Windy Willows

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Fr Jul 08, 2011 7:37 pm

Benjamin durchflutete mit den Händen fahrig den Kühlschrank, während er nach irgendetwas suchte, dass seinen unbendigen Hunger stillte. Wahllos schüttete er Milch, Saft, und den Rest Möhrensuppe in sich hinein, aber es half alles nichts. Sein Durst schien nur noch stärker zu werden.
Als die Tür geöffnet wurde, fauchte er einmal laut auf, bevor er sich in die hinterste Ecke drückte, und die Luft anhielt. Als wenn das etwas half.
Aufgeregt lukte Cecilia durch den Spalt, der geöffneten Tür, als sie Benjamin in der hintersten Ecke sah, kam sie herein. Feinsäuberlich schloß sie hinter sich die Küchentür und ließ sich fiel Zeit beim umdrehen. Um das Lächeln auf ihrem Gesicht zu festigen. "Hallo Ben, wie geht es dir?"
"Verschwinde.", zischte er, sich immer noch an der glatten Wand festkrallend. "Hab ich dir nicht gesagt du sollst dich fernhalten? Geh zurück ins Schlafzimmer und schließe dir Tür."
Doch Cecilia bewegte sich nicht vom Fleck. Einen Moment blieb sie stehen, dann streckte sie die Hand aus, als wollte sie ihn berührten. "Dir geht es nicht gut.", murmelte sie halblaut. "Du bist schwach. Du hast Durst." Eilig lief sie ein Stück weiter in die Küche, dass brachte Benjamin dazu noch einmal zu fauchen, doch Cecilia ignorierte es vollkommen. Ohne lange nachzudenken, öffnete sie eine Schranktür und nahm eine Flasche mit rotem Inhalt heraus. Nach kurzem Zögern, schob sie es rüber zu ihm, so dass sie ihm nicht näher kam.
Benjamin löste sich langsam und zögerlich von der Wand. Cecilias Wärme und ihr Herzschlag dröhnten in seinem Ohr und machten es noch schwerer, sie nicht einfach anzufallen. Er griff nach der Flasche und verzog sich eilig wieder in seine Ecke. Neugierig betrachtete er sie, öffnete den Deckel und roch daran. Seine Kehle brannte noch stärker, als er den Geruch des frischen Blutes vernahm. Er konnte nicht mehr an sich halten und nahm einen kräftigen Schluck. Das Brennen wurde augenblicklich erträglicher und nach zwei weiteren Schlucken, spürte er es kaum noch. Es fühlte sich an als legte sich das Blut auf die gerötete Haut und linderte den Schmerz.

Cecilia wagte sich zögerlich ein paar Schritte nach vorne, und als Benjamin nicht wieder zurückwich kam sie soweit voran, dass sie vor ihm stehen konnte. Vorsichtig öffnete sie eine weitere Flasche und gab sie ihm. "Hier.", sprach sie dabei leise. "Du kannst so viel davon haben wie du willst. Ich habe ganz viel."
Dass Verlangen Cecilia zu beißen, hatte so sehr nachgelassen, dass er beruhigt vor ihr stehen konnte, obwohl sie noch einen gewissen Sicherheitsabstand einhielten. "Woher hast du das Blut?", fragte er besorgt, nachdem er noch zwei weitere Schlucke genommen hatte. "Cecilia, wo hast du es her?"
"Aus dem Krankenhaus.", erwiderte sie eilig, bevor er noch lauter wurde. "Ich hab etwas von den Blutreserven genommen, es wird nicht auffallen. Und damit du es leichter runter bekommst, hab ich es in Flaschen gefüllt, damit...", sie verstummte, als sie sein belustigtes Gesicht sah. "Was ist?"
"Du hast es in Flaschen gefüllt, damit ich es leichter runter bekomme?" Lachend schüttelte er den Kopf, über seine nachsichtige Verlobte. "Verzeih mir, dass ich lache, aber dass ist zu köstlich." Er lachte noch lauter. "Es ist mir völlig egal wo drinne das Blut ist, ich muss es einfach nur trinken."
Cecilia nickte. Durch den Druck, unter dem sie stand, schaffte sie es nicht über den Witz zu lachen. Stattdessen beobachtete sie jede Bewegung die ihr Liebster tat.
"Wo ist Frini?", fragte er schließlich mit ernster Miene, und stellte die leere Flasche weg. Als Cecilia nach oben deutete, atmete er erleichtert aus. Sie war sicher. "Lass uns ins Wohnzimmer gehen, wir haben viel zu besprechen und ich denke du bist müde." Er warf einen Blick auf ihre dunklen Augenränder. "Du kannst dich hinlegen."

Cecilia folgte ihm, ohne weitere Widerworte und ließ sich mit einen tiefen Seufzer auf der gemütlichen Couch nieder. Das Kissen klemmte sie sich in den Nacken, damit er nicht wegknickte. So saß sie da und beobachtete wie Benjamin nervös hin und her ging. "Wie geht es weiter?", fragte sie leise. "So zumindest nicht."
"Nein, so nicht.", antwortete er zustimmend. Er blieb stehen und betrachtete sie. Gedanken über Gedanken schoßen ihm durch den Kopf. "Wenn ich immer dieses...Blut bereit hab, vielleicht geht es dann." Es klang als redete er mit sich selber. "Ich hab kein Verlangen dich zu beißen, mir geht es gut. Ich fühl mich gestärkt und sicher."
"Ich mich auch.", antwortete Cecilia und erhob sich wieder von ihrem gemütlichen Platz. "Ich fühl mich sicher in deiner Gegenwart, Ben." Sie kam langsam auf ihn zu, bis sie es nicht mehr aushalten konnte und sich freudig in seine Arme warf. "Du fehlst mir so unglaublich. Ich MUSS dich absofort jede Nacht sehen, Ben, bitte!"
Er nickte, wenn auch weiterhin etwas skeptisch. "Du fehlst mir auch.", antwortete er eher sachlich, als leidenschaftlich. "Aber ich will kein Risiko eingehen." Als er ihren flehenden Blick sah schloß er angestrengt die Augen. "Okay...Okay wir sehen uns. Ein paar Stunden, schließlich brauchst du deinen Schlaf auch." Sanft strich er ihr über die Wange. "Aber Frini bleibt weiterhin verschloßen im Schlafzimmer, hast du verstanden? Wir werden sie nicht gefährden."
Cecilia nickte. Ihr wahr alles Recht, so lange sie ihn wiedersehen durfte. Wenn auch nur für ein paar Stunden.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am So Jul 17, 2011 9:35 pm

"Heute ist also mein großer Tag.", murmelte Cecilia ihrem Spiegelbild zu. Fast liebevoll strich sie ihr schwarzes Kleid an den Stellen glatt, an den es ein paar Falten beinhaltete, vom Kleiderschrank. Anschließend fuhr sie noch einmal an ihrem Pony entlang, und festigte die Spange an ihrer Hochsteckfrisur. "Mein großer Tag und ich bin alleine.", sie seufzte.
Dass hatte sie sich als Kind nie so vor gestellt. In ihren Träumen waren sie alle da, ihre Familie, Mum, Dad, Valeria. Und alle ihre Freunde und Freundes Freunde. Und sie wurde in einem großen Saal getraut und anschließend würde ein wunderbares Fest stattfinden. Stattdessen stand sie alleine vor dem Spiegel in ihrem Schlafzimmer. Ohne Valeria.
Kopfschüttelnd, als wollte sie den Gedanken daran los werden, und beugte sich zu ihrer kleinen Tochter herunter. "Glaub mir Frini, wenn du einmal heiratest, wird es ein ganz großes Ereignis. Viele, viele Leute werden da sein und dir Glückwünsche zu rufen." Sie nahm die Kleine auf den Arm. "Und du wirst die schönste aller Bräute sein."
Frini grinste sie an und klatschte erfreut in die Hände. "Mama hübsch.", rief sie erfreut aus und fingerte aufgeregt nach Cecilias Ohrringen, die schwerelos an ihrem Ohr baumelten. "Haben! Haben!" Glucksend klatschte sie erneut in die Hände.

Cecilia lachte leise über ihre Tochter. Fest drückte sie das Mädchen an sich und gab ihr einen zärtlichen Kuss auf das pechschwarze Haar. "Später, Schätzchen. Später."
Im selben Moment ging die Schlafzimmertür auf und Benjamin, gekleidet in einem schwarzen, feinen Anzug betrat den Raum. Langsam und vorsichtig, um erst einmal zu testen, ob er auf Frinis junges Herz mehr ansprang, als auf das seiner baldigen Frau. Schließlich blieb er stehen und betrachtete die beiden vor sich. Er lächelte. "Wow, ihr seht beide einfach wunderschön aus.", teilte er ihnen aus tiefsten Herzen mit, so überwältigt war er von dem Anblick, der sich ihm bat.
Errötend zuckte Cecilia kurz dem Schultern , und drehte sich wieder kurz zum Spiegel um, um ihr Aussehen noch einmal zu überprüfen. "Ich finde ich sehen aus, wie an jedem anderen Tag auch." Sie lächelte ihn sanft an. "Nur noch um einiges glücklicher, weil ich weiß, dass heute Nacht mein größer Traum in Erfüllung geht."
Lachend kam Benjamin auf seine beiden Frauen zu und strich erst Frini väterlich über die Wange, bevor er Cecilia einen flüchtigen Kuss auf den Mund gab. "Ihr seid die beiden schönsten Geschöpfe, die ich in meinem ganzen Leben gesehen habe.", erklärte er sachlich, nahm Frini aus Cecilias Armen und schloß für einen Moment die Augen, um sich an ihren Geruch zu gewöhnen. Erleichtert öffnete er sie und sah in die selben Augen, die auch Cecilia hatte. Dunkel, aber trotzdem so leuchtend.
Frini schmiegte sich noch einmal eng an ihren Vater, den sie so selten sehen konnte. Das kleine Kinderherz verstand nicht wirklich warum, aber es schien zu akzeptieren. Denn innerlich wusste Frini, obwohl sie erst zwei Jahre alt war, dass ihr Vater immer für sie da sein würde. Leicht strampelnd zwang sie Benjamin sie auf den Boden zu setzten,, wo sie anschließend froh und munter auf die kleine Burg zusteuerte, die sie zum Geburtstag bekommen hatte.

Benjamin richtete sich nun an seine Verlobte. Lächelnd nahm er einen Ring aus seiner Tasche und hielt ihn ein wenig ins Licht. Er glänzte und schimmerte in den verschiedensten Farben. "Ich liebe dich.", begann er ruhig und selbstsicher. "Ich liebe dich, und ich hätte niemals gedacht, dass diese Liebe sogar über den Tod hinaus reichen kann, aber sie tut es, wie du siehst." Grinsend sahen die beiden sich einen Moment an, bevor er schließlich die wichtigsten Worte aussprach: "Cecilia Majestätia, willst du mich nun, vor den Augen unserer gemeinsamen Tochter zum Ehemann nehmen? Mich begleiten und umsorgen, in guten wie in schlechten Tagen?"
Mit Tränen in den Augen nickte Cecilia geührt, fast unfähig ein Wort herauszubringe, bevor sie schließlich halb laut: "Ja.", hauchte
Vorsichtig und langsam steckte er ihr den Ring an und die ganze, wunderschöne Prozedur begann vom neuen. Bis die beiden schließlich mit ineinander verschränkten Händen voreinander standen und sich verliebt in die Augen sahen, als sähen sie sich zum ersten Mal.
"Ich bin schrecklich glücklich, Cecilia, weißt du das eigentlich?"

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am So Jul 17, 2011 9:43 pm

"Ich auch.", erwiderte Cecilia, deren Tränen immer noch die blasse Wange hinunter liefen und silbrige Spuren hinterließen. Schließlich seufzte sie, gepaart mit einem glücklichen Kichern und wischte sie sich von den Wangen. "Am besten ich lege Frini jetzt hin, es ist spät und morgen ist ihr erster Tag im Kindergarten."
Benjamin nickte bloß, setzte sich aufs Bett und sah zu wie seine nun Ehefrau ihre gemeinsamte Tochter die Schlafsachen anzog und sie in die große, aus dunklem Holz bestehende Wiege legte, ihr sanft einen Kuss gab und die Wiege so anstupste, dass sie langsam hin und her schaukelte.
"Komm her.", bat er sie im Flüsterton und ergriff ihre Hand. Sanft zog er sie zu sich aufs Bett und machte Platz, damit die beiden wie in alten Zeiten nebeneinander liegen konnten. "Bist du dir immer noch sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben?", fragte er, während sie sich in den Armen lagen.
Überschwänglich nickte sie. "Ja, und wie. Ich bereue es keine Sekunde lang, dass ich dich zu meinem Ehemann genommen zu haben.", beteuerte sie aufrichtig, das Glück noch in den Augen stehend. "Ich glaube nicht, dass einen besseren Ehemann und Vater auf dieser gesamten Welt gibt."
"Auch wenn er ein blutdurstiger Vampir ist?", hakte Benjamin scherzhaft nach.

"Auch wenn er ein blutdurstiger Vampir ist.", erwiderte sie, ebenso scherzhaft. Liebevoll gab sie ihm einen Kuss. Nach ein paar Schweigeminuten seufzte Cecilia schließlich etwas betrübt. "Es wird immer so weitergehen, nicht war?", fragte sie leise in die Dunkelheit. "Du wirst Nachts zu uns stoßen, ein paar Stunden mit uns verbringen, und anschließend wieder verschwinden. Während ich gerade glücklich eingeschlafen bin. Und Tagsüber, da wirst du fehlen, überall."
Schwerfällig nickte Benjamin. "Es tut mir wirklich Leid, Cecilia, dass ich bin, was ich bin. Wenn ich es ändern könnte, ich würde es von einem auf den anderen Tag tun, glaub mir." Fest sah er ihr in die dunklen Augen. "Aber ich werde immer, sobald es dunkel ist heraus kommen und dir helfen, so gut ich eben kann." Er warf einen kurzen Blick auf die Wiege, in der Frini gerade von Rittern und Prinzessinen träumte. "Und mich jede Sekunde um unsere Tochter kümmern."
Lächelnd legte Cecilia ihren Kopf an seine Brust und gähnte müde. Der Tag war anstregend gewesen. Frini war zwei Jahre alt geworden, sie hatte einen Krankenbericht nach dem anderen geschrieben, sobald etwas Zeit frei war und das Haus musste auch geputzt werden. "Ich bin glücklich, aber schrecklich müde."
"Dass kann ich mir vorstellen.", antwortete Benjamin und küsste sie zärtlich auf das schwarze Haar. "Du hattest auch einen anstregend Tag, und am besten du machst jetzt deine Augen zu und schläfst hier in meinen Armen ein, hm? Was hälst du davon?"
"In meinem Kleid und diesen Schuhen?", hakte sie lachend nach. Kopfschüttelnd öffnete sie die Augen und blinzelte ihn an. "Aber du könntest mir natürlich helfen aus diesem Kleid heraus zu kommen, vielleicht kann ich anschließend wirklich ein bisschen schlafen."

Sanft öffnete er den Verschluß an ihrem Kleid und küsste sie während dessen mal wieder so leidenschaftlich, wie er es schon lange nicht mehr getan hatte.
Während Cecilia ruhig und gleichmäßig an seiner Brust atmete, lag Benjamin in der Dunkelheit des frühen Morgens wach und dachte nach. Er dachte an die Zukunft, und wie es wohl sein würde seine Tochter nur Abends zu sehen, niemals draußen mit ihr Ball spielen können, nicht ins Schwimmbad gehen zu können. Und es betrübte ihn von Sekunde zu Sekunde mehr.
Leise löste er sich aus Cecilia Griff und stieg fast lautlos aus dem Bett. Cecilia rollte sich ein wenig enger in die Decke und gab ein wohliges Seufzen von sich.
Er betrachtete sie, wie sie da lag und vor sich hin träumte, in einer ganz anderen Welt als dieser. Manchmal hatte er für einen Moment daran gedacht doch noch zu gehen und sie hierzulassen. Vielleicht würde sie einen Mann kennenlernen, der auch am Tage mir ihr zusammen sein konnte, denn dass wünschte er ihr. Und Frini.
Aber die beiden einfach so alleine zulassen, war ihm zu schwer gefallen, als dass er es in die Tat umsetzten konnte. Also war er geblieben und hatte Cecilia geheiratet.
Nachdenklich wandte er den Blick dem Fenster zu, durch dass er den Himmel sehen konnte, der von Minute zu Minute etwas heller zu werden schien. Die Morgendämmerung. Er gab Cecilia einen leichten Kuss, um sie nicht aus ihrem Schlaf zu reißen und schlich dann zu Frini.
Sanft strich er ihr über das schwarze Haar. "Schlaf so lange du kannst, meine Kleine. Deine Mama hat mal verdient so richtig auszuschlafen." Und schon zischte es leise und als eine Fledermaus flog er aus dem Schlafzimmer, hinein in seine eigene kleine Gruft. Alleine.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am So Jul 17, 2011 9:51 pm

Benjamin rauschte an seiner Frau vorbei, schnappte sich leichthändig das kleine Mädchen, dass fröhlich auf dem Bett spielte und wirbelte es einmal herum. "Meine Kleine, oder soll ich sagen Große?", scherzte er lachhaft. "Du bist schon wieder dreizehn Zentimeter gewachsen oder?" Daraufhin gluckste Frini nur fröhlich und schüttelte ihren kleinen Kopf.
Cecilia hielt einen Moment inne, mit Betten machen und warf ihrem Dreamteam einen vernarrten Blick zu. "Sie hat schon auf dich gewartet. Keine Minute war sie ruhig zu stellen." Mit einem gespielt verzweifelten Blick sah sie ihre Tochter an, die daraufhin wieder in ein haltloses Glucksen ausbrach.
"Lässt du deine Mama gar keine freie Minute, Liebes?" Sanft schaukelte er sie hin und her und kitzelte sie so sehr, dass das Glucksen sich in ein waschechtes Lachen verwandelte, dass auch ihre beiden Eltern zu einem erfreuten Lächeln brachte. Wie Kinder doch alles heller erscheinen lassen konnten. "Und wie war dein Tag?", hakte er schließlich bei ihr nach. Sorgfälltig, mit seinen geschärften Sinnen, betrachtete er seine Liebste, die immer noch das Bett bezog. Leichte Augenringe umsäumten ihre hübschen Augen.
"Ach ganz gut." Seicht lächelnd hob sie den Kopf und sah ihn an. "Im Krankenhaus war heute ziemlich viel los und anschließend..." Sie warf das rote Kissen zielsicher zurück auf seinen Platz und zuckte die Schultern."...anschließend hab ich Frini vom Kindergarten abgeholt und wir hatten einen wunderbaren Nachmittag."

