Und wenn ich besondere Sachen rieche, wie zum Beispiel Currywurst. Oder auch starkes Parfum. Nicht zum aushalten war das heute.“ Sie lachte.
Thomas hob den Blick und sah seine Verlobte an. In seinem Kopf leuchtete und glitzerte es, wie an dem Tag, wo er ihr einen Heiratsantrag machte. Dass konnte doch nur eins bedeuten, oder nicht?
„Ist alles in Ordnung, Thomas?“, fragte sie besorgt, als sie seinen Gesichtsausdruck bemerkte. Sie nahm das fertige Fleisch aus der Pfanne, legte es auf die Teller und nahm je einen in die Hand. „Komm, essen ist fertig.“

Thomas folgte ihr, immer noch nachdenklich. Er setzte sich an den Tisch, nahm das Besteck zur Hand und begann zu essen. „Warst du eigentlich schon beim Arzt?“, fragte er nach einer Weile.
„Nein.“ Überrascht sah Antoinette ihn einen Moment an. „Wieso sollte ich zum Arzt gehen? Ich hab doch einen Arzt an meiner Seite, der wird mir schon sagen was ich hab und dann hol ich mir etwas aus der Apotheke.“
„Und wenn du nichts aus der Apotheke brauchst?“, gab er ihr sanft zudenken. Ihm war aufgefallen, dass sie nicht so weit dachte, wie er selbst. Wie war kein Arzt, sondern nur eine junge Frau. „Liebling, denk doch mal nach.“
Und das tat Antoinette. Sie legte den Kopf schief, ein seichtes Lächeln auf den Lippen, und je mehr sie ahnte, was er meinte, desto mehr verschwand dieses Lächeln. Und letztendlich sprang sie mit vorgehaltenen Hand vom Stuhl auf und lief an dem nachdenklichen, aber auch erfreutem Thomas vorbei zur Toilette, um sich da lauthals zu übergeben.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Mi Dez 07, 2011 5:39 pm

„Guten Morgen, Tony.“ Gähnend betrat Sally die kleine Küche, und öffnete den Kühlschrank.
Antoinette zuckte kurz zusammen, als ihre Stieftochter sie aus ihren Gedanken riss. Gedanken an den kleinen Wurm in ihrem Bauch, der in nicht allzu langer Zeit auf der Welt sein würde.
Kopfschüttelnd, aber trotzdem lächelnd, wandte sie sich an Sally. „Morgen, meine Liebe.“ Ihr Blick fiel auf die Zutaten, die Sally herausnahm. „Ich mach gerade Müsli, soll ich dir was mit machen?“
„Nein, nein.“, erwiderte Sally eilig, den Teig schon fertig angerührt. Ein besorgter Blick viel auf ihre Stiefmutter, schließlich hatte sie gehört, wie sie sich die letzten Tage ihre halbe Seele aus dem Leib gespuckt hatte. „Geht es dir eigentlich wieder gut?“ Sie erwiderte Antoinettes fragenden Blick standhaft. „Na, in den letzten Tagen hast du dich ja nicht besonders gut angehört. Dad meinte, dass du krank bist.“
Das Lächeln auf Antoinettes Gesicht wurde noch um einiges größer. Ja, natürlich ging es ihr in den letzten tagen schlecht und manchmal verfluchte sie Thomas auch, dass er ihr das angetan hatte. Aber das kleine Würmchen in ihr liebte sie mit allem, was sie hatte. Auch wenn sie sich nicht hatte vorstellen können, so schnell Mutter zu werden.
Aber mit Thomas war das alles möglich. Und sie war mehr als glücklich.
Als sie bemerkte, dass Sally sie immer noch fragend ansah, zuckte sie verlegen mit den Schultern. „Ich weiß nicht.“, murmelte sie. „Ja, es ging mir schlecht, aber jetzt ist wieder alles okay, denke ich.“ Ihr Hand wanderte abwesend zu ihrem Bauch, während sie das Müsli in die Schüssel kippte.

Sally folgte ihrer Hand. In ihrem Hirn ratterte es ein paar Minuten, dann blitze es auf.
Natürlich! Antoinette hatte um den Bauch herum schon etwas zugelegt, aber Sally hatte das für ganz normal gehalten. Ein Beziehungsbäuchlein eben. Und ja, ihr Vater und sie hingen seid ein paar Tagen wie Pech und Schwefel zusammen, kicherten und lachten und unterhielten sich, aber auch dass hatte sie normal gefunden. Sally hatte vermutet, dass es um die Hochzeit ging und wollte sich da eh lieber heraushalten. Ihre Gedanken waren immer noch bei Achim.
Aber jetzt war alles eindeutig. Das ständige Übergeben und dann auch nach das über den Bauch streichen. Natürlich.
„Tony?“ Mit ihren großen blauen Augen betrachtete sie ihre Stiefmutter. „Tony, willst du mir vielleicht etwas sagen?“
Erschrocken hielt Antoinette inne. „Was meinst du?“, fragte sie langsam. Thomas und sie hatten besprochen das mit dem Kind noch ein paar Tage geheim zu halten, man wusste schließlich nie, was passierte.
„Ich weiß nicht.“ Sally nahm einen fertigen Pfannkuchen aus der Pfanne und legte ihn auf den Teller. Ein seichtes Lächeln hatte sich auf ihr Gesicht gelegt. „Ich hab das Gefühl, dass du und Dad, dass ihr mir etwas sagen wollt.“
„Nein, eigentlich nicht.“ Antoinette legte die Sachen für das Müsli mit geübten Handgriffen wieder zurück und begann in stehen zu essen, während sie zusah, wie Sally fertig kochte. „Wir haben nur momentan viel zu besprechen, wegen der Hochzeit, weißt du? Es gibt so viel zu planen und so. Wir müssen noch einen Termin finden, der passt, weil ich ja nicht...“ Sie stockte eilig. Beinahe hätte sie sich verraten und das schien auch Sally nicht verborgen zu bleiben.
„Weil du ja nicht, was?“, hakte sie lachend nach und folgte Antoinette, die eilig ins Esszimmer verschwand.
„Weil ich ja nicht mitten im Winter heiraten will.“, beendete Antoinette ihren Satz, nachdem sie kurz überlegt hatte.