"Du siehst aber schrecklich müde aus, Cecilia." Abwesend löste er Frinis Griff von seinen Hemdknöpfen und setzte das kleine Mädchen auf den Boden, wo es sofort zum Töpfchen krabbelte, um ihren Vater zu zeigen, wie gut sie es schon konnte. Doch Benjamin hatte im Augenblick nur Augen für seine Frau. "Brauchst du vielleicht Hilfe? Sollen wir ein Kindermädchen einstellen, die Frini abholt und sich anschließend um sie kümmert, so dass du ein wenig zur Ruhe kommen kannst?"
Entschieden schüttelte Cecilia den Kopf und erhob die Stimme, um über Frinis laute Zwischenrufe zu tönen. "Nein, so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Klar, Frini ist anstregend, aber ich schaff das schon." Sie schenkte ihm ein selbstsicheres Lächeln. "Und wenn ich etwas ändern würde, dann die Schichten im Krankenhaus."
Endlich widmete sich Benjamin wieder seinem Sonnenschein, so dass sie endlich aufhören konnte zu protestieren. Doch so ganz, mit Herz und Hirn war er nicht bei seiner einzigen Tochter. "Ich würd dir so gerne helfen.", murmelte er betrübt, ohne sie anzusehen. "Ich bereue es so sehr, dass ich bin, was ich bin."
"Aber du bist es.", widersprach sie ihm abschließend und ließ sich rücklinks auf das frisch bezogene Bett fallen. Gähnend streckte sie Glieder und Gelenke und blieb einige Sekunden einfach reglos so liegen, dass man schon vermuten konnte, sie wäre eingeschlafen. "Ben, ich muss dir noch was sagen.", sagte sie schließlich halblaut.
Mit erhobener Braue richtete er sich wieder auf, nachdem er Frini stolz über das Köpfchen gestrichen hatte.
"Du weißt doch noch letzte Nacht, als wir unsere Hochzeit feierten, oder?" Er nickte nachdenklich. Und obwohl sie es nicht sehen konnte, fuhr sie einfach fort. "Ich denke, oder eher gesagt, ich hab heute erfahren, dass sie nicht ohne Folgen geblieben ist." Leise seufzend richtete sie sich auf, drehte sich zu ihm um und sah ihn schüchtern an. "Wir bekommen noch ein Baby, Ben. Mein Arzt hat heute erzählt, dass ich im dritten Monat schwanger bin."

Ein paar Augenaufschläge vergingen, bis Benjamin wirklich verstanden hatte, was Cecilia ihm gerade erklärt hatte. Er starrte sie an, während in seinem Kopf Pro und Contra einen schweren Kampf austrugen. Genetik, Freude, Mühen, Liebe, all das brachte ihm zum nachdenken.
"Du freust dich nicht.", schlußfolgerte Cecilia resigniert und ließ den Kopf hängen. Er sollte ihren enttäuschten Blick nicht sehen, denn sie freute sich mehr als alles andere auf den weiteren Zuwachs der Familie. Noch ein Kind mit ihrem Ehemann, was gab es denn Schöneres?
"Doch, doch natürlich freu ich mich.", beeielte er sich zu sagen und kam auf sie zu. "Wie sollte ich mich denn nicht freuen, wenn wir beide noch ein Baby bekommen, Cecilia?" Er legte seine Arme um sie und hielt sie fest. "Ich mache mir nur Gedanken. Vamperismus ist ein vererbbarer Fall bei mir und ich will nicht, dass unsere Kinder damit...gestraft werden."
"Erstens, werden sie erst wenn sie Erwachsen sind zum Vampir.", antwortete Cecilia eigensinnig. "Und zweitens ist es bei Frini auch nicht passiert." Sie warf ihrer spielenden Tochter einen belustigten Blick zu. "Wäre ja auch noch schöner. Nicht nur, dass sie eine Elfe mit magischen Fähigkeiten ist, nein sie wäre dann auch noch eine Blut trinkende Elfe mit magischen Fähigenkeit." Lachend lehnte sie ihren Kopf an seine Schulter und seufzte einmal tief. "Ich bin schwanger, und ich freu mich sehr auf unser zweites Baby."
Mit einer einfachen Handbewegung hatte Benjamin sie hochgenommen und schwänkte sie einmal durch den Raum. "Ich freue mich auch, wirklich!"


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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am So Jul 17, 2011 10:40 pm

Mit schmerzenden Rücken schlenderte Cecilia den Weg über die Brücke, hin zu den Mülltonnen und ließ die schwere Tüte darin verschwinden. Seufzend wandte sie ihr Gesicht dem Himmel zu, der von einem dunklem Rot-Orange nun zu einem angenehmen Nachtblau wechselte und viele seiner kostbaren Sterne zur Schau stellte.
Sie hätte niemals geahnt, dass die dunkle Nacht so ein treuer und erwünschter Freund in ihrem Leben werden würde. Bis sie Benjamin kennen lernte.
Leise Schritte ertönten auf dem kalten Steinen und als Cecilia den Kopf wandte, konnte sie eine junge Frau in der Dunkelheit ausmachen. Neugierig blieb sie wo sie war.
"Guten Abend.", sagte die Frau mit dem langen schwarzen Zopf und lächelte freundlich. "Ich bin Suni, ich wohne dort unten in den Wohnwagen." Sie deutete den Berg hinunter, doch dort wo ihr Finger hinzeigte, erstreckte sich nur ebenso nächtliche Dunkelheit.
"Cecilia.", erwiderte sie immer noch etwas neugierig, vermischt mit Misstrauen. Eilig warf Cecilia einen Blick auf das Schloß. 'Hoffentlich kommt Ben nicht raus.", dachte sie besorgt.
"Ich weiß.", erwiderte Suni, immer noch im gleichbleibenden, freundlichem Ton. "Du und deine Schwester, ihr seid ungefähr zur gleichen Zeit wie wir hier hergezogen."
Etwas verwundert nickte Cecilia. Sie konnte sich kaum an diese junge, lebensfrohe Frau erinnern, aber trotz allem war sie ihr sympatisch.

"Tut mir leid, wenn ich dich so überenne.", lachte Suni und berührte Cecilia sanft am Arm. Sie deutete mit dem Kopf in Richtung Schloß. "Du und dein Freund? Ihr habt dieses Schloß gekauft? Als ich es das letzte mal gesehen habe, da war es noch ziemlich verwittert. Es steckt sicher viel Arbeit darin."
"Mein Mann.", korregierte Cecilia eher abwesend, folgte jedoch ihrem Blick und nickte. "Ja, wir haben viel Geld reingesteckt, aber es hat sich gelohnt. Ein Stück zu Hause für uns vier."
Suni lächelte zu ihr rüber, und betrachtete mit mütterlichem Blick den grundeten Bauch. "Zwei Kinder? Mit dem Baby oder ohne?"
"Mit." Cecilia hatte sich langsam gefasst und fand gefallen an der jungen Frau. So lange hatte sie keine schönen Gespräche von Frau zu Frau, dass ihr dass hier mehr als Recht war. Also plauderte sie wie aus dem Nähkästchen. "Mein Mann Ben und ich, wir haben noch eine kleine Tochter. Ihr Name ist Frini, und vor ein paar Tagen haben wir ihren zweiten Geburtstag gefeiert. Sie wartet drinne, und isst ganz friedlich ihr Abendessen. Hoffe ich!" Beide lachten leise. "Wie wäre es wenn du mit reinkommst und mir Gesellschaft leistest?"
Suni sah sie ein wenig verlegen an. "Ich weiß nicht. Es ist schließlich schon Recht spät und ich will dich und deinen Mann auch nicht stören."
"Mein Mann ist auf Geschäftsreise.", erklärte Cecilia eilig und ergriff etwas mutig Sunis Hand. "Ich würde mich so freuen mal wieder mit jemanden zusammen zu Abend zu esse."
Also ließ Suni sich breitschlagen und folgte Cecilia in das riesige Esszimmer, dass bis jetzt nur wenige Leute gesehen hatten.

"Wow.", staunte Suni auch gleich nicht schlecht und sah sich einen Moment um. "Im Vergleich zu meinen drei Wohnwagen ist dass hier ein Palast." Sie lachte, als Cecilia bloß die Schultern zuckte und den Fisch servierte. "Aber ich liebe mein Stückchen Land auch sehr." Im nächsten Moment entdeckte sie Frini und eilte gleich zu ihr hin, um sie liebevoll, wie es nur eine Mutter konnte zu begrüßen. Und das kleine Mädchen, dass kaum andere Erwachsene sah, außer ihrer Kindergärtnerin und Mama und Papa, fasste Vertrauen.
"Du hast sicher auch Kinder, oder?" Suni nickte. "Wie viele?"
"Sieben sind es jetzt." Über Cecilias erschrockenen Gesichtsausdruck lachend, ließ sie sich auf einen der Stühle nieder und probierte den saftigen Fisch. Sie zuckte genauso wie Cecilia eben die Schultern. "Kinder und Mutter sein, dass ist meine Leidenschaft, weißt du? Und da bekommt man eben so viele Kinder, wie es möglich ist. Nur der Job leidet etwas."
"Dass muss er aber nicht.", warf Cecilia eilig ein, so dass sie sich fast an ihrem Stück Fisch verschluckte. "Meine...meine Schwester und eine Frau Bells haben einen kleinen Kindergarten auf dem Festland ins Leben gerufen. Ich arbeite auch. Als Chirugin im Krankenhaus, aber dass ist kein Problem. Ich bring Frini morgens hin und hol sie nach der Arbeit ab."
"Wow, dass klingt gut." Interessiert beugte sich Suni vor und schon vertieften die beiden Frauen sich in ein Gespräch über Kindergarten, Kindergeschrei und Schulkindern.
Und erst um halb drei Nachts, verabschiedete sich Suni schließlich, nachdem sie noch das ein oder andere Glas Wein getrunken hatten. Erleichtert, über die neugewonnene Freundschaft lehnte sich Cecilia gegen die Tür und schloß die Augen. "Danke.", flüsterte sie leise. "Danke, dass ich sie kennen gelernt habe."

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Di Aug 02, 2011 6:18 pm

"Sie ist so eine wunderbare Frau.", schwärmte Cecilia einige Abende später ihrem Ehemann vor. Ein fröhliches Lächeln hatte sich auf ihr Gesicht gelegt, dass von der Schwangerschaft von ganz alleine strahlte. Die Müdigkeit war verschwunden, die alte Cecilia war zurückgekehrt. Mit hektischen Bewegungen wedelte sie in der Luft herum. "Ich hab das Gefühl sie kann mich so verstehen. Es ist fast, als wäre sie mein zweites Ich...wie, wie Valeria damals." Sie schluckte kurz, als sie an ihre große Schwester dachte, schüttelte anschließend den Kopf, als wollte sie den Gedanken verscheuchen. "Suni und ich, ich glaube wir werden richtig gute Freunde, weißt du?"
Freundlich zuhörend stand Benjamin an das Treppengeländer gelehnt. Er betrachtete seine Frau, wie sie euphorisch da stand und ihm berichtete, wie sehr sich sich mit Suni verstand. Und wie sehr Frini die Sujamí Kinder leiden konnte. Anscheint hatten die beiden sich auch schon mit den Kinder getroffen.
Wie lange war es her, dass er sie so frei gesehen hatte? So ungestresst und glücklich über ihr Leben, als gäbe es keine Schattenseite. Genau die Frau liebte er, und er dankte Suni im stillen dafür, dass sie Cecilias Freundin sein wollte. Wer hätte besser dafür sein können, als die Mutter von sieben Kindern.
"Sie hat natürlich auch nach dir gefragt.", berichtete Cecilia gelassen weiter, während sie sich daran machte mit dem Lappen das Treppengeländer zu reinigen. "Ich hab ihr erzählt du bist ein Geschäftsmann, der immer Recht spät nach Hause kommt, und momentan bist du auf Geschäftsreise, bist du wieder..." Sie hielt einen Moment inne und sah ihn nachdenklich an. "Na ja. Bist du wieder unter Menschen gehen kannst." Sanft lächelte sie ihn an. "Was glaubst du, wann dass sein wird?"

Schulterzuckend seufzte er. "Ich weiß es nicht. Frini und dich, ich kann euch riechen, aber ihr macht mir keinen Durst. Der Doktor meinte, dass sei normal, weil die Liebe darüber hinweg geht. Aber andere Menschen...ich will niemanden in Gefahr bringen." Vorsichtig löste er den Lappen aus ihrer Hand. "Und jetzt ruh dich ein bisschen aus. Das Baby braucht Schlaf."
Gerade wollte sie protestieren, als ihr die Übelkeit den Hals hinaufkroch und würgen ließ. "Oh Gott ist mir schlecht.", flüsterte sie unter vorgehaltener Hand, die andere Hand auf ihren rundlichen Bauch gepresst, in dem sich langsam ein stätiger Schmerz breit machte.
Besorgt eilte Benjamin herbei. "Hast du das öfters?", hakte er nach, als sei er ein fachmännischer Arzt.
Cecilia nickte, bevor sie sich wieder aufrichtete und ihn ansah. "Seid ein paar Tagen. Erst kommt die Übelkeit und anschließend der Schmerz, aber nach fünf Minuten ist es meistens weg." Anschließend krümmte sie sich wieder vor Schmerz. "Aber diesmal ist es irgendwie anders. Vielleicht..."
"Vielleicht sollten wir dich ins Krankenhaus bringen, Cecilia.", beendete er nervös ihren Satz. Angst um seine Frau und das Ungeborene machten sich in ihm breit, als er sie so sah.
Cecilia nickte bloß. Als Ärztin konnte sie spüren, dass etwas nicht stimmte. Die Schmerzen und die Übelkeit hatte sie als normale Begleitschaft einer Schwangerschaft angesehen, aber dass was sie jetzt erlebte, schien nicht normal zu sein. Wäre sie doch bloß zum Arzt gegangen, was war wenn sie das Kind verlor?

"Ich hab Angst.", verriet sie Benjamin, der mit dem Handy in der Hand neben ihr stand. Die Hände flach auf den Bauch gelegt stand sie da und wartetet auf das Boot, was sie abholen sollte. "Ich will dieses Kind! Unbedingt, ich liebe es. Ich sterbe wenn ich es verliere."
Beruhigend strich er ihr über den Rücken. "Es ist alles gut, du wirst das Baby bekommen." Dann richtete er sich an den der am anderen Ende abgenommen hatte. "Wir brauchen dringend ein Boot. Es ist ein Notfall. Ja. Ein Helikopter? Natürlich, wir sind in fünf Minuten draußen. Danke." Er legte auf und sah Cecilia an. Angst hatte er auch.
Und dann sackte sie zusammen. Die Tränen liefen ihr über das blasse Gesicht. Sofort hatte Benjamin sie aufgefangen und hob sie mit einer Leichtigkeit hoch, die nur Vampire an sich haben konnten. "Es wird alles gut.", flüsterte er ihr zu, mit einem verblasten Lächeln auf dem Gesicht.
Cecilia nickte, obwohl es kaum ging, durch die Schmerzen, die sich in ihrem Unterleib breit machten. "Es ist zu früh.", keuchte sie Kopf schüttelnd. "Zu früh."
Benjamin trug sie eilig nach draußen, wo ein Helikopter die beiden abholte und in das Krankenhaus auf dem Festland brachte. Eine halbe Stunde nach der Ankunft, in der Cecilia wie betäubt in ihrem Bett lag, wurde sie in den Operationssaal gebracht. Kaum zehn Minuten später kamen Fenella und Fides auf die Welt. Zwei Zwillingsmädchen.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Mi Aug 03, 2011 10:24 am

"War Suni heute hier?" Benjamin nahm seine Tochter vorsichtig aus dem Kinderbett, um sie sanft hin und her zu wiegen, wie er es schon bei Frini getan hatte.
Ermüdet nickte Cecilia. "Ja, sie hat mir Mittagessen vorbeigebracht, nett nicht wahr?" Mit einem lauten Gähnen räumte sie das Spielzeug von Frini weg, das überall in dem Zimmer herumlag und stellte das Babyphone auf dem Nachttisch. Aus ihm drang das weiche Schnarchen ihrer Ältesten. "Sie hat ja selber Vierlinge, und mich vorgewarnt."
Benjamin lächelte ihr zu, wieder einmal schrecklich froh über Cecilias einzige Freundin. Dann betrachtete er Fides, die in seinem Armen ihre kleinen Äuglein langsam auf und zu schlug, als wäre die Welt noch etwa zu viel für sie. So war es ja auch irgendwie. Die beiden waren Frühchen. "Ich bin froh, dass mit ihnen alles in Ordnung ist.", teilte er Cecilia leise mit.
"Ich auch.", erwiderte sie, und hielt einen Moment inne. Mit ihren braunen Augen betrachtete sie erst Fides, dann deren Schwester Fenella, die seelig in ihrem Kinderbettchen schlief. "Ich hatte solche Angst, dass etwas schief gehen könnte. Und dann waren sie endlich auf der Welt und ich konnte sie in meine Arme nehmen."
Liebevoll warf Benjamin ihr einen beruhigenden Blick zu. "Es ist doch alles gut gegangen. Die beidens ind wohl auf, haben die Ärzte gesagt. Es fehlt ihnen rein gar nichts!" Ein Glänzen erreichte seine Augen. "Und sie haben dieses schreckliche Gen eines Vampirs nicht in sich. Du glaubst nicht was das für mich heißt!"

Lachend drückte sie ihm einen Kuss auf die Wange und ließ sich auf dem gemachten Bett nieder. "Ich kanns mir vorstellen.", antwortete sie ebenso erfreut. "Auch wenn es für mich nichts geändert hätte Ben. Ich hätte sie nicht weniger geliebt, oder mehr. Sie wären für mich immer noch meine beiden Mädchen."
"Für mich aber nicht." Leichthändig legte er das kleine Baby zurück in ihr Bettchen und strich ihr fürsorglich über den kahlen Kopf. "Ich wüsste, dass dieses Baby dank mir für sein Leben gezeichnet wäre, verstehst du?" Er sah sie fragend an, bis sie nickte. "Es könnte nicht studieren gehen, oder einen normalen Job annehmen. Wie wäre das mit einer Familie?"
"Aber wir haben es doch auch geschafft.", warf Cecilia unruhig ein. "Du und ich und die Mädchen, wir SIND eine Familie. Wir haben ein großes Haus, dass Geld fehlt uns auch nicht. Wir sind doch glücklich, oder etwa nicht?"
"Natürlich sind wir glücklich." Ein wenig aufgebracht ging Benjamin von der einen Wand des Zimmers zur anderen. "Ich liebe dich, ich liebe die Mädchen, aber ich bin was ich bin, Cecilia. Eine Gestalt der Nacht, ein bluttrinkenden Monster!" Fast etwas flehend sah er sie an. "Ich werde nie ein normales Leben haben."
"Bald kannst du dich wiede rmit Menschen abgeben.", murmelte sie schließlich, nachdem sie eine Weile geschwiegen hatte. "Du kannst deine Freunde wiedersehen, vielleicht einen nächtlichen Job annehmen. Dein Leben wird wieder ganz normal." Cecilia legte sich hin, und deckte sich eilig zu. Sie mochte solche Art Gespräche nicht.
Ergeben seufzte er. "Okay." Wie durch Zauberhand ertönte das Gequengel aus dem Babyphone. "Ich seh nach ihr.", fügte er rasch hinzu, als Cecilia schon aufstehen wollte.

Nachdem sie genickt hatte verließ er eilig das Zimmer und gesellte sich zu seiner größten Tochter, die mit weinerlichen Gesichtsausdruck in ihrem Bett saß.
"Bist du schon wieder aufgewacht?", fragte er sie mit sanfter Stimme, an die das kleine Mädchen sich schon so sehr gewöhnt hatte. "Ich glaub du stellst deine innere Uhr nach mir."
Kräftig nickte Frini und streckte ihrem Vater ihre kleinen Ärmchen entgegen. "Ja, ich bin gar nicht mehr müde, Papa."
"Aber du hast die Windel voll.", teilte er ihr belustigt mit, um sie im nächsten Moment auf die Wickelkomode zu heben. Mit geübten Händen wechselte er ihr rasch die volle Windel.
"Papa?"
"Mh.", machte Benjamin etwas abwesend.
"Papa wann hab ich Geburstag?"
"Nächste Woche, Liebling."
Frini schloß kurz die Augen und gähnte. "Und wie alt werd ich dann?", hakte sie interessiert nach.
"Sechs." Grinsend setzte er Frini hin und strich ihr das schwarze Haar aus dem Gesicht. "Dann wirst du endlich ein Schulkind und kannst wie die anderen Kinder in die Schule gehen."
"Kommen Fides und Fenella dann mit?" Mit ihren großen braunen Augen sah sie ihren Vater an, der daraufhin den Kopf schüttelte.
"Deine Schwestern sind noch klein, Frini. Die bleiben noch zu Hause. Und wenn die in die Schule kommen bist du schon viel älter."

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Mi Aug 03, 2011 6:27 pm

Bells (1)

"Danke, dass du auf Henrietta aufgepasst hast." Etwas schwerfällig lehnte Valeria sich kurz gegen den Türrahmen um ein paar Sekunden zu verschnaufen. Jeder Schritt war die Hölle für sie. "Hat die Kleine sich denn benommen, oder muss ich schimpfen?"
Kopfschüttelnd trat Holly ein paar Schritte näher an ihre Freundin und umarmte sie sanft. "Nein alles super." Sie beobachtete besorgt die langsamen Bewegung ihrer Freundin, ihr war schließlich auch nicht verborgen geblieben, wie krank Valeria war. "Und was hat der Arzt gesagt?"
Valeria seufzte und zuckte mit ihren blassen Schultern. "Das Übliche.", erklärte sie abwesend. "Keine Besserung der Werte. Alles beim Alten." Ein sanftes Lächeln legte sich auf ihr Gesicht, als sie Holly ansah, als wüsste sie, dass alles besser werden würde. "Aber mir geht es gut. Zumindest fühl ich mich gut."
Holly erwiderte das Lächeln. Doch in ihr drinn machte sie sich fieberhaft Sorgen um die zierliche Frau. Was würde denn aus der kleinen Henrietta werden, wenn Valeria nicht mehr da war. Henry würde sich natürlich aufopfernd um sie kümmern, aber trotzdem fehlte ihr dann doch eine Mutter.
"Und wie gehts dir? In letzter Zeit sieht man dich ja eher selten." Brutal riss Valeria Holly aus ihren tiefsinnigen Gedanken.

"Na ja, momentan läuft es gut." Erfreut endlich mal erzählen zu können blitzten Hollys blaue Augen aufgeregt auf. "Ich kann mich vor Aufträgen kaum retten, seid ich diesen Schönheitswettbewerb gewonnen hab. Fotografen, Presseleute, manchmal hab ich echt Angst, dass sie mich bis hier her verfolgen." Sie warf einen besorgten Blick auf Scarlett. "Ich will nicht, dass sie in das Leben meiner Tochter eingreifen. Sie soll behütet aufwachsen, weißt du was ich meine?"
Valeria nickte verständnisvoll. "Aber du kannst es nicht verhindern, Holly, dass weißt du oder?" Wehmütig nickte Holly, so dass Valeria fortfahren konnte. "Irgendwann wird Scarlett sich auch dem Rampenlicht stellen müssen, davon kannst du ausgehen. Aber dann wirst du da sein und sie schützen."
"Aber es wird kein Vater da sein, der sie schützt.", bemerkte Holly spitz. Seufzend lehnte sie sich gegen die bemalte Wand und fuhr sich einmal über die Stirn. "Ich werde dass alles alleine tragen müssen, weißt du? Jetzt geht dass alles noch. Ich bringe sie in Kindergarten, davor kümmer ich mich um sie, und bin so oft zu Hause wie es geht. Aber was mache ich, wenn ich einen Auftrag im Ausland hab, Vally? Wo soll ich meine Kleine, denn sicher unterbringen in der Zeit? Ich kann sie nicht mal zu ihrem Vater bringen."
Eilig versuchte Valeria ihre Freundin zu beruhigen und strich ihr liebevoll über den Arm. "Aber du hast uns alle, Holly. Ich bin immer da, du kannst sie jeder Zeit bei mir lassen. Und Henry, der liebt die Kleine, auch der ist immer da. Du bist nicht alleine." Kraftvoll sah sie ihr in die Augen. "Niemand ist alleine."

Holly schniefte kurz, bevor sie sich die Tränen eilig aus den Augenwinkeln wischte. Ihr Blick glitt zu ihrer Tochter, die auf dem Boden saß und fröhlich mit ihrer besten Freundin Henrietta spielte. Sie lächelte. "Ich weiß. Nur manchmal...manchmal frag ich mich, was ich falsch gemacht hab. Warum er abgehaun ist."
"Weil er ein Idiot ist!", fauchte Valeria, zu ihrer eigenen Überraschung. Doch sie fing sich schnell wieder, um weiter zu poltern. "Der hat die Kleine gar nicht verdient. Guck sie dir an! Guck dir an was für ein liebes Mädchen sie ist, und wenn er das nicht schätzen kann, dann hat er dich nicht verdient." Sie seufzte erschöpft. "Außerdem, es gibt noch mehr Männer."
"Wie Bill Lauscher?", hakte Holly mit leichter Belustigung nach. Sie dachte an den schmuddelingen Typen, mit dem sie ein Date haben würde.
Obwohl Valeria grinste, antwortete sie mit toternster Stimme: "Vielleicht ist er ein netter Kerl, Holly. Du kennst ihn nicht. Gib ihm eine Chance."
Unruhig wedelte Holly mit der Hand vor ihrem Gesicht herum. "Ich weiß, ich weiß Ich hab mich ja schon entschieden." Sie trat an Valeria vorbei, drückte ihr im Gehen einen Kuss auf die Wange und schnappte sich Scarlett. "Wir müssen jetzt rüber. Die kleine Zaubermaus muss mal ins Bett, und ich hab das Geschirr von heute Mittag noch nicht abgewaschen."
Valeria nickte und sah ihr nach. Holly würde ihren Weg schon machen.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am So Aug 07, 2011 8:25 pm

Holly ließ den rosanen Vorhang wieder vor das Fenster rutschen. Mit einem letzten Blick hatte sie sich von ihrer großen Tochter verabschiedet, mit den typischen Muttertränen in den Augenwinkeln. Wie schnell sie doch alle groß wurden. Ihr kam es vor, als sei Scarlett vor ein paar Tagen dass erste Mal mit ihren kurzen Beinen durch die Wohnung gelaufen und heute hatte sie schon ihren pinken Schulranzen genommen und war winkend in den gelben Schulbus gestiegen. Ohne auch nur ängstlich auszusehen.
Holly seufzte leise. Mit einer schnellen Bewegung nahm sie sich die restlichen Bücher vom Schreibtisch, die sie Scarlett gestern Abend noch gezeigt hatte, und verstaute sie mit geübten Handgriffen in den Büchertaschen. Aus ihr war nicht nur ein erfolgreiches Model geworden, sondern auch eine liebende Mutter und Hausfrau. Und genau dass hatte sie nie geahnt, als sie damals ihren Heimtasort verließ und sich für ein Leben im ruhigen Windy Willow's entschied. Aber dann kam Scarlett und alles änderte sich.
Das forsche Klingeln der Tür ließ sie aus ihren Gedanken aufschrecken, bevor sie richtig sentimental werden konnte. Mit klickenden Absätzen ging sie zur Tür und öffnete sie. Vor ihr stand Henry, ein fröhliches Lächeln auf dem Gesicht. "Hallo Henry, wie schön dass du mich besuchst.", begrüßte sie ihn.
"Klar, heute ist doch Scar's Geburstag." Er maschierte an ihr vorbei in die Wohnung, und ließ den Rucksack, den er auf dem Rücken getragen hatte auf den Boden fallen. "Und ihr erster Schultag, und da ich dich kenne, hab ich mir gedacht, dass du dich in deinem Selbstmitleid sulen wirst." Er tätschelte ihr sanft die Schulter, als Holly ihn mit einem Blick strafte.
"Ich habe mich nicht in meinem Selbstmitleid gesult.", spukte sie verächtlich aus. "Ich habe nur darüber nachgedacht wie leer das Haus jetzt sein wird, jetzt wo sie den halben Tag in der Schule verbringt." Ein wehmütigen Seufzen drang als ihrer Kehle. Unwirkürlich griff sie sich an den Hals. "Vielleicht sul ich mich doch ein wenig im Mitleid.", gab sie zu.
Henry grinste seine beste Freundin an. Im verständlichen Ton erklärte er: "Ich glaub das ist normal. Du und Scarlett, ihr seid ein eingespieltes Team."
Holly nickte. Mit abwesenden Blick stand sie in ihrem Flur und betrachtete das ungemachte Bett, in dem sie heute morgen noch mit ihrer kleinen Scarlett gekuschelt hatte. Denn um sechs Uhr hatte sie das Bett gewechselt, war zu ihrer Mama gekrabbelt und hatte sie aufgeweckt, damit Holly ihr ein paar Geschichten erzählte, weil sie ja nicht mehr müde war.
Wieder einmal war es Henry, der sie unsanft aus ihren Gedanken riss. "Jetzt blas kein Trübsal Holly! Sie ist doch nicht aus der Welt. Um 15 Uhr hast du sie wieder zu Hause." Ein weiteres Schultertätscheln fand seinen Weg zu Holly, in der Hoffnung sie aufzumuntern. Henry deutete auf seinen Rucksack. "Los und jetzt zeig mir ihr neues Zimmer, ich will mein Geschenk reinstellen, damit sie es gleich sieht, wenn sie nach Hause kommt."

Holly erfüllte ihm seinen Wunsch und führte ihn in das kleine Barbie-Reich, was Holly, auf Wunsch von Scarlett, aufgebaut hatte. Allein. Ohne Männerhilfe. Sie deutete mit einer ausladenden Geste einmal um sich herum. "Tadaaaa, Scar's Reich. Ihr kleines Pinkes Wunderland, wie sie es immer nennt."
Henry grinste ihr zu, sah sich selber um, und musste einmal kurz auflachen. "Wow.", bestägtigte er mit einer typisch für Männer, abwehrenden Geste. "Dass ist wirklich...pink. Und darin kann sie schlafen? Ich würde Kopfschmerzen bekommen, da kannst du dir sicher sein."
Holly schwieg. Sie selber liebte Pink und Rosa, und das ihre Tochter diese Liebe mit ihr teilte, war ein weiterer Beweis für ihre Verbundenheit. Eine Verbundenheit die es nur zwischen Mutter und Tochter geben konnte. Ein wenig so wie in Gilmor Girls, dachte sie mit einem Schmunzeln.
Währendessen öffnete Henry seinen Rucksack und holte ein eingerahmtes Bild heraus. Stolz hielt er es ein paar Meter hoch, um es Holly zu zeigen. "Dass hier ist mein Geschenk, für meine kleine Scar." Mit einem triumphierenden Lächeln betrachtete er es. "Glaubst du es gefällt ihr."
"Sie wird es lieben.", erwiderte Holly, berührt von dem Geschenk. Es zeigte Henry, wie er die zwei-Jährige Scarlett spielerisch in die Luft warf. Die beiden lachten und grinsten. Wie ein Vater mit seiner Tochter. Genau so sah da Bild aus. "Lass es uns hier hinstellen." Sie nahm es ihm aus der Hand und stellte es auf den kleinen Nachttisch. "Dort passt es hin."
Natürlich war der sehnsüchtige Blick Henry nicht verborgen geblieben. Sanft legte er seinen Arm um sie. "Meine liebe, kleine Holly. Hör auf dir Gedanken darüber zu machen, wie Scarlett ohne ihren Vater aufwachsen soll. Sie hat dich, dass reicht. Und ich springe auch mal gerne ein, zum Beispiel für Vater-Tochter-Tänze oder Ausflüge. Oder ich holl sie mal völlig betrunken von einer Party ab, und schimpf dann ganz gewaltig mit ihr." Er grinste Holly an, und sie erwiderte es, wenn auch etwas zögerlich. "Wir lieben Scarlett, und dass ist es doch, was zählt, oder nicht?" Holly nickte und ließ sie noch einmal von Henry in die Arme nehmen. "Ich hab dich lieb."
"Ich dich auch.", erwiderte sie und löste sich wieder von ihm. Um das Thema zuwechseln klatschte sie in die Hände. "Aber findest du nicht, dass ich wirklich gute Arbeit in ihrem Zimmer geleistet hab." Nickend sah sie sich um. "Ganz alleine, hab ich jedes Möbelstück gestern Abend aufgebaut."
"Es ist dir wirklich gelungen." Henry lobte sie annerkennend. Gerade wollte er weiter sprechen, als die Türklingeln ertönte.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Di Aug 09, 2011 11:26 am

"Warte kurz hier.", bat sie ihren Besucher und eilte zur Tür, um den nächsten Gast abzuweisen. Jetzt war Zeit für ein ordentliches Gespräch mit Henry. Sie wollte noch etwas über seine Band erfahren, und über sein Liebesleben, ob es stimmte, dass er bei Valeria einziehen würde. Trotzdem lächelte sie freundlich, als sie die dunkle Haustür öffnete.
Vor ihr stand Bill. Er lächelte sie erwartungsvoll an. "Hey Holly, fertig?"
Einen Moment blieb Holly regungslos dastehen, wühlte in ihren Gedanken für die Bedeutung des Wortes 'fertig' Was meinte er? Warum sollte sie fertig sein. "Bill...hey.", begrüßte sie ihn achtsam, um bloß nichts falsches zu sagen. Die beiden standen sich einen Augenblick stumm gegenüber, bis es ihr plötzlich einfiel. "Natürlich! Wir wollten was trinken gehen oder?"
Er nickte. Das erwartende Lächeln hatte sich in ein verständliches verwandelt, als er bemerkt hatte, dass sie es total vergessen hatte. Bill war schon immer ein herzensguter Mensch gewesen. Er nahm es ihr keineswegs übel. "Hast' bestimmt viel zu tun gehabt in letzter Zeit, nicht?"
"Ja, es tut mir wirklich Leid.", entschuldigte sie sich eilig. Mit geröteten Wangen stand sie vor ihrem freundlichen Nachbar. "Komm doch erst mal rein. Ist doch total blöd wenn wir das zwischen Tür und Angel besprechen." Sie trat einen Schritt zur Seite, ließ ihn herein und schloß die Tür hinter ihm. "Es tut mir wirklich wahnsinnig Leid, Bill. Ich mach es natürlich wieder gut. Heute war nur Scar's erster Schultag und ich war mit den Gedanken ganz woanders. Wollen wir nicht am Wochenende etwas unternehmen?"
Bill nickte wieder. "Klar, gar kein Problem. Wie gehts dir denn jetzt, wo die Kleine weg ist?", hakte er interessiert nach.
Mal wieder wurde Holly vor Augen geführt, wie freundlich er doch eigentlich war. Außerdem trug er nicht nicht mehr den schmuddeligen Blaumann, und die Haare waren auch frisch gewaschen. Zwar waren seine normalem Klamotten auch nicht Holly's Stil, aber darüber sah sie großzügigerweise hinweg. "Ach ganz gut. Ein Freund ist gerade zu Besuch gekommen um mich ein wenig aufzumunternd." Sie deutete auf das Kinderzimmer, aus dem Henry genau in diesem Moment seinen Kopf steckte. "Dass ist Henry."

"Hey Kumpel." Mit seiner üblichen Art begrüßte Bill den Grund für ihre Absage ungezwungen und hob die Hand zum Gruße. "Alles klar? Ich bin Bill."
"Henry.", wiederholte er, weil er nicht gehörte hatte, dass Holly ihn schon vorgestellt hatte. Er lächelte erst ihm dann Holly zu. "Ich geh mal eben ins Wohnzimmer und guck im Internet was wegen meiner Band nach, ist das in Ordnung für dich?"
Holly nickte eilig. "Ähm ja, du musst manchmal ein wenig am Kabel herumrütteln, aber dann sollte alles laufen." Nachdem Henry verschwunden war, richtete sie sich wieder an ihren zweiten Besucher. "Was hälst du davon, wenn wir noch einmal telefonieren, wegen dem Wochenende?"
"Klar, ruf einfach an." Halb wandte er sich wieder zur Tür. "Ich geh dann mal, jetzt wo ich Zeit hab kann ich ein bisschen in der Auotwerstatt aushelfen. Wir sehen uns."
Und schon verschwand er nach einen kleinen Erwiderung von Holly aus ihrer Wohnung, um seinem Lieblingshobby nachzugehen. Sie sah ihm durch die Wand kurz nach, und überlegte, wie er es trotz allem schaffte so freundlich zu sein. Holly selber wäre schrecklich wütend sein.
Das Gespräch der beiden Erwachsenen wurde von dem Krachen der Haustür unterbrochen, als die kleine Scarlett laut und aufgeregt in die Wohnung stürmte. Der rosane Ranzen wurde zu Boden geworfen, vergessen war die Sorgsamkeit, die sie an diesem Morgen noch für ihn empfunden hatte. In der Hand trug sie das erste Tageszeugnis ihrer Lehrerin. "Muuuuum!", rief sie im nächsten Moment und stürmte ins Wohnzimmer, nachdem sie einen suchenden Blick in die Küche geworfen hatte. "Ich bin zu Hause!" Doch im Wohnzimmer erwartete sie noch eine viel, viel größere Überraschung, als sie erwartet hatte. "Onkel Henry! Was machst du denn hier?"