Seufzend kaute sie das Müsli und lehnte sich dann für einen Moment zurück. Die Übelkeit übernahm sie wieder.
Sally betrachtete sie besorgt. „Soll ich dir ein Glas Wasser holen, oder so?“ Nachdem Antoinette den Kopf geschüttelt hatte, seufzte nun auch Sally. „Tony, du kannst es mir jetzt sagen. Ich weiß es doch, ich bin nicht dumm.“
„Hab ich mir fast gedacht.“, erwiderte Antoinette lachend und öffnete die Augen wieder. Als sie nun in Sallys blaue Augen sah, konnte sie sehen, dass ihre Stieftochter schon alles wusste. „Ja, Sall. Dein Vater und ich bekommen ein Baby.“ Sie grinste, so fröhlich, wie Sally es noch nie bei ihr gesehen hatte. „Ich werde Mutter.“
„Und ich eine große Schwester.“, jubelte sie nun und fiel ihrer Stiefmutter um den Hals. „Mein Gott, ich freue mich so.“

„Jetzt sitzen wir hier, um haben was zu feiern. Da einige Menschen...“ Thomas warf seiner Verlobten einen tadelnden Blick zu, der aber nur halbwegs ernst gemeint war. „...keine Geheimnisse für sich behalten können.“
„Tut mir Leid.“, erwiderte Antoinette lachend. Liebevoll legte sie die Hand auf die leichte Rundung ihres Bauches und streichelte sie. „Ich konnte dieses Glück nur einfach nicht für mich behalten, das verstehst du doch, oder?“
Thomas nickte und ergriff ihre Hand. Mit verliebten Blick sah er sie an. „Natürlich, Liebes. Ich konnte es ja auch kaum für mich behalten.“ Sein Blick glitt hinunter zu ihrem Bauch. „Ich kann es gar nicht glauben, dass wir beide ein Baby bekommen. Dass ist so...Wow.“ Er stockte, dann nickte er und richtete sich an Sally. „Und du bekommst eine kleine Schwester oder einen kleinen Bruder, wer weiß.“

Sally lachte erfreut. „Hoffentlich eine kleine Schwester, die ich dann die ganze Zeit verwöhnen kann.“ Etwas wehmütig dachte sie daran, dass sie ja nicht mehr all zulange hier sein würde. Schließlich rief die Uni schon nach ihr, und wegen ihren guten Noten hatte sie um ein Früh-Entwickler-Stipendium gebeten.
Thomas zuckte mit den Achseln. „Mir ist es egal. Hauptsache gesund.“ Als er Antoinettes nachdenklichen Blick bemerkte verstärkte er den Griff um ihre Hand beruhigend. „Und dass ist es, Liebling. Der Ultraschall ist völlig in Ordnung. Du kannst dich entspannen, unserem Baby geht es gut.“
„Ich weiß doch, aber irgendwie...“Ihre Stimme verlor sich in einen besorgten Stirnrunzler. „Ich hab einfach nur Angst.“
„Dass ist völlig normal, du bist Erstgebärende.“ Thomas wandte den Kopf und sah Sally an. Mit einer liebevollen Handbewegung strich er ihr über das braune Haar, dass zu zwei seitlichen Zöpfen geflochten war. „Ich weiß noch, wie meine Ex-Frau mit Sally schwanger war. Sie war ein einziges Nervenbündel, aber als Sally dann auf die Welt gekommen ist, war es wie weggeblasen. Sie wusste einfach, dass Sally gesund sein würde.“
Stille trat an den Tisch. Sally dachte an ihre Mutter, sie sich nun überhaupt nicht mehr um sie scherte. Thomas dachte an Antoinettes und das neue Baby. Und an das Gefühl jetzt wieder eine vereinte Familie zu haben. Und Antoinette, die dachte einfach nur an das Baby in ihrem Bauch, und an das Glück, dass sie seid dem sie es wusste, verspürte.

„Lasst uns anstoßen.“, holte Thomas den Rest aus ihren Gedanken. Er nahm das Glas in die Hand, dass mit Sekt gefüllt vor ihm stand und hob es hoch. „Auf unsere kleine Familie, den kleinen Wurm in Antoinettes Bauch und...“ Er machte eine kleine Pause und sah seine große Tochter stolz an. „Auf meine Große, die endlich ihren Früh-Entwickler-Platz bekommen hat.“ Er nahm einen Briefumschlag unter dem Tisch hervor und gab ihn Sally. „Der kam heute.“
Aufgeregt, so dass sie nicht einmal einen Schluck aus dem Glas nehmen konnte, nahm Sally den Brief entgegen und öffnete ihn mit zitternden Fingern. Eilig überflog sie die wenigen Zeilen, die ihre Zukunft bedeuteten.
„Sag schon.“ Antoinette war ebenso aufgeregt. Mit großen Augen und gefalteten Händen saß sie da und beäugte ihre Stieftochter. Das Glas mit dem Orangensaft hatte sie vorsichtshalber wieder weggestellt.
„I-ich....ich bin angenommen.“, flüsterte Sally leise. „Sie haben mich angenommen, Dad! Tony! Oh mein Gott, ich werde schon bald studieren, könnt ihr das glauben?“
„Daran habe ich nie gezweifelt.“ Lachend schloß Thomas sie in die Arme und drückte sie voller Stolz an sich. Seine Große, sein ganzer Stolz. Seine Tochter. So intelligent, dass war wunderbar.
Auch Tony freute sich und tief in ihr drin machte sich der Wunsch breit, dass auch ihr Baby einmal so schlau und begabt sein würde. Auch wenn sie nicht daran zweifelte.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Do Dez 08, 2011 2:10 pm

Sally seufzte herzzerreißend, als sie die letzte Seite des dicken Wälzers umschlug und endlich die geliebten Worte erblicken konnte. ENDE, stand da in großen Buchstaben, als wäre das Buch selber ebenfalls erleichtert.
Wie lange hatte sie jetzt für dieses Lehrbuch gebraucht? Fast den ganzen Vormittag, dabei hatte sie sich vorgenommen Achim heute unbedingt anzurufen. Die letzten Tage war er ihr aus dem Weg gegangen, nur einmal kurz hatte sie ihn erblickt, aber er war zu schnell weg gewesen, als das sie ihn hätte ansprechen können.
Und anzurufen, das traute sie sich nicht. Schließlich schien es so, als wollte er nicht mit ihm reden.
Aber heute ging es nicht anders, hatte sie eingesehen. Achim fehlte ihr. Ihre Gespräche, ihre Telefonate und ihre Treffen, all dass war aus ihrem Leben verschwunden, ohne dass sie es wollte.
Sie seufzte noch einmal, legte das Buch auf den Nachttisch, direkt neben den Brief der Universität und erhob sich von ihrem gemütlichen Doppelbett. Ordnungsliebend, wie sie war, machte sie die Bettdecke gleich wieder gerade und verharrte einen Moment so, um sie zu betrachten.
Momentan war ihr hier zu Hause viel zu viel los und am liebsten verbrachte sie die Nachmittage in ihrem Zimmer, mit geschlossener Tür. Denn unten, hantierte entweder Tony, an irgend so einem Hochzeitsordner, in dem sie alles mögliche ab heftete, dass ihr auch nur um kleinsten Etwas gefallen konnte oder Sallys Dad versuchte ein Kinderbett, oder eine Kinderkommode aufzubauen. Das reinste Chaos.

Am schlimmsten wurden dann die Abende, an den Tony unausstehlich war, auf Grund der Schwangerschaft natürlich, und ihr Vater ununterbrochen versuchte ihr alles Recht zusammen, bis er ausrastete und dass alles in einem großen Streit endete, in dem Tony weinend im Schlafzimmer saß und Sallys Dad für eine Stunde nach draußen verschwand.
Und Sally saß hier oben, versuchte sich auf die Uni vorzubereiten und sich nicht einzumischen. Schwierig.
Und auch nur weil sie jetzt ein Buch von unten brauchte wagte sie es nach unten zu gehen, wo ihre Stiefmutter auf der Couch lag, ihren runden Bauch streichelte und eine Wiederholung von der Serie 'Alle sehen Matt' ansah. Sie bemerkte Sally gar nicht, die leise zum Bücherregal schlich.
Kaum hatte sie das Buch gefunden, vibrierte ihr Handy in ihrer Rocktasche. Um Antoinette nicht zu stören, ging sie gleich ran: „Ja bitte?“
„Ähm, spreche ich mit Sally Viviane Rheim?“, fragte eine männliche Stimme.
„Ja.“, antwortete Sally überrascht. „Und mit wem spreche ich?“
„Mein Name ist Antonio Wehburg, ich bin einer der Studienberater des Colleges von Belladonna Bucht.“ Er räusperte sich verlegen. „Ich hoffe sie haben unsere erfreuliche Nachricht erhalten.“
Sally nickte, bis ihr einfiel, dass der nette Herr dass gar nicht sehen konnte. „Ja, natürlich. Und ich habe mich sehr gefreut. Was kann ich denn für sie tun?“