Henry breitete seine starken Arme instinktiv aus, als das blonde Mädchen ihm mit einem Freudenschrei in die Arme sprang. "Na, ich feier deinen ersten Schultag was den sonst." Grinsend ließ er sie wieder runter, hielt sie ein Stück von sich weg und betrachtete sie, als hätte er sie Jahre nicht gesehen. "Du bist so groß geworden, wie ein richtiges Schulkind siehst du aus.Da muss ich mir jetzt ja ernsthaft Sorgen um dich machen, wegen den ganzen Jungs die dir hinter herlaufen, oder?"
Scarlett streckte ihm die Zunge raus, statt einer Antwort. Jungs fand sie, wie alle Mädchen in ihrem Alter, blöd. Die furzten und rülpsten und waren solche Rabauken. Man konnte nicht einmal ruhig mit ihnen spielen, wie sie heute festgestellt hatte. Ihr Blick fiel auf das Tageszeugnis, dass sie immer noch in ihrer Hand hielt und drehte sich suchend zu ihrer Mutter um, die am Schreibtisch gelehnt da stand und die beiden mit einem glücklichen Lächeln beobachtete. "Mama, guck doch mal. Ich hab ein Tageszeugnis bekommen."
Lächelnd nahm Holly das Stück Papier entegen und studierte es. Es stand noch nicht besonders viel drinne. Scarletts Lehrerin hatt egeschrieben, dass sie ein aufgewecktes, nettes Mädchen war. Dass ihr lesen und schreiben Spaß machte, dass nur in Mathematik ein wenig haperte. Stolz nickte sie schließlich. "Dass ist toll, Mäusschen. Komm her, lass dich drücken." Mutter und Tochter vielen sich glücklich in die Arme. Endlich hatte Holly ihr kleines Mädchen wieder.
"Wie wäre es denn, wenn wir endlich essen.", schlug Henry schließlich vor. "Ich hab riesigen Hunger auf Fischstäbchen mit Salat und Kartoffelpüree."
"Echt?" Mit großen Augen sah Scarlett ihren Ziehonkel an, ungläubig, dass es ihr liebstes Lieblingsessen wirklich geben sollte. Mit Holly an der einen und Henry an der anderen Hand stürmte sie in die Küche. "Na, los! Ich hab riesigen Hunger!"

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Di Aug 09, 2011 12:07 pm

"Tschüss Onkel Henry, und besuch mich bald wieder, versprochen?" Herzlich drückte Scarlett beim Abschied ihren Lieblings-Ziehonkel fest an sich.
Henry erwiderte die Umarmung, ebenso fest. "Natürlich, versprochen." Er hatte Scarlett seid sie geboren wurde so sehr ins Herz geschloßen, dass es sich manchmal anfühlte, als wäre die Kleine seine eigene Tochter. Deswegen war er jederzeit bereit hier aufzutauchen, und für sie dazu sein, wenn Holly es mal nicht konnte. Schließlich drehte er sich zu Holly um und gab ihr zwei Küsschen auf die Wangen. "Mach's gut. Wir telefonieren demnächst wieder, okay?"
Holly nickte. Ein gefestigtes Lächeln hatte sich auf ihr Gesicht gelegt, als sie ihren besten Freund verabschiedete. Es war mal wieder ein wunderschöner Tag gewesen. Er und Scarlett, dass war wie Vater und Tochter. Genau das, was Scarlett jetzt brauchte. Einen Vater, der an ihrer Seite war und sich um sie kümmerte.
Nachdem das Geschirr abgespült war, ließ Holly sich auf der Couch im Wohnzimmer nieder und schaltete den Fernseher an, um den Abend bei einem Glas Wein gemütlich ausklingen zu lassen. Scarlett machte sich gerade bettfertig und würde ebenfalls in den nächsten zehn Minuten in ihrem Bett liegen.
"Mummy?" Mit einem Engelslächeln bewaffnet stand Scarlett schon im nächsten Moment in der Tür. Noch vollkommen angezogen wirkte sie keineswegs so, als hätte sie vor demnächst ins Bett zu gehen und ihrer Mutter einen ruhigen Abend zu gönnen. "Kann ich mich vielleicht noch ein bisschen zu dir setzen? Bitte?"
Gutherzig wie Holly war, nickte sie, rückte zur Seite und legte den Arm um ihre Tochter, nachdem diese sich neben sie gesetzt hatte. Liebevoll strich sie ihr über den Arm, gab ihr den ein oder anderen Kuss auf das blonde Haar und genoß einfach die Nähe, die gerade zwischen ihnen herschte. Wie lange würde das wohl so sein?

"Mum, kann ich dich mal was fragen?" Mit ihren dunkelblauen Augen sah sie zu ihrer Mutter hoch, die daraufhin nickte. "Wieso ist Henry eigentlich nicht mein Papa?"
Innerlich seufzte Holly. Natürlich würde sie das irgendwann fragen. Zwar hatte Holly gehofft Scarlett würde ihr noch ein wenig Zeit geben, bevor sie das Thema Vater ansprechen würde, aber letztendlich half es nichts. Sie musste es ihrer Tochter erklären. "Liebling, du weißt doch, dass jedes Kind einen Vater hat, nicht?"
"Melanie aus meiner Klasse hat aber zwei. Sagt sie zumindest.", behaupte Scarlett überrascht, der diese Aussage ihrer neuen Klassenkameradin sowieso ungläubig vorkam.
"Ja, da hat sie vielleicht gar nicht gelogen.", lachte Holly. "Manchmal haben Kinder mehr Väter. Einen, der ihr biologischer Vater ist und einen, der ihr Ziehvater ist. Verstehst du das?" Scarlett nickte, auch wenn sie nicht wirklich wusste, was nun der Unterschied zwischen beiden Väter war. Aber sie wollte das ihre Mutter weiter erzählte.
"Und du, Liebes, hast auch einen biologischen Vater. Das bedeutet, einen Vater, der dich gezeugt hat."
"Und wo ist er jetzt?", rief Scarlett ungeduldig dazwischen. "Muss er nicht hier bei uns wohnen und sich um uns kümmern. Melanies Papa geht arbeiten und kommt dann Abends nach Hause. Und dann bauen sie immer ganz viele Schlößer aus Kissen und Möbeln. Wo ist mein Papa?"

"Dein Papa hat sich entschieden nicht bei uns zu wohnen Scar." Nun konnte Holly das Seufzen nicht mehr unterdrücken. "Er ist noch bevor du auf die Welt gekommen bist, weg gegangen und seid dem hab ich ihn nie wieder gesehen." Sie tätschelte ihrer Tochter fürsorglich den Rücken, als brauchte sie Trost. Doch Scarlett saß nur da und hörte gespannt zu. "Und dein Onkel Henry ist nicht dein Vater, weil er und ich uns nicht lieben, wie ein Papa und eine Mama sich lieben sollten. Wir sind ganz dicke Freunde, so wie du und Henrietta. Ihr würdet doch auch nicht heiraten oder?", fragte sie zur Belustigung.
Eilig schüttelte Scarlett ihren blonden Schopf und grinste. Nachdem sie sich ein wenig nachdenklich auf ihrer Lippe herumgebissen hatte, fragte sie schließlich: "Bekomm ich denn irgendwann auch so einen Drückpapa?"
Schallend lachend zuckte Holly mit ihren zarten Schultern. "Es heißt Ziehvater, Liebling. Und dass weiß ich nicht. Willst du denn unbedingt einen?"
"Nö, muss nicht sein." Eilig sprang Scarlett von dem gemütlichen Sofa , gähnte und streckte sich. "Ich hab dich und Onkel Henry. Und Tante Valeria und Henrietta. Mehr brauch ich nicht." Wieder gähnte sie müde. "Gute Nacht, Mum. Ich hab dich lieb." Sie drückte ihrer Mama einen Kuss auf die Wange und verschwand in ihrem Zimmer.
Sie hatte doch auch so etwas wie ein Ziehpapa, dachte sie fröhlich. Ihr Blick fiel auf das Geschenk von Henry. Henry war immer da, seid sie denken konnte. Und eigentlich war er doch auch mehr so etwas wie ein Vater, als ein Onkel. Und somit wäre Henrietta, ihre beste Freundin, auch ihre Schwester.
Glücklich stieg sie in ihr rosa Bett, drückte den Bild einen Kuss auf und schaltete das Licht auf dem Nachttisch aus.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Di Aug 09, 2011 10:26 pm

Holly lag an diesem Abend schon sehr zeitig in ihrem Bett. Mit einem Becher von ihren Lieblingskaffe, voll gefüllt mit Caramelcapuccino, und einem Groschenroman hatte sie es sich in dem qietschenden Klappbett gemütlich gemacht, um endlich einmal voll und ganz, ohne jegliche Anstregung auszuspannen.
Ihr Job laugte sie tagsüber total aus. Jedes Shooting kostete die mehr und mehr Anstrengungen und wenn dass nicht ihr absoluter Traumjob gewesen wäre, hätte sie ihn höchstwahrscheinlich gar nicht durchgehalten. Wenn sie dann nach Hause kam versuchte sie die restliche Zeit für Scarlett aufzuopfern. Ein feines Abendessen, dass sie Dank der lieben Maja, nur selten selber zubereiten musste. Anschließend noch ein Bad für Scarlett und um 21 Uhr war es dann Zeit für eine Gute-Nacht-Geschichte, in dem kleinen Barbiebett.
Und normalerweise musste Holly dann noch mindestens bis Null Uhr Termine und Shootings mit ihrer Agentin absprechen, weshalb sie morgens, um sechs, wenn Scarlett dann wieder hellwach war, sich manchmal viel zu müde fühlte um aufzustehen und Frühstück zu machen.
Ein leises, zartes Klopfen holte sie aus ihren Gedanken, gerade als sie den Groschenroman aufschlagen wollte. Ein weiteres Klopfen bewies, dass es leider keine Einbildung war. Seufzend schlug sie die Decke beiseite und erhob sich aus ihrem gemütlichen Domizil. Leichtfüßig schlüpfte sie in die weißen Schläppchen und eilte zur Tür, um sie zu öffnen.
"Bill!", flüsterte sie überrascht, um Scarlett bloß nicht aufzuwecken. Mit verschränkten Armen beugte sie sich ein Stück nach vorne und sah ihn besorgt an. "Ist etwas passiert?"
"Nein, nein.", winkte dieser schnell ab. Er schielte an ihr vorbei in die stille Wohnung. "Kann ich vielleicht reinkommen, oder hast du schon geschlafen?"

Holly trat ein paar Schritte zur Seite und ließ ihn rein. Abwartend stand sie ihm gegenüber.
"Na ja, nachdem das mit der Verabredung nicht geklappt hat, hab ich mir gedacht, dass ich dich spontan überrasche." Er grinste wie ein kleiner Schuljunge. "Wie in der Jugend."
Obwohl alles in Holly danach schrie allein zu sein, mit den Kaffee und ihrem Groschenroman, schüttelte sie bloß gutherzig ihren roten Schopf. Bill war ein eigener Typ. Entweder man mochte ihn, oder man mochte ihn nicht, dazwischen gab es sicher nichts. Und Holly mochte ihn. Er war ein netter, höflicher Mensch, der manchmal ein paar verrückte Ideen hatte.
"Wie in der Jugend.", wiederholte sie seine letzten Worte und verfiel in ein mädchenhaftes Kichern. Innerlich dachte sie an die ganzen jungen Verehrer, die sie damals noch hatte, und die Nachts an ihr Fenster klopften, um mit ihr in einem kleinen Auto davon zu fahren. Sie lächelte selig.
"Also passt es dir wenigstens ein bisschen?", hakte er schließlich nach, und lächelte, als Holly nickte. "Sehr schön. Zwar sehen die meisten ersten Dates anders aus, aber ich dachte mir, dass wir auch etwas besonderes sind. Besonders du, Holly. Eine besondere Frau, ein besonderes Date, oder nicht?"
Holly kicherte. Bei jedem anderen hätte sie diesen Spruch abgeklatscht gefunden, bei Bill klang es einfach nur wie die Wahrheit. "Danke Bill, dass ist lieb von dir. Möchtest du etwas essen, oder trinken? Wir müssen nur leise sein, wie früher." Sie zwinkerte ihm verschwörerisch zu. "Nur dass ich damals Eltern hatte, und keine kleine Tochter."
Bill erwiderte ihr Grinsen, genau dass mochte er an Holly so gern. Sie schien wirklich jeden Witz mitzumachen, egal wann und wo. "Danke, ich möchte nichts. Ich hab grad bei der Arbeit gegessen, hätt' ja eigentlich nicht vorgehabt hier noch vorbei zu kommen." Er warf einen kurzen Blick auf ihr Seidennachthemd. "Tut mir Leid, dass ich dich überrumpelt hab."

"Dass macht doch nichts." Holly seufzte kurz. Ihr war der Blick auf ihr Nachthemd entgangen, sie dachte nicht einmal daran, dass sie nur spärlich bekleidet war. "Eigentlich bin ich froh, dass du hier bist, Bill. Mit dir hab ich immer was zu lachen, und kann für ein paar Minuten einfach mal vergessen Mutter zu sein. Nicht dass ich das Muttersein nicht innig liebe, Scarlett ist wirklich mein Herz, meine Seele, aber manchmal möchte ich einfach nur wieder Holly sein, verstehst du dass?" Er nickte. "Und du hälst mich nicht für eine schlechte Mutter?"
Lächelnd ließ Bill sich neben Holly nieder, die sich während ihrer kleinen Anpsrache auf das Bett gesetzt hatte. "Meine Mutter war auch alleinerziehend.", berichtete er. "Eine wirklich tolle Frau, schade dass du sie nicht kennen lernen kannst, sie würd dich mögen. Da bin ich mir sicher." Als er Hollys fragenden Blick bemerkte, fügte er hinzu: "Sie ist vor fast zweit Jahren ganz friedlich im Schlaf gestorben. Seid dem lebe ich auch hier." Bill zuckte kurz mit den Achseln, als wollte er sagen, dass man es eh nicht ändern konnte. "Sie war wirklich eine tolle, tolle Frau. Aber eben nicht nur Mutter. Sie hatte auch Lust mal auszubrechen, darin ist nichts Falsches. Sie hat immer gesagt, wenn es ihr mal wieder zu viel wurde mit meinen Brüdern und mir 'Mami geht sich heute Abend mal wieder den Akku auftanken, damit sie morgen wieder unglaublich viel Zeit mit euch verbringen kann' Und dann ist sie tanzen gegangen, oder essen. Manchmal auch nur für eine Stunde ins Wellness-Center. Aber sie hat sich erholt. Verstehst du was ich meine? Du brauchst dass auch, Holly. Du bist nicht nur Mutter."
Dankbar fiel Holly Bill um den Hals und drückte ihn eng an sich. "Danke, Bill. Du bist wirklich ein wunderbarer Mensch."
Die beiden machten es sich mit Kaffee und Groschenromanen auf dem Bett gemütlich und unterhielten sich bis in die Frühenmorgenstunden. Und bevor die kleine Scarlett aufwachte, war Bill schon wieder mit einer herzlichen Umarmung verschwunden.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Di Aug 09, 2011 10:28 pm

"Cornelius." Überrascht trat Holly die Steinstufen hinunter, um ihren überraschenden Besuch zu begrüßen. Küsschen Rechts, Küsschen Links. "Gut siehst du aus, was treibt dich denn hier auf diese kleine Insel? Hast du hier ein Fotoshooting?", fragte sie neugierig nach.
Cornelius Bär war ebenfalls ein Model. Sie hatte früher oft Shootings mit ihm gehabt, bis er dann nach Mailand geflogen war, um dort auf einerr ziemlich großen Show zu laufen. Seid dem hatte sie ihn nicht mehr gesehen, und jetzt wo er so vor ihr stand, kam es ihr vor als hätte sie ihn vermisst.
Cornelius erwiderte den üblichen Gruß in der Branche, freundlich wie eh und je. "Ladisha hat mir erzählt, dass du auf einer wirklich wunderschönen kleinen Insel wohnst. Ein Prachtstück hat sie gesagt. Also habe ich, nachdem ich meinen Auftrag in Mailand beendet hatte, und ein paar Wochen in New York war, meine Sachen gepackt um mir das kleine Prachtstück mal angesehen." Er lächelte selbstsicher. "Und es gefällt mir. Ich denke darüber nach mir hier ein Haus zu bauen."
"Du willst hier her ziehen?", hakte Holly, nun noch um einiges überraschter, nach. Ihr kam es merkwürdig vor, dass ein so Mediensüchtiger Mensch, wie Cornelius Bär auf diese ruhige Insel ziehen wollte. Hier gab es keine Paparazzis, die einem hinter her jagten. Zumindest noch nicht.

"Na, na na.", erwiderte er lachend. "Doch nicht herziehen. Du kennst mich, ich brauche die Stadtluft und die Leute. Und vorallem die Partys." Er zwinkerte ihr zu. "Ich dachte eher an ein Feriendomizil. Wenn ich mich erholen will, fahr ich auf diese beschauliche Insel und ruhe mich hier ein wenig aus. Und mit dir in meiner Nähe, gefällt es mir noch besser."
Holly lächelte nur, über das nette Kompliment. Natürlich war es schön, wenn mehr Leute hier herzogen, und Cornelius Bär war ein Prachtstück von Mann. Aber die ganze Aufmerksamkeit, die er bekommen würde...Sie wollte nicht dass Scarlett unter all den Paparazzis aufwuchs. Dass musste sie ihrer Tochter nicht antun.
"In letzter Zeit ist es eher still um mich geworden.", berichtete er weiter, als hätte er ihre Gedanken gelesen. "Also hab ich jetzt genug Zeit um mir etwas Urlaub zu nehmen. Ich brauche eine Pause vom Job, verstehst du?" Mit der Hand wedelte er vor seinem Gesicht herum, als wollte er eine Fliege verscheuchen. "Ich bin auch etwas überarbeitet würde ich sagen. Am besten ich nehme jetzt eine lange, erholsame Pause und dann starte ich wieder richtig durch. Und du?" Dass erste Mal in ihrem Gespräch schien er wieder wirklich an ihrer Person interessiert zu sein. Mit seinen Blick schien er sie praktisch auszuziehen.
Holly deutete lächelnd auf den kleinen Garten, in dem Scarlett gerade die Bäume beschnitt. "Ich habe eine Tochter, Scarlett und bin immer noch im Beruf." Schulterzuckend sah sie ihn an, als erwartete sie, dass er ihr mehr über sie selbst erzählte. "Es läuft alles genau so, wie ich es wünsche."
"Dass heißt, du arbeitest noch?" Er schien fast überrascht über die Tatsache. "Ladisha erzählte mir, du seihst in die Babypause gegangen, und seid dem habe ich nicht mehr viel von dir gehört. Und als sie dann auch noch erwähnt hatte, dass du auf diese einsame Insel gezogen bist, dachte ich du seihst aus dem Geschäft."