„Wir müssten ein so genanntes Einstiegsgespräch führen.“, fuhr der Mann im freundlichen Ton fort. „Dass macht man immer mit den Stipper. So nennt man hier die Leute mit den Stipendien.“ Er lachte kurz auf, kehlig und männlich klang es. „Na ja, was ich sagen wollte: Wir beide müssten uns treffen und einmal alles durch besprechen. Wo sie wohnen werden, wie ihr Stundenplan aussehen wird, und wo ihre Ansprechpartner sind. Wäre dass möglich?“
Immer noch etwas eingenommen von der freundlichen Stimme und dem herzlichen Lachen, musste Sally sich zusammenreißen. „Ähm, natürlich. I-ich meine, wann denn? Also...haben sie schon einen Termin und wo?“
„Wie wäre es mit nächste Woche Dienstag? In dem kleinen Café von Belladonna Bucht?“, fragte Antonio Wehburg.
Wieder nickte Sally. „Ja, dass passt mir.“ Sie räusperte sich verlegen. „Und woran erkenne ich sie?“ Sie kam sich fast vor, wie bei einem dieser Blinddates und musste ein Lachen unterdrücken.
Es hörte sich an, als dachte er nach, denn Sally vernahm ein leichtes Kratzen im Hintergrund. „Ach wissen sie was, ich habe sie ja schon auf einem Foto gesehen. Ich denke ich werde sie erkennen. Schönen Tag noch.“
„Ihnen auch.“, antwortete Sally und legte auf. Doch bevor sie auch noch einen Moment nachdenken konnte, klingelte das Haustelefon. Seufzend nahm sie ab. „Sally Rheim?“
„Sally? Hallo, hier ist Jessica. Ist Tony da? Ich müsste sie mal dringend sprechen.“, flötete Antoinettes beste Freundin in den Hörer, mit ihrer hohen Stimme, die sie schon immer hatte.
„Klar.“, antwortete Sally, hielt die Hand auf den Hörer und drehte sich zum Sofa. „Tony? Jessica ist dran.“
So schnell es ging sprang Antoinette auf und watschelte zum Hörer. Sie nickte Sally dankend zu und nahm dann den Hörer an sich. „Jessica?“

„Hey Süße.“ Jessica klang wie immer. Doch ein leichter Schwung von Bitternis drang doch durch. „Tut mir Leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Hier...hier ist viel passiert.“ Sie seufzte leise.
Mitleid drang in Antoinette durch. „Dass macht doch nichts. Was ist denn passiert? Du hörst dich total schlecht an.“
„Sehr sehr viel.“ Sie seufzte noch einmal, und es klang nicht nur traurig, sondern auch völlig verlassen. „Aber erzähl doch lieber, wie es bei dir läuft. Wie es scheint sind Thomas und Sally bei dir eingezogen, wie ich gehört habe.“
„Ja.“ Antoinette lächelte abwesend, bis sie sich wieder eines Besseren besann. „Ja sind sie. Aber hör mal, wie wäre es denn wenn wir uns zum Mittagessen in Downtown treffen? Ich denke wir beide haben viel zu erzählen.“
„Eine gute Idee.“ Jessica lachte leise auf. „Ich bring die Zwillinge noch kurz zu der Tagesmutter und dann sehen wir uns in einer halben Stunde in dem kleinen Restaurant, was gerade neu aufgemacht hat?“
Antoinette nickte. „Genau. Bis dann.“

Als Jessica herein gestürmt kam, zehn Minuten später, als geplant, saß Antoinette da und wartete.
Und umso näher Jessica kam, um so größer wurden ihre Augen und als sie schließlich vor Antoinette zum stehen kam, die schließlich auch aufgestanden war, legte sie sich erschrocken die Hand auf den Mund.
„Dass glaube ich jetzt gar nicht.“, hauchte sie leise. „D-du bist...du bist schwanger, Tony. Oh mein Gott.“
Antoinette lachte. „Ich weiß.“ Sie fuhr sich über die große Kugel, die sie inzwischen vor sich herschob. „Und zwar schon ziemlich schwanger.“ Als Jessica immer noch nichts sagte, fügte sie besorgt hinzu: „Ich hab dich auch angerufen, mehrmals, aber du bist nicht ran gegangen. Sonst hätte ich dir natürlich schon früher Bescheid gesagt.“

„Ja, ja ich weiß“ Jessica legte vorsichtig eine Hand auf Antoinettes Bauch, als könnte sie es immer noch nicht fassen. „Ich kann das gerade nicht so richtig glauben. Du bekommst wirklich ein Baby von Thomas. Lass dich umarmen.“
Die beiden Frauen fielen sich lachend in die Arme, als hätten sie sich Jahre nicht mehr gesehen. Und als sie schließlich mit der Karte des Hauses versorgt am Tisch saßen, hörte der Gesprächsfaden gar nicht auf.
„Und, wie sieht Sally das ganze?“, hakte Jessica nach, während sie das Menü genauer studierte.
Antoinette lächelte. „Sie findet es wunderbar. Sie ist richtig froh darüber, und am liebsten hätte sie natürlich eine kleine Schwester.“ Ihr Blick wurde leicht abwesend, als sie daran dachte, dass das kleine Würmchen bald auf der Welt sein würde. „Schade, dass sie schon so bald aufs College geht. Zu viert wären wir noch einmal eine schönere Familie.“
Nickend legte Jessica die Karte weg, und wie ganz von alleine viel ihr Blick auf Antoinettes Hand. „Ich glaube es nicht. Du erzählst mir ja wirklich gar nichts mehr.“ Sanft nahm sie die Hand hoch und hielt ihn ihrer besten Freundin hin. „Du bist sogar verlobt, und dann auch noch so ein hübscher Ring. Ich bin begeistert.“
„Tut mir Leid, Jessi.“ Mit geröteten Wangen neigte Antoinette den Kopf und betrachtete eine Weile sprachlos den Ring. „Es ist merkwürdig, aber auf einmal ging alles so schnell. Erst macht er mir einen Heiratsantrag und dann erfahre ich kurze Zeit später, dass ich ein Kind erwarte. Thomas und ich, und natürlich auch Sally und das Baby, wir sind schrecklich glücklich. Und ich freue mich auf die Hochzeit.“ Sie sah Jessica verschmitzt an, nahm ihre Hand und drückte sie sanft. „Und deswegen, meine liebste und beste Jessica, wollte ich auch dich fragen, ob du meine erste Brautjungfer sein willst. Du bist meine beste Freundin und...“

„Natürlich will ich!“, unterbrach Jessica sie freudig. „Nichts würde ich mir mehr wünschen als deine erste Brautjungfer zu sein. Ich freue mich so sehr für dich, und ich beneide dich sehr.“ Ein Schatten glitt über ihr Gesicht.
„Was ist denn bei dir los?“, hakte Antoinette besorgt an. „Du klangst schon am Telefon total bedrückt, Jessica.“
Jessica seufzte, wie schon am Telefon. Nachdenklich schüttelte sie den Kopf. „Armand hat mich indirekt verlassen.“ Beruhigend tätschelte sie Antoinettes Hand, als die etwas tröstendes sagen wollte. „Ich hab es geahnt, Tony. Tara war immer seine Nummer eins, sogar noch vor den Zwillingen weißt du? Und nachdem Tara abgehauen ist...“
Jetzt unterbrach Antoinette ihre beste Freundin: „Wie bitte? Tara ist abgehauen? Wann und wohin?“
„Ins Ausland um ihre richtigen Eltern zu suchen.“, berichtete Jessica gelassen und es wirkte als seine eine Last von ihr abgefallen. „Eines Morgens lag ein Zettel auf den Tisch, dass sie hier nicht bleiben will, weil sie mich hasst und weil sie mit dieser verlogenen Familie nichts mehr zu tun haben will. Und da hat Armand ein paar Tage später seine Sachen gepackt und ist ihr hinterher gereist. Mit der Erklärung, dass sie schließlich seine Tochter ist. Er ist für sie verantwortlich, aber Tara ist schon achtzehn. Er ist nicht mehr für sie verantwortlich.“
Antoinette ergriff Jessicas Hand. „Meine Güte, dass tut mir so Leid. Hat Armand denn gesagt wann er wiederkommt?“
„Er meinte, in zwei Wochen wird er wieder zurückkommen, mit Tara. Aber daran glaube ich nicht. Ich glaube dass er und ich wissen, dass dies ein Abschied für immer sein wird.“ Jessicas Augen wurden für einen Moment glasig, aber schon im selben Augenblick hatte sie sich wieder gefangen. „Dass unsere Ehe so gut wie Kaputt war, dass war mir klar. Aber was ist denn mit den Zwillingen und Ozeane? Sie brauchen doch ihren Vater?“
„Ach Jessi, die beiden werden dass schon aushalten, schließlich kommen sie ganz nach dir.“ Unterstützend strich sie ihr über den Arm. „Und im Grunde habt ihr ja auch noch mich. Wenn es dir zu viel wird mit drei Kindern nehme ich sie oder Sally hütet sie mal für ne Weile damit wir essen gehen können oder so.“
„Ich danke dir.“, erwiderte Jessica lachend. „Du bist wirklich eine beste Freundin.“

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am So Dez 11, 2011 4:40 pm

Fast lautlos öffnete Thomas die Tür zum Schlafzimmer, in der Hand ein Tablett mit einer Tasse Tee und ein paar Crackern. Sein Blick viel von den drei Babybetten, in denen seine Kinder friedlich schliefen, zum großen Doppelbett.
Und zu seiner Überraschung war Antoinette wach.
„Oh, ich dachte du würdest schlafen.“ Leise schloß er die Tür hinter sich und platzierte das Tablett auf dem Nachttisch. „Der Arzt hat doch gesagt, du sollst dich ausruhen, Liebling.“ Besorgt betrachtete er sie.
Doch Antoinette sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an. „Was mach ich denn bitte, Thomas?“ Sie deutete auf das große Bett. „Ich liege hier den ganzen Tag rum und tue genau nichts. Ich langweile mich, mir geht es gut!“