Holly schüttelte ihren roten Schopf. "Nein, ich bin sogar gerade auf einem Höhenflug." Cornelius Augen und Ohren wurden ein wenig größer, als sie von ihren Erfolgen und dem Vermögen erzählte, was sie nun besaß. "Ich habe nur beschloßen hier zu wohnen, um meine Tochter soweit es geht aus den Medienrummel zu halten."
"Dass kann ich vollkommen verstehen.", pflichtete er ihr eilig bei. "Hätte ich Kinder, ich würde sie auch versuchen behütet aufwachsen zu lassen. Dass denkt dein Mann sicher auch."
"Ich habe kein Mann.", sprudelte es fast ebenso schnell aus Holly heraus. Mit rötlichen Wangen wandte sie den Blick ab. "Scarletts Vater war ein...Fehlgriff, würde ich sagen. Seid dem bin ich Singel. Versuch mich einfach auf Mutter sein und Model sein zu konzentrieren, und dass klappt auch sehr gut."
"Eine gute Entscheidung, hat dir ja auch viel gebracht." Er lächelte sie mit seinen weißen Zähnen an, wie früher von den Plakaten. "Und jetzt suhlst du dich also, solange du nicht hier auf der hübschen Insel bist, in der Aufmerksamkeit der Presse, nicht wahr? Muss ein wunderbares Gefühl sein, so erfolgreich zu sein."
"Du musst es doch am besten wissen, Cornelius.", antwotete sie ihm lachend. "Du warst schließlich in Mailand. Dass übertrifft all dass, wovon ich je geträumt habe. Willst du nicht reinkommen, wir kochen und du erzählst mir ein bisschen was von Mailand? Ich würd so gern etwas von den Shows hören."
"Zu so einer wunderhübschen Frau kann ich gar nicht nein sagen.", beteuerte er, hielt ihr den Arm hin, wie ein echter Gentleman und begleitete sie in das innere der Wohnung.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Di Aug 09, 2011 10:59 pm

"Mailand ist toll.", berichtete Cornelius, während er den Salat für die Sandwiches schnitt. Ein seliges Lächeln hatte sich auf seinem Gesicht gebildet. "Die Shows waren wirklich toll, eigentlich musst du selber mal dorthin. Es ist natürlich purer Stress, und ich denke mit einem Kind ist es schwer so etwas unter einen Hut zu bringen, aber jedes Model sollte das Recht haben, mal in Mailand gelaufen zu sein. Es ist riesig, wirklich. Und die berühmtesten Designer sind dort."
Staunend hörte Holly auf, das schmutzige Geschirr vom Morgen in dem warmen Spülwasser zu waschen. Vor ihren Augen konnte sie sich sehen, wie sie die Laufstege von Mailand unsicher machte, und es gefiel ihr. Und bevor sie mit Scarlett schwanger wurde, hatte sie es sich mehr als alles andere gwünscht. Aber nun gab es andere Prioriäten.
"Und die Bezahlung ist auch nicht schlecht, wie du dir denken kannst." Er grinste zu ihr herüber, was sie freundlicherweise erwiderte. "Ich hab ziemlich viel angelegt, nur deswegen kann ich mir jetzt auch ein Haus bauen, versteht sich. Ich dachte mir vielleicht, dass du mir etwas helfen kannst. Jetzt wo ich so viel Zeit auf der Insel verbringen werde."
Holly nickte, und ignorierte seinen wachsamen Blick, als würde er sie gleich auffressen wollen. "Natürlich. Du kannst jederzeit, wenn ich zu Hause bin vorbeikommen. Maja, dass Kindermädchen meiner Tochter, kocht fabelhaft. Vielleicht willst du öfters Abends zum Essen kommen."

Dankbar nickte Cornelius. "Dass wäre wirklich nett. Wenn ich hier in einem Hotel lebe, dann wird es sicher schwer mir die Zeit zum Essen zu nehmen." Er beugte sich ein Stück zu ihr rüber, als wollte er ihr ein Geheimnis sagen. "Ich hasse Hotelessen nämlich. Es schmeckt unmöglich und ist total unausgewogen."
Holly lachte schallend. "Du bist köstlich, Cornelius, wirklich köstlich." Glücklich seufzend wischte sie sich die Hände an einem Geschirrhandtuch ab. "Hier in Windy Willow's gibt es kein Hotel, Cornelius, dass wird dein schlimmeres Problem sein." Als sie sein entsetztes Gesicht sah, unterdrückte sie ein neues Gelächter. "Ach, guck doch nicht so! Wir sind eine einsame, bescheidene Insel, wir haben selten so etwas wie 'Besucher', also brauchen wir auch kein Hotel." Liebevoll lächelnd sah sie ihn eine Weile schweigend an. "Aber ich kann sicher etwas arrangieren, wo du in der Bauzeit nächtigen kannst. Was hälst du davon?"
"Ich wäre dir wirklich dankbar.", antwortete er. Mit seinen seinen braunen Augen musterte er sie. Ihre schlanke Figur, ihr hübsches Gesicht, ihre roten Haare. "Ich brauche auch nur einen Platz zum schlafen. Tagsüber werde ich auf meinem Grundstück sein, und hoffentlich auch mal öfter hier." Er zwinkerte ihr wieder zu.
Holly lächelte daraufhin und half ihm die verschiedenen Sandwiches zu belegen. Eine Arbeit die ihr seid Scarletts Einschulung leicht von der Hand ging, wenn man daran dachte, dass sie ihr jeden Morgen ein gesundes Schulbrot zubereitete. "Es ist wirklich schön hier, es wird dir gefallen, wirklich."

Kurz nachdem die beiden am Tisch saßen, betrat Scarlett die Wohnung, mit knurrenden Magen. Mit einem höflichen Lächeln begrüßte sie den neuen Gast. "Hallo, ich bin Scarlett."
"Du bist also die kleine Scarlett, von der mir deine Mutter schon sooooooo viel erzählt hat." Mit einer Überfreundlichkeit, die Scarlett unangenehm war, drückte er kurz ihre kleine Kinderhand und schob dann den Stuhl, auf den sie sich setzten sollte ein Stück zurück. "Setz dich doch zu uns. Deine Mum und ich haben Sandwiches gemacht. Hunger?"
"Mh.", machte Scarlett und warf ihrer Mutter einen kurzen Blick zu. Doch diese lächelte Cornelius nur an, als sei er der beste Vater dieser Welt. Scarlett mochte ihn nicht.
"Scarlett ist sechs.", berichtete Holly, als sei es ihre Aufgabe Cornelius ihre Tochter schmackhaft zu machen. "Seid Mittwoch besucht sie die erste Klasse, und es gefällt ihr bestens. Nicht wahr, Liebling?" Schwerfällig nickte ihre Tochter. "Erzähl Cornelius doch mal, wie sehr du Sandwiches liebst."
"Am liebsten mag ich deine, die du mir jeden Morgen machst.", erzählte Scarlett wahrheitsgemäßig. Mit einen kurzen Blick auf ihren Teller fügte sie halblaut hinzu: "Die sind aber gut."
Cornelius lachte, aus vollen Halse, und wenn man ihn nicht mit Hollys Augen sah, war dieser Mann von allem zu viel. "Dass ist ja köstlich, Scarlett. Es freut mich sehr dass es dir schmeckt. Vielleicht werde ich hier bald öfter kochen." Er zwinkerte Holly über den Tisch hinweg zu, die daraufhin rot anlief. "Ich bau mich nämlich ein Haus hier, auf der Insel."
"Sie wollen hier wohnen?" Scarletts Interesse war auch mehr geheuchelt, aber sie wollte ihrer Mutter das Mittagessen nicht verderben.
"Ja, so kann man es auch sagen." Er räusperte sich. "Für den Urlaub will ich hier wohnen, weißt du? Wenn ich so etwas mache wie Ferien, so wie du, wenn du Schulferien hast."
"Ich wohne aber auch hier, wenn ich keine Schulferien habe.", brachte sie nach kurzem nachdenken hervor, was die beiden Erwachsenen zu einen schallenden gelächter veranlasste.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Di Aug 09, 2011 11:25 pm

"Und, wie findest du Cornelius?", fragte Holly ihre Tochter, als die beiden an diesem Abend auf den Bett saßen. Scarlett hatte ihre Mama überreden können, dass sie heute bei ihr schlafen konnte. Schließlich stürmte es draußen und donnerte. Da wollte ein kleines Mädchen nicht alleine sein.
Scarlett zuckte mit den Achseln und fuhr fort mit dem vor und zurück wippen, im Schneidersitz. "Er ist ganz nett." Dann leuchtete ihre Kindergesicht fröhlich auf. "Aber Bill ist noch viel netter. Kann er bald wiederkommen? Bitte Mum? Er hat immer so lustige Geschichten erzählt und er bringt dich zum lachen."
"Cornelius auch.", beharrte Holly, als hätte Scarlett ihr einen Vorwurf gemacht. Seufzend legte sie den Arm um ihre Tochter. "Bill ist ein ganz lieber Mensch, dass weiß ich, Scar."
Nachdem Scarlett eine Weile geschwiegen hatte, flüsterte sie schließlich leise. "Kann Bill nicht vielleicht mein Ziehpapa werden? Dass wäre toll, Mummy."
Holly lachte kurz auf. "Schätzchen, einen Ziehpapa kann man sich nicht einfach aussuchen."
"Warum nicht?"

"Wenn Mummy einen Mann ganz doll lieb hat, dann wird sie ein Paar mit ihm. Und dann wohnt er vielleicht irgendwann hier und dann kann es auch dein richtiger Ziehpapa werden."
"Aber du hast doch Bill ganz doll lieb.", rief Scarlett ihr ins Gedächnis, als hätte sie es vergessen. "Also kann er doch hier wohnen und dann wird er mein Ziehpapa. Er darf sogar in meinem Bett schlafen und ich schlaf dann meinetwegen auf dem Sofa, bitte Mum." Mit ihren blauen Augen sah sie ihre Mutter flehend an.
Diesmal unterdrückte Holly ihr Lachen. Das Leben mit Kinderaugen zusehen musste so viel einfacher sein. "Du hast Recht.", gab sie zu. "Mummy mag Bill ganz doll. Aber nicht so, wie sie einen Ziehpapa lieb haben würde. Kannst du dass verstehen, Mäusschen?"
"Nein.", gab Scarlett ehrlicherweise zu. Sie verstand nicht warum die Menschen sich nicht alle gleich lieb hatten. Natürlich hatte sie ihre Mama auch lieber, als Tante Valeria. Aber nicht auf eine andere Art, so wie Holly es immer beschrieb. Erwachsen sein war vewirrend.
"Sei nicht traurig, Liebes.", versuchte Holly ihre Tochter aufzumuntern. "Bill kann ja so etwas wie ein Onkel werden, wenn du dass möchtest. So wie Onkel Henry."
Dass war nicht schlecht, dachte Scarlett bei sich. Aber wer würde dann ihr Ziehpapa werden? "Wird Cornelius jetzt mein Ziehpapa?", fragte sie etwas ängstlich.
Holly strich ihr mütterlich über das blonde Haar, während sie in ihrem Kopf nach einer passenden Antwort suchte. "Hör zu, Scar.", begann sie in einem zärtlichen Ton. "Niemand muss dein Ziehpapa werden, okay? Dass kannst du selber entscheiden. Wenn Mama einen Freund hat, und du möchtest nicht, dass er ein Ziehpapa wird, dann wird er es nicht. Und wenn du es doch möchtest, dann wird er es auch. Dass ist ganz alleine dir überlassen, Liebling."

Scarlett nickte. Gähnend schmiegte sie sich eng an ihre Mutter und genoß ihre Wärme. "Weißt du Mummy, am liebsten möchte ich dich mit niemanden teilen." Holly lächelte in sich hinein. "Aber wenn du glücklicher bist, wenn Cornelius hier einzieht, dann teile ich dich auch mit ihm."
Holly kicherte über die Vorstellung ihrer Tochter, und küsste sie sanft auf den Haarschopf. "Ach Liebes. Du musst mich mit niemanden teilen. An erster Stelle wirst immer du stehen, egal was kommt, okay?" Nickend schloß Scarlett ihre dunkleblauen Augen und ließ sich von ihrer Mutter fest in die weiche Decke einpacken. "Und ob Cornelius hier irgendwann einzieht, dass werden wir beide mit der Zeit sehen. Denn dass haben wir, Zeit. Unglaublich viel Zeit."
"Mh.", machte die Schlummernde, und zeigte ihrer Mutter so, dass sie sich schon halb im Land der Träume befand. "Ich mag Bill. Und Henry mag ich auch. Mum? Können wir Henrietta morgen besuchen?", fragte sie halblaut.
Holly nickte, selber schon mit geschloßenen Augen . "Natürlich, Mäusschen. Morgen besuchen wir Henrietta, und jetzt schlaf ein. Gute Nacht und träum süß."

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Fr Aug 12, 2011 6:56 pm

Familie Majestätia (2) / Lichtenherz (1)

Lautlos schloß Henry die Tür hinter sich. Henrietta ins Bett zu bringen, war für ihn immer wieder ein Erlebnis der neueren Art. Obwohl seine Tochter schon bald das schulfähige Alter erreichen würde, war sie in seinen Augen immer noch seine kleine Henrietta. Ob es daran lag, dass er nicht so viel von ihr hatte, wie Valeria, die bestens mit der kleinen Veränderung klarzukommen schien? Weil er noch ein Wochenendvater gewesen war. Er wusste es nicht. Er genoß einfach die Zeit, die er noch mit ihr hatte.
Als er an den Bildern vorbei kam, die ordentlich an ihrem Platz in Flur standen, warf er einen kurzen Blick darauf. Eins von ihm, mit Henrietta, eins von Valeria mit Henrietta und eins von dem kleinen weißhaarigen Mädchen selber. Wie eine Bilderbuchfamilie sahen sie aus. Mutter, Vater und ein Kind.
"Hast du Hunger?", Valeria, die gerade Bruschetta servierte, lächelte ihm freundlich zu. "Ich hab es nach der Arbeit mitgebracht, ich bin nämlich viel zu müde um selber zu kochen."
Henry betrachtete die weißhaarige Schönheit vor ihm. Seid er Valeria das letzte Mal gesehen hatte, seit dem wunderbaren Kuss, schien sie praktisch von innen aufzublühen. Ihre blassen Wangen hatten einen zarten Rotton abgekommen, und ihre Hände schienen nicht mehr so durchsichtig. Es hatte ihn wirklich Angst gemacht, als er sie so gesehen hatte.
"Ähm, ja klar hab ich Hunger.", gab er schließlich zu, nachdem Valeria ihn eine Weile unschlüssig beobachtet hatte. Mit einem gefestigtem Lächeln ließ er sich auf einen der Plätze nieder, mit den Rücken zum laufenden Fernseher. "Dass sieht wirklich gut aus, hast du das auf dem Festland gekauft?", fragte er nach.
Valeria schüttelte den Kopf. Mit einer eleganten Bewegung schaltete sie den Fernseher aus und legte die Fernbedienung auf den Kühlschrank, als hätte sie seine Gedanken bemerkt. Entschuldigend lächelte sie ihn an. "Tut mir Leid, ich höre nur einfach gern, was in der Welt los ist. Wenn es dich stört, unterlasse ich es natürlich."

"Nein, nein. Dass ist doch Quatsch!", beeilte er sich zu sagen. Mit der Hand deutete er auf den Platz vor sich. "Es ist dein Haus, Valeria. Ich bin hier nur Gast und jetzt setz dich hin und iss mit mir." Ein schiefes Lächeln erweichte sie. "Ich hab wirklich keine Lust alleine zu essen. Dass habe ich schon oft genug."
"Du bist hier nicht Gast." Valeria hob den Kopf, nachdem sie eine Weile schweigsam auf ihren Teller gestarrt hatte. "Ich habe dir angeboten hier zu wohnen und wenn du hier wohnst, dann bist du kein Gast mehr, Henry." Mit einem liebevollen Lächeln fügte sie hinzu: "Absofort wirst du nicht mehr alleine essen müssen."
"Ich weiß", antwortete Henry dankbar und biss noch einmal von seinem Brot ab. "Und ich bin dir wirklich Dankbar, Valeria. Ich wusste wirklich nicht wohin, nachdem seine Freundin eingezogen ist. Die beiden sind nur..." Er hielt kurz inne, und warf einen schüchternen Blick auf seine Begleitung. "Na ja, zumindest musste ich daraus. Aber was Eigenes ist nicht drinne. Noch nicht. Bald werden wir einen Plattenvertrag haben und dann wird alles besser laufen." Optimistisch grinste er ihr zu. "Und dann bekommst du ein Haus."
Dass Valeria kein Haus wollte, kein Geld, keine teuren Sachen, sondern nur ihn, war ihm nicht bewusst. Mit flammenden Blick sah sie ihn an, und überlegte wie sie ihn dazu bringen konnte, sie zu lieben. Es stand ihn nun nichts mehr im Weg. Keine Isabella, kein verdammter Fluch. Nur die Schüchternheit, die sie nie abgelegt hatte.
"Es schmeckt wirklich köstlich.", wiederholte Henry schließlich, als ihm die Stille zu drückend wurde. Er hatte sich schon das nächste Stück auf den Teller getan und biss erneut herzhaft hinein. "Du musst mir verraten wie der Laden auf dem Festland heißt. Oder hattest du nicht gesagt, du hast es woanders her?"
"Vom Hafen.", erwiderte sie gleichgültig. "Sie verkaufen da manchmal leckere kleine Häppchen, sie sind wirklich gut." Valeria schluckte shwer und räusperte sich. "Willst du denn...also ich meine wie lange hast du denn vor hier zu wohnen? Nicht dass ich dich los werden will, besonders deine Tochter ist so glücklich ihren Vater für sich zu haben."