„Die Geburt von Drillingen ist keine Nebensache, Tony.“, erinnerte Thomas sie energisch. Der Moment der Geburt kam ihm wieder vor die Augen und auch die Komplikationen, die es gegeben hatte. „Hör auf den Doktor.“
Antoinette seufzte, legte sich die Hände auf die Augen und ließ einen leisen Wutschrei los. „Thomas!“, brach es aus ihr heraus, nachdem sie ihn wieder ansehen konnte. „Mir geht es wirklich gut. Ich habe mich die letzten zwei Tage im Krankenhaus ausgeruht und gestern und heute lag ich auch den ganzen Tag nur herum. Ich fühle mich bestens. Ich will, nein ich muss einfach aufstehen. Ich will meine Kinder auf den Arm nehmen und sie wickeln und ich will duschen! Und Sally! Mit Sally habe ich schon ewig nicht mehr gesprochen. Bitte!“ Sie klang wie ein kleines Kind.
Lachend drückte Thomas ihr einen sanften Kuss auf den Mund. „Ich liebe dich und deine störrische Art.“ Er wandte den Kopf wieder, und sah zu dem rosa Kinderbett, dass direkt neben der Tür stand. Leises Gequengel drang heraus. „Ich glaube unsere kleine Prinzessin verlangt mal wieder nach Aufmerksamkeit.“ Schmunzelnd eilte er zu dem Baby und nahm es vorsichtig auf den Arm. Aus den grünen Augen, die die kleine Aura-Noreen eindeutig von ihrer Mutter hatte, sah sie ihren Vater an und blinzelte neugierig. „Meine kleine Prinzessin, du wirst uns wahrscheinlich am meisten Kummer machen, hm? Meine hübsche kleine Prinzessin.“

„Wage es ja nicht sie zu verwöhnen.“, lachte Antoinette, richtete sich etwas auf und betrachtete ihre Tochter. „Nur weil sie als erstes auf die Welt gekommen ist, darf sie nicht gleich dein Liebling werden.“ Sie erhob sich langsam aus dem Bett und schlich zum Schrank, um sich endlich anzuziehen, bevor Thomas seine Aufmerksamkeit wieder auf sie legte.
„Du hörst auch nie auf das, was man dir sagt oder?“ Thomas warf ihr einen zweifelnden Blick zu.
Während sie Corvin, ihren einzigen Sohn aus seinem Bett nahm, zuckte sie leicht mit den Achseln. „Du kannst mir ja wohl nicht verübeln, dass ich meine kleinen Mäuse endlich aus ihrem Bett nehmen will, um sie mir genauer auszusehen, oder? Schließlich hast du sie ja die ganze Zeit auf den Arm.“

Thomas antwortete nicht. Er hatte die kleine Aura-Noreen wieder in ihr Bett gelegt und nahm nun seine zweite Tochter, Dalia-Rose auf den Arm. Glücklich, und mit viel Vaterstolz betrachtete er sie.
„Ich kann es auch kaum fassen.“, murmelte Antoinette, als hätte sie seine Gedanken gelesen. „Dass wirklich wir beide, diese wunderbaren Geschöpfe auf die Welt gebracht haben. Dass es unsere Kinder sind...Dass ist so...“
„Herrlich? Wunderbar? Unglaublich?“ Lachend wiegte er seine Tochter sanft hin und her. „Aber sind unsere, Tony. Wir haben drei wunderbare Kinder bekommen und eine fast erwachsene, und extrem intelligente Tochter. Was will man mehr, frag ich mich da...“

„Heiraten.“, antwortete sie und warf ihm einen sanften Blick zu. „Wir beide gehen den Bund der Ehe ein und dann ist alles perfekt. Dann sind eine vollkommene, wunderbare, kleine oder auch große, Familie.“
Nickend strich er Dalia-Rose über das Nasenbein. Er spürte wie Antoinette an ihn heran trat und ihm das kleine Mädchen sanft aus dem Armen nahm. Nur ungern ließ er sie los, seine klitzekleine Tochter.
Doch Antoinette hatte kein Erbarmen. Wie eine Mutter küsste sie ihre Tochter auf den kahlen Kopf und hielt sie ein Stück von sich weg, um sie genauer zu betrachten. „Wie haben wir nur dieses Glück verdient?“

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Do Dez 22, 2011 12:21 pm

„Es tut mir wirklich Leid, dass wir dein Zimmer beanspruchen.“ Mit einem entschuldigenden Gesichtsausdruck sah Antoinette ihre Stieftochter an, die auf ihrem Bett saß und ein paar Bücher durch wälzte, wie so oft in letzter Zeit.
Achselzuckend antwortete sie, ohne den Blick zu heben: „Kein Problem, ist nun mal kein Platz in eurem Schlafzimmer. Und ich hab hier genug Platz, denke ich.“ Sie rümpfte leicht angewidert die Nase. „Wenn nur der Gestank nicht wäre.“
Antoinette lachte leise, schloß den Mülleimer und nahm ihre Tochter wieder auf den Arm. „Ja, obwohl sie zuckersüß sind, stinken sie manchmal mehr, als man ertragen kann. Aber eine Mutter liebt ihre Kinder trotzdem.“
Sally hob den Blick und betrachtete das traute Bild einen Moment. Sie konnte sich nicht mehr daran erinnern, dass ihre richtige Mutter sie so angesehen hatte. Sie konnte sich nicht einmal erinnern, dass sie es jemals gemacht hatte.
Beunruhigt von Sallys zögerlichen Blick, setzte Antoinette ein sanftes Lächeln auf. Vorsichtig hielt sie ihr das Baby ein Stück näher hin. „Willst du deine kleine Schwester mal halten, Sally? Sie ist auch frisch gewickelt.“
„Nein, lieber nicht.“ Sally schlug die Bücher zu und schenkte ihrer Stiefmutter ein zierliches Lächeln. „Ich weiß gar nicht wie man solche Babys hält, die sind doch so klein und...zerbrechlich. Ich will ihr nicht weh tun.“

„Wirst du nicht.“ Sie sah Aura-Noreen einen Moment nachdenklich an, dann nickte sie. „Komm her und nimm deine Schwester, Aura scheint eine ganz Robuste zu sein. Mit ihr kannst du wirklich nichts falsch machen, na komm.“
Sally erhob sich von ihrem Bett und machte ein paar unsichere Schritte auf das kleine Pärchen vor sich zu. Mit fast zitternden Fingern, berührte sie das kleine Händchen ihrer Halbschwester, deren Finger sich zu sofort um den ihren schmiegten. Ganz eng hielt das kleine Mädchen ihn fest, als hinge ihr Leben davon ab.
„Wow.“, murmelte Sally, völlig überwältigt. „Sie...sie hält meinen Finger fest, guck mal Tony. Ich glaub sie erkennt mich.“ Lachend sah sie ihre Stiefmutter an, die mütterlich nickte.
„Warum sollte sie dich nicht erkennen?“, fragte sie ernsthaft. „Du bist ihre große Schwester und wirst somit ihr Vorbild sein.“ Mit erhobenen Finger warnte sie: „Also stell ja nie etwas an, hast du gehört?“


Nachdenklich betrachtete Sally ihr Handy eine Weile, bevor sie den grünen Hörer drückte und das kleine Gerät an ihr Ohr hielt. Gespannt wartete sie das jemand abnahm.
„Antonio Wehburg?“, meldete sich eine tiefe Stimme. Er klang verschlafen, als sei er gerade erwacht.
„Äh...hier ist Sally. Sally Rheim, wissen sie noch? Sie sind mein Studienberater.“ Sie machte eine Pause um einmal Luft zu holen. Warum hatte sie nicht einfach bei der Uni angerufen?

„Ja, natürlich erinnere ich mich.“ Er lachte, und klang auf einmal viel wacher als bisher. „Was gibt es denn?“
Sally hatte lange überlegt, bevor sie diesen Entschluss gefasst hatte. Sie liebte ihr zu Hause, mehr als alles andere. Auch mit Antoinette und den Drillingen und ihrem Vater, aber sie musste hier raus, wenn sie nicht halb wahnsinnig werden wollte. Die Kinder schrien, und es war einfach alles zu klein. Es war das Beste wenn sie ging.
„Ich wollte sie um etwas bitten.“, begann sie zögerlich. „Wissen sie, bei mir zu Hause wird es momentan etwas...eng würde ich sagen. Ich weiß, das Frühsemester beginnt erst in ein paar Monaten, aber es wäre es vielleicht möglich das ich schon früher auf das Gelände ziehen würde?“
Antonio Wehburg blätterte in etwas, dass konnte Sally hören. Seine Stimme klang etwas geschäftlicher, als er antwortete. „Wann würdest du denn herziehen wollen? Zwei Tage früher?“
„Am besten sofort.“ Sally hielt die Luft an, als sie hörte, wie er geräuschvoll durchatmete. „Wenn es geht.“
„Wow, dann scheint es ja sehr eng bei euch zu sein.“ Er lachte leise, aber ein Hauch Neugier war durch zuhören. „Also noch heute, wenn ich das richtig verstanden hatte.“ Er blätterte wieder eine Weile, tippte ein paar Sachen ein und seufzte dann zufrieden. „Du hast Glück, Sally. Wir haben in einem Wohnheim ein Zimmer frei. Eine Studentin hat abgebrochen, wegen persönlichen Gründen und ist gestern ausgezogen.“ Antonio Wehburg seufzte noch einmal. „Ein Taxi würde dich in zwei, bis drei Stunden abholen. Wäre dass in Ordnung?“