Sein Blick wurde für einen Moment intensiver, als er sie ansah und zu überlegen schien. Henry konnte es nicht wirklich zu geben, zu groß war die Angst, dass er sie wieder verletzten würde, weil er sich doch irgendwann wieder änderte, aber am liebsten wollte er hier wohnen bleiben. Bei seiner Tochter. Und bei Valeria, der bezaubernsten Frau, die er kannte. Aber er traute seinen Gefühlen nicht besonders, denn wo kamen sie so auf einmal her? Und dann auch noch so stark. Wie damals, kurz nachdem er mit ihr geschlafen hatte. Oder war es einfach nur Lust? Wollte er sie, so sehr, dass er dachte er wäre in sie verliebt? Dass konnte er ihr nicht nochmal antun.
Valeria musterte ihn immer noch fragend. Er hatte keine Antwort gegeben, worüber dachte er so lange nach, fragte sie sich automatisch. Was ging in ihm vor?
"Ich würde gern...eine Zeit lang bleiben.", antwortet er schließlich vage. Was sollte er auch sagen? "Gib mir ein paar Monate, bis ich wieder auf eigenen festen Beinen steh. Oder einen Plattenvertrag hab." Er seufzte kurz, und wechselte das Thema. "Wenn wir nicht bald einen Hit landen, dann war's dass mit meiner Musikkarriere. Dann such ich was anderes."
"Aber Drummer in einer Band zu werden war doch dein Traum." Valeria ergriff vorsichtig seine Hand. "Man darf seinen Traum nicht einfach aufgeben, weil es schwierig wird. Man muss kämpfen, bis zur letzten Minute. Zumindest hat meine Mama mir das früher immer erzählt." Ein sanftes Lächeln legte sich auf ihr Gesicht.
Henry Blick klebte auf ihren verschränkten Händen, er lächelte ebenfalls. "Dann muss deine Mutter eine ziemlich weise und starke Frau gewesen sein." Und in diesem Moment bemerkte er, dass das zwischen ihnen beiden mehr war, als eine Freundschaft mit Lust. Er liebte Valeria. Mehr noch, als er Isabella geliebt hatte.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 13, 2011 12:05 pm

"Sie sind also der neue Mann im Haus.", begrüßte das etwas grobe Kindermädchen Calista Link Henry, als sie ihm an diesem Morgen in der Küche begnete. Mit ihren grauen Augen musterte sie ihn von oben bis unten, als suchte sie einen Fehler zu finden, den sie Valeria weitertratschen konnte. "Na, wenigstens sehen sie gut aus. Sind sie der Vater von Henrietta?"
Henry nickte, trocknete seine Hände an dem Geschirhandtuch und drehte sich zu der strengaussehenden Dame um. "Erst einmal, guten Morgen Frau Link, schön dass ich sie kennen lerne." Er schüttelte ihre alte Hand. "Wie sie schon bemerkt haben, bin ich der neue Mann im Haus und ja, auch Henriettas Vater. Und danke für das nette Kompliment."
Calista schwieg ein paar Sekunden. Die alte Frau hatte Henry sofort in ihr Herz geschloßen. Obwohl sie alt, streng und verbittert aussah, war sie eine herzensgute Dame. Sie liebte die Kinder. Um die sie sich Nachmittags kümmerte, sobald der Kindergarten zu Ende war. Und auch deren Eltern, konnte sie meistens alle gut leiden. Besonders die zierliche Valeria, liebte sie wie eine eigene Tochter. Deswegen prüfte sie auch jeden männlichen Besuch, was nicht besonders viele waren, auf Herz und Nieren.
"Sie sind mir tausendmal lieber, als der komische Kollege von Frau Majestätia, der gerade letztens hier war. Ein schrecklicher Mann.", schnaufend ließ sie sich auf einen Stuhl nieder. Die alten Kniee machten es nicht mehr besonders. "Und wenn sie auch noch der Vater der Kleinen sind, umso besser. Was treibt sie denn her? Hä? Geld?"
"Nein. Kein Geld.", antwortete er etwas kühl, verägert über die alte Frau. "Ich habe meine Tochter vermisst, sehr sogar. Und Valeria und ich sind gute Freunde. Ich unterstütze sie."

"Dass ist recht so. Die arme Frau ist ja von Tag zu Tag mehr verblasst. Hab mir schon große Sorgen gemacht." Calista zuckte die Achseln. "Aber seid letzter Woche gehts wieder bergauf. Hat richtig Farbe ins Gesicht bekommen, die Schöne. Liegt vielleicht an einem Mann. Männer sind die beste Medizin."
Henry hob überrascht den Kopf. "Sie meinen, es liegt an einem anderen Mann? Waren denn hier noch mehr Männer, als der Arbeitskollege den sie erwähnt hatten?"
Calista grinste ihn an. "Machen sie sich Sorgen, hä? Ist da ein wenig mehr als nur Freundschaft wie sie gesagt haben?" Kopfschüttelnd musterte sie ihn erneut. "Es sind keine anderen Männer hier gewesen. Ich setzte eher auf sie. Sind ein hübsches Kerlchen, wieso nicht? Frau Majestätia ist sehr einsam, tun sie ihr ja nicht weh!"
Dass wäre Henry niemals im Traum eingefallen. Und zu hören, dass sie starke Gefühle für ihn empfand war wunderbar. Vielleichten konnten sie, also Valeria, Henrietta und er doch noch eine richtige Familie werden. Was stand ihnen noch im Weg? Er liebte sie und sie liebte ihn. Aber wie sagte er es ihr?
"Wissen sie, damals, als mein Mann mir seine Liebe gestanden hatte, hat es ziemlich geregnet." Calistas Augen wurden ein wenig feucht, als sie sich an die alten Zeiten erinnerte. "Er hatte so ein wunderbares Picknick geplant, mit Kuchen und Pastete und Blumen. Ach wie ich mich gefreut hatte. Und dann hat es angefangen zu regnen und Herbert, mein Mann, war zutiefst gekränkt, weil alles was er sich feinsäuberlich erträumt hatte, wortwörtlich ins Wasser fiel." Sie hob den Kopf und sah Henry fes in die Augen. "Aber wissen sie, was als einziges für mich gezählt hatte? Dass er die berühmten drei Worte aussprach. Nur dass." Stöhnend stand sie auf und kam zu Henry herüber. Sie tätschelte freundlich seine Schulter. "Sie machen dass schon, dass glaube ich ihnen. Sagen sie es ihr einfach. Aus dem Herzen heraus."

Aus dem Nebenzimmer ertönte das Gequengel von Henrietta, die sich zu langweilen schien.
"Ich geh schon.", beeilte sich Henry zu sagen, und geleitete Calista zurück zu ihrem Stuhl. "Sie machen sich heute einen gemütlichen Tag und ich kümmere ich mich um meine Tochter." Er ging zur Tür, blieb jedoch noch einmal stehen und drehte sich zu dem netten Kindermädchen um. "Danke, Frau Link."
Calista Link winkte ab, mit ihrer schrumpeligen Hand, als Henry das Zimmer verlassen hatte seufzte sie leise. "Oh Herbert.", murmelte sie betrübt. "Du glaubst nicht wie ich dich vermisse. Aber ich habe es nie vergessen, weißt du? Und ich werde es auch nie mehr vergessen, bis wir wieder beisammen sind."
Henry nahm Henrietta fürsorglich auf den Arm. "Meine Kleine.", flüsterte er, während er sie sanft an sich drückte. "Was würdest du davon halten, wenn dein Papa und deine Mama für immer zusammen leben würden? Mh? Wäre dass nicht toll? Dann hast du eine richtige Bilderbuchfamilie."
Zwar verstand Henrietta nicht wirklich was eine Bilderbuchfamilie war, aber trotzdem nickte sie zurückhaltend. In dem kleinen Mädchen spielte sich ständig viel ab. Mit ihrer ruhigen Art hatte sie oft genug Zeit sich Gdanken zu machen, über alles. Für ihr Alter war sie geistlich schon sehr weit.
Zum Beispiel hatte sie schnell verstanden, dass Henry und ihre Mutter sich mehr liebten, als sie zugaben. Sie wusste zwar dass er ihr Vater war, aber eine richtige Bindung zu dem Wort Papa in Verbindung mit Henry hatte sie nicht. Trotzdem nannte sie ihn so, ihm zu Liebe.
Jetzt kuschelte sie sich eng an ihn. Es war gut einen Vater zu haben. Dass wusste sie. Und sie hatte ihn auch lieb, aber am meisten hing sie einfach an ihrer Mutter. Es gab keinen besseren Menschen als sie.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Sa Aug 20, 2011 9:16 am

"Wenn du etwas gesagt hättest, hätte ich dir geholfen." Fast lautlos war Henry an diesen Abend in die Küche geglitten. Er fuhr sich durch das dunkle Haar, ein wenig überanstrengt von dem heutigen Tag. Die Band, Henrietta, die Suche nach einem Plattenvertrag hatten ihn so sehr in Anspruch genommen, dass er kaum Zeit zum Essen gefunden hatte.
Erschrocken drehte Valeria sich um, als die tiefe Stimme hinter ihr ertönte. Sie war völlig in Gedanken gewesen. In Gedanken an Henry. "Ach, dass war doch nur eine Kleinigkeit.", beschwichtigte sie ihn und trocknete sich die schaumigen Hände an einem Geschirrhandtuch ab, dass dann gleich wieder ordentlich an den Haken gehängt wurde. "Ich wollte nur eben Henriettas Schüssel abwaschen, dafür braucht man den Geschirrspüler ja nicht anschalten."
Henry nickte. Überrascht nahm er schließlich wahr, dass der Fernseher überhaupt nicht lief. Höchst ungewöhnlich für Valeria. "Gibt es heute keine Nachrichten?"
"Doch, aber ich dachte mir, dass ich die Ruhe mal genießen sollte." Sie lächelte ihn schüchtern an, und ihm fiel auf wie hübsch sie aussah, selbst wenn sie einen langen Arbeitstag hinter sich hatte. "Außerdem habe ich mir gedacht, dass du vielleicht Kopfschmerzen hast, nachdem du den ganzen Tag mit deiner Band geprobt hast. Wie lief es?"
Sie hatte Recht. Henry hatte Kopfschmerzen, aber nicht wegen der Band, sondern wegen der erfolglosen Suche nach einem Plattenvertrag. "Ganz okay.", erwiderte er ausweichend. Obwohl sein Lieblingsbandkollege Ben, ihm immer wieder erklärte, dass es nicht seine Schuld war, konnte man ihm nicht die Last des wenigen Geldes abnehmen.

Valeria nickte bloß. Sie konnte spüren, dass er nicht darüber reden wollte, und sie wollte ihn nicht aushorchen. Es lief gerade so gut, wenn man ihn jetzt daran erinnerte, dass er wenig Unterhalt zahlen konnte, würde er sich vielleicht verschließen. Vielleicht sogar ausziehen. Dass wollte sie nicht riskieren.
"Und wie war dein Arbeitstag?", hakte er schließlich nach, nachdem es zu still um sie herum zu werden schien.
Nun war es Valeria die innerlich seufzte. Sollte sie ihm von Isabella und deren Kündigung erzählen? Sie entschied sich dafür, so konnte sie gleich nachsehen, wie er auf seine Ex-Freundin reagierte. "Ein harter Tag.", erzählte sie, und fuhr sich durch das helle Haar. "Ich musste heute doppelte Arbeit verrichten, weil Frau Graziano gekündigt wurde."
"Sie wurde was?" Erschrocken sah er Valeria an. Für Isabella war ihr Job alles gewesen. Er wusste, dass sie nichts lieber war, als eine berühmte Anwältin, und es tat ihm Leid, dass nun wohl arbeitslos war. "Warum denn dass? Ist etwas passiert?"
"Ich weiß es nicht genau.", antwortete Valeria. Mit ihren grauen Augen musterte sie Henry, doch zu ihrer Erleichterung schien er sich ganz normal zu benehmen. Höchstens wie ein guter Freund, der sich um seine beste Freundin sorgte. "Ich habe es nur im Kaffeezimmer mitbekommen. Sie haben alle darüber geredet, dass sie wohl einen Fall verloren hatte."
Natürlich entging Henry Valerias intensiver Blick nicht. Er erinnerte sich innerlich daran, dass Isabella kein Teil seines Lebens mehr war. Sondern Valeria. Die Frau, die er liebte.
"Dass tut mir sehr Leid, für sie.", murmelte er schließlich, so neutral wie er konnte. "Aber sie wird sicher bald eine neue Kanzlei finden. Vielleicht wird sie auch selber eine Gründen." Er nahm Valerias Hände sanft in seine. Obwohl es wohl keine gute Überleitung war, schien es ihm jetzt am perfektesten ihr seine Gefühle zu beichten. "Valeria. Wir sollten reden."
Stumm wandte Valeria den Blick ab. Ihre zarten Wangen färbten sich Rot, vor Freude. Wenn es nur die drei Worte waren, die sie hören wollte.

"Ich hab dich verletzt, ich weiß. Und es tut mir wirklich Leid, Valeria." Als sie etwas sagen wollte, schüttelte er den Kopf, um ihr zu zeigen, dass sie schweigen sollte. "Du musst mir jetzt nur einfach zuhören. Ich will mich einmal ausreden und dann kannst du von mir aus so viel dazu sagen, wie du möchtest." Er holte tief Luft, bevor er noch einmal von vorne begann. "Wie gesagt, ich hab dich verletzt. Und es tut mir schrecklich Leid. Aber erst jetzt, in der letzten Zeit, habe ich erkannt wie viel du mir bedeutest. Und als wir uns letztens geküsst haben, habe ich gespürt wie sehr mein Herz für dich schlägt. Ich liebe dich. Ich liebe dich und Henrietta und ich kann mir nichts Schöneres, und Besseres vorstellen, als mit dir, mit euch zusammen zu sein. Von jetzt für immer. Wenn du dass anders siehst, versteh ich dass, du musst es nur sagen."
"Nein.", stürmte es aus der leicht überforderten Valeria heraus. Henry lächelte und Valeria auch. "Ich bin froh, dass du es endlich ausgesprochen hast, Henry. Ich liebe dich, seid ich dich dass erste mal gesehen hab. Verstehst du? Und dass du jetzt hier bist, macht alles wieder gut." Sie legte ihre zierlichen Arme um seinen Hals und versteckte ihr Gesicht in seinem Shirt.
Dass er immer noch nicht die gesamte Wahrheit über sie wusste, verdrängte sie. Sie würde es ihm schon noch sagen. Sie musste es ihm sagen und er würde es verstehen. Schließlich war er der Partner, den sie sich ausgesucht hatte. Für den Rest ihres Lebens. Und er würde sie weiter lieben, weil er auch Henrietta weiter lieben würde. Schließlich war sie seine Tochter und Valeria jetzt seine Lebensgefährtin. Es hörte sich schön an, aber noch schöner würde sich 'EheFrau' anhören, dachte sie lächelnd.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Di Sep 13, 2011 7:42 pm

"Ich hoffe ich hab niemanden geweckt.", besorgt sah Holly sich nach der Kinderzimmertür um, als vermutete sie, dass Henrietta gleich heraus gesprungen kam und sich beschwerte. Doch es blieb still, denn das sechsjährige Mädchen war völlig übermüdet von der kleinen Geburtstagsparty am Nachmittag eingeschlafen. "Ich musste nur unbedingt mit dir reden."
Valeria lächelte ihr aufmunternd zu, bevor sie die restlichen Gläser vom Abendessen in die Spülmaschine räumte. "Schon okay.", antwortete sie gelassen, selber schon im Schlafanzug. "Eigentlich wollte ich sowieso auf Henry warten, also kommst du mir ganz Recht. Was gibt es denn so Dringendes?"
"Ich hab mich verliebt.", platzte es aus Holly heraus und ihre manikürten Finger vergruben sich leicht schmerzhaft in Valerias nackten Arm. "Ich bin sooo schrecklich verliebt, Vally. Wow." Mit der Hand fächelte sie sich Luft zu, als wäre es in der Küche zu warm.
Nachdem Valeria ihren Arm lachend aus den harten Griff befreit hatte, schüttelte sie den Kopf, über die manchmal noch so jugendlich wirkende Valeria. "Und in wen, wenn ich fragen darf?", hakte sie schließlich nach, nachdem Holly endlich aufgehört hatte, hektisch herumzuwirbeln.
Holly grinste wie ein Honigkuchenpferd, bevor sie zu einer Antwort ansetzte. "Er heißt Cornelius, und ich kenne ihn von früher. Er ist auch Model und gerade hier her gekommen um Urlaub zu machen." Nach einer halben Stunde waren sämtliche Details besprochen und die beiden Frau sahen sich einen Moment sprachlos an.
"Und was ist mit Bill?" Valeria lehnte sich gegen die Wand und warf einen suchenden Blick aus dem Fenster, um nachzusehen, ob Henry bald kommen würde.

"Bill! Bill ist ein guter Freund, Vally, mehr nicht." Holly lächelte entschuldigend. "Ich meine, er ist schrecklich lieb und sowas, aber bei Cornelius fühl ich mich mehr wie eine...eine begehrte Frau. Er trägt mich praktisch auf Händen und wir reden von einer strahlenden Zukunft miteinander, dass ist sooo toll." Schwämerisch sah sie Valeria an.
In dem Moment tat Valeria der gutmütige Mann leid. Natürlich, Holly würde immer Holly bleiben, egal wie sehr sie sich in Gegenwart von Scarlett geändert hatte. Sie liebte immer noch Reichtum und Mode und Models. Aussehen war wichtig für das quierlige Mädchen, wichtiger als andere Dinge.
"Sicher kennst du meine Meinung dazu.", murmelte Valeria und warf ihrer Freundin einen flüchtigen Blick zu. Als Holly sie fragend ansah, seufzte sie und fuhr fort. "Ich bin der Meinung, dass du mehr hinter die Fassaden gucken solltest. Dass ist wichtig, Holly. Schau nicht immer auf das Äußere, seh auch man in das Innere eines Menschen. Denk an Scar."
Holly nickte. "Ja, ja ich weiß, Vally. Kenn ich alles. Aber ich sage dir, Cornelius ist Innen und Außen ein Prachtstück!" Auf Valerias fragwürdigen Blick fügte sie hinzu: "Ich weiß was du sagen willst, dass mit Burkhardt war etwas ganz anderes, okay? Cornelius ist ein lieber Kerl, Scar, mach ihn auch sehr gern." Sie nickte sich selber zustimmend zu, den Blick abwesend auf den Tisch gelegt. "Ich denke an Scar, Vally, was immer ich tue, wo immer ich bin. Jede Entscheidung die ich treffe, hängt mit Scar zusammen. Also glaub mir, ich weiß was ich tue."
Valeria nickte. Wenn auch nicht besonders überzeugt. Natürlich glaubte sie Holly, dass Holly alles für ihre Tochter tun würde, und auch nur das Beste im Sinn hatte, aber wenn Holly hübsche oder reiche Männer traf, konnte man ihrem Instinkt nicht so wirklich trauen. Man musste sich eher Sorgen machen.