„Dass wäre super.“, antwortete sie und nickte eilig. „Ich danke ihnen wirklich sehr dafür, Herr Wehburg. Vielen Dank.“
Er lachte. „Dafür nicht, dafür bin ich da. Probleme erkennen, Probleme lösen. Aber Sally, eins musst du wissen.“ Er machte eine kleine Pause bevor er weiter sprach. „Jetzt müssen wir das Gespräch natürlich um so dringender führen. Am besten gleich Morgen auf dem Campus Café, passt ihnen dass?“
„Ja, dass verstehe ich. Natürlich passt mir das. Und noch einmal, vielen Dank. Auf wiedersehen.“
„Auf wiedersehen, Sally. Bis morgen.“
Nachdem Sally aufgelegt hatte, atmete sie tief durch. Jetzt musste es nur noch ihrem Vater beibringen!
Thomas fand sie auf dem Sofa sitzend, neben ihm Antoinette, die sich inzwischen angezogen hatte. Er hatte seinen Arm um sie gelegt, es sah so vertraut aus, dass Sally sich kaum noch Sorgen machte.
„Dad?“, murmelte sie leise und wartete bis ihrer Vater sie richtig ansah. „Kann ich vielleicht mal kurz mit euch reden?“
Thomas schaltete den Fernseher aus, rückte ein Stück zur Seite und klopfte auf das Sofakissen neben sich. „Natürlich, Kleine. Was gibt es denn? Bedrückt dich etwas?“
Sally ließ sich zwischen ihrem Vater und Antoinette nieder. Mit nachdenklichem Blick sah sie von einem zum anderen, bis sie Antoinettes warme Hand in ihrem Rücken spürte. „Dad, ich werde noch heute aufs College ziehen.“
Thomas sah seine Tochter einen Moment sprachlos an. „Wie, du willst heute noch aufs College? Das Semester fängt doch erst in ein paar Monaten an, oder nicht?“
„Ja, tut es.“; erwiderte Sally ruhig. „Aber Dad, wir haben hier kaum Platz und umziehen können wir uns momentan nicht mehr leisten. Die Drillinge nehmen euch voll ganz ein und will euch da nicht auch noch zur Last fallen.“

Thomas sprang auf, wobei er die Fernbedienung hinunter riss und zu einem lauten Knall führte, der fast vergleichbar mit seinem Wutausbruch war. „Auf keinen Fall, Sally. Du bist hier nicht zu viel, verstehst du dass? Du bist meine älteste Tochter und ich will dich hier haben. Du wirst nicht aufs College ziehen, du bist noch viel zu jung.“
Auch Sally war inzwischen aufgestanden, wütend über den Ausbruch ihres Vaters. „Dad, denk doch auch mal an Tony und die Drillinge? Sie brauchen ihren Platz, Tony braucht wieder ein Schlafzimmer. Und ich komme zu recht.“
„Sally, ich diskutiere nicht mit dir darüber.“ Mit verschränkten Armen stand er da und sah hinunter auf seine sechzehnjährige Tochter. „Du bist immer noch minderjährig, und somit unterstehst du meinem Wort! Hier ist genug Platz und sobald wir noch etwas Geld haben, werden wir uns sowieso ein kleines Haus kaufen. Und bis dahin, passen wir hier alle herein, dass ist nun einmal sicher! Versuch gar nicht mich zu überreden.“

„Vielleicht hat Sally Recht.“, mischte sich Antoinette zögerlich ein. Ihr war natürlich nicht entgangen, dass das ganze Getümmel Sally Schwierigkeiten machte. Nicht deswegen, weil sie ihre Geschwister oder ihren Vater oder gar Antoinette selber, nicht liebte, nein. Es lag einfach daran, dass sie auf eigenen Beinen stehen wollte. „Bevor Sally etwas tut, was sie bereut, lass sie gehen.“, riet sie Thomas sanft, stand auf und berührte ihn an der Schulter. „Und das College ist doch nicht allzu weit weg. In einer dreiviertel Stunde sind wir da, wenn wir sie besuchen wollen und sie kann uns auch jederzeit besuchen. Denk doch mal darüber nach, Thomas und steh ihr nicht im Weg.“
Mit weit geöffneten Augen sah Thomas seine Verlobte eine Weile an. „Du stehst also auch noch hinter dieser schwachsinnigen Idee? Ich glaub dass nicht, seid ihr jetzt alle gegen mich?“
„Damit hat das nichts zu tun, Thomas. Sally MUSS ihren eigenen Weg gehen, verstehst du dass nicht? Und wenn sie dies für richtig hält, sollten wir ihr da nicht im Weg stehen. Sie ist deine Tochter.“ Ein letzter strenger Blick, dann wandte sie sich an Sally und schloß ihre Stieftochter liebevoll in die Arme. „Ich bin einverstanden, Liebes und ich wünsche dir alles Glück dieser Erde und dass du eine Menge Spaß auf dem College haben wirst. Aber vergiss nicht dich zu melden, mindestens dreimal am Tag, ja?“ Sie schmunzelte.

Dankend erwiderte Sally die Umarmung und sah ihren Vater anschließend bittend an. „Dad, ich bitte dich! Ich will gehen, verstehst du? Ich fühle mich nicht abgeschoben oder so etwas, ich will einfach erwachsen werden...“
„Und warum so schnell?“ Thomas Stimmung hatte sich schon wieder verändert. Mit traurigen Augen betrachtete er die junge Frau die da vor ihm stand, aber in seinen Augen immer noch sein kleines Mädchen war.
Antoinette lehnte sich sanft gegen ihn. Sie konnte verstehen, dass er bedrückt war. Schon alleine bei der Vorstellung sie müsste ihre Drillinge jetzt schon gehen lassen, ließ sie innerlich aufschreien.
„Ich bin nicht schnell erwachsen geworden.“, antwortete Sally lächelnd. „Und ich bin nicht aus der Welt, Dad! Ich bin nur auf dem College, und da wird es mir gut gehen. Bitte verbiete es mir nicht.“
Obwohl sich alles in Thomas dagegen sträubte, nickte er zaghaft und schloß Sally liebevoll in die Arme. „Du wirst mir schrecklich fehlen, Sally. Also vergiss nie dich zu melden! Bitte!“

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