Holly ließ ihre schlanken Schultern hängen. "Scar braucht einen Vater und ich endlich wieder einen Mann an meiner Seite.", beichtete sie verlegen. "Und ich bin mir sicher, dass Cornelius der Richtige ist, Valeria. Du musst mir bei dieser Sache einfach vertrauen, okay? Mein Leben kommt auf die richtigen Bahnen." Sie lächelte wieder.
"Ich vertraue dir.", Valeria schloß ihre beste Freundin in die Arme und hielt sie einen Moment ganz fest an sich gedrückt. "Und fals jemals noch etwas schief gehen sollte, ich bin für dich da, okay? Ich und Henry sind immer da, egal für was. Liebeskummer futtern, ernste Gespräche, Babysitten. Alles."
Dankend erwiderte Holly ihre Umarmung. Nachdem sie sich wieder voneinander gelöst hatten, wechselte sie geschickt das Thema. "Wenn wir schonmal bei einem Wir sind, wie läuft es mit Henry, hm? Alles noch im grünen Bereich und wie siehts mit einer Verlobung aus?"
Errötend wandte Valeria sich zurück zum Fenster. "Red doch keinen Quatsch, Holly. Zwischen mir und Henry läuft es gut. Wir sind glücklich." Sie wischte einen imaginären Flekc auf dem Fenster weg, um ein wenig Zeit zu gewinnen. Natürlich hatte sie schon darüber nachgedacht, aber anscheint brauchte Henry noch Zeit. "Kommt Zeit kommt Rat.", flüsterte sie.
"Wie du meinst." Holly hatte sie wohl gehört, denn sie grinste sie schief an. "Henry liebt dich, er wird dir bald einen Antrag machen, da bin ich sicher."
Wie auf ein Stichwort ging die Haustür auf und keine zwei Minuten später stand Henry in der Tür. Mit dunklen Augenringen. "Na Mädels, stör ich beim Mädchenabend."
Holly schüttelte ihr rotes Haar und drückte Henry im vorbeigehen einen Kuss auf die Wange. "Nein, ich wollte eh grad gehen. Gute Nacht ihr beiden."
Henry sah ihr einen Moment nach, dann drehte er sich zu Valeria und lächelte. Begrüßt wurde sie mit einem zärtlichen Kuss.
Vielleicht hat Holly Recht, dachte Valeria, während sie sich von Henry ins Schlafzimmer ziehen ließ. Warum nicht?

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Di Sep 13, 2011 7:47 pm

"Wirklich Henry, er hat mir drei ganze Stapel auf den Schreibtisch gehauen, und bloß genickt, als wüsste ich was zu tun wäre." Valeria seufzte verärgert. "Ich bin doch keine Sekretärin mehr! Ich bin Anwältin für Personenschäden, wann kapiert er dass endlich?"
Henry betrachtete seine Freundin einen Moment sprachlos. Noch nie hatte er sie so erregt gesehen, denn eigentlich war sie eine sehr sanfte Frau. Aber heute, schon seid dem sie die Wohnung betreten hatte, war sie aufgewühlt und wütend gewesen. Und selbst das liebevolle Lachen ihrer Tochter hatte sie nicht wirklich aufgemuntert.
"Was soll ich denn noch tun, um endlich die Aufmerksamkeit zu bekommen, die ich meiner Meinung nach verdient habe?", hakte sie weiter nach, während er zwei Teller mit Bagels und zwei Gläser zum Tisch balancierte. Ihr viel nicht einmal auf, das Henry noch nichts dazu gesagt hatte. "Ich bin eine gute Anwältin!" Schließlich hob sie den Kopf und sah ihn an. Verwundert. "Ist alles in Ordnung, Henry? Du bist so still?" Sie war besorgt.
Henry schüttelte eilig den Kopf, um sie zu beruhigen. Mit sanften Druck führte er sie zum Tisch und ließ sie Platz nehmen. "Es ist alles in Ordnung.", erklärte er ihr und nahm selber Platz an dem gedeckten Tisch. "Ich habe dir nur zu gehört, du scheinst einen anstregenden Tag gehabt zu haben. Willst du noch weiter erzählen?"
Valeria schüttelte ihren Kopf und seufzte leise. "Du bist so lieb zu mir und ich frag dich nicht einmal wie dein Tag war." Ihr Blick wurde entschuldigend und sie tätschelte kurz seine Hand, um ihn verstehen zugeben, dass sie nun für ihn da war. "Wie war dein Tag?" Sie nahm den Bagel hoch und grinste. "Und danke für das ausgewogene Abendessen."

Henry lachte. "Gerne, hab ich vom Hafen. Eigentlich hatte ich Bruschetta kaufen wollen, aber die war schon aus, also mussten es Bagels mit frischen Frischkäse sein." Er deutete auf die beiden Erdbeeren, die er zur Ganierung beigelegt hatte. "Und die beiden sind für die nötige Romantik."
"Ich liebe dich.", murmelte Valeria, beugte sich über den Tisch und küsste ihn zärtlich auf die Nasenspitze. "Du bist der beste Mann, den man ich wünschen kann." Genüsslich biss sie von dem Käsebagel ab und kaute mit schwärmerischen Gesichtsausdruck darauf herum. "Mhhh.", machte sie und lächelte. "Köstlich."
Henry grinste, während er sie beobachtete. Die Valeria, die er jetzt kennenlernte, war noch einmal eine ganze Spur anders, als die, die er kannte. Aber sie gefiel ihm mindestens genauso gut. Dass musste wohl wahre Liebe sein, dachte er bei sich, und der Griff um sein Sektglas verstärkte sich.
"Und was haben wir zu feiern?" Valeria deutete fragend auf das Sektglas dass auf ihrer Seite des Tisches neben dem Teller stand. Es war noch leer.
Als wenn es ein Stichwort gewesen wäre, sprang Henry auf, eilte zum Kühlschrank und kam schließlich mit einer Flasche Sekt wieder. Vorsichtig füllte er beide Gläser und ließ die teure Flasche schließlich wieder verschwinden. Er grinste Valeria stolz an, nachdem er sich wieder niedergelassen hatte.
"Wir haben wirklich etwas zu feiern.", erklärte er mit vor Stolz geschwellter Brust. "Es gibt heute zwei Dinge, die ich dir sagen möchte. Und ich möchte, dass du gut zuhörst. Denn es sind wirklich wichtige Dinge. Hör sie dir zu Ende an, und erst dann sag etwas dazu, versprochen?"
Perplext nickte Valeria, und nahm das kalte Glas in die Hand. Ihr Herz klopfte, als ahnte es, was er sagen wollte. Und es war ein schönes Gefühl, fand sie. So lebendig.

"Ich liebe dich." Henry lachte schüchtern. "Ich weiß, dass hast du in den letzten Tagen oft von mir gehört, aber es ist so. Ich liebe dich sehr, so sehr, dass ich mir hundertprozentig sicher bin, dass ich mein restliches Leben nur mit dir an meiner Seite meistern kann. Ich will für dich da sein und du sollst für mich dasein, so wie es bestimmt wurde." Er machte eine kleine Pause und erhob das Glas. Valeria tat es ihm gleich. "Aber bevor ich dir eine entscheidene Frage stelle, möchte ich dir sagen, dass du mit mir in einen sicheren Hafen fährst. Wir, dass heißt ich und die Band, hatten ein Vorspiel in einer großen Plattenfirma, und du wirst es vielleicht nicht glauben, aber wir haben den Vertrag bekommen."
"Oh mein Gott, dass ist ja wundervoll." Valerias Griff um seine Hand verstärkte sich, als Ausdruck ihrer Freude. "Ich freu mich so sehr für dich, dass war immer dein Traum. Und du hast es geschafft. Du hast endlich deinen Traum erfüllt und ich...ich bin so glücklich, dass glaubst du nicht."
"Na ja, der Anfang ist geschafft.", bestritt er feinfühlig. "Wir haben einen Fuß in der Tür, sagen wir es so. Jetzt kommt es drauf an, wie wir ankommen, bei unseren Fans." Er küsste sanft ihre Hand, bevor sie noch etwas sagen konnte und brachte sie so zum schweigen. "Und genau, dass ist es. Ich hab endlich etwas erreicht, wovon ich geträumt habe. Und deswegen will ich mir endlich auch meinen zweiten Traum erfüllen. Und dass bist du. Dich zu ehelichen ist mein größter Wunsch. Also...willst du mich heiraten?"
Einen Moment sah Valeria ihn sprachlos an. Dann lächelte sie, dass glücklichste Lächeln was er je an ihr gesehen hatte. "Natürlich will ich Henry. Es gibt nichts, was ich mehr will!"

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Di Sep 13, 2011 7:49 pm

Erschrocken öffnete Valeria ihre Augen. Sie saß senkrecht im Bett, um sie herum die beängstigende Dunkelheit. Ihr Atem ging schnell und laut, es war das einzige Geräusch im Raum, und im ersten Moment dachte Valeria, sie hätte all das mit Henry nur geträumt. Als sie jedoch zur Seite sah, beruhigte sie sich schon wieder.
Henry lag neben ihr. Von ihrem ruckartigen Bewegung geweckt, blinzelte er sie verwundert an. "Alles in Ordnung, Valeria?", fragte er müde.
"Ja, ich denke schon." Nachdenklich fuhr sie sich durch das helle Haar und versuchte wieder zu ihrem ruhigen, gleichmäßigen Atem zu kommen. Doch in ihr war immer noch alles durcheinander, als hätte jemand sie aufgewühlt. Und dass war ja auch so. Ihr Traum hatte sie mehr beunruhigt, als jeder andere zuvor.
Im nächsten Moment spürte sie Henrys warme Hand, die sanft ihren Arm streichelte. Er hatte sich ebenfalls aufgesetzt. Sein Kinn legte er auf ihrer Schulter ab und murmelte leise: "Hast du schlecht geträumt? Oder geht es dir nicht gut? Soll ich dir ein Glas Wasser holen?"
Kopfschüttelnd schloß Valeria die Augen und versuchte sich auf Henry Nähe zu konzentrieren. Es half. Schon kurze Zeit später ging es ihr besser. "Es war nur ein Traum."
Die beiden ließen sich zurück in die Kissen gleiten. Valeria ruhte mit ihren Kopf auf Henrys Brust und er hatte seinen Arm schützend um sie gelegt. Es war ruhig um sie herum, dass einzige was zu hören war, war ihr Herzschlag, der langsam wieder in einem Takt ging.

Was nicht zu hören war, war der Gedankengang, der in Valerias Kopf stattfand. Sie dachte an ihre Mutter, von der sie geträumt hatte und was sie gesagt hatte. Sie hatte so Recht gehabt. Sie musste endlich mit Henry reden. Denn nur die Wahrheit konnte sie wirklich vollkommen gesund machen. Aber wie?
"Dass muss wirklich ein schlimmer Traum gewesen sein." Henrys sanfte, tiefe Stimme holte sie aus ihren Gedanken, und ließen sie ein wenig aufschrecken.
"Nein, nicht wirklich." Valeria seufzte leise, und blinzelte zweimal, um sich ein paar Bilder wieder vor das innere Auge zu wünschen. "Es war eigentlich ein schöner Traum. Ich habe von meiner Familie geträumt, weißt du?" Sie konnte spüren wie er nickte, und dass bewegte sie dazu weiter zu erzählen. "Ich hab meine Mutter gesehen. Und meinen Vater. Ich war wieder zu Hause und es war schrecklich schön. Alles war gut. Alles war leicht und ich fühlte mich so...behütet."
"Und warum bist du dann so aufgeschreckt?", hakte er nach, ohne sie wirklich zu bedrängen. Er fuhr ihr durch das helle Haar. "Du warst völlig verstört, als du aufgewacht bist."
"Dass war nichts, Henry. Wirklich. Wahrscheinlich der Schreck, der mich aufgeweckt hat." Sie hob den Kopf und gab Henry einen zärtlichen Kuss. "Ich bin froh, dass du da bist."
"Ich bin immer da, Valeria. Wann verstehst du dass endlich." Grinsend schloß er sie nun in beide Arme und drückte sie noch ein wenig fester an sich. "Gerade jetzt wo wir verlobt sind, habe ich damit praktisch ein Zeichen gesetzt, dass du und ich für immer zusammen bleiben. Hast du endlich verstanden? Du und ich gehören zusammen."
Glücklich lächelnd schloß Valeria die Augen. Es war so wundervoll, einen Mann an ihrer Seite zu haben. Henry, wie sehr sie ihn doch liebte. Und der leichte Druck an ihrem Finger verriet ihr, dass seine Gefühle eben so stark waren. Und dass alles wurde von diesen wunderbaren Mädchen im Nebenzimmer abgerundet. Dass einzige was störte, war ihr Geheimnis.
"Henry?", fragte sie vorsichtig in die Dunkelheit. "Bist du noch wach?"

Er nickte, wenn auch schläfrig. Die Müdigkeit hatte ihn in den letzten Minuten der Stille wieder übermannt, aber für Valeria versuchte er wach zu bleiben.
"Ich muss dir dringend etwas sagen.", beichtete sie. "Es hat etwas mit meinem Traum zu tun, und ich möchte dass du mir zuhörst, okay? Wach auf, bitte!"
Henry öffnete seine dunkelblauen Augen und seufzte leise in sich hinein. "Ich bin wach.", erklärte er lächelnd. "Und ich höre dir zu, also erzähl mir von deinem Traum."
Valeria legte sich mit den Kopf wieder auf seine Brust, und wartete einige Sekunden auf seinen Herzschlag. Er beruhigte sie irgendwie. "Ich bin nicht wirklich die Person, von der du denkst, die ich bin, Henry.", erklärte sie leise und ruhig. Sie konnte unter ihrer Wange spüren, wie Henry sich anspannte. Er schien Angst zu haben. "Es ist schwer zu erklären, und wenn du willst erzähl ich dir auch nur das Nötigste, aber du musst es wissen. Es betrifft mich und Henrietta, deswegen ist es ein zentraler Punkt unseres Lebens." Sie richtete sich auf um ihm ins Gesicht zu sehen, und was sie sah ließ ihr ein Schauder über den Rücken laufen. Er sah sie ängstlich und aufgewühlt an, als hätte er Angst, dass der nächste Satz sein Leben zerstören würde. "Du brauchst keine Angst haben. Henrietta ist deine Tochter, aufjedenfall. Und ich liebe dich, über alles. Es ist etwas ganz anderes."
Henry entspannte sich ein wenig, doch wirklich ruhig wurde er nicht. "Sondern?", hakte er vorsichtig nach.
"Hör mir einfach zu, und dann versuch das ganze zu verstehen, okay?" Und dann begann sie zu erzählen. Von Elfen, von ihrer Schwester, von ihrer Flucht und von ihren Kräften. Und Henry hörte ihr zu und entspannte sich von Sekunde zu Sekunde mehr. Als sie geendet hatte, lag er ausdruckslos im Bett und sah seine Verlobte an.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Di Sep 13, 2011 7:51 pm

"Du bist also eine Elfe." Henry schloß die Schlafzimmertür hinter sich, so leise es ging um die schlafende Henrietta nicht zu wecken. Verwirrt fuhr er sich durch das dunkle Haar, was Valeria ihm eben erzählt hatte, konnte er immer noch nicht so Recht fassen. "Eine Elfe.", wiederholte ungläubig, mit einem leichten verrücktem Unterton. "Elfe."
Valeria konnte ein Kichern nicht unterdrücken. Nachdem sie ihm alles gebeichtet hatte, ging es ihr viel besser. Sie hatte noch mehr Mut gefasst, als vorher und war sich nun sicher, dass nichts mehr ihrer Liebe im Weg stehen würde. Mit der Haarbürste in der einen und der Fernbedienung in der anderen Hand ließ sie sich am Esstisch nieder und begann ihre Haare zu bürsten, während sie im Fernsehen die Nachrichten ansah.
"Und deine...ich meine...deine Kräfte..." Henry hielt inne und sah sie einen Moment an. "Kannst du dass nur bei Pflanzen oder könntest du auch Henrietta schneller wachsen lassen? Oder gar mich?" Erschrocken sah er sie an, als befürchtete er, sie würde ihm gleich weiße Haare wachsen lassen.
Diesmal wurde aus Valerias Kichern, ein wahrer Lachanfall. "Ach Henry.", versuchte sie ihn sanften Ton zu beruhigen . "Ich bin keine Hexe! Ich bin eine Elfe, dass einzige was ich wirklich kann ist, Pflanzen bei ihrem Wachstum helfen. Dass bedeutet praktisch, dass ich sie nur unterstütze. Nicht mehr und nicht weniger. Sie schießen nicht einfach in die Höhe, nur weil ich das will!" Die Haarbrüste fand ihren Weg auf den hinteren Teil des Tisch. "Henrietta ist besser."
Henry, der sich gerade beruhigt hatte, und schon mit einer Hand den Kühlschrank öffnete erstarrte innerlich ein zweites mal. "W-was kann sie denn? Hexen?"

"Nein! Niemand von uns kann hexen, Henry. Wir sind ELFEN keine Hexen!", rief sie ihm nun etwas ungeduldig zu. Sie seufzte, drehte sich widerstrebend ein Stück zu ihm um und sagte: "Henrietta kann glaube ich, ich bin mir noch nicht sicher, weil sie noch so klein ist, menschliche Gefühle beeinflussen. Obwohl sie nur eine Halbelfe ist, scheint sie ganz andere Kräfte, ich würde fast sagen stärkere Kräfte, zu haben. Aber wie gesagt, ich bin mir noch nicht sicher." Sie drehte sich wieder zum Fernseher um.
Henry nahm ein paar Früchte und etwas Salat aus dem Kühlschrank und legte es auf die Arbeitsplatte. Während seine Hände geübte Handgriffe taten, fuhren seine Gedanken ungewöhnliche Schlangenformen. Okay, Valeria war eine Elfe. Dementsprechend war seine Tochter eine Halbelfe, völlig logisch. Sie hatten auch beide Kräfte, natürlich. Aber was bedeutete das im Enddefekt für ihn? Für die ganze Familie? Änderte dass etwas daran, dass er Valeria liebte? Nein! Dass er Henrietta liebte? Nein! Also hatte sich nichts geändert.
"Möchtest du auch frühstücken?", fragte er Valeria über die Schulter hinweg. Valeria schüttelte den Kopf, also verteilte er den Salat auf zwei Teller. Einen für sich und einen für Henrietta.
"Ich liebe dich ürbigens.", teilte er ihr gleichgültig, aber mit einem verschmitzen Lächeln mit, als er endlich am Tisch saß.
Valeria lächelte ihn an, nahm seine Hand und tätschelte sie kurz. "Ich dich auch Henry. Und danke." Ihr Gesichtsausdruck würde wieder etwas ernster. "Danke dass du mir glaubst."
"Wie kann ich dir denn nicht glauben, Valeria? Du siehst außergewöhnlich aus, dass passt alles einfach zusammen. Deine helle Haut, dein weißes Haar, deine gute Hand für Pflanzen. Ich bin beeindruckt von dir und gleichzeitig machst du mir ein bisschen Angst." Er lachte über ihren Schmollmund. "Aber ich hab endlich eine Erklärung."

Valeria nickte. Mit ihren hellen, grauen Augen sah sie ihn eine Weile an, dann lächelte sie. Sie hätte es nicht besser treffen können, mit niemanden. Sie hatte ihr Glück gefunden.
"Wenn die Kleine nicht bald Frühstücken kommt bekommt sie ihren ersten Tadel wegen zuspät kommen.", riss Henry sie aus ihren Gedanken und wandte sich zum Flur. "Henri!", rief er mit lauter, aber freundlicher Stimme. "Komm endlich frühstücken, dein Salat wartet und die Schule auch."
Ein weißhaariger, etwas verschlafener Kopf streckte sich aus der Tür und warf ihrem Vater ein Augenrollen zu. "Ich bin gleich fertig Papa! Nur noch fünf Minuten, dann komm ich frühstücken. Ich muss mich noch um Berry kümmern.", rief sie ebenso laut zurück.
Valeria kicherte und warf Henry einen beschwichtigenden Blick zu. "Sie liebt ihre Pflanzen, Liebling. Lass ihr den Spaß, ich nehme sie im Notfall mit der Fahrgemeinschaft mit, mach dir keine Sorgen. Sie wird schon pünktlich zur Schule kommen. Ich geh Zähne putzen." Sie erhob sich, drückte ihm einen Kuss auf den Kopf und eilte ins Badezimmer.
Nein, es hatte sich rein gar nichts geändert. Eigentlich waren sie eine ganz normale Familie. Ganz normal, wie alle anderen auch.

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Fr Sep 16, 2011 6:39 pm

"Schläft Scar heute bei uns?", erkundigte Henry sich, mit einem Blick auf die vier Schüsseln, die auf dem Tisch standen.
Valeria hatte mal wieder tief in ihre Kochkünste gegriffen und eine wunderbare kleine, aber sehr nahrhafte Nachspeise gezaubert. Wie ein kleiner Schneemann sah sie aus, und passte so hervorragend zu den kalten Wetter das draußen wütete.
"Nein, ich denke Holly hollt sie später noch ab.", erwiderte Valeria, und stellte die letzte Schüssel ordentlich an ihren Platz. Mit geröteten Wangen betrachtete sie ihr Werk, war aber mit den Gedanken ganz woanders. Nach einer Weile hob sie den Blick und sah Henry an. "Findest du nicht, dass Holly immoment Scarlett etwas...nach hinten rückt?"
Henry zuckte kurz mit den Schultern. "Sie will was nachholen.", erklärte er, um seine gute Freundin zu verteidigen. "Scarlett ist ziemlich früh gekommen, wenn man das bedenkt. Jetzt hat sie jemanden gefunden, mit dem sie ihr Leben teilen möchte und, dass muss sie auskosten. Außerdem ist Scar hier doch super untergebracht, oder ist es dir zu viel?"
Valeria schüttelte ihren Kopf, immer noch etwas nachdenklich dreinblickend. Aber bevor sie etwas erwidern konnte, stürmten beide Mädchen herein und ließen sich mit Freudengeschrei am Tisch nieder, die Nachspeise hungrig in sich hineinschauffelnd.
"Wie war die Schule heute, Mädels?", fragte Valeria stattdessen interessiert nach. Es war ein kleines Ritual, dass Henrietta am Abend von ihrem Schultag erzählen sollte, damit ihre Eltern nichts verpassten. Schließlich arbeiteten sie bis in den späten Nachmittag.

Scarlett, schon immer die lautere der beiden antwortete zuerst. "Super toll, Tante Valeria. Wir haben Schnecken gesammelt und jeder hat eine bekommen und durfte ihr einen Namen geben. Und sie leben in einem großen Glaskasten in der Schule und wir beobachten sie morgen wieder. Wie eine richtige Wissenschaftlerin, hat Frau Morgen gesagt."
Henry lachte. "Dass klingt super und wie heißen eure Schnecken? Haben die auch so super Namen bekommen?"
"Meine heißt Kira und Scar's heißt Mona.", erwiderte Henrietta leise. Sie war immer leise, aber trotzdem hörte ihr jeder zu, als wäre sie eine Königin oder so etwas. Man wollte ihr zuhören, unbedingt. "Und es sind die schlausten Tiere, die ich jemals gesehen habe, oder Scar?"
Scarlett nickte bekräftigend, den Mund voller Nachspeise. "Ja.", nuschelte sie. "Dass glaub ich auch. Aber wir werden sie weiter trainieren. Frau Morgen hat gesagt, wir dürfen sie übers Wochenende mit nach Hause nehmen, ich muss Mum noch fragen ob das geht. Ich glaube sie will am Wochenende irgendwo hinfliegen." Scarletts Blick wurde ein wenig betrübter. "Darf Henri dann auf Mona aufpassen? Wäre das okay, Onkel Henry und Tante Valeria?"
Die beiden nickten synchron, und schließlich wendete Valeria das Wort an ihre Ziehnichte. "Macht Mama, dass denn jetzt öfter? Für ein paar Tage verreisen?"
"Nein, eigentlich nicht." Scarlett zuckte mit ihren kleinen Kinderschultern. "Aber Cornelius muss zu irgendeiner Veröffnung, und sie möchte gerne mitgehen. Und ich muss auch mit, weil ich ja noch so klein bin und nicht alleine zu Hause bleiben darf, hat Mama gesagt."

Valeria seufzte innerlich kurz auf. Dann schlug sie einen weichen Ton an. "Wenn du möchtest kannst du übers Wochenende auch bei uns bleiben. Was hälst du davon?"
Begeistert nickten Henrietta und Scarlett um die Wette. "Dass wäre soooo toll, bitte, bitte, bitte.", riefen sie im Chor.
Henry und Valeria lachten über den Übermut der Kinder und so endete das Abendessen in ein angeregtes Gespräch über die Plannung des Wochenendes.
Am Abend, als Valeria ihr kleines Mädchen ins Bett brachte, war sie mit den Gedanken immer noch bei der sprunghaften Holly. Hoffgentlich ging das alles nicht gewaltig schief.
Doch sobald sie mit Henrietta im Bett lag, und ihre Arme um das Mädchen geschloßen hatte, erreichte sie innerer Frieden. Wie immer wenn man mit Henrietta zusammen war. Dass mussten wohl ihre Kräfte sein, dachte Valeria jedesmal stolz.
"Mama? Warum bist du so traurig?", fragte sie unschuldig, und sah ihre Mutter mit ihren dunkelblauen Augen fragend an.
Valeria legte das Buch, was sie gerade hatte vorlesen wollen wieder beiseite und seufzte. "Ach Liebling. Ich bin nicht traurig. Ich denke nur über einiges nach."
"Über Scar und Tante Holly?" Henrietta sah ihre Mutter an, als wüsste sie genau was da vorging, und dass machte Valeria manchmal etwas Angst. "Und Cornelius?"
Lachend drückte Valeria ihr einen Kuss auf das weiße Haar und schloß ihre Arme noch etwas enger um sie. "Kleine, kleine Henrietta. Du siehst ein bisschen zu viel für dein Alter, ich muss mir ja schon Sorgen machen." Langsam erhob sie sich vom dem Bett. "Zerbrich dir nicht deinen kleinen Kinderkopf über die Dinge, die dich als Kind noch nicht beschäftigen müssen, okay?" Es gab noch einen kleinen Gute-Nacht-Kuss. "Und jetzt schlaf, sonst kommst du morgen früh nicht aus dem Bett."
Henrietta nickte und sah ihrer Mutter nach, wie sie das Zimmer verließ. Die Ruhe, die sie innerlich trug, schickte sie ihr mit, damit sie einen wunderbaren Schlaf genießen konnte.


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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Do Okt 06, 2011 9:32 am

Leider beende ich mein Tagebuch an dieser Stelle Smile

Wir ich ja schon im Challenge Thread gesagt habe, werde ich mich sobald es geht Sims 3 zu wenden Smile
Da ich aber leider noch nicht das Geld hab um es mir zu kaufen (grr -.-) muss dass noch ein zwei Wochen warten...Aber in der Zeit werde ich Sims spielen, nicht aber meine normale Challenge. Durch die ganzen Donwloads war das spiel viiieeelll zu langsam und deswegen hab ich sie alle raus genommen und nur ein paar Hack reingenommen. Ich denke ich werde hier weiterschreiben, damit ich kein neues TB anfangen muss Smile

Viel Spaß und ich hoffe es gefällt euch Smile

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Re: Windy Willows

Beitrag  Finplay8 am Do Okt 06, 2011 11:37 am

Belladonna Bucht -Du und ich-

Antoinette Habotté

"Du dumme, dumme Gans." Wütend haute Antoinette ihren Kopf immer und immer wieder gegen das Lenkrad, bis es einen lauten, fast empörenden Ton von sich gab. Erschrocken hielt sie einen Moment inne und sah durch die Fensterscheibe, ob sich irgendjemand gestört fühlte, aber die Straßen waren genauso leer, wie vor drei Minuten.
"Dass bist so typisch, du. Wenn es dir nicht passt, dann packst du deine Sachen und haust ab. Ohne zu überlegen was für Konsequenzen dass mit sich bringt.", schimpfte sie im Flüsterton weiter, wieder drauf und dran ihren Kopf auf die gleiche Weise zu schänden, wie zuvor. "Wärst du doch zu Hause geblieben!"
Ja. Wieso war sie nicht zu Hause geblieben? Sie hätten sicher noch einmal reden können und dann hätte sich das alles bestimmt geklärt. Aber irgendetwas in ihr war durchgebrannt und sie hatte ihre sieben Sachen gepackt und war los gefahren. Nach einem kleinen Gespräch mit ihrem Chef, hatte sie sich ein Apartment in Belladonna Bucht gesucht und jetzt war sie hier. Allein.
"Du hast dir das eingebrockt, du musst es auch wieder auslöffeln. ", murmelte sie und stieg energisch aus dem Auto aus.

Eine kalte Herbstbrise ließ sie erschaudern. Warum hatte sie auch ihr Sommerkleid angezogen, statt die warmen Pullover, die sich im Gepäck hatte? Jetzt waren es zu spät, denn sie lagen ganz unten in ihrem Koffer, der kaum zugegangen war. Wieso war sie bloß immer so eine dumme Gans?
Fröstelnd, mit den Armen eng um ihrem Körper geschmiegt, beeilte sie sich in das kleine Cafe zu kommen, dass als einzige was um diese Uhrzeit noch aufzuhaben schien. Als sie durch die rote Tür ging, empfing sie ein warmer Geruch von Kaffee. So, wie sie es am liebsten gehabt hatte, wenn sie morgens aufwachte.
Ein Blick verriet ihr, dass die Kaffeebar gleich neben der Tür war und sie verlockend bat einzukaufen. Ein schöner heißer Kaffee mit Zucker und Milch würde ihren kalten Gliedern sicher gut tun. Aber mit dem wenigen Geld, was sie noch zu Verfügung hatte, würde sie eher ihre Miete zahlen müssen, als einen schönen Kaffee am Abend.
"Guten Abend." Eine blonde Frau stellte sich neben Antoinette und tätschelte ihr vorsichtig den Arm. "Kann ich ihnen irgendwie helfen. Sie sehen so verloren aus."
Überrascht wandte Antoinette den Blick von der Kaffeebar ab. "Sieht man mir dass so an?", fragte sie belustigt, mit einem verzweifelten Unterton.
Die Frau nickte. "Wissen sie, sie sehen aus, als wären sie nicht von hier. Beziehungsweise, ich habe sie in Belladonna noch nie gesehen. Sind sie gerade erst herzgezogen oder auf der Durchreise?" Sie beäugte Antoinette einschätzend, als könnte sie die Antwort in ihren Augen lesen.
"Ich bin gerade erst hergezogen.", erklärte Antoinette ihr. Sie hielt ihr die kalten Finger hin, die versucht hatte heimlich zu wärmen. "Mein Name ist Antoinette Habotté und sie sind?"
"Jessica Peterson.", erwiedert sie freundlich und schüttelte ihre Hand. "Aber nenn mich doch bitte Jessy, dass machen die meisten."
Jessicas Lächeln ließ in Atoinette Vertrauen aufsteigen und schon bald fühlte sie sich nicht mehr so einsam und alleine wie zuvor. "Sie wohnen also schon länger hier?"
Jessica nickte Schulter zuckend. "Ja, seid ich mit meinem Verlobten hier her gezogen bin." Dann lächelte sie: "Wir sollten uns unbedingt duzen. Was halten sie davon?"
"Ja.", antwortete Atoinette dankbar. Sie mochte dieses ganze Gesieze nicht. "Es wäre schrecklich nett von dir, wenn du mir helfen könntest. Ich hab mich wohl verfahren."
Jessica lachte leise. "Dass kenn ich. Als ich hier hergezogen bin fand ich mich auch nicht zu Recht." Sie schnappte sich Antoinettes Arm und zog sie zur Kaffeebar, wo sie dem Barister einen Wink gab. "Wir beide kaufen und jetzt einen schönen heißen Kaffee -Milch?" Antoinette nickte. "Und dann sagst du mir deine Adresse und ich dirigiere dich hin, okay?"
Dankbar warf Antoinette ihr einen Blick zu. "Dass wäre wirklich sehr nett. Dankeschön."


Erschöpft starrte Antoinette durch ihre verschmutzte Scheibe, auf der Suche nach dem Haus, dass Jessica ihr beschrieben hatte, nachdem Atoinette sie vor ihrer Haustür rausgelassen hatte. Sie hatten einen schönen Abend gehabt. Hatten zwei Becher Kaffee getrunken, sich gut unterhalten und schließlich hatte Antoinette ihre neu gewonnene Freundin nach Hause gebracht. Und sie hatte gestaunt.
Jessica wohnte in einem großen Haus. Zwei Autos standen davor und repräsentierten das viele Geld, dass wohl in ihnen steckte.
Und zuvor hatte sie erfahren, dass sie nicht nur ein großes Haus und viel Geld besaß, sondern auch drei Kinder leibliche Kinder und eine Stieftochter. Und einen Verlobten der sie rotz aller Schwierigkeiten auf Händen trug. Bei dieser Vorstellung hatte Atoinette traurig geseufzt, so dass Jessica sofort nach gehakt hatte. Und keine zehn Minuten später hatte die sonst so schüchterne Antoinette ihr halbe Lebensgeschichte vor ihr ausgebreitet. Und danach hatte sie sich wider Erwartens wirklich besser gefühlt.
Dass mit Jessica und ihrem perfektem Leben irgendetwas nicht stimmte, war auch der Rothaarigen nicht verborgen geblieben, aber sobald sie das auch nur anschnitt verzog Jeissca das Gesicht und wechselte mit großer Dringlichkeit das Thema. Antoinette war verwundert, akzeptierte es jedoch.
Endlich tauchte das große Backsteinhaus, von dem Jessica berichtet hatte vor ihr auf. Es lag völlig im Dunkeln, so wie der Rest von Belladonna. Es war als legten die Leute sich hier um sieben ins Bett und erwachten erst wieder am nächsten Morgen, wenn der Wecker klingelte. So wie ihr Chef ihr das beschrieben hatte.
Nachdem sie im Dunkeln endlich ihre Hausnummer ausmachen konnte, fuhr sie mit dme Autor in die Garage, die sie extra für ihre kleine Schrottlaube gemietet hatte und machte den Motor aus. Wortlos blieb sie in ihrem kleinem Golf sitzen und versuchte das Gefühl von Einsamkeit wieder zu verdrängen. Sie hatte doch schon eine Freundin gefunden.
Also stieg sie aus, strafte die Schulter und eilte zum Garagentor um es zu schließen. Obwohl Belladonna ruhig und beschaulich zu sein schien, gab es ein paar Kriminelle, wie in jeder kleinen Stadt. Doch natürlich, bei Atoinettes Glück, klemmte das blöde Teil und sie ruckelte mit einer Wut daran herum, dass es fast in zwei brach.
"Kann ich ihnen irgendwie helfen?"

Erschrocken fuhr Atoinette herum, und betrachtete dne jungen Mann, der hinter ihr aufgetaucht war. Er trug schwarze Klamotten und wirkte schrecklich bedrohlich in der Dunkelheit der Nacht, aber Antoinette versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Mit einem zitternden Lächeln schüttelte sie ihren Kopf. "Nein, danke. Ich...ähh...ich komm zu Recht."
"Sie müssen die neue Nachbarin sein.", erwiderte er, nahm ihr sanft das Band aus der Hand ruckelte ein paar mal zärtlich daran, bi sdas Rolltor neldich hinunter fuhr. "Manchmal klemmen die Dinger. Ich hab der Hausmeisterin schon Bescheid gegeben, aber irgendwie lässt sie sich ständig leugnen." Er blinzelte ihr verschwörerisch zu. "Kann man nichts machen."
"Dankeschön." Antoinette nickte ihm kurz zu. Der Mann schien hier zu wohnen, brauchte sie sich also nicht fürchten?
Als hätte er ihre Gedanken gelesen hielt er ihr seine Hand hin, mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen. "Mein Name ist übrigens Angelo Mendoza. Ich wohne gleich neben an. Entschuldigen sie, wenn ich sie verschreckt habe, dass war mit Sicherheit nicht meine Absicht."
"Schon gut.", erwiderte sie höflich, und zog den Schlüssel aus ihrer Handtasche. "Ich gehe dann ma rein, es ist ja schon sehr spät. Vielen Dank nochmal." Sie drehte sich auf dem Absatz um und schritt zur Tür, die Blicke ihres freundlichen Nachbars in ihrem Rücken.
Vielleicht war Belladonna Bucht doch nicht so schlimm, wie sie erwartet hatte. Vielleicht war es gut weggegangen zu sein.


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Re: Windy Willows

